WR975 Bakteriengeschichten

 

Darin: AttributionsforschungRWE-KlimaklageBärtierchenPlanetarer SchutzKrumme MilchstraßeMagnetbakterienAllgemeinwissenDunkle MaterieFeuerhaufenAtom-MikrobenGeschlechtsneutrale SpracheTransplantationen ohne ImmunsuppressivaApspecksportartenKniestrom – Buchtipp: Wütendes Wetter*

Termine: Buchpremiere am 25.8.2019 in Augsburg, Waffeltreffen am 28.8.2019 ab 16 Uhr auf der Landspitze beim historischen Hafen Berlin, Sciencebusters beim HU-Sommerfest am 29.8.2019, und in Wien am 6.9.2019.

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46 Gedanken zu „WR975 Bakteriengeschichten

  1. Florian Freistetter

    Für alle die zum Treffen in Berlin kommen wollen und am Tag drauf auch zu den Science Busters an der HU: Ich hab grad festgestellt, dass man da wirklich einfach so auftauchen kann und sich auch nicht anmelden muss.

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  2. Gerry

    Das große Problem der Atomkraft ist nicht der Müll der entsteht.
    “Normaler” Giftmüll ist ja auch ewig ein Problem und von dem haben wir noch mehr als vom radioaktiven Giftmüll.

    Das große Problem der Atomkraft ist ihre schlechtere Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu allen anderen Energiequellen.
    Nüchterne Köpfe haben das schon Mitte der 70er kapiert und damit nicht weiter Geld verbrannt.

    Selbst das US-Militär mit seinem bekannt großen Geldbeutel betreibt keine Atomreaktoren mehr um damit Stützpunkte der Army zu versorgen.
    Die atomgetriebenen Kreuzer der Navy wurden ebenfalls wegen “zu teuer” verschrottet und bei kleineren Schiffsklassen hat man das gar nicht erst umgesetzt.

    Und ich wette um je 50 € in die Kassen von Holgi und Florian dass der aktuelle Mini-Hype um die “small modular reactors” in 20 Jahren beendet sein wird. Denn an den grundlegenden wirtschaftlichen Problemen ändern die auch nicht wirklich was.

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  3. NGC-Ollie

    Zur Kniebatterie: 1,1-1,6mW sind die *Leistung* die erzeugt werden kann. Du willst einen Standardakku mit 700mAh = 700 Milliampere*stunden* (Der Herr Klein wird das mit dem Strom wohl nie verstehen…. 😉 ) aufladen, du meinst wahrscheinlich einen NiMH-Akku und keinen Litium-Ion. Zum Vergleich: mein Handy hat ~3500mAh Akku, ein iPhone7 ca. 2900. Allerdings braucht man eine relativ konstante Spannung und Strömung um gut Laden zu können, das heißt, die Verluste um die Knieströme zu puffern und gleichzuformen würden hoch sein, also rechne ich mal Verluste ein und schätze, wir können mit ca. 1mW rechnen. Ladespannung liegt bei 1,4V, also liegt der Strom bei 0,71mA, weil P=U*I, also I=P/U.
    Einfacher zu rechnen ist es mit den Wattstunden:
    Der Standardakku hat 700mAh und 1,2V Nennspannung, also 0,7Ah*1,2V=0,84Wh. Du kannst also 1mW=0,001W laden, heißt 0,84Wh/0,001W=840h, das sind 35 Tage. Für ein iPhone 7 wären es 2,9Ah*3,6V/0,001W=10440h entspricht 435 Tage und damit einem Jahr und zwei Monate. Und da sind die Verluste des Akkus noch nicht drin.
    Ich rate zum beigelegten Ladegerät und hoffe, dass meine eingerosteten Kenntnisse noch stimmen.

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    1. Christian Berger

      Ja, das kann ich bestätigen, das sollte zumindest grob stimmen, wobei natürlich die Ladespannung noch höher ist als die 1,2 Volt. Sprich man muss ein wenig mehr reinstecken als man raus bekommt.

      Wobei ich glaube, dass holgi solche Grundlagen der Elektrotechnik versteht wenn man sie ihm nur richtig erklärt.

    2. NGC-Ollie

      @Christian Berger

      Ich stimme bedingt zu, dass das Verständnis für Strom und Spannung da wäre, wenn es schön erklärt ist, wie bei vielen anderen auch. Ob ich da der richtige wäre, käme auf einen Versuch an, sicher bin ich mir da nicht. Ich würde eher mal einen Physiklehrer oder andere mit didaktischem Hintergrund fragen, ob man das mit nur Audio erklärt bekommt. Und ein anderer Punkt ist, dass man sowas ohne Übung auch gerne vergisst und dann wieder die Einheiten und Größen verwechselt.

  4. tim

    Zur Geschichte mit den zwei Fußballerinnen: Das generische Maskulinum soll eigentlich verwendet werden, wenn das Geschlecht der damit bezeichneten Personen nicht von Bedeutung oder unbekannt ist. Im zweiten Teil der Geschichte zeigst du aber, dass du einerseits von Anfang an wusstest, dass es sich um Frauen handelt und dass andererseits deren Geschlecht für die Handlung relevant ist. Insofern wäre also die Erwartungshaltung gewesen, dass du die handelnden Personen auch von vornherein als weiblich bezeichnest. Wenn du diese Erwartungshaltung durchkreuzt, zuckt das Auditorium also nicht wegen schlechter Gendergewohnheiten sondern eher auf Grund deiner fehlerhaften Verwendung der deutschen Sprache.

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  5. Heiko

    Holger und der Mönch mit den zwei Leicas fliegen – mal eben – oben raus, um unsere Galaxie zu fotografieren (mit Superweitwinkel). 🦠

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  6. Marcus

    Zum Thema Spotify: bekommt ihr von denen irgendwelche Lizenz-Zahlungen, wenn man die Wissenschaft als zahlender Kunde über Spotify hört? Normalerweise benutze ich einen separaten Podcast Client, aber wenn es euch hilft, würde ich in Erwägung ziehen, die Wissenschaft über Spotify zu hören.

    Antworten
    1. Spotify

      Stellt Spotify denn wenigstens den Speicherplatz für die Folgen, die über Spotify gehört werden?

  7. Stefan Schrägmann

    Genderschreib:

    Sagt mal was ist eigentlich aus dem guten alten Materialismus geworden?
    Glaubt ihr wirklich ernsthaft daran man könne die Verhältnisse durch ein paar Vokabeln oder Schreibregeln ändern? Ändere die Verhältnisse und die Sprache wird folgen.
    Das sind doch im wahrsten Sinne des Wortes nur Lippenbekenntnisse.
    Und die ändern bekanntlich : Gar nichts.
    Oder liege ich falsch?

    Antworten
    1. Knut

      Der Verein Deutsche Sprache sieht das so:

      https://vds-ev.de/gegenwartsdeutsch/gendersprache/gendersprache-unterschriften/schluss-mit-dem-gender-unfug/

      Lesenswerte Kommentare, bspw von Linguisten und Schriftstellern gibt es bspw hier:

      https://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlechtergerechte-sprache-macht-linguistische-denkfehler-ld.1472991

      und hier: https://www.tagesspiegel.de/kultur/streit-um-gendersprache-es-heisst-sprache-nicht-schreibe/24092268.html

      Kann man ja mal in Ruhe drüber nachdenken 😉

    2. holgi Beitragsautor

      Der “Verein Deutsche Sprache” ist nicht satisfaktionsfähig. Wer auch immer an diesen Laden andockt, ist ebensowenig ernstzunehmen. Und ausgerechnet die NZZ ist leider einer der schlechtesten Ratgeber (geworden), wenn es darum geht, sich zurechtzufinden in einer sich ständig ändernden Welt, denn sie hat die Normalitären als Zielgruppe entdeckt (ähnlich der Springer-Medien) – und ausgerechnet Josef Bayer ist jemand, der entweder zu den Normalitären gehört oder ebenfalls rausgefunden hat, dass es dort den billigsten Applaus abzuholen gibt. Kann man prima in seinen anderen Beiträgen nachlesen (Google hilft).

    3. Knut

      Lieber Holgi,

      ich finde es wichtig, WAS jemand zu einem konkreten Thema sagt. Ein Argument steht für sich und wird nicht allein deshalb hinfällig, weil ein Un­sym­path es äußert.

      Ein gegen die Person und nicht gegen das Argument gerichteter Anwurf fördert imho lediglich den Extremismus in der Gesellschaft und verhindern zuverlässig jede Sachdiskussion, da stimmen wir hoffentlich überein.

      Die Begründungen, die da in den beispielhaften Links aufgeführt werden, scheinen mir recht schlüssig zu sein.
      Wem es gefällt, findet in den Weiten des Netzes zweifellos eine breite Palette skeptischer bis kritischer Stimmen gegen die Gendergeschichtln. Vor allem weniger von Aktivisten, sondern von Linguisten, Schriftstellern und dergleichen Personen, die sich mit der Thematik auskennen und auch irgendwelcher niederen Motive unverdächtig sind.

      Grundlegende Gemeinsamkeit in dieser Thematik scheint allen der Verweis darauf, dass sich die Grammatik wenig um das natürliche Geschlecht kümmert.
      Wer die Verwendung des grammatischen Geschlechts mit dem natürlichen Geschlecht gleichsetzt, die Form also für den Inhalt hält, baut damit einen kolossalen Strohmann.
      Vernünftigerweise sollte also schon die Grundannahme, dass das grammatische Geschlecht eine Diskriminierung darstellen würde, hinterfragt werden.

      Die deutsche Sprache bietet zudem da, wo es nötig und/oder gewünscht ist, genügend Möglichkeiten, auf das natürliche Geschlecht einzugehen. Für das Erfinden neuer Wörter fehlt schlicht die Notwendigkeit.

      Wenn ich bspw sage: “Das Lausitzer Seenland ist ein Paradies für Radfahrer”, dann bedeutet das eben nicht, dass hier nur Männer unterwegs sind, weil “Radfahrer” eine Gruppenbezeichnung ohne jeglichen Verweis auf eine Geschlechtszugehörigkeit ist. Dieser geschlechtslosen Gruppenbezeichnung ein “und Radfahrerinnen”, “_innen” oder “*innen” anzuhängen, ist Unfug.
      Wer “Radfahrer” mit “der Radfahrer” gleichsetzt, beweist damit keine Diskriminierung, sondern neben Mängeln im Sprachverständnis bestenfalls seine eigenen Vorurteile.

      Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht, selbst wenn der Unfug aus den besten Motiven heraus verübt wird.
      Wenn Aktionismus also von wenig Expertise begleitet wird und fehlende oder gar falsche Argumente mit vermeintlich moralischer Begründung durchgeboxt werden sollen, ist Widerstand dagegen kein Zeichen niederer Motive, sondern ein Gebot der Vernunft.

      Abschliessend nur noch ein Hinweis: Der Versuch, Wörter so zu sprechen, wie sie geschrieben werden, wirkt bestenfalls bemüht, oft auch albern, insbesondere, wenn man versucht, Unterstriche, Binnen-I oder Sternchen mitzusprechen. Und das alles ohne wirklichen Mehrwert.
      Nur unsachliche und boshafte Menschen würden dir diskriminierende Absichten unterstellen, wenn du auf solche Verrenkungen verzichtest.

      lG

    4. holgi Beitragsautor

      Es ist genauso wichtig, warum jemand etwas sagt – und die Absicht einer Person lässt sich sehr gut an deren Einlassungen und Verhalten in der Vergangenheit und an anderen Stellen ablesen.

      Und „Radfahrer“ macht halt die Radfahrerinnen unsichtbar.

    5. Knut

      Ach Holgi, ich möchte nicht in einer Welt leben, in der ich jede Aussage erstmal darauf überprüfen muss, welche geheimen Absichten damit jemand verfolgen könnte.
      Völlig sinnlos wird dieses Unterfangen ja, wenn zwei Personen das Gleiche sagen, der eine ein mutmaßliches Arschloch, der andere ein in jeder Hinsicht unverdächtiger Mensch.

      Dein Bemühen, im “Radfahrer” die angeblich unsichtbaren Frauen zu verteidigen, ist aller Ehren wert, wenngleich auf einem Irrtum beruhend und nicht vollständig.
      Richtiger müsste der Satz dann nämlich lauten: “Das Lausitzer Seenland ist ein Paradies für Radfahrerinnen und männliche Radfahrer.”
      Es gibt ja leider keine eindeutige Schreibweise, die ausschliesslich auf Männer verweist und das darf ja nicht der Grund sein, warum diese dann “unsichtbar” bleiben sollten.
      Aber kaum haben wir diese Klippe umschifft, zieht neues Ungemach am Horizont herauf: Wir diskriminieren Transqueer!
      Wie lässt sich denn der Satz so formulieren, dass auch diese Menschen nicht “unsichtbar” bleiben?

      “Das Lausitzer Seenland ist ein Paradies für Radfahrerinnen, männliche Radfahrer und geschlechtlich nicht zuzuordnende Radfahr(irgendwas), wobei die Reihenfolge der Aufzählung keine Wertung darstellen soll.”?

      Das klingt irgendwie seltsam und würde in mir den Verdacht wecken, dass ich auf den weiblichen, männlichen oder geschlechtlich nicht zuzuordnenden Arm genommen werden soll, wobei auch hier die Reihenfolge der Aufzählung keine Wertung darstellen soll.
      Das Binnen-I soll man ja, dem Vernehmen nach, auch gänzlich vermeiden, weil es als Phallussymbol wahrgenommen werden könnte und auch Sternchen könnten mit etwas Mutwillen als unverschämter Diminutiv verstanden werden. Gendergap kommt schon gleich garnicht in Frage, denn dort ist ja die Lücke und alles, was darin fehlen könnte, völlig offensichtlich.
      Am besten sollte (man) das “-er” und alle Verwechselungskandid(-aten) konsequent und unt(-er) allen Umständen weglassen, denkt denn kein(-er) an die Kind(-er)?

      Schlichte Gemüter wie ich halten daher am generischen Maskulinum fest, weil es in erfreulicher Kürze jeglichen Verweis auf das natürliche Geschlecht der Beteiligten vermeidet, auch wenn Menschen, die das Konzept nicht vollständig durchdringen, da anderer Meinung sein mögen.

      Ich muss da immer an den Streisand-Effekt denken, wenn in dem vorgeblichen Bemühen, sich geschlechtergerecht auszudrücken, das Geschlecht der Beteiligten überhaupt erst in den Fokus gerückt wird.
      Da wartet wohl nicht weniger als ein weitgehendes Umkrempeln der deutschen Sprache auf uns.

      Die Annahme, mit gendergerechter Sprache könne man Geschlechtergerechtigkeit herstellen, wird allerdings spätestens dann zu hinterfragen sein, wenn man sich Sprachen anschaut, die diese Geschlechtergerechtigkeit entwicklungsbedingt schon mitbringen. Da gibts Kandidaten, die den Verdacht aufkommen lassen, dass Diskriminierung von Frauen eventuell weniger mit der Sprache (denn die kann es ja dort nicht sein) als mit anderen Faktoren zu tun hat.
      So unterscheidet sich die Situation bspw in Finnland, das kein grammatisches Geschlecht kennt, nicht nennenswert von Schweden, in dem es selbiges gibt.
      Die heute in beiden Ländern vergleichbar weitgehende Gleichstellung/-wahrnehmung der Frau ist ein relativ neues Phänomen und offensichtlich ebensowenig sprachabhängig, wie die zuvor herrschende Unterdrückung der Frauen.
      Was hat sich dort also verändert?
      Mit der Beantwortung dieser Frage finden sich vermutlich tauglichere Ansätze für die Behebung von Mißständen.
      Wir brauchen mehr Wissenschaft!

      Bis dahin rate ich zur Gelassenheit und verbleibe mit lieben Grüßen 😉

    6. Knut

      Da hast du, ganz allgemein betrachtet, völlig recht.

      Im Speziellen suche ich seit dem Aufkommen des Themas nach einer nachvollziehbaren Begründung, warum eine generische, also laut Duden “nicht spezifische, beide Geschlechter umfassende” Form ein spezielles Geschlecht “unsichtbar” machen soll.

      Außer der blosen Behauptung, dies würde so sein, kommt ja nix und das ist betrüblich.

      Insofern bin ich auf Vermutungen angewiesen und möglicherweise könnte die oft vorliegende Homophonie von generischem und speziellem Maskulinum eine Ursache dafür sein, dass bei zusammenhangloser Betrachtung nur das speziell männliche Geschlecht assoziiert wird? Oder was ist es sonst? Lust am Totalitarismus?

      Und wie ich das schreibe, fällt mir auf, dass der Duden nur von zwei Geschlechtern ausgeht. Brennt ihn!

  8. TatKor

    Danke für die tolle Folge.
    Zum Thema Immunsuppression: der Spender muss noch am Leben sein, da man die Organe ja nicht so lange kalt stellen kann bis der Körper des Empfängers die Blutzellen angenommen hat. Da liegt wohl das Problem. Es bleibt zu hoffen dass man dort noch zu einem besseren Ergebnis kommt, aber meine Niere und ich haben beschlossen, dass wir erst mal 50 Jahre zusammen bleiben 😉

    Liebe Grüße

    Tatjana

    Antworten
  9. Hendrik

    Jetzt wissen wir auch, wer die Bärtierchen auf den Mond geschossen hat: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/ueberlebte-hitlers-geheimwaffen-chef-das-kriegsende-100.html?fbclid=IwAR2xk0vweBlYqTIJEKysmjTeQY0ikYSuYzcOupTlBk_8vYGd3fWdIrM8wFM#xtor=CS5-62

    Es handelt sich also wirklich um Verstärkng für die Nazis auf der Rückseite des Monds, in ein paar Jahren werden die Viecher dann zurück zu uns geschickt… natürlich entsprechend “modifiziert”…

    Antworten
  10. Hendrik

    Diese kurze Pause bei “Hörer:innen”, “Wissenschaftler:innen” (wie auch immer man das offiziell schreibt) gefällt mir nicht wirklich. Zumal: Angenommen es handelt sich wirklich um eine reine Männergruppe, ist das “:innen” eigentlich auch irgendwie irreführend.

    Besser gefällt mir da der Ausdruck “Studierende” statt “Studentinnen und Studenten” oder “Student:innen” oder “Studenten:innen” (zumal in dem Fall das “en” entweder fehlt oder stört).

    Bei Wissenschaftler:innen wäre dann analog zu “Studierende” wohl “Wissenschaffende” eine geschlechtsneutrale Alternative.. oder diejenigen, die euch zuhören sind dann eben die “Podcasthörenden” oder die “Zuhörenden”.

    Wäre das aus eurer Sicht eine akzeptable Alternative?

    Antworten
  11. Juna

    Kleiner Kommentar bzw. Korrektur zur Bedeutung von Bereschit.

    “Bereschit” heißt mitnichten “Schöpfung”. Da seid Ihr der griechisch/ christlichen Übersetzung mit “Genesis” für das erste Buch Mose aufgesessen. Genesis heißt Schöpfung. Bereschit hingegen sind die ersten beiden Wörter der Bibel und bedeuten nichts anderes als “im Anfang” – so heißt das erste Buch in der jüdischen Tradition: Bereschit = Im Anfang.

    Entschuldigt die Klugscheißerei, aber wenn von falschen Übersetzungen Dinge abgeleitet werden, sollte man schon darauf hinweisen 😉

    Antworten
  12. alexander

    nur etwas offtopic zu dem genderschreib:
    ich habe neulich die großartigen romane einer amerikanischen sf-autorin gelesen: anne leckie, imperial radch 1 – 3. eines ihrer verfremdungselemente ist, dass bei ihr das generische geschlecht weiblich ist. alle sind “she” und alle sind “mothers” und “sisters”. die hauptffigur hat ständig probleme damit, männlein von weiblein bei anderen kulturen zu unterscheiden, nicht nur sprachlich, auch physisch.

    ich habe es auf englisch gelesen, keine ahnung, wie das übersetzt wurde und wie die übersetzung wirkt. das original ist auf jeden fall ausgesprochen ungewöhnlich durch diese verfremdung.

    kann ich mir allerdings für normal bei uns nicht vorstellen.

    Antworten
  13. Clemens

    Interessante Folge …
    Bärtierchen scheinen wirklich ein großes pangalatisches Problem zu sein. Da sollte man fast eine Sonderfolge mit einem Spezialisten nachreichen und derlei Fragen erörtern, ob es sich bei Donald J. Trump eventuell gar nicht um einen degenerierten Reptiloiden, sondern um ein mutiertes Bärtierchen handeln könnte …

    Antworten
  14. Knut

    Noch ein Hinweis zu den Aussagen in der Folge:

    Das “hen” im Schwedischen wurde nicht 2015 erfunden oder eingeführt, sondern lediglich zu diesem Zeitpunkt in das Update-Wörterbuch der Svenska Akademien aufgenommen, weil es sich im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert hat.
    Das Lexikon folgt da der Entwicklung und gibt sie nicht vor.
    “Erfunden” soll es irgendwann in den 60ern sein, möglicherweise in Anlehnung an das geschlechtsneutrale finnische “hän”, aber das ist nicht gesichert. Eine Ersetzung der spezifischen Geschlechtsbezeichnungen sollte und soll es ausdrücklich nicht sein, der Gebrauch steht immer dann frei, wenn es nicht ausdrücklich auf die Benennung des natürlichen Geschlechts ankommt oder wenn dessen Nennung nicht erwünscht oder unangebracht ist.
    Wohltuend im Vergleich zum Hiesigen erscheint hier jedenfalls die schwedische Haltung des “kann”, nicht “muss/soll”, die wohl maßgeblich zur Akzeptanz beiträgt. (So wurde mir das erklärt, eventuelle Irrungen gehen auf meine Kappe)

    Dein Spruch: “Sitzen zwei Fußballer, fragt die eine, hast mal Tampon ..” schockiert wirklich. Leider nicht aus den Gründen, die du erkennbar vermutest.

    Du weisst ja schon vorher, dass hier ausdrücklich nur zwei Frauen sitzen, verwendest aber trotzdem das generische Maskulinum, um dann unmittelbar wieder in die spezifisch weibliche Form zu wechseln.

    Vergleichbar kann man sich auch vor zwei Frauen stellen und sie mit “meine lieben Damen und Herren” begrüßen.

    Die Irritation rührt nicht aus einer seltsamen Geschlechterassoziation, sondern aus der krawalligen Ignoranz der Möglichkeiten der deutschen Sprache, dort zu unterscheiden, wo es nötig ist und da zu verallgemeinern, wo es möglich ist. Was wird man damit beweisen?

    Sorry, das musste sein. Und glaub mir garnix, frag Linguisten.

    lG

    Antworten
    1. Florian

      Weil sich alle so über das Fußballer-Beispiel aufregen: Ihr wisst schon, das nicht DAS das Problem ist. Es bestreitet auch niemand dass die deutsche Sprache so funktioniert wie sie funktioniert und Menschengruppen männlich anspricht sobald sie nicht komplett aus Frauen besteht. Aber genau das ist das Problem: Dadurch werden Frauen unsichtbar. Wer “mitgemeint” ist wird nicht mitgedacht und wer nicht mitgedacht wird, wird ignoriert. Und in letzter Konsequenz diskriminiert. Das tolle aber ist: Sprache kann sich ändern! Auch wenn das Typen wie die vom VDS nicht wollen und all die anderen die wollen das alles so bleibt wie es ist bzw wenn es sich schon ändern muss dann nur in Richtung Vergangenheit. Aber Sprache ändert sich. Weil die Welt sich ändert in der sie verwendet wird. Und das ist eine Welt in der man die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr nur “mitmeinen” kann.

    2. Knut

      Die Geschichte des Genderns ist eine Geschichte voller Wirrungen, Irrungen und Mißverständnisse 😉

      Das generische Maskulinum spricht eben NICHT Gruppen als biologisch männlich an, es trifft eben KEINE Aussage über das Geschlecht der Gruppenteilnehmer. Man wird als Junge auch nicht in die gehaimen Zirkel zur Unterdrückung des Weibsvolks eingeweiht. Aber das würde ich auch sagen, wenn ich der Großmeister dieser Verschwöhrung wäre, also streich das bitte.
      Es wirkt echt peinlich, wenn sich die Freunde des Genderns ausgerechnet daran abarbeiten wollen, da brauchts keinen deutsch-Leistungskurs, um Wehrlose zu verprügeln, muss das denn wirklich sein?
      Oder versuchen wir es im Speziellen:
      Der Löffel, Das Messer, Die Gabel, Der Mond, Die Sonne, Das Asteroidenfeld, Der Büstenhalter, Die Binde, Das Diaphragma..
      Werden wir international: Der Hit, Der Coup, Der Smoking, Das Portemonnaie.
      Bitte frage dich, nach welchen Kriterien hier die Artikel verteilt werden.

      Könnte, sollte, ja muss nicht da mindestens ein ganz kleines Jucken aufkommen, sich mal fachlich und nicht ideologisch mit der Thematik auseinanderzusetzen?

      Aber nur mal so grundsätzlich: Das Frauen in unserer Gesellschaft diskriminiert werden (heute weniger als früher, aber immerhin) steht wirklich ausser Frage. Sie verdienen im Job bei gleicher Qualifikation weniger, sie haben bei Geburt eines Kindes ein reales Armutsrisiko, etc, pp.

      Die Frage muss lauten: Woran liegt das? Ist dafür die deutsche Sprache verantwortlich?

      Und wieso haben wir trotz der vermeintlichen sprachlichen Unterdrückung eine Bundeskanzlerin und den höchsten Anteil an Frauen im Kabinett ever?

      Oder anders: würden nicht gesetzliche Maßnahmen die Situation der Frauen viel schneller, wirkungsvoller und unzweifelhafter verbessern können, als jede Verballhornung der Sprache dies jemals leisten könnte?

      Wieso diskutiert man über das Binnen-I statt über gleichen Lohn für gleiche Arbeit?
      Leute, Leute, hier werden Nasenringe spazieren geführt, da grauts die Sau.

      Bitte um Verzeihung für meine Ausdrucksweise, mir geht die Geduld abhanden.

    3. Florian Freistetter

      Seufz. Kommentatorinnen wie Knut gehen mir auf die Nerven mit ihrem Relativieren und dem absichtlichen Missverstehen dessen, worum es geht. Aber zum Glück sind ja nicht alle Podcasthörerinnen so wie Knut…
      Abgesehen davon: Es geht nicht um “Ideologie” oder “Krawallige Ignoranz”. Wir haben über Wissenschaft gesprochen. Also das Ding mit den objektiven Belegen für Aussagen und so. Kann sein, dass die Resultate der Forschung Hörerinnen wie Knut nicht passen. Was aber nichts an den Resultaten ändert.

    4. Knut

      Lieber Florian,

      es ist ja immer ein wohlfeiler Vorwurf, der andere würde “relativieren” oder “absichtlich mißverstehen”.
      Seltsamerweise gehts da auch über die blosen Vorwürfe nie hinaus. Was ist denn aus der guten alte Sitte geworden, Behauptungen mit Fakten untermauern zu müssen?

      Gern ganz deutlich: Nirgends und an keiner Stelle mache ich mir niedere Motive zueigen!
      Frauen sind Menschen wie alle anderen auch und wir leben in einer Welt, die dieser Tatsache nicht überall Rechnung trägt. Dagegen kann und muss etwas unternommen werden. Über die Methoden muss aber diskutiert werden können, das sollte für konsensinteressierte Menschen eine Selbstverständlichkeit sein.

      Meine Kritik an der (deutschen) Genderei richtet sich ausschliesslich gegen nach meiner Wahrnehmung fehlerhafte Grundannahmen und offensichtlich falschen Gebrauch der deutschen Sprache und ich versuche darzulegen, warum ich das so sehe.
      Deshalb werden die Texte auch immer etwas länger, weil ein simples “stimmt nicht” nach meinem Verständnis ein untaugliches Argument ist.
      Und weil ich die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen habe, werbe ich ausdrücklich dafür, sich entsprechende Expertise zu beschaffen.

      Mag sein, dass das nervt, aber das sagt dann doch mehr über einen selbst aus, als über den anderen, nicht wahr?

      Zum Inhalt der Studie selbst kann ich wegen der Bezahlschranke nicht viel sagen.
      In eurem Gespräch erweckt ihr jedoch den Eindruck, dass mit dieser in Schweden an schwedischen Menschen durchgeführten Studie auch dem Genderaktivismus in Deutschland die Absulotion erteilt wird.

      So einfach sollten es sich aber gerade Wissenschaftler nicht machen.

    5. tim

      Echt jetzt, Florian? Dir fällt wirklich nichts Besseres ein, als ad hominem zu argumentieren?

      Um aber noch etwas Konstruktives beizusteuern: Für den Nachweis, dass beim generischen Maskulinum Frauen nicht mitgedacht werden, taugt eine Geschichte um zwei konkrete Menschen einfach nicht. Man verwendet die Sprache falsch und aus Falschem lässt sich nun mal beliebiges schlussfolgern.

      Man könnte aber aus den Fußballerinnen zwei Vereinsvorsitzende auf einer Dachverbandstagung o.ä. machen. Da für beide Geschlechter das gleiche Wort (der Vorsitzende/die Vorsitzende) verwendet wird, kann so der Hörerschaft zumindest vor Augen geführt werden, dass die meisten eben doch zuerst an zwei Männer gedacht haben.

    6. Knut

      Ich meine mich zu erinnern, dass es im Englischen einen ähnlichen Assoziationstest gab, ging da wohl um die Wahrnehmung von Ärzten. Da dachte wohl auch eine Mehrzahl der Befragten zuerst an männliche Ärzte.

      Nachdem dann in Fernsehserien sehr viele weibliche Schauspieler als Ärzte besetzt wurden, veränderten sich auch die Assoziationen signifikant.

      Das scheint den Schluss nahezulegen, dass tatsächlich die Veränderung der Verhältnisse der entscheidende Faktor ist, die Sprache hatte sich ja nicht verändert.

  15. Hendrik

    Hier geht es ja ordentlich ab 😉 aber leider meldet sich keine Frau zu Wort.
    Bisher haben alle Frauen, mit denen ich darüber gesprochen habe, (sinngemäß) gesagt: “Das mit diesem angehängten :innen ist furchtbar, ich fühle mich als Frau nicht vergessen/ignoriert/übergangen, wenn von Radfahrern, Wissenschaftlern usw. gesprochen wird”….

    Ich habe immer mehr den Eindruck, dass es dank Social Media immer öfter einige wenige schaffen, lauthals angeblich Missstände anzuprangern, die aber die Mehrheit dieser “Benachteiligten” überhaupt nicht als solche Benachteiligung auffassen… und trotzdem meinen dann viele, dass man ja unbedingt etwas machen muss, um diese Schreihälse zu besänftigen….
    Und wie soll es erst klingen/aussehen, wenn auch die “diversen” Anspruch auf eine

    Antworten
    1. Knut

      Öhm, da dir die Eingabemaske wohl paar Wörter geklaut.

      Ich vermute mal, du fragst nach sowas: feministisch-sprachhandeln.org/leitfaden/kapitel4/

  16. Hendrik

    Danke 😉 ja, also wie soll es aussehen, wenn die “diversen”, die ja auch in Stellenausschreibungen mittlerweile berücksichtigt werden, auch in der allgemeinen Sprache “gleichwertig” behandelt werden wollen? (Über Quoten für diese Gruppe in Bundestag, Aufsichtsräten etc will ich gar nicht erst reden)… und dann tauchen später garantiert noch weitere Gruppen auf, die sich weder m noch w oder d zuordnen lassen wollen….

    Antworten
  17. Hendrik

    @Knut: jetzt habe ich mal den Link genauer angeschaut, dann rollen sich mir alle Fußnagelxs hoch….

    Bevor ich solche für die meisten wohl unverständliche Formulierungen verwende, dann doch lieber das bereits weiter oben von mir erwähnte “Studierende” / “Lehrende” /”Wissenschaffende”… das sollte keine all zu große Umstellung sein und hoffentlich niemanden all zu sehr “ignorieren”… aber ich hoffe weiterhin, dass sich hier auch mal ein paar Frauen oder Diverse zu Wort melden…

    Antworten
  18. Stefan Schraegmann

    Hat sich ja ganz gut entwickelt 😉
    Ich kann nur sagen : Auf die Barrikaden. Freiräume und Teilhabe müssen erkämpft werden.
    Dann wird die Sprache folgen.

    Ich habe das Gefühl das diese Schreibdebatte besonders denjenigen in die Hände spielt die gar nichts verändern wollen. Eine schöne Alibifunktion hinter der man sich verstecken kann. Gerade in linksliberalen bürgerlichen Kreisen ist das einfach chic und man kann sagen :”Wieso ICH hab doch was getan!”

    Man sollte immer und überall aktiv gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung vorgehen , in der Familie , am Arbeitsplatz, In der Schule, An der Uni – wenn sie einem begegnet. Ein paar Schreibregeln zu verändern und sich dafür auch noch permanent auf die Schulter zu Klopfen ist schon eine ziemliche Farce.

    Antworten
  19. Björn

    Es ist eher, wenn nicht gar sehr, fehl am Platze, gerade Germanisten und Autoren als Experten für das Empfinden der Empfänger der Deutschen Sprache anzuführen. Sicher haben die genügend Formalismen und Regeln anzuführen, wie etwas gebildet wird und seit wann das so ist und was es dann meinen soll. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich bestimmte Gruppen, je nach Fall nicht explizit angesprochen fühlen. Und das Patriarchat der letzten Jahrhunderte hat die Sprache nun mal entscheidend geprägt, wobei der Focus in den meisten Fällen „generisch“ auf dem Maskulinum lag. Da ist die Argumentation gleich einem Zirkelschluss, begründete Mensch die Richtigkeit für die Zukunft auf dem Gewesenen.
    Verstärkt wird die Relevanz auch durch die Präsenz, Verpflichtungen von Behörden und Diskussionen um das Gender .

    Denn wenn junge Mädchen und Frauen und nun verstärkt auch geschlechtlich Andersfühlende suggeriert und versichert bekommen, es würde sich auch an sie gerichtet in der Kommunikation, fällt es gerade den Gruppen erst recht auf und sie fühlen sich noch mehr ausgegrenzt.

    Es mag für lange wissenschaftliche Abhandlungen und andere Texte Vorbehalte geben, die dazu führen sich straight ausdrücken zu wollen. Eine Alternative wäre wünschenswert, etwas komplett neues, woran wir uns schnell gewöhnen können und was Akzeptanz finden kann.

    In kurzen und direkten Ansprachen sollte es geboten sein, sich wirklich an alle Geschlechter zu richten, das ist dann schnell normal und diejenigen, die es nicht machen, fallen negativ auf. Und eventuell stellen sie sich dann auch darauf ein.

    Gerade an den Schulen sollten was die MINT-Fächer angeht oder auch im Handwerk, die Mädchen und Frauen ausdrücklich angesprochen werden. Nur so werden sie angesprochen und mitgenommen.
    Denn grammatikalisch korrekt oder nicht, das Gefühlsleben und die Wahrnehmung interessiert sich im Moment der Aussprache sehr unterbewusst nur für das, was einen auch anspricht und wirklich eindeutig an einen selbst adressiert ist.

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    1. Knut

      Es wäre schon sehr sportlich, für sich in Anspruch zu nehmen, Experte für das “Empfinden der Empfänger der Deutschen Sprache” zu sein, ganz egal, um wen es sich da handelt. 😉

      Es wird unbestritten sein, dass jeder Mensch bestimmte Assoziationen mit sich rumträgt. Unbestritten gibt es auch Diskriminierung.
      Die in der Sendung angerissene Studie zeigt, dass man mit bestimmten Mitteln auf die Assoziationen Einfluss nehmen kann.

      Dass diese Assoziationen aber auch ursächlich für reale Diskriminierung sein sollen, wäre nachzuweisen. Kennt denn jemand solche Studien?

      Bisher steht ja nur die Behauptung im Raum, auch wenn diese plausibel erscheinen mag. Das beweist aber noch lange keine Kausalität.

      Es erscheint doch sehr seltsam, dass die Aktivisten auf solch diffuse Allgemeinplätze wie “Frauen wären nicht mitgemeint” und “unsichtbar” ausweichen müssen. Fragwürdige Behauptungen und darauf aufbauende Schlüsse sind auch bei vermeintlich guter Motivation untaugliche Mittel.

      Und weil ja auch immer die vermeintlich überlegene Moral in Anspruch genommen wird: Welches Menschenbild offenbart sich denn, wenn Frauen (noch dazu in der Mehrzahl), die explizit angeben, sich durch generische und als maskulin mißgedeutete Ansprachen nicht ausgegrenzt zu fühlen, als dumme Hascherl zu sehen, die nur zu blöde oder zu domestiziert sind, das Problem zu erkennen?
      Und Männer wären ja sowieso Schweine, die nur am Status Quo interessiert wären und den ganzen Tag nur Frauen und Minderheiten diskriminieren wollen?

      Wie muß man drauf sein, wenn schon die Kritik an den Methoden als Ablehnung der Sache gedeutet wird?

      Dieses Schwarz-Weiss-Denken, diesen Extremismus, finde ich besorgniserregend.

  20. Ato Mnergie

    Zuallererst sollte das Wort der wissenschaftlichen Methode gehören.

    https://jmkorhonen.net/2017/03/10/what-does-research-say-about-the-safety-of-nuclear-power

    Ansonsten ist Stigmatisierung ein Problem.

    https://blog.gwup.net/2018/09/11/leben-und-natur-retten-wider-die-stigmatisierung-von-pro-kernenergie/

    Zuletzt sind die Lehrer in Bayern gute Gesprächspartner. Simeon Preuß steht hoffentlich für ein Interview zur Verfügung.

    https://youtu.be/4_HDVJNdD3Q

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  21. Marcus

    > Dass diese Assoziationen aber auch ursächlich für reale Diskriminierung sein sollen, wäre nachzuweisen. Kennt denn jemand solche Studien?

    Dass diese Assoziationen zu Diskriminierung führen können, ist in ein paar Studien erforscht werden. Eine Web-Suche nach “generisches Maskulinum Studie” fördert einiges dazu zu Tage.
    Allerdings habe ich als Fachfremder auf die Schnelle nicht herausfinden können, ob das Problem tatsächlich von diesem Konstrukt herrührt oder von der Art, wie wir Begriffe kulturell erlernen. Früher hat man viel auf die Sapir-Whorf Hypothese gesetzt, inzwischen hat sich deren Effekt jedoch als deutlich schwächer als ursprünglich gedacht erwiesen.
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Linguistic_relativity

    Allerdings ist es wohl eher so, dass man Begriffe über Kontext und Assoziationen lernt. Wenn also im Umfeld der Lernenden gleichermaßen Frauen und Männer Fußball spielen und bei der Ansprache der Gruppe “die Fußballer” benutzt wird, dann wird die entsprechende Person bzw. Personen die darin enthaltenen Frauen mit “meinen” und mit verstehen. Zu diesem Thema lese ich gerade “Surfaces and Essences”, welches ich trotz ein wenig Langatmigkeit sehr interessant finde.

    Generell würden mich aber auch Studien oder Erklärungen von Linguistik-Experten/Expertinnen interessieren.

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  22. Mario

    Hallo,

    gibt es aus der Wissenschaft schon belastbare Erkenntnisse,
    wie man das aktuelle Leben klimaschutztechnisch anpassen muss?

    Ich meine, dass elektrisch fahren statt Verbrenner fahren nur das Problem verlagert.
    Kunststoff vermeiden wohl auch.
    Wie viel Energie setzt die Idee “Internet und Vernetzung” um? Ich schätze es aktuell als Energiefresser ein.
    Wie viele Menschen kann die Erde ernähren – vorausgesetzt, sie leben mit der Natur?
    Müssen wir nun zurück in die Zeit vor der Industrialisierung oder reichen einige zig Jahre später?

    Das sind Fragen, für deren Antwort es langsam Zeit wird.
    Sollten diese nicht bald durch die Wissenschaft glaubwürdig beantwortet und die Antworten verbreitet werden, dann wird die ganze Klimadiskussion für den Großteil der Menschen unglaubwürdig.
    Für einen gewissen lauten Anteil ist sie es ja jetzt schon.
    Da spielt auch ein Teil Psychologie mit: Immer nur sagen “du darfst nicht” ohne eine Alternative begründet anbieten zu können, funktioniert nicht.

    Dass nun die Wirtschaft / Politik voll dagegen hält, ist noch ein anderes Problem.

    Viele Grüße

    Mario

    Antworten
  23. Jan

    Ich bin etwas später dran, aber auch mich motiviert das Thema ‘Sprache’ zum Einspruch. Erst einmal mit einen Querverweis zur letzten Wrintheit, denn holgis Darbietung war alles andere als gewaltfreie Kommunikation. Das hatte eher was von der Taktik ‘Wer lauter brüllt hat Recht.” und auch die hier in den Kommentaren angebrachten Reaktionen erschrecken mich, weil die Methodik von anderen an anderer Stelle angewendet, von euch (holgi, Florian) korrekterweise als unredlich benannt werden würde.

    Es ist auch so ein bisschen Meta-Meta-Kritik, denn das Thema kommt ja innerhalb von Wrint immer wieder mal vor und holgis Präsentation spricht nicht dafür, dass entsprechende Kommentare beachtet werden. Es lässt eher die Interpretation zu, dass Argumente gegen die eigene Überzeugung ignoriert werden. Ich denke mir auch immer, dass gute Argumente keine Herabsetzung und Beleidigung anderer Interpretationen erfordern. Hinzu kommt die Unsitte aus der eigenen, vermeintlich intellektuellen Überlegenheit heraus alle anderen Sichtweisen auf einen Haufen zu werfen und ihnen Absichten zu unterstellen, die sich mit den eigenen beschränkten Mitteln leicht abschmettern lassen.

    Ich stimme dem schon von anderen Kommentatoren gemachten Äußerungen zu: Es steht außer Frage, dass Diskriminierung vorherrscht und dass es unser aller Aufgabe ist geeignete Maßnahmen zu finden diese zu beseitigen. Warum wird die Diskussion aber nicht damit eröffnet, dass wir das voraussetzen und gemeinsam sinnvolle Lösungen suchen, sondern mit Lagerbildung? Hier sind wir und sagen dass es so ist uns so gehen muss und wer das anders sieht ist doof.

    Warum ist es so schwierig in diesem Fall einzugestehen, dass nur weil aus A B erfolgt, nicht auch aus B A folgt?

    Wenn ich von Fußballern oder Bäckern oder Autofahrern rede, dann sind bei mir da Frauen nicht mitgemeint, weil ich da gar kein Geschlecht einbeziehen will. Meinerseits geht es um die benannte Tätigkeit, nicht um das Geschlecht, das Alter, die Herkunft, die Größe, etc. Mein großer Kritikpunkt ist auch der schon angebrachte Punkt, dass das Geschlecht angeblich keine Rolle spielen soll, aber plötzlich wird es überall erwähnt und hervorgehoben. Fußballer sind Menschen, die Fußball spielen. Aber da wir bei DER Mensch ja alle nur Männer meinen, muss ich sagen: Fußballer sind Personen, die Fußball spielen. Denn DIE Person ist weiblich und somit wissen alle das Frauen gemeint sind.

    Die immer mal wieder vorgeschlagene Partizipierung ist auch unsinnig, weil ein Fußballspieler eben was anderes ist als ein Fußballspielender und ein Flüchtling etwas anderes als ein Flüchtender. Da könnte ich auch plump behaupten, dass das jedem mit Minimalverstand klar sein sollte.

    Ohne den Kontext hier könnte ich auch sagen, dass es beim Fußballspiel letzte Woche zwei Verletzte gab. Die eine hat den Ball ins Gesicht bekommen, die andere den Arm beim Sturz verstaucht. Wo war jetzt im ersten Satz das generische Maskulinum versteckt, dass uns alle dazu gebracht hat zuerst an Männer zu denken?

    Wörter, Worte, Ausdrücke sind wie Schlüssel. Sie öffnen zwar bei jedem von uns eine Schublade, aber was da drinnen ist wird nicht durch den Schlüssel bestimmt, sondern die Erfahrung, Erziehung, Kultur, Gesellschaft jedes Einzelnen.

    Das widerspricht auch nicht den Studienergebnissen, dass neue Wörter den Zweck erfüllen zu dem sie erfunden und eingeführt werden. Da sind die Schubladen leer und lassen sich bewusst füllen.

    Sagte holgi nicht irgenwann einmal sinngemäß, dass es nicht stets und ständig sinnvoll ist das Fass mit dem Bullshit aufzumachen? Also nicht immer Anlass ist, jemanden darauf hinzuweisen, dass sein Aberglaube oder seine Verschwörungstheorie Unsinn sind? Genauso halte ich es nicht für sinnvoll in jeder meiner Aussagen noch den moralischen Zeigefinger der Frauendiskriminierung unterzubringen. Die Missinterpretation der grammatischen Geschlechts mag einige dazu einladen, aber wir haben deutlich mehr an Diskriminierung zu beseitigen und merken ja bereits an Konstrukten wie _ und *, dass es irrsinnig wird das mit der Sprache auszumerzen.

    Wir kennen das doch von Entwicklungen wie Neger, Schwarzer, Farbiger, PoC usw. Das Wort zu ersetzen hilft nicht, wenn das Denken und Verhalten nicht anders wird.

    Denn weiter gedacht frage ich mich, welches Bild denn entsteht, wenn wir nun den Nebensatz mit dem Tampon verarbeitet haben? Dann wird aus dem weißen, jungen Mann eine weiße junge Frau. Weil Tampons nur weiße junge Frauen verwenden? Nein, weil unsere Realität von Fußball dahingehend geprägt ist, dass bestimmt jeder schon mal ein Männerspiel gesehen hat, davon in Medien und Nachricht erfährt und nun erst nach und nach der Frauenfußball mehr Öffentlichkeit bekommt, aber auch da kein auffälliger Mischmasch an Alter, Nation, Ethnie vorzufinden ist.

    Wer durch seine Ausdrucksweise andere dazu bringen möchte in jedem Zusammenhang, ob es eine Rolle spielt oder nicht, daran zu denken, dass es auf unserer Welt Männer, Frauen und Menschen gibt, die sich irgendwo dazwischen oder außerhalb davon befinden, der möge das tun, aber bitte anderen nicht zuschreiben, was diese angeblich im Sinne haben, wenn sie es ihnen nicht gleichtun.

    Das ist so wie der noch nie lustig gewesene Witz “Woran erkennst du einen Veganer?” – “Er sagt es dir.” Es liegt vielleicht in unserer Natur, dass wir gerne und ungefragt neue Überzeugungen in die Welt hinaus tragen wollen und jeden dazu bringen wollen so zu denken wie wir und dieselben Schlussfolgerungen zu ziehen. Aber die Welt ist komplexer und vielseitiger… diverser :p

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