WR1177 Iran-Utan

 

Darin: Holgi hatte Covid-19, Nix neues von der Bruchbude, Essen, Bestellungen, Dobson-Teleskop, Schlagzeilen und Wetter.

50 great Curries of India*

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49 Gedanken zu „WR1177 Iran-Utan

  1. Sandra

    Lieber Holgi, Lieber Tobi,

    Wenn ihr beide sagt, dass ihr schon mal akut lebensrettende OPs hattet – habt ihr überlegt, das bei so einer Gelegenheit mal näher ausführen? Ich frage das nicht aus voyeuristischem Interesse, sondern weil ich erlebt habe, dass sowas anderen Menschen wirklich helfen kann.

    Ich bin beispielsweise mit 19 mal bei vollem Bewusstsein ertrunken, war für wenige Minuten “tot” und konnte nur durch extrem großes Glück wiederbelebt werden – wenn das Wasser fünf Grad wärmer gewesen oder der Notarzt drei Minuten später gekommen wäre, könnte ich das hier nicht mehr schreiben.
    Die Erfahrung, wie zerbrechlich das eigene Leben ist, hat mich schwer mitgenommen und in dieser Phase hat es mir extrem geholfen, wenn andere Menschen über ihre Erlebnisse gesprochen haben… ähnlich wie ihr euch das hier bezüglich Covid 19 überlegt habt.
    (Also ich meine damit nicht gar nicht primär den psychischen Prozess – da muss jeder seinen eigenen Weg gehen; sondern einfach nur die akute Erfahrung.)

    Ich kann auch absolut verstehen, wenn euch das zu persönlich und/oder so ein Podcast auch der falsche Rahmen ist – und vielleicht sind zwei so Erzählungen auch eine zu viel pro Folge^^
    Ich hoffe, ihr empfindet den Vorschlag nicht als übergriffig oder so… war nur so ein Gedanke von mir.

    LG., Sandra

    Antworten
  2. Sandra

    Noch eine Sache zu den Impfstoffen. Tobi sagt sinngemäß: “Im Vergleich zu Mali usw. haben wir immer noch beschämend viele Impfstoffdosen” – das Argument höre ich in letzter Zeit öfter, greift aber zumindest im Bezug auf die mRNA-Impfstoffe zu kurz.

    Das Problem ist (etwas vereinfacht): wenn die EU bspw. 200 Millionen Dosen weniger bestellt, werden auch einfach 200 Millionen Dosen weniger produziert. Es ist ja nicht so, als lägen die im Moment einfach irgendwo in einem Lager rum und wer zuerst kommt, kauft dem Rest einfach alles weg.
    Wenn die EU die Dosen dagegen bestellt hätte, wäre ein erheblicher Teil der 2,4 Milliarden in den Aufbau weiterer Produktionsstraßen geflossen, und diese Menge wäre einfach zusätzlich produziert worden. (Deshalb wird auch jetzt noch mit Abnahmegarantien gearbeitet, obwohl Tozinameran weitestgehend fertig ist – eben um sicherzustellen, dass sich solche Vorabinvestitionen in die Produktion lohnen.)

    D.h. die Konsequenz ist jetzt nicht, dass 200 Millionen Dosen Tozinameran für ärmere Länder zur Verfügung stehen; sondern die Konsequenz ist, dass es einfach nur weniger Fertigungskapazitäten gibt, und damit alle – inklusive Mali – entsprechend später an entsprechende Dosen kommen.

    Und jetzt sind da schon ein paar Sachen, die mich irritieren. Beispielsweise hat Biontech/Pfizer das Vorabergebnis der Phase 3 Studie am 9. November veröffentlicht – die EU hat aber erst am 11. November verbindlich bestellt. Und mich würde schon interessieren, warum ausgerechnet von dem Impfstoff, der als einziger direkt auf der Zielgerade war, deutlich weniger bestellt wurde, als fast allen von anderen Kandidaten.
    Von Astra Zeneca wurden 400 Millionen, von Johnson und Johnson ebenfalls 400 Millionen und von CureVac sogar 405 Millionen bestellt – von Tozinameran dagegen gerade mal 300 Millionen Dosen.

    Wie kann man sich das vorstellen? “Ah, dieser Impfstoff ist als einziger quasi mit Phase drei fertig, hat eine Schutzwirkung von sagenhaften 95%, ist sehr gut verträglich… lasst von dem mal 100 Millionen weniger bestellen.” – das wirds ja hoffentlich nicht gewesen sein, oder?
    Nur, es kommen halt keine offiziellen Begründungen! Stattdessen eine Menge mehr oder weniger plausible Vermutungen und das übliche: “Wir konnten das ja zu dem Zeitpunkt gar nicht wissen” Gelaber.
    Doch! Konntet ihr! Zu diesem Impfstoff gab es zum Zeitpunkt der Bestellung deutlich mehr und verlässlichere Information als zu allen anderen Kandidaten; das war auch damals schon objektiv der erfolgsversprechendste Kandidat – mit Abstand!

    100 Millionen mehr wäre angesagt gewesen; nicht weniger… Und ich finde, bei so einer Fehlentscheidung mit solcher Tragweite kann man das durchaus kritisieren.
    Ihr regt euch völlig zu Recht über ineffektive Maßnahmen und unzureichende Kontrollen auf, und ich verstehe eure Zurückhaltung bei den Impfstoffen offen gesagt nicht.
    Wir haben mit Tozinameran eine Maßnahme, die vergleichsweise trivial umzusetzen ist, garantiert wirkt, im Vergleich zum “Lockdown” etc. spottbillig ist, niemandem wehtut und bei der man eigentlich nur auf “Jetzt kostenpflichtig bestellen” hätte klicken müssen. Offen gesagt – mich macht das ziemlich wütend (merkt man vllt.)^^

    –––––
    Addendum: Die Argumentation mit den Produktionskapazitäten gilt natürlich nur für die mRNA-Impfstoffe und andere vergleichbar neuartige Kandidaten – für andere Vakzine mit bereits etablierten Herstellungsverfahren gilt das natürlich nur sehr viel eingeschränkter.

    Quelle für die Zahlen: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/119835/Corona-Warum-die-EU-bei-Biontech-und-Moderna-weniger-Impfstoff-orderte

    Antworten
    1. Otto H.

      “wenn die EU bspw. 200 Millionen Dosen weniger bestellt, werden auch einfach 200 Millionen Dosen weniger produziert”

      Bei aller Liebe für deinen umfangfreichen Beitrag, aber deine Ausgangsannahme stimmt so nicht. Das mag wirtschaftstheoretisch so sein, doch im Falle des Impfstoffes ist es so, dass die Produktionskapazitäten für die Nachfrage schlicht noch nicht ausreichen. Hier wurde von der EU mehr in Bestellung gegeben, als die Anbieterseite derzeit liefern kann. Daher wurde die bestellung nach unten korrigiert. Das hat Drosten im aktuellen Podcast klargemacht mit dem Nachsatz, dass er durch seine Kontakte zur Ständigen Impfkommission “einen sehr guten Einblick hat” um zu dieser Einschätzung zu kommen, wie er sagt.

    2. Sandra

      @Otto H.

      Das stimmt natürlich; das Geld kann nicht instantan 1:1 in Produktionskapazitäten umgesetzt werden (das meinte ich mit “vereinfacht”).
      Aber meines Wissens ist es hier schon konkret so, dass eine Vorbestellung mit Abnahmegarantie zum zeitnahen Ausbau der Kapazitäten führt, während eine spätere “vielleicht irgendwann im Frühjahr”-Abnahme den Ausbau bremst und damit die Produktionskurve für alle abflacht (mit entsprechenden Konsequenzen für Verfügbarkeit und auch Preisentwicklung).

      Das ist auch nicht nur auf meinem Mist gewachsen; zum einen sagt der Bachmann was ähnliches (https://twitter.com/bachmannrudi/status/1346794999980158978?s=21), aber auch der Şahin lässt konkret dieses Problem in den Interviews durchklingen. Deshalb denke ich schon, dass da nicht nur wirtschaftstheoretisch was dran ist, sondern das auch ganz konkret im Bezug auf die Tozinameran-Produktion zutrifft.

      Ich werde mir aber auf jeden Fall gleich mal den Drosten-Podcast durchhören; bin da gestern nicht dazu gekommen – vielleicht verstehe ich dann die EU-Perspektive besser oder sehe die Sachen sogar nochmal anders. Danke für den Hinweis! 🙂

    3. David

      Ich kann die Zögerlichkeit auch nicht verstehen.
      Es gibt 3 Möglichkeiten aus der Pandemie:
      – natürliche Herdenimmunität, wenn sich jeder infiziert – das wollen wir zu recht nicht!
      – durch Impfen herbeigeführte Herdenimmunität
      – ein magisches Wunder, daß der Virus irgendwie verschwindet

      Ich kann eben nicht verstehen, warum man den einzigen Strohhalm, den man hat, dann nicht energisch anpackt. Oder wollen wir jetzt jedes Jahr 8 Monate Winterschlaf machen?
      Auf der einen Seite wird mit “der Bazooka” Billionen verschossen, und auf der anderen Seite wird gefeilscht, die Impfstoffe nicht in ausreichenden Mengen zu haben und sie lieber billiger zu bekommen? Wem ist denn da wieder der spitze Bleistift abgebrochen?

      Was mich auch noch stört, ist die immer noch vorhandene Profilierung einiger Politiker. Da wird entsetzt über den 1 Tag “zu frühen” Impfstart in Sachsen-Anhalt geschimpft, weil man dann nicht dabei sein konnte, wenn es die Bilder gibt. Wtf ist hier eigentlich los?
      Von den Impfzentren gab es vor Wochen schon Bilder, wie sie mit kanülenlosen Spritzen so getan haben und Probeläufe absolviert haben. Dieser Teil funktioniert also schon, darum hat man sich gekümmert. Wie hochbegagte 80+ in diese Impfzentren kommen sollen, bzw Termine telefonisch machen sollen (wollen die da echt 1000 Anrufe haben? können die das überhaupt verarbeiten?), ist scheinbar nicht wirklich durchdacht worden. Es gibt wohl in einigen Kreisen Taxigutscheine, das klingt schon mal gut. Aber können wir uns hier ein Laufen auf Sparflamme, während der Rest Deutschlands im Idle ist, wirklich leisten?
      Wir haben 1,3 Mio Dosen bisher bekommen, und davon aktuell ~400.00 verimpft. Wie soll denn das weiter gehen? Spart man die 2. Dosis wirklich schon für den 2. Durchgang auf, weil man vermutet, daß in 3 Wochen keine weitere Lieferung kommt? Ist es wirklich SO schlimm? Oder hätte man nicht lieber schon 1,3m in den ersten Tagen verimpfen sollen, jeder Tag Vorsprung hier bringt uns weiter. Daß zumind. die Pflegeheime schon zu ~25% geimpft wurden, ist zumind. schon mal ein Anfang.
      Die Aussagen, daß vereinzelte Dosen schon weggeschmissen worden, weil keiner da war zum impfen, ist dann noch der Gipfel. Hat man hier Termine gemacht und 3 Leute sind nicht gekommen, und kann sich das dann leisten? Dann überbucht halt, und wenn wirklich alle kommen, muß halt einer morgen nochmal wiederkommen… Ist zwar auch fies, dem gegenüber, daß er dann trotzdem nicht dran kommt – aber wenn man das mit mobilen älteren macht (65), ist das vielleicht trotzdem nicht so tragisch.
      Ich kann nur hoffen, daß das noch schneller wird – und nicht zum Flughafen-Desaster wird.

    4. Titus von Unhold

      “Hat die EU zu wenig Impfdosen bestellt?

      DW-Faktencheck: Falsch. Die EU-Kommission hat im vergangenen Jahr Verträge mit sechs Impfstoffherstellern geschlossen: BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Curevac, Johnson & Johnson und Sanofi. Insgesamt sicherte sie sich auf diese Weise fast zwei Milliarden Impfdosen.”

      https://www.dw.com/de/faktencheck-versagt-die-eu-bei-den-corona-impfungen/a-56144848

      Was Rüdiger Bachmann sagt ist, nach allen Interviews die ich in den letzten Wochen von Pharmaleuten gehört habe, schlicht falsch. Ähnlich wie die Vorschläge von Christian Lindner. Die Produktion kann nämlich schon aus dem Grund nicht beliebig skaliert werden weil der Flaschenhals nicht die Fabriken sind. Das ist das gleiche Problem wie bei den zusätzlich geschaffenen Intensivkapazitäten im Frühjahr. Es ist toll wenn da Maschinen stehen aber sinnlos wenn diese von niemanden bedient werden können und auch keine Ausgangsstoffe in der benötigten Qualität zur Verfügung stehen. Wenn aus einer Produktion 1.000 Dosen in der Minute fallen werden das nicht mehr nur weil man mehr bestellt. Es gibt einen Sweetspot für die Unternehmen bei denen sich eine Mehrinvestition einfach nicht mehr rechnet.

  3. Martino

    Holger macht sich am Ende Sorgen, was wir denn tun, wenn wir feststellen, dass Schulen nicht die Pandemie-Treiber sind.

    Ich mache mir mehr Sorgen, wenn sich nun endlich mal herausstellt, dass sie es sind. Werden wir dann die Schulen hinreichend lange und streng geschlossen halten?
    Und wie gehen wir damit um, dass andere Bereiche seit Monaten für die offenen Schulen geschlossen bleiben, obwohl sich das im Vergleich überhaupt nicht lohnt?

    Antworten
  4. manka

    Zum Thema der vielen netten Menschen…
    “Im Grunde gut” von Rutger Bregman sei euch allen sehr ans Herz gelegt. Lest oder hört das mal. Das Narrativ das dort freigelegt wird, sollte unsere neue Erzählung über uns selbst werden.

    Antworten
  5. flaqs

    Holgi, im Prinzip den gleichen Vorfall, den du mit dem “Jagdshop aus Westdeutschland” hattest, hatte ich letztens bei Amazon (Marketplace): Ende November ein Weihnachtsgeschenk bestellt, dass angeblich in wenigen Tagen geliefert werden soll; es war nach mehreren Wochen immer noch nicht da. Der Verkäufer teilte mir mit, dass es erst nach Weihnachten wieder lieferbar sein wird. Trotzdem wurde der Artikel bei Amazon weiterhin mit der kurzen Lieferzeit gelistet. Positiv ist allerdings, dass Amazon sich selbst schon recht schnell bei mir gemeldet hat, mit dem Vorschlag, dass ich doch den Anbieter kontaktieren soll, wenn der Artikel noch bis Weihnachten kommen soll, oder ich ihn ansonsten doch stornieren sollte.

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  6. Dmitry

    Tobi hat ja letztes Mal erzählt, dass es mit der Corona Warn App nicht gut geklappt hatte.

    War es bei dir, Holgi, genauso? Hab in der Folge nichts dazu mitbekommen.

    Antworten
  7. David

    Die Aussage, daß Holgi nicht weiß, woher er es hat, ist das gefährlichste Argument gegen jegliche Verschärfungen, denn das Ziel der Nachverfolgbarkeit ist dann auch bei einem Wert von 10 nur Makulatur. Es wird dann unwahrscheinlicher, keine Frage – aber was ist denn wenn wir einfachnicht viel tiefer kommen? Dann sollte man sich lieber vermehrt kümmern, die Toten zu reduzieren, daß vor allem da schnelle Testkapazität zur Verfügung steht.
    Was ist denn noch übrig, wenn wir das jetzt bis April machen, und es wird und wird n7cht besser? Wie viele Verlierer haben wir dann? Und ich bin der letzte, der für Neoliberalala ist (danke für das Wort), aber diese Spaltung geht in die Hose.

    Antworten
  8. Jens

    ich lebe in der Gegend mit den niedrigen Inzidenzen, wo auch das Licht nicht hin will, im Landkreis Uelzen. Wenn ihr hier wirklich mal ein Sternchenguck-Hörertreffen machen wollt, wäre das super, ich wär dabei ;o) Also wenn wir alle durchgeimpft oder (hoffentlich nicht) durchinfiziert sind, natürlich.

    Antworten
  9. Marcel

    Den rant von Holgi bzgl Corona, Politik und der fehlenden Durchsetzung der Regeln… ich fühle das leider sehr hart. Seit beginn hocke ich als Lokführer auf meiner Regionalbahn ohne das mein Arbeitgeber mir FFP2 Masken stellt (versorge mich halt selbst), gleichzeitig teile ich mir via Umluft Klima/Heizungsanlage die Luft aus dem Fahrgastbereich welche die ganze Suppe schön umwälzt. Bitte glaube nicht das dort ein Luftaustausch mittels Klimaanlage statt findet. Bei einer Feuerwehr Übung hatten wir Nebelmaschinen im Zug verteilt und da hat man sehr schön gesehen das die Klima rein gar nichts abtransportiert.

    Im Pausenraum wo wir wenns dumm läuft mit 8 Mann auf 30qm sitzen, wurden wie in Schulen “LÜFTEN” Zettel auf gehangen. Toll.
    Was ich damit sagen will, während ich mich im privaten massivst einschränke und meine Freunde einmal im August, draußen gesehen habe, darf mein Arbeitgeber machen was er möchte.
    Kontrollen auf Bahnhöfen? Marginal und wenn wird immer noch die “bitte aufsetzten” Taktik gefahren statt mal zur Kasse zur bitten.

    Es fühlt sich einfach so an, als wenn du auf einer leeren Straße mit 10 Mann an einer roten Fußgänger Ampel stehst und der einzige bist der noch nicht rüber gelaufen ist.

    Antworten
  10. Matthias

    Hallo Toby,
    kannst du mal erläutern, für welchen Dobson du dich entscheiden hast?

    Vielen Dank im voraus.
    Matthias

    Antworten
  11. Uiui

    Genau das habe ich vermutet, mit diversen Bahnbetreibern regional kommuniziert, dass hier sicher nachgearbeitet werden muss, oder die Fahrgäste fair informiert werden.

    Entweder kam keine Antwort, oder es kam lapidar die Behauptung, Bahn fahren sei sicher.

    Ich nutze im ÖPNV nur FFP2 Maske und sehe das ala fahrlässige Körperverletzung an denn ich sehe keinen Fahrer mit Maske und ja, auch ihr könnt euch bei der Arbeit infizieren.

    Gut, dass man wenigstens das Geld für den Urlaub nicht ausgeben konnte, das kann man dann in richtige Masken investieren.

    Am Ende des Jahres evtl dann via Gewerkschaft erstreiten, dass man die Ausgabenvom AG erstattet bekommt, sofern die es nicht schaffen zu erstreiten, dass die Gesellschaft ihre fucking Pflicht, den Schutz ihrer Angestellten zu gewährleisten, ernst nimmt!

    Antworten
  12. t.jay

    Am Ende hat Holgi es gut beschrieben, wie die Politik die Vernüftigen in ihrem Agieren verliert.

    Das ganze Jahr über habe ich alles gemieden was als Superspreading potentiell in Frage käme. Ich war auf keinen Partys und hatte weitaus weniger Treffen mit Freunden als üblich.
    Die wenigen Gastronomiebesuche fanden draußen bei frischer Luft statt.

    Als es denn ab Oktober und November hieß, bitte halbiert alle euere Kontakte … sah ich da keinen Spielraum mehr für mich.
    Abgesehen von einer zweiwöchigen Quarantäne im November, lebe ich im nun “harten” Lockdowm nicht anders als in der übrigen Zeit von 2020.

    Antworten
    1. Firefly

      Es gäbe noch eine 4. Strategie um sofort Corona Infektionen einzudämmen. Ganz einfach. Siehe viele asiatische Länder. Verpflichtend die Maske aufsetzen, wenn man die Wohnung verlässt. Ich arbeite als Pflegefachkraft und mach das seit die Maskenpflicht
      in D. eingeführt wurde.

    2. Titus von Unhold

      Ich lebe seit dem Frühjahr mit 0 Kontakten und nutze grundsätzlich FFP3 wenn Menschen (unvermeidbar) nur in der Nähe sind. Ehrlich gesagt finde es auch unfassbar dass sich die Menschen noch immer in geschlossenen Räumen miteinander treffen und dass die Politik nicht alle mal für drei Wochen einsperrt, inklusive komplettem abschließen der Wirtschaft.

    3. Titus von Unhold

      Von 3M – die mir mein Arbeitgeber als PSA für meine sonst statt findenden Außentermine zur Verfügung stellt.

  13. Sergi

    Dinkel: ich würde Tobys Eindruck unterschreiben. Dinkel hat geschmacklich eine Nuss-Note.
    Vor ein paar Tagen habe ich Dinkelspaghetti gekauft und war echt überrascht von dem Geschmack. Schmeckt irgendwie nicht so “leer” und kombiniert sich dann natürlich gut mit dem Käse.

    Insgesamt Danke euch beiden, dass war eine ganz tolle Sendung! Ihr habt vermutlich vielen aus der Seele gesprochen was Corona-Moods betrifft.

    Antworten
  14. ein anderer Florian

    Mein Onkel ist an Covid-19 auf einer Intensiv-Station in Stuttgart Ende Oktober gestorben. Mein Vater ist mit Covid-19 in einer Corona-Isolationsstation (West-Bayern) an den Folgen einer tödlich verlaufenden Krebserkrankung gestorben.

    Ich bin Covid-19 positiv getestet worden/erkrankt. Mein Umfeld/Familie. Mein Bruder “besucht” beruflich in ganz Bayern Supermärkte, zu diesem Ende Oktober in den bayerischen “HotSpots”. Er hat wahrscheinlich Covid-19 in unser Umfeld eingeschleppt.

    7 Tage vor dem positiven Testergebnissen, sind meine Mutter, mein Bruder und ich auf die Beerdigung meines Onkels gefahren. 2 mal gut 1,5 Std. Anschließend am Abend mein Bruder und ich ca. 4 Std., bzw. ca. 2 Std. mein Vater und mein Bruder (Home -> Krankenhaus, Krankenhaus –> Home), ich das zwei mal.

    Am Testtag Samstag von meinem Vater, meinem Bruder und mir wurde mein Vater am Vormittag mit dem Rettungswagen als Notfall in die Uni-Klinik gebracht – wegen den Krebskomplikationen. Zwei Notoperationen – bei denen sie noch wissen wollten, ob sie ihn im Falle des Falles reanimieren sollen.

    Fr. (7 Tage nach der Beerdigung meines Onkels + Krankenhausfahrten) – ich extreme Nackenschmerzen und Erschöpfung, bleibe den Tag im Bett, halte mich von Leuten fern. 3x Voltaren Creme, 2x Ibuprofen Tabletten ohne Wirkung, erst nach zwei Diclofenac Tabletten war ich schmerzfrei, so dass ich aufstehen konnte. Am Abend kam mein Bruder vorbei, und meinte er sei jetzt ab Wochenende – zwei Tage krank! OK!?

    Darauf hin habe ich um 21-22Uhr den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 angerufen und nach Covid-19 Testung nachgefragt. Selbstständig googeln hat nichts gebracht – unterstelle mir zumindest gute Fähigkeiten Suchmaschinen zu bedienen und richtige Infos zu finden. Die haben dann für mich eine DriveIn-Station in meinem Landkreis gegoogelt!!, die 3 oder 4 mal in der Woche für einige Stunden geöffnet war. 4 Tage warten!? … Mit der genauen Formulierung vom Bereitschaftsdienst wurden mir Covid-19 T DriveIn-Stellen von Google angezeigt.

    Daraufhin habe ich im Nachbarlandkreis, besser kreisfreien Stadt einen Covid-19 DriveIn-Test für mich und meinen Bruder “klicken” können, am Fr um 23-24Uhr für Sa Mittag.

    Sa. Vormittags mein Vater mit Rettungswagen in Uni-Klinik … danach Grundsatzdiskussion mit meinem Bruder, ob überhaupt – nein, er doch nicht – kein Covid-19 Test …!

    Sa. Mittag getestet – nur Rachenabstrich – kostenlos – etwa alle Drei Minuten eine Testung (zwei Teststraßen) – etwa 10min warten – innerhalb von 48 Std. Ergebnis – Montag nachmittag per email 2 mal positive Testergebnisse – ich und mein Bruder. Mein Vater noch auf der Intensiv-Station nach OP am Sa – bei denen sie noch wissen wollten, ob sie ihn im Falle des Falles reanimieren sollten, positiv auf Covid-19 getestet. Darauf hin das ganze (Familien-)Umfeld getestet – alle positiv.

    Meine leichten Symptome: (Fr. 1.Tag) Extreme Nackenschmerzen, Erschöpfungssymptome, Appetitlosigkeit , (Sa. Tag des Covid-19-Tests) – leichte Nackenschmerzen, Erschöpfungssymptome, Appetitlosigkeit, (So) das Gleiche; (Mo) knusprig schmierig-fettig = Chips mit Salz d.h. totaler Geschmacksverlust, leichter Schnupfen, Appetitlosigkeit, (Di) Geschmacksverlust, Geruchsverlust, (Di/Mi), leichter Geschmacksverlust, Geruchsverlust, (Do/Fr), (Sa.) bis auf Geruchsverlust keine Symptome. Mit dem Sa. ist auch meine Quarantäne durch das Gesundheitsamt ausgelaufen. Temperatur war am So. 37,4°C.

    Mein Bruder hatte länger und heftigere Beschwerden, unfitt, Übergewicht, körperlicher Raubbau … Meine Mutter ebenfalls noch mehr, Alter.

    Ab Sonntag Quarantäne durch das Gesundheitsamt aufgehoben.

    Sonntag bekomme ich mitgeteilt, ich könne meinen Vater auf der Corona-Isolierstation-Station besuchen. Die Umstände würden es erlauben. Mitgeteilt, das ich in einer Stunde im Krankenhaus sein werde. Am Krankenhaus-Empfang waren sie zuerst überrascht, nur eine Person, dann nach kurzer Rückfrage auf der Station konnten wir zu zweit meinen Vater besuchen. Kontakt-Daten + Körper-Temperatur im Krankenhaus festgestellt.

    Der Pfleger aus der Corona-Isolierstation-Station übergab uns am Empfange jeweils eine FFP2-Maske. Er begleitete uns auf die Station, mussten kurz warten. Wir legten unsere Jacken ab. Wurden dann befragt, ob wir die Corona-Isolierstation Station betreten wollen. Dann unter Anleitung vom Pflegepersonal zogen wir zwei mal Einweghandschuhe (ein mal zum Eigen-Schutz, einmal zum ausziehen), Kittel über den Körper, Haarnetz, über die FFP2 Maske eine OP-Maske, Schuhüberzug, Brille an und “eingeschleust”, d.h. den Stations-Bereich mit den Patienten betreten.

    Dann konnten wir meinen Vaters besuchen und mit ihm sprechen.

    Beim Verlassen der Corona-Station: Unter Anleitung bzw. Aufsicht ausziehen.

    Am nächsten Tag, Mo kam ein Anruf, das mein Vater verstorben ist – aufgrund der Krebserkrankung und begleitend von Covid-19 Symptomen.

    Die Beerdigung war aufgrund des sehr unerwarteten Tod und durch den verschärften Corona-Lockdown kompliziert. Und im höchsten Maße “illegal.” Nur die engsten Verwandtschaft, max. 12 Personen mit Namens-/Kontaktliste. Keine Angabe von Datum und Uhrzeit. Die Trauergemeinde war dann 5-6 größer, persönliche Freunde, Verwandte – mit Maske und großem Sicherheitsabstand, über etwa 1/4 des Friedhofs verteilt.

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Auweia. Da merke ich dann erst, wie viel Glück ich tatsächlich hatte.

      Alles Gute dir!

  15. Parlatio

    Hi Leute!

    Wenn ihr schon über die aktuelle Krankheitslage diskutiert – Ich hätte da mal eine Frage: Wann hat das mit den Impfgegnern eigentlich angefangen? Als ich klein war, galt Impfen als die ultimative Vorgehensweise. Niemand in meinem Umfeld hat das je in Frage gestellt. Ich kann mich sogar daran erinnern, daß es teilnahmepflichtige Impfungen gab; Bei mir war es zum Beispiel die Schluckimpfung. Und als ich mal gefragt habe, warum mein Vater so eine komische, runde Narbe am Oberarm hätte, erklärte mir meine Mutter, die sei vom Impfen, und die hätte *Jeder* bis zu einem gewissen Jahrgang. Wogegen diese Impfung war, weiß ich nicht mehr. Ich weiß auch, wie ein so genannter “Impfschaden” aussieht, da kenne ich wen. Das kommt aber sehr selten vor, und wer dann doch betroffen ist, wurde (wird?) zumindest finanziell abgesichert.

    Ich verstehe also irgendwie nicht, wenn das anscheinend früher ging, warum man heute nicht einfach sagen kann: “Ihr werdet alle geimpft, Basta!” Vielleicht bin ich einfach nur zu dumm?

    Ihr dürft mir auch gerne eine Mail schreiben, liebe Podcaster. Die Adresse solltet ihr haben. “Soziale Medien”, das Konzept funktioniert hier nicht… 😐

    Liebe Grüße an alle, paßt auf euch auf
    Parlatio

    Antworten
    1. David

      Die Narbe kommt von der Pockenimpfung.

      Und ja, eine Impfung ist das Beste was es gibt. Nicht umsonst werden wir “plötzlich” 100 Jahre alt…

    2. Martino

      Ich verstehe also irgendwie nicht, wenn das anscheinend früher ging, warum man heute nicht einfach sagen kann: “Ihr werdet alle geimpft, Basta!” Vielleicht bin ich einfach nur zu dumm?

      Das geht, nennt sich Impfpflicht und kann das Gesundheitsministerium erlassen; und zwar nicht erst seit Corona.
      Jens Spahn hat sich allerdings im März schon zugesagt, dass es keine Impfpflicht bei Corona geben wird; vermutlich um das Vertrauen zu stärken. Ich hätte ja das übliche “wir werden die Situation beobachten und dann angemessen entscheiden” geantwortet, aber ich kann auch seine Strategie verstehen. Sie ist allerdings ein Spiel mit dem Feuer – nicht unbedingt der Impfgegner, aber vielleicht dem der Zweifler, die wenig gefährdet sind und sich auf den Rest verlassen.

      (Und nein, die Masernimpfpflicht in bestimmten Bereichen ist keine solche Impfpflicht im Sinne des Infektionsschutzgesetzes; auch wenn sie de facto natürlich zur Impfung zwingt.)

  16. Michael

    Hallo Holgi, hallo Tobi,

    ich finde es richtig und wichtig, dass ihr über eure Corona Erkrankung und Erfahrung sprecht.
    So kennt nun mindestens jeder Hörer dieser Folge jemanden mit einer durchgemachten Coronaerkrankung; und Berichte von Menschen die man kennt, fallen mehr ins Gewicht als anonyme Zeitungsartikel…
    Wie ihr schon erwähnt habt, gibt es immer noch viele Menschen, die niemanden mit Corona kennen. Ich muss mich beruflich jeden Tag mit Menschen umgeben, von denen etwa Drei bis Vier pro Woche das Ganze mindestens anzweifeln, wenn nicht gar verleugnen. Was stimmt mit diesen Leuten nicht?

    Wenn das Auto einen Platten hat, muss der Reifen erneuert werden.
    Da kann der Bäcker noch so oft sagen, “aber Sauerteig geht auch nach ein paar Stunden auf”, der Reifen bleibt platt.

    Das macht mich fertig. Jeder meint es besser zu wissen, obwohl es nicht sein Fachgebiet ist. Ich habe auf diese Diskussionen mit diesen Leuten derart keine Lust mehr, dass ich schon eine gewisse Grundaggressivität an den Tag lege. Das frisst unglaublich Energie und verändert einen…

    Antworten
    1. Titus von Unhold

      Ich habe 2015 angefangen Menschen aus meinem Umfeld auszusortieren die plötzlich vom Austausch faselten oder die AfD ganz gut fanden eil da doch die Wahrheit gesagt würde. Wissenschafts- oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit dulde ich nicht mehr und fahre echt gut damit. Wer so drauf ist ist es nicht wert.

  17. Uiui

    Sorry, habe nicht dazu geschrieben, dass ich mich auf den Kommentar von Marcel bezogen hatte.

    Übrigens: Ich sehe das genauso, unsere Politiker haben aus Feigheit und eigenen Interessen die Gesundheit und Leben Hunderttausender riskiert und vernichtet.

    Gewaltphantasien gegenüber Maskenverweigerern kenne ich auch sehr gut. Auch die Wut darauf, dass zwar Gesetze geschrieben, diese aber fast 0 kontrolliert und so gut wie nicht sanktioniert werden, ist mit dran Schuld, dass die Leute, die unter Quarantäne stehen sagen: “Ich muss aber mit meinem Kind auf den Spielplatz, und ich kann mein Kind nicht zwingen, Abstand zu halten, weil es nen psychischen Schaden bekommt! Und ich muss einkaufen, weil ich zu feige bin, anderen zu sagen, dass ich unter Quarantäne stehe und jemanden brauche, der für mich einkauft”.

    So handeln natürlich nicht nur die Leute, die unter Quarantäne stehen sondern auch die, die in Isolation bleiben müssen. Und die fahren auch mit dem Bus und der Bahn.

    Und der ÖPNV so: Bus und Bahn sind sicher, hier gibt es keine Übertragung.

    Antworten
  18. Parlatio

    Danke für die Antwort, David!
    Ich hatte so etwas zwar vermutet, mein Vater war aber der Meinung, es wäre gegen Kinderlähmung gewesen.
    Daß es tatsächlich Pocken waren, zeigt nicht nur, daß Impfen gut schützt, sondern auch, wie dauerhaft. Die Sache mit den Narben wird ja heute nicht mehr gemacht, weil die breite Immunität die Krankheit quasi ausgerottet hat; Jedenfalls in Deutschland. Hoffentlich geht’s bald los. Auch wenn mich beim bloßen Gedanken an eine Spritze der blanke Horror packt.

    Die Anzahl meiner Kontakte zu reduzieren, würde mir hingegen schwer fallen. Die ist jetzt nämlich fast schon ein Jahr lang auf Null bzw. Eins. Das ging nicht anders. Denn erstens kann ich die Maske nicht ohne Hilfe anziehen, und dann hsbe ich festgestellt, daß ich mich nach ein paar Minuten mit Maske auf dem Boden liegend wiederfinde. Das interessiert nur keinen. Dann kommt hslt der übliche Kommentar: “Stell dich nicht so an.” Wenn, dann werde ich angesteckt. Verteilen werde ich es jedenfalls nicht.

    Das einzige Problem, das ich am Lockdown sehe, ist, daß er von Anfang an nicht streng genug war. Das läuft immer so halbherzig. Privat müßt ihr euch alle einschränken. Aber beim Busfahren und Arbeiten wird ja keiner krank. Es könnte ja sein, daß irgendeinem Großkonzern 5€ Umsatz entgehen. Furchtbar! *Sofort* im Dezember ’19 die Flughäfen schließen, das wollte auch keiner.

    Zwei Sachen zu Holger:
    1. Du hast also dein Vettrauen in die Politik/Politiker verloren? Willkommen im Club! ☺
    2. Du bist leider nicht immun. Wiederansteckung ist unter gewissen Umständen möglich. Es sei denn, du glaubst, daß die öffentlich-rechtlichen Sender lügen.

    Jetzt muß ich mal irgendwas Dämliches/Lächerliches machen. Sonst knickt bei mir die Psyche wieder ein. Sorry für’s Runterziehen. Aber *eine* Form der Kommunikation brauche selbst ich.

    Antworten
  19. Dave

    Hallo Holgi, hab erst jetzt im Podcast mitbekommen, dass du covid hattest. Zuerst gute Besserung euch beiden. ✌️

    Zum anderen bin ich gerade mal durchgescrollt. Dein CT Wert sagt wohl was von 27. Ich meine von unserer corona Ärztin mitbekommen zu haben, je niedriger der Wert um so Infektiöser. Die meisten unserer Patienten (Rettungsdienst) haben mit schweren Verläufe nen Wert um die 10. Ob das zusammenhängt? Wissen andere hier sicherlixh viel besser. Zum anderen war ich der Annahme, schonmal corona Symptomlos durchgemacht zu haben, weil wir ja täglich mit covid Patienten zu tun habe und einige Situationen überhaupt nicht auf covid schließen ließ… Aber Pustekuchen, mein Blut hat keinerlei Antikörper von dem Zeugs… 🤷‍♂️ Jetzt nach der ersten impfung werde ich sicherlich Antikörper entwickeln. Mal sehen. Und bin irgendwie beruhigt in so einer geilen Zeit zu leben, wo man sowas mal eben entwickeln kann.

    Alles Gute euch, und danke für deine und Tobis Einblicke. ✌️

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  20. sternburg

    Holgi, mich haut um, dass Du erst seit ein paar Wochen im Treppenhaus eine Maske trägst. Ich mache das mehr oder weniger seit Anfang der Pandemie und auch den Sommer über.

    Das ist bitte kein Vorwurf und keine dumme Internet-Schlaumeierei.

    Ich gehöre nur zu den Leuten, dich sich einerseits seit Monaten durchaus konsequent verhalten und anderseits empfinde ich die ganze Zeit Deine Einstellung zur Pandemie als “paranoid” -> in Anführungsstrichen, weil das nur die Relation zu meinem persönlichen Paranoia-Level andeutet. Selbstredend steht mir überhaupt keine Wertung zu und überhaupt hast Du noch ein paar mehr Risikofaktoren aufzubieten als ich (ein oder zwei in dieser Folge erwähnte waren mir sogar neu).

    Und ich war – und bin – massiv verstört, weil es Dich erwischt hat. Wie Du es selber schon sagtest: “Ach Du Scheiße, wenn es den Holgi erwischen kann, dann kann es _jeden_ erwischen!” Das hat mich ernsthaft aus der Bahn geworfen (zumal ich, wie ich schon auf twitter andeutete, aus rein egoistischen Gründen massiv an Deiner Weiter-Existenz interessiert bin; mir ist da sehr, sehr gelegen dran, denn mir würde ohne Dein Schaffen sehr viel fehlen).

    Versteh mich nicht falsch: Ich bin auch weiterhin verstört. Und ich halte Deine Einstellung zur Pandemie auch weiterhin für maximal konsequent und verstehe das auch. Aber die Sache mit dem Treppenhaus… also wie gesagt, ich würde mir nie ein Urteil oder auch nur eine Meinung anmaßen. Aber ich kann nichts dagegen tun, ich bin irritiert.

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    1. holgi Beitragsautor

      Wir sind kein sonderlich großes Haus (8 Parteien) und ich bewege mich berufsbedingt eher antizyklisch durchs Treppenhaus. Auf gut Deutsch: Außer denen direkt gegenüber, begegne ich meinen Nachbarn alle Jubeljahre mal. Darüber habe ich mir anfangs nie wirklich Gedanken gemacht – und als ich dann damit angefangen hatte, hat es auch nix genützt. Passend zum Ort dann doch irgendwie ein schöner Treppenwitz 😉

  21. Martin

    Danke für deinen Krankheits-Bericht. Ich habe “die erste” 😉 Infektion auch schon hinter mir und empfand die psychisch Belastung auch sehr heftig.

    Anderes Thema:
    Warum denkst du, mit einer Viertel-Millionen hast du ausgesorgt ? 250.000/120 Monate = 10 Jahre lang 2083€/Monat – dann ist das Geld weg.

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    1. holgi Beitragsautor

      Mit 250k in Aktien hätte ich jeden Monat nen Tausender in der Tasche. Das ist natürlich keine Rente, aber ich würde ja auch nicht ganz aufhören, zu arbeiten. Für so richtig „ausgesorgt“ bräuchte ich dummerweise fast das Dreifache 😃

    2. Parlatio

      Außerdem habt ihr die Steuer vergessen. Man kann schließlich niemandem das Glück eines Lottogewinns gönnen, sondern muß ihm gleich mal (jaja. nach einem Jahr) was wegnehmen.

      Stichwort: Deutsche Neidkultur 😉

  22. Karsten

    Wow, gut dass es Dir gut geht. Deine Gedanken zur Situation teile ich vollkommen.

    Mal ne Frage an die Community, ich muss etwas ausholen:

    Ich lag letzten März zu Beginn der Pandemie quasi den ganzen Monat daheim flach, alle Symptome von Corona die man sich ausmalen kann. Starker erschöpfender trockender Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, drei Tage Fieber davor und danach noch erhöht, ähnlich Holgi (hab mich zeitweise nicht an Ibu getraut, weil da grad die Hoax-Befürchtung war, Ibu verschlimmere den Verlauf) Geschmacks- und vor allem Geruchsverlust (hab die Kakawindeln meiner Tochter nicht mehr gerochen, ich bin mega geruchsempfindlich normal), ich kam daheim kaum noch die Treppen hoch, wohne im zweiten OG. Mein damals täglicher Arbeitsweg war immer über den Frankfurter Flughafen mit der Bahn, hatte genug Gelegenheit Reiserückkehrer zu treffen.
    Mein Arzt hat mir erst etwa 10 Tage nachdem ich Symptome hatte nach ewigem betteln einen PCR-Termin gemacht. Der Termin dauerte damals weitere 10 Tage Wartezeit = ergo logischerweise negativ. Ein Röntgenbild der Lunge war unauffällig, aber auch recht spät, dabei hatte ich gefühlt ne fette Lungenentzündung (hatte schon zwei oder drei, neige dazu). Ca 2 Monate später Antikörpertest (alle iGx die man sich denken kann): Ebenfalls negativ. Ich weiß bis heute nicht, was ich hatte. Hatte ich Corona und gehöre zu denen, deren Antikörper zu schnell unter die Nachweisgrenze sinken? Hatte ich was anderes? Es macht mich kirre.

    Zur eigentlichen Frage: Weiß jemand, ob es eine sichere Möglichkeit gibt, auch jetzt noch, nochmal genau testen zu können, ob ich Corona hatte? Sprich: Gibt es evtl. Antikörpertests die empfindlicher sind, als der den ich damals gemacht habe? Oder gibt es andere Nachweismöglichkeiten?

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    1. Sandra

      Kurze Antwort: wahrscheinlich nicht; schon gar nicht “sicher” (im Sinne von hinreichend geringe Fehlerquote).

      Lange Antwort:
      Es gibt natürlich noch andere Nachweismöglichkeiten; bspw. kannst du eine aktive Immunantwort simulieren, in dem du die T-Zellen stimulierst und auf Reaktivität testest.
      Allerdings gibt es das AFAIK nicht auf dem freien Markt, sondern wird nur im Rahmen von Studien durchgeführt. Und zum anderen ist auch da noch nicht sicher, ob das länger funktioniert als ein Antikörpernachweis (es gibt einfach nicht genug Daten dafür).

      Ein Dreivierteljahr ist stand jetzt einfach viel zu viel, um False Negatives sinnvoll auszuschließen.

  23. Stephan

    Hallo
    ihr äußert etwas Unverständnis über das Thema USA/Republikaner. In Amerika wählt man sehr häufig Republikaner, weil man immer Republikaner wählt, egal wer da vorne ist. Denn die Demokraten sind linke und wenn die an der Macht sind, dann wir Amerika kommunistisch. Sehr gut erklärt und sieht man das bei der Dokumentation von Ingo Zamperoni. Er hat mit seiner Frau auch einen Podcast (Amerika, wir müssen reden) dazu gemacht. Auch sehr hörenswert.

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  24. Jenni

    Ich hab grad einen anderen Podcast gehört und musste dabei die ganze Zeit an euch denken, quasi ihr beide in jung 😜 (PlapperPub)
    Liebe Grüße von der Sauerteig und Schnapspralinen Angefixte

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  25. Marcel

    Echt jetzt? Amazon ist schlecht aber Wish die alternative? Es gibt sicherlich viel an Amazon zu kritisieren aber Wish? Die die den Planeten mit billigem Plastikmüll fluten? Ich wette das die meisten Produkte von Wish länger mit der Post unterwegs waren wie sie später vom Empfänger benutzt werden.

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