WR962 Frau Diener verreist nach Osteuropa I

 

Andrea Diener ist Reisejournalistin und erzählt mir gelegentlich von ihren Reisen. Diesesmal war sie in Osteuropa unterwegs und hat dermaßen viele Geschichten mitgebracht, dass wir zwei Sendungen über diese Tour machen. Hier ist Teil eins.

Darin: RumänienBukarestHotel TrianonPapanasiTulceaDonaudelta – Moldawien (Bessarabien) – LipowanerSchwanheimer DüneGalatiWeinbau in Moldau – Comrat – GagausienChisinauHotel ChisinauMilestii MiciKloster TipovaPropaganda CafePatisserie Creme de la Creme – TransnistrienBender (Handgemenge) – Cafe Mafia – Kwas – Leica-Blog: Cédric Viollet – unterwegs in Transnistrien

Flickr-Album zur Reise

7 Gedanken zu „WR962 Frau Diener verreist nach Osteuropa I

  1. David

    \o/ Danke für die großartige Folge.
    Da ich in Osteuropa noch viele blinde Flecken habe, habe ich nämlich selber schon mal etwas recherchiert, und wäre auf eine ähnliche Reise gekommen – vielleicht gar dann 3w mit Verlängerung über Minsk (der nächste Diktator-Staat, den man vielleicht nicht besuchen sollte?) und Vilnius, weil ich dort im Gegensatz zu Riga und Tallinn noch nicht war, und ein Flug nur nach Vilnius nun allein auch etwas viel wäre. Oder noch weiter mit Bus und Zug über Warschau nach Berlin mit nur einen Hinflug nach Bukarest für das bessere Öko-Budget ;-).
    Im Gegensatz zum Balkan, daß ich dieses Jahr bereist habe, bzw nochmal im Herbst bereise, gibt es in Osteuropa nämlich noch wirklich Schienen… so zumind. vom Plan her mit Zugverbindungen von 5+h zwischen besagten Städten – wie der Zustand ist, weiß ich natürlich nicht.
    In den Reise-Berichten zu Kosovo wurde ähnlich gewarnt, daß man von Kosovo nie nach Serbien einreisen darf, wenn man _nicht_ vorher von Serbien nach Kosovo gereist ist. Das wird noch immer nicht anerkannt und daran hab ich sofort gedacht, als von der Transnistrischen Grenze genau das angesprochen wurde. Und ich bin auch mal gespannt auf die nächste Einreise nach Serbien, denn ich hab mir am Grenzposten einen Kosovo-Stempel eingefordert, den sie sonst nicht unbedingt vergeben. (Ich wills wissen :D)

    Zurück zum Osteuropa-Trip. Danke für die Nachfrage nach der Alleinreise, denn ich bin mir noch sehr sehr unschlüssig, ob ich das wirklich wagen sollte…. Aber ich reise grundsätzlich allein, eben weil ich andere spleenige Leute lieber aus dem Weg gehen will – und das kann ich dann bei einer geführten Reise von 2 Wochen nicht… Der Balkan ist auch superfreundlich, aber es ist immer irgendwie ein Risiko mit einer Kameraausrüstung von 1-2 dortigen Jahresgehältern herumzureisen, oder ob es dann doch leicht “ZappZarap” heißt…. vielleicht ist das aber auch einfach mehr Unterstellung als Wirklichkeit.

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  2. sternburg

    Sheriff Tiraspol kennt der geneigte Fußball-Fan von diversen Europapokal-Begegnungen. Gerade jetzt steht der Verein in der zweiten Runde der Qualifikation zur UEFA Champions League. Dass niemand mit denen spielen will kann also so nicht stimmen.

    Ansonsten eine – wie immer mit Frau Diener – ganz bezaubernde Folge. Sehr unterhaltsam, jede Menge Erkenntnis und interessante Einblicke und äußerst unterhaltsam.

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  3. joszef

    Superfolge, danke! Bin megagespannt auf die Fortsetzung, gerade letzten Sommer bin ich ein paar Wochen in Odessa zum Russischlernen gewesen – über Chisinau, wo ich aber nur ein paar Tage war.

    Das mit den bröckelnden Rändern Europa trifft es leider ganz gut. Nicht nur krass, dass keine 500 Meter vom Parlament entfernt ganze Gebäude halb demontiert aussehen (Balkengerüst ganz ohne Wände mit random Leuten, die die baustellartige Fläche erkunden…) und sonst Vieles tatsächlich auseinanderzubröckeln scheint – was da so fährt scheint entweder ausrangierte Ware aus dem Westen der 80/90er Jahre zu sein oder sich seit den 50ern vor sich hin durchzuwursteln (gerade die S-Bahn!). Portugiesische 90er Jahre (Schul)busse die man als Südeuropäer aus der Kindheit so kennt, einheimische Typen mittleren Alters die mit Abi-Dortmund-’97-T-Shirts rumlaufen, die retrofuturtischen Mosaiken in den extrem heruntergekommenen Straßenunterführungen, die ganzen im Beitrag besprochenen Statuen, singulären Gebäuden… Das alles kommt einem wie eine wahllos zusammengewürfelte, ver-rückte Stadt vor, wie eine Parodie der Alte-Kaiser-Stadt aus der Unendlichen Geschichte.

    Der Frischkäse/Milchprodukten-Markt (heißt das so im Deutschen?) war wie aus der Zeit gefallen, kann ich nur weiterempfehlen! Der liegt glaube ich mitten im bzw. neben dem zentralen Gemüsemarkt, das Treiben der Straßenverkäufer:innen dort ist unglaublich, generell gibt es auf jeder zweiten Straßenecke irgendeine Stände, sei es eine Kwasbude oder Maiskolbentürme, Beeren, Wassermelonen… mit ein paar Mütterchen die dahinter rumhocken. Dass man von der Rente überhaupt nicht über die Runden kommt merkt man auch auf der Stelle.

    Ohne jetzt keine Putinversteher-Trollerei anzetteln zu wollen: das Armenhaus und Armutszeugnis Europas würde ich sagen, und da meine ich der EU, die im Tauziehen gegen Russland die ganze Gegend weiter auseinanderreißt (Entweder/Oder-Politik à la Ukraineabkommen mit einem krassen Frontstaatgedanke) anstatt ernsthaft an einer Art Pufferzone zu arbeiten, in der so etwas wie ein Miteinander EU-Russland stattfinden könnte (Sicherheitskonzepte die auf Kooperation setzen, eine wirtschaftliche Sonderzone mit freiem Handel beiderseits, sei es nur zum Teil…?). Aber als Hinterhof und Arbeitsreservoir eingerichtet scheint der EU der heutige Zustand am Rande ihrer Einflusssphäre leider ganz gut in den Kram zu passen. Es ist echt katastrophal, und andere Randländer wie Griechenland scheinen gewaltig in diese Richtung gegangen zu sein.

    PS: Wow, sorry für das Geschwafel, kann echt gelöscht werden sollte es allzu unpassend sein.
    PSS. Wenn man Kwas mag – holt euch das Zeug von irgendeinem Kloster, ganz geil – das Gebäck sowieso!

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  4. Dominik

    Ihr lieben! Das war eine schöne Folge. Besonders als Verkürzung für eine Russlandreise.
    Wie es der Zufall will, habe ich zwei Tage nach dem ich von der sowjetischen Liebe zur Blautanne erfahren habe, den Kreml besucht. Und was sieht man da? Alles voll mit Blautannen! Und hinter dem Grab von Stalin? Eine Blautanne!
    Wäre echt spannend zu wissen, warum. Kurzes googlen führte zu nichts sinnvollem…

    Hier der Bilderbeweis:
    https://imgur.com/a/rahLvha

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  5. Clemens

    Meine Erfahrung mit »Weltreisenden« im Bekanntenkreis zeigt eigentlich eher, dass die meistens dämlicher zurückkommen, als sie fortflogen. Könnte an der kosmischen Strahlung liegen. Vielleicht aber auch an der kolonialistisch geprägten Arroganz dieser »Individual«-Touristen …

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  6. knut

    An den Blautannen ist nix geheimnisvolles.
    Es ist eben üblich, Denkmäler, die nicht zentral stehen, mit kontrastschaffenden Gedöns zu umrahmen.
    Das sieht halt besser aus, wie jeder Fotograf eigentlich wissen sollte.
    Und wenn man nicht gerade darauf fixiert ist, Blautannen zu finden, stellt man schnell fest, dass für diesen Zweck auch alles mögliche andere Gewächs verwendet wird, je nach dem, wie man das Denkmal am besten in Szene setzen kann.
    Ganz pragmatische Erwägungen wie Pflege etc spielen dabei natürlich auch eine Rolle.

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