WR818 Die Staatsgründung Israels

 

Dieser Tage feiert Israel sein 75-jähriges Bestehen. Matthias von Hellfeld erzählt.

WR538: Das Sykes-Picot-Abkommen

Die ZEIT: Wie Herr Ruppin ein Land erbaute

Die passende Ausgabe „Eine Stunde History“ läuft am 14.5.2018 auf DLFnova.

7 Gedanken zu „WR818 Die Staatsgründung Israels

  1. Knut

    Da scheint wohl etwas durcheinander gegangen zu sein (ab 5:18): Das griechische Weltreich wurde nach den Punischen Kriegen ins Imperium Romanum eingegliedert?
    Ich war immer der Ansicht, die Punischen Kriege waren die Schlägerei zwischen Rom und Karthago, wobei letztere nach dem dritten Durchgang nur zweiter Sieger wurden und die so Pi mal Daumen runde 200 Jahre vor dem jüdischen Krieg endeten*. Da scheint mir etwas viel Zeit zwischen den Ereignissen zu liegen, oder gibts dafür eine andere Erklärung?

    *Punische Kriege 264 bis 146 v.Chr.

    Eroberung von Jerusalem 70 n.Chr.
    Eroberung von Masada 73 n.Chr.

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    1. Norbert

      An der Stelle bin ich auch gestolpert. Zumal das einzige griechische Weltreich das kurzlebige Alexanderreich war. Das seit dem Makkabäeraufstand wieder unabhängige Israel wurde vielmehr im Zusammenhang mit dem Untergang der letzten Nachfolgestaaten dieses Reiches (Diadochenreiche) im 1.Jh. v. Chr. Teil Roms.

      (Die von Dir erwähnte Eroberung von Jerusalem bzw. Masada ist Teil eines als „Jüdischer Krieg“ bekannten Aufstandes gegen die römische Herrschaft.)

  2. Jonathan

    Erstmal danke für die insgesamt sehr solide Folge. Eine relevante ungenauigkeit ist mir dann aber doch aufgefallen. Ihr erwähnt, fast nebenbei, dass der Israelische Sieg im Unabhängigkeitskrieg nur durch internationel Unterstützung möglich wurde. Das gegenteil ist wahr. Israel wurde der legale Import von Waffen durch ein US und später UN Embargo unmöglich gemacht während die arabischen Armeen (insbesondere die von Jordanien und Ägypten) fast komplett von den Britten ausgerüstet wurden. Die Arab Legion (die reguläre jordanische Armee) wurde von britischen Offizieren ausgebildet, mit schweren Waffen ausgerüstet und vom brittischen Lieutenant-General John Bagot Glubb kommandiert. Glubb führte die jordanischen Truppen während der Eroberung Ost-Jerusalems und der Besatzung der West-Bank. Für seine Leistungen im Feldzug gegen den jüdischen Staat wurde ehr von er mehrfach ausgezeichnet. Für Egypten flogen während es Krieges Piloten der brittischen RAF in britschen Flugzeugen. Vier von ihnen wurden 1949 von Israel abgeschossen. Während das Vereinigte Königreich also aktiv den Angriffskrieg gegen Israel förderten gaben sich die US größte mühe Israel nicht zu Unterstützen. Das 1947 erlassen US-Embargo gegen die gesamte Region sollte auch selbst Privatleute von der Unterstüztung der Konfliktparteien abhalten. Der amerikanische Geschäftsmann Al Schwimmer war maßgeblich am Schmuggel Osteuropäischer Jagdflugzeuge nach Israel beteiligt und rekrutierte in den USA freiwillige Piloten für die neu gegründete Israelische Luftwaffe. Dafür wurde er in den USA zu einer hohen Geldstrafe verurteilt und seine Veteranen Rente wurde ihm aberkannt. Er wurde erst 2001 von President Clinton begnadigt.

    Warum diese kleine ungenauigkeit trotzdem relevant ist? Westliche Linke und Palästinenser stellen Israel immer wieder als westliches Kolonialprojekt dar. Als nur einen weiteren Versuch des Westens macht über den Nahen Osten auszuüben. Israels Geschichte zeigt dabei genau das gegenteil. Seine Unabhängigkeit wurde nicht durch die alten Kolonialmächte ermöglicht sondern gegen eben diese durchgesetzt.

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    1. Tarifkenner

      Ich stimme Jonathan zu. In den Jahren um Israels Staatsgründung war die Sowjetunion der treuere verbündete Israels, so dass viele Waffen von ihr oder mit ihr verbündeten Staaten an Israel geliefert wurden. Die Sowjetunion rechnete damit, dass das neu gegründete Israel mindestens sozialistisch, wenn nicht sogar kommunistisch verfasst wäre, und damit ihr Vorposten im nahen Osten sein würde.

  3. Till

    Mein Kompliment. Eine sehr gut vorbereitete, ins Detail gehende Sendung.

    Ich möchte hier ein Projekt empfehlen das mir einen tiefen Einblick in den aktuellen Konflikt gegeben hat.
    Ein korpulenter, schwuler, atheitischer Jude geht durch die Straßen Israels und Palästinas und stellt Passanten Fragen die ihm aus dem Internet zugetragen worden. Dabei geht er mustergültig objektiv vor, jeder Interviewte wird gezeigt (selbst wenn er die Antwort verweigert), es wird nicht geschnitten, jeder darf in seiner Sprache antworten.
    Sein Kanal: https://www.youtube.com/user/coreygilshuster
    Ein kurzes Portait: https://www.youtube.com/watch?v=nNuz725vNb0
    Lustiger Weise erinnert er mich oft an Holger. Da ist nicht nur die offentsichtlich optische Ähnlichkeit, sonder besonders rethorisch und in der Haltung sehe ich viel Ähnlichkeit.

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