WR805 Gibraltar

 

Gibraltar hängt an Spanien, ist aber seit 300 Jahren britisch – und wird damit zum Brexit-Thema. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe „Eine Stunde History“ läuft am 9.4.2018 auf DLFnova.

7 Gedanken zu „WR805 Gibraltar

  1. njorg

    Ich vermute mal, dass ein Unabhängigkeitsreferendum oder ein Versuch, sich Spanien einzugliedern, auch von der spanischen Regierung bekämpft werden würde. Schließlich wollen die jeden Präzedenzfall verhindern, der den Katalanen noch mehr Aufwind geben könnte.

    Und von diesem Joseph hab ich auch noch nie was gehört. Doch kommt doch bestimmt aus Bielefeld!

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    1. Tarifkenner

      @njorg: Die spanische Regierung würde sich dem Versuch Gibraltars, wieder spanisch zu werden, keineswegs widersetzen. Die Spanier haben auch schon recht offen kommuniziert, dass sie das begrüßen würden. Ein spanischer Politiker (dessen Namen ich vergessen habe und im Internet nicht wiedergefunden habe; ich kann nur vermuten, dass er der Regierung angehört) hat mit Verweis auf den Vertrag von Utrecht allerdings bestritten, dass die Unabhängigkeit Gibraltars eine Option sei. Angeblich ergebe sich aus dem Vertrag von Utrecht, dass wenn Großbritannien die Hoheitsgewalt über Gibraltar aufgebe, Gibraltar ohne weiteres an Spanien zurückfalle. Ob er damit Recht hat, weiß ich nicht,

  2. Tarifkenner

    Vielen Dank für die schöne Sendung.
    Zwei kleine Anmerkungen: M.v. Hellfeldt führt als Grund für das besondere Interesse der Briten an Gibraltar an, dass diese ein weltumspannendes Netz unterhielten, um ihre Schiffe überall mit Kohle versorgen zu können. Dampfschiffe gab es 1713 nur als Prototypen. In der Seefahrt begannen sie sich erst Ende des 18. Jahrhunderts durchzusetzen.
    Kurz darauf sagt MvH, gerade der Dreiklang aus Gibraltar, Menorca und Malta sei für die Briten entscheidend gewesen. Malta besaßen die Briten aber erst seit 1800; offiziell wurde sogar erst 1814 britische Kronkolonie. Menorca verloren die Briten schon 1756, 1782 und endgültig 1802. Über den Dreiklang aus Gibraltar, Menorca und Malta verfügten die Briten also nur von 1800 bis 1802. Und damals schien er ihnen nicht so schrecklich viel zu bedeuten, denn gerade 1802 planten sie, Malta an den Johanniterorden zurückzugeben.

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  3. Tarifkenner

    Joseph II., Sohn Maria Theresias, muss man unbedingt kennen. Er war DER österreichische Vertreter des aufgeklärten Absolutismus, also gewissermaßen der „alte Fritz“ Österreichs. Seinetwegen siedelte Mozart aus dem Fürsterzbistum Salzburg, das zum bayerischen Reichskreis gehörte, nach Wien, wo der Kaiser ihn mit der Komposition einiger Opern beauftragte. Ohne Joseph II. könnten die Österreicher also mit noch geringerem Recht Mozart als den ihren bezeichnen.
    Schöner Schülerwitz zu Joseph II: Joseph II. schaffte die Folter ab und führte die allgemeine Schulpflicht ein. Zwei Fragen: Was geschah mit den vielen Folterknechten? Woher kamen plötzlich all die Lehrer?
    (Beide Reformen geschahen zu einer Zeit als Joseph in Österreich Mitregent seiner Mutter Theresia war. Man kann also auch diese als Reformerin angeben, vermutlich war aber eher Joseph II. die treibende Kraft.

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