WR799 Die europäische Republik

 

Ulrike Guérot ist Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems und Gründerin des European Democracy Lab.

Sie hat zusammen mit Robert Menasse ein Manifest für die europäische Republik veröffentlicht und ist Autorin der Bücher „Warum Europa eine Republik werden muss„* und „Das offene Europa und seine Feinde„*

Darin: Vereinigte Staaten von Europa – Jean Monnet – Das MAYA-Prinzip – Die Nordstream-Pipeline – Das Normandie-Format – Eugene Ionesco: „Amédée ou comment s’en débarrasser“ (Amedee oder wie wird man ihn los) – Theodor W. AdornoAntonio Gramsci – Stefan Zweig – Die römischen Verträge – Der Maastrichter VertragGWF Hegels Weltgeist – Olaf Scholz in der SZ – Sebastian Dullien Eine Arbeitslosenversicherung für die Eurozone (pdf) – Laszlo Andor – Walter Hallstein – Leopold Kohr – Denis de RougementAlexandre Marc (Integraler Föderalismus)- Albert Camus – Richard Coudenhove-Kalergi – Yanis Varoufakis (DiEM25) – Macrons Transnationale Liste – Francois Mitterand – Jacques Delors – Frontex – Deutsche Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion – Ernest Renan – Benedict Anderson (Imaginated Communities) – Fichtes Reden an die Deutsche Nation – Julien Benda – Harald Welzer (Futurzwei, in Wrint 780) – Sematisches Differential – Jakobinermützen – Europa-Saga – AmazonenThraker – Marsch auf die Bastille – Thomas Hobbes: Leviathan – Philipp Scheidemann

Literatur:
Guerot: „Warum Europa eine Republik werden muss„*
Guerot: „Das offene Europa und seine Feinde„*
Brunnermeyer, Landau, James: Euro: Der Kampf der Wirtschaftskulturen*
Enders: Darm mit Charme*
Mauss: Die Nation oder Der Sinn fürs Soziale*
Anderson:  Die Erfindung der Nation*
Benda:  Discours a la Nation Europeenne*
Petersen: Ein Ortskonvent für Europa*

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33 Gedanken zu „WR799 Die europäische Republik

  1. Butti

    Wow. Ich wünschte mir *eine/n* deutsche/n Politiker/in, der/die die europäische Idee so offensiv und überzeugend vertritt.

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    1. kcl

      Partei der Humanisten zur Europawahl 2019 unterstützen 🙂
      (Ansonsten stimme ich Ihnen zu: Auch Politiker der ‚großen‘
      Parteien könnten und sollten die europäische Idee abseits von
      Technokratisierung und Wirtschaftsunion vertreten.
      Macht aber keiner.)

  2. Malte

    Spannendes Thema, danke dafür. Leider fällt es mir ein wenig schwer, Frau Guérot zu folgen, weil sie echt viel Tempo macht.

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  3. Thembi

    Moin Holger,

    ich wollte mal ein Lob da lassen. Da ist dir ein wirklich schöner Cast gelungen. Ich könnte der Frau Guérot noch ewig zuhören. Sehr interessant was sie zu sagen hat.

    Besten Dank,
    Thembi

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  4. Florian

    Das war ein sehr spannendes und inspirierendes Gespräch, vielen Dank! Ich hab auch gleich mal den European Democracy Lab e.V. bei smile.amazon.de als Zielorganisation ausgewählt.

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  5. Michael

    WRINT haut einen durch Episoden wie dieser hier immer mal wieder aus den Socken, so wie es neulich bereits mit WR786 „Verwaltungsrecht und Umwelt“ geschehen ist. Ich nehme daraus unmittelbar mit, mir den 9. November 2018 im Kalender anstreichen.

    Zwei Gedanken ins Unreine geschrieben:
    1. Der Brexit erscheint als rein staatliches Projekt, nachdem eine Elite den singulären Punkt des Referendums zum Kern ihrer Legitimation aufbläst und in der Folge nur unsystematisch mit „Brexit means Brexit“ zu argumentieren vermag. Damit verändert sich die Verfasstheit des Staates UK grundlegend, nimmt aber grob die Hälfte der BürgerInnen gar nicht mit. (zu möglichen Folgen siehe Tweets heute von Alexander Clarkson, https://twitter.com/APHClarkson/status/978168507115425794)

    Daher braucht es im Prinzip ein Angebot auf einer anderen Ebene, um das Problem zu lösen. Es bräuchte ein Angebot direkt an die Bürger, an Europa teilzunehmen. Das äußert sich in seiner Wirkung dann einererseits in persönlicher Freiheit-Zu (zu Bewegung im Raum und in Gesellschaft, zu Ansatz von Selbstverwirklichung im Maslow’schen Sinne), aber auch in Freiheit-Von (von materieller und sozioökonomischer Unsicherheit, auch von Verlust des Zugehörigkeitsgefühls, also auf den fundamentalen Stufen der Bedürfnispyramide). Die Freiheit-Von kann dabei auch Freiheit von den Zumutungen der Moderne bedeuten, etwa sich für wirtschaftiche und soziale Teilhabe aus dem Dorf in die Stadt bewegen zu müssen. Das Stichwort BGE sei wie stets genannt.

    2. Holger, meine ganz große Bitte an Dich lautet, dass Du mal das Gespräch mit Prof. Johannes Heinrichs zum Thema Europa und Demokratie suchst. Der wohnte früher in Berlin, ist jetzt aber offenbar zurück im Rheinland. Es gibt ein paar talking-heads-mäßige Gespräche mit ihm auf YouTube, bei denen meist der Ton grottenschlecht ist, so dass auch der Inhalt darunter leidet.

    Er hat diverse Bücher aus sehr grundsätzlich philosophischer Perspektive zum Thema Demokratietheorie und europäischer Frage veröffentlicht, auch zum systematischen Überwindung des Primats der Ökonomie über das Gesellschaftliche. Er differenziert in seiner Demokratietheorie vier Ebenen der sozialen Reflexion, die seiner Auffassung nach auch ihre Abbildung in den Institutionen finden sollen und müssen. Das Kulturelle, die Identität ‒ um deren Verlust die Rechten so fürchten ‒ ist dabei als dritte Ebene explizit mitgedacht und integriert. Aller gesellschaftlicher Austausch findet zwischen Subjekten statt, steht dabei in Sinnzusammenhang miteinander, und findet idealerweise wohlbegründet aufeinander bezogen statt, aber zugleich im Sinne der Moderne nach Funktionen getrennt und daher in dem jeweiligen Bereich fokussiert und insofern möglichst effektiv gestaltbar.

    Das wäre vielleicht ein unmittelbarer Anknüpfungspunkt an dieses Gespräch mit Frau Guérot: Wie kann nach wirtschaftlich-monetärer Einheit die soziale Einigung gedacht und gestaltet werden, obwohl sie vordergründig (!) nicht profitabel erscheint.

    Siehe
    https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heinrichs_(Philosoph)#Umbau_der_Demokratie
    http://www.johannesheinrichs.de/Grundgedanken.43740.html (dort auch Impressum etc.)

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  6. Christian1313

    Danke eine interessante Folge, mit vielen Ideen.

    Ein Punkt ist mir jedoch aufgefallen den ich nicht ganz glaube. Mehrfach wurde erwähnt das über 80% der europäischen/deutschen Bevölkerung für eine EU-Arbeitslosenversicherung wären. Ich würde das bezweifeln, da es nie eine breiten politischen Diskurs darüber gab. Selbst ich weis noch nicht mal wie eine solche Versicherung funktionieren sollte. Da kann ich zur Zeit noch nicht mal sagen ob ich dafür oder dagegen bin.

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    1. Venyo

      Verstehe ich nicht. Man kann doch auf ohne breite Debatte und ohne konkrete Infos schon mal ein Meinungsbild einholen „Befürworten sie prinzipiell die Einführung einer europäischen Arbeitslosenversicherung? ja/nein/vielleicht“.

      Natürlich ist das dann eine sehr unkonkrete Aussage, aber das kann vorab ja trotzdem schon mal eine hilfreiche Information sein.

    2. Tarifkenner

      Ich teile die Zweifel von Christian1313. Wenn nach einer europäischen Arbeitslosenversicherung gefragt wird, ohne dass irgendwelche Eckdaten genannt werden, kann eigentlich kein vernünftiger Mensch dafür sein. In der verlinkten Studie „Sebastian Dullien, Eine Arbeitslosenversicherung für die Eurozone“ finden sich auf Seite 27 übrigens ganz andere Zahlen: Danach wollen 28 % der Deutschen und 25% der Europäer eine stärkere Rolle Europas in Fragen der sozialen Sicherung.

    3. Donngal

      „kann eigentlich kein vernünftiger Mensch dafür sein“

      Doch, ich denke schon. Ich bin erstmal generell dafür, über die genaue Ausgestaltung können wir ja diskutieren, aber das diese Versicherung erstmal grundsätzlich ne gute Idee ist kann ich auch als vernünftiger Mensch meinen.

    4. Venyo

      Ich hab noch mal reingehört und an einer Stelle heißt es sinngemäß, dass 78% der Europäer nichts gegen eine EU-Arbeitslosenversicherung hätten. Vielleicht sind die 78% also nicht nur diejenigen, die dafür gestimmt haben, sondern auch alle mit unentschieden/neutral. Das klingt für mich deutlich realistischer und aus Sicht eines Befürworters kann so eine Zählweise ja Sinn machen.

      Dazu kommt ja, dass sich vermutlich die ärmeren Länder erhoffen, dass sie am Ende mehr rausbekommen, weil sie von der Solidarität der reichen profitieren.

  7. Martino

    Die Idee finde ich auf jeden Fall toll.
    Mir sind beim Hören einige Probleme (oder „Arbeitspakete“) in den Sinn gekommen. Vor allem das folgende:

    In welcher Sprache diskutieren wir eigentlich diese europäischen Steuer- und Sozialgesetze?
    Und zwar ohne, dass dabei Kultur verloren geht und große Teile der Bevölkerung vom Diskurs ausgeschlossen werden?
    Wir haben ja gerade erst gelernt, wie gefährlich personalisierter Medienzugang für politische Prozesse ist.

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  8. Pascal

    Wow…
    Das war umwerfend interessant. Du hast im Moment so viel Gutes raus. Nicht dass es sonst schlecht wäre, aber die Themenvielfalt und die Mischung aus Unterhaltung, Nachdenklichkeit und Information ist gerade grossartig!

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    1. holgi Beitragsautor

      Danke 🙂

      Aber ehrlich gesagt, ist das gerade mehr Glück als Verstand 😉

  9. eve

    Hallo Holger, der Podcast ist klasse! Frau Guérot überzeugt total und es ist so erfrischend. Es hört sich an wie der Anfang einer Geschichte, auf die wir alle gewartet haben. Danach am besten alles noch auf die komplette Welt übertragen, aber das dauert wohl noch ein Weilchen.

    Und nun noch ein paar Worte zu dir, bitte nicht falsch verstehen. Es ist doch total gut, dass du nicht der typische „alte weiße Mann“ bist und wahrscheinlich hast du einfach eine andere Idee vom Zusammenleben der Menschen. Du hast das schon mal in einer anderen Sendung klar gemacht und wunderst dich nun wieder warum du so bist…und ich muss sagen, ich kann das nicht mehr hören. Es fühlt sich ein wenig an als möchtest du wenigstens gelobt werden, dass du trotz deiner Privilegien für Gleichberechtigung bist und keine Verluste fürchtest etc. Ja, toll, geil, mehr von deiner Sorte – das sollte endlich Standard werden, dann sind wir angekommen.

    Vielen Dank für deine tollen Podcasts!!!

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    1. holgi Beitragsautor

      Nee, fishing for compliments sieht bei mir anders aus. Ich habe die Hoffnung, irgendwann mal rauszufinden, was man machen muss, welche Haltung man einnehmen muss, um nicht vor lauter Kastrationsangst das Internet vollzupöbeln. Vielleicht muss ich das irgendwann mal breiter auswalzen, denn wenn ich meine Entwicklung betrachte, sehe ich eine Psycho-Biographie die genauso gut zu einem Menschen hätte führen können, der sich aufführt wie Matussek.

  10. Simi

    Danke für den Podcast. Ich halte denn Diskurs immer noch für etwas elitär. Die europäische Republik muss vor allem auch ein Projekt für die prekäre Unter- und Mittelschicht sein. Nicht nur in den mitteleuropäischen Zentren sondern auch z.B. in Bulgarien und Rumänien. Die Ausrichtung der hier vorgestellten Republik leistet das noch nicht. Die Beispiele sprechen Bände. DIEM25 hat dafür wenigsten konkrete Vorschläge, statt einer formal-juristische Idee für eine europäischen Republik. Das ist bist jetzt natürlich auch ein Akademiker-Verein.

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    1. holgi Beitragsautor

      Jau, dachach hatte ich ja auch gefragt. Man muss sowas halt irgendwann mal im Elfenbeinturm zusammendenken – und dann konkrete Schritte und Argumente ableiten, die alle Menschen verstehen können. Da finde ich das Beispiel mit der Arbeitslosenversicherung schon ziemlich gut. „Egal, wo Du bist, Du bekommst immer 750,- Euro zum Leben und fürs Dach über dem Kopf ist die Kommune zuständig“ sollte auch der letzte verstehen können.

  11. Tilo

    Sehr schöner und interessanter Podcast, der mir sehr viel gebracht hat.
    Ich fürchte aber, sie sieht die Zustimmung für Europa zu positiv, wenn ich da so die Meinungen in meinem Lebensumfeld höre…

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  12. Wolfram

    Frau Guérot agiert auf einem intellektuellen Niveau, das -zumindest meinem Eindruck nach- auch Holgi zeitweise Probleme bereitet hat 😉

    Und genau an diesem Punkt setzt meine Kritik an. Wir, und da schließe ich mich durchaus ein, haben ganz tolle Ideen wie sich Europa und die Gesellschaft entwickeln sollte. Leider vergessen wir dabei anscheinend einen Großteil der Bevölkerungen mitzunehmen. Die Spaltung der Gesellschaft war auch Thema in dem Gespräch. Darüber sollten wir uns Sorgen machen. Was nützt uns eine Europäische Republik, wenn am Ende ein Bürgerkrieg steht, weil die Hälfte der Bevölkerung unterwegs verloren gegangen ist?

    Hat jemand dazu eine Idee? Ich derzeit nicht.

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    1. Venyo

      Ich finde gerade der Vorschlag von Frau Guérot beseitigt doch viele Kritikpunkte an der Stelle.

      1. „Ein Markt, eine Währung, eine Demokratie“ versteht auch der Stammtisch oder meine Mutter.
      2. Stammtisch-Kritik „Die da oben in Brüssel!!!!!“: Brüssel ist sehr weit weg. Nicht geographisch, sondern auch, weil es über mehrere Ebenen geht (Region, Bundesland, Staat, EU). Wenn man von der Region direkt zur EU kommt ist es näher. Vielleicht fährt der Allgäuer dann auch einfach nach München und hat dann dort eine EU-Vertretung. Außerdem sind „die da oben!!“ dann demokratisch gewählt. Heute ist der Einfluss doch extrem indirekt, weil das Parlament nicht wirklich demokratisch gewählt wird (eine Luxemburger Stimme zählt mehr als eine Deutsche) und der Rat nur sehr indirekt gewählt wird.
      3. Stammtisch-Kritik „Warum sollen wir für die Griechen zahlen? Die zahlen doch weniger Steuern und gehen früher in Rente als wir!!!!“: Stimmt dann nicht mehr. Die Griechen zahlen gleich viel und bekommen gleich viel raus. Es zahlen außerdem nicht „die Deutschen“ für „die Griechen“, sondern das wohlhabende Amsterdam zahlt für das arme Allgäu und das reiche München für das arme Umbrien.
      4. Stammtisch-Kritik aus dem Ostblock: „Wir sind EU-Bürger 2. Klasse. Deutschland&Frankreich machen doch eh was sie wollen“. Fällt auch weg. Jeder Bürger hat gleich viel Einfluss („One man, one vote!“). Die Deutschen können nicht mehr „primus inter pares“ sein und genau das spaltet doch aktuell Europa.

      Insgesamt führt der Vorschlag aus meiner Sicht zu mehr Demokratie und mehr Gleichheit. Das müsste die Menschen eher zusammen bringen denn spalten.

  13. Michael

    Ich hab immer so über den Spruch „ohne Theorie keine Revolution“ gelacht – nachdem ich die Folge gehört hab muss ich das überdenken. Da kam zwar schon auch was vor, was ich mir selber irgendwie diffus schon gedacht hatte („der Rat, das ist doch scheisse, der muss weg, und die Probleme von Schotten, Katalanen, Korsen usw könnte man doch schön lösen wenn man die Staaten wegwirft und die Regionen die EU bilden“), aber es ist doch was ganz andres, wenn das jemand sauber ausformuliert und auf ein Fundament stellt.

    Whoa, Gehirn durchgeblasen und so.

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  14. Erwin

    Hallo Venyo,
    Guter Post, aber so arm ist das Allgäu auch wieder nicht. Maschinenbau-Technisch ist hier schwer was los.
    Schöne Grüße aus dem Ostallgäu, 🙂
    @Holgi! Ich schließe mich an. Ein neues Juwel in unserer Podcastsammlung!

    Erwin

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  15. Andreas

    https://aufwachen-podcast.de/2017/10/03/a239-neuropa/

    Ich will die Stimmung nicht verderben aber man kann es auch anders sehen.
    Die Frau hat eine unheimlich angenehme Stimme gepaart mit einer Ausdruckskraft und einem fehlerlosen Redefluss wie ich ihn seltenst erleben darf.
    Die Form sollte aber nie über den Inhalt siegen und inhaltlich kommt für mich, ehrlich gesagt, nicht viel rum dabei.

    An der Stelle,an der sie nicht mehr zu Botschaftsempfängen eingeladen wird,dafür aber in experimentelle Theater, driftet mir das schon fast ins esoterische ab.
    Vielleicht sollte sie sich da mal etwas kritischer hinterfragen warum ihr Konzept in den entscheidungsträchtigen Kreisen nicht auf die gewünschte Anerkennung stößt.

    Für Akademiker abends bei Rotwein ein sehr schönes Gedankenspiel aber mit der Realität hat es meines Erachtens nicht viel zu tun.

    Trotzdem war das eine tolle Folge und sie liefert natürlich auch gute Denkansätze.

    Antworten
    1. Venyo

      Klar gibt es inhaltlich jede Menge was man kritisieren kann, aber „esoterisch“, wirklich?

      Die Geschichte zeigt doch immer wieder, dass es eine starke Wechselwirkung zwischen Kunst und Politik gibt und das diese Wechselwirkungen selten direkter kausaler Art sind. Das hat aber wenig mit Esoterik zu tun.

      „Vielleicht sollte sie sich da mal etwas kritischer hinterfragen warum ihr Konzept in den entscheidungsträchtigen Kreisen nicht auf die gewünschte Anerkennung stößt.“

      Hast du überhaupt richtig zugehört? Sie erzählt doch lang und breit, dass sie mittlerweile doch wieder eingeladen wird. Und sie nennt auch ihre Vermutung für den Grund: Weil ihren Ideen eine Debatte angestoßen haben, die man in solchen Kreisen nicht mehr komplett ignorieren kann. Wo ist da jetzt bitte die Esoterik?

      „Für Akademiker abends bei Rotwein ein sehr schönes Gedankenspiel aber mit der Realität hat es meines Erachtens nicht viel zu tun.“

      Ich finde ja das ist eine legitime und vernünftige Kritik. Aber genau das fragt doch Holgi auch am Anfang der Sendung und Frau Guerot erklärt sauber und verständlich weshalb sie sich nicht um eine konkrete Realisierung kümmert. Nochmal: Hast du überhaupt den Podcast angehört? Natürlich kann man ihrer Argumentation nicht für überzeugend halten, aber dann muss man eben Gegenargumente bringen….

      Sorry, wenn ich mich gerade etwas aufrege. Ich hätte es total schön gefunden, wenn du eine substanzielle Kritik an ihren Ideen gepostet hättest. Potenzial für Kritik gibt es ja genug. Aber Sachen die im Podcast schon entkräftet wurden und ein merkwürdige Esoterikvorwurf!?!?

  16. mario

    Hallo,

    meine Gedanken zum Gespräch:
    Der Wahl-O-Mat und die Inlands-Einsätze der Bundeswehr:
    Hat das denn überhaupt jeder Bürger/Benutzer so verstanden, wie das auch
    gemeint ist? Ich dachte da zuerst an Hilfs- / Katastropheneinsätze.
    Denn die Bundeswehr hat ja einiges an (Pionier-)Technik.
    An einen Staatsstreich habe ich nicht gedacht.

    Bei 1:02:08: Aussage: Volkswirte können zwischen Wert und Preis nicht unterscheiden.
    Wirklich? Ich dachte eher, das trifft auf Betriebswirte zu.

    Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen der EU (aktueller Ist-Zustand)
    und den vereinigten Staaten von Europa?
    Ich sehe da eigentlich keinen. Kann aber sein, dass ich wissenslückenbedingt blind bin.
    Vermutlich geht es aber – gerade wenn man auf der Straße fragt – nicht nur mir so.
    Da wird dann schnell etwas geantwortet, ohne die Frage wirklich verstanden zu haben.

    Mir als Nichtakademiker ist auch nach dem Interview nicht klar, ob ich für oder gegen die EU oder eine Republik Europa sein soll. Ich habe zwar einige soziopolitische Aspekte erklärt bekommen, jedoch hat
    mir noch keiner gesagt, warum das auch gesamtgesellschaftlich, politisch und finanziell funktionieren kann. Zumindest nicht so, dass ich das selber verargumentieren kann und nicht irgend jemanden vertrauen muss, dass das so schon funktionieren wird.

    Vielen Dank und viele Grüße!

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  17. Florian

    Dass Deutschland in Lybien nicht eingegriffen hat, war einer der wenigen Aktionen der Bundesregierung auf die man stolz sein konnte. Dies als Kritik vorzubringen zeigt welchen Geistes Kind Frau Guerot ist. Auch die Idee die Nationalstaaten zugunsten der Regionen zu schwächen oder aufzulösen erscheint nur auf den ersten Blick plausibel. Dadurch verschiebt sich die Balance der Macht zugunsten der EU, da die Regionen dann soviel Gewicht haben wie heute Zypern. Das Projekt EU würde dadurch noch unbeliebter und auf lange Sicht undemokratischer.

    Antworten
  18. ikke

    „Ein Markt, eine Währung, (and last but least) eine Demokratie“

    Die Reihenfolge sagt schon einiges aus. Und wie T. Brandt mal so schön gesagt hat: „Im Grunde genommen bedeutet Demokratie grundsätzlich ersteinmal nur eines: freie Wahlen.“

    Klingt für mich ein bisschen so: Unser Angebot an die Leute? Konkurrenzkampf, Geld und die Wahl der Qual.

    Antworten

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