WR723a „Eine Stunde History“: Hass und Gewalt gegen Ausländer

 

Im August 1992 entluden sich im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen drei Tage lang Wut und Hass eines rechtsextremen Mobs.

Mit Molotowcocktails und Steinen traktierte der Mob die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZASt) und ein Nachbargebäude, in dem ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter im sogenannten Sonnenblumenhaus untergebracht war. Die Polizei agierte hilflos und konnte den menschenverachtenden Terror nicht stoppen. Wie durch ein Wunder gab es bei diesem Pogrom keine Toten. (DLFnova)

2 Gedanken zu „WR723a „Eine Stunde History“: Hass und Gewalt gegen Ausländer

  1. Willi

    Ein konstruktive Kritik zu dieser Folge von „Eine Stunde History“:

    Ich bin 1990 geboren und kann mich somit nicht an den August 1992 erinnern.
    Es scheint mir jedoch so als wäre, dass Ereignis bei Matthias und Holgi noch so präsent, dass ihr nicht wirklich erklärt habt was eigentlich passiert ist. Ihr habt es zwar Ausschnitte aus dem DRADIO Beitrag gespielt, jedoch wird für jemanden, der wie ich kaum etwas davon gehört hat, nur schwer klar was im August 1992 eigentlich passiert ist. (Der Geschichtsunterricht hörte bei mir mit dem Fall der Mauer auf und die eigene Erinnerung beginnt erst ab Mitte der 90er)

    Bei den bisherigen Folgen ist mir das nicht Aufgefallen, da ich durch eigenes Wissen aus der Geschichte oder Erinnerungen sonst gut folgen konnte. Aber es wird Anderen sicher auch so gehen, dass sie einen zeitlichen „Toten-Winkel“ haben der zwischen Geburt und Geschichtsunterricht liegt, je nach dem wann sie Geboren wurden.

    Vielleicht bei zukünftigen Folgen aus der „aktuellen“ Geschichten daran denken, dass es Menschen in der Hörerschaft gibt denen es so geht wie mir bei diesem Thema.

    Sonst wie immer eine super Folge!

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  2. Tim

    Was mir beim Hören der Folge aufgefallen war, war der starke Fokus auf Ostdeutschland. Man konnte glatt den Eindruck gewinnen, ausländerfeindliche Angriffe seien ein rein ostdeutsches Problem gewesen, dass im Wesentlichen auf die Wirren der Wende zurückgeführt werden könne. Die sehr spezielle, sehr schwierige und für viele Menschen auch frustrierende Situation im Osten am Anfang der 90er Jahre ist sicherlich ein spannendes und diskutierenswürdiges Thema. Und sie hat auch sicherlich mit zu jener ausländerfeindlichen Stimmung in Rostock oder Hoyerswerda geführt.

    Aber andererseits fallen mir auch Solingen und Mölln ein. Und wenn ich mir mal https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fl%C3%BCchtlingsfeindlicher_Angriffe_in_Deutschland_1990_bis_2013 anschaue, dann fanden Anschläge spätestens ab 1993 über ganz Deutschland verteilt statt. Und wie Matthias von Hellfeld ja dann auch ausgeführt hat, gibt es Anschläge bis heute.

    Solange man das Problem aber nur im Osten sieht, muss man sich im Westen damit ja nicht auseinandereinander setzen. Ich denke, hier hat es sich DLFnova mit der Erklärung zu einfach gemacht.

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