WR196 Wowaspassiertländer

wrint_realitaetsabgleich_200Wir probieren mal was neues und hangeln uns an den Nachrichten entlang, die vor der Aufzeichnung im Deutschlandfunk gelaufen sind. Es geht also um Tunesien, den “Veggieday”, Obama in Russland, Gustl Mollath, Fukushima, Nordkorea, weniger Arbeit für Toby, Truthahnfrittieren und Abschweifungen davon.

Ohne Toby ginge es nicht. Hier hängt sein Klingelbeutel.

Shownotes von mathepauker@Quimoniz und chrysophylax.

56 Gedanken zu „WR196 Wowaspassiertländer

  1. Lukas

    Juhu!!

    Ich will unbedingt sonne podcastapp. Find ich super. Da muss man nicht immer sortieren.

    Finde ich geil. Auch ohne Kapern.

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  2. -gb-

    Holgi legt gesteigerten Wert darauf, dass das Abhören durch den NSA vor Snowden nur vermutet aber nicht als Fakt bekannt war.

    Carl Sagan schrieb schon 1996 erschienenen Buch “The deamon-haunted world” mit dem schönen Untertitel “Science as a candle in the dark” auf Seite 88:

    “Another instructive intersection of the conspiracy temperament and the secrecy culture concerns the National Security Agency. This organization monitors the telephone, radio, and other communications of both friends and adversaries of the United States.”

    Das Buch ist auch sonst ganz empfehlenswert, da es dem Laien erklärt, was Wissenschaft bedeutet und wie sich Wissenschaft von Pseudowissenschaft unterscheidet.

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  3. Hugo

    Inobhutnahme ist im Grunde nur möglich, wenn das Kindeswohl gefährdet ist und ein richterliches Urteil nicht rechtzeitig möglich ist. Wenn Kinder mit gepackten Taschen im JA auftauchen zum Beispiel. Sollten Eltern angeben: “Wenn das so weiter geht schlag ich das Kind tot” dürfte das gegeben sein. Außerdem kommen Kinder in IO die zum Beispiel bei der Flucht mit Schleppern von Eltern getrennt wurden und so alleine in Deutschland aufschlagen.
    Ansonsten ist Kinder- und Jugendhilfe viel zu bürokratisch. Es muss zum Beispiel ein Antrag auf Hilfen zur Erziehung gestellt werden. Meiner Meinung nach dauern diese Prozesse oft deutlich zu lange. (Habe einige Jahre in einer Inobhutnahmestelle gearbeitet.)

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  4. manka

    Eure neue Struktur mit später anfangen und über Deutschlandfunkmeldungen zu plaudern find ich super.

    Zum Thema Nachrichten die man komplett abschaffen könnte, fällt mir ein Zitat von einem walisischen Chronisten aus dem 11. Jahrhundert ein: “Dieses Jahr ist nichts passiert” 🙂

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  5. -gb-

    Es geht um Atomkraft, hier hält Tobi das Argument “Atomkraft ist gut für die Umwelt” für Lobyarbeit.
    Hier geht es vor allem um den Vergleich mit Kohlekraftwerken. Was verursacht welche Schäden wenn nichts kaputt geht?
    Bei der Kohle haben wir den Abbau der zum Teil (Braunkohle) im Tagebau und zum anderen Teil (Steinkohle) unter Tage stattfindet. Tagebau ist für die oberirdische Flora und Fauna “umgestaltend” – aber nicht wirklich schlimm, auch wenn es für den Menschen natürlich hässlich aussieht, da die Gegend nach Stillegung der Anlage wieder zurückerobert wird. Unter Tage wird keine Natur geschädigt, wenn man von enstürzenden Tunneln absieht was aber wieder meist nur den Menschen stört.
    Schlimm hingegen ist der saure Regen der vor allem durch die Verbrennung von Fossilen Energieträgern entsteht, also auch von Kohlekraftwerken.
    http://daten.didaktikchemie.uni-bayreuth.de/umat/saurer_regen/saurer_regen.htm
    Hier wird der Boden nachhaltig “vergiftet”. Auch das wird die Natur irgendwie überwinden, aber erst nach deutlich längererer Zeit.
    Bei Atomkraftwerken muss natürlich auch zuerst das Uran gefördert werden, das ist eine ziemlich schmutzige Angelegenheit, nicht, weil es auch zum Teil im Tagebau gefördert wird, sondern weil es oft mit Säuren, oft Schwefelsäure, aus dem Gestein herausgelöst wird. Die Säure verbleibt dann oft in der Umwelt (wie auch beim Gold-Abbau das Quecksilber).
    Ist das Uran dann aber im Kraftwerk, gibt es nurnoch die Abfallprodukte. Klar das “strahlt” noch einige Zeit und das ist für uns Menschen das Hauptproblem.
    Wie reagiert die Natur (wir auch) auf Radioaktivität?
    Bei einer sehr hohen Strahlungsdosis schafft es der Organismus nicht mehr, die entstandenen Schäden zu reparieren, er stirbst also ab oder es gibt mutierende Zellen (Krebs). Bei einer geringen Strahlendosis die auch jetzt schon vorhanden ist (Kalium-40 im Menschen) gibt es nur gelegentlich Defekte, die der Organismus reparieren kann. Solche Defekte gibt es aber zum Glück (!) auch in den Ei und Samenzellen. Sie sind dafür verantwortlich, dass es eine genetische Veränderung gibt, die Evolution. Hier wird also die ganze Zeit gewürfelt, es gibt Defekte und Mutationen und dann wird getestet ob das Leben überlebt, sich häufiger weitervermehrt oder stirbt. Natürlich führt nicht nur Radioaktivität zu solchen Veränderungen sondern viele Umwelteinflüsse, jedoch würde eine erhöhte Radioaktivität das “Ausprobieren” von vielen unterschiedlichen Mutationen und so auch die Evolution beschleunigen.

    Wir Menschen sehen da zuerst die Nachteile, Missbildungen z.B.. Aber sind wir nicht so zum Menschen geworden? Aus Sicht unserer Vorfahren vor langer Zeit, also irgendetwas affenähnliches, sind wir auch eine Missbildung, oder die Giraffe aus Sicht ihrer Vorfahren die deutlich kürzere Hälse hatten. Aber diese Missbildungen mit den langen Hälsen hatten einen Überlebensvorteil – sie konnten die weiter oben an den Bäumen hängenden Blätter erreichen, mehr fressen, wurden kräftiger und konnten sich öfter fortpflanzen, und die Wahrscheinlichkeit, dass deren Nachkommen dann auch lange Hälse haben und sich besser ernähren können war auch gegeben.
    Das klingt natürlich jetzt seht banal, aber nichts anderes ist Evolution, ein Mutieren und ausprobieren, Radioaktivität ist eine Quelle für Mutationen.

    Aber für was bin ich jetzt?
    Für keines von Beiden. Kernraftwerke werden ihre Schwachstellen behalten und Kohlekraftwerke ihre. Wir leben auf einem Planeten auf dem es genügend Energiequellen gibt, die man mit deutlich geringeren Risiken nutzen kann und auch sollte, ja wir sind abhängig von Kernenergie und auch von fossilen Energieträgern, es liegt an uns das zu ändern.

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  6. Morris

    Zum Fall Mollath noch und was Holgi sicher auch sehr ‘erfreuen’ wird, seine Ex-Frau arbeitet nach 20 Jahren im Anlagengeschäft nun im “Energetik”-Sektor. So mit “Quantum Entrainment” und “Theta Healing”. Bei der Kernarbeit “Leute übers Ohr” hauen ist sie also geblieben.

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  7. tp1024

    Wie immer bei Kernkraft ist auch die aktuelle Berichterstattung über Fukushima hoffnungslos übertrieben. Im Guardian findet man z.B. folgendes:

    http://www.theguardian.com/environment/2013/aug/05/fukushima-nuclear-plant-emergency-radioactive-groundwater?INTCMP=SRCH

    Ganz am Ende dann die entscheidende Information, die wie immer nicht eingeordnet wird. So wird der Leser halt mit nichtssagenden Zahlen erschlagen:

    Tepco said on Monday that caesium levels at an observation post 53 metres from the sea had jumped in the past week. Readings for caesium-134 were almost 15 times higher at 310 becquerels a litre. Caesium-137, with a half-life of 30 years, was also 15 times higher than it had been five days ago at 650 becquerels a litre.

    Das Wasser enthält also zusammen knapp 1000Bq Cäsium pro Liter. (1Bq Cs-134 hat zum Glück ähnliche Eigentschaften wie 1Bq Cs-137, so dass man das hier ausnahmsweise in einen Topf werfen darf.) Googled man dann nach den Grenzwerten für radiaktives Cäsium in Trinkwasser, findet sich auch das:

    http://www.bloomberg.com/news/2011-03-21/japan-sets-safe-limits-for-consuming-radiation-contaminated-food-table-.html

    Das “verseuchte Wasser” hat also 5 mal so viel Cäsium wie für Trinkwasser erlaubt ist – direkt auf dem Gelände von Fukushima Daiichi, 53m vor dem Meer.

    Das heißt nicht, dass man nichts unternehmen muss. Man sollte in jedem Fall versuchen das weitere Abfließen zu verhindern! Aber alles Gerede von “Verseuchung des Pazifik” (wie es die “Zeit” getan hat) oder “Emergency” und “Tepco lacks a sense of crisis” ist vor diesem Hintergrund völlig unangebracht. Es handelt sich hier nicht um ein Trinkwasserschutzgebiet, sondern um ein Industriegelände auf dem es einen schweren Unfall gegeben hat.

    Niemand würde zum Beispiel beklagen, dass das Wasser unter und um die Cosmo Ölraffinerie herum nicht den Trinkwasserbestimmungen für Benzol (und diverse andere krebserregenden Stoffen) entspricht. Wer von der Raffinerie noch nie etwas gehört hat, so sah sie am 11. März 2011 aus:

    http://img.ibtimes.com/www/data/images/full/2011/03/11/73085-latest-pictures-of-fire-in-chiba-prefecture-following-japan-earthquake.jpg

    Das gleiche gilt für diverse andere Chemiefabriken entlang der Japanischen Küste, deren Zerstörung teilweise zu weltweiten Versorgungsengpässen geführt haben. Ach so, und von den zerstörten Städten hört man auch längst nichts mehr in den Nachrichten. Gerade einmal auf N24 gibt es eine in deutsche übersetzte Amerikanische Sendung die davon spricht und ab und an wiederholt wird. Tote Menschen interessieren eben nicht, wenn die Aktivisten die Meinungsherrschaft an sich reißen wollen.

    Was die Ursache angeht, muss ich Holgi wiedersprechen. Nein, nicht *wir* sind blöd, sondern die Japaner. Die Japaner waren dabei, als vor 25 Jahren – 1988 – in Paris die gesetzlich vorgeschriebenen Filtersysteme für schwedische, französische und deutsche Kernkraftwerke vorgestellt wurden:
    http://www.oecd-nea.org/nsd/docs/1988/csni88-148.pdf

    Und es hat sie eine feuchten Dreck interessiert das selbst einzuführen, wie man hier nachlesen kann:
    http://www.oecd-nea.org/nsd/docs/1988/csni88-154.pdf

    Sie gaben nach der Konferenz das bei weitem kürzeste Statement ab (“Keine Entscheidung bzgl. Filteranlagen”) und haben tatsächlich nichts getan um solche Filter einzuführen. Und das obwohl sie Reaktortechnologie nutzten, von der bekannt war (z.B. im Wash-1450 Report aus dem Jahr 1975 nachzulesen), dass ohne entsprechende Filteranlagen bei einem Unfall einige tausend Quadratkilometer Land kontaminiert werden würden. Was exakt so eingetreten ist – auch wenn ein großer Teil dieser Fläche eben kein Land, sondern Meer war. Merkwürdig auch, dass genau die Leute die sonst mit aus dem Zusammenhang gerissenen “Fakten” aus dem Wash-1450 Report um sich warfen, unter plötzlichen Anfällen selektiver Amnesie leiden und sich partout nicht daran erinnern können wollen, dass dieser Report und die Aussagen darin jemals existiert haben.

    Erst dieses Jahr, zwei jahre nach dem Tohoku Erdbeben, wurde in Japan der Einbau solcher Filtervorrichtungen gesetzlich vorgeschrieben. Bestellt hat man sie in Frankreich bei Areva, wo man schon reichlich Erfahrung damit hat sie zu bauen. Schließlich sind sie zumindest in den meisten Ländern Europas vorgeschrieben. (Ich kenne nicht alle Vorschriften in allen Ländern – ich muss weder dazu eine Klausur schreiben, noch werde ich dafür bezahlt derartiges zu recherchieren … schade nur, dass die Journalisten die angeblich genau dafür bezahlt werden es nicht tun. Für Frankreich, Deutschland und Schweden stimmt es aber auf jeden Fall.) Die Filter hätten übrigens auch den Wasserstoff sicher aus den Gebäuden entfernt (wie man in der ersten Quelle nachlesen kann), denn das er entstehen würde war allen längst bekannt. (Das kann man z.B. schon im Wash-740 Bericht aus dem Jahr 1957 als eine Selbstverständlichkeit nachlesen.)

    Für den Fall, dass dennoch Wasserstoff in das Gebäude um das Containment herum gelangt (bzw. auch damit er nicht in den größeren Containments selbst verbrennt, die nicht mit Stickstoff gefüllt werden), wurden in Deutschland vor etwa 20 Jahren Katalysatoren vorgeschrieben. Man google nach dem Stichwort “Töpferkerze”. In Japan wurde ein ähnliches Gesetz erst letztes Jahr erlassen.

    Ich glaube damit bewiesen zu haben, dass man absolut in der Lage ist, solche Unfälle vorherzusehen und zu verhindern. Nichts von dem was in Fukushima Daiichi passiert ist, war unvorhergesehen. Man hat nur nichts gegen die Erkenntnis, dass solche Unfälle passieren können unternommen.

    Viel wichtiger ist aber nicht die Frage nach den Kernkraftwerken. Sondern die nach dem Land generell. Denn es waren über 500km Küstenlinie betroffen (ungefähr de Strecke von Berlin nach München) und entlang er gesamten Küste waren Schutzwälle gebaut worden, nachdem zwei Tsunamis 1896 und 1933 schon verheerende Schäden angerichtet hatten. Nirgens waren sie ausreichend. Nirgens? Nein, nicht ganz. Es gibt da ein Dorf namens Fudai:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fudai_%28Iwate%29

    Da reichte der Schutzmauer aus Todesopfer zu vermeiden – sie war so hoch, dass sie in Japan als Paradebeispiel für Steuerverschwendung herhalten musste. Es fällt mir schwer TEPCO die Schuld zu geben einen nicht ausreichenden Tsunamischutz für seine Kernkraftwerke gebaut zu haben, wenn das in den Städten nicht getan wurde und das eine Dorf in dem es getan wurde dafür auch noch landesweit kritisiert wird.

    Und dann gab es da noch das Kernkraftwerk Onagawa:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Onagawa

    In das die Bewohner der Stadt Onagawa flüchteten, weil es den Tsunami weitgehend schadlos überstanden hat, weil es ausreichend hoch gebaut wurde.

    Dass alle anderen Kernkraftwerke, die nicht das Mark I Containment aus dem Jahr 1962, sondern das verbesserte Mark II Containment aus dem Jahr 1968 hatten, den Tsunami trotz zu kleiner Schutzwälle überstanden, wurde auch nirgens berichtet. Dort hat man beim Bau drei, voneinander streng getrennte, Sicherheitsbereiche eingerichtet, die alle unabhängig voneinander die Sicherheit des Reaktors gewährleisten können – auch in dem Fall, dass alle anderen zerstört oder abgeschnitten sind. In 6 von 6 Fällen hat das ausgereicht. Im Gegensatz zum Mark I, das in 5 von 5 Fällen versagte. (Alle in Fukushima Daiichi – wobei dort der Reaktor #5 Strom aus dem Notstromaggregat vom Reaktor #6 bekam, der ein Mark II Containment hatte.) Und das ist nur der technische Stand von 1968. Auch wenn in den Medien nichts davon zu hören ist, es hat seit dieser Zeit große Fortschritte gegeben.

    Der Beitrag ist lang genug. Wer mehr davon hören will, muss mal Holgi fragen ob er Zeit für ein Gespräch hat.

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    1. -gb-

      Sehr schön!

      Die Berichterstattung ist leider wirklich unterirdisch, da wird von ausgetretener Strahlung geredet, falsche Einheiten werden verwendet und es wird mit großen Zahlen um sich geworfen.
      Krass finde ich ja auch damals bei Tschernobyl, da hat es hier bei mir in Bayern je Quadratmeter mehr als das 1000 Fache der erlaubten Freigrenze runtergeregnet. Also hier auf das Grundstück mit Garten ca. 1000m^2 hat es dann über das eine Million-fache davon heruntergeregnet, was man ohne Genehmigung legals an Radioaktivität handhaben darf. Das ist noch um viele Größenordnungen mehr wie die Grenze für Trinkwasser und so.
      Und was wurde gemacht? Es wurde bewusst verschwiegen, mehrere Tage.
      Und das ist ja nicht so, dass das auf der Wiese und dann weg ist, nein, das gelangt über Kühe in die Milch, über den gemähten Rasen auf den Kompost und von dort wieder auf die Beete und ins Essen, vom Boden im Wald in die Pilze/Pflanzen und ist noch heute vor allem bei Wildschweinen (und einigen Pilzarten wie den Maronen) deutlich erhöht nachweisbar.

      Natürlich kann man das ganze hinreichend sicher gestalten, das ist technisch kein Problem, das Problem sind die Menschen. Hier wollen manche schnelles Geld machen, manche haben einfach keine Ahnung, manche handeln in Stresssituationen falsch – es gibt da leider sehr viele Fehlerquellen vom Bau bis zum Unglück.
      Ich bin weiterhin der Meinung wir sollten als Menschen zunehmend andere Energiequellen nutzen und sowohl von fossilen Rohstoffen und auch der Kernenergie wegkommen.

  8. Daniel

    Zur Frage der Inobhutnahme:
    Wie das Sozialgesetzbuch vergleichsweise verständlich schreibt
    “Das Jugendamt ist berechtigt und verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn
    1. das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet oder
    2. eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert.”

    http://dejure.org/gesetze/SGB_VIII/42.html

    Also zum Jugendamt gehen und sagen “Ich komm nicht mehr klar” könnte funktionieren.

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  9. Ronald

    Die Piraten sollten ruhig jetzt schon in den Bundestag rein… das würde die anderen Parteien zwingen, sich mit dem Themenspektrum auseinander zu setzen… selbst wenn sie nichts anderes wie kleine Anfragen produzieren würden – es produziert Unruhe und Aufmerksamkeit. In vier Jahren kann es schon zu spät sein, dann haben wir nicht nur den Überwachungsstaat sondern vielleicht den Rechtsstaat schon verloren.

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  10. Liz

    Tobi kommt aus dem Urlaub und findet den Mollath Fall belanglos. Holgi erklärt die Empörung wirklich gut. Tobi findet es immernoch total belanglos. Oh und nun kennt er nicht den Fall Andre Holm, als ausgebildeter Informatiker … (das ging über Jahre über alle Kanäle des CCC)

    Er bräuchte täglich 2 Stunden Realitätsabgleich um die vergangenen Jahrzehnte Menschheitsgeschichte richtig zu verstehen.

    Ui und nun will er sich über die Japaner aufregen 🙂 LOL

    Am besten diesen Kommentar nicht veröffentlichen.

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    1. konstantin

      Ich begrüße das hier auf WRINT der Mollat-Fall erwähnt wurde. Man hätte durchaus den Skandal dem Tobi noch deutlich machen können. S chon schlimm genug, dass Tobi es es so abschwächt.

      Ein “irgendwie schlechtes Gutachten” wäre ja noch was handfestes, doch im Fall Mollath wird heftig um die Qualität der Gutachten gestritten. So seien, so heißt es vielfach, die Gutachten schlecht, bei denen und weil der Gutachter nicht mit dem Probanden gesprochen habe. Sei seien nach Aktenlage gefällt worden.
      Aber dieses Argument ist schon zu verwerfen: Es gibt ja keine guten Gutachten, die auf einer soliden wissenschaftlichen Basis beruhen würden, aus der man ihre zentralen Aussagen ableiten könnte.
      Selbst wenn ein Gutachter mit Mollath gesprochen und ihn getestet hat, weiß er deswegen nicht gut genug, was von dem Mann zu erwarten ist, um auf dieser Grundlage ein Gutachten auszufertigen, das dem Anspruch wissenschaftlicher Redlichkeit genügt.
      Selbstverständlich kann eine persönliche Untersuchung hilfreich, auch notwendig sein, um nämlich festzustellen, ob ein Mensch an einer neurologischen oder sonstigen Krankheit mit Auswirkung auf das Verhalten und Erleben leidet. Doch auch ein solcher Befund, so wichtig er für den Betroffenen auch sein mag, würde keine zuverlässige Gefährlichkeitsprognose gestatten.

      Übrigens: Um zu behaupten, dass alle forensischen Gutachten schlecht seien, muss ich sie nicht einzeln kennen, wenn man nur weiß, dass psychiatrische Diagnostik und Prognostik nicht valide sind.
      Zur Diagnose der Psyche, dazu braucht es gar kein Komplott, das geht einfach so.
      Das skandalöse an dem Fall somit weitet sich ja noch viel flächiger aus als es in populären Berichten herauskommt, als bloß auf das Unbehagen von Judikative und Exekutive.

      Ein Grund zur Freude bleibt aber jetzt das Mollath frei ist.

    2. Eule

      Ich stimme Tobys Einschätzung zu: Der “Fall Mollath” ist journalistisch deutlich übertrieben. Ja, es ist eine Katastrophe für den Mann. Ja, da ist empörend viel falsch gelaufen. Aber eine überregionale Meldung ist das aus meiner Sicht trotzdem erst, wenn rauskäme, dass so etwas häufig passiert oder gar systemimmanent wäre (dann wären auch Holgis Worte über das Vertrauen in die Justiz gerechtfertigt). Aber soweit ich das mitbekommen habe gibt es dafür keine Anzeichen, oder?

    3. kevin

      @Eule,
      Die “number to detain” ist aufgrund eklatanter Validitätsmängel der psychiatrischen Diagnostik und Prognostik unverhältnismäßig hoch und kann, zumindest aus meiner Sicht, ethisch nicht gerechtfertigt werden.

  11. Marian

    Oh, das hat mich richtig gefreut, als du erzählt hast, dass das geklappt hat mit dem weniger Arbeiten! Das hattest du ja schon mal gesagt dass du das von Anfang an eigentlich wolltest. Das macht Hoffnung – ich bin zwar erst Student, aber am Ende bei ‘ner 40-Stunden-Woche zu landen ist etwas, dass ich auf keinen Fall will. Cool, wenn das (zumindest in der IT und Co) möglich ist!

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    1. konstantin

      @Eule, ” Aber soweit ich das mitbekommen habe gibt es dafür keine Anzeichen, oder?”

      Falsche Frage.

      Denn der Fall ist die Regel, weil es keine Verfahren gibt, mit denen man feststellen könnte, ob jemand “psychisch krank” und daher gefährlich ist.

    2. konstantin

      PS: ach, jetzt hab ich mich unter ein anderes Kommentar eingereiht. Na, ja, mein Fehler dürfte ja offensichtlich sein.

  12. Tfwrstsmml

    Was ist denn so schlimm am Veggie Day? Ich finds gut, dass die ganzen ignoranten Fleischesser mal mit sanfter Gewalt darauf gestoßen werden, dass man auch mit weniger Fleisch auskommt. Man fällt ja nicht tot um, wenn man einen Tag in der Woche mal kein Schnitzel in der Cafeteria bekommt.
    Es schadet keinem und es ist aus verschiedensten Gründen eine gute Idee, auf Fleisch zu verzichten.
    Ich finde das Thema im Wahlkampf unangemessen, aber generell überzeugend.

    Antworten
    1. Donngal

      Es geht ja nicht darum einen Tag kein Fleisch zu Essen – das mache ich sowieso mehrmals wöchentlich – sondern es geht um eben diese “sanfte Gewalt”. Wozu? Das führt doch nur zu Widerstand. Das ist kontraproduktiv. Die Leute essen ihr Fleisch dann wo anders. Bringt also nichts ausser Antipathie gegen vegetarische Ernährung -> Wenn man sie aufzwingen muss kann sie ja so gut nicht sein. Warum muss man jemanden denn die eigenen Überzeugungen aufzwingen?

    2. Tfwrstsmml

      Oder bezieht Ihr Euch im Podcast nur auf die Berichtetstattung der Zeitung mit den großen Buchstaben?

  13. Tfwrstsmml

    Das glaube ich nicht. Ich vermute, dass diejenigen, die sich mit dem Gedanken überhaupt nicht anfreunden wollen, sowieso in die Currywurstbude um die Ecke gehen. Die erreicht man nicht. Klar.
    Andere erreicht man vielleicht schon. Ernährung hat viel mit Gewohnheit zu tun. Es gibt sicher viele, die aus Gewohnheit jeden Tag Fleisch essen und noch nie wirklich überlegt haben, dass es auch Alternativen gibt. Wenn diese Menschen mal vegetarische Gerichte probieren, wenn sie überhaupt mal auf die Idee gebracht werden, dass vegetarisches Essen schmeckt, ist schon viel gewonnen. Bei einigen wird sich die neue Erfahrung im Alltag auswirken.
    Ich verstehe es so, dass niemand gezwungen oder überredet werden muss. Wer keinen Bock auf Gemüse hat, darf sich ja gerne ein Leberkäsebrötchen mitbringen. Wer Lust hat, etwas Neues auszuprobieren, darf die Bifi zu Hause lassen.

    Antworten
    1. Donngal

      Seh ich völlig anders. Ich esse gerne vegetarisch. Wenn mich dazu aber jemand zwingen will, ess ich aus Prinzip Fleisch. Und sage allen, sie sollen es auch tun. Bevormundung ist scheisse. Immer.

    1. Tfwrstsmml

      Na gut, jeder reagiert anders. Der Veggie Day bietet den zu Trotz Neigenden sicher gefundenes Fressen (ha!). Wie gesagt, dann müssen die ihren Unmut eben an der Imbissbude ausleben. Steht ja jedem frei.
      Ich schaffe es nicht, die Bevormundung zu erkennen. Der Mensch isst im Normalfall alles, Gemüse, Kohlenhydrate, Fleisch, Milchprodukte… Wenn er von dieser Auswahl mal an einem Tag in der Woche eine Komponente (die man ohnehin nicht täglich verzehren sollte) nichts angeboten bekommt, wird doch lediglich der Akzent verschoben. Es ist nicht so, als würde man einem reinen Fleischesser eine Schüssel Salat vorsetzen mit der Ansage, was anderes gibts heute nicht mehr, sieh zu, wie Du damit klarkommst. Man sagt: hier, schau mal, ich hab eine leckere Gemüsepfanne gekocht, probier doch mal, vielleicht schmeckt es Dir ja, sonst isst Du ja auch gern Gemüse und Reis.
      Ich persönlich glaube, dass es ein großer Gewinn sein kann, weil Leute erreicht werden, die sonst selten über Ernährung nachdenken. Vielleicht hast Du persönlich diese Aktion nicht “nötig”, weil Du selbst bereits darüber nachgedacht hast und Deinen eigenen Weg gefunden hast. Andere brauchen einen kleinen Schubs.
      Es gibt doch viele Dinge, die eine gute Sache sind, aber über die wenig Leute von selbst nachdenken würden und sich darum komplett raushalten. Organspende zum Beispiel. Auch da finde ich die Idee gut, dass die Krankenkassen die Leute daran erinnern, sich dazu zu positionieren.
      Wie man sich am Schluss entscheidet, ist mir gar nicht so wichtig. Mir geht es in erster Linie um die Sensibilisierung.

  14. Donngal

    Wenn es dir nur um Sensibilisierung geht dann reicht auch ein Schild “Hey, wie wärs mal mit Gemüse?”.
    Ich kann sogar akzeptieren wenn Leute über ihr Essen nachdenken und zu dem Schluss kommen “Ich ess trotzdem weiter Fleisch. Das ist nicht mein Weg, aber das muss doch jeder für sich selbst entscheiden. So wie jeder entscheiden sollte welche Drogen er nimmt, welche Pornos er konsumiert oder sonst was. Ich setz Vegetarieren ja auch nicht einmal wöchentlich nur Fleisch ohne Alternative vor und sage “Probier doch mal, schmeckt echt gut das Steak”.

    Antworten
    1. Tfwrstsmml

      Der Vergleich hinkt doch.
      Der Allesesser isst eben alles, Grünzeug und Fleisch. Er hat Alternativen, wenn das Fleisch mal wegfällt. Der Vegetarier hätte in Deinem Beispiel gar nichts zu essen. Ganz so drastisch ist es beim vegetarischen Tag aber nicht.

    2. Donngal

      Naja, es soll auch Leute geben, die wirklich nur Fleisch essen und kein Gemüse. Oder nur bestimmtes Gemüse. Es gibt für jede Situation ein Beispiel. Ich finde es einfach falsch, erwachsene Menschen erziehen zu wollen. Auch nicht mit sanfter Gewalt. Du drückst damit Menschen deine Überzeugung, das Fleisch essen falsch ist auf. Auch denen, die das absolut anders sehen. Das ist falsch. Nur weil für dich deine Überzeugung richtig ist, gibt es dir nicht das Recht, sie anderen aufdrücken zu wollen. Wenn jemand jeden Tag Fleisch isst, ob aus Überzeugung oder Gewohnheit, dann hast du das zu akzeptieren und ihn nicht ungefragt zu belehren.

    3. xtc123

      Muß ich dir uneingeschränkt Recht geben. Wenn diese Partei mehr A**** in der Hose hätte, würde sie jetzt konsequenterweise noch einen alkoholfreien Tag in der Woche fordern. Einmal pro Woche dürfte bundesweit nirgendwo Alkohol angeboten werden. Läßt sich – zu Recht – natürlich nicht durchsetzen. Überlegenswert wäre auch ein sexfreier Tag. Alles gut für die Gesundheit und schonend für die Krankenkassen. Die glauben vermutlich, das wird nix mit Rot-Grün, sonst würden sie sich nicht solchen Unsinnn einfallen lassen.
      Diese ganze Fleischessen oder kein Fleischessen Sache langweilt mich. Jeder soll das essen was er will – und aufhören anderen Ratschläge geben zu wollen. Was sich esse oder nicht geht nur mich und meinen Hausarzt was an. Ich drücke meine Philosophie anderen auch nicht auf.
      Uns so schließe ich mit einem Zitat von – ausnahmsweise – Manfres Lütz:
      “Auch wer gesund stirbt, ist devinitiv tot!”

    1. Tfwrstsmml

      @Donngal: meiner Meinung nach steckt die Botschaft, Fleisch zu essen sei generell falsch, nicht hinter dieser Aktion. Es gibt Argumente dafür und dagegen, die auch schwerlich allgemeingültig abgewogen werden können, sodass man niemals zu der einen, richtigen Haltung kommen wird. Jeder darf Fleisch essen, wenn er möchte. Aber es ist richtig, dass jeder aufgefordert wird, sich darüber Gedanken zu machen. Wie oft möchte ich Fleisch zu mir nehmen? Welche Sorten, welche Qualität? Welchen Preis zahle ich für häufigen Fleischkonsum?
      Hier geht es darum, Gewohnheiten zu hinterfragen, vielleicht sogar die Qualität von Mensa- und Kantinenessen zu verbessern. Ein Schild reicht da sicher nicht aus.
      Ich freu mich, wenn der Veggie Day kommt.

  15. Abkueko

    Zum Thema Mollath,

    Holgi hat da aber auch eine etwas vereinfachte Sichtweise. Also so klar wie in den Medien dargestellt ist die Sache nicht. Die ganzen Freundschaftsverhältnisse, Gefälligkeiten etc. sind großteils unbelegte Behauptungen.

    Auch was die Gutachten angeht. Angefertigt werden immer mehrere. Einer der Gutachter hat Mollath tatsächlich nicht gesehen – weil Mollath die Begutachtung verweigert hat, erfolgte diese nach Aktenlage. Wäre dies ein Grund gegen eine Einweisung bräuchte man nur die Begutachtung verweigern und schon wäre kein Urteil mehr möglich…
    Unüblich ist dieses Verfahren nicht. Auch wenn so natürlich die Fehlerrate steigt wenn man als Gutachter die Informationen nur noch aus 2. Hand erhält.

    Nur weil Mollath “recht” hatte bedeutet dies nicht, dass er nicht Paranoid ist. Laut Staatsanwaltschaft war Mollaths Anzeige gegen seine Frau wirr. Viele hundert Seiten mit Namen denen man aber keine Funktionen zuordnen konnte. Viele Anmerkungen und Unterstreichungen. Eigentlich ein typisches Verhalter wahngestörter. Allerdings muss man dazu sagen, dass diese Klage entsorgt wurde (dies ist so üblich).

    Es gibt also viele Dinge die für und gegen seine Unterbringung sprechen. In den Medien finde ich jedoch kaum brauchbare Informationen. Die meisten Darstellungen dienen dem Laien dazu zu suggerieren er sei gesund, haben fachlich aber keinerlei Hintergrund…

    Antworten
    1. konstantin

      @Abkueko, “Nur weil Mollath “recht” hatte bedeutet dies nicht, dass er nicht Paranoid ist. Laut Staatsanwaltschaft war Mollaths Anzeige gegen seine Frau wirr. Viele hundert Seiten mit Namen denen man aber keine Funktionen zuordnen konnte. Viele Anmerkungen und Unterstreichungen. Eigentlich ein typisches Verhalter wahngestörter.”

      Ja, dem Mollath haben sie ein paranoides Denksystem unterstellt, weil er von Schwarzgeldgeschichten sprach. Nun gab es starke Anzeichen, dass diese Geschichten nicht auf einer “Psychose”, sondern auf Tatsachen beruhten. Was machen die Psychiater? Genial. Es sei uralte psychiatrische Weisheit, dass Wahnsysteme häufig auf einem wahren Kern beruhten, hieß es nun. In der Philosophie nennt man so etwas eine Selbstimmunisierungsstrategie. Dies ist so offensichtlich, dass es eigentlich auch einem philosophischen Laien auffallen müsste, denn in den Gutachten, die Mollath ein paranoides Denksystem bescheinigten, war von einem “wahren Kern” nun gerade nicht die Rede.

      Nochmal:
      Da es keine validen Verfahren gibt, mit denen man feststellen könnte, ob Mollath “psychisch krank” oder “geistig gesund” ist, kann ich deinen Einwand nicht gelten lassen. Hier gilt immer: Im Zweifel für den Angeklagten. Ob seine Anzeige wirr war oder nicht, ist völlig unerheblich. Dies ist ein subjektiver Eindruck, mit dem man keine “psychische Krankheit” objektiv erhärten kann. Objektive Maße (Laborwerte, Brain Scans, Blutbild, Biomarker) gibt es aber nicht, weder bei ihm, noch bei sonstwem, der angeblich “psychisch krank” ist.

  16. Abkueko

    @Konstantin
    Das mit dem wahren Kern stimmt. Man kann sowas schon beurteilen – das jedoch nicht durch Medienberichte. Ein typisches Beispiel für den wahren Kern ist der Querulantenwahn (F22.8). Da kommt es auch zu Wahnvorstellungen rund um reale Themen.

    Wie das bei Mollath aussieht kann ich den Medienberichten nicht entnehmen. Laut Zeit war eine mehrere hundert Seiten lange Anklage in denen er eine weltweite Verschwörung meint aufzudecken. Das spräche für einen Wahn. Diese Aussage findet sich in anderen Berichten aber nicht wieder. Aus Medienberichten lässt sich da einfach nichts entnehmen. Als Gutachter merkt man sowas aber schon eher ob sich jemand völlig in eine Sache versteigt.

    Was valide Verfahren angeht: Die sind in der Psychiatrie leider so gut wie nie möglich. Dennoch muss man eine Diagnose stellen. Dies dann über mehrere Gutachter.

    Antworten
    1. Konstantin

      @Abkueko,
      Nicht valide Diagnosen führen dazu, dass die Trefferquote sehr gering ist und schlimmstenfalls der Zufallswahrscheinlichkeit entspricht. Wozu sollten solche Diagnosen wohl gut sein?
      Wenn ein diagnostisches Verfahren nicht valide ist, denn hilft auch die Übereinstimmung mehrerer Gutachter nicht weiter. Das wäre dann nur die Übereinstimmung von Vorurteilen. Damit ist niemandem geholfen: weder der Allgemeinheit, noch den Betroffenen.

    2. Konstantin

      @Abkueko,
      Nicht valide Diagnosen führen dazu, dass die Trefferquote sehr gering ist und schlimmstenfalls der Zufallswahrscheinlichkeit entspricht. Wozu sollten solche Diagnosen wohl gut sein? Wenn ein diagnostisches Verfahren nicht valide ist, denn hilft auch die Übereinstimmung mehrerer Gutachter nicht weiter. Das wäre dann nur die Übereinstimmung von Vorurteilen. Damit ist niemandem geholfen: weder der Allgemeinheit, noch den Betroffenen.

    1. tp1024

      Pervers ist, dass alle Leute Tepco nachlässigkeit und inkompetenz vorwerfen. Aber absolut keine Diskussion und keinerlei Kritik in der Öffentlichkeit existiert, dass in den Städten und Kommunen mit einer einzigen Ausnahme keinerlei ansatzweise ausreichender Katastrophenschutz vor einem solchen Tsunami existierte. Selbst die Evakuierungszentren für den Fall das ein Tsunami die Schutzmauern übersteigt, waren zu niedrig gelegen, wodurch es tausende Todesopfer gab.

      Die Schäden durch den Tsunami übersteigen den durch das Kernkraftwerk ohnehin bei weitem, von den Todesopfern ganz zu schweigen.

      Greenpeace geht hier über Leichen um politische Ziele zu erreichen.

    2. Raphael

      Greenpeace hat nur diese eine Seite beleuchtet. Ein Kernkraftwerk, dass dauerhaft verseuchtes Wasser ins Meer laufen lässt ist echt nicht cool, genauso die Strahlung, die Menschen abbekamen, sich im Umkreis befanden. In einem Land wie Japan muss man mit so etwas rechnen wenn man ein Kraftwerk baut. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun, Tepco ist nicht unschuldig dabei. Jedoch bestreite ich auch nicht, dass die Regierung falsch gehandelt hat. Meine Kritik war auch nicht nur an Tepco, ein Staat, der die Opfer einer Katastrophe die eigene Entschädigung lässt ist nicht gerade positiv.
      Greenpeace geht nicht über Leichen, sie haben nichts verursacht, die haben nur berichtet und geholfen. So ein Vorwurf kannst du nicht machen, sorry.

    3. tp1024

      Wer bitte soll denn sonst die Kosten der Katastrophe bezahlen? Die Marsianer?

      Es ist Arbeit die in Japan getan werden muss. Es ist Arbeit die in Japan bezahlt werden muss. Selbst wenn man jetzt sagt ,dass Tepco (oder welche Firma auch immer) “dafür bezahlen” soll, am Ende ist das ergebnis immer das gleiche.

      Es ist Arbeit die in Japan getan werden muss. Es ist Arbeit die in Japan bezahlt werden muss

      In dem einen Fall bezahlt es der Staat, der dafür Steuern einnehmen muss. In dem anderen Fall bezahlt es ein Unternehmen, das dafür höhere Preise für seine Güter bezahlen muss. Bezahlen tuen es in jedem Fall die Japaner. Alles wozu “Tepco muss alles zahlen” führen würde, ist das die Firma aufgelöst wird und im anschluss eine neue Firma gegründet wird, mit den selben Menschen und den selben Maschinen und den selben Gebäuden, die dann die selbe Arbeit tun. Denn Tepco sind nichts anderes als die Stadtwerke von Tokio und ohne die läuft nichts.

      Wenn du der Meinung bist, dass man Tepco als eine Strafmaßnahme auflösen sollte, kann ich den Gedanken nachvollziehen. Aber dann sprich die Forderung auch aus und verstecke dich nicht hinter “es dürfen nicht die Leute dafür bezahlen” – denn das müssen sie sowieso. Alles andere ist volkswirtschaftlicher Selbstbetrug.

  17. Janus

    Gute Sendung, auch wenn die Lust am Zuhören für mich gesunken ist. Die Nachrichten habe ich selbst gehört, wenn ihr die Themen grundsätzliche besprecht kommt wenig neues. Es wäre interessanter wenn ihr euch einfach ein Thema raus nehmt und dieses dann etwas tiefer oder weiter ausdiskutiert.

    Noch mal was zum Thema “Obhut”:
    Ich kenne durch Bekannte die andere Seite (zwei Pflegekinder in der Familie). So wie ich es im Kopf habe, haben die leiblichen Mütter die Kinder mehr oder minder freiwillig abgegeben. In einem Fall wegen des geringen Alters der Mutter (16) und in beiden Fällen wegen völliger Überforderung mit dem eigenen Leben (Finanzen, Drogenprobleme und so). Bei so einer Lage ist es sicher sinnvoll, wenn die Kinder die Chance haben, in einem anderen Elternhaus aufzuwachsen. Eine überforderte, alleinstehenden Mutter die selbst extreme Lebensprobleme hat sollte die Chance bekommen diese zu ordnen. Die Obhut muss ja auch nicht für immer sein.

    Antworten
  18. Oelsen

    Leute, Leute, Leute.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Cubic_mile_of_oil

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_oil_imports
    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_oil_exports
    http://en.wikipedia.org/wiki/Export_land_model

    http://www.youtube.com/watch?v=TFyTSiCXWEE

    Uran, Kohle, Wind. Alles Pillepalle. Wir haben noch viel grössere Probleme. In 20 Jahren sind Menschenrechte und Privatssphäre Kategorien einer fremden Welt, wie es heute MAD und Lebensraum sind.

    Viel Spass.

    Antworten

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