20 Gedanken zu „Die Wrintheit über asoziale Kinder

  1. Jens Vieweg

    Liebe Alex, lieber Holgi,
    ich danke Euch für all Eure Gedanken, die meine eigenen so bereichern, besonders immer der hintere Teil der WRINTheit, in dem Ihr so philosophisch seid.
    Danke für alle Sendungen, danke für eine Sendung am letzten Tag des Jahres.
    Viele liebe Grüße
    Jens

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  2. Thomas

    Hallo Ihr beiden,

    erstmal vielen Dank für die schöne Folge und ein frohes Neues. Ich wollte mal meine zwei Cent zum Thema LLMs hierlassen.

    Ich hab vor zwei Jahren meinen Fachinformatiker gemacht. ChatGPT hat mir super geholfen, mich methodisch und strukturiert auf die Kammerprüfungen vorzubereiten. Die offizielle Prüfungsvorbereitung des Bildungsträgers hingegen war recht unterkomplex und ging in vielen Teilen nicht auf meine Fachrichtung ein (recht neu, Exot, gemischte Gruppe).

    Aus dem Kurs war ich der einzige, der am Ende seinen Fachinformatiker gemacht hat. Die Kollegen, die sich auf die Menschen mit „der Erfahrung“ verließen, sind durchgerauscht. Und ich war nicht klüger als meine Kollegen.

    ChatGPT hat mir in dem Moment einfach geholfen, weil ich eine Art geduldigen Gegenüber hatte, mit dem ich in einen Dialog treten konnte. Ich konnte „dumme“ Fragen stellen und mir Fragen stellen lassen, nachhaken, um Einordnung bitten etc. – generell viel selbst Beschreiben … was schreibt das bleibt und so. 😉

    Da war auch Quatsch dabei, was ChatGPT mir so als Feedback gegeben hat, sicher. Menschen erzählen aber auch viel Quatsch. Einer unserer Dozenten wollte uns z.B. mal erklären, warum die Brasilianer ihren Urwald abholzen dürfen und sollten, obwohl Rechnungswesen auf dem Zettel stand. So einen Sprung schaffte selbst ChatGPT im Jahr 2023 nicht.

    Das ist vielleicht ein wenig, wie mit der Therapie: Besser als gar nicht. In meiner Situation war das „Quatsch-zu-Nutzen-Verhältnis“ deutlich besser beim Bot. Wenn man dem dann noch fähige Menschen beiseite stellt, hach was wäre in der Bildung möglich.

    Sorry für den Roman – und danke für Euren Podcast!

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    1. holgi Beitragsautor

      Sebastian Leber schreibt im Tagesspiegel:

      „Viel gewinnbringender [als social media] ist für mich inzwischen Kommunikation mit einer KI

      Jedenfalls dann, wenn man sie als Sparringspartner, Assistent, Lehrer oder einfach als Gegenüber nutzt. Eine Viertelstunde im Gespräch mit einer KI bringt mir heute oft mehr als eine Stunde Doomscrollen. Nicht, weil die KI denken könnte, sondern weil sie einen zwingt, selbst zu denken. Sie bremst auch nicht die eigene Neugier, weil sie von einem Thema genervt oder gelangweilt ist und man deshalb höflicherweise das Thema abkürzt. Gedanken werden erst real, wenn man sie ausspricht. Probieren Sie es mal aus. Ganz wichtig: Benutzen Sie die KI auf dem Handy, sodass Sie das Mikrofon und die Sprachausgabe nutzen können. Sie verschicken also Sprachnachrichten an Ihre KI. Sie müssen vorab keine „Prompts“ formulieren, das ergibt sich im Gespräch. Ich verstehe, dass viele Menschen Vorbehalte gegen KI haben. Aber Sie sollten wenigstens einmal ausgelotet haben, was Ihnen entgeht.“

      Das erscheint mir sinnvoll.

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  3. Hemd

    Holgi sagte: es hängt nicht am Immunsystem wenn man oft krank ist.
    Woran denn dann? Ich bin nämlich oft krank trotz befolgens sämtlicher Regeln. Daher bin ich ehrlicherweise interessiert daran, woran das liegt.

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  4. Abkueko

    Zur KI:
    Natürlich wird es viele Änderungen durch die KI geben und gleichzeitig bleibt vieles wie es war. Wie schon mit Dampfmaschine, Roboter, PC, Internet, Smartphone usw. glauben viele das würde jeden Job ersetzen. In Wirklichkeit verschwinden nur einzelne Jobs und viele andere verändern sich. Aber was ich lernen dürfte: Wann immer etwas neues bei der Arbeit eingeführt wird das wem Arbeit spart, werden die freien Ressourcen einfach wieder an anderer Stelle eingesetzt.

    Am Beispiel der Juristen: Die Zeit für generische Schriftsätze wird dank LLM zunächst erheblich sinken. Aber dadurch, dass dann sowas leicht geht werden die Anforderungen an die Schriftsätze steigen. Es gilt also die KI mit mehr Daten zu füttern für noch bessere Schriftsätze. Die Suche nach Infos verbraucht dann viel der eigentlich gesparten Zeit. Und die Mandanten fordern dann mehr vom Juristen der sie über alles informiert. Ich glaube nicht an generell viel weniger benötigten Juristen. Aber es werden weniger stumpf Schriftsätze tippen. Weniger Rechtsanwaltsfachangestellte sind jedoch plausibel.

    Was die Psychotherapie angeht: Die wird oft genannt und hier glaube ich am wenigsten daran. Sicher helfen LLM bei kleineren Krisen im Leben. Nicht jedoch bei richtiger Therapie. Was hier erforderlich ist, ist am schwersten durch Software umzusetzen. Es erfordert eine Art um die Ecke zu denken. Wenn mir ein Patient Symptome schildert und ich sie einer KI flüstere wird sie die nach ICD naheliegende Lösung auswerfen. Was fehlt ist das Bauchgefühl für ein „da stimmt was nicht“ was wen genauer nachfragen lässt. Das nachhaken was denn das angegebene Symptom genau für den Patienten bedeutet. Was nach Checkliste wie eine Depression aussieht kann eine Schizophrenie sein (auch die sind unglücklich,.ggf. antriebsarm und sind gedanklich sehr beschäftigt). Obwohl das völlig verschiedene Krankheiten sind, können die im Selbstbericht gleich aussehen. Und da kommt keine KI mit.
    Natürlich kann die KI das Schreiben von Arztbriefen übernehmen oder die Vermittlung von Informationen zur Krankheit.

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  5. Abkueko

    Zu Holgis Theorie hinsichtlich Psychopathen und gesellschaftlichen/staatlichen Systemen:

    Da muss ich widersprechen. Das entscheidende Merkmal der Psychopathie ist es doch alle Möglichkeiten zum eigenen Nutzen zu verwenden – und das ohne Rücksicht auf Verluste. Das geht in absolut jedem System. Jedes System hat Lücken die man nutzen kann.
    Und warum solche Leute auch im legalen reich werden: Psychopathen sind oft Zocker. Man stelle sich einen Unternehmer vor der vor einer Entscheidung steht. Nimmt er das Risiko bei der das Unternehmen durch die Decke oder beim Scheitern Pleite ist – oder den Pfad eines stabilen aber moderaten Wachstum? Viele Menschen hätten schlaflose Nächte weil sie nicht verantworten wollen, das alle Mitarbeiter des Betriebs arbeitslos würden. Da entscheidet man sich dann für mehr Sicherheit. Der Psychopath würde eher zocken. Dadurch scheitern viele, einige werden aber so richtig erfolgreich. Dann wenn alle anderen das Risiko meiden gehen die rein – das zahlt sich manchmal aus.
    Siehe auch Musk. Der hat oft genug seine Unternehmen fast gegen die Wand gefahren.

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  6. Abkueko

    @Holgi zur Psychopathie
    (ich kann nicht antworten auf bestehende Postings. Dann ist „Kommentar abschicken“ ausgegraut

    Ich weiß nicht was du meinst.

    Der Verweis auf die Wikipedia hilft mir da nicht. Was Psychopathie ist sollte ich wissen – die Therapie und Begutachtung von Straftätern ist mein Job.
    Daher wäre es hilfreich zu wissen wo du es anders siehst. Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt oder auch verrannt (die gesellschaftliche Auswirkung ist natürlich nicht mein Fachbereich)

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  7. Christine

    KI und Psychotherapie:
    Es existieren ja jede Menge besserer und schlechterer Psychotests, die man in der Regenbogenpresse und anderswo so machen kann. Das Ergebnis ist ja immer irgendwie eine Selbsterkenntnis. Einige sind seriöser, andere sind der totale Quatsch.
    Ich würde mir wünschen, dass es KI-gestützte Tests gibt, die anhand von Wahrscheinlichkeitswerten eine Vorabdiagnose erstellen können, wie ernst meine Verstimmung gerade ist und mir bei der Selbsteinschätzung helfen.

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  8. Mithrandir

    Heute auch mal wieder mein Senf:
    Ich habe auf Holgis ANregung Jeans und T-Shirts bei Manomama gekauft und war enttäuscht. Besonder die Jeans (mehrere) waren nach 1-1,5 Jahren kaputt, nicht nur im Schritt, der Stoff löste sich an verschiedenen Stellen auf.
    Bin dann wieder zurück zu Lands End. Die mögen nicht ganz so ethisch korrekt produzieren, aber die halten bei mir 3-4 Jahre. Theoretisch könnte ich sie danach zurückschicken und neue verlangen, weil sie eine lebenslange Garantie haben (Umtausch zu jeder Zeit ohne Angabe von Gründen), aber das wäre mMn auch unethisch.
    Zum Wort „Learning“ ist halt auch kürzer als „Lerneffekt“, auch nicht schlimmer als Ich gehe Aldi…

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  9. Florian

    Hätte ja nicht gedacht, dass ich bei der Wrintheit originelle Gedanken zu LLMs höre (es wurde ja schon viel – alles? – gesagt). Großartige Episode!

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