WR1400 Das Ende des Osmanischen Reiches

1922 endet das Osmanische Reich. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 5. September 2022 auf DLFnova.

Auch interessant: Das Sykes-Picot-Abkommen (WR538), Die Schlacht von Tours und Poitiers (WR747), Shifting Baseline

 

3 Gedanken zu „WR1400 Das Ende des Osmanischen Reiches

  1. Lars

    Im Sinne der von Holgi anfänglich indirekt quasi eingeforderten konstruktiven Kritik:

    Die Türkei ist seit Atatürk ausdrücklich kein säkularer, sondern folgt der Eigenheit eines speziellen türkischen Laizismus. Es gibt eben keine Trennung von Religion und Staat, sondern ganz im Gegenteil, eine aktive Kontrolle der Religion DURCH den Staat. Das erkennt man gut an der Existenz des Diyanet (sowas wie das “Religionsamt”: https://de.wikipedia.org/wiki/Diyanet_%C4%B0%C5%9Fleri_Ba%C5%9Fkanl%C4%B1%C4%9F%C4%B1). Das hat für viele Westliche Beobachter*innen aus der Ferne so lange wie Säkularismus gewirkt, wie dort Säkularisten saßen – teilweise wurde dort geradezu religionsfeindliche Politik betrieben (z.B. wurde in den 1920er Jahren des öffentliche Tragen des Fez-Hutes und traditioneller religiöser Gewänder verboten; es gab z.B. auch ein Kopftuchverbot an türkischen Universitäten). Die AKP fand also hervorragende Strukturen vor, um Religion wieder stärker ins Zentrum der Gesellschaft zu rücken, ganz vereinfacht gesagt gerade WEIL die Türkei eben laizistisch aufgebaut und staatliche Eingriffe in das Zusammenspiel von Religion, Gesellschaft und Alltagsleben gewöhnt war. Und nun sitzen an den Schalthebeln eben (quasi gegen die Idee des Erfinders) Religiöse, die das in ihrem Sinne nutzen.

    Ansonsten wie immer vielen Dank für die Sendung und beste Grüße!

    PS: Literaturtipp für Einsteiger*innen zum Thema Wandel vom ethnisch-türkischen Nationalismus der 1920er Jahre zum religiös-türkischen Nationalismus der 2000er: “Muslim Nationalism and The New Turks” von Jenny White (https://press.princeton.edu/books/paperback/9780691161921/muslim-nationalism-and-the-new-turks)

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  2. Martin

    Dann huldige ich mal: Ich habe mehrfach versucht mit “eine Stunde History” warm zu werden, stelle aber fest, dass mir dabei einfach der Dialog zwischen euch fehlt. Ich denke würdest Du es moderieren, Holger, wäre ich sicherlich regelmäßiger Hörer! 😀
    Danke euch beiden!

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