WR1317 Marsfinsternis (sozusagen unsichtbar)

Ruth Grützbauch ist Astronomin, betreibt in Wien ein Popup-Planetarium, und ich lasse mir von ihr erzählen, was es am Himmel nicht zu sehen gibt, obwohl es dort ist.

Darin: Finsternisse (Sonne am 25.10.22, Blutmond am 16. Mai 2022, Mars am 8.12.22) – Merkur – OrionOrion-MolekülwolkenkomplexRosettennebelEta CarinaeBranenkosmologieJames-Webb-Weltraumteleskop

13 Gedanken zu „WR1317 Marsfinsternis (sozusagen unsichtbar)

  1. iris

    wie unfassbar romantisch ist das denn, dass die rote farbe des mondes bei einer mondfinsternis der widerschein der ganzen sonnenauf- und untergänge auf der erde ist. danke für die faszinierende sendung!

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  2. hilti

    Ich dachte der Kühlkreislauf für das eine Instument wäre geschlossen und deswegen würde sich das Helium so wenig verbrauchen wie das Kühlmittel in meinem Kühlschrank und “nur” der Treibstoff würde die Lebensdauer begrenzen. Weiß da jemand (Ruth?) mehr?

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    1. Michael

      Nach meinem Verständnis ist das JWST rein passiv gekühlt. Deswegen dieser riesige “Sonnenschirm”. Dieser dient dazu den Spiegel selber als auch die Instrumente so kalt wie möglich zu halten. Zusätzlich zu der Position: Der Lagrange Punkt L2, im Schatten der Erde! Die Lebensdauer ist, abgesehen von technischen Defekten, rein von dem Treibstoff begrenzt, die benötigt wird das Teleskop zu positionieren und am L2 zu halten.

      Das war anders bei dem Herschel Teleskop. Das wurde via Helium gekühlt. Allerdings nicht wie in einem Kühlschrank in einem geschlossenen Kreislauf, sondern durch Verdampfen des Heliums. Ich vermute einen geschlossenen Kreislauf aufzubauen ist zu schwer, energiehungrig, aufwändig und würde zu viele Vibrationen erzeugen.

    2. hilti

      Nein, das hatte Ruth ja schon angemerkt. MIRI wird aktiv gekühlt. Aus der Wikipedia:

      MIRI (Mid Infrared Instrument) beobachtet kalte, weit entfernte Objekte im mittleren Infrarotbereich[5] (Wellenlängen zwischen 5 und 28,3 µm). Sie besteht aus einer Kamera mit drei identischen 1024 × 1024-Pixel-Detektoren und einem Spektrografen für spektroskopisches Mapping. Die Winkelauflösung beträgt ca. 0,19″. MIRI wird mit einem Kryokühler (Heliumkreislauf) aktiv gekühlt auf eine Temperatur von 6 Kelvin. MIRI basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen ESA, einem Konsortium aus staatlich geförderten europäischen Instituten und dem Jet Propulsion Laboratory und Goddard Space Flight Center der NASA. Die Nutzung von MIRI ist aufgeteilt auf 50 % ESA und 50 % NASA.

      Aber so wie ich das verstehe wird das Helium des Kühlkreislaufs nicht “verbraucht”.

    3. Michael

      OK, das da ein einzelner Sensor aktiv mit Kompressor gekühlt wird, war mir nicht bekannt. Danke für den Hinweis. Wieder was gelernt. Da war ich wohl während des Podcasts etwas zu sehr abgelenkt.

      Und ja das ist ein geschlossener Kreislauf mit Kompressor. Laut NASA gehen sie davon aus, dass der Kühlkreislauf “should last for many years.” Man kann es eher so lesen, dass die Mechanik oder Elektronik die Lebensdauer des Kühlaggregats bestimmt. (https://webb.nasa.gov/content/about/innovations/cryocooler.html)

      Die anderen drei Instrumente werden rein passiv gekühlt.

  3. Kaboom Supernova

    Vielen Dank fuer diese wundervolle Folge! Vor allem dadurch vollkommen, dass Ihr waehrend der gesamten Folge unsichtbar wart, ganz und gar verborgen.

    Was sich in der verborgenen Zeit zwischen der Aufnahme und der Veroeffentlichung – also zwischen den Jahren – noch ereignet hat, ist ein Vortrag ueber smarte Teleskope auf dem jaehrlichen Chaos Communication Congress, der dieses Jahr nicht stattfand.

    https://media.ccc.de/v/rc3-2021-chaosstudiohamburg-428-per-anhalter-durch-die-galaxis-und-du-kannst-live-dabei-sein-

    Fuer Menschen mit dem rechten Geldbeutel findet derzeit eine “Demokratisierung” der Astronomie bei Teleskopen statt. Aehnlich wie Quadrokopter vor ~ 10 Jahren der Allgemeinheit ohne Spezialexpertenfachwissen zugaenglich wurden, gibt es heute die ersten smarten Teleskope, die genau einen Knopf zum Ein- und Ausschalten haben. Dreibein Aufstellen, Einschalten, mit dem Smartphone/tablet verbinden, M33 (oder tausende andere Himmelsobjekte) eingeben, und das Ding zeigt einem den Dreiecksnebel, Messier 33, jetzt und live vom Himmel.
    Dabei ist exakte Ausrichtung nach Norden, Tracking, Foto-Stacking und vermutlich vieles mehr das smarte, um das man sich genau gar nicht mehr kuemmern muss.

    Darauf wollte ich passenderweise hier hinweisen (‘tschuldigung Holgi =).

    Wenn der Geldbeutel nicht passt: Oaschleckn

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  4. Devid

    Die Rückseite des Mondes sieht auch ganz anders aus als die Vorderseite.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mondr%C3%BCckseite
    Das ist schon viel viel ähnlicher dem Merkur.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Merkur_(Planet)#/media/Datei:Mercury_Globe-MESSENGER_mosaic_centered_at_0degN-0degE.jpg

    Wahrscheinlich ist es einfach so, daß die Mondvorderseite mit den Maren durch die gebundene Rotation einfach von der Erde geschützt ist, daß es einfach unwahrscheinlicher ist etwas abzubekommen. Nichtdestotrotz hat es ja irgendwas geschafft und den großen Krater Tycho erschaffen. 😉

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