WR1189 Der Friede von Lunéville

 

Der Friede von Lunéville von 1801 setzt Entschädigungszahlungen an die Kirche in Gang, die bis heute andauern. Matthias von Hellfeld erzählt.

Auch schön: WR797 Die Mainzer Republik

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 8. Februar 2021 auf DLFnova.

7 Gedanken zu „WR1189 Der Friede von Lunéville

  1. Boethi

    Danke, dass Ihr, also Matthias, auf den Unterschied zwischen Kirchensteuern und Staatsleistungen an die Kirchen sowie, Holgi, auf den Umstand, dass kirchliche Krankenhäuser und Kitas wiederum nicht davon bezahlt werden, hingewiesen habt. Das geht manchmal bei Kirchenkritikern wie auch bei Kirchenfans etwas durcheinander.

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    1. tim

      Wobei es auch bei Holgi immer so klingt, als würde er die Kirchensteuer als eine Steuer des Staates betrachten, deren Einnahmen an die Kirchen ausgeschüttet würden. Es mag haarspalterisch klingen, aber dem ist nicht so. Es sind Steuern, die von den Kirchen erhoben werden, und für deren Erhebung sie die Finanzbehörden als Dienstleister (gegen eine Gebühr) nutzen.

      Prinzipiell könnte jede Körperschaft des öffentlichen Rechts diesen Service nutzen. Wobei ich nicht sicher bin, ob sich das auf Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften beschränkt. Bei anderen Körperschaften würde man es dann halt nicht mehr Kirchensteuer nennen.

      Die Wikipedia listet hier https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchensteuer_(Deutschland)#Kirchensteuereinzug_durch_den_Staat mal auf, welche Religionsgemeinschaften auf diesem Wege ihre Mitgliedsbeiträge einziehen. Man findet dort auch diejenigen (auch Weltanschauungsgemeinschaften), die diese Möglichkeit hätten, aber nicht nutzen.

      Die Trennung von Kirche und Staat mag bei weitem nicht da sein, wo sie sein sollte. Dass die Infrastruktur der Finanzbehörden für den Einzug der Mitgliedsbeiträge genutzt wird, erscheint mir da ein eher geringeres Problem zu sein.

    2. Boethi

      @tim:
      Interessanter Punkt. Warum wird das dann überhaupt Steuer genannt? Normalerweise erheben doch nur Staaten Steuern. Ist das nicht eher ein einkommensabhängiger Mitgliedsbeitrag? (Und sollten andere dubiose Vereine, z.B. Bayern München, ihre Mtgliedsbeiträge nicht auch mit staatlicher Hilfe eintreiben können? 🙂 )

      Ein anderer interessanter Punkt wurde in einem der Interviews in der “Einen Stunde” angesprochen, aber leider nicht vertieft: Heute erhalten auch andere Religionsgemeinschaften Staatsleistungen. Warum dies der Fall ist, obwohl diese nicht von den in der Sendung besprochenen Enteignungen betroffen waren, bleibt leider unklar. Bei Wikipedia wird es mit Gleichbehandlungsgründen erklärt.

    3. Eule

      @ Titus:
      Nicht alle Gehälter, nur die für Amtsträger auf “Bischofs-Level”. Die “normalen” Dorfpfarrer und sonstigen Angestellten werden aus Kirchensteuereinnahmen bezahlt.

  2. Norbert

    Das hat mit dem Thema direkt nichts zu tun, ich möchte aber trotzdem drauf hinweisen. Der Youtube-Kanal “Voices of the Past” hat diesen Januar ein paar interessante Videos über das Soldatenleben zu Napoleons Zeiten veröffentlicht (jeweils um die 15 Minuten lange Lesungen aus Originaldokumenten):
    https://youtu.be/fH9Nz0OJkoc – Young Soldier Describes True Horror of Life in Napoleon’s Army (Russia, 1812) // Jakob Walter Diary
    https://youtu.be/qSJxTOjawOg – Napoleon Justifies His Disastrous Invasion of Russia (1812) // From His Diaries and Letters
    https://youtu.be/33zAdhrhdJA – Young English Soldier Describes Brutal Reality of Napoleonic Battle (1808, Portugal) Rifleman Harris

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  3. Tarifkenner

    Danke für die Sendung, die mal wieder große Bögen schlägt.

    Gleich am Anfang spricht Holgi den Ort Lunéville scherzhaft [Lunewill] aus und Matthias von Hellfeld korrigiert (auch scherzhaft?): [Lünwill]. Witzigerweise liegt die Wahrheit in der Mitte. Es heißt [Lünewill], das é wird gesprochen. MvH wechselt innerhalb der Sendung ein paar mal zwischen [Lünwill] und [Lünewill].

    Die Goldene Bulle wurde 1356 erlassen, also im 14. Jahrhundert, nicht im 15. Jahrhundert, wie MvH sagte.

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