WR1175 Transirischer Abgang

 

Darin wrintheitsgemäße Antworten auf Fragen nach dem Polnischen Abgang, Viel Geld, gebrochenen Herzen, Identifikation, Geschichten für den Enkel, Kind bleiben, Sprachnachrichten, Wegzugsprämien, Spannbettlaken, Bemerkenswertwürdigkeiten, Formaten, Falschdeutsch und Zahnärzten.

WR635: Wie Matthias von Hellfeld beinahe mal das Bernsteinzimmer gefunden hat.

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34 Gedanken zu „WR1175 Transirischer Abgang

  1. Christian von Praun

    Die Zahlen sind überall gleich hoch weil ein großer Teil der Maßnahmen nutzlos ist. Hier in Düsseldorf sieht man keinen wirklichen Unterschied zwischen lockdown und lockdown light. Jeder Blumenladen und jede Frittenbude hat auf…

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  2. Christian von Praun

    Mach dir keine Sorgen, Holgi, niemand nimmt dir eine Vergangenheit als Schläger ab. Alleine schon deine Paintballphobie spricht dagegen 😄

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    1. Titus von Unhold

      Doch, ich nehme sie ihm ab. Er hat schließlich auch eine BTM-Vergangenheit.

  3. Der Schuft

    Zur Frage der religiösen oder nicht religiösen Erziehung….
    Ich bin da voll bei Alexandra. Man sollte das in erster Linie pragmatisch sehen. Wenn es den Eltern viel bedeutet dann lass ich ich Kind eben taufen. Dem Kind ist das doch völlig schnuppe. Es aufgeklärt und glaubensfrei zu erziehen kann man es ja trotzdem.
    Und wenn irgendwann das Alter der Konfirmation naht kann das Kind selbst entscheiden (natürlich mit Rat und Tat der Eltern) ob es dabei mitmacht oder nicht.

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    1. Christoph

      Soweit ich weiß, hat die Taufe leider Konsequenzen, die man lieber vermeiden möchte, wenn man nicht gläubig ist, und sie dem Kind nicht antun möchte. Das Kind wird automatisch kirchensteuerpflichtig, ohne dass es sich selbst dafür entschieden hat.

    2. Donngal

      Das hab ich bei den ersten beiden Kinder so gesehen. Beim dritten dann nicht mehr. Ich habe nicht eingesehen, der toxischen Institution Kirche, die ich verabscheue soviel Macht zuzugestehen. Das dritte Kind blieb ungetauft, und der Rest der Verwandten hat es überlebt und geschluckt. Im gleichen Zuge sind die andern beiden auch aus der Kirche wieder ausgetreten worden durch uns.

      Und es fühlt sich gut und richtig an.

    3. Titus von Unhold

      Ich bin absolut entsetzt über die Leichtigkeit mit der die Kircheund ihre Rituale von den beiden geduldet wird. Nicht jeder ist so Religions- und Esoterikfeindlich wie ich, trotzdem hätte ich bei zwei so aufgeklärten Menschen mehr Widerstand erwartet. Für mich wäre eine anstehende Taufe ein Grund beim Familiengericht ein Eilverfahren anzustrengen, denn ich denke nicht dass Eltern das Recht haben gegenüber ihren eigenen Kindern so dermaßen Übergriffig zu sein.

  4. thomas e.

    Holgi, ich habe mitunter ein ambivalentes Verhältnis zu deiner Meinungsstärke – je nachdem ob ich die Meinung teile oder nicht schlichterweise. Bei deinem Staunen über das Maß an gesellschaftlichem Aufeinanderscheißen bin ich so komplett bei dir! Und es hat das ganze Jahr über gut getan mich in deinem Fluchen repräsentiert zu fühlen!

    Danke an euch beide für ein weiteres Jahr mit diesem mir liebsten aller Wrints 🙂

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  5. Boethi

    Die LEHRREICHE Unterhaltungsmatinee:
    Den Begriff “polnischer Abgang” hatte ich noch nie gehört und habe von Euch gelernt, was er bedeutet. Nach der Sendung frage ich meine Frau, ob sie diese Wendung kenne und was sie bedeute. “Nee, ich kenne nur “französischer Abgang” und das bedeutet desertieren, weil Franzosen so feige sind.” 🙂

    Alles Gute für 2021! Danke für die Wrintheit und nichts als die Wrintheit (und natürlich Realitätsabgleich, Trockene Bücher, Wochendämmerung, Anekdotisch Evident…)!

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    1. Wulf

      interessanterweise kenne ich das auch nur als “Französischer Abgang”, aber genauso wie du, Holger, das beschrieben hast, sich nämlich von einer Party unbemerkt zu entfernen. Und zwar explizit als Akt der Höflichkeit gegenüber dem Gastgeber, nicht die Party zu sprengen. So erklärt von meinem französischen Kollegen.

      Übrigens: die Deutsch-Deutsche Grenze war für Polen viel, viel durchlässiger als es sie für Deutsche je war. Meine Liebste ist Mitte der 80er schon aus Polen nach Deutschland zum Arbeiten emigriert, und damals noch häufiger hin- und hergereist, selbst als es die DDR noch gab.

  6. Johanna

    Ich teile nicht unbedingt die Meinung, dass so vielen Menschen die Mitmenschen egal sind, bezüglich der Rücksichtslosigkeit in Sachen Coronaverhaltensregeln. Ich denke , wir achten wie so oft auf die Menschen, die rücksichtslos sind und die große Mehrheit, die sich an die Regeln hält, fällt nicht auf.
    Ich denke auch, dass sich die hohe Inzidenz nicht nur damit erklären lässt, dass sich die Menschen nicht an die Regeln halten. Auch das Tragen von Masken schützt mein Gegenüber nicht zu 100 Prozent. Jedes Prozent mehr Schutz ist natürlich gut und wichtig, aber es bleibt immer ein Risiko.
    Wir sind auch soziale Wesen und brauchen den Kontakt zu Anderen, Einer mehr, einer weniger.
    Um Ansteckung zu vermeiden, müssten wir uns isolieren.
    Das Absurde ist ja, dass sich in meinem Bekanntenkreis vor Allem die Menschen infiziert haben, die besonders vorsichtig waren.
    Ich wünsche Euch und uns Allen ein gutes 2021

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  7. David

    Es gibt Spannbettlaken mit dem Namen r-up, wo ein Stofffähnchen – ihr ahnt es – oben rechts eingenäht ist. Das mußte aber auch erst 2020 werden, daß ich so etwas gefunden habe. 😉

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    1. Hendrik

      Oben rechts wenn man auf dem Bauch liegt oder wenn man auf dem Rücken liegt? 😉

  8. Hendrik

    Über das Wort “merkwürdig” stolpere ich auch immer wieder und denke, dass es meistens scheinbar “falsch” verwendet wird….
    Eigentlich alles, was irgendwie “besonders/interessant/auffällig” ist, ist es ‘würdig’, dass man es sich ‘merkt’, es wird in meinem Sprachgebrauch aber immer nur mit dem Bezug “seltsam” verwendet.

    Auch “komisch” ist so ein Wort… wörtlich betrachtet eigentlich etwas “lustiges”, aber auch oft gleichbedeutend mit “seltsam” oder eben “merkwürdig” verwendet…. zum Beispiel wenn irgendwas nicht funkioniert: “komisch, eigentlich habe ich das immer so gemacht und es hat geklappt… nur heute nicht”.

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    1. Titus von Unhold

      “Eigentlich alles, was irgendwie “besonders/interessant/auffällig” ist, ist es ‘würdig’, dass man es sich ‘merkt’,”

      Dafür gibt es das Wort “bemerkenswert”. 😀

  9. Michael

    Hallo ihr beiden! Danke für eure Sendungen! Sie bedeuten mir viel in dieser Zeit.

    Im Buddhismus (ich bin nicht religiös und ja das habe ich nur so aufgeschnappt) gibt es eine einfache Methode um die Identität festzustellen. Wenn jemand dir vorwirft du wärest

    * kein Deutscher,
    * faul,
    * ein mieser Koch,
    * ein mieser Radiomoderator,
    * ein Egoist,
    * hättest eine schlechte Sprache,
    * usw…

    Was ist bei solchen Vorwürfen deine innere Haltung? Bist du defensiv? Es geht dabei nicht darum ob der Vorwurf akkurat ist oder nicht. Ich finde diese Technik recht hilfrich um herauszufinden mit was ich mich zu viel oder zu wenig identifiziere und werfe manchmal bewusst Dinge ab. Wie beim Frühjahrsputz.

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  10. Peter B.

    Holgi, warst Du wirklich mal Mitglied einer Sekte und falls ja, würdest Du uns in einem Podcast mehr davon erzählen? Mich würde es interessieren.

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  11. Jonathan

    Endlich ist mein Sohn im Arm eingenickt, so dass ich meinen Kommentar doch noch einhändig eintippen kann!
    Eure Analyse zum polnischen Abgangs ist meines Erachtens falsch resp zumindest so nicht überall anwendbar. Ihr kommt zum Schuss, dass polnisch resp irisch wäre zu ersetzen mit einer andern Volksgruppe, die gemeinhin als weniger gebildet gilt, der schlechte Umgangsformen nachgesagt werden. nun, hier in der Schweiz lautet der Begriff französischer Abgang. und zumindest historisch betrachtet stehen die franzosen genau für das gegenteil von unkultiviert.Die Franzosen kennen den Ausdruck übrigens auch, beziehen sich da aber selbstverständlich nicht auf sich selbst, sondern auf die Engländer: Filer à l’Anglaise.
    Der Ausdruck geht zurück auf Mitte des 18. Jahrhunderts, als es für die Franzosen offenbar üblich war, ein Dinner oder einen Ball zu verlassen, ohne sich angemessen zu verabschieden.
    ICh verabschiede mich nun aber gut schweizerisch – ciao und herzlichen dank für eure Gespräche, die den Geist anregen und manchmal gar die Finger bewegen lassen
    Jonathan

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    1. Alexandra

      Man muss eine Gruppe ja nicht unbedingt entlang der Bildung oder der Kaufkraft abwerten. Auch lockere Sitten und Arroganz (den Franzosen durchaus vorgeworfen) können dazu dienen, den Anderen als Anderen zu markieren. Der jeweilige Abgang ist immer einer, den “unsereins” sich in dieser Form nicht erlauben würde.

  12. Sandra

    Bei Sprachnachrichten bin ich ganz bei Holgi, und ich gehöre zur Generation der 20-25 Jährigen. Das Problem ist, dass die jeweilige Person ihren Aufwand auf mich ablädt und dabei auch noch mindestens verdoppelt:
    – Selbst für eine perfekt formulierte und vorgetragene Nachricht benötige ich länger, als den äquivalenten Text zu lesen.
    – Ich kann nicht sinnvoll springen/querreferenzieren.
    – Ich brauche die richtige Umgebung – Kopfhörer oder Ruhe – und muss 100% aufmerksam sein.
    – Ich kann die Nachricht auch nicht anhören, wann ich will – ich weiß ja nicht, was drin ist. Könnte ja auch was wichtiges sein – Text kann ich dagegen überfliegen.

    So… und nur weil du zu faul bist, dir die 20s zu nehmen, um die Nachricht vernünftig zu tippen, soll ich mir jetzt hier die Mühe machen‽
    Forget it – wenn du mit mir kommunizieren willst, nimm dir gefälligst die Zeit, Text zu senden!

    Gibt da IMHO auch nur wenige Ausnahmen:
    – die Nachricht muss [i]jetzt[/i] gesendet werden und die Person kann gerade nicht tippen
    – die Person tut mir gerade einen großen gefallen (z.B. in dem sie eine komplexe Frage beantwortet)
    – man will wirklich Audio transportieren (z.B. wenn die nicht-anwesende Familie im Chor: “Frohe Weihnachten” sagt; darüber hab ich mich gefreut).

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    1. Alexandra

      Was von uns Gymnasiasten und Bildungsbürgern oft vergessen wird, ist, dass es vielen Menschen sehr schwer fällt, sich schriftlich auszudrücken. Viele Kinder in Haupt- und Mittelschulen z.B. mühen sich noch in der 7. und 8. Klasse mit dem Lesen und Schreiben ab; bis die einen Satz getippt haben, vergehen Minuten. Allein die Fähigkeit, Gedanken schriftlich klar zu formulieren ist eine Kompetenz, über die nicht jeder verfügt. Oder auch ältere Menschen Ü70, die nicht ihr Leben lang Buchstaben getippt haben und die Leertaste auf dem Telefon nicht finden…

  13. esureL

    Jo sorry, die Frage war am Ende wahrscheinlich doch etwas drüber.

    Aber vielen Dank für die Neujahrswünsche. Ebensolches für euch! 🙂

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  14. Mangnus (wie der Kölner sagen würde)

    Jippie, endlich einmal in der WRINTheit vorgekommen sein: lifegoal achieved ✓

    Ich hab in der Zwischenzeit (die Frage war ja WRINTheitsgemäß schon ein paar Jahre alt) auch weiter drüber nachgedacht und bin dabei auch auf die Anglo-Amerikanische Formulierung “Irish Exit” gestoßen. Sie hat mich zu einer weiteren Theorie gebracht: Beiden Volksgruppen, den Iren sowie den Polen, wird ja eine große Leidenschaft zum Alkohol nachgesagt. Nun weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung, dass ich den Polnischen Abgang (bzw. den Irish Exit) immer dann praktiziere, wenn ich auf einer Party so betrunken bin, dass mich ein großes Verabschiedungs-Tamtam schlicht überfordern würde.

    Davon abgesehen fand ich Alexandras politische Erklärung so einleuchtend, dass sie mir als die plausibelste erscheint. Es ist definitv die Erklärungs-Version, die ich beim nächsten Mal klugscheißern auf Partys zum Besten geben werde – vorausgesetzt ich bin nicht zu besoffen.

    Danke für die schöne Überraschung und viele Grüße an Holgi und Kadda: schön dass Ihr die Erkrankung so gut weggesteckt habt. Da haben wir alle mal verdammtes Glück gehabt!

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  15. Bastian

    Habe gerade die letzte Wrintheit gehört und bin auf meine alte Frage gestoßen. Ich hoffe, ich habe die richtige Fake-E-Mail-Adresse von damals wieder angegeben (hab da anscheinend mittlerweile den Zugriff auf den Account verloren, darum kann ich es nicht mehr überprüfen…)

    Erst mal Danke, dass ihr die Frage beantwortet habt. Tatsächlich ist mein Sohn mittlerweile drei Jahre alt. Und tatsächlich ist er immer noch nicht getauft. Und leider ist daraus in unserer Familie ein offenes Geheimnis geworden. Ich schaffe es nicht, das Thema anzusprechen und meine Eltern auch nicht. Sie haben es entweder akzeptiert oder sie denken, dass wir die Taufe nur auf Grund vieler Umstände (mein Vater war erneut länger krank; jetzt kam Corona) nur aufgeschoben haben.

    Eigentlich würde ich Alexandras Rat zustimmen. Es sind aber zwei Dinge in der Realität für mich doch schwieriger:

    1. Die Taufe allein würde sicher nicht ausreichen, um den schönen Schein zu wahren. Meine Eltern hätten sicher auch weitere Erwartungen (Besuch von Kindergottesdiensten usw.), die dann schon meinen Sohn halt doch beeinflussen würden. Es ist halt doch nicht mit ein bisschen Taufe-und-Konfirmationstheater erledigt…

    2. Auf der anderen Seite hab ich eben auch ein starkes Verantwortungsgefühl gegenüber meinem Sohn. Ich kann ihm einfach keinen Unfug erzählen. Ich sehe, wie sehr er noch ein unbeschriebenes Blatt ist – und in mir sträubt sich alles, ihm Dinge zu erzählen, die ich für falsch halte. Vor allem, wenn ich eben sehe, dass mein Sohn eben auch ohne Kindergottesdienste und ohne allabendliches Beten bis jetzt ganz glücklich groß geworden ist.

    Neulich hatte ich es mit einem Bilderbuchfassung der Weihnachtsgeschichte versucht und es fühlte sich einfach falsch an, einem Kind etwas vom Jesuskind und seiner Sündenerlösung zu erzählen. Nicht wegen der Geschichte selbst – sondern, weil diese Geschichte so unendlich viel impliziert, von dem ich weiß, dass es nicht richtig ist.

    Der Zwiespalt hat sich also leider bis heute nicht aufgelöst. Ein bisschen bin ich erschrocken, dass jetzt schon bald vier Jahre vergangen sind, dass ich euch die Frage gestellt habe und dass ich eigentlich keinen Schritt weiter gekommen bin.

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    1. Christian1313

      Danke für die Rückmeldung deinerseits.

      Mit zwei kleinen Kindern kann ich dich verstehen.
      Ich habe das Glück in einer nicht religiösen Familie aufgewachsen zu sein.

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