WR1149 125 Jahre Kino

 

Das Kino ist gerade mal 125 Jahre alt. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 26. Okrober 2020 auf DLFnova.

7 Gedanken zu „WR1149 125 Jahre Kino

  1. Mario

    Zur Diskussion über Skandalfilme aus der jüngeren Vergangenheit fällt mir “Die Zerstörung der CDU” von Rezo ein. Das wurde sogar in den Zeitungen relativ lang diskutiert, Leute aus der Politik gaben ihre Meinungen dazu ab, die Medien wollten alle exklusive Interviews mit diesem blauhaarigen Youtube-Heini, den sie zum Teil nicht ernst nahmen. Auch normale Leute kannten plötzlich den seinen Namen und hatten eine Meinung zu seiner “Zerstörung”. Mittlerweile steht das Video bei 17 Mio. Klicks.

    Das ist zwar alles kein Kino im klassischen Sinn, aber an Regie, aufwändiger Produktion und Inhalt mangelt es diesem Film bzw. Youtube-Video nicht.

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  2. Christian

    Kleine Korrektur zu “Im Westen nichts Neues”: Remarque war gar nicht lange an der Front, nur etwa 6 Wochen von Mitte Juni bis Ende Juli 1917. Dann wurde er durch Artilleriebeschuss verwundet und lag bis Kriegsende in Duisburg im Lazarett.

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  3. Ralf Diel

    Wie immer eine tolle Sendung euch beiden.

    Ich fürchte, dass Medienkompetenz in Zeiten des digitalen “Films” allein nicht mehr ausreicht.
    Im Gegensatz zum analogen, belichteten Film besteht schon jetzt die Möglichkeit mit den entsprechenden Werkzeugen jedem einzelnen Pixel eine gewählte Farbe zuzuordnen.

    Neuronale Netze, in Verbindung mit aktueller, ebenso erhältlicher Technik, helfen dabei.

    Was früher großer Aufwand war, gelingt fast von allein.

    Es gibt keine Wahrheit des bewegten Bildes. (mehr)

    Interessante Berichte dazu findet man auch auf YouTube.

    Besonders interessant der Kanal “Two Minute Papers”, auf dem regelmäßig über diese Techniken berichtet wird.

    Und mit mehr Rechnerleistung geht’s halt flotter, das fälschen….

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  4. Karsten

    Der aktuellste Skandalfilm ist doch die Neuverfilmung von Mulan.

    Textklau aus Wikipedia: “Disney wurde wegen Dreharbeiten zu Mulan in der chinesischen Provinz Xinjiang kritisiert. Der Abspann dankt einer staatlichen Sicherheitsbehörde in der Provinz Xinjiang, wo etwa eine Million Menschen – zumeist muslimische Uiguren – in Umerziehungslagern verhaftet sein sollen. Der Film war bereits Ziel eines Boykotts, nachdem seine Hauptdarstellerin ein hartes Durchgreifen gegen Demonstranten in Hongkong unterstützt hatte. Disney hat den Streit um die Drehorte und den Abspann nicht kommentiert.“

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  5. Simon Pfirsich

    Schönes Thema, ich fand den Kontext mit Wilhelm II sehr spannend.
    Zum Thema Medienkompetenz möchte ich zwei Punkte ergänzen. Denn für mich klang es so, dass ihr meint, wir hätten heute eine ausgereiftere Medienkompetenz als um die Ursprungszeit des Kinos. Das finde ich zu kurz gedacht, denn:
    1. War die damalige Medienkompetenz durchaus angemessen groß, insbesondere bzgl. “sozialen Medien” (ja!). Gemeint ist quasi alles außer Zeitungen, also Briefe, Telegrafie, Flugschriften usw. Erst auf zentralisierte bzw. Massenmedien wie eben Zeitungen und später Radio und Fernsehen waren damalige Medienkompetenzen gewissermaßen noch nicht vorbereitet, sodass diese zu so mächtigen Werkzeugen für Diktatoren wurden, wie ihr ja angesprochen habt. Das liegt aber nicht per se daran, dass die Medienkompetenz zu niedrig gewesen wäre, sondern eher an der Macht der Neuartigkeit von z.B. Radio und Kino. Hierzu als Lesetipp Tom Standage: Writing on the Wall.
    2. zu dem Punkt alles für bare Münze zu nehmen, was man auf der Leinwand sieht, eine Randnotiz: Das sogenannte Pré-Cinema, also analoge Bewegtbildmedien, aus denen sich u.a. das Kino entwickelte, wurde damals zu innovativen wissenschaftlichen Zwecken genutzt und hat häufig tatsächlich “die Wahrheit” erst erfahrbar gemacht. Die Skladanowskys, Lumières und viele andere haben jahrelang mit solchen Bewegtbildmedien experimentiert, bis sich daraus das Kino ergab. (wieder ein Lesetipp: Friedrich Kittler: Optische Medien)
    Ein bekanntes Beispiel ist die Serienfotografie von Eadweard Muybridge, der den Pferdegalopp untersuchte, das gleiche gab es auch zuhauf mit Vogelflug, Menschen und anderen Tieren. Noch spannender finde ich aber die Arbeiten von Étienne-Jules Marey, der bei den Olympischen Spielen in Paris 1900 eine Kamera in Form eines Gewehrs eingesetzt hat, um mit Serienfotografie die Bewegungstechnik der damals überlegenen amerikanischen Athleten geradezu auszuspionieren.
    Schöne Geschichte – aber es ist sicher zu weit gegriffen, dass die damaligen Menschen deshalb dachten, das Kino müsse die Wahrheit zeigen. Und als das Kino im dritten Reich für Propagandazwecke missbraucht wurde, hatte sich der Film schon längst als (mitunter sehr surrealistische) Kunstform etabliert und die Zuseher konnten das durchaus einordnen.

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