WR1052 LK: Platon (fixed)

 

Thomas Brandt ist Sozialkundelehrer und erteilt mir Politikunterricht. In der ersten Stunde des Leistungskurses schweifen wir von Platon (und dessen Lehrer Sokrates) ab.

Ausführliche Shownotes und Unterstützungsmöglichkeiten gibt’s in Thomas’ Blog.

In der ersten Veröffentlichung war eine Tonspur teilweise weg. Der Fehler sollte jetzt behoben sein.

Buchtipp: David Wallace Wells – Die unbewohnbare Erde*

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7 Gedanken zu „WR1052 LK: Platon (fixed)

  1. Christian

    Okay, verstehe. Die Schulempfehlung am Ende der vierten Klasse beruht einfach nur auf Plato.
    Kohle = Hauptschule, Eisen = Realschule und Gold = Gymnasium.
    Dann kann das ja nur gut sein! #allHailTheBayerischesKultusministerium

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  2. frm

    “russische Anarchisten spar ich mir jetzt.”

    Schade, Kropotkin z.B. wäre sicher der Rede wert und passte sehr gut zu Holgis manchmal geäußerten Ansichten bzgl. menschlicher Kooperation. Vielleicht überlegst du dir es ja Mal für Nachsitzen 😉 (oder z.B., was die Kurden da aus Bookchin machen.)

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  3. Alter Bolschewik

    Dass Platon und Aristoteles erst in der Renaissance mit Umweg über die Araber neuentdeckt worden wären, ist eine ziemlich unausgegorene Behauptung.
    Aristoteles war *die* philosophische Referenz der mittelalterlichen Philosophie. Ohne Aristoteles keinen Thomas von Aquin. Platon wirkte eher indirekt, vermittelt durch die Kirchenväter. Hier stimmt es, dass eine breite Rezeption der Originalschriften erst in der Renaissance stattfand, das war aber wiederum nicht durch die Araber vermittelt, sondern über Byzanz.
    Richtig ist auch, dass die arabische Rezeption der griechischen Philosophie früher einsetzte als im christlichen Abendland; Avicenna (980 – 1037) und Averroes (1126 – 1198) sind die bedeutendsten Vertreter des arabischen Aristotelismus (von Ernst Bloch als “aristotelische Linke” bezeichnet), die auch die christliche Aristotelesrezeption des Mittelalters nachhaltig beeinflußt haben, aber das war lange vor der Renaissance.
    Schief sind auch die Behauptungen über das Verhältnis von Sokrates und Platon. Platon referiert in der Politeia sicherlich keine Gedankengänge von Sokrates. Man geht davon aus, dass bestenfalls die frühen Dialoge einigermaßen authentisch die Sokratische Methode überliefern. Die enden auch meistens wie das Hornberger Schießen: Am Schluss sind alle Gewissheiten zertrümmert und alle Fragen wieder offen.
    Diese kritische Methode der Dialektik wird bei Platon immer weiter zurückgedrängt. Die Ideenlehre ist mit großer Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht mit der Sokratischen Methode vereinbar, sondern Platons Gegenentwurf zur Sokratischen Skepsis. Die Politeia selbst ist dann über weite Strecken überhaupt kein echter Dialog mehr, sondern Darlegung einer Lehre, etwas, was Sokrates wahrscheinlich verabscheut hätte.

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  4. Norbert

    Bei Konfuzius ist Euch eine Null zu viel untergekommen. 100 Jahre vor Platon passt besser, ca 550-480 v.Chr. Das war die Zeit der Streitenden Reiche, der letzten Epoche vor der Gründung des Chinesischen Kaiserreichs.

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  5. Detmar

    Alle obigen Korrekturen mal beiseite: diese Folge hat mich in Bezug auf unser heutiges politisches System und mein Anspruchsdenken an Politiker sehr zum Nachdenken gebracht. Vielen Dank dafür!

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