WR948 Margaret Thatcher

 

Im Mai 1979 wird Margaret Thatcher Premierministerin von Großbritannien. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 27. Mai 2019 auf DLFnova.

 

6 Gedanken zu „WR948 Margaret Thatcher

  1. Tarifkenner

    Als einen Grund, warum sich Deutschland nach 1945 wirtschaftlich schneller erholte als das Vereinigte Königreich nennt Matthias von Hellfeld den Marshall-Plan. Die Bundesrepublik Deutschland erhielt im Rahmen des Marshallplans 1,4 Milliarden USD, das Vereinigte Königreich bei geringerer Einwohnerzahl mehr als doppelt soviel, nämlich 3,4 Milliarden USD. (Auch Frankreich und Italien bekamen in absoluten Zahlen mehr Marshallgelder als Deutschland.)
    Die Kolonien beziehungsweise ihr Abfallen vom Empire, auf die MvH ebenfalls hinwies, erklärt die langsamere Erholung des Vereinigten Königreichs vermutlich besser. Ich habe auch mal gehört, die Demontage alter Industrieanlagen durch die Aliierten hätte der deutschen Industrie im Ergebnis genützt, weil man so Industrien auf dem technisch neuesten Stand aufbauen musste, während man im Vereinigten Königreich mit der veralteten Technik weiter arbeitete. Aber da lässt sich vermutlich schwer eine Kausalität nachweisen.

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    1. hilti

      Wobei Demontage durch die Westalliierten kaum stattfand während die Sowjets sich im Osten schadlos hielten. Außerdem werden die Zerstörungen oft überschätzt. Bis 1944 gelang es den Nazis trotz allem die Waffenproduktion zu steigern.

      Zitat aus der Wikipedia zum Wirstschaftswunder:

      Trotz der schwierigen Ausgangslage nach der bedingungslosen Kapitulation im Jahre 1945 waren im Gebiet der späteren Bundesrepublik anders als etwa im Hinblick auf großstädtischen Wohnraum etwa 80 bis 85 Prozent der Produktionskapazitäten unzerstört geblieben. Die Gesamtkapazitäten nach dem Krieg übertrafen sogar jene des letzten Friedensjahres 1938

      Die Wikipediaseite zum Nachkriegsboom ist auch interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/Nachkriegsboom

    2. Tarifkenner

      Dass die Westaliierten kaum Demontage betrieben, stimmt. Aber die Sowjetunion hielt sich nicht nur in ihrer Besatzungszone schadlos, sondern auch in den drei Westzonen, insbesondere im Ruhrgebiet. “Der Gesamtwert der demontierten Anlagen wurde für Westdeutschland auf bis zu 5,4 Mrd. DM geschätzt, für die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) bzw. DDR auf bis zu 5 Mrd. DM.” Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Demontage_(Reparation)
      Bei einem Dollarkurs von 4,20 DM entspricht der Wert der in Westdeutschland demontierten Anlagen größenordnungsmäßig den Zuwendungen aus dem Marshallplan.

  2. Peter

    Die Mythen zur Nachkriegszeit sind ja wirklich nicht totzukriegen, in dieser Folge fehlten nur die Trümmerfrauen. Tarifkenner und hilti haben ja schon auf die wirtschaftlichen Irrtümer hingewiesen

    Sonst war es aber ganz unterhaltsam und informativ, danke!

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