WR884 Der Hartzer bringt’s vorbei

 

Die letzte Wrintheit – Lange Texte – Precht schlecht – Buchtipp: Homo deus* – Schulkonzerte – Zweirad-Diebstahl – Mobilität (Twike 5) – Hartz 4 – Kontinuierliche Verbesserung – Das Wetter

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107 Gedanken zu „WR884 Der Hartzer bringt’s vorbei

    1. Florian Helling

      Aber auch nur aus ökonomischen Gründen:

      »But until it becomes fully automated, the operating cost of all passenger transport is at least 70 percent labor. The driver’s time is far more expensive than maintenance, fuel, and all the other costs involved.«

      Aber in 10-15 Jahren werden die ohne Menschen am Steuer und elektrisch den perfekten ÖPNV ergeben. 24/7 und überall verfügbar, billig, kein Warten und kein Umsteigen mehr.

    2. Abkueko

      Da teile ich deine Haltung (und die der Doku) nicht. Die Fragestellung ob die funktionieren ist eine absolute. Also ob dieses System allein XY bewirkt. Das ist natürlich nicht der Fall – egal bei welchem.

      Niemand schafft das Auto ab, weil es jetzt eine Carsharingstation gibt. Diese Systeme sind stets nur als Ergänzung zu einem guten ÖPNV sinnvoll. Denn dann sinkt der Drang sich ein Auto zu beschaffen. Wenn also alle üblichen Fahrten mit ÖPNV/Rad gehen und man nur gelegentlich ein Fahrzeug braucht. Ähnliches gilt für Berlkönig, Uber, Car2go und sogar Radverleihsysteme. Ohne ÖPNV haben die keine Wirkung.

      Ich wäre übrigens gern einer dieser Gruppe. Ganz ohne Auto will ich nicht leben. Die Möglichkeit bestimmte Orte zu erreichen oder schwere Einkäufe machen zu können ist mir wichtig. Dafür benötige ich kein eigenes Auto… ein verfügbares Fahrzeug für 1 oder2mal im Monat würde reichen.

      Nicht zuletzt haben diese Systeme eine eher präventive Wirkung. Wer ein Auto hat, gibt es ungern wieder ab. Aber wer noch keins hat, kann so davon abgehalten werden eins zu beschaffen.

    3. holgi Beitragsautor

      „Niemand schafft das Auto ab, weil es jetzt eine Carsharingstation gibt.“

      Doch. Ich.

    4. holgi Beitragsautor

      Nein. Der ist aber lediglich ein Hobby, vergleichbar vielleicht mit einem Boot. Ich habe 2014 mein Alltagsauto verkauft, weil es die verschiedenen Carsharing-Angebote gibt. Den Benz brauche ich nicht und ich nutze ihn auch nicht, wie man normalerweise ein Auto nutzen würde. Selbst wenn ich heutzutage ein Auto brauchen, um irgendetwas in der Stadt zu erledigen, greife ich fast immer auf Drive Now und Ähnliches zu.

    5. Mithrandir

      Aber ads triffts doch genau. Für die meisten ist das auto Hobby und Leidenschaft. Wenn es nur um Fortbewegungsmittel ginge, würden 80 Prozent einen Smart oder was ähnliches fahren. Und damit wäre der Umwelt und dem Verkehr schon viel geholfen. Staus, wenn es sie noch gäbe, wären nur ein Drittel so lang.

    6. holgi Beitragsautor

      Ich habe vielmehr den Eindruck, die meisten bilden sich ein, genau das Auto zu „brauchen“, das sie haben. Ich höre jedenfalls nie „weil ich‘s geil finde“ als Antwort auf die Frage, warum es ein SUV sein muss, dafür aber jede Menge bizarrer Gründe 😃

    7. Abkueko

      „Doch. Ich.“
      Ich unterstelle, auch du nicht. Ohne halbwegs annehmbaren ÖPNV hättest du den Wagen doch nicht abgeschafft. Es dürfte doch eher der letzte Teil gewesen sein, der dich überzeugte.

      In Studien zum Nutzen von Carsharing wird das nicht berücksichtigt. Da wird die notwendige Qualität des ÖPNV ausgeblendet. Das Carsharing allein schafft das nicht – sehe es aber als erforderlich für das Gesamtpaket „Mobilität ohne eigenes Auto“ an.

    8. holgi Beitragsautor

      „Ohne halbwegs annehmbaren ÖPNV hättest du den Wagen doch nicht abgeschafft“

      Das stimmt (letztlich aber auch nur deshalb, weil ich per Carsharing nicht mach Potsdam zur Arbeit komme – beziehungsweise es wesentlich teurer wäre, als dafür ein eigenes Auto vorzuhalten).

  1. robert krininger

    Im Januar habe ich die Möglichkeit den neuen Audi e-tron probezufahren. Ich spiele mit dem Gedanken mir dieses reine E-Fahrzeug zu kaufen. Als ich den Verkäufer nach einer optionalen E-Standheizung für dieses Fahrzeug fragte, konnte er mir das noch nicht sagen, und schob gleich hinterher: „Naja, sind wir doch mal ehrlich, Elektroautos werden definitiv nicht die Zukunft sein.“ Klopfte mir auf die Schulter und schielte mit einem Grinsen auf den Q8 neben‘ uns 🤔😂

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die Probefahrt und hoffe ich bekomme das Fahrzeug auch über Nacht, da ich sehr neugierig bin wie sich die Batteriekapazität bei einer kalten Winternacht, ohne Aufladevorgang, reduzieren wird. Die Batterie wiegt übrigens 699 kg und gewährleistet eine Reichweite von 400 Kilometern 🙃 Das ganze Fahrzeug wiegt übrigens 2,5 Tonnen!

    Antworten
    1. Meyk

      Hallo Robert, die aktuellen E-Fahrzeuge haben alle eine programmierbare und, bei vorhandener App , fernbedienbare elektrische Standheizung. Leider ist es oft so das Verkäufer in den Autohäusern entweder nicht geschult sind oder bei den Schulungen „schlafen“ da sie konventionelle Fahrzeuge lieben und verkaufen wollen. Ich selbst fahre E-Golf beschäftige mich seit ca. 4 Jahren mit dem Thema E-Mobilität.

  2. Torsten

    Ich fürchte beim Publizieren dieser Folge ist etwas schief gelaufen. Sie taucht bei mir leider nicht im Feed auf. Ist nur mein Podcatcher kaputt oder geht das noch jemandem so?

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  3. micha

    die technischen daten zum twike 5: http://twike.com/twike-5/konzept.html

    1 Akku: 10,5 kWh – Leicht, effizient und preiswert – Reichweite: 75/130/185 km* – Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
    2 Akkus: 21 kWh – Ideal für entspanntes Reisen – Reichweite: 150/260/370 km* – Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
    3 Akkus: 31,5 kWh – Die entfesselte Leistung – Reichweite: 225/385/500 km* – Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

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  4. micha

    genau, neben Big In Japan von Alphaville und Life Is Life von Opus, ist The Final Countdown von Europe eines der schrecklichsten Lieder der Vergangenheit! 😉

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  5. Clemens

    Ich denke, beim Energieverbrauch unserer IT-Infrastruktur geht es nicht um den Akku im Telefon, der immer viel zu schnell leer ist. Was vielen Nutzern fehlt, ist das Bewusstsein dafür, dass jede Aktion am Smartphone eine Kaskade von Servern am Rödeln hält. Wir schrauben LED-Leuchtmittel in die Fassungen und verheizen die eingesparte Energie durch permanentes Refreshen der Timeline …

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    1. Simon

      Ich möchte auch darauf hinweisen das Hypetechnologien wie die Blockchain, absurde mengen Energie verbraucht. Das hat zwar nichts mit dem Buzzword „Cloud“ zu tun, aber jede Blockchain Infrastruktur braucht durchgängig Rechenleistung um Hashes zu rechnen. Der Energieverbrauch von „Bitcoin“ alleine
      ist laut dem Abstract dieses Artikels (https://www.cell.com/joule/fulltext/S2542-4351(18)30177-6) bei etwa 2,55 Gigawatt. Irland hat wohl etwa einen Gesamtverbrauch von 3,1 Gigawatt.

      In meinen Augen ist es schon gerechtfertigt ökologische Kosten vs. Nutzen der Digitalisierung in Frage zu stellen. Reicht ja schon wenn man gewisse Technologie verzichten würde.

    2. Titus von Unhold

      Die zumindest in Europa in arktischen Serverfarmen mit Wasserkraft betrieben und mit Außenluft gekühlt werden.

    3. Clemens

      Auch ein Beitrag zur Klimaerwärmung. Möglicherweise sogar eine Strategie russischer Hacker bzw. Putins, um die lästige Polkappe rascher abzuschmelzen …

    4. Clemens

      Die Spitze des Eisbergs erkannt zu haben, bewahrt bekanntlich nicht vor dem Untergang.
      Die Frage ist doch mehr, ob man das beim derzeitigen Trend zu erwartende Ende überhaupt noch hinauszögern soll. Das notwendige fundamentale Umdenken sehe ich jedenfalls nicht kommen, weder von oben, noch von unten. Da hilft – mal so den Mobilitätssektor herangezogen – auch kein Elektroauto. Ein Ansatz wäre eher eine Umgebung, die sich autolos, ohne Einschränkungen empfinden zu müssen, »beleben« lässt.
      Zum Beispiel würde der Supermarkt im Ortskern statt an der Peripherie ein Auto für den täglichen Bedarf an lebensnotwendigen Gütern weitestgehend obsolet machen. Was ich aber sehe, ist, dass jedes Kaff seine Nahversorger an der Peripherie siedeln lässt, ist ja angenehmer für die großen Zustell-Lkws. Was ich da sehe ist völliges politisches Versagen, vermutlich durch sehr kurzfristiges Denken, möglicherweise durch gezielt gesteuerte »Vergünstigungen« …

    5. Titus von Unhold

      Eine Lösung wäre aus der Energiesteuer eine CO2-Abgabe zu machen, die neben Kraftstoffen auch Kohle, Holz und Zement beinhaltet. Alleine der Bausektor verursacht 11 mal mehr CO2 als der Flugverkehr. Wenn man dann zusätzlich aus der Ökosteuer eine Umlage von Dinosauriern zu regenerativen Energieträgern macht um diese Steueraufkommensneutral zu fördern, wäre viel gewonnen.

    6. Jan

      Man muss den Stromverbrauch von Bitcoin aber auch mit dem Vergleichen was es versucht zu ersetzen. Ist die Frage ob des internationale Banken Netzwerk weniger Strom Verbraucht, zudem es bei Bitcoin schon neue Technologien gibt die es um ein vielfaches effizienter machen, z.B. Lightning Network. Ich wurde mal behaupten dass Bitcoin da nicht so schlecht abschneidet.

  6. carsten

    Ich bin bei den Überlegungen zu Arbeitsplatz- und Wohnortwahl ganz bei Holgi. Die Ideen zu CarSharing und Elektromobilität sind ja ganz interessant aber sollte man daneben nicht auch grundsätzlich überlegen, ob es sinnvoll ist, jeden Tag aus dem hamburger Umland in die Innenstadt zu fahren? Ich bin in einer ganz ähnlichen Lage und pendele mit den Öffis nach Hamburg rein, ein Weg von Tür zu Tür 1:20. Wenn all wir Pendler nur einen Tag in der Woche von zuhause aus arbeiten könnten, dann wäre schon viel gewonnen! Ich habe mir mit meinem Arbeitgeber eine solche Regelung organisiert und der Gewinn an Lebensqualität ist für mich und meine Familie schon immens! Ja, für viele ist es vielleicht nicht so leicht möglich, weil die Arbeitsprozesse einfach nicht auf verteilte Teams ausgerichtet sind, aber ist das nicht auch etwas, wo ein Umdenken nötig ist?

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Stimmt. Zuhause arbeiten hatte ich auch noch im Kopf, dann aber doch vergessen. Da scheint mir ein enormes Potential zu liegen – längerfristig sogar auch für eine Umverteilung von Arbeit (aber das ist noch utopischer als alles andere, was ich mir so ausdenken kann).

  7. Kilian

    Übrigens ist Smart die erste klassische Automarke die komplett auf Elektroantriebe umstellen wird. Man kann den letzten Benziner am 31.03.2019 bestellen – ab dann nur noch als E-Wagen.

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    1. holgi Beitragsautor

      Hach… Wenn ich mir einen so konfiguriere, wie ich ihn gerne hätte, kostet er 24.000,- Euro. Dabei brauch ich nichtmal Schnickschnack :'(

  8. Titus von Unhold

    Holgis neues Lieblingsnachrichtenportal T-Online haut derzeit eine Meldung nach der anderen zum Thema Armut raus. Wenn man mal in die (moderierten!) Kommentare schaut, sieht man dass da eine enorme Welle von Beschimpfungen der angeblichen Schmarotzer angespült wird. Das rechtspopulistische „Ich habe gearbeitet!!!11!“ ist da sehr weit verbreitet. Das DIW (glaube ich zu erinnern) hat diese Woche ein paar Zahlen zum „Leistungsprinzip“ veröffentlicht. Nahezu die komplette Bevölkerung in Deutschland ist der Meinung, dass jemand der nicht arbeitet auch nicht durch alimentierung am sozialen Leben beteiligt werden soll.

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    1. Titus von Unhold

      Exakt. Man schaue sich die Grafik in Marcel Fratzschers Kolummne in der Zeit an, da kann einem Angst und Bange werden:

      https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-11/gerechtigkeit-sozialstaat-demokratie-steuern-leistungstraeger-gleichheitsprinzip/komplettansicht

      Die Daten dahinter sind auch in etwa das, was man von den Anhängern der Parteien erwartet. Mit Ausnahme der AfD, die zumindest sozialpolitisch ein Sammelbecken für Anhänger aller politschen Richtungen zu sein scheint.

      https://www.diw.de/de/diw_01.c.606704.de/presse/diw_aktuell/was_macht_gerechtigkeit_aus_deutsche_waehlerinnen_befuerworten_ueber_parteigrenzen_hinweg_das_leistungs_und_das_bedarfsprinzip.html

  9. Schpr

    Das Anrufsammeltaxi gibt es bei mir auch. Es dient vor allem dazu, dass der RMV die an ihn gestellten Bedingungen erfüllt, ohne Nachts oder am Wochenende Busse einsetzen zu müssen. Dafür gibt es genauso, wie bei Buslinien, einen festen Fahrplan und wenn sich genug Leute finden kommt ein Kleinbus und fährt die Strecke ab. Die Fahrt kostet 2-3€.

    Antworten
    1. Mithrandir

      Anrufsammeltaxi oder AST wie wir es nenne funktioniert bei uns so.
      Ein Gemeindeverbund (Umkreis etwa 15km) bezahlt ein Taxiunternehmen das durchzuführen.
      Es gibt feste Haltestellen und „feste“ Abfahrtzeiten. Du musst eine Stunde bevor du fahren willst anrufen und das Taxi zu der gewünschten Stelle bestellen. Dann sitzt du gegebenenfalls mit anderen im Auto, die zuerst heimgebracht werden. Du zahlst dafür 3 Euro, egal wohin. Wird meistens von Menschen genutzt, die auf einer Party was trinken wollen.
      Abfahrtszeiten.
      Wenn du mit dem Zug spät ankommst und willst noch in deinen Heimatort, wartest du schlimmstenfalls 1 Stunde.
      Montag bis Donnerstag 19.30 Uhr bis 01.30 Uhr
      Freitag 19.30 Uhr bis 02.30 Uhr
      Samstag 16.00 Uhr bis 02.30 Uhr
      Sonntag 10.00 Uhr bis 01.00 Uhr

    2. Bernhard K.

      Die Sammeltaxis, die ich benutzt habe, fuhren genau die Strecke einer Buslinie ab. Sie sind in den Linienfahrplan integriert. Wenn man sich den Fahrplan anschaut, muss man genau hinsehen, sonst denkt man es wäre ein normaler Bus und man wartet vergebens. Wenn man eine Zugfahrt geplant hat, ist so ein Sammeltaxi ideal. Dann weiß man schon vorher, wann man genau fahren will und kann das planen. Ich habe es bisher zweimal am Sonntag zur Fahrt zum Bahnhof genutzt und es hat gut funktioniert. Wirklich tief in der Nacht (nach Eins) fahren die aber auch nicht.

  10. Jan Detlefsen

    Und jetzt soll der Sion wohl doch eher 25.000 Euro kosten. Kochen halt alle nur mit Wasser. Tesla hat Milliarden gebraucht um eine Massenproduktion auf die Beine zu stellen und sie waren jahrelang permanent fast am Ende. Ich glaube Sono kommen mit 5 Million Crowdfunding nicht sehr weit. Ausserdem konkurieren sie mit 25.000 auch direkt mit Volkswagen, die 150 Milliarden investieren wollen.

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  11. Christoph

    Danke für den Link zu Tobis Ausführungen zu „Komplexität und wie damit umgehen“ an Hand der Softwareentwicklung bei Adobe. Das Ganze war sehr erhellend. Es ist mir jetzt klar geworden, warum der Adobe Flash Player so eine grottenschlechte Software ist und warum keine Hoffnung auf Verbesserung besteht.

    Aber ich will nicht nur polemisieren. Deshalb eine Podcast Empfehlung:
    omega tau 058 – Komplexe Systeme
    http://omegataupodcast.net/58-komplexe-systeme-4/
    Zu hören gibt es einen Einblick in den Umgang mit „Komplexität“ bei Airbus.

    Im Unterschied zu den Ausführungen von Tobi erfährt man/frau hier tatsächlich etwas und hört nicht nur Management-buzzwords.

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  12. Dnns

    Ich würde Toby beim Thema Cloud und Energiesparen reflexartig widersprechen. Ich kann das jetzt nicht mit Zahlen belegen (aber das kann Toby am Ende mit seiner These so genau ja auch nicht wirklich). Es mag durchaus sein, dass Firmen Serverkapazität einsparen dadurch, dass sie Cloud-Dienste nutzen, aber für die Umwelt macht es doch erst einmal keinen Unterschied, wer die Server betreibt. Das heißt meine These ist, dass mindestens mal die gleiche Anzahl an Servern betrieben wird, anstatt weniger. Und ich würde sogar weiter gehen und behaupten, dass durch die ansteigende Nutzung von Clouds auch der Energieverbrauch steigt. Das beginnt ja schon damit, dass auch Privatpersonen immer mehr Daten in die Cloud schieben. Das gleiche gilt für die Clouds von Amazon, oder Azure. Allein die Tatsache, dass man als Kunde dort flexibel Speicher/Rechenkapazität einkaufen kann, zeigt für mich, dass das bereits da ist und nicht erst in dem Moment gekauft/eingeschaltet wird, in dem ich mir das miete. Und man kommt sicher auch als Firma eher auf die Idee mal lieber eine oder zwei Instanzen mehr zu haben, als weniger, denn ich muss mir ja keine neuen Server kaufen, die ich morgen evtl. nicht brauche, sondern ich mache ein paar Klicks in der Weboberfläche und kann das nutzen.

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    1. Titus von Unhold

      Es gibt eine Menge Anwendungen die nur wenige Minuten bis Stunden am Tag massive Serverlast erzeugen. In der restlichen Zeit stehen die Systeme nur mit Minimallast herum. Wenn 12 Unternehmen jeweils zwei Stunden am Tag eine definierte Serverkapazität benötigen und alle in einer anderen Zeitzone liegen, müssen für 11 Serversysteme gar nicht erst Edelmetalle aus dem Boden geholt und Kraftwerke gebaut werden.

    2. Mithrandir

      Aber du brauchst Fallbacksysteme, die daten müssen transportiert werden (um die halbe Welt).
      Und nicht zu vergessen, dass die Cloud auch deswegen genutzt wird, weil man die Arbeit in Billiglohnländer auslagern kann.
      Lustig ist nämlich, dass die EU vorschreibt, dass die Daten im EU Bereich bleiben müssen.
      Deshalb bauen die Amazons und Microsofts dieser Welt ihre Rechenzentren in Irland oder Portugal oder sonstwo, wo es genügend Platz und Meer zur Kühlung gibt.
      Und betreut wird es von Indern oder Chinesen, die sich remote drauf schalten.
      Ich will den Menschen nichts unterstellen, aber es geht darum, dass man dadurch wieder einen Weg hat die Daten abzuschleusen.

    3. Greg

      Wie wirkt es sich eigentlich aus, wenn die Server irgendwo auf dem Globus stehen, und die Daten zunächst den weiten Weg über die zigtausendkilometerlangen Leitungen, durch etlich Router, und sonstige Netzwerkkomponenten geschoben werden müssen, um beim Aufruf der Daten wieder denselben Rückweg anzutreten? Das wird sicherlich auch eine Menge Pulver verschossen, oder?
      Gibt es zu dieser Betrachtung Zahlen oder ein paar kluge Gedanken?

  13. manka

    Weil ich mir grad durchrechnen lasse was ich für meinen jetzigen Wagen noch bekomme und wie viel ich dann noch für den Renault ZOE drauflegen müsste…
    Die Batterie-Miete ist abhängig von der jährlichen Laufleistung. Bei meiner geschätzten Laufleistung von mindestens 15.000 km pro Jahr, ist das monatlich 119 €. Aktuell tanke ich für ca. 150 € pro Monat im Schnitt. Also zahlt man dort für den Akku einen Teil dessen, was man für Sprit ausgibt.

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  14. Jürgen Plauensteiner

    Auf meinem Sperrholz-Sion steht 2891, und ich hoffe schon, dass ich ihn bis Ende 2019 haben werde. Allerdings ist bei uns der alte Honda jetzt eingegangen, wir brauchten daher jetzt eine Lösung und wollten nicht noch mal Verbrenner fahren. Wir haben daher jetzt eine Renault Zoe geleast und die Batterie gemietet. Bei 10.000 km pro Jahr zahlen wir 79 EUR Batteriemiete. Der Verkäufer bei Renault hat uns erklärt, dass mieten der Batterie sinnvoller ist, weil wenn die Batterie was hat und du hast sie gekauft, dann gilt das Auto versicherungstechnisch als Totalschaden und du kriegst nur den Restwert. Wenn dir die Batterie nicht gehört, dann übernimmt der Besitzer (in dem Fall Renault) die Kosten fürs Auswechseln und du fährst wieder weiter. Das klang für mich plausibel.

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    1. Sebastian

      Hör dir doch mal ein paar freakshows an da hat roddi mit der zeit seine geschichte mit einer verunfallten zoe erzählt. Ist wohl am ende ganz ok ausgegangen aber so einfach war das alles trotzdem nicht. Auch das Baratterie und auto 2 verschiedenen Leuten gehörten hat es nicht immer einfacher gemacht.
      Glaube hier könnte was darüber besprochen worden sein
      https://freakshow.fm/fs212-die-anomalischen-vier?t=1:53:34,2:08:20

  15. mathepauker

    Zum Begriff des Anruf-Sammel-Taxis heißt es beim VRS, dem Verkehrsverbund, in dessen Gebiet Holgis Eltern leben: »AST – die Kurzformel für das Anruf-Sammel-Taxi – ergänzt oder ersetzt den Linienverkehr insbesondere in den Gebieten, in denen die Fahrgastnachfrage stark schwankt. Die Busse fahren im Gegensatz zum normalen Linienverkehr nur auf Bestellung und bringen die Fahrgäste bis vor die Haustür, sofern diese innerhalb des AST-Bedienungsgebietes liegt.« Es gibt also einen Fahrplan, aber wenn niemand vorab Bedarf an einer bestimmten Fahrt anmeldet, bleiben die Fahrzeuge halt stehen. Manche Linien verkehren zeitweise, zum Beispiel abends oder am Wochenende, im AST-Betrieb – und sonst regulär. Auf anderen Linien wiederum gibt es ausschließlich Anruf-Sammel-Taxen.

    Antworten
  16. Patrick

    Tobi, zu deinem Thema „Carsharing auf dem Land“: Wir wohnen in einer sehr kleinen Stadt (gut 6000 Einwohner) und es gibt 3 Carsharing Autos. Der örtliche Ford-Händler hat einen deal mit der Stadt, hat 3 Autos mit Werbung beklebt und jetzt steht ein Kleinwagen, ein Kombi und ein Minivan zur Verfügung. Eins am Bahnhof, eins in der Stadtmitte und eins beim Autohändler auf dem Hof. Man kann über ne app vorbestellen und muss das Auto natürlich wieder dort abstellen, wo man es geholt hat. Natürlich nicht so flexibel wie in der Stadt, aber eine gute Ergänzung.
    Liebe Grüße

    Antworten
    1. Toby

      Super, danke Patrick! Magst Du uns noch verraten, wo das ist? Ich würde eventuell gern Kontakt zu dem Händler und zur Kommune aufnehmen 🙂

  17. Patrick

    Holgi, das Thema „zur Arbeit hinziehen“ klingt einerseits vernünftig, wäre hier bei uns aber mit enormen Einschränkungen verbunden. Ich wohne im Speckgürtel von Luxemburg. Täglich fahren rund 200.000 (!) Menschen nach Luxemburg zur Arbeit. Morgens hin, abends zurück. Absoluter Wahnsinn (ich bin einer davon). Luxemburg-Stadt boomt seit Jahrzehnten. Jeder will genau das, was du meinst: nah an der Arbeit wohnen. Das führt zu einer Goldgräberstimmung im Wohnungsbau. Neubau-Eigentumswohnungen kosten mittlerweile nicht selten zwischen 8.000 und 12.000€ pro qm. Ein Parkplatz in der Tiefgarage gerne mal 40.000-50.000€. Für unsere monatliche Kreditrate fürs Haus mit Garten bekämen wird dort vielleicht 60qm zur Miete. Das treibt viele Luxemburger aus der Stadt ins (inländische und ausländische) Umland, wo sie die für Ihre Verhältnisse günstigen Wohnungspreise in die Höhe treiben. So zieht Otto Normalpendler aus DE, BE und FR immer weiter weg vom Ballungsgebiet, die Handwerker und Dienstleister nehmen immer weitere Wege auf sich, um ins Ländchen zu fahren, wo es aber gutes Geld zu verdienen gibt. Verkehrstechnisch eine Katastrophe, aber der Motor für eine ganze Region, in der ansonsten absolut tote Hose wäre.

    Liebe Grüße!

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Ja, völlig klar. Was ich da formuliere, ist unter heutigen Bedingungen völlig utopisch. Das würde eine komplett neue Gesellschaftsordnung erfordern.

    2. Titus von Unhold

      Das hatte ich so ähnlich mal unter eine Wochendämmerung geschrieben: Die Eifel ist für das was sie bietet, viel zu teuer. Außer ein paar Unternehmen (Grohmann, Bitburger, MUH, Gerolsteiner, Industriekomplex am Nürburgring) wächst da oben nur die Altenpflege zuverlässig. Holgi hatte nach den Löhnen der Automobilindustrie gefragt – das hat mich jetzt auch interessiert.

      Der Malocher bei VW am Band arbeitet zwischen 25 und 33 Stunden in der Woche, hat 30 Tage Urlaub und verdient im Mittel zwischen 3.542 – 3.876 Euro. Dazu kommen entsprechende Zuschläge zwischen 20 und 100 Prozent und natürlich tarifliche und außertarifliche Einmalzahlungen. Die wenigstens die ein paar Jahre dabei sind werden da mit weniger als 55.000 Euro nach Hause gehen. Ingenieure mit Bachelor fangen bei der Gehaltsstufe an und landen mit Master auch schnell bei 5.000 Euro plus…
      https://www.boeckler.de/pdf/ta_stb_volkswagen_2017.pdf

  18. Ole

    Ich kenne das Anruf-Sammeltaxi von früher aus der Schülerzeit (1990-er). Wenn abends kein Bus mehr aus der Stadt (80.000-Einwohner-Stadt im ländlichen Teil von NRW) aufs Land fuhr, konnte man sich telefonisch für das AST anmelden.

    Die Anmeldung musste ein paar Stunden vorher erfolgen (ich weiß nicht mehr wie lange vorher). Man sagte eine gewünschte Abfahrtszeit und eine Bushaltestelle, wo man abgeholt werden wollte, und dann wurde man von einem normalen Taxi zum üblichen Bustarif (2,30 DM oder so) nach Hause gebracht. Die Differenz zum Taxipreis hat die Stadt bezahlt.

    Den „Sammel“-Aspekt vom AST, also das Ridesharing mit mehreren Fahrgästen, habe ich damals fast nie erlebt, weil der Service nicht sonderlich beliebt war. Meistens saß man alleine im Taxi.

    Antworten
  19. Jan

    Als Ergänzung zur Mobilitätsdiskussion: ch finde leider gerade den Link nicht, aber ich glaube er war von der TU Wien. Die haben eine Untersuchung gemacht hat, dass das täglich tolerieren Zeitbudget von Menschen um zur Arbeit zu kommen international sehr ähnlich ist und immer bei ungefähr einer Stunde pro Weg liegt. Egal ob Braunschweig, Berlin oder Burkina Faso.
    Und zum Thema Einzelmobilität Kapseln fällt mir immer wieder der Kabinenroller ein. Wenig Platzverbrauch und eine Person wird trocken und bequem von A nach B gebraucht. egal ob Land oder Stadt. Am Effektivsten im Dreiklang Energieaufwand, Dauer, Bequemlichkeit ist immer wieder das Fahrrad. Gern auch mit E-Motor. Und warum nicht auch mit Dach?

    Antworten
  20. NGC-Ollie

    Hallo ihr beiden. Zu euren Fragen bzgl. Stromverbrauch und Digitalisierung: Fakt ist: Der Pro-Kopf-Verbrauch stagniert seit vielen Jahren und nimmt nicht zu. Warum: wir haben immer mehr Geräte, die sind aber immer effizienter, dank auch der EU. Die Sparpotentiale werden eben durch dieses immer mehr haben aufgefressen. Zweitens: jeder der ein Smartphone nutzt, lässt meist seinen 400W-PC aus. Klar, wir surfen auf Twitter und so, aber auch hier stagniert die Leistungsaufnahme bei immer mehr Inhalt.
    Drittens ist für mich die größte Frage: Wieviele Bäume leben noch, allein durch die Digitalisierung. E-Mail ist das beste Beispiel: Klar überall Spam und Kettenbriefe, aber die Post wäre inzwischen ohne Pakete pleite gegangen.
    Zum Instrument der Tobitochter: Glückwunsch, gute Wahl, ich habe die selbige nur wenige Momente in den vergangenen 20 Jahren bereut. Dieses Teil, was man zieht, heißt „Zug“ und schult das Gehör des Schülers wesentlich mehr, als fixe Ventile anderer Blasinstrumente. Deshalb ist es auch schwerer zu lernen, denn feste Positionen der Töne gibt es ja nicht, das ist Übung und Gehör, so richtig Musikerhandwerk. Ich hoffe, sie hat Spaß daran und bleibt beim Musikmachen.
    Grüße, ein Zuhörer, der bei WRINT immer mitsprechen würde.

    Antworten
  21. Mulder

    Der BerlKönig in Berlin wird betrieben von Viavan.
    Viavan ist ein Jointventure von Mercedes Benz Van und Via einem israelischem Tech-Unternehmen.
    Via stellt dabei die Routing und Pooling-Logik für die Fahrten und hat nach eigenen Angaben einen 3x effektiveren Algorithmus als etwa UBER.
    Das Projekt in Berlin ist ein Testprojekt, welches zunächst für eine begrenzte Zeit angelegt ist.
    Als Testprojekt hat man die Möglichkeiten andere Tarife anzubieten als es eigentlich in den Gesetzen zur Personenbeförderung vorgegeben ist.

    Antworten
  22. Zagbrett

    Leider hat sich der Zweifel am Preis des SION gerade bestätigt. Die Batterie wird nicht 4000, sondern 9500 Euro kosten. Dennoch wäre der Kleine damit immer noch ein vergleichweise günstiges Elektroauto und dürfte, wenn Batterien günstiger werden, auch selbst noch im Preis fallen.

    https://www.wired.de/article/sonos-sion-akku-preis-des-deutschen-e-autos-erhoeht-sich

    Übrigens ein sehr lesenswerter Artikel über die Entwicklung und die Leute hinter dem SION-Projekt und wie das angefangen hat. Sehr, sehr, sehr bewundernswerte Menschen!

    https://www.wired.de/article/sono-motors-will-nicht-nur-e-autos-bauen-sondern-die-welt-retten

    Antworten
  23. Mithrandir

    Ich glaube das Thema Mobilität, insbesondere Automobilität wird von Euch zu rational betrachtet.
    Meiner Meinung nach ist es ein Teil unserer Kultur. Wir reden hier von Transportkapseln, die alle gleich aussehen und hintereinander mit der gleichen Geschwindigkeit fahren und die Umwelt zu schonen.
    Und die Autofirmen machen Werbung mit einer Blechkiste, die so groß ist, dass sie nicht mehr in herkömmliche Garagen passt. Und zwar damit, dass man mit diesem Monster querfeldein durch die Natur fahren kann. Durch Biotope, dass der Schlamm nur so spritzt und die Reifenspuren geile Muster hinterlassen.
    Und ich glaube, die meisten Leute finden das wirklich geil. Kaufen das Auto dann um damit morgens 2 km zum Bäcker zu gurken, abends noch schnell einen Pack Milch beim Supermarkt um die Ecke zu holen (weil die eine Packung plötzlich leer war :-)).
    Ja, ich denke es ist mittlerweile ganz tief in unseren Köpfen verankert, dass ich jederzeit von A nach B kann und zwar so schnell wie möglich.
    Auf der Autobahn berechne wahre Kriege aus, weil sich ein Pimpfsmart erdreistet noch schnell mit 100 einen LKW zu überholen. Und ihr glaubt tatsächlich ihr könntet die Menschen dazu überreden in einer Einheitskapsel zu reisen, bei der man die Geschwindigkeit nicht variieren kann. Womöglich noch mit anderen Personen zusammen?
    Und ihr seid nicht besser. Der Spruch: „Den AFDler lass ich das Auto nicht nutzen“ sagt alles.
    Der Tesla funktioniert aus folgenden Gründen:
    – Es ist der Traum eines Menschen (Musk), der so viel Kohle hat, dass er sich diesen Traum verwirklichen konnte, gegen jede Lobby und jeden Widerstand (das ist ein positives Beispiel des Kapitalismus).
    – Das erste Modell war so teuer, dass es sich nur bestimmte Menschen leisten konnten. diese Exklusivität führte dazu, dass sich diese Menschen ein Auto kauften, das komplett überteuert im Hinblick auf Ausstattung, Design und Nutzen war, aber man konnte damit zeigen, dass man es sich leisten konnte.
    – Der zweite Grund führte auch dazu, dass man nicht viel über Mängel an dem Auto hört. Wer will schon zugeben, dass er eine Unsumme für ein minderwertiges Produkt gezahlt hat.

    Dieser Anschub führte dazu, dass Tesla mittlerweile gereifte Produkte zu einem erschwinglichen Preis anbieten kann. Das Geld für die Anschub Finanzierung haben die „verrückten“ Wohlhabenden verbrannt. dafür haben sie Exklusivität bekommen.

    Die ersten Elektroautos, die Holgi glaube ich meinte, der City EL oder der Hotzenblitz waren Seifenkisten zu Mondpreisen, die sich nur Idealisten kauften.
    Davon gibt es aber zu wenige. deswegen wurden diese Firmen nie erfolgreich.
    Man muss den Want -Appeal schaffen. Ob das Produkt am Ende wirklich was taugt ist nur zweitrangig.

    Ich wünsche Toby und seinen Kollegen viel Erfolg bei Eurer Arbeit in der Politik.
    Lasst uns mal schauen, was du in einem, zwei und drei Jahren sagst.
    Ernüchterung oder Hurra.

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  24. Mithrandir

    Habe es gerade ganz fertig gehört:
    Zum Thema Agil, komplexe Systeme, Kontinuierliche Verbesserung.
    Das ist meiner Meinung nach der gleiche Hipsterscheiß wie Achtsamkeit, über den sich Holgi und Alexandra amüsiert haben.
    Die von Toby in bullshitenglisch vorgetragene Methode hieß früher (auch englisch) „Trial and error“.
    Agiles Arbeiten ist das, was clevere Leute schon immer so gemacht haben. Die die nicht so clever sind, lassen sich dann von cleveren Leuten dazu anleiten. Das hieß früher Vorarbeiter oder Sklaventreiber. Heute nennt er sich Scrum Master.
    Und ja, ein Problem ist, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Ideen haben, was richtig und was falsch ist und leider trifft man sich zu selten in der Mitte.

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    1. Greg

      Na, so ganz auf die Hipsterschiene würde ich das alles nicht nicht. Es ist zunächst mal eine Methode, um zügiger auf sich ändernde Marktbedingungen zu reagieren. Mehr nicht. Entwickelt wurden die Methoden in der Softwareentwicklung und finden jetzt ihren Weg in die allgemeine Produktentwicklung. Das ist logisch und nachvollziehbar. Da wird es mit Sicherheit noch ein paar Iterationsrunden geben, bis sich die Feinheiten bei der Umsetzung der Methoden herausentwickeln, aber auch das ist normal und ok.

      Klar, man kann und sollte alles hinterfragen, aber alles neue gleich in Frage stellen, bringt uns auch nicht weiter. Schauen wir mal was da so rauskommt.
      BTW: Die Hipster mögen manchmal ein wenig schräg gaherkommen, aber immerhin treiben sie Innovationen in einem aus meiner Sicht überwiegend postiven Weise voran.

      Ein wenig klingen ihre Einwände wie: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ „Was soll dieser neumodische Schnickschnack.“ 🙂

    2. Greg

      @Mithrandir: Das mit dem dem Ein wenig klingen ihre Einwände wie: „Das haben wi… aus meinem vorherigen Kommentar sollte kein Angriff sein und falls so wahrgenommen, bitte ich um Entschuldigung.
      Jede Meinung sollte hier mit Respekt begegnet werden, (Das habe ich mir gerade selbst laut augeschrieben :-))

    3. Mithrandir

      @Greg: Passt schon. So lange wir uns nicht beleidigen und Tiernamen zurufen ist alles OK 😉
      Ich bin ein alter sack. Seit 25 Jahren mit dem Thema beschäftigt. Qualitäts-, Projekt-, Prozessmanagement.
      Zertifizierungen MCSE, ITIL, PMI, Prince..
      Das sind alles Gelddruckmaschinen und so viele fallen daruf rein.
      Das thema agiles Arbeiten hat sicherlich positives und ich finde es gut, dass sich was tut.
      Aber mittlwerweile tragen so viele diese Buzzwords wie Monstranzen vor sich her. Früher war das Din ISO 9000. Was wurde da Geld mit Audits verdient, die letztlich nichts anderes als Kasperltheater waren. Kaizen, KVP, Six Sigma Black Belt Head over Heels certified amusement manager 😉 usw. Da haben sich einige eine goldene Nase verdient in dem sie uralte Weisheiten in neue Wörter gepackt haben.
      Weiter unten hat hat jemand von Sekten gesprochen. Ja, manchmal kommt mir das auch so vor.
      Selbst erlebt: Ein Team erfahrener und guter Mitarbeiter im agilen Team. Scrum Master ein Mädel ohne Erfahrung, direkt von der Uni, aber mit Scrum Master Zertifikat.
      Das Team gibt die VErantwortung ab und freut sich, dass jemand vorne sitzt und Protokoll führt. Lustiger zeitvertreib. Im Hintergrund arbeiten die weiter wie gehabt, nur entspannter und langsamer, weil der Sprint den nächsten schritt noch nicht erreicht hat, den der erfahrene Mitarbeiter schon lange hätte durchführen können.
      Und die Manager halten den Scrum Master für einen Propheten, weil er die altgedienten mal so richtig strukturiert arbeiten lässt.
      Ja, bin zynisch. Aber tatsächlich auch offen für neues.

  25. Uwe

    Zwei Kommentare Herrschaften:

    Es gibt hier im Nachbardorf einen Dorfladen https://dorv-boisheim.de
    Vielleicht findet Toby ja eine Idee die er im Heimatort umsetzen kann… vielleicht auch Kontakt und Austausch mit den Leuten.

    Zweiter Kommentar: ich denke man kann heute viel Arbeitsstrecke (ich wohne an denr Niederl. Grenze und hab mein Büro in Düsseldorf) sparen indem man einfach Homeoffice macht. Ich fahre zB nur alle drei Wochen ins Büro. Alles geht per Mail, Telefon und wenn was verschickt werden muss per UPS.

    Wenn ich die Verkehrslage am Morgen anhöre denke ich nicht nur an Resourcen sondern auch an die Lebenszeit die drauf geht… das ist Zeit die niemand eretzt, zahlt oder wiederbringen kann.

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  26. Sandra Klein

    Vielen Dank Holger, dass du den Promo-Code von BerlKönig zu Verfügung gestellt hast. Hab mich gleich da angemeldet und freue mich über die zehn Euro Startguthaben. Ich werde BerlKönig demnächst mal ausprobieren. Ich hab bisher erst zwei von den Fahrzeugen in der Stadt rumkurven sehen. bin mal gespannt, wie’s läuft.

    Antworten
  27. Florian Helling

    Warum sollte ein Ride-Sharing wie „Berlkönig“ nicht auch auf dem Land funktionieren? Im großen Maßstab mit barrierefreien kleinen Elektrobussen, in die man auch mal seine vollen Einkaufstaschen stellen kann, und in die ein Rollstuhl passt? Und in einigen Jahren könnten die dann fahrerlos unterwegs sein, dann wird es noch sicherer und günstiger.

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Das würde bestimmt auch auf dem Land funktionieren – aber halt nicht kostendeckend. Und wie solidarisch die Deutschen sind, ist ja hinlänglich bekannt 😉

    2. Donngal

      Mist, direkt mal ein Seid/Seit Fehler… Schade dass ich den nicht korrigieren kann. Wie peinlich.

    3. Abkueko

      So wie in Berlin würde es nicht funktionieren. Tragfähig werden die erst bei hoher Auslastung. Die Wahrscheinlichkeit mehrere Personen zeitgleich zu befördern ist zu gering. Die Strecken zwischen zwei Fahrgästen die mitgenommen werden müssen zu lang. Noch dazu ist es als Busersatz zu teuer.

      Das AST-System funktioniert jedoch auf dem Land schon heute. In meiner Region fahren die Anrufsammeltaxis die „Buslinien“ im 30 oder 60min Takt ab, sofern kein Bus fährt (oft Strecken auf denen nur 2 Schulbusse am Tag fahren). Halbe Stunde vorher anrufen reicht meist aus. Dieses System wird gut angenommen. Ist nicht ganz so flexibel, aber für den ländlichen Raum ganz nett. Da die Strecken nur bei Bedarf befahren werden, bleiben die Kosten für den Landkreis überschaubar und kleine Dörfer sind passabel angebunden.
      Wird vornehmlich von Senioren aber auch Berufstätigen genutzt. Der Kreis ist froh, weil es billiger als ein fast leerer Bus ist. Die Bürger freuen sich auf Autos verzichten zu können. Wird so aber leider nur sehr selten umgesetzt… gar nichts anzubieten ist für den Landkreis noch billiger.

  28. Michael

    Hallo,

    manchmal frage ich mich was mit Euch nicht stimmt…..Der Sprit ist viel zu billig. Ich wohne nahe der französischen Grenze und lade dich gerne ein, dies mal unseren gerade demonstrierenden Nachbarn zu erklären!
    Ist mir schon klar dass es für Euch wahrscheinlich zu billig ist. So ein bisschen mit dem Daimler durch Berlin tuckern und Toby als sehr gut verdienender Adobe-Mitarbeiter kratzen die Kraftstoffkosten natürlich nicht.
    Frag doch mal einen alleinverdienenden Familienvater im Handwerk auf dem Land wie er sieht. Ahh ja genau, er soll ja umziehen um nicht so viel Pendeln zu müssen.
    Die Miete dafür kann er sich aber nicht leisten, weil der Daimler-Mitarbeiter die sehr hohe Miete mit links zählt und der Handwerker das halt nicht kann.

    Hut ab Männer vor so viel Ignoranz.

    Da passt ja die grüne Verbotspartei hervorragend dazu! Könntet ja auch noch Sponsor der DUH werden.

    Gruß Michael

    Antworten
    1. Mithrandir

      „manchmal frage ich mich was mit Euch nicht stimmt…..“
      Das frage ich mich auch manchmal. Wobei es klar ist, dass Holgi und Toby hier eben Ihre Positionen und Meinungen aus Ihrer Blase heraus debattieren.
      Bei Holgi habe ich schon oft das Gefühl, dass er versteht, dass es nicht so einfach ist, wie es manchmal beschrieben wird.
      Außer bei der Wochendämmerung, da kommt irgendwie voll der Linke Revoluzzer durch –> alles rechte Idioten (Merz, Nuhr, usw.) Da hadert er fast damit, dass er Angela Merkel ein bisschen gut findet.

      Aber zurück zu deinem Post (Michael). Du stellst quasi genau die andere Seite des Tellerrands dar (von Holgi und Toby aus gesehen).
      „Ich will meinen Status quo beibehalten, ohne Verzicht und Verlust“ gegen „Wir müssen uns alle umstellen, so schnell es geht“ (Ja, das ist etwas überspitzt).

      Letzten Endes müsste jeder ein bisschen verzichten. Der Linke auf sein Idealbild einer „Alle sind gleich Gesellschaft“, der Konservative auf sein „Warmes Sofa vor dem Fernseher mit Hand in der Hose“ aber nur wenige sind bereit dazu bzw. man steckt lieber Energie rein den anderen anzupöbeln.
      Unser System hat sich meiner Meinung nach ganz gut eingeschwungen. Vielleicht laufen wir zumindest umwelttechnisch in die falsche Richtung, aber echte Änderungen passieren da nur, wenn wir es wirklich spüren bzw. müssen. Und mit „wir“ meine ich die ganze Menschheit. Ja, ein sehr sehr dickes Brett.
      Holgi und ich mit unseren 30-40 Jahren Restzeit müssen uns wahrscheinlich keine Gedanken machen. Unsere Kinder vielleicht ein bisschen. Und die Enkel? Wenn ja, bekommen wir es nicht mehr mit.
      Und womöglich trifft uns vorher ein Asteroid oder der Yellowstone explodiert. Dann sieht eh alles ein bisschen anders aus.

    2. holgi Beitragsautor

      Michael, gibt es bei dir denn wenigstens gelegentlich mal Momente, in denen Du den einen oder anderen ungewöhnlichen Gedanken hast und vielleicht sogar mal ansatzweise, vielleicht sogar gegen deine eigenen Interessen, durchdenkst oder sitzt Du die ganze Zeit so stumpf und trotzig in der Ecke, wie Du dich hier präsentierst?

      Und wenn dem Familienvater tatsächlich was an seinen Kindern liegt und sie nicht bloß da sind, weil der gute Konservative das so macht (und sich dann nicht weiter drum kümmert, weil das ja Frauensache ist), wird er sich vermutlich genau dieselben Fragen stellen.
      Wenn er dann auch noch auf Antworten käme und die fomulierte, könnte ich sie auch prima diskutieren und müsste mich nicht immer wieder von irgendwelchen „konservativen“ Heulsusen blöd anquatschen lassen.

    3. Michael

      Ich sitze keineswegs trotzig in der Ecke sondern mache mir lediglich Gedanken über meine Mitmenschen.
      Ich selbst bin kein Familienvater, ich habe keine Kinder. Wir gehen zu zweit Arbeiten und ich kann es mir leisten mit meinen Fahrzeugen, sei es mit meinem Motorrad zum Spaß oder mit Auto und Wohnwagen in der Gegend umher zu fahren und Urlaub zu machen. Auch wenn der Sprit € 2,50 kostet.
      Ich habe nun mal das Glück in einem sehr schönen und industrieell sehr gut aufgestellten Teil von Baden-Württemberg zu leben dessen Industriekraft auch Euch in Berlin zugute kommt.

      Mir geht es nicht darum, mit der Hand in der Hose auf der Couch zu liegen sondern dass der Mobilitätswandel auch für sozial schlechter gestellte Mitbürger sich in einer erträglichen Geschwindigkeit abspielt.
      Und ich werde auch weiterhin bei 25 Grad im Wohnzimmer auf meiner Couch liegen und das ohne schlechtes Gewissen da ich mit selbsgeschlagenen regionalem Holz heize.

      Und die Umwelt wird bestimmt nicht besser wenn in Zukunft statt Kabelisolierungen Batterien von unseren Elektrofahrzeugen in Indien von Kindern entsorgt werden. Für die Produktion einer Batterie kann ein Verbrenner 50 000 km zurücklegen. Und unser Strommix ist auch nicht grün.

      Bestes Beispiel hierfür ist der Dieselwahnsinn und die DUH. Weiterfahren werden die Autos eh, aber zum Glück nicht bei uns. Da wird die Welt bestimmt besser…..

      Vielleicht solltest Du auch mal über den Tellerrand hinaus schauen und daran denken, dass Dein Verhalten Folgen für die Umwelt hat.
      Aber mit H-Nummernschild an einem alten Spritsäufer lässt es sich gut in Umweltzonen aushalten. Dann mal hin und wieder ne neue Kamera und ein paar Flüge innerhalb von Deutschland ……

    4. Donngal

      Seid wann schlagen denn hier solche Kommentare auf? Es war doch sonst immer recht angenehm hier und diskutiert wurde in der Sache sicherlich manchmal kontrovers, aber immer in einem angenehmen Ton und vor allem sachlich. Hier wirft jetzt einer nur noch mit irgendwelchem Stammtischgelaber um sich. Das gabs früher nicht. Und Michael ist ja nicht der einzige hier unter der Sendung. Hast du deine Freischaltpolitik geändert Holgi oder ist deine Reichweite nochmal ordentlich gestiegen, dass hier gleich mehrere komische Vögel aufschlagen?

    5. Clemens

      Was mich gnadenlos traurig stimmt, ist, dass beim Tobias die Einvernahme durch die Konzernideologie scheint’s nicht enden will. Eigentlich ist er ja ein netter Kerl, doch sieht er seinen Arbeitgeber ausschließlich durch die rosarote Brille. Als Mensch, der im Glauben aufgewachsen ist, ist er auf dem besten Weg, seinem neuen Gott – ich nenne ihn mal Agile Adoby – zu hundert Prozent ergeben zu sein. Ich würde es begrüßen, wenn diese Sekte einfach nicht mehr erwähnt würde. Alternativ dazu könnte man sie natürlich angemessen kritisch betrachten, aber ich denke, das wäre unangebracht …

    6. Titus von Unhold

      Natürlich ist der Kraftstoff zu billig, solange er mit Milliardensummen subventioniert wird und Kosten der Mobilität (CO2, Umwelt, Kläranlagen, Feinstaub, COPD, Rettungsdienst, Feuerwehr, Krankenhäuser, Reha) durch allgemeine Steuern des Bundes, der Länder und den Sozialkassen getragen werden. Es gibt kein Recht auf billige Individualmobilität und es gibt kein Recht auf „Haben wir schon immer so gemacht!“.

  29. Florian Helling

    Nun gut, aber Schwimmbäder, Theater und Turnhallen sind auch nicht kostendeckend, da müssten die Kommunen wohl etwas bezuschussen. 😉

    Antworten
  30. Jörg

    Zu Holgis Argument den Einkauf zu planen und sich ein Taxi zu bestellen, möchte ich mal anmerken, dass Taxen -in Ihrer jetzigen Form- in meinen Augen ÜBERHAUPT nicht zukunftsfähig sind.
    Ein Taxi kostet zur gleichen Zeit des Tages, an verschiedenen Tagen immer das gleiche. Das ist etwas was ich nicht verstehe. Ob das Taxi nun ausgelastet ist und der Fahrer die Leute durchs Taxi schleust oder ob das Taxi 3 Stunden am Bahnhof steht.
    Ich finde das das Prinzip Taxi – ich hätte nie geglaubt das ich das mal sage – mal durch den Markt geregelt werden soll.
    Wenn ich weiß das ich heute nachmittag einkaufen will und ich rufe das Taxiunternehmen an, könnten die doch auch mal einen anderen Slot vorschlagen, in dem das Taxi planmäßig bisher nicht so stark ausgelastet ist und daher vielleicht ein bisschen billiger ist. Angebot und Nachfrage. Habe nie verstanden, warum bei Diskussion über Mobilität und Konkurrenz durch Uber und sonstwas, dass Prinzip Taxi sich bisher nicht anpassen sollte.

    Zum Umziehen zum Arbeitsort finde ich Tobis Argument „Ich suche mir ne neue Frau“ gar nicht mal so schlecht. Weil das im Kern doch Tobis Begründung trifft.
    Bei mir ist es so, dass meine Freundin zu Fuß zur Arbeit gehen kann (manchmal mit dem Rad, je nach Lust). Ich hingegen fahre 45 km in 50 Minuten über Land zur Arbeit. Sollen wir jetzt umziehen? In die Mitte? Dann muss meine Freundin in Zukunft jeden Tag mit dem Auto fahren und ich immernoch.
    Den Arbeitgeber wechseln ist leider auch nicht so leicht, uns beiden macht die Arbeit die wir haben Spaß und obwohl ich auch an meinem Wohnort die paar Arbeitgeber abgeklappert habe, gab es bisher dort noch keine Zusage. Also machen wir so weiter wie bisher*. Willkommen auf dem „Land“. So einfach wie in der Stadt ist Mobilität in Arbeit und Privatleben nicht. Ich habe vorher übrigens in einer Stadt gewohnt wo ich kein Auto hatte, ich kenne den Unterschied also auch.

    * Mittlerweile habe ich meinen Arbeitgeber so weit das zumindest für mich bald Homeoffice überhaupt technisch möglich ist. Ob er das dann macht… Ich hoffe es zumindest. Von daher stimme ich zu, dass Technologie das Problem vielleicht bald lösen wird. Aber den Mittelstand muss man da echt hinprügeln.

    Antworten
    1. hilti

      Dass ein Taxi immer gleich viel kostet ist wichtig und richtig so. Taxis gehören zu öffentlichen Personennahverkehr und die Traife müssen von den Kommunen genehmigt werden. Und genau wie bei Bus oder Ubahn sind da die Preise nicht höher wenn viel los ist. Damit die Kunden beispielsweise Silvester nicht abgezockt werden.

  31. Robert

    Werter Christoph,

    Adobe hat ja nicht nur den Flash Player, sondern auch jede Menge anderer Software im Portfolio, für die zahlreiche Kunden bereit sind, ganz schön relevante Sümmchen zu bezahlen. Also machen die schon irgendetwas richtig.
    Ich fand Tobys Ausführungen sehr erhellend, und zwar recht buzzwordfrei. Ich hörte jemanden über sein Herzensthema sprechen, das finde ich eigentlich immer interessant.

    Antworten
    1. Greg

      Durch Toby bin ich tiefer in die Thematik Agiles Arbeiten, etc. eingestiegen. Sehr geil! Er hat mal ein Video dazu aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Das habe ich bei uns im Unternehmen vor Jahren gestreut. Inzwischen arbiten nicht nur die Softies agil sondern die gesamte Hardwarekonstruktion, Wir sind ein Unternehmen mit ~4.000 Mitarbeitern. Toby, keep it up! You´re on the right track!

  32. Deus Figendi

    Dass beim Sono die Batterie wohl leider teuer wird, hat JD ja schon geschrieben. https://ecomento.de/2018/11/22/elektroauto-sono-sion-batterie-wird-deutlich-teurer/ ob einen das berechtigt von der Bestellung zurücktreten weiß ich nicht, ich vermute aber leider nicht.

    Bei m Renault Zoe habe ich neulich den Akku-Preis auf der Renault-Seite gefunden, dazu musste ich mir quasi eine Zoe konfigurieren als würde ich eine bestellen und als vorletzten Punkt gibt es dann „welche Batterie hättens gerne und wie?“
    Und die lag dann bei 80€/Monat bei 2 Jahren Laufzeit, teuer ging auch irgendwie mit mehr Kapazität oder kürzer Laufzeit oder so…

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  33. Abkueko

    Ich kann Holgis Punkte was die Pendelei zum Arbeitsplatz angeht weitgehend nachvollziehen. Allerdings ist es schwer lösbar. Immer direkt dort wohnen ist schwierig. Noch übler wird es aber wenn vielerorts eine größere Nähe zum Arbeitsplatz den Mobilitätsaufwand nicht verringert.

    Die Angebote sind selbst in Großstädten sehr unterschiedlich. Ich habe in Mainz und Saarbrücken studiert. In Mainz habe ich nie ein Auto vermisst. Ich hatte viele Busse, tolle Straßenbahnen, Carsharingstationen überall in der Stadt, bei Bedarf einen Mietwagen fürs Wochenende, überall Leihräder und auch zu Fuß war die Stadt gut nutzbar.
    Das Gegenteil ist Saarbrücken – gar nicht so viel kleiner als Mainz. Die Busse? Nach 23Uhr fährt nichts mehr. Statt 20min mit dem Auto braucht man auch mal 1,5h. Unzuverlässig, vergammelt und langsam. Leihrad? Gibt’s nicht. Carsharing? In 7km Entfernung ein Auto. Selbst die Bahnanbindung in andere Städte ist übel.

    In sehr vielen Städten ist noch massig Luft nach oben. Auch auf dem Land. Carsharing fehlt in kleineren Städten komplett. Bedarf wäre da… hat nur nie jemand probiert.

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  34. wieland

    Precht und Harari haben diametrale Haltungen. Ich habe Harari nicht gelesen, Precht kenne ich ebenfalls nicht schriftlich. Aber Harari hat die Gegenposition von Precht. Das weiß der Hörer gar nicht und Toby erwähnt es nicht, aber wenn man die Positionen kennt, weiß man, dass Harari in dem Zusammenhang ein doppelter Precht-Diss ist. Es scheint mir auch ein bisschen eine Tat des von Precht beleidigten Digitalgläubigen zu sein.

    Precht hat die letzten Jahre etwas Spannkraft verloren, aber er berappelt sich wieder. Er hat sie wie ich meine nicht zuletzt deswegen verloren, weil es kaum zu verkraften ist, gegen die Verheißungen des Siliconvalley die Tief in die Sozialisierung einer digitalen Generation eingebrannt sind wie ein Kämpfer gegen Windmühlen hingestellt zu werden. Aber diese Generation weiß nicht mehr, dass sie etwas nicht weiß, was ihr fehlt. Precht weiß es, er denkt in großen Zusammenhängen. Es ist schwer immer wieder zu erzählen 1+1=2 ist und die Leute verstehen es nicht mehr. Dass eine Haltung die Mehrheit hat, bedeutet nicht unbedingt, dass sie richtig ist.

    Dass das Laden von Handyakkus die Ursache des Klimwandels wären ist ein unsinniges sich aufhängen an Details die den größeren Gedankenbögen von Precht nicht gerecht werden, so hat Precht das nicht gemeint.

    Antworten
    1. Anne

      Ich finde ein bisschen cool, wie du drei Absätze was von Gegenpositionen erzählst, aber an keiner Stelle steht, wie diese Gegenpositionen aussehen. Der Leser des Kommentars ist danach nur verwirrter als vorher. Chapeau!

    2. wieland

      @ Anne
      Sorry,

      Harrari denkt sehr technisch darwinistisch, betrachtet die menschliche Entwicklung darwinistisch und malt ein Bild, dass in einer zukünftigen Entwicklung, bei der Mensch und Technik miteinander verschmelzen der Darwinismus bei den zukünftigen Menschenwesen auch eine technische Komponente bekommen wird. Und wie ich es verstanden habe findet er das auch ganz aufregend und ist teilweise begeistert von den neuen Möglichkeiten.

      Precht sieht aber gerade im Menschsein etwas das über den tierischen Darwinismus hinausgeht. Und würde eher davor warnen, wenn über die mathematische Kompetitivität die Technik erlaubt das menschliche nivelliert wird (alles wird gleich, das beste ist das was im Wettkampf des gleichen gewinnt und nicht mehr das andersartige oder neue, weit ausgelegt wird die geistige menschliche Evolution durch die Technik abgebrochen).

      Ist meine eigene Zusammenfassung und Auslegung der Positionen.

  35. justme

    Moin moin,
    bei dem Thema ‚Arbeitsplätze in der Automobilindustrie‘ habt ihr zwar die zwei Extreme ‚Leiharbeiter zum Mindestlohn‘ und ‚Facharbeiter in tarifgebundenem Betrieb‘ aufgeführt, aber was ein deutliches Absinken der Automobilproduktion in meinen Augen in der Tat extrem schmerzhaft machen würde ist noch eine dritte und deutlich größere Gruppe, die davon direkt und unmittelbar betroffen wäre: in der Automobilproduktion (wie auch sonst früher in vielen anderen produzierenden Industrien üblich) ist der typische Werker am Band nicht unbedingt Facharbeiter; das sind Anlerntätigkeiten, für die Einstellung wird normalerweise irgendeine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt. Nichtsdestoweniger sind solche Jobs verglichen mit dem, was man im Handwerk oder Dienstleistungsberufen verdient extrem gut bezahlt, was sich dann bei den typischerweise hohen Beschäftigungszahlen eines Automobilwerks inkl. vor Ort angesiedelter Zulieferbetriebe (große Komponenten just in time verschicken ist halt risikobehaftet und teuer, manchmal, z.B. bei Türen auch von der Zeit her auch gar nicht möglich) auf eine gesamte Stadt mit Umland entsprechend auswirkt.
    Und was passiert, wenn eine entsprechende produzierende Industrie abgewickelt wird, das haben wir ja hier in Deutschland schon ein paar mal miterlebt, in den 70ern war es die Fotoindustrie, dann in den 80erndie Stahlindustrie und in den 90ern bei die Unterhaltungselektronik und die ganze Zeit bis vor sechs Wochen der Bergbau – selbst wenn die Mitarbeiter nicht in Arbeitslosigkeit gelandet sind, deutliche Einbußen gab es wohl für die überwiegende Mehrzahl, u.a. auch weil Arbeitskräfte in der Industrie traditionell einen hohen Organisationsgrad hatten und haben und starke Gewerkschaften lange Zeit dafür gekämpft haben, daß die Mitarbeiter ihren Anteil an den den Erlösen bekamen, egal ob das jetzt in Urlaub, Wochenstundenzahl oder der simplen Höhe der Bezahlung war.
    Sowas zu erreichen ist bei einer Vielzahl an kleineren Arbeitgebern und entsprechender Zersplitterung halt viel schwieriger, gerade für Leute mit nicht besonders hoch qualifizierten Abschlüssen – aber unsere Gesellschaft hat sich in diesem Berreich kein bißchen gewandelt, nur daß die entsprechenden Beschäftigungsmöglichkeiten zumindest in Deutschland nicht mehr existieren, eben mit Ausnahme der Automobilproduktion und (eingeschränkt, weil da auch schon viel in Niedriglohnländer verlagert wurde) deren Zulieferern.
    Von daher geb ich Holgi völlig Recht wenn er sagt, daß das zu extremen Problem führen würde und meiner Meinung nach wirklich nur durch einen totalen Umbau der Gesellschaft zu meistern wäre, wenn nicht als Resultat eine ganz massiv in eine kleine, gut ausgebildete und gut verdienende Schicht und ein riesiges Mindestlohn oder darunter verdienendes Prekariat gespaltene Gesellschaft sein soll – und in so einer Gesellschaft möchte ich ehrlich gesagt nicht unbedingt leben; eine friedlich zusammenlebende Gesellschaft wäre das wohl auch kaum noch. Das ist eher der Stoff, aus dem letzten Endes Diktaturen entstehen…

    lg, justme

    Antworten
    1. Titus von Unhold

      Der Zerfall der Automobilindustrie wird sowieso kommen wenn das Ende des Verbrenners naht. Außer Brasilien, Indien und China gibt es keine Wachstumsmärkte mehr für die Autobauer und neben ein par unbedeutenden Ländern wie Frankreich, Niederlande und Dänemark haben China und Indien mit einem Potential von 2,5 Milliarden Menschen bis 2050 Verbrennermaschinen bereits verboten. Mit deren Ende fallen 60 bis 80 Prozent Arbeitsleistung in den Werken und bei den OEM weg.

      Die Kohle wurde übrigens schon in den 1960er Jahren bezuschusst. Wenn man das mal weiterspinnt, war die Abwrackprämie 2008 der Beginn vom Ende.

    2. Jan

      Es ist noch viel dramatischer mit den Verboten für neue Verbrenner:
      2020:
      Süd Korea (50 Million)
      2025:
      Norwegen (5 Millionen)
      2030:
      Indien, Irland, Israel, Dänemark, Niederlande (1,4 Milliarden)
      2040:
      China, Frankreich, Spanien, Taiwan, UK (1,5 Milliarden)

    3. knut

      Welche gesellschaftlichen Auswirkungen ein massiver Um-/Abbau von Industrien bewirkt, konnte und kann man sich im Osten ansehen, wo quasi über Nacht dem Großteil der Bevölkerung die wirtschaftliche Grundlage entzogen wurde. Die Sache ist nur deshalb vergleichsweise harmlos ausgegangen, weil die Leute zumindest zum Teil die Möglichkeit hatten, in andere Regionen und Tätigkeiten auszuweichen.
      Schwer vorzustellen, wie das ablaufen wird, wenn ähnliches den durchindustrialisierten Gegenden im Westen passiert, die dann keine Möglichkeit haben, mal „rüberzumachen“ und sich was anderes zu suchen.

      In dem ganzen Zusammenhang mit Klimaschutz etc vermisse ich immer die Frage, ob mit unserem System, dem Kapitalismus, überhaupt wirksamer Klimaschutz möglich ist. Der ständige Zwang nach Wachstum scheint dem Gedanken an Nachhaltigkeit doch völlig entgegen zu stehen?
      So wichtig und notwendig auch kleine Schritte sein mögen – (man rührt seinen veganen Latte halt nur noch mit fairtraide und pfandbelasteten Bambuslöffelchen aus kontrolliertem gendergerechtem Ökolandbau um) – im globalen Maßstab taugt das halt nur zur Beruhigung des eigenen Gewissens, was mir ehrlich gesagt auch bei manchen Ökobesorgten der wichtigere Grund zu sein scheint.
      Verzicht können sich halt nur die leisten, die im Überfluss leben, und die tuns ja jetzt schon nicht, wo kommt da der Optimismus her?
      Auto abschaffen Ja, aber(!) eben nur, sofern man in seiner Mobilität nicht eingeschränkt wird.
      Elektro ja, aber dann wird der Dreck eben woanders gemacht.
      Diese ganzen Wenns und Abers klingen für mich immer so verdächtig nach „wasch mich, aber mach mich nicht nass“.
      Schwierig zu lösen.

    4. justme

      Moin moin,
      daß ein vollständiges Ende des Verbrennungsmotors mit Sicherheit ein schmerzhafter und deutlich Jobs kostender Prozeß für die Fahrzeugindustrie wird, dem stimme ich zu – aber der Powertrain sind für die reine Automobilproduktion weder in den Kosten noch schon gar nicht in der Arbeitsleistung 60-80% vom Endprodukt ‚Kraftfahrzeug‘
      Zum Einen gibt es In vielen Automobilwerken gar keine Motorenproduktion (mehr), da werden die Motoren an anderen Standorten im Konzern in dedizierten Motorenwerken gebaut oder kommen gar von anderen Herstellern oder Joint-Venture-Tochterunternehmen, ebenso funktioniert es bei Getrieben (wobei da auch gar nicht so selten tatsächlich spezialisierte Zulieferer wie Getrag, ZF, Aisin, BorgWarner usw. die Hersteller sind), so daß große Teile des Powertrains für das eigentliche Automobilwerk letzten Endes Zulieferkomponenten sind.
      Zum anderen ist aber auch speziell die Motorenproduktion deutlich stärker automatisiert als die Bereiche Rohbau und Endmontage – den ersten fast vollständig von Robotern montierten Motor gab es schon 1985 von Fiat.
      Den größten Teil manueller Tätigkeiten in der Produktion gibt es aber immer noch in eben den Bereichen Rohbau und Endmontage – und da ist der Unterschied, ob man jetzt einen elektrischen oder einen Verbrenner-Powertrain im Fahrzeug verbaut lange nicht mehr eine Größenordnung; auch mit Elektroantrieb muß man Karosserieteile pressen, verschweißen, verkleben, verschrauben und das Ganze am Ende lackieren und hinterher in der Endmontage auf Basis der Karosse und des (angelieferten) Powertrain das vom Kunden bestellte Fahrzeug aufbauen – und hier kommt eine Schlüsselqualifikation der Automobilindustrie zu Tage: speziell die europäische Automobilindustrie hat es perfektioniert, in hohen Stückzahlen (eine ordentlich ausgelastete Fahrzeuglinie schafft mehr als 1000 Fahrzeuge am Tag ) ähnliche, aber im Detail dann doch hochgradig indivualisierte Produkte in gleichbleibend hoher Qualität zu bauen und das bei fast vollständiger Just-in-time-Belieferung auch mit Hauptkomponenten (die Zeiten, wo man z.B. beim Daimler jede Kopfstütze im Auto einzeln ordern konnte sind zwar auch schon lange vorbei, trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, daß zu einem Zeitpunkt X zwei vollständig gleiche Fahrzeuge auf dem Band stehen relativ gering, wenn nicht gerade Flottenausrüstung gebaut wird, z.B. für eine Pressepräsentation). Das läßt sich schon in den Endkundensystemen recht deutlich sehen – wenn man mal die Konfigurationsmöglichkeiten eines beliebigen deutschen Fahrzeugs mit denen eines amerikanischen und noch deutlicher eines japanischen vergleicht fällt einem der Unterschied sofort auf – und zu diesen dem Kunden zur Verfügung stehenden Diversifizierungen kommen dann noch die marktspezifischen hinzu (am deutlichsten: der Unterschied Rechts- und Linkslenker, aber es gibt eine riesige Anzahl an auf den ersten Blick nicht sichtbaren Unterschieden, oft auch homologationsgetrieben aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Anforderungen in den jeweiligen Märkten).
      Und genau dieser Produktionsprozeß läßt sich nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln, das ist ein Problem, das auch eine Firma mit einem gut aufgestellten und vermutlich nicht mit Absatzproblemen kämpfenden Produkt wie Tesla mit ihrem Model 3 gerade erleben musste.
      Daher würde ich das wesentlich größere Risiko für die Automobilindustrie neben der Umstellung auf elektrische Antriebe noch eher in einem Szenario sehen, in dem ein wachsender Anteil der Bevölkerung sich kein eigenes Fahrzeug mehr anschafft – wenn Fahrzeuge für temporäre Nutzung gebaut werden braucht man zumindest keine endkundenbezogene Diversifizierung mehr, dann reicht pro Homologationsgebiet ein oder zwei Varianten pro Flottenbetreiber, die man dann in entsprechend hohen Stückzahlen baut.
      lg, justme

  36. Kurt

    Ich würde es sehr begrüßen wenn mehr Menschen so denken würden wie ihr und ihr Auto verkaufen und mit Fahrrad oder ÖPVN fahren würden.

    Ihr seid einfach die Besten.

    Herzliche Grüße Kurt

    Antworten
  37. Anne

    Ja, ich fand das auch sehr problematisch. Man lebt in Berlin, Hamburg und München halt in krassen Luxussituationen, was Mobilität angeht, das lässt sich mit vielen gar nicht mal so kleinen Städten nicht vergleichen.

    Natürlich lässt sich das auch lösen, aber da müssten halt die Kommunen in Vorleistung gehen und das passiert nicht. Leverkusen hat z. B. mit 160.000 Einwohnern keinen einzigen Bikesharing-Anbieter.

    Ich musste bei Tobys Aussage „Ein Bus, der alle fünfzehn Minuten fährt, wurde schon helfen“ ein bisschen innerlich lachen. Bei uns in Essen fahren die Straßenbahnen am Wochenende alle fünfzehn Minuten, und ja, man muss sich gar nicht so weit vom Zentrum entfernen, bis man auch tatsächlich nur eine Bahn in der Nähe hat.

    Auch die Aussage, dass man in Städten ja kein Auto bräuchte, sehe ich etwas kritischer. Wir reden hier aus einer extrem privilegierten Situation. Zum Beispiel sind wir körperlich in der Lage, auch mal einen Kilometer zu gehen oder das Rad zu nehmen oder üben Jobs aus, für die wir kein physisches Material transportieren müssen. Wir pendeln auch meistens morgens zur Arbeit und abends zurück, während andere Jobs auch mal so aussehen, dass man innerhalb des Tages flexibel unterwegs sein muss.

    Ich sage nicht, dass sich das nicht alles irgendwie lösen lässt, aber die Lösungen sind vielfach noch nicht da und wenn mein Job und meine grundlegende Mobilität eben nicht von der Verfügbarkeit eines Autos abhängt, lässt es sich einfacher reden.

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  38. tkrholic

    Hallo,

    der VRN (Verkehrsverbund im Heidelberger Raum; mal so wahllos den 1. Verkehrsverbund der Suchmaschine genommen) schreibt zum Thema Sammeltaxi:
    „Ruftaxis ergänzen das Fahrplanangebot vor allem auf Strecken in ländlichen Gebieten oder abgelegenen Stadtteilen, in denen am Abend oder am Wochenende wegen geringer Nachfrage keine Buslinie angeboten werden kann. Sie sind bedarfsorientierte Verkehre, die in der Regel von den Gemeinden bestellt werden. Ruftaxis bedienen feste Haltestellen und verkehren wie Buslinien nach einem festen Fahrplan. Aber sie fahren nur, wenn sie vorher bestellt werden. Im Ruftaxi gelten gesonderte Tarife und Mitnahmeregelungen.“ (Quelle: https://www.vrn.de/mobilitaet/bedarfsverkehre/ruftaxi/index.html).
    Ich spekuliere mal „gesondert“ = „teurer“. Weil es heißt weiter:
    „Im Ruftaxi gelten gesonderte Tarife. Die Ruftaxi-Preise sind örtlich unterschiedlich und richten sich nach der Fahrstrecke. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem örtlichen Ruftaxi-Anbieter nach den aktuellen Tarifen. Anerkennung von VRN-Jahreskarten und Freifahrtberechtigungen
    Inhaber folgender Fahrkarten können die Ruftaxi-Angebote im jeweils eingetragenen Gültigkeitsbereich kostenlos nutzen (die besonderen Mitnahmeregelungen gelten im Ruftaxi nicht, alle anderen Fahrgäste zahlen den örtlichen Ruftaxi-Preis):
    – MAXX-Ticket, SuperMAXX-Ticket [hier werden einige Fahrkarten genannt]
    Bitte beachten Sie: Alle nicht genannten VRN-Fahrscheine gelten nicht zur (Weiter)Fahrt im Ruftaxi. Auch wenn die Gemeinde den VRN-Tarif bei der Fahrpreisermittlung anwendet, muss im Ruftaxi der Preis separat entrichtet werden. Auch für Kinder unter 6 Jahren kann im Ruftaxi ein Fahrpreis fällig werden. Kindersitze, insbesondere Babyschalen, sind von den Fahrgästen in der Regel mitzubringen. Bitte fragen Sie diesbezüglich Ihren Taxibetreiber im Rahmen Ihrer Bestellung.“ (gleiche Quelle wie oben).

    Das Leergewicht eines Kindersitzes unseres Mininerds (1,75 Jahre) wiegt 10,x kg und wird mittels Isofix befestigt (wie viele Isofix-Plätze für wieviele Kinder hat so ein Sammeltaxi-Fahrzeug?). + Kinderwagen/Buggy (wenn man ein Paar Stunden in der Stadt unterwegs ist) + (später auch schlafendes) Kleinkind + evtl. Ergebnisse von Erledigungen ist da einiges zu schleppen.

    In unserer berlin-fernen (= strukturschwachen) Heimat in (Mittel- und Südost)-Brandenburg ist das Sammeltaxi sowas wie „Fake-ÖPNV“, damit „die Omma vons Dorf“ noch irgendwie zum Arzt kommt. Eben die Notlösung die der Landkreis oder die Gemeinde als „ÖPNV“ bereitstellen muss. Ich hab dort noch nie jemanden gesehen oder von jemanden gehört, der ein Sammeltaxi verwendet. Dort fährt man selbst mit dem Auto oder lässt sich von den Nachbarn (die ebenfalls alt, aber noch fahrfähig sind) zum Arzt etc. fahren.

    Und auch Lebensmittel nach Hause liefern lassen fällt auf dem Dorf raus, weil es von den Supermärkten o.ä. nicht angeboten wird. Gefühlt ist von den 5 größten Städten komplett Deutschland außerhalb des Service-Gebietes. Pizza-Service o.ä. gibts dort selbstverständlich auch nicht.
    Selbst hier in Ingolstadt enden die Liefergebiete der Food-Lieferservice sehr schnell nahe der Stadtgrenze.
    Mit der Ausdünnung der Infrastruktur haben die Kommunen die Kosten für ÖPNV und Infrastruktur zwar für sich verringert. Aber eigentlich wurden diese nur direkt auf das Individuum umgelegt. Die Kosten für Einkäufe, den Weg zum Arzt etc. sind noch da, aber es zahlt sie nun halt (komplett) ein anderer.

    Viele Grüße,
    tkrholic

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  39. till

    Der Smart sollte mal, vom Swatch-Gründer erdacht, ein superleichtes Elektroauto werden.
    Dann stieg Mercedes-Benz ein und er aus. 1994, also vor 28 Jahren.
    Danach wurde der Smart ein für seine Größe recht schweres Auto mit Verbennungsmotor.
    Ein Smart ForTwo (2-Sitzer) wiegt im Schnitt 1 Tonne (je nach Modell/Antrieb mehr/weniger),
    eine Ente, Citroën 2CV (4 Sitzer) wiegt 560 kg.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Fortwo#Entstehungsgeschichte
    https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_(Automarke)#Gr%C3%BCndung_des_Unternehmens

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    1. NGC-Ollie

      Hallo Till. Bei aller Autoliebe, der Vergleich zum 2CV funktioniert vorne und hinten nicht. Dazwischen liegen 40 Jahre Automobilentwicklung und ein komplettes Konzept über passive und aktive Sicherheit. Beim 2CV durchstach dich die Lenksäule und dann war Schicht, ein Smart überlebt eine Kollision mit einer S-Klasse. Wenn schon Vergleich, dann mit dem Renault Twizy, 480kg, der smart EQ 1010 kg, beide vollelektrisch. Auch das hinkt, der Renault ist offiziell ein Quad und halb so breit. Wieso der Smart so schwer sein muss ist mir auch ein Rätsel…

    2. Mithrandir

      Als langjähriger (16 Jahre, 2 Smarts) Smartfan und -fahrer kann ich dazu folgendes sagen.
      Der samrt ist so schwer, weil er einen sehr massiven und robusten Rahmen aus Stahl hat.
      Das Fahrzeug ist zu klein um eine Knautschzone zu haben. Deshalb macht amn es besonders steif und stabil. In der Hoffnung, dass der Unfallgegener seine Knautschzone zur Verfügung stellt.
      Deshalb ist es für den Smart Fahrer sogar günstiger, wenn er gegen eine S-Klasse fährt, weil die so viel und gute Knautschzone hat, dass der Smart übertrieben gesagt „sanft im Blech der S-Klasse einsinkt“.
      Wenn ein Smart mit 50km/h frontal gegen einen entgegenkommenden Smart (auch 50km/h) fährt, ist das fast als würde man mit 50km/h gegen eine Betonwand fahren, weil keiner nachgibt.
      Die Knautschzone ist hier gut zu shen:
      https://www.youtube.com/watch?v=v708z67ALww
      Etwas realitätsnaher:
      https://www.youtube.com/watch?v=9ie6YAwOM4I
      Die Ente, um auf das Ursprungsbeispiel zurückzukommen) war eine einzige Knautschzone. Schlecht für den Fahrer.

  40. Stefan

    Ich oute mich mal als einer von „denen“. Ich bin so ein fieser Hartzer. Und ich habe einen Flatscreen. Aber kein Smartphone, Rauchen und Alkohol konsumieren mache ich auch nicht. Da ich aufgrund meiner Historie und meiner körperlichen Einschränkungen inkl. gut sichtbarer Behinderung der reguläre Beschäftigungsmarkt nicht haben will, habe ich mich vor Jahren mit einer Selbständigkeit (die mir quasi vom Jobcenter aufgezwungen wurde) eingerichtet.
    Faktisch darf ich mir den Allerwertesten aufreissen, habe keinen Urlaubsanspruch (den müsste ich mir „genehmigen“ lassen im Jobcenter. Auch als Selbständiger. Absurd? Ja. Aber danach frag niemand) und darf von dem, was ich erwirtschafte, satte 100 Euro im Monat behalten. Alles darüber hinaus wird zu 80% angerechnet.
    Man könnte argumentieren, dass ich doch froh sein solle, wenn ich meine Hilfsbedürftigkeit verringere, faktisch stellt es sich aber so dar, dass ich bei einer 60 Stunden Arbeitswoche am Ende nur 100 Euro mehr habe als jemand, der den ganzen Tag den Finger um die Fernbedienung kreisen lässt.
    Bin ich jetzt auf den neidisch? Keineswegs. Ich bin aber verärgert, dass ich seit Jahren effektiv nichts von meiner Arbeit habe.
    Im Gegenteil:
    Alle 6 Monate muss ich mich dann auch gleich rechtfertigen, ob meine Betriebsausgaben „angemessen“ und „notwendig“ waren, alle paar Zeiträume landet das dann auch im Klageverfahren vor dem Sozialgericht, wo dann Jahre später entschieden wird, ob ich nun im Sinne des SGB „korrekt“ gewirtschaftet habe oder nicht. Damoklesschwert lässt grüßen, Rechtssicherheit existiert nicht.
    Hinzu kommt der Datenstriptease. Mehr als jeder andere Hartzer muss ich meine Kontoauszüge lückenlos vorlegen, alle 6 Monate meine gesamte Buchhaltung in Form von Belegen offenbaren. Tu ich das nicht, kann Leistung teilweise oder vollständig „versagt“ werden. Ich werde nicht mit problematischen Sanktionen bedroht bei fehlender Mitwirkung, sondern gleich mit dem vollständigen Entzug meiner Existenzgrundlage, da bei „nicht ausreichendem Nachweis“ einfach festgestellt wird, dass kein Leistungsanspruch entstand.
    Und stets muss ich natürlich dabei erklären, warum, weshalb ich welche Ausgabe getätigt habe, so absurd, dass ich auch schon bei einer mehrtägigen geschäftlichen Fahrt Nachweise bringen sollte, zu welcher Tageszeit ich exakt was und bei wem gemacht habe – was meinerseits in eine Beschwerde mündete.

    Inzwischen sitze ich monatlich im Jobcenter und muss mir dümmliche Vorträge von Sachbearbeitern anhören, die mir sagen wollen, was für mich das Beste sei. Unter anderem wurden mir 1-Euro-Jobs, Bewerbertraining oder „Profiling“ (Quatschen über meine Kenntnisse, Stärken und Schwächen und meiner Nervosität bei Bewerbungsgesprächen, von der ich gar nicht weiß) angeboten, die ich jedoch bisher gnädigerweise ablehnen durfte. Fort- oder Weiterbildung in MEINEM Bereich gäbe es, aber wird mir nicht gestattet, denn wer in einem Bereich bereits tätig ist, kann nicht gefördert werden.

    Aber man würde mir jederzeit eine Umschulung ins Wachschutzgewerbe oder als Pflegehelfer angedeihen lassen, wenn ich denn wöllte – was ich nicht will. Vermutlich werde ich innerhalb der Behörde als renitent und unwillig geführt, weil ich nicht nach der Nase der Sachbearbeiter tanze. Man bietet mir also eine Weiterbildung in exakt die Bereiche, die am Ende auch nur einen Prekärjob bedeuten. Meine Begeisterung hält sich entsprechend in Grenzen.

    Mein jährlicher Rentenbescheid sagt mir, dass meine Altersarmut so sehr manifestiert ist, dass auch ein Job mit 5.000 Euro Monatsbrutto bis zur Rente am Ende nicht mehr dazu führen würde, dass meine Rente über die Grundsicherung steigt. Das heisst, aktuell bin und bleibe ich so oder so am Armutstropf.

    Mein geiler 46″ Flachbildfernseher ist inzwischen übrigens gut 4 Jahre alt, den habe ich mir von meiner Arbeit vom Munde abgespart, über 12 Monate musste ich darauf hinsparen. Ach ja, ne PS 4 hab ich auch. Allerdings verstaubt die vor sich hin. Vor lauter Arbeit komme ich nämlich nicht dazu, auch mal nur einen Abend entspannt zu zocken. Aber irgendwie muss ich die Betriebsausgaben (Fixkosten etc.) schließlich auch decken und die 100 Euro Gewinn fallen mir auch nicht automatisch in den Schoß.

    Ich würde gerne was ändern, daraus wird aber nix. Unter anderem auch durch das Blockadesystem „Jobcenter“, auch gerne Mobbingcenter genannt. Jeder Termin dort verursacht Albträume, Magenprobleme und Frust. Und weil meine Selbständigkeit dort nicht mehr anerkannt wird, sondern eigenwillig seitens Jobcenter ohne Berücksichtigung meines Arbeitseinsatzes nur noch als „nebenberuflich“ geduldet wird, muss ich mich auch der Arbeitsvermittlung stellen und bekomme die tollsten Jobangebote: Callcenter oder Wachschutz. Oder Adressen irgendwelcher Pools von Zeitarbeitsfirmen. Etwas Solides kam da noch nie, aber das spielt für mich ohnehin keine Rolle, denn dann greift Absatz 1.

    „Sorgen“ mache ich mir im Grunde inzwischen keine mehr. Ich lebe von der Hand in den Mund und wenn das irgendwann nicht mehr geht, dann gibt es auch keinen ernstzunehmenden Ausweg. Mit Spannung lese ich die derzeitigen Diskussionen über Hartz IV, habe aber die relative Gewissheit, dass das Folgekonzept kaum besser wird. Neue Verpackung, selber fauliger Inhalt. Die Interessen und Stärken von Menschen bleiben ignoriert, vermutlich wird es dann irgendein Zwangsarbeitskonzept geben, für das man einen schöner klingenden Namen gefunden hat.

    Was würde ich konkret ändern, um am Schluß etwas Produktives beizutragen?
    -> Weg mit den meisten Sanktionen
    -> Abschaffung aller „Maßnahmen“, die seit Jahren erwiesenermaßen meist sinnfrei sind
    -> Weg mit der Massenschnüffelei. Stichprobenhafte Kontrollen sind ausreichend. Wozu muss ich alle 6 Monate meine komplette Buchhaltung inkl. aller Kontoauszüge auf meine Kosten duplizieren und dort hinschicken?
    -> Deutlich (!) mehr Zuverdienstmöglichkeiten für Aufstocker und Selbständige
    -> Weiterbildung, die sich auch so nennt. Unter Berücksichtigung der Interessen der Betroffenen
    -> Anpassung des Regelsatzes, welcher ein würdiges Leben mitsamt Teilhaber ermöglicht
    -> Weg mit sinnlosen Zwangsgesprächsterminen, die im Grunde nur eine erweiterte Anwesenheitskontrolle darstellen
    -> Förderprogramme für Förderwillige, zugeschnitten auf deren Wünsche und Bedürfnisse
    -> Deutlich mehr Schonvermögen. Und wer kein Eigenheim hat, das zulassen von „Ersatzvermögen“. Es ist nicht schlüssig, wieso jemand eine 100.000 Euro Eigentumswohnung bewohnen darf (was ja richtig ist), ein Hartzer ohne Eigentumswohnung aber im Gegenzug keinerlei Ausgleichsvermögen besitzen kann. Das ist eine Ungleichbehandlung.
    -> Höhere Anerkennung von Lebensarbeitszeit. Wieso landet jemand, der 30 Jahre gearbeitet hat, nach 12 oder 24 Monaten in der Armutsfalle und erleidet quasi einen Reset auf faktisch 0?

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