WR883 Klötenfrituur

 

Darin: „Longreads“ – Tiere essen – Literaturbetrieb und Menschen – Sternenhimmel – Politisierung – Selbstakzeptanz (Kintsugi) – UBahn-Sitze – Schilde – Digitale Nomaden – Eltern in dritter Person – Kernkraft  und die obligatorische Höflichkeitsfrage von esureL.

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39 Gedanken zu „WR883 Klötenfrituur

  1. Hinnerk

    Yes, Sir, yes Madam, you are right. – Vielleicht merken die Werbeköpfe irgendwann mal, dass es im englischen gar kein Du, sondern nur ein höfliches, mal mehr, mal weniger distanziertes Sie gibt.

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  2. Christian von Praun

    „Der Papa“ spricht von sich in der dritten Person, weil „ich“ für das Kind bis zu einem gewissen Alter schwer zu fassen ist.
    Auch Kleinkinder sprechen oft von sich in der dritten Person (Peter ist müde).

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    1. njorg

      Ja, das kann ich bestätigen. Bis vor kurzem hat mich mein Sohn immer erwartungsvoll angeschaut, wenn ich „ich“ in Bezug auf mich benutzt habe. Denn „ich“ war ja eigentlich er und wenn ich dann auch noch „du“ sagte, war die Verwirrung komplett. Inzwischen ist das halt Gewohnheit geworden, die wir uns derzeit wieder abzutrainieren versuchen.
      Außerdem habe ich einen an der Waffel. Geht auch nicht anders, wenn man das alles einigermaßen überleben will 🙂

    2. Alex

      genau! ich, du, mein, dein ist davon abhängig wer es sagt. sehr kompliziert! Benennung von Objekten bzw. Personen klappt von sehr frühem Sprachentwicklungsstadium.

  3. Steffi

    Das Kind nimmt sich im Spiegel im Alter zwischen 12 und 18 Monaten wahr. Das Wort „ich“ kann es aber noch länger nicht anwenden und verstehen (Man möge mir verzeihen, denn ich weiß nicht genau ab wann.)

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  4. knut

    Ich finde, nach Selbstakzeptanz zu fragen, ist generell ein gutes Zeichen. Das scheint mir schon mehr zu sein, als der Durchschnittskonsument so im Leben denkt. Imho eine der besten Fragen an die Wrintheit.
    Warum es dann aber immer so esoterisch anmutende Konzepte vom alten Schuh sein müssen, der vom Müll geholt und dessen Sohle mit Goldkleber angeleimt werden muss, um einen Wert, den er irgendwann einmal gehabt hat, in die Gegenwart zu retten und in alle Ewigkeit zu erhalten ..
    Ja, diese tiefsinnigen Konzepte, die man so am Rande zu erahnen glaubt, aber deren Bedeutung man nie erfasst, weil man dazu zwei Lebenszeiten auf einem Berg sitzen und die Adlerkrallentechnik beherrschen muss, immer vorausgesetzt, dass es diese tiefere Bedeutung überhaupt gibt.
    Ich seh da vor meinem geistigen Auge immer einen Haufen Kiffer ums Feuer sitzen und Ohhmmm brubbeln, auf der Suche nach Erleuchtung. Nur eine Blume im Garten, weil drei auch nicht schöner sind?
    Um sich selbst zu optimieren guckt man, was andere über einen selbst zu wissen glauben?
    Die Frage war super, ich hatte aber den Eindruck, dass Alex nicht richtig rüberbringen konnte, was sie eigentlich sagen wollte. Da ist noch irgendwas, vielleicht für später mal. In jedem Fall ein sehr interessantes Gespräch!

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    1. Emalaith

      Du wirst es nicht schaffen, mir das schlecht zu reden.

      Unsere Wunden und Narben machen uns aus. Durch sie werden wir zu einem Individuum.

      Diese Bruchstellen durch Gold hervorzuheben, statt sie zu verstecken, ist so ein schönes Konzept, dass ich immer noch fassungslos davor stehe und es bewundere.

      Du scheinst sowieso etwas judgy drauf zu sein. Etwas mehr Demut würde dir ganz gut stehen (Mist, jetzt urteile ich selbst über andere).

  5. Gordon

    Der Vollständigkeit halber möchte ich mich eben bedanken, dass Alexandra mit dem Erwähnen von „Beepworld“ ganz spontan meine ersten digitalen Erinnerungen getriggert hat:

    „uboot.com“ war mein Einstieg ins Internet und ich lache mich seit Minuten kaputt. Danke!

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  6. erdinger

    Man lernt immer wieder was Neues.
    Zum Beispiel in diesem Fall. Ich arbeite mit radioaktivem Abfall und in der Endlagerung. Bei einigen AUssagen eines geschätzten Podcasters haben sich mir hier die Zehnägel hochgestellt. Das muss man jetzt nicht im Detail diskutieren. Klar istr aber auch, dass ich jedes Wort als überzeugend empfunden hätte, wenn ich mich nicht zufällig auskennen würde. Da stellt sich die Frage, wie oft wir Dinge nur deshalb akzeotieren, weil wir die Quelle mögen und wir starr unsere Filterblasen sind…

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  7. erdinger

    Da waren mehrere Punkte:
    Der Süden Deutschlands hat sicher geeignete Standorte. Das beschränkt sich aber bei weitem nicht auf den Süden. Norddeutschland ist auch recht erfolgsversprechend.
    Bei der Planung von Endlagern geht man von passiver Sicherheit aus. Informationen über lange Zeiten zu erhalten, wird immer mal wieder diskutiert – wird aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht wirklich geplant. Kurz gesagt ist es im Grunde der Job eines Endlagers früher oder später vergessen zu werden.
    Selbstverständlich gibt es geologische Strukturen, die über Jahrmillionen stabil bleiben. Was sich bei der Asse bewegt hat, hat sich bewegt, weil man die Geologie kaputt gemacht hat. Darum würde man ein Endlager im Salz heute auch nicht mehr in ein altes Bergwerk bauen. Da hast du was Wichtiges durcheinandergeworfen.
    Beim Thema Transmutation stimme ich dir zu – das wird aber außerhalb von ein paar Interessengruppen nicht wirklich verfolgt.
    Dass Castoren irgendwo „einfahren“, habe ich noch nie gehört. Das war vielleicht mal in den Medien, weil Züge ja auch „in einen Bahnhof einfahren“. Das die in Zwischenlagern an der Erdoberfläche stehen wurde schon immer genau so kommuniziert.

    In der Summe entwirfst du damit ein falsches und meiner Ansicht nach inkorrekt hoffnungsloses Bild. Das ist jetzt kein besonderer Vorwurf an dich. Ihr kamt ja nur nebenbei auf das Thema. Man ist halt nicht überall Experte und auf anderen Gebieten rede ich auch oft Unfug. Ich nehme es nur als Erinnerung, auch bei sympathischen und geschätzten Quellen (ich höre dich ja nicht ohne Grund) ab und an Unwissen zu unterstellen.

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  8. Philipp

    Insektenburger bekommt man auch zu Hause gut hin. Heuschrecken kann man in fertigen kleinen Boxen züchten. Zum töten in den Gefrierschrank und wenn du etwa 100 g zusammen hast, kannst du die mit 40 g Haferflocken und einem Ei in den Mixer werfen, würzen (Pfeiffer, Salz, Senf), Buletten formen und braten.
    Zack feddich, „Fleisch“ aus garantiert zweifelsfreier Herkunft.

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  9. Inken

    Hallo Holger, hallo Alexandra,

    es würde ja schon geschrieben, dass Kleinkinder das „ich und du“-Konzept erst lernen müssen und und wenn man lange genug von sich selbst als „Mama“ gesprochen hat, muss man es sich erst wieder mühsam abtrainieren.
    Mein Sohn ist jetzt 3 und in für ihn aufreibenden Situationen macht Mama dann auch dieses und jenes.

    Kintsugi ist wunderschön und der Gedanke dahinter gefällt mir sehr.

    Gruß aus dem Norden

    Inken

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  10. Hannes

    Hallo miteinander.

    Holgi, du fragtest beim Thema Selbstakzeptanz als Beispiel, wie du dazu kommst nicht mehr darunter zu leiden, fett zu sein. Ich nehme an, dir geht es dabei nicht um physisches Leiden was damit einhergeht sondern um psychisches.

    Ich finde bei der Frage der Selbstakzeptanz generell den Perspektivwechsel eine sinnvolle Strategie. An deinem Beispiel wäre das also, dich zu fragen, wie du einen Menschen den du kennst und der ebenfalls übergewichtig ist siehst und ob sein oder ihr Übergewicht in der Einschätzung über sie oder ihn eine (negative?) Rolle spielt.

    In meiner Erfahrung war das bei mir selbst und bei Menschen in meinem Umfeld (denen ich eben diese Frage auch gestellt habe) nicht der Fall.

    In der daraus folgenden Erkenntnis, dass man mit sich selbst oft total unfair umgeht hilft dann tatsächlich Achtsamkeitsmeditation, sich seiner Gedanken und der Bedeutung denen wir ihnen geben bewusst zu werden und von dieser Gewohnheit langsam wegzukommen.

    So ist zumindest meine Erfahrung. Ich hoffe, das war jetzt nicht zu verschwurbelt.

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  11. jan

    Tolle, unterhaltsame Sendung mit einigen Punkten, die mich umtreiben. Vor allem das Thema Links/Rechts… Ich hatte mir für dieses Jahr die Aufgabe gestellt, herauszufinden warum junge (also 20-40, intelligente Menschen zur CDU/FDP gehen? Also zu Parteien, die weder einen Drang haben, die drängende Klimaproblematik anzugehen, noch ein Interesse daran zu haben scheinen, die Welt besser/gerechter/leiser/sauberer/schöner zu machen.
    Ich stand lange unter dem Eindruck dass doch jeder junge Mensch Gerechtigkeit möchte und sich für seine Mitmenschen wünscht, dass es diesen auch gut geht.
    Mein Ergebnis von mehreren Gesprächen mit jungen JUlern oder JuLis ist leider: Denen gehts hauptsächlich um sich selbst, ihre Familie, ihr Familienunternehmen oder maximal die Gemeinde drumherum. Solidarität mit Fremden ist einfach keine Größe für die. Es geht ihnen um Networking, Einfluss, die eigene Karriere, Stärke, Prosperität, Sicherheit, Ordnung (in dem law-and-order-Zusammenhang sehr interessant ist das Gespräch von Tilo Jung mit Phillip Hübl http://www.youtube.com/watch?v=GLTxsT6BgTQ), alsoletztendlich um die Absicherung der eigenen Pfründe, aber eben nie um Solidarität, Nächstenliebe, Gleichheit, Gerechtigkeit oder eine bessere Welt… aus meinem beschränkten Blickwinkel scheint das in der Erziehung bzw. Weltbild dieser (nicht dummen) Leute bzw. in deren Gefühlsspektrum einfach keine Rolle zu spielen. Warum?

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    1. Dirk

      Ich denke mal, weil bei denen das G’fühlige des Postmodernismus nicht durchgeschlagen hat, diese Philosophie, in der das Fühlen das Denken abgelöst hat und Konstrukte wie „Gerechtigkeit“ (ausschließlich als „soziale Gerechtigkeit“) so verwandt werden, als wären sie objektiv. Wenn Holgi zu den Konzepten der 80er meint, die hätten doch noch nie funktioniert, so muss man dazu sagen, dass die sozialistischen Konzepte halt auch nie funktioniert haben, zumindest, wenn sie nicht durch Repression (entweder durch staatliche Gewalt oder religiöses Erwarten, z.B. bei den Hutterern,) durchgesetzt werden. Fest steht indes, dass diese Konzepte der gesamten Bevölkerung einen Lebensstandard beschert hat, der von keinem sozialistischen System erreicht wird. Dort mag der Unterschied zwischen arm und reich geringer sein, allerdings ist auch der Lebensstandard der Armen geringer.

    2. holgi Beitragsautor

      Dass die Vermeintlichen Vorteile der 80er-Konzepte immer nur im Vergleich mit dem Ostblock auch tatsächlich Vorteile sind, spricht eben nicht für die 80er-Konzepte.

  12. Jan

    Zuhause
    Zwar bin ich kein digitaler Nomade, aber ich ziehe ohne festen Wohnsitz und eigene Behausung umher und wechsle dabei immer wieder zwischen denselben Unterkünften. Ich mache das Gefühl für ein Zuhause an den Menschen um mich herum fest, die mir ein Wohlgefühl geben und mich willkommen heißen. Ein trockenes Bett im Warmen und ein Dach überm Kopf sind mir wichtig, aber sie müssen nicht mir gehören.

    Blog und RSS
    In den Themen habe ich mich wiedergefunden. Zwar habe ich noch eine eigene Internetseite, vorrangig für Familie und Freunde, aber meist fehlt mir auch die Lust Texte anzufertigen. Gleichzeitig konsumiere ich selber alle Onlinetexte über RSS, wenn es angeboten wird. Auch weil ich mich rein auf den Inhalt konzentrieren möchte und weil ich diesen herunterladen und auch offline lesen kann.

    Einstellungssache
    So wie sich die Podcaster fragen, ob sie die Hörer mit Du oder Euch anreden, frage ich mich, ob ich hier im Kommentar duze oder von holgi in der dritten Person schreibe.

    Eine der interessantesten Aspekte an WRINT, für die ich auch dankbar bin, ist der Einblick in die Entwicklung/Veränderung von einigen von Holgis Einstellungen. Mir dient das stark zur Selbstreflexion. Dabei geht es mir im Einzelnen gar nicht darum, welche das sind und wie sie begründet sind, sondern eher die Haltung dazu. In meiner Wahrnehmung neigt Holgi dazu wohlwollender mit Ansichten und ihren Vertretern zu sein, die er angenommen hat und nun verteidigt bzw. bewirbt und solchen, die er ablehnt oder nicht beachtet. Ich denke, dass es nur allzu menschlich und normal ist, aber eben dadurch stark auffällt, dass ein Teil von WRINT ja darauf besteht, dass holgi seine Meinung und Begründung mitteilt.

    Auch ohne ein konkretes Beispiel benennen zu können, ist meine Wahrnehmung inzwischen, dass die Argumentationsweise immer gleich ist. Ich finde die Standpunkte dadurch oft beliebig austauschbar und wundere mich darüber, dass das nicht auffällt. Also wenn du für Standpunkt A bist, weil x und nicht y, frage ich mich warum dir die Übertragung bei Standpunkt B nicht genauso gelingt.

    Ein bisschen lässt sich das in dieser Folge vielleicht an den Themen Atomstrom, Fleischkonsum und der generellen Mobilitätsproblematik festmachen. Mal davon abgesehen, dass sich das Bio als Siegel bei Bio-Fleisch an den Konsumenten richtet und nicht an das Wohl der Tiere, so nehmen sich ja Verkehr und tierische Lebensmittel wenig, wenn es darum geht einen schädlichen Einfluss auf die Gesundheit in allen Belangen zu haben.

    An mir selber habe ich festgestellt, dass wir uns umso leichter für ökologische Belange einsetzen können, je mehr sie Nebenprodukt unserer Ansprüche sind. Wenn ich weiß, dass ich ohne Atomstrom keine Komforteinbussen habe, dann ist es leicht mich dagegen auszusprechen. Wenn ich feststelle, wie gut ich ohne eigenen Verbrennungsmotor zu recht komme, dann ist es leicht mehr Alternativen zu fordern. Wenn ich merke wie schwer es mir fällt ohne den Verzehr von tierischen Lebensmitteln auszukommen, dann bin ich nachsichtiger mit den nötigen Maßnahmen, die mir das verwehren.

    Da ich nicht sicher bin, ob klar geworden ist, dass mein Kommentar kein Vorwurf oder eine Herabwürdigen sein soll, möchte ich nochmals klar stellen, dass mir diese starke Meinungspräsentation dabei hilft darauf zu achten wie ich selber mit Meinungsbildung, Argumentationen und Rechtfertigungen umgehe und ich dafür sehr dankbar bin.

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  13. sternburg

    Finde ich stark, wie Alexandra erst Holgis (und meine) sensationsgeil geifernde Hoffnung auf saftige Desillutions-Storys aus der Tiefe des Betriebs komplett anperlen lässt… Weil sie nämlich nur voll schöne Erkenntnisse gewonnen hat.

    Und zwar anhand jeder Menge saftiger Desillutions-Storys aus der Tiefe des Betriebs. Heftiger anhand meiner eigenen Erwartungen durch die Manage gezogen habe ich mich selten gefühlt. Es ist natürlich Spekulation, aber ich glaube, Holgi ging es ähnlich.

    Alexandra, das mag nicht Deine Absicht gewesen sein. Aber mir hat wirklich selten jemand beim Berichten über positiv empfundene Erkenntnisse so unschöne bis wahnwitzige Dinge erzählt (also zumindest selten jemand, den ich mag).

    Wobei ich daraus vor allem eine glasklare und nicht verhandelbare Forderung ziehe: Ich bitte im Namen sämtlicher Podcasthöher sehr unaufgeregt und höflich um ein zwangloses Gespräch zwischen Reinhard Reford und Alexandra Tobor über Themen wie Titel, Umschlagsgestaltung etc. Das würde sehr interessant werden.

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    1. Alexandra

      Mooooment! Hier liegt ein Missverständnis vor!
      Das eine ist, was ich über die Gesellschaft gelernt habe im Umgang mit den Menschen, die die Buchhandlung besuchen. Hier ist vieles sehr erfreulich, z.B. die Einsicht, dass es wesentlich mehr „gute“ Menschen gibt als man meinen könnte, wenn man durch die grauen Gassen huscht oder dass Leute, die Bücher aus dem KOPP-Verlag bestellen, nicht immer Nazis sind.

      Dass doofe Titel, schlimme Cover und kuschelige Themen sich am besten verkaufen, ist natürlich schlimm und DARÜBER könnte ich tatsächlich ein Buch voller Gesellschaftskritik schreiben!!!

      Das Missverständnis liegt an meiner Rezeption der Frage, die zuerst meine guten zwischenmenschlichen Erfahrungen getriggert hat… und mich erst hinterher auf Dinge wie Buchmarketing brachte. Als positiv empfunden wird da von mir aber auch nicht, dass die Dinge so sind, wie sie sind – sondern dass meine Illusionen (Leute wollen Qualität und interessante Themen) sich als falsch herausgestellt haben. Und Illusionen loswerden empfinde ich immer als positiv. Ich muss mich dann nicht mehr über etwas Eingebildetes ärgern.

  14. Dnns

    Ich bin ja inzwischen dazu übergegangen Bücher nicht mehr bei Amazon zu bestellen, sondern lieber hier in die örtliche Buchhandlung zu gehen (relativ kleiner Buchladen). Ich bevorzuge für manche Bücher, aber vor allem Sachbüher die gedruckte Version, weil es schöner ist darin zu blättern. Für Thriller aber nutze ich dann doch gern eBooks.

    Jetzt meine Frage an Alexandra: Ich könnte jetzt weiterhin meine eBooks bei Amazon kaufen, aber nach allem was ich in letzter Zeit so gehört habe soll Amazon für den Buchhandel nicht unbedingt förderlich sein. Daher würde mich mal interessieren, wo man eigentlich guten Gewissens eBooks kaufen kann. Weißt du das?

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  15. Caro

    Wer mehr über digitale Nomaden erfahren will: coole Doku hier
    https://deutschland-zieht-aus.de
    Problematisch finde ich daran: man zahlt irgendwo Steuern, sagt sich von seiner Heimatgesellschaftclos, aber wenn man zB krank oder alt oder Schulpflicht von Kindern bedenkt, braucht man eben diese Struktur vllt doch wieder. Und „zeckt“ sich dann wieder ins System ein. Find ich schwierig zu rechtfertigen. Sorry für die sehr übertriebene Darstellung.

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    1. holgi Beitragsautor

      So übertrieben finde ich die Darstellung gar nicht. Letztlich ist es ja tatsächlich so, dass man sich das Vergnügen des Rumreisens vor allem deshalb prima erlauben kann, weil man im Zweifelsfall jederzeit ein Dach über dem Kopf, was zu essen und medizinische Versorgung in Deutschland bekommt.
      Andererseits finde ich es aber auch wieder ziemlich geil, dass wir Deutschen uns erlauben können, einige von uns auf diese Weise abzusichern, so dass sie die Welt sehen können. Langfristig sicher das vermutlich eher den Weltfrieden, als 45 Jahre lang immer dieselbe Strecke zu immer demselben Arbeitsplatz zu fahren und „brav“ Steuern zu zahlen 😉

    2. Dnns

      Es gab vor ein paar Wochen einen Beitrag von Strg_F auf YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=WbPo4zqbSsw), in dem eine der Reporterinnen mit ihrem Freund in ein Auto gezogen ist. Also Wohnung aufgelöst, und nur noch im Auto leben und mit dem dann quer durch Deutschland fahren, heute mal hier anhalten und übernachten und morgen wieder woanders. Und ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten sollte. In mir kam dann schnell der Gedanke hoch, dass das ja auch irgendwie eine Form des Schmarotzens ist. Wir wollen minimalistisch leben, das funktioniert an der Stelle aber nur, weil es Stellflächen gibt, die kostenlos genutzt wurden. Man wälzt irgendwie die „Mietkosten“ ja schon auf die Allgemeinheit um.

      Ich kann das schwer in Worte fassen, und wie gesagt ich bin mir auch derzeit nicht schlüssig, was ich davon halte.

  16. Barney

    Ungefähr bei Minute 48 geht es um rechts und links. Und Holgi kann nicht verstehen, wie man rechts denken kann und sagt dann, dass christliche Fundamentalisten eigentlich nicht rechts sein könnten, es sei denn sie seien alttestamentarisch fundamentalistisch.
    Ich finde, dass in diesem Argument eine ganz fiese Denkfigur lauert. Die Besitzstandswahrer sind dann alttestamentarisch wohingegen die gerechtverteiler christlich-neutestamentlich sind. Wenn alttestamentarisch dann jüdisch ist und neutastamentlich christlich, dann riecht das fies nach Antisemitismus.

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  17. lioman

    Ich nutze auch noch RSS und will mich nicht davon trennen. Nachdem ich nach dem Ende des Google Readers ein bisschen rumgeeiert bin nutze ich derzeit https://newsblur.com . Im Story-Modus extrahiert er den Text direkt von der Seite des Stummelfeeds und zeigt ihn komplett an.

    Danke für die schöne Folge.

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  18. Christian

    Hallo,

    man kann durchaus liberal, freiheitlich eingestellt und für Selbstverantwortung sein UND FREIWILLIG sehr solidarisch sein. Erzwungener, politischer Solidarismus ist KEIN Solidarismus.
    Und liberale Ideen sind keine „rechten“ Ideen. Und der Sozialismus hat übrigens ebenfalls noch NIE funktioniert. 😉

    LG,

    Christian

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