WR867 Veganputz

 

Darin: Altöl – Partyorganisation – WR118 Premium Cola – Toby hat demnächst Geburtstag – Mamiya Universal – Klimaschutz – Holgi hasst Immobilienmakler – Wochenendhäuser – Toby geht jetzt wirklich in die Politik – Das Wetter

37 Gedanken zu „WR867 Veganputz

  1. Clemens

    Es ist ein Trugschuss, zu glauben, man müsse sich nicht um einen Wald kümmern. Hier in Österreich ist es in den letzten Jahren verstärkt so, dass Sachverständige durch teils sehr »kleine« private Wälder streifen – auch umfriedete Grundstücke bilden da keine Ausnahme –, Baumkrankheiten diagostizieren und die Fällung verordnen. Der Besitzer hat dann ein paar Wochen Zeit, dies selbst zu erledigen, ansonsten wird eine Firma beauftragt und die Rechnung dem Waldeigner gestellt.
    Dem nicht genug liegt das infizierte Holz nun vor Ort und man bekommt wiederum ein Zeitlimit bis zur Entsorgung. Kann man dies erneut nicht selbst bewerkstelligen, kommt in der Regel die Gemeinde, stellt eine Rechnung für den Abtransport und entsorgt das Holz im gemeindeeigenen Hackschnitzelheizwerk …

    … ein Wäldchen am Grundstück kann Dich da schon mal arm machen …

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  2. xxx

    Hi Holger,

    ich empfehle dir deinen 50igsten groß zu feiern.

    Ich vermiete ein ehemaliges Gasthaus für Familienfeiern und hab da ca. jede zweite Woche einen runden Geburtstag, bei dem ich auch selber anwesend bin. Die Leute die ihren Geburtstag feiern sind nachher, durch die Bank, ehrlich begeistert von ihrer Feier, im Gegensatz zu manchen Hochzeiten (zu hohe Erwartungshaltung).
    Ich hab dich jetzt schon 2mal in Odonien erlebt. Du bist genau die Person die an so einer Feier einen Heidenspaß haben wird.

    Budgettip: Essen ist immer der höchste Kostenfaktor einer vernünftigen Party und gleichzeitig bekommt man zu einem runden Geburtstag viel unnützes Zeug geschenkt. Bitte doch deine Gäste, dir statt einem Geschenk, etwas Gutes für das Buffet mitzubringen. z.B. koordiniert über ein online-Dokument. Das sind in der Regel die besten Buffets, da kann kein Caterer mithalten.
    Ich kenn mich nicht sonderlich in Berlin aus. Aber ich denke, daß es grade dort nicht sonderlich schwer sein wird eine Veranstaltungsort zufinden, der nicht so viel Miete kostet und bei dem man Essen und Getränke selber mitbringen darf. Wenn nicht direkt in Berlin, dann knapp außerhalb der Stadtgrenzen.

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    1. sternburg

      Mich deucht, xxx hat Recht. Sage ich als jemand, der Deine Scheu, Holgi, vor dem Gefühl, während so einer Feier sich ständig dafür verantwortlich zu sehen, ob die Feier auch gut wird, maximal nachempfinden kann. Insofern habe ich leicht reden.

      Wobei ich kurz mal anmerken möchte, wie bemerkenswert ich Deine Schilderung dessen finde, was bei Kaddas Feier als endlich mal entspanntes Angebot aufgetischt wurde. Vielleicht sind meine Maßstäbe verschoben, aber das klang für mich ziemlich goil. Ich als Gast wäre begeistert gewesen. Und wenn das nach Deiner Sichtweise an der unteren Grenze dessen ist, was man so als Gastgeber bereitstellt, dann ist meine Scheu vor dem Gastgebertum wohl berechtigt. Das kratzt nämlich an der obere Grenze dessen, wozu ich als Gastgeber bereit wäre.

      Was ich aber eigentlich sagen möchte: Völlig egal, ob Du 500 oder 5 Leute zu Deinem 50. einlädst – ich finde, Du solltest mich einladen. Denn auch wenn Du mich nicht kennst und mit mir selten mehr als ein, zwei Worte gewechselt hast – Du begleitest mein Leben seit über 20 Jahren ziemlich intensiv. Und hast mit Deinen öffentlichen Äußerungen zur Bildung meiner Persönlichkeit mehr beigetragen, als die meisten anderen Personen. Insbesondere an den Teilen meiner Persönlichkeit, die ich gut finde.

      Wenn man den Begriff „Freund“ als jemanden definiert, dem man emotional nahe steht, der einen beeinflusst und der einem auch mal unangenehme Wahrheiten schonungslos offenbart (und an dessen privaten Erlebnissen, Erfolgen und Scheitern man emotional teilnimmt), dann könnte ich es so formulieren: Ich bin nicht Dein Freund, Du kennst mich nicht mal. Aber Du gehörst zu meinem engeren Freundeskreis.

      Dies ist natürlich nicht wirklich ein Versuch, mich in Deine Geburtstagsfeier reinzuquatschen. Ich habe da nichts zu suchen. Aber der Gedanke, den ich damit äußere, der sollte dort präsent sein, finde ich. Idealerweise innerhalb Deines Hirns. Richte Deinem Hirn dies bitte von mir aus.

      ps: Klingt behämmert, aber ich habe als Veranstaltungsort gute Erfahrungen mit dem Gutshaus Lichterfelde gemacht.

  3. Line

    Hallo Toby,
    das mit den Humanisten hast du ja nur ganz kurz angesprochen und auch wenn du jetzt zu den Grünen gehst, ist es mir echt ein Bedürfnis zu sagen, dass die Humanisten zwar Säkularisierung als einen wichtigen Punkt im Grundsatzprogramm haben, die Partei aber bestimmt nicht hauptsächlich aus Menschen besteht, die über Religion lästern. Schade, dass dir in Hamburg dieser Eindruck vermittelt wurde, das sollte wirklich nicht so sein.
    Liebe Grüße!

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    1. Eule

      @Donngal:
      Klar ist Extremismus immer falsch, denn er macht in jeder Form die Demokratie kaputt.

      Das politische Spektrum ist kein Vektor von böse nach gut, sondern besteht aus einer breiten demokratischen Mitte (rund um einen theoretischen „Neutralitätspunkt“ herum), die dadurch gekennzeichnet ist dass sie Menschen verschiedener Einstellung umfasst, die aber dennoch davon ausgehen dass in anderen Ansichten auch Wahrheit stecken könnte und die daher miteinander kooperations- und kompromissfähig sind. Und genau das wollen wir im gemeinsamen gesellschaftlichen Miteinander doch haben, oder?

      Jenseits des demokratischen Bereichs beginnt radikales Gedankengut, das dadurch gekennzeichnet ist dass es sich selbst absolut setzt und keine Abweichungen zulässt. Das bringt die Gesellschaft nicht weiter, sondern spaltet und verhärtet Auseinandersetzungen. Und der Extremismus schließlich ist als verschärfte Variante davon bereit, für die Durchsetzung der eigenen absoluten Haltung auch Gewalt anzuwenden. Das wollen wir erst recht nicht. Die Entwicklung moderner Staatsphilosophie gründet sich auf die Erkenntnis, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegen muss um Fortschritt zu ermöglichen (Hobbes), ergänzt durch die Erkenntnis dass ausdrücklich nur demokratische Kontrolle für Freiheit sorgen kann (Montesquieu, Rousseau).

      Rechts- und Linksextremismus sind zwar inhaltlich nicht identisch (rechts stellt vereinfacht gesagt eine „Wir“-Gruppe über eine oder mehrere „Die“-Gruppen, links stellt die Gemeinschaft über das Individuum; beides trivialisiert und letztendlich ignoriert den Menschen als solchen, was der Philosophie der Aufklärung und dem Gedanken der Menschenwürde widerspricht), aber im Ergebnis ist es halt völlig egal ob man zehn Meter rechts oder fünf Meter links neben das Tor schiesst, es bringt beides keine Punkte. 😉

    2. Donngal

      Ich halte es trotz der Belehrung für richtig, dass es politischen Extremismus gibt. Es gibt nämlich Situationen, in denen Gewalt das einzige Mittel ist um eine Diktatur zu beenden. Und nur weil wir heute noch nicht im Faschismus leben müssen, wird das nicht immer so bleiben. Und wenn die Demokratie in Gefahr ist, halte ich Gewalt für ein legitimes Mittel.

      Ich stimme auch nicht damit überein, das radikales Gedankengut erst jenseits des demokratischen Bereiches ist. Auch radikales Gedankengut setzt sich nicht absolut. Die Gesellschaft würde es weiterbringen, wenn die ganzen Konservativen die Klappe halten oder endlich progressiv werden würden. Solange es Kompromisse gibt, an denen Konservative mitwirken, ist kein echter Fortschritt möglich. Und es stimmt zwar, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegen sollte und demokratisch kontrolliert werden sollte, aber davon entfernen wir uns doch schon längst. Ausserdem bringt das alles nicht wenn menschenverachtende Parteien mehrheitlich gewählt werden.

      Und im Ergebnis macht es für mich schon einen extrem großen Unterschied ob die rechtsextremem Menschen töten oder ob die linksextremen Autos anzünden. Ob jemand am Tor vorbeischiesst kommt auch darauf an wo du das Ziel definierst. Wenn das Tor da steht wo du die Mitte siehst, dann ist 5 Meter links vorbei genau da wo der Ball hinmuss.

    3. Eule

      @ Donngal:

      (Erstmal bitte ich um Entschuldigung, meine Antwort sollte nicht als „Belehrung“ ankommen, sondern rein als Beitrag.)

      D’accord zu deinem ersten Abschnitt: Wenn der Staat zur Diktatur wird, ist Gewalt das einzige Mittel daran wieder etwas zu ändern (genau darauf will auch Artikel 20, Absatz 4 des Grundgesetzes hinaus: Wenn es mal ein neues Ermächtigungsgesetz geben sollte, können nur noch die Menschen die Prinzipien des freien Staates verteidigen).

      Zitat: „Auch radikales Gedankengut setzt sich nicht absolut. Die Gesellschaft würde es weiterbringen, wenn die ganzen Konservativen die Klappe halten oder endlich progressiv werden würden. Solange es Kompromisse gibt, an denen Konservative mitwirken, ist kein echter Fortschritt möglich.“

      Ich glaube hier widersprichst Du Dir. ‚Gruppe XY soll die Klappe halten oder so werden wie ich‘ ist genau das absolute Gedankengut das Konflikte anfeuert statt sie beizulegen. Denn welche Reaktion soll da schon kommen? ‚Oh, Sie haben recht, ich werde rasch meine Meinung ändern um weiter mitreden zu dürfen‘?

      Zitat: „Ausserdem bringt das alles nicht wenn menschenverachtende Parteien mehrheitlich gewählt werden.“

      Gewaltanwendung durch Bürger/Einwohner ist aus meiner Sicht dennoch erst legitim wenn die menschenverantenden Parteien eine menschenverachtende Diktatur aufgebaut haben (siehe oben). Es ist ein Fortschritt, dass wir uns nicht mehr gegenseitig die Köpfe einschlagen, sondern den Staat als Sicherheits-Dienstleister aufgebaut haben. Ich fände es besser, die Energie darein zu stecken ihn als solchen funktionsfähig zu halten, und nicht ungeduldig in den Hobbes’schen Naturzustand zurückzufallen weil Demokratie zu lange dauert. Meinem Eindruck nach geben gerade zu viele Leute die Demokratie leichtfertig auf, weil ‚Nazis auf die Schnauze hauen‘ einfacher ist und schneller sichtbare Resultate verspricht. Leider macht es Nazis stärker, nicht schwächer, denn Polarisierung hilft nur den Rändern und führt zu einer schwarzweißen Welt. Die passende Antwort auf Nazis ist nicht die höhere Barrikade auf der Straße, sondern die bessere Sacharbeit im Parlament. Dass die Parteien das derzeit nicht wirklich tun ist aus meiner Sicht ein Ergebnis der besagten Ungeduld.

  4. Pascal

    Immobilienmarkler sind alle so.
    Ist zwar auch hier nur anekdotisch, aber egal.
    Wenn sie wenigstens straight sagen würden: „Mir geht es nicht um Sie sondern nur um den Profit.“ wäre es irgendwie noch okay, aber was wirklich nervt, ist dieses aufgesetzte Bemühen und das Vorspielen von persönlicher Verbindlichkeit.

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    1. Donngal

      Sind die auch so wenn man ein Haus verkaufen will? Wenn ich keine Lust habe selber Käufer zu suchen, wie finde ich dann einen vernünftigen Makler? Am besten über die Sparkasse oder so?

    2. Simon

      Hey Pascal! Es gibt Immobilienmakler die „straight“ sind und keine Schönfärberei oder Märchenstunden veranstalten, jedoch sind diese rar und nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Leider ist der Begriff „Immobilienmakler“ keine geschützte Berufsbezeichnung und bedarf auch keiner ordentlichen Ausbildung (z. B. IHK oder Deutsche Immobilien-Akademie (DIA)), sodass sich in diesem Bereich viele „schwarze Schafe“ herumtreiben, die keine fundierte Ausbildung genossen haben, sondern Quereinsteiger sind und früher Autohändler waren oder eine Dönerbude betrieben haben. Nichts gegen Dönerbudenbesitzer, jedoch sollte eine gewissen Grundkenntnis von Mietrecht, Grundbuch mit Lasten und Beschränkungen, Kaufvertragsrecht, Baurecht, Wertermittlung einer Immobilie usw. vorhanden sein, um auf die Menschheit losgelassen werden zu dürfen.

      Hey Donngal! Einen vernünftigen Makler erkennt man an einer fundierten Ausbildung (siehe oben), an einer Mitgliedschaft beim IVD und stetigen Weiterbildungsmaßnahmen.

      Hey Holgi! Für dich tut es mir wirklich leid, dass du das Haus, in dem du bereits gedanklich Umbaumaßnahmen und Sanierungsmaßnahmen gemacht hast, nicht bekommen hast und so lange seitens des Maklers hingehalten wurdest und schließlich überhaupt keine Reaktion mehr erhalten hast. Dies ist keine Art und Weise und zeugt von einem äußerst unprofessionellen Geschäftsgebaren.
      Apropos Reaktion – diese erhält der Makler wohl gerade von deiner Community, siehe Google-Bewertungen.

      Liebe Grüße
      Dein langjähriger Hörer und Immobilienmakler

    3. holgi Beitragsautor

      Das find ich jetzt aber auch blöd, dass der schlechte Bewertungen von leuten bekommt, die nix mit ihm zu tun hatten 🙁

    4. Pascal

      @Simon
      Danke für die Erklärung. Ich hatte nur das Vergnügen mit dem Typ „Gebrauchtwagenhändler“. 🙂
      Aber wenn einer seriös ist, weisst er sich dann mit IHK/DIA aus? Das ist hilfreich.

    5. Ingmar

      Ich habe auch gerade ein Haus gekauft.
      Der Makler war auch genau so ein windiger Kerl mit fettem Mercedes-Sportcoupé und Gelfrisur. So richtig schlimm war allerdings, dass er immer einen wahnsinnig unnötigen Stress gemacht hat: Natürlich dauert es ein wenig, bis eine Finanzierung bei der Bank auch wirklich steht, der Makler wollte aber unbedingt schnellstmöglich einen Notartermin vereinbaren.
      Schön war dabei dann folgender Satz:
      „Naja, wissen ’se… Beim Notar brauchen Sie ja auch noch gar nicht die Zusage der Bank, da genügt auch Ihre Unterschrift.“

    6. Christian1313

      Nur mal als Gegenpunkt: Bisher zweimal Makler gehabt, beides mal voll zufrieden.

      Beide Makler waren nicht in einer großen Firma angestellt. Kann daher Holgis Einschätzung nicht teilen, und widerspreche sogar.

    7. Micha

      Mir ging es mit einer Mietwohnung so. Als alles „in trockenen Tüchern“ war, hat er sich unangekündigt nochmal einen Nachschlag gegönnt, weil die Quadratmeter des Tiefgaragenplatzes „selbstverständlich“ zur vermittelten Wohnfläche dazu gehören, und da er seinen Gewinn nach qm berechnet…

  5. Felix

    Der Steinmetzhof ist so eine Location – da waren wir auf einer tollen Hochzeit (ist eine etwas andere Ecke von Berlin aber Ringbahnnah)

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  6. Abkueko

    Ich will Holgi beim Klimaschutz widersprechen. Wir müssen uns gar nicht so sehr einschränken. Von der Ausgangsbasis aus können erhebliche Einsparungen erzielt werden ohne schwere Einschränkungen.
    Autos braucht man gar nicht unattraktiver machen solang die Bahn ihr Potential nicht nutzt. In meiner Region schwankt die Belegung der Züge (Rhein-Main) zwischen voll und überfüllt. Es besteht also schon heute der Bedarf nach engerer Taktung und mehr Kapazität. Setzt man das um werden genügend Leute folgen. Mehr Radwege werden ebenfalls dafür sorgen, dass einige Autofahrer umsteigen. Kostet alles nicht viel und niemand hat deshalb schwere Einbußen.
    Wir könnten auch viel schneller aus der Kohleverstomung aussteigen wenn wir die Limitierung der erneuerbaren Energien aufgäben. Der Strom würde nicht teurer.

    Da gibt es massig Bereiche mit viel ungenutztem Potential. Haben wir das ausgeschöpft geht es an die Kompromisse.

    Antworten
  7. Carina

    Wir suchen gerade seit etwa einem Jahr ein Einfamilienhaus und haben dabei an die 50-70 Makler kennengelernt. Und ich kann Holgi in absolut allen Punkten seiner Ausführung zustimmen – bis auf einen einzigen Makler waren ALLE andere richtige Idioten. Faul, ahnungslos, zwielichtig, unseriös und oft sehr narzisstisch. Habe selten erlebt, dass ein Klischee einer Berufsgruppe so sehr zutrifft.

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  8. T.jay

    Ich frage mich eigentlich die meiste Zeit, wie Klimaschutz mit unserem aktuellen Wirtschaftssystem überhaupt kompatibel sein kann.

    Die Werbebranche impft uns von dem Moment an, wo wir als Kleinkinder beginnen die Welt mit unseren Sinnen zu erfassen, mit bunten Bildern und Geschichten, die augenblicklich oder später zu
    handfesten, jedoch teils unötigen und völlig unverhältnismäßigen, materiellen Bedürfnissen heranwachsen sollen.
    Ein bewusstes Hinterfragen dieser künstlich geschaffenen Bedürfnisse nehme ich nur in einer kleinen öklogisch angehauchten Szene war.

    Anders kann ich es mir auch kaum erklären, als Beispiel, dass der Konsument es einfach zu schlucken scheint, dass sich in den letzten Jahren der festverbaute Akku im Smartphone zum Standard etabliert hat.

    Das was wir wirklich brauchen, eine intakte Biosphäre, hat keine Werbeagentur, die in ihrem und also auch in unseren Sinn, das nötige Bewusstsein für deren Erhalt vermittelt.

    Warum ich nun bei unserer Art des Wirtschaftens skeptisch bin, liegt in dem Zwang begründet, dass sich jeder Mensch daran zu beteiligen hat.
    Hinter jeder werbenden Branche befinden sich auch irgendwo Menschen, die ihre Produkte verkaufen müssen(!), sonst verlieren sie ihre wirtschaftliche Existenzberechtigung.
    Personalintensive Produktionsketten können viele Menschen ernähren.. Diese werden aber durch Technisierung seltener und schrumpfen.
    Die nun arbeitslos geworden sind nun dazu angehalten, woanders ein Einkommen zu erzielen.

    Dies kann nun, zum Beispiel, durch das Schaffen eines weiteren, neuen produzierenden und Ressourcen verbrauchenden Gewerbes realisiert werden.
    Gut für die Menschen in der neuen Wirtschaftsnische; schlecht wiederum für unserer Umwelt.
    Das Problem möchte hier mal als einen enormem Innovationsdruck kennzeichnen, dass dem jetzigen wirtschaften zu Grunde liegt.

    Soweit hat sich bei mir laienhaftes Schema, von einem ursächlichen Problem, in meinen Kopf heraus kristallisiert, dass gerne von jemand mit mehr wirtschaftlichen Sachverstand korrigiert und ergänzt werden kann.

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  9. andreas

    Es ist immer so einfach zu sagen „Fahrt doch Bus oder Bahn“. Ich für mich mache das auch meistens. Das funktioniert bei mir aber nur seit dem ich mitten in der Stadt von Berlin wohne und mich gegen den Strom im ÖPNV bewege.
    Wenn man aber mal zum Berufsverkehr versucht mit der Straßenbahn gen Osten zu fahren oder die Ringbahn nutzt, kann man schnell feststellen das einfach ein umsteigen auf den ÖPNV keine Alternative ist. Bus und Bahn wurden so vernachlässigt das eine Skalierung selbst in kleinen Maßen nicht möglich ist.

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    1. njorg

      Wieso? Wenn ich mich recht erinnere, war Holgis Reaktion doch so in etwa „Voll geil, aber da hätte ich früher mit anfangen müssen.“
      Mal abgesehen davon ist mir jeder zusätzliche Vermieter, der einen sozialen Grundethos hat sehr viel lieber als eine zusätzliche Summe x für ein Sammelsurium aus rein profitorientien Großkonzernen.

  10. Micha

    Holgi, wenn Du deine Ferienwohnung selbst renovieren musst, kannst Du Dich ja selbst interviewen für diesen anderen Podcast… 😉

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  11. Volker

    Zur Berliner „Kommunalpolitik“

    Ich war 2011-2016 als Pirat in der Bezirksverordnetenversammlung in
    Marzahn-Hellersdorf – in einer großartigen Fraktion. Aktiv,
    sachorientiert, optimistisch, voll durchorganisiert (an 2-3 Wochentagen
    besetztes, offenes Fraktionsbüro, Infos&Vorschlagseinbettungen von der
    Landesseite/OpenAntrag/Abgeordnetenwatch, alles wurde im Ticketsystem
    gepflegt und getrackt, wöchentliche öffentliche Fraktionssitzungen mit
    Audio-.Streaming, öffentlichen & ausführlichen
    Inhalts-/Verlaufsprotokollen von allem was nicht bei 3 auf den Bäumen
    war). Mit 4 Verordneten 9

    Aber dann kam uns die Berliner „Kommunal“politikstruktur in die Quere.
    Die ist blöderweise auf Verantzwortungsdiffusion und
    Pöstchenmaximierung optimiert. Das Abgeordnetenhaus entspricht dem
    Landtag, ist aber als Teilzeit-/Feierabendparlament ausgelegt und
    entsprechend weniger leistungsfähig. Die Senatsverwaltung ist die
    Verwaltung und setzt die gesetzte Politik um oder sitzt sie aus. Die
    Bezirksverordnetenversammlung (BVV) aber entspricht nicht etwa den
    Kommunen/Gemeinden der Flächenländer, sondern sind nur ein Organ der
    Bezirksverwaltung die der Senatsverwaltung untergeordnet ist, und
    „Verwaltungshandeln anregen und hinterfragen“ darf. Anregen. Nicht
    anweisen, nicht entscheiden.

    Die einzige Entscheidung ist die über den Haushalt. Oder zumindest die
    wenigen Teile, die nicht schon gesetzlich oder von Senatsseite her
    vorgegeben und unveränderbar sind. Und das auch nur alle 2 Jahre.

    Und das ist nicht mal das frustrierende.
    Eher solche typischen Episoden:

    Die Zahl der Kinder im Bezrik steigt überdurchschnittlich. Schon vor ~5
    Jahren lebten mehr (gemeldete) Kinder im Bezirk als die Prognose für
    2025 annahm. Also sollte man so langsam für Kindergarten- und
    Schulplätze sorgen? So als Die Senatsverwaltung lehnte dies ab, denn
    die Zahl der gemeldeten Kinder entspräche ja nicht der Prognose – und
    nur letztere sei relevant für Entscheidungen. Und erst wenn die Zahl
    der benötigten Plätze die vorhandenen übersteige, dann könne man mit
    Planungen für Erweiterungen beginnen (Hintergrund: in Berlin dauern
    Schulbauten durch die Verantwortungsdiffusion und entsprechende
    Bearbeungsläufe zwischen Bezirk, Senat und AGH so 8-9 Jahre wenn nichts
    dazwischenkommt).

    Oder: das AGH hat Gelder für die dringensten Schulsanierungen
    beschlossen – 3 Schulen je Bezirk (brauchen bräuchten es wesentlich
    mehr). Der Bezirk entscheidet sich (vereinfacht dargestellt) zumindest
    die 3 schlimmsten zu entschärfen. Also 3 Projekte @ 7Mio eingereicht.
    Dem Senat ist das zu teuer: max 15Mio. Ein normaler Mensch würde dann 2
    Schulen sanieren und mit dem Rest die dritte schon mal anplanen (und
    ggfs. eine Kleinigkeit zu korrigieren). Nix da! Entweder pro Schule
    5Mio oder gar nicht. Das geht dann mehrere Jahre zwischen Bezirk, AGH
    und Verwaltung hin und her, bis man sich (auf Basis der alten Angebote)
    auf einen Knirsch-Minimalstkompromiss geeinigt hat – und sich dann
    wundert, dass das Geld dann doch nicht reicht.

    Akut wird eine Schule gebaut (was vor meiner Legislaturperiode
    startete). Über einen Weg dahin streitet man sich immer noch. Die
    Senatsverwaltung (Verwaltung, nicht AGH) hält trotz Protesten von
    Bezirk und AGH-Fraktionen an den Planungen aus den 60ern fest, die die
    Hauptverkehrsstraße dorthin umlegen wollen. Vor die Schule. Und deshalb
    bewegt sich seit 15 Jahren nichts. Und es hilft nicht gerade, dass der
    Bezirksrat für Verkehr aus meiner Legislatur alle Diskussionen zum
    Thema blockierte, jetzt als Senator bejammert, dass da nichts
    passiere.Nächstes Jahr soll die Schule übrigens eröffnen. Und für einen
    nutzbaren Weg dorthin gibt es nicht einmal Planungen. Und ich spreche
    jetzt nicht einmal von einer Straße, sondern nur von einem befestigten
    Fußweg.

    Im Vergleich dazu kann in der Gemeinde Kleinkuhkackerode ein
    Gemeinderat extrem viel bewegen. Berlin ist da einfach nur
    frustrierend.

    Ach ja: Mitmachen?
    So gut wie niemand. Trotz intensiver Pressearbeit, offenen
    Sprechstunden, offenen Fraktionssitzungen, Mitmachegelegenheiten über
    Openantrag, Kontaktformularen, E-Mail, Kontaktsuche in
    Nachbarschaftszentren, Vereinen, …

    Nichts.

    Außer vielleicht alle paar Monate mal eine einzelne Gruppierung für
    ihre kleinen Partikularinteressen. So etwa dass der
    Schrebergartenverein „GrünesGras“ fordert, dass die abgelaufene
    Parzelle 4711 diesmal nicht extern sondern durch den Vereinsvorstand
    vergeben werden möge.

    Berlin hat es geschafft, in einer einzigen Legislatur eine komplette
    Politikgeneration auszubrennen. Von der Piratenfraktion ist ein
    einziger noch in der Bezirkspolitik (in einer anderen Partei). Zwei
    ehemalige Piraten engagieren sich weiter ehrenamtlich. Alle anderen
    damals Aktiven haben der Berliner „Kommunal“politik den Rücken gekehrt.
    Von den 3 Ortsgruppen („Crews“) und der Fraktion sind übriggeblieben:
    nichts.

    Außer vielleicht ein paar Karteileichen…

    „Kommunal“politik in Berlin ist echt hart, wenn man etwas bewegen will.
    Weil sie genau darauf angelegt ist, genau dies zu verhindern. Taugt
    bestenfalls als Sprungbrett ins AGH. Aber sonst?

    Und die etablierten Parteien machen lieber Symbol- und Machtpolitik,
    als sich an Sachthemen zu beteiligen. Und sich zumindest oberflächlich
    auf abgesprochene Termine zu Fachdiskussionen in Fachausschüssen
    vorzubereiten war offensichtlich schon zu viel verlangt. Es wird lieber
    unabhängig von den Fakten nach Vorgabe der Parteileitung abgestimmt –
    und grundsätzlich immer gegen alles was nicht selber vorgeschlagen
    worden war. Ja, CDU und SPD, ich schaue euch an.

    Das war einfach nur frustrierend.

    Antworten
  12. njorg

    Hallo Holgi,
    wenn du möchtest, könnte ich dir mit deinem WordPresswunsch helfen, tolle alte Folgen auf der Startseite anzuzeigen.
    Ich habe dir eine Mail geschickt 🙂

    Antworten
  13. Matthias

    Ich kann noch anmerken: Selbst Immobililenmakler, die bei der Immobilienabteilung einer regional angesehenen Bank angestellt sind, können Vollpfosten sein. In unserem Fall machte eine junge Trulla einen auf jovial und „geht schon alles klar“, während sie hinter unserem Rücken die fragliche Immobilie lieber an ein anderes Paar mit kleinen Kindern vermitteln wollte, das ihr sympathischer war. Anschließend sind wir ihrem Seniorpartner im Büro so lange auf den Keks gegangen, bis wir doch den Zuschlag bekamen. Zu guter Letzt hat die Frau noch die Verkäuferin (=Auftraggeberin) düpiert, indem sie entgegen der Vereinbarung nicht mehr bei der Vertragsunterzeichnung dabei war, sondern vorher abgehauen ist; sie hat sich nur vergewissert, dass beide Parteien beim Notar eingetroffen waren.

    Antworten
  14. Daniela Laatz

    Wenn die Stadt Menschenfreundlich statt Autofreundlich sein soll kann Dein oller Benz aber auch nicht länger kostenlos öffentlichen Raum belegen der besser zu nutzen wäre.

    Antworten
  15. Patrick Eder

    Hallo Tobi,

    als Idee für deinen Ort würden sich „Mitfahrerbänke“ anbieten. Ich habe das schon mal in einem kleinen Ort in der Nähe gesehen. Das sind einfach als „Mitfahrerbänke“ gekennzeichnete Sitzgelegenheiten an den Ortsausfallstrassen (idealerweise überdacht). Dort können sich Leute hinsetzen, die eine Mitfahrgelegenheit suchen. Andere, die mit dem Auto vorbei kommen, sehen: Da will jemand mitgenommen werden!
    Das ist dann wie Trampen, ohne den Daumen raushalten zu müssen. Im Gegenzug kann man dem Fahrer dann etwas Spritgeld in die Hand drücken.
    Das läßt sich mit wenig finanziellem Aufwand kurzfristig umsetzen und hat auch eine tolle Signalwirkung.

    Gruß Patrick

    Antworten
  16. Torsten

    Hallo Holgi,

    wenn du willst kannst du dich bezüglich Kommunalpolitik in Berlin (BVV Mitte) an @icke2aida (Twitter) wenden, er wäre bereit sich deiner Fragen zu stellen 😉

    Liebe Grüße
    Torsten

    P.S. Wie immer vielen Dank

    Antworten

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