WR838 Seenotretter Johann Pätzold

 

Johann Pätzold ist 31 Jahre alt und kommt aus Rostock. 2015 war er für drei Monate mit der Sea Eye im Mittelmeer unterwegs, um dort Schiffbrüchige zu bergen.

In unserem Gespräch erzählt er von einer Autofahrt quer durch Europa und wie er überhaupt auf die Idee gekommen ist, auf einem Rettungsschiff anzuheuern.

15 Gedanken zu „WR838 Seenotretter Johann Pätzold

  1. Stephan

    Ich muss sagen ein echt gutes Gespräch in dem ich manchmal einen Kloß im hals hatte ! Sollte man mal jedem vorhalten der meint Rettung anderer Menschen ist nicht wichtig.

    Ich hatte nur das Problem, das du manchmal zu oft ihn nicht ausreden lassen hast, hätte mich schon interessiert was der stand des Innenministerium ist aus seiner sicht, aber bevor er weiter reden konnte hast du ihn was gefragt und ihr kamt nie wieder zurück was ich schade fand!

    Aber alles in allem ein wirklich gutes Gespräch.

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  2. Donngal

    Wirklich ein gutes Gespräch, habe es gern gehört und fühle mich jetzt klüger als vorher.

    Was ich tatsächlich erstaunlich finde ist wie Johann sein Engagement mit der Tatsache zusammenbringen kann dass er ein junges Kind hat. Ich selbst habe ja auch Kinder und wenn ich meiner Freu gesagt hätte, sie solle sich 3 Monate alleine kümmern, während ich mich sozial engagiere, hätte ich nachher wohl nicht mehr nach Haus kommen brauchen. Also würde ich sagen auch seiner Frau schuldet man einen großen Respekt dass sie mehr oder weniger freiwillig das Engagement ihres Mannes so unterstützt (hat)!

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  3. Mario

    Vielen lieben Dank für das Gespräch. Ein toller Einblick in die Rostocker Perspektive und die Situation auf dem Meer.
    Alles Gute an Johann, danke Holgi für die Produktion.

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  4. Thomas

    Lieber Holger

    Ich habe schon so oft bei deinen Produktionen gedacht, dass ich endlich mal kommentieren müsste. Hier nun muss es sein. Ich möchte dir von Herzen für dieses Gespräch und die Perspektive die Johann einbringt danken. Wir haben hier in Lübeck ähnliches erlebt und es ist schlicht unglaublich was die Zivilgesellschaft in dieser Zeit auf die Beine gestellt hat und – mit Blick auf die vielen zivilen Retter_Innen im Mittelmeer weiterhin auf die Beine stellt. Ich kann Johanns Perspektive und Motivation so gut nachvollziehen und bin froh, dass sie hier Raum hat. Denn neben dem Getöse der AfD und Konsorten gibt es diese Humanität nämlich auch.

    viele Grüße
    Thomas

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  5. Roland

    Ich glaube, dies war das erste Mal, dass ich zwischenzeitlich überlegt habe, eine Wrint-Epidode vorzeitig zu beenden. Nicht, weil sie schlecht oder langweilig gewesen wäre, sondern weil ich das Gefühl bekommen habe, die Details nicht mehr aushalten zu können.

    Danke für diesen Einblick

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  6. thomas

    Nach den diversen Momenten im Gespräch, wo Johann mit seinen Tränen kämpfte oder keine Worte mehr fand, bin ich etwas skeptisch, ob er wirklich so okay ist, wie er am Ende sagt. Ich hoffe er nimmt das nicht auf die leichte Schulter.

    Mir scheint, das hier eine Generation von Helfern/innen quasi Kriegs ähnliche Erfahrungen machen und traumatisiert heimkehren. Andere retten und selber psychisch drauf gehen kann aber nicht der Sinn der Sache sein. Wird das Problem in Helferkreisen gebührend thematisiert?

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  7. Peter

    Das war ein sehr gutes Gespräch, aber auch wirklich heftig.
    (Gut, dass mein Kind dabei nicht zugehört hat.)
    Es ist aber wirklich interessant, die Pressemeldungen von damals und heute richtig einordnen zu können.
    Vielen Dank, euch beiden!

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  8. Karsten

    > Nach den diversen Momenten im Gespräch, wo Johann mit seinen Tränen kämpfte oder keine Worte mehr fand, bin ich etwas skeptisch, ob er wirklich so okay ist, wie er am Ende sagt. Ich hoffe er nimmt das nicht auf die leichte Schulter.

    Er hatte wohl vor Jahren mit Schizophrenie zu kämpfen (hat Musikprojekte in der Richtung und war als Sprecher unterwegs). Traumatische Situationen sind da vielleicht in der Tat nicht gerade hilfreich.

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  9. Hendrik

    Sowohl die Tour mit dem Auto als auch die Schilderungen der Erlebnisse auf dem Mittelmeer haben mich mehr oder weniger sprachlos zurückgelassen.
    Einerseits das Happy-End mit der Familienzusammenführung trotz all der schwierigen Umständen und überraschenden Wendungen/Hilfen… und dann die Erlebnisse auf dem Wasser und wie die Regierungen Rettungsaktionen erschweren oder sogar verhindern…

    Wie man nun ein solches Verhalten eines jungen Familienvaters (beruflicher Niedergang und somit den Lebensunterhalt der eigenen Familie riskieren) beurteilt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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    1. njorg

      Naja, soweit ich das richtig verstanden habe, arbeitet er als Komponist und hatte zusätzlich dieses Label. Das bedeutet, dass ihm ein Standbein/Projekt weggebrochen ist. Das ist bestimmt nicht toll, aber nach „beruflicher Niedergang“ klang das jetzt für mich nicht.

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