WR787 A Hitzn

 

Darin: Lesungen, Sterne und Mulle – Bitte keine Südfrüchte mitbringen: Lesung am 26.3. in München – Vornamen – Glatzen – Beziehungen – Anerkennung – Gänsehaut – Journalismus – Vorbilder – Kassandra – CSU – Kondolieren – Taschengeld – Fragen für jeden – Buchtipp: Deep Work* – Erinnerungen – Onlinejournalismus – Bürgerwehren – Heiraten – Putzen – Socken sortieren – Fragenkategorien – Rechtsschreibregeln – Homosexualität – Asexualität – Zugsitze

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46 Gedanken zu „WR787 A Hitzn

  1. Verena

    Zum Thema Kondolieren kann ich aus dem Süddeutschen Raum, in dem meine Eltern und Großeltern leben, erzählen, dass es meist nicht auf das Motiv der Trauerkarte ankommt, sondern darauf was drin ist. Normalerweise wird nämlich wie bei Konfirmationen/Taufen/Hochzeiten der Familie, die für die (meist horrenden) Beerdigungskosten aufkommen muss, Geld zu gesteckt.
    Zusätzlich wird das oft irgendwo vermerkt, damit man ggf. ähnlich viel zurückgeben kann.

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  2. Nosegadder

    Ich verstehe nicht warum Rechtschreibung so wichtig genommen wird. Wenn interessiert das? Ob da jetzt ein Kommafehler ist? Wenn zur Hölle interessiert das? Konzentriert euch auf die Inhalte und nicht auf die Form.

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    1. Greg

      @ Simohn:
      Ich glaube den Grund für das Leerzeichen vor dem Satzzeichen herausgefunden zu haben.
      Ich glaube es hängt mit dem Autovervollständigen der Smartphones zusammen, da nach dem Akzeptieren des vorgeschlagenen Wortes, das Wort mit einem Leerzeichen übernommen wird. Um hier die Interpunktion korrekt zu setzen, müsste zunächst ein Zeichen zurückgesprungen werden.
      Das machen halt viele nicht. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es etliche gibt, die das gar nicht wahrnehmen und als korrekt ansehen. Ist ja von der TRechtschreibung so vorgeschlagen.

    2. Eule

      Einer muss sich immer quälen: Entweder der Schreiber oder der Leser. Wenn der Schreiber diese Qual nun einfach dem Leser überlässt, gibt er ihm damit auch zu verstehen wie wenig Respekt er ihm entgegenbringt.

      Das Bemühen um korrekte Rechtschreibung ist schlicht eine Frage der Höflichkeit.

  3. Venyo

    Zum Thema Evolution: Schwul-sein muss gar keine „Populationsgrenze“ sein um einen evolutionären Vorteil darzustellen, weil Evolution nicht so funktioniert. Arbeiterbienen pflanzen sich auch nicht fort, aber haben sich dennoch über die Evolution entwickelt.

    Evolution funktioniert nämlich auch auf Gruppenbasis. Je nach Konstellation kann man seine Gene besser verbreiten, wenn man 2 Nichten/Neffen weiterbringt als 1 eigenes Kind.

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  4. Aolgoar

    Zum Thema Wertschätzung des Studiums durch die Familie: Der El-Mafalaani hat zu dem Thema mal was geschrieben unter dem Titel „Vom Arbeiterkind zum Akademiker –
    Über die Mühen des Aufstiegs durch Bildung“, erschienen bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (http://www.kas.de/wf/doc/kas_36606-544-1-30.pdf?140121131653). Da beschreibt er unter anderem, dass ein Bildungsaufstieg immer gleichbedeutend mit einer Entfremdung vom Herkunftsmilieu ist, da die Welt, in die man sich durch das Studium begibt, ganz anders funktioniert und weil Werte und Verhaltensmuster, die man von der Familie kennt, nicht mehr funktionieren.

    Beispielsweise ist es bei „Arbeiterkindern“ sehr verbreitet, Entscheidungen stets nach ihrem direkten Nutzen und ihrem Zweck zu beurteilen. Daher fragt die Familie halt nicht, ob das Studium Spaß macht und ob man viel lernt, sondern „Und was kannst du damit später machen?“, „Wozu muss man dafür überhaupt studieren?“ und „Wie lange dauert das noch?“. Wenn noch hinzukommt, dass „man Schulden macht“(!!!111), also BaFöG bezieht, ist eigentlich allen klar, dass man die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Im schlimmsten Fall arbeitet man danach noch an der Uni und darf regelmäßig erklären, dass man mit „der Schule“ schon längst fertig ist, dafür sogar bezahlt wird, wieso man keinen weißen Kittel wie die anderen Wissenschaftler aus dem Fernsehen trägt und wann man endlich „was Richtiges“ arbeitet.

    Das ist alles nicht unbedingt böse gemeint. Es fehlt einfach jeglicher Bezug. Akademiker trifft man halt nur beim Arzt oder als Lehrer in der Schule und von denen weiß man ja sowieso, dass die in ihrem Leben noch nie anständig gearbeitet haben. Was dagegen hilft, ist möglichst verständlich die Ziele und die dafür nötigen Schritte zu erklären. Wer Anwalt werden will, muss Jura studieren, verdienst später im Durchschnitt X Euro und auf dem Weg dahin kommt das Geld von Stipendien, BaFöG, Nebenjobs etc. Wer im öffentlichen Dienst in eine mittelhohe Entgeltgruppe eingestuft werden will, braucht zwingenderweise mindestens einen Bachelorabschluss. Kurzfristig helfen halt Dinge wie „Meine Tochter hat einen Aufsatz geschrieben, auf Englisch(!), und dann hat die Universität dafür bezahlt, dass sie in Amerika an einer Universität einen Vortrag darüber gehalten hat“. Solche Dienstreisen klingen beeindruckend und dass „Arbeiter“ auf Montage ins Ausland fahren, wo sie als Spezialisten willkommen sind, kann jeder nachvollziehen.

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  5. Stefanie Großer

    Oh du warst beim Schlossburger <3
    Hätte ich gewusst dass du da warst, wäre ich vorbei gekommen um dir zu huldigen.

    Der ist aber auch wirklich toll, und der Burger des Monats Februar klingt echt lecker. Ich glaub ich muss da auch in den nächsten Tagen nochmal hin 🤤

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  6. Buchi

    Zu der Frage zu der Zug Bestuhlung in Deutschland und in der Schweiz.
    Ich hätte da eine Vermutung: In der Schweiz ist es unüblich, dass man für Zugfahrten Plätze reserviert. Wenn die Plätze nicht reserviert sind, habe ich zumindest weniger Hemmungen, mich zu einer Fremden Person in ein Viererabteil zu setzen, als in einen zweier Sitz mit Flugzeugbestuhlung. Ist eine Platzreservation üblich, hat die Flugzeugbestuhlung den Vorteil, dass man länger leere Abteile anbieten kann. Wenn ich mich dann auf den reservierten Platz neben einer fremden Person setze, stört mich das weniger, als wenn ich mich aus freier Wahl gerade neben diese Person gesetzt habe.
    Ich war zwar noch nicht in vielen Regionalzügen in Deutschland, dort ist ja Platzreservation auch nicht üblich es werden hauptsächlich auch Waagen mit Viererabteilen eingesetzt.

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  7. Simohn

    zu den CH Eisenbahnwagen: Nein man redet nicht miteinander 🙂
    Ich dachte die Anordnung der Sitze ist so, weil der Zug hin und her fährt, also sind immer gleich viele Sitze in Fahrtrichtung, egal in welche Richtung der Wagen fährt. Aber in den D Zügen gibt’s in der Mitte vom Wagen ein vierer Abteil und der Rest ist Flugzeugmässis angeordnet?

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  8. Simohn

    Alexas rant zu SuS versteh ich nicht. 10 Sekunden googeln und nun weiss sie was es heisst, vergessen wird sie das auch nicht mehr. (Nebenbei, ich gehör sonst auch zu denen die das Binnen I und diesen Quatsch im Lauftext vor allem hassen…)

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    1. Johannes

      Ich arbeite in einer Schule und die Abkürzung ist bei uns wirklich sehr verbreitet. Es schreibt sich halt viel schneller als „Schüler“ oder gar „Schülerinnen und Schüler“ und hat sich aufgrund der häufigen Verwendung intern zum normalen Wort gemausert (oft „Sus“ statt „SuS“ und es wird manchmal auch gesprochen). Die Lehrerin wird einfach vergessen haben, dass Alexandra mit dieser Abkürzung nichts zu tun hat.

  9. tippy

    “cut the crap”
    Das nenne ich mal eine interessante Einstellung. Wir haben jetzt also lange genug über, manchmal sogar mit, Frauen gesprochen. Jetzt können wir doch endlich so weiter machen wir immer – Alexandra hat es verstanden.
    Hauptsache das Schriftbild sieht schick aus.

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  10. Christian

    Ich weiß nicht warum, aber der einzige Film, bei dem es mir schön-schauring den Rücken runterlief ist Das Geisterschloss (The Haunting). Gänsehaut ist bei mir noch seltener.

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    1. Clemens

      Bitte die Version von 1963 – deutscher Titel »Bis das Blut gefriert« – ansehen. An diesen Film denken, heißt Gänsehaut bekommen …

  11. Anne

    Bei der Frage nach Homosexualität wurde wieder klar, dass es offensichtlich nicht einfach ist, zu verstehen, was genetische Veranlagung bedeutet. Nun ist mein Biologieunterricht auch schon etwas her, aber hier die Kurzfassung:

    Man kann eine genetische Veranlagung haben, ohne, dass diese Eigenschaft auch bei den Eltern sichtbar ist. Soll heißen: Dass Homosexualität genetisch bedingt ist, bedeutet nicht, dass die Eltern auch homosexuell sein müssen oder dass zwingend die Kinder homosexuell sind. Genauso wenig eben, wie die Haarfarbe oder die Augenfarbe der Eltern zwingend die der Kinder vorschreiben.

    Es ist eben so, dass aus den beiden genetischen Codes der Eltern mehr oder weniger zufällig ein neuer Code zusammengemischt wird. Es ist vermutlich in Wahrheit komplizierter, aber grundsätzlich bedeutet genetische Veranlagung eben nicht, dass diese Veranlagung genau so auch bei einem Elternteil vorhanden sein muss und dementsprechend muss man wohl auch nicht damit rechnen, dass die Homosexualität als genetische Veranlagung ausstirbt.

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  12. Tarifkenner

    Zur Homosexualität und Evolution
    „Weibliche Verwandte homosexueller Männer scheinen fruchtbarer zu sein. Eine Studie der Universität Padua kam zu dem Ergebnis, dass weibliche Verwandte mütterlicherseits mehr Nachkommen haben als der Durchschnitt.“
    (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t#Evolutionstheorie)
    Wenn Homosexualität bei Männern mit der genetischen Disposition der Mutter zu tun hat, könnte das einen konstanten Anteil von Homosexuellen in einer Population erklären. Die entsprechend disponierten Mütter pflanzen sich eben durch ihre vielen Töchter so erfolgreich fort, dass der Ausfall der homosexuellen Männer bei der Zeugung von Enkeln kompensiert wird.
    Besonders gut würde diese Überlegung zu der Erklärung passen, wonach männliche Homosexualität dadurch entsteht oder befördert wird, dass die Mutter während der Schwangerschaft besonders viel weibliche Sexualhormone hat, welche die sexuelle Präferenz des männlichen Embryos auf Männer festlegen. Dieser besonders hohe Spiegel an weiblichen Sexualhormonen könnte auch für die hohe Fruchtbarkeit verantwortlich sein.

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  13. Tarifkenner

    Nachfrage an Alexandra
    Zum Thema, ob Eltern ohne akademischen Hintergrund die akademische Laufbahn ihrer Kinder richtig wertschätzen können, hätte ich eine persönliche Rückfrage an Alexandra. (Falls diese zu persönlich ist, bitte ich um Entschuldigung.) Du sagtest zunächst, dass die Veröffentlichung eines Buchs für Deine Familie keine besondere Lebensleistung darstelle. Dann erzählst Du aber, dass Deine Mutter von Deiner Buchveröffentlichung anderen Menschen berichtet habe. Und auch von der befremdeten und befremdlichen Reaktion ihrer Gesprächspartnerin hat Deine Mutter Dir ja offensichtlich berichtet.
    Liegt es bei Dir so, dass Deine Mutter oder vielleicht auch Dein Vater durchaus Deinen schriftstellerischen Erfolg als Lebensleistung anerkennen, und Du meintest mit „Deiner Familie“, die das nicht tun, nur die entferntere Verwandtschaft, also zum Beispiel die Geschwister Deiner Eltern? Ich hatte nämlich die Fragende so verstanden, dass bei ihr schon die „Kleinfamilie“ die Wertschätzung der akademischen Laufbahn verweigert – und darin würde ich persönlich schon einen erheblichen Unterschied sehen.
    Oder ist es bei Dir so, dass die Mutter zwar Deinem Schriftstellertum keine große Wertschätzung entgegenbringt, aber trotzdem anderen davon erzählt?

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  14. t.jay

    Ach war das schön 🙂
    Besser kann man das Aussehen des Sternmulls nicht vertonen, und das auch noch so spontan.
    Ich musste herzlich lachen.

    Das war mal wieder eine richtig schöne und heitere Folge.. und dass trotz Holgis angeschlagenen Zustand. Hut ab!

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  15. Ben

    Hey Holgi,
    Das mit dem Aufräumen geht mir ähnlich.
    Ebenso kein Messy, jedoch eindeutig beinahe jede Woche gestresst von der eigenen Non-Performance.
    Seien wir ehrlich, die Spielregeln sind bekannt und eigentlich nicht sehr schwer:
    – Hausstand reduzieren, nur Dinge behalten/kaufen die wirklich benötigt werden und „Freude machen“
    – Allen Gegeständen einen festen Platz zuordnen und nach Benutzung direkt zurückstellen
    – Jeden Tag Ordnung halten, nichts aufschieben was direkt gereinigt werden kann

    Warum bekommen wir diese Dinge nicht hin?
    Wer hat dieses Problem bereits überwunden und kann mit Holgi darüber einen Podcast aufnehmen? 😉

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    1. Karsten

      Noch eine Lösung: Ich kaufe seit Jahren immer dieselben schwarzen Markensocken („Hudson relax“). Daher muss ich nichts sortieren, sondern werfe alle in dieselbe Schublade. Ab und zu sortiert man eine löchrige aus und das wars :).

  16. Marlo

    die folge war grandios. tolle chemie, guter abtausch! 🙂
    außer adjektive in der eröffnung braucht es keine erweiterungen oder neuerungen.
    ein autorentipp. da alexandra mit charles dickens einen großen lobte.
    thomas bernhard. österreichs großer.
    angefangen vielleicht mit „holzfällen“, „der untergeher“, „frost“, „verstörung“ und am ende „auslöschung“.
    grüße
    Marlo

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  17. Jörn

    Zum Thema Homosexualtät,

    mal einen Blick über den Tellerrand, auch in der Tierwelt gibt es gleichgeschlechtiche Paare:
    https://www.heise.de/tp/features/Schwule-Tiere-und-die-Evolution-3381578.html

    Meine Theorie (als Familienvater) hinter dem ganzen Thema ist, jemand muss da sein um verwaiste Kinder großziehen zu können. Familien sind ausreichend damit beschäftigt die eigenen Kinder großzuziehen, Paare die (aus welchen Gründen auch immer) keine Kinder bekommen können, sind eher bereit zu adoptieren.

    Großartiger Podcast, Grüße
    Jörn

    Aber, wir brauchen mehr Forschung.

    Antworten
    1. Tarifkenner

      Und worin genau soll dann der evolutionäre Vorteil liegen? Natürlich ist es für die Population vorteilhaft, wenn verwaiste Kinder großgezogen werden. Wenn das aber dadurch erreicht wird, dass eine bestimmter Prozentsatz der Population keine eigenen Kinder zeugt, um dann im Bedarfsfall als Ersatzeltern einzuspringen, bringt das der Population keinen Gewinn. Besser wäre es, wenn alle erst einmal Kinder zeugen. Wenn dann tatsächlich Eltern so jung sterben, dass das Überleben der Kinder gefährdet sind, könnten dann auch diejenigen Eltern einspringen, deren Kinder früh gestorben sind, was in der Natur und auch bei Menschen selbst in Europa noch bis vor 100 Jahren sehr oft vorkam. Und sollten tatsächlich Waisenkinder „mangels Elternkapazität“ umkommen, ist das evolutionsbiologisch nicht schlimmer, als wenn manche Erwachsene von vornherein keine eigenen Kinder zeugen.

    2. njorg

      @Tarifkenner
      Für den möglichst effizienten Überlebenskampf einer Art zählt nicht nur die Menge an Nachkommen (das ist nur eine von vielen möglichen Strategien), sondern auch das Überleben der Gruppe und/oder die Qualität des Erbguts. Da kann es dann vor allem in sozialen Verbänden nützlich sein, wenn durch Homosexualität kein Konkurrenzkampf entsteht, bei dem im schlechtesten Fall beide Konkurrenten draufgehen. Zugleich ist der/die Homosexuelle in der Gruppe als zusätzliches hilfreiches Mitglied integrierbar, weil es nicht eine neue Gruppe sucht, wo er/sie Chef ist – somit sichert es das Überleben der Gruppe. Das macht dann auch das Überleben des „besten“ Erbguts wahrscheinlicher, weil es bei einer geringen Streuung von Homosexualität immer am wahrscheinlichsten ist, dass das beste Erbgut bei einem der häufigeren Hetero-Exemplare liegt.

  18. hilti

    Ist die Scheidung in Deutschland so teuer oder sind die Scheidungsanwälte, die man zu brauchen meint so teuer? Bzw kann man die Scheidung in Deutschland überhaupt ohne Anwälte abwickeln?

    Antworten
    1. Anne

      Mein gefährliches Halbwissen: Eine Scheidung muss in Deutschland mit Anwälten abgewickelt werden. Man darf meines Wissens auch nicht denselben Anwalt nehmen, selbst wenn alles total einvernehmlich ist. Dementsprechend sind die Grundkosten, sich scheiden zu lassen um ein Vielfaches höher als die Grundkosten beim Heiraten.

    2. Tarifkenner

      @Anne. Deine Antwort ist schätzungsweise zu drei Vierteln richtig. Ganz ohne Anwalt funktioniert eine Scheidung in der Tat nicht, Der Scheidungsantrag kann nur durch einen Rechtsanwalt gestellt werden. Bei einer einvernehmlichen Scheidung muss der andere Ehepartner aber nicht anwaltlich vertreten sein. Das heißt, es reicht aus wenn die beiden Ehepartner insgesamt einen Anwalt nehmen – von daher braucht man nicht unbedingt Anwälte im Plural. Ein solches Prozesskosten-Sparmodell bei einvernehmlichen Scheidungen bedeutet allerdings NICHT, dass dieser eine Anwalt nun beide Ehepartner vertreten würde. Der Anwalt vertritt nur den Antragsteller und der andere Ehepartner hat KEINEN Anwalt. Ich würde niemanden raten, sich aus Gründen der Kostenersparnis ohne anwaltliche Vertretung scheiden zu lassen. (Ich bin kein Rechtsanwalt.)

    3. Oliver K.

      Du hast in D immer Gerichts- und Anwaltskosten, wobei die Gerichtskosten zwischen den Ehepartnern geteilt werden und die Anwaltskosten derjenige bezahlt, der den Anwalt genommen hat. Es wird mindestens ein Anwalt benötigt. Die andere Partei kann auch ohne Anwalt auftreten. Bei Scheidungen ohne Streitfall und komplexen Dingen wie Kindern, Immobilien usw. ist das ausreichend. Die Kosten des Anwalts sind wiederum abhängig vom Einkommen. In meinem Fall hat mich die Scheidung einen niedrigen vierstelligen Bereich gekostet, zzgl. des Abgleichs der Rentenpunkte. Die Eheschließung ist im Vergleich quasi kostenlos und wird hauptsächlich durch Festivitäten drumherum teuer und die Ringe. In meinem Fall 70% der Kosten der Scheidung ;).

  19. Christine

    Bei der Wahl des Namens unseres Kindes haben wir uns sehr wohl den Klang mit dem Nachnamen überlegt: Der Nachname ist sehr lang, deshalb nur ein kurzer Vorname. Der aber mit meinem Nachnamen sehr scheiße klingt, mit ihrem aber eine schöne Melodie ergibt.
    Auch ich habe aus eher praktischen Erwägungen geheiratet (Steuer, gegenseitige Absicherung…) und weil ich Lust auf eine geile Party und ein tolles Kleid hatte. Hat alles super geklappt. Leider ist in der Ehe die Liebe verloren gegangen und wir sind heute gute Freunde, sehen aber keinen Grund zur Scheidung: Denn die kostet nur Geld und nimmt uns die Steuervorteile. Zum Glück habe ich mich damals gegen seinen Nachnamen entschieden, sondern meinen behalten. Zwar hat mein Kind jetzt einen anderen Namen als ich, aber damit kann ich gut leben.
    Thema Rechtschreibung: Ich finde mangelnde Rechtschreibung als unhöflich, weil sie mir das Lesen eines Textes unnötig erschwert. Ebenso mangelnde Zeichensetzung. Nervig finde ich darüberhinaus Magazintexte, die nur oberflächlich aus dem Englischen übersetzt worden sind: Die also in Struktur und Satzbau deutlich englisch sind, nur in deutschen Worten.
    Socken sortieren: Ich lege die Socken nach dem Trocknen zusammen. Ist zur Zeit bei meiner Trockenroutine einfacher, früher hab ich sie auch mal beim Aufhängen sortiert. Aber ich habe mir angewöhnt die Wäsche gleich beim Abhängen auf dem Wäscheständer aufzufalten und zu sortieren. Das spart mir viele Handgriffe.
    P.S.: Odonien ist notiert. Und dieses Jahr überaschend spät?!

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  20. Michael Kieweg

    Zum Thema Scheidung und Scheidungskosten – Ein ehemaliger Chef von mir hat sich in den frühen 90er Jahren einvernehmlich scheiden lassen.
    Die Beiden sind mit demselben Anwalt zum Termin erschienen, haben den Papierkram unterschrieben und sind dann wieder raus und jeder ihrer Wege gegangen.
    Da sich ein teil der Kosten nach dem vorhandenen Vermögen, das verteilt wird, richtet, hat die Aktion zwar nur eine gute halbe Stunde gedauert, aber immer noch knapp 5000 Mark gekostet.
    Ob das heute noch möglich wäre, weiß ich nicht.
    Außerdem war die Scheidung wirklich 100% einvernehmlich. Es gab keinerlei Diskussionsbedarf.

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  21. mithrandir

    Wir wollten eigentlich aus Prinzip auch nicht heiraten.
    Aber als das erste Kind unterwegs war, „überzeugte“ uns mein Steuerberater. Es waren tatsächlich mehr als ein paar Hundert Euro pro Jahr, die ich vermutete.
    Wir haben dann ohne Firlefanz geheiratet, kein Fest, keine Ringe, keine Trauzeugen, nur der Verwaltungsakt. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Wir hatten zuvor auch einen notariell beglaubigten Ehevertrag geschlossen. Ob der im Scheidungsfall tatsächlich den Rosenkrieg verhindert, wie wir das geplant hatten, weiß man nicht.
    Namen haben wir beide behalten. Auch das haben wir nicht bereut. Im Nachhinein gab es damit viel weniger Stress als viele prophezeiten. Bei den Kids hatten wir einen Deal, Wird das erste Kind ein Junge bekommen die Kinder den Nachnamen des Vaters, beim Mädchen den der Mutter. Es wurde ein Junge.
    Bei den Kindernamen haben wir uns schon Gedanken gemacht, wie die mit dem Nachnamen klingen. Mittlerweile sehe ich die Ehe oder eingetragene Partnerschaft (der Begriff wäre mir egal) doch als wichtige Institution, damit der Partner eben abgesichert ist. Besuch im Krankenhaus ist nur ein Aspekt. Es geht um Rentenansprüche, Erbschaft usw. im Todesfall. Bei zwei Bekannten, die auch nicht heiraten wollten, ist der Partner früh, unerwartet verstorben. Das Haus, das ihm gehörte, wird dann eben nicht an den Partner überschrieben, keine Witwenrente usw.
    Ich finde es auch OK, dass der Staat diesen Verwaltungsakt verlangt, um Missbrauch vorzubeugen.

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  22. Andreas

    Zum Thema Trauerkarten möchte ich aus aktuellem Anlass anmerken, dass es etwas ganz anderes ist, wenn man selbst betroffen ist. Vor zwei Wochen ist meine Mutter gestorben und wir haben doch eine erstaunliche Anzahl an Trauerkarten erhalten. Mir scheint als erfüllten diese Karten den Zweck eines Verteilten Kondolenzbuches, das sich erst bei den Angehörigen zusammensetzt.
    Es ist total interessant wer alles schreibt und was. Natürlich sparen sich das enge Freunde und Verwandte und bieten wie ihr erwähnt habt persönliche Hilfe an. Es gibt aber viele Menschen, die mit der verstorbenen Person zu tun hatten, die aber keinen direkten Bezug zu den Hinterbliebenen haben, aber dennoch ihr Mitgefühl mitteilen wollen, weil auch sie einen Verlust erlebt haben. Meinem Vater helfen diese Karten sehr beim Trauern. Aus persönlichen Gesprächen, die sich ergeben haben, habe ich auch erfahren, dass es auch den Schreibenden gut tut, wenn sie ihre Anteilnahme formulieren (zumindest diejenigen, die nicht aus reiner Höflichkeit geschrieben haben).
    Das Design der Karten ist tatsächlich größtenteils geschmacklos. In der Situation zählt aber tatsächlich eher das, was drinsteht.
    Fazit: Wenn ihr einen Freund/Freundin verloren habt kann es euch helfen den Hinterbliebenen einige persönliche Worte zu schreiben, auch wenn ihr diese kaum kennt und die Karte möglicherweise umgehend im Müll landet. Hinterbliebenen kann es helfen, wenn sie Anteilnahme von Menschen erfahren, die sie ansonsten nur indirekt kennen.

    PS: Die Captchas sind für Leute mit Dyskalkulie echt fies!

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  23. Bernhard

    Zum Thema Lesung am 26.3.
    Du, Alexandra hast gesagt, bitte keine Ananas mitbringen. Sondern 90er-Kram, den ich nicht habe. Darf ich dann Südfrüchte mitbringen? Und bin ich mit 56 noch jung genug, denn du hast um das Kommen jüngerer Zuhörer gebeten.

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