WR757 Das plötzliche Ableben der Alexandra T

 

Darin: Stefan Raab – Fernsehwerbung – Ehrenamt – Religion – Ökostrom-Moral – Nachrichtenkonsum – Weihnachten und Silvester – Star Wars – Bücher – Motivation – Gutsein – Nickerchen – Terror-Angst – Eier – Erste Hilfe – Böllerverbot – Autofreiheit – Ladenöffnungszeiten – Kontrollverlust – Die obligatorische Höflichkeitsfrage von Esurel.

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78 Gedanken zu „WR757 Das plötzliche Ableben der Alexandra T

    1. Alexandra

      🙁

      Hätte nie gedacht, dass so ein alberner Titel tatsächlich Schrecken verbreiten könnte. Wenn wir das jetzt noch öfter hören, soll Holger das ändern! (Außerdem hatte ich mir das eh anders vorgestellt, nämlich als „Wrintheit 38735: In der die Tobor beinahe stirbt“ (im FRIENDS-Style)
      Das wäre doch nicht ernsthaft ein Grund zur Sorge, oder?

    2. Been Told

      Nee, das wäre offensichtlicher gewesen, dass das ein Scherz ist. Der Titel hier klang ziemlich ernst (für mich). Es hat auch sicher im ersten Moment der Schreck aus mir gesprochen. Ich hab die Episode sofort runtergeladen und war erst erleichtert, als ich dich (Alex) hörte und dann war ich ziemlich sauer. Ist jetzt auch schon wieder vorbei. Wegen mir müsst ihr nichts ändern. Aber wenn es anderen ähnlich geht, wäre es vielleicht ne Idee.

  1. Been Told

    Zum Thema Religion und Wissenschaft. Das war am Anfang nicht von einander zu trennen. Im Gegenteil – die ersten „Wissenschaftler“ haben „Gottes Werk“ untersucht und waren davon überzeugt, dass man ein besserer Mensch wird, je mehr man von „Gottes Werk“ erfährt und versteht, denn alles was Gott macht, muss ja per Definition gut sein.

    Ich selbst bin auch Atheist und ehemaliger Christ. Dennoch finde ich es schade, wenn so getan wird, als sei Religion etwas dummes oder etwas für Dumme. Ihr habt das gut erklärt, warum Religion oder Glaube kein Anzeichen von Dummheit ist und auch nicht im Gegensatz zur Wissenschaft stehen muss.
    Diese albernen Stories, dass Columbus nach Indien Richtung Westen segelte, um der Kirche zu beweisen, dass die Erde keine Scheibe ist, gehen mir tierisch auf den Sack.
    In Wirklichkeit war Kolumbus ein Vollhonk! Er hat sich massiv verkalkuliert, was die Größe des Ozeans angeht. Es war nämlich allgemein bekannt damals, dass die Erde rund ist. Und niemand in Europa hat sich getraut, nach westen zu segeln, weil man zwar ungefähr wusste, wie groß die Erde war, aber nicht wusste, dass zwischen Europa und Indien im Westen noch die Amerikas sind.
    Aber Kolumbus hielte alle außer sich selbst für Idioten (was Idioten ja gerne tun) und segelte los. Und wären nicht zufällig auf „halbem Weg“ zwischen Europa und Indien die Amerikas gewesen, wäre er und seine Manschaft unterwegs verhungert. Aber wie es der Zufall wollte, überlebten sie alle. Und dann gingen sie an Land und begingen zusammen mit ihren Kollegen aus Europa Völkermord und Massenenteignungen. Und ich habe dennoch in der Realschule gelernt, dass Kolumbus ein kluger Mann war, der als einer der wenigen wusste, dass die Erde keine Scheibe ist.

    Ok, Rant over. Ich glaube, der Sendungstitel wirkt nach, ich rege mich immer noch auf lol.

    Antworten
    1. Alexandra

      Ganz viel Liebe für deinen Rant!!! <3 <3 <3

      (Die einzigen Atheisten, die ich nicht für Deppen halte, sind die mit religiösem Background, btw.)

    2. Donngal

      Ich sehe als agnostischer Atheist ein, dass Religion mal ihre Berechtigung hatte, akzeptiere sogar dass sie auch heute noch für Menschen sinnstiftend sein kann. Viel schlimmer finde ich die Verquickung von Religion und Staat. Ich werde in meinem Leben so dermassen von der Kirche und ihren Anhängern belästigt, dass ich mir wünsche, dass doch bitte jeder seine Religion leben soll, aber ohne das Leben anderer Menschen damit beeinflussen zu wollen.

      Wer als religiöser Mensch befürwortet dass auch nicht-religiöse Menschen von der Religion belästigt werden sollen, dass Religionen Sonderrechte zustehen, den halte ich leider wirklich für dumm.

    3. Chris

      Erst wird sich nochmal dafür ausgesprochen, Menschen mit einem religiösen Glauben nicht als dumm abzustempeln und als Antwort werden Atheisten – wenn auch nicht alle (Alibi-Zusatz?) – mit derselben Beleidigung konfrontiert. Das grenzt schon an Absurdität.

      Die für mich interessanteste Frage: Ist es moralisch verwerflich, nicht zu spenden?, blieb leider auch ohne ersichtlichen Grund unbeantwortet. Schade!

    4. Donngal

      Die Frage mit dem Spenden finde ich auch spannend. Generell finde ich es moralisch verwerflich nichts zu spenden, wenn ich es mir leisten könnte zu spenden.

      Aber: Ich finde es auch moralisch verwerflich selbst entscheiden zu wollen, für was ich spende. Mir wäre es lieber wenn unsere Steuern so hoch wären, dass niemand spenden könnte und dann würde demokratisch entschieden was mit diesen immensen Steuereinnahmen geschehen sollte.

      Ich vergleiche das immer mit den reichen Menschen die dann Stiftungen gründen und Steuern „sparen“ um dann Unsummen an diese Stiftungen oder den guten Zweck ihrer Wahl zu spenden. Ich finde das falsch. Die sollen ordentlich Steuern zahlen und das kommt dann der Allgemeinheit zu Gute. Und nicht dem guten Zweck von Millionärs Gnaden.

      Ich finde es moralisch besser Geld zu geben ohne zu beeinflussen wofür es verwendet wird. Dass soll dann doch bitte demokratisch erfolgen. Oder im Zweifel vom bespendetem entschieden werden. Ich stelle mir ja auch nicht die Frage „Was macht der mit dem Geld?“ wenn ich es an einen Obdachlosen gebe. Das halte ich auch nicht für legitim. Soll er machen was er will damit.

    5. Tarifkenner

      @Donngal.
      Wenn Du es für geboten hältst, zu spenden, aber für verwerflich, selber über die Verwendung der Spenden zu entscheiden, kannst Du direkt an den Staat spenden – dann entscheidet der demokratische legitmierte Staat .
      http://www.hurrawirtilgen.de/images/WiWo.pdf
      Darf ich Dich fragen, ob Du das machen wirst, oder vielleicht schon gemacht hast?

    6. donngal

      @tarifkenner: Find ich vom Ansatz her nicht schlecht, sehe aber die demokratische Legitimierung für Schulden tilgen nicht. würde gerne Geld ohne definierte Zweck spenden. Schulden tilgen ist ja schon wieder ein Zweck. Für den es m.E. keine Mehrheit gibt. Ich würde einfach gerne mehr Steuern zahlen. Von mir aus auch freiwillig. aber eben nicht zweckgebunden.

  2. Joshua | @cyb3rw3hr

    Holger: „Wenn’s nach zehn Seiten keinen Spaß macht: weg schmeißen“

    Hmm. Nicht immer. Ich habe schon häufiger Bücher gelesen, welche erst nach zweihundert Seiten spannend wurde, aber dann waren sie so spannend, dass ich bis heute noch darüber schwärme wie gut es war.

    Antworten
    1. gemuss

      Ich behaupte ja immer, es gibt keine schlechten Bücher und leite daraus für mich ab, dass Bücher immer zu Ende zu lesen sind. Ist noch so ein Überbleibsel, das ich mir aus den Literaturwissenschaftsstudium überbehalten habe. Genau genommen eigentlich das einzige.

  3. Tobias

    Hey,

    ich war im ersten moment auch total schockiert und bin jetzt dem entsprechend erleichtert 🙂
    Also würd ich euch schon raten, den Titel gemäß Alexandras Vorschlag zu ändern.

    lg Tobias

    Antworten
  4. Venyo

    Fand es total gut, dass ihr ein paar Fragen einfach abgekanzelt habt. Hab parallel zum Hören teilweise murmelnd vor mit hin gerantet. Manche Fragen wurden auch einfach schon 100 mal diskutiert und etwa 37 mal davon auf WG-Parties von alkoholisierten Philosophie Erstsemestern.

    Antworten
    1. Donngal

      Die Fragen fand ich tatsächlich auch schon besser.

      Aber zum Thema Philosophie: Es gibt eins, dass ich an Kants kategorischem Imperativ immer nicht verstehe. Jeder Mensch hat doch eigene Vorlieben, wie er sich eine Gesellschaft vorstellt. Ich könnte mir zum Beispiel eine Gesellschaft gut vorstellen, in dem man üblicherweise nicht ehrlich zu einander ist. In der Unwahrheit nicht verpönt ist, wenn es komfortabler ist, jemandem nicht die Wahrheit zu sagen. Ich könnte gut leben mit einem Gesetz das heisst „Seid nur zu sehr engen Freunden und Verwandten ehrlich, der Rest: Belügt euch, es ist einfacher!“. Ich würde wollen, dass das allgemeines Gesetz wird. Trotzdem wird mein Verhalten, wenn ich das so durchziehe natürlich von Wahrheitsliebenden Menschen als unmoralisch gesehen, obwohl ich für mich nach dem kategorischem Imperativ handele. Oder habe ich da was übersehen?

    2. Venyo

      Vermutlich müsstest du dann abstrahieren und dein Imperativ müsste sowas werden wie „Respektiere Vorlieben und Bedürfnisse deiner Mitmenschen im Bereich Wahrhaftigkeit“.

      Wenn ich gerne Pizza esse, dann würde ich ja auch nicht als Imperativ „Esst alle Pizza!“ ausgeben, sondern „Jeder sollte essen können was er möchte!“.

      Dass das in der Praxis natürlich nicht so simpel ist erklärt sich von selbst. Unter anderem deshalb sind Diskussionen um solche philosophischen Fragestellung relativ unfruchtbar. Man diskutiert Probleme, die sich in der Realität so eh nicht stellen…

    3. Tarifkenner

      @Donngal
      Eine Gesellschaft, in der man üblicherweise nicht ehrlich zueinander ist, stelle ich mir ausgesprochen unpraktisch bis dysfunktional vor. „Geht es hier zum Bahnhof?“, „Wieviel Uhr ist es?“, „Ist hier ein Arzt?“, „Ist das Trinkwasser?“, „Lässt sich Ihr Hund gerne von Kindern streicheln?“ sind alles Fragen, auf die ich schon sehr gerne wahrheitsgemäße Antworten hätte.

    4. Donngal

      Tatsächlich sind das wieder Beispiele an die ich nicht gedacht habe. Weil ich diese Fragen am liebsten nicht gestellt bekommen würde.
      Die Antwort wäre doch in den meisten Fällen „Guck doch einfach auf dein Smartphone und lass mich in Ruhe“ Oder auch unehrlich: „Nein, der Hund lässt sich von niemandem streicheln“ Warum sollte ich fremde Kinder meinen Hund streicheln lassen? Vielleicht bin ich auch einfach kein besonders sozialer Mensch.

      Vielleicht ist eine Mischung zwischen Wahrheit und lüge auch ganz nett. War wohl nicht zuende gedacht.

    5. Tarifkenner

      @Donngal.
      Vielleicht befördert es ja das Zu-Ende-Denken, wenn Du Dich nicht nur in denjenigen hineinversetzt, der von den an ihn gerichteten Fragen der Passanten genervt ist, sondern auch in denjenigen, der mal einen Passanten etwas fragt. Oder hast Du das noch nie gemacht?

  5. Matthias

    Ich kommentiere hier, weil ich mich über den Sendungstitel tatsächlich erschrocken hatte und weil ich sehen wollte, ob es hier schon entsprechende Kommentare gibt.

    Mir werden neue Episoden als Popup auf dem Sperrbildschirm meines Smartphones gemeldet. Bei längeren Sendungstiteln wird der Name dann nicht komplett angezeigt. Auch sehe ich dort nicht in welcher Wrint-Kategorie die Sendung einsortiert ist und auch nicht welche Laufzeit die Sendung hat.
    Als ich heute während des Autofahrens, ob des Popups, einen kurzen Blick auf mein Handy geworfen habe, habe ich mich also zuerst einmal gefragt, welche Alexandra wohl einen Nachnamen mit „T“ hat.
    Als mir dann einfiel, dass der komplette Sendungstitel womöglich „Das plötzliche Ableben der Alexandra Tobor“ lauten könnte, habe ich mich wirklich sehr erschrocken. Ich habe dann wirklich bei der nächsten Gelegenheit kurz angehalten, um meinen Podcatcher zu öffnen, und dann zum Glück sehr schnell festgestellt, dass es sich um eine reguläre Episode der Wrintheit MIT Alexandra handelt.
    Ich fand das jetzt zwar nicht mega doof oder so, sondern war dann beim Weiterfahren sogar kurz amüsiert, im ersten Moment war ich jedoch ehrlich sehr erschrocken.

    Die Sendung habe ich noch nicht angehört, was ich jedoch genau jetzt nachholen werde.

    Antworten
    1. Bernhard K.

      Gibt es eigentlich einen Laber-Podcast mit ernstzunehmenden Titeln?
      CRE würde ich mal nicht als Laber-Podcast bezeichnen.

      100€ Strafe für Handy am Steuer sind offensichtlich immer noch nicht genug.

  6. HH2012

    Wenn Du im Podcatcher einen Sendungstitel siehst und erst auf Wikipedia guckst, ob Alexandra T noch lebt ..
    Podcasts wirken ganz offenkundig bei mir – und ich ertappe mich dabei ein Spießer zu sein, weil ich diesen Titel-Scherz nicht lustig finde ..
    Andererseits: das ist jetzt mal ein unglücklicher Sendungstitel .. who cares

    Antworten
  7. Donngal

    Aber verstehe ich denn das falsch, dass es um Prämissen geht, die Gesetz werden sollen weil es für MICH das beste wäre? Mir wäre ja mit „Respektiere die Vorlieben im Bereich der Wahrhaftigkeit“ nicht geholfen, da niemand diese Vorlieben erraten kann.

    Für die meisten wäre es wohl am schönsten, wenn keiner mehr lügen würde, für mich persönlich wäre es am schönsten wenn sich alle immer belügen. Nur so zum Beispiel. Das lässt sich auch mit der Pizza nicht vergleichen, da die Entscheidung was ich esse nur mich betrifft. Die Entscheidung ob alle immer lügen oder nicht, betrifft aber doch das miteinander.

    Ich verstehe bei Kant nicht ob ich die Prämissen auf meinen eigenen Ansichten treffen darf, und moralisch gut handele wenn ich damit leben könnte, das mein Handeln zum Gesetz würde (Andere können damit vielleicht nicht leben). Oder ob ich die Perspektive der Allgemeinheit einnehmen muss (Wäre jeder damit einverstanden das meine Prämisse Gesetz würde?) Wenn ich es okay finden würde, dass Vermögen über 1 Mio Euro mit 100% Erbschaftssteuer belegt würde, und deshalb reiche Erben bestehle und das Geld dem Staat schenke, wäre das moralisch okay, weil ich wollen würde, dass das allgemeines Gesetz wäre? Oder wäre das nciht okay, weil eben nicht jeder wollen würde, dass das Gesetz ist?

    Oder krasses Beispiel: Ein krasser Rechter könnte sich damit doch auch Abschiebungen moralisch rechtfertigen, weil er wollen würde, dass es allgemeines Gesetz ist, dass alle nicht Bio-Deutschen abgeschoben werden. Das kann doch nicht im Sinne von Kant sein, dass sich jeder seine eigene Gesinnungs-Moral zusammenbasteln kann… Irgendwas verstehe ich scheinbar falsch.

    Antworten
    1. Dirk Moebius

      Du hast den KI da vielleicht falsch verstanden.

      Praemisse: Du kannst nicht die anderen veraendern, nur Dich selbst. Und nur fuer Dich selbst kannst Du den moralischen Kompass festlegen.

      Wenn Du der Meinung bist, dass es okay sei, andere zum Wohle der Allgemeinheit zu bestehlen, dann musst du auch akzeptieren, selber bestohlen zu werden, wenn andere das fuer das Wohl der Allgemeinheit besser finden.
      Wenn Du aber der Meinung bist, dass es ungerecht sei, andere Menschen zu bestehlen, dann bestiehst Du sie nicht – niemanden – unabhaengig davon, ob derjenige Deine Grudsaetze teilt oder nicht und vor allem auch dann nicht, wenn der andere ein Dieb ist..
      Sonst justieren wir uns alle auf das gemeinsame niedrigste Niveau – und grade das sollte ja nicht die Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung werden. 🙂

      Und das gilt natuerlich auch fur den „krassen Rechten“ – natuerlich darf der Abschiebungen in Kreigsgebiete fuer moralisch gerechtfertigt halten, er darf aber (im Kontext des KI) von Dir nicht verlangen, seine Massstaebe zu uebernehmen.
      Duerfte er das nicht, benoetigten wir eine Instanz oberhalb der Menschheit, die festlegt, welche moralischen Massstaebe akzeptabel seien und welche nicht.

    2. Tarifkenner

      @Donngal
      Ja, Du musst die Perspektive der Allgemeinheit einnehmen. In einer der bekanntesten Formulierungen lautete der Kategorische Imperativ (KI):
      „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“
      Und Du musst sowohl von Deinen Handlungen als auch von dem einzelnen Gesetzen abstrahieren.
      Dein Erbschaftssteuerbeispiel und auch Dein Abschiebungsbeispiel träfen zu, wenn der KI lauten würde: „Handle so, dass das Ergebnis Deiner Handlungen auch durch ein staatliches Gesetz erreicht werden könnte, das Du für sinnvoll hältst.“ Denn ein staatliches Gesetz, nach dem oberhalb von 1 Mio. eine konfiskatorische Erbschaftssteuer erhoben wird, ist durchaus vorstellbar.

      Aber es geht nicht um das Ergebnis konkreter Handlungen, sondern um die Maxime Deines Willens. Und es geht nicht um ein Erbschaftssteuergesetz, sondern um das Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung.

      Der private Erbschaftssteuereintreiber in Deinem Beispiel verfolgt wohl eine „Maxime seines Willens“, die so lauten könnte: „Weil ich es für gerecht halte, dass 9 der ererbten 10 Millionen von Bürger X an den Staatshaushalt abgeführt werden, will ich ihm diesen Betrag durch Wegnahme entziehen und
      dem Staat zuführen.“

      Das entsprechende „Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung“ könnte etwa lauten: „Die Erbschaftssteuer dient auch dem Zwecke, die Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen einzelner zu verhindern. (Soweit ist das übrigens ein wörtliches Zitat aus der Bayerischen Verfassung!) Die Erbschaftssteuer wird in der Form erhoben, dass jedermann berechtigt ist, dem Erben eines Riesenvermögens durch Wegnahme einen angemessenen Betrag zu entziehen und diesen an die Steuerverwaltung abzuführen.“

      Der zweite Satz kann vernünftigerweise nicht Prinzip einer allgemeinen staatlichen Gesetzgebung sein, soll das Gemeinwesen nicht binnen kurzem in Gewalt, Selbstjustiz und wirtschaftlichem Chaos enden.

    3. Donngal

      Das hat es für mich klarer gemacht. Vielleicht habe ich Kant dann falsch verstanden. Aber wie kann ich das im Alltag anwenden. Wie kann ich den KI anwenden um herauszufinden ob es moralisch vertretbar ist über die rote Ampel zu gehen? So als ganz banales Beispiel. Geht das überhaupt? Oder ist das zu trivial um den KI anwenden zu können?

    4. Tarifkenner

      Wäre es als „Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung“ vorstellbar, dass es in das Ermessen des Einzelnen gestellt wird, ob er sich an eine Straßenverkehrsregel hält? Ich würde das verneinen.
      Kant ist um einiges schwerer zu verstehen als Lebensratgeber wie Precht, aber mindestens hundertmal besser für konkrete Schlussfolgerungen geeignet als das Gros der heutigen „richtigen Philosophen“.

    1. Donngal

      Ich finde dass ist eine Frage der Örtlichkeit. In der Großstadt bin ich auch absolut für ein Verbot. Auf dem „platten Land“ ist mir sowas von egal was der Nachbar macht, weil einfach viel mehr Platz zum ausweichen und wegbleiben ist.

  8. Bernhard K.

    Gute Analyse von Holgi zu Gottschalk und Raab!
    Gottschalk hat sich wohl in seiner Wirkung auf die Leute verschätzt. Er hat gedacht, dass seine lockere Art und seine gelegentlich guten Pointen seine besonderen Fähigkeiten sind. Das können aber viele. Er war nur der erste, der das so unverfälscht in die große Samstag-Abendshow gebracht hat.

    Seine besondere Fähigkeit war sein Verhalten, wenn was schief geht. Dann war er in Hochform. Und „Wetten dass“ war halt so konzipiert, dass immer vieles schief laufen musste. Leider zum Schluss zu extrem.

    Antworten
    1. Chris

      Fand ich auch sehr gut.
      Ich mochte Gottschalk immer, aber ihn neben Bohlen beim Privatsender zu sehen, tat schon ein bisschen weh.
      Ich frage mich, ob er vielleicht seinen Zenit auch bewusst überschritten haben könnte, weil er einfach eine große Leidenschaft für seinen Beruf hat und Chancen nutzen wollte, diesen trotzdem weiter auszuüben.
      Das Gleiche sehe ich auch bei Schumacher. Ich denke er wusste, dass er nicht an alte Erfolge anknüofen kann. Auch wenn der Mercedes in den drei Comeback-Jahren dominiert hätte, der deutlich jüngere Rosberg war immer schneller. Er hätte vielleicht noch einmal das Podium gesehen.

    2. Mithrandir

      Zu Raab: TV Total war anfangs schon sehr lustig, als es noch wöchentlich kam. Als es dann tählich lief, war es mir auch zu viel, aber dass Raab nicht intelligent ist und nicht gut ist, würde ich bezweifeln. Letztendlich hatte er Erfolg. Und er hat aufgehört, bevor es bergab ging. Dazu gehörrt schon einiges an Intelligenz. Außerdem glaube ich, dass ihn sein unglaublicher ehrgeiz getrieben hat. Als Quotenbverlierer dazustehen hätte er nicht ausgehalten.
      Zu Gottschalk: Bei ihm glaube ich, dass es ihme eigenlich scheißegal ist, wenn etwas nicht erfolgreich ist.
      Er hat es nicht mehr nötig und kann es sich leisten alles auszuprobieren, worauf er Lust hat. Vielleicht auch nur um für sich Spaß zu haben.
      Was gibt es schöneres als zu wissen, dass man jederzeit aufhören kann, weil die Scxhäfchen im Trockenen sind.
      Ich denke oft, dass ich meine berufliche Karriere beende, wenn absehbar ist, dass ich den gewünschten Lebensstandard bis zum Ende mit dem Ersparten halten kann.
      Natürlich will ich dann nicht faul zu Hause sitzen und vergammeln. Ich kann mir vorstellen, dann einfach Jobs zu machen, die ich manchmal interessant finde, aber aktuell nicht tauschen will. Z. B. Kassierer im Supermarkt, Paketbote usw. Wenn es keinen sPaß macht, kann man ja jederzeit aufhören.

    3. hilti

      Zu Raab: TV Total war anfangs schon sehr lustig, als es noch wöchentlich kam. Als es dann tählich lief, war es mir auch zu viel, aber dass Raab nicht intelligent ist und nicht gut ist, würde ich bezweifeln. Letztendlich hatte er Erfolg. Und er hat aufgehört, bevor es bergab ging. Dazu gehörrt schon einiges an Intelligenz. Außerdem glaube ich, dass ihn sein unglaublicher ehrgeiz getrieben hat. Als Quotenbverlierer dazustehen hätte er nicht ausgehalten.

      Ging mir ähnlich. Als es noch wöchentlich kam hab ich jede Sendung geguckt. Dann kams zwei Mal die Woche und irgendwann vier oder fünf Mal. Da hab ich irgendwann komplett aufgehört das zu gucken, weils zu dünn wurde. Was man so liest hat Raab in den letzten Jahren bevor er aufgehört hat bei TV Total nur noch lustlos Dienst nach Vorschrift gemacht und nur an den großen Shows noch Spaß gehabt. War letztlich wohl überfällig, dass er aufgehört hat.

      Sein unglaublicher Ehrgeiz war das was Schlag den Raab so sehenswert gemacht hat.

    4. Tarifkenner

      Auch ich fand die Analyse zu Raab und Gottschalk sehr treffend.
      Gottschalk interessierte sich auch in meinen Augen nie die Bohne für seine Gäste. Was mich bis heute verwundert: Warum war er dann mit „Verstehen Sie Spaß?“ so erfolgreich? Denn was war denn dort seine Aufgabe? Sich mit Gästen zu unterhalten, die zu jeweils einem Drittel als Show-Act, Wettpate und Wettanbieter eingeladen waren. Vermutlich galt hier das von Harald Schmidt so schön formulierte Gesetz „Jede Sendung wird zum erfolg, wenn sie nur lange genug läuft.“

      Raabs TV total hatte in der Frühphase einen grandiosen Moment, den ich zu den Top 5 der deutschen Fernsehunterhaltung zähle. Für besondere Leistungen oder Fehlleistungen gab es ja dieser TV-Preis „Raab der Woche“. Im Herbst 2000 war der damalige FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle „Überraschungsgast“ bei „Big brother“. Kurz darauf wurde er für den Raab der Woche nominiert und besuchte aus diesem Anlass TV total. Man sah Westerwelle an, dass er bis zur Halskrause mit witzigen Repliken, spaßigen Kommentaren zu Big brother angefüllt war – aber auch mit ernsthaften Rechtfertigungen zu seinem dortigen Auftritt: wenn es ihm gelungen sei, bei Insassen und Zuschauern von Big brother auch nur ein bisschen Interesse für Politik zu wecken, habe sich doch sein Einsatz gelohnt usw.
      Doch Raab nominierte Westerwelle gar nicht für seinen Auftritt bei Big brother, sondern dafür, dass er bereits zwei Mal in Polit-Talkshows statt „Fraktionsvorsitzender“ versehentlich „Fraktionsfurzender“ gesagt hatte. Weder vorher noch nachher habe ich einen Menschen gesehen, in dessen Gesichtszügen sich Ungläubigkeit, Verzweifelung und Belustigung einen derartigen Hegemonialkampf geliefert haben.

    5. Bernhard K.

      @Tarifenner: „Wetten dass?“ hieß die Show. Aber der Unterschied zu „Verstehen Sie Spaß“ ist wirklich wurscht.

      Gottschalk hatte die Aufgabe die Stars in Scene zu setzen. Nicht mehr und nicht weniger. Er ist ein Ansager, oder „Conférencier“. An diesem fast altertümlich klingenden französischen Wort, merkt man: Dieser Job ist nicht mehr so nachgefragt. Die Leute brauchen niemand mehr, der sie durch die Show leitet. Das ist zu langweilig. Sie wollen Stars und zwar viele und sofort.

      Er hatte keine Probleme. wenn ihm die Hunziker die Show stahl, im Gegensatz zu seinem Nachfolger Lanz. Weil er sie, wie die Gäste, als Star betrachtete. Den Ansager mit ausreichender Menge an ungefährlichem Humor hat er gut dargeboten. Das er heute vor Möbelmärkten auftritt mag peinlich wirken, passt aber gut und ist für ihn sicherlich ein geringeres Problem als für seine Fans.

    6. David

      In der Zeit bei Viva, also als Raab noch der Allgemeinheit unbekannt war, hat er auch gern auf der Straße den Leuten doofe Fragen gestellt.
      Ich habe noch in Erinnerung „Was würden Sie machen, wenn Sie erfahren, daß ihr Nachbar ISDN hat?“ – „…oh.. naja totmachen kann man sie ja nicht.“
      Oder gestelltes Interview. „Hier ich komm jetzt gleich nochmal mit der Kamera, und daß Sie die Antwort schon wissen: Die Antwort ist Bundespräsident Roman Herzog.“ Und dann geht er aus dem Bild raus, kommt rein und fragt „Was ist die Wurzel aus 321“.
      Das hat er viel später nochmal via Elton versucht, hat aber nicht so funktioniert wie damals.

      Wenn Raab auf dem Gipfel des Erfolges aufgehört hätte, hätte es TV Total nicht solange geben dürfen – die anderen Sendungen wie Wok WM etc waren aber tolle neue Ideen für das Fernsehen allgemein – mal abseits vom ständigen Kopieren und Adaptieren von ausländischen Spielshows. Wer kein anderes TV kennt, denkt ja, die ganzen Shows sind neu… dabei ist es immer nur eine Kopie oder Franchise. (Jeopardy, Glücksrad, Deal or no Deal, Wer wird Millionär… welche Show abseits von Wetten Daß oder halt Schlag den Raab ist denn in 50 Jahren TV überhaupt eine deutsche Erfindung?

  9. Jens

    Also, ich mag den Merci-Song auch heute noch. Klar ist der kitschig, aber das war der Zeitgeist damals. Ich mag auch die alte Allianz-Werbung mit dem bösen Nachbarn: „Mit einem Nachbarn voller Neid ist nicht gut Kirschen essen…. ♪♫“ (irgendwann in den 80ern). Wir haben auch damals komische Klamotten getragen und es nicht gemerkt. Und dass wir heute komische Klamotten tragen, merken wir in 10 Jahren, wenn wir die Fotos anschauen. Trotzdem haben wir die Klamotten doch gern getragen. 🙂
    Und was damals wirklich besser war als heute: Es gab keine Seitenbacher-Werbung!

    Ich finde auch nicht, dass die alten Werbesongs sprachlich mit dem Tanzen-Leben-Menschen-Welt-Pop von heute vergleichbar sind, ob man’s jetzt mag oder nicht. Über fehlende Metaphern kann sich Holgi im Merci-Song auch nicht beschweren, eher über zu viele. 😀

    Schön, dass ihr jetzt wieder regelmäßiger podcastet (und ja, der Titel ist schon sehr grenzwertig).

    Ihr seid in meiner Podcast-App der Lieblingsfeed,
    merci, dass es euch gibt. ♫ 😉

    Antworten
  10. Michel

    Zum Thema wie kommt man zu Büchern. Nebst den von Holgi und Alexandra erwähten, hab ich mir „Things I’ve been reading“ von Nick Hornby gekauft. er schrieb eine unregelmäßige Kolumne, was er gelesen hatte in der Zwischenzeit. Da habe ich sehr viele spannende Bücher, Autorinnen und Autoren kennengelernt. Ist halt in Englisch und man muss Hornby mögen

    Antworten
  11. Elke

    „Underground railroad“ ist wirklich großartig, Empfehlung an alle

    Ich hatte ja mal die Überlegung eine Liste mit Google Docs oder so zu machen, in der alle in verschiedenen Wrint-Formaten empfohlenen Bücher aufgelistet werden.
    Besteht daran Interesse, seitens der Hörer?

    Antworten
  12. Joe

    Der Titel und dann noch der Cliffhanger am Ende !Suspense! Bin auf die nächste Folge gespannt.
    Oder wir erfahren im Realitätsabgleich schon mehr.
    Themen waren sehr gut. Dachte Alexandra verabschiedet sich zwischendurch. Da war sich Holgi einen Moment lang selbst nicht sicher.

    Antworten
  13. mathepauker

    An Silvester 2015 hat Holgi meiner Erinnerung nach nicht gearbeitet, zumindest nicht beim Hörfunk. Am 23. Oktober des Jahres war er bei Fritz zuletzt auf Sendung. Er sah es damals als durchaus realistisch an, nie wieder als Moderator im Radio zu hören zu sein. Es kam anders. Das Engagement bei Radio Eins begann allerdings erst im Mai 2016.

    Antworten
  14. Understater

    Ein paar Anmerkungen:

    Zum Verbot von Verbrennungsmotoren:
    1. Ja, wir sollten das Freisetzen von fossil gebundenem CO2 (und was da noch so dran haengt) moeglichts bald beenden, weltweit!
    2. Auch Maschinen die mit Wasserstoff oder Methan betrieben werden sind Verbrennungsmotoren! Die zu verbieten halte ich fuer dumm! Da gibt es noch eine Menge potential! Z.B. ist der Gastank fuer die gleiche Reichweite deutlich leichter als eine Batterie.
    3. Die Menge an Litium auf der Erde ist endlich, (laut Wikipedia) unter 50 Millionen Tonnen. Habe gelesen, dass im Akku eines Tesla ca 10 KG Lithium sind. Habe auf die Schnelle gefunden, dass 1990 ca 680 Millionen Fahrzeuge unterwegs waren (das werden 2017 wohl etwas mehr sein). Demnach braucht man, wenn alle Fahrzeuge (inkl. Busse und LKW), auf einen Tesla-Elektroantrieb umgebaut werden sollen, 6.8 Millarden Tonnen Lithium noetig. Die haben wir nicht! Wir recyclen zur Zeit nicht mal das Lithium aus defekten Akkus!

    Strompreise:
    Bis zur Fukushima Katastrophe habe ich einen Stromanbieter genommen, der 100% Oekostrom garantiert (Lekker). Der war ewas teurer als die anderen serioesen Anbieter. Nach Fukushima wurde ja die Energiewende eingeleitet, mit dem Erfolg, dass der billigste Anbieter, noch teurer war, als mein Oekostrom bis dahin. Also habe ich erst mal einen sehr billigen Anbieter gewaehlt, weil ja die Energiewende schon Oeko ist (und ich ziemlich veraergert war).
    Gerade habe ich diesem billigen Anbieter gekuendigt, und durfte feststellen, das der gar nicht mehr billig ist. Habe jetzt einen Vertrag beim alten Oekoanbieter beantragt, weil der nicht mehr so teuer ist. Zu den „super billig blinki blinki“ Anbietern will ich gar nicht wechseln, und die bekannten „serioesen“ lokalen Anbieter sind eher teurer.
    Zu Alexandras Desinteresse: Die in meinem Haushalt lebenden Frauen (3) interessieren sich auch nicht fuer Strompreise. Ist das Bequemlichkeit (ich mache das ja schon) oder ein generelles Frauen Ding?

    Supermaerkte am Sonntag geoeffnet:
    NEIN!
    Wohne im Grenzgebiet zu NL, so dass ein Sonntgas offener Supermarkt in Reichweite liegt. Es ist zwar ein schoenes Gefuehl das zu wissen, aber ich war da noch nie Sonntags drinnen. Es geht also auch ohne! Sich darauf zu berufen das sich die Arbeitnehmer ja Gewerkschaftlich dagegen organisieren koennten ist Kaese! Es wird immer Leute geben die ihrer eigenen Gesundheit gegenueber genug ignorant sind, fuer „’nen Euro mehr“ auch Sonntags zu arbeiten. Wohingegen Gewerkschaften leider nicht mehr an der Basis orientiert sind.

    Boellerverbot:
    Mir geht die Knallerei vom Verkaufsstart (27.12.) bis 30 Minuten vor dem Jahreswechsel, und vom 1.Januar 2:00 bis zum Erschoepfen der Vorraete, auch auf den Nerv, aber ich geniesse es selber den Jahreswechsel mit etwas Feuerwerk einzuleiten (lieber mehr Licht als „Peng Bumm“). Ich denke, dass es ein Beduerfniss einiger Menschen ist, mit Feuerwerk zu hantieren, und ein Verbot wuerde das in die Illegalitaet treiben. Das wuerde bedeuten mehr illegales Feuerwerk aus fragwuerdiger Herkunft mit mehr Verletzten. Und wer soll das kontrollieren und verfolgen? Die Ordnungskraefte schaffen das ja jetzt schon nicht.
    Zu Holgies Satz „nutzt nix, also verbieten!“ faellt mir ein, dass das genau so auch auf Trueffel angewendet werden kann! 😉

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    1. Venyo

      Ist da beim Lithium nicht ein Rechenfehler? 680 Millionen Fahrzeuge ergibt 6.8 Milliarden KILOGRAMM Lithium. Das sind 6.8 Millionen TONNEN und damit deutlich weniger als die 50 Millionen Tonnen.

      Andersrum gerechnet: 1 Tonne reicht für 100 Fahrzeuge. Also reichen 50 Millionen Tonnen für 5000 Millionen Fahrzeuge.

    2. Anne

      Es gibt doch schon unglaublich viele Menschen, die sonntags arbeiten in fast allen Bereichen, insofern ist die Frage schon berechtigt, ob es noch zeitgemäß ist, die Öffnungszeiten gesetzlich so einzuschränken.

      Das sagt sich natürlich leicht, wenn man selber nicht davon betroffen ist, weil man einen schicken Bürojob hat und einen die Ausweitung der Geschäftsöffnungszeiten eh nicht betrifft, aber es ist für mich kein richtiges Argument.

      Mal abgesehen davon, dass die Leute dann ja nicht sieben Tage die Woche arbeiten, sondern nur an einem anderen Tag nicht arbeiten, was je nach Lebensplanung auch gar nicht schlimm sein muss. Aber das wird eben jeder, der z. B. in der Gastronomie, im Krankenhaus, im Kino, im Theater, an der Tankstelle, bei der Polizei, bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, am Bahnhof, im Hotel, als Taxifahrer, als Selbstständiger, bei der Zeitung, beim Fernsehen oder Radio etc. arbeitet besser beantworten können.

    3. Dr. Azrael Tod

      Sonntags nicht öffnen zu dürfen tut genau eins: es benachteiligt einige Läden gegenüber anderen

      In Dresden haben mehrere Lidl und Rewe-Filialen Sonntags trotzdem auf (weil Bahnhof), dann natürlich Spätis, Tankstellen überall und mehr.

      Auch hat keine andere Branche eine solche Sonderregelung – warum ausgerechnet der Einzelhandel hier eine Sonderstellung gegenüber Krankenpflege, Taxifahrern oder Online-Handel haben soll, versteht auch kein Mensch.

      Es geht ja auch nicht darum dass die Läden verpflichtet werden sollen Sonntags zu öffnen – Löhne und Gehälter sind in allen anderen Branchen auch Sonntags so hoch dass nur das betrieben wird was sich lohnt. Also keine Paketdienste oder Verwaltungsfachangestellten am Sonntag – ganz ohne Verbot.

    4. Romconstruct

      Es gibt zich Länder in denen Supermärkte und auch andere Geschäfte auch Sonntags und oft 24/7 geöffnet haben und das finde ich auch gut so. Es ist einfach ein antiquiertes Model alle Leute in den selben Rythmus quetschen zu wollen.

      Damals ™ hatten Supermärkte auch mal nur von 9 oder 10 bis 18:30 offen und es war ein Skandal sie mal bis 20 Uhr zu öffnen. Meine Mutter kann heute noch kaum glauben das es Märkte gibt die bis 21 oder 22 Uhr offen haben. Und siehe da, es gibt genug Leute die dann einkaufen und auch Leute die dann arbeiten und ja auch arbeiten wollen. Es gibt Langschläfer und Frühaufsteher, Leute die Nachtschichten haben, Leute die eh Sonntags arbeiten müssen (ÖPNV nur mal als Beispiel) usw.

      Warum muss man da ewig am „kirchlichen Konzept“ von“am sibeten Tage ruhte Gott“ festhalten? Ich freue mich auch über meine 1-2 freien Tage die Woche und die dürfen auch gerne am Stück sein. Aber ob das nun Samstag/Sonntag oder Mittwoch/Donnerstag ist, ist mir egal. Ja ich würde mich sogar deutlich über mehr Flexibilität freuen weil die Stadt dann nicht immer am Samstag so voll ist, weil nur dann „alle“ zum einkaufen gehen. Das könnte man mal viel mehr entzerren. Ich würde gerne mal in den Zoo gehen wenn nicht alle hingehen, denn in der Woche hat ja keiner Zeit weil alle arbeiten. Dabei kann man dank moderner Technik die Arbeitszeit oft auch wesentlich freier/flexibler gestalten.

      Von daher bin ich ganz bei Holgi, es werden sich Leute finden die gerne auch mal am Sonntag arbeiten.

    5. David

      Ich bin auch eher für die gesetzliche Festlegung der 5-Tage-Woche – und wenn das verbleibende Wochenende dann für Leute immer Mittwoch+Donnerstag ist – dann ist das doch ok. Die Tage dürfen nur nicht ständig flexibel geändert werden, wie es dem Arbeitgeber passt, sondern das muß eine längere Kontinuität geben über _Monate_. Und natürlich in Absprache, die Person muß das selber festleggen dürfen, daß es dann innerhalb der Familie nicht 2 unterschiedliche Zeiten gibt.
      Und dann denke ich, daß einige geben wird, die lieber andere Tage komplett frei haben – und dann zb an dem freien Montag auch Behördengänge oder Einkäufe/Anschaffungen erledigen können, ohne dafür einen Tag Urlaub zu nehmen, oder am langen Donnerstag nach der Arbeit irgendwas hetzen müssen…
      Also lieber das gesetzlich regeln, und nicht immer nur verbieten.

      Ich gehe abends gerne auch spät einkaufen. Nicht weil ich es müsste, sondern weil es dann meist entspannter und nicht so voll ist. Viele gehen auf dem Arbeitsrückweg einkaufen, oder kurz nach dem Abendessen – und dann ist das Geschiebe groß.
      So ein Supermarkt ist 22:00 (jaja ich bin Berlin-verwöhnt) ganz anders. Da gibt es kein Geschiebe und man kann auch mal im Regal die einzelnen Produkte einzeln vergleichen / Verpackungen lesen. Ich will das nicht mehr missen. Natürlich muß nicht jeder Supermarkt so lange öffnen, aber manche dürfen und machen es – und das ist dann doch prima.
      Ich bin auch manchmal Sonntag am Ostbahnhof gewesen, weil doch noch was gefehlt hat. Wer mal Sonntag Mittag im Supermarkt im Ostbahnhof gewesen ist, weiß welcher Andrang da zu einem Sonntag herrscht, weil eben viele Leute doch nochmal einkaufen. Nur ist es halt eine der wenigen Stellen, weil es halt ein Bahnhof ist. Ich glaube die beiden Supermärkte und Drogerie machen an dem Tag 80% ihres Wochenumsatzes….

  15. Venyo

    Ist da beim Lithium nicht ein Rechenfehler? 680 Millionen Fahrzeuge ergibt 6.8 Milliarden KILOGRAMM Lithium. Das sind 6.8 Millionen TONNEN und damit deutlich weniger als die 50 Millionen Tonnen.

    Andersrum gerechnet: 1 Tonne reicht für 100 Fahrzeuge. Also reichen 50 Millionen Tonnen für 5000 Millionen Fahrzeuge.

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    1. Venyo

      Da hat mich das Captcha rausgeschmissen und beim zurück gehen ist die Zuordnung zum Kommentar von Understater verloren gegangen. Sorry für den Doppelpost 🙁

    2. Understater

      @ Venyo
      Du hast Recht! Immer diese zielgerichteten Untersuchungen…
      Aber knapp ist das schon. Es git ja auch noch andere Produkte die Lithium brauchen .

  16. morrrk

    Holger K. geht zumindest mit dem Frei-Tod ja nun ziemlich „pietätlos“ um, aber dass er bei einem tatsächlichen Ableben DER Alexandra T. einen solchen Sendungstitel wählen würde… Zumal die sonstigen Titel ja auch immer Schenkelklopfer sind. 🙂
    Also bloß nicht ändern – wer von einer Todesanzeige ausgeht, hat den Schreck verdient und wird ja so oder so aufgeklärt. Nächster Sendungstitel dann gefälligst irgendwas mit „toborischer Auferstehung“ o.s.ä., damit das klar ist.

    Antworten
    1. Been Told

      „wer von einer Todesanzeige ausgeht, hat den Schreck verdient“
      Das erinnert mich an „wer so doof ist, hat es verdient, hereingelegt zu werden.“

    2. morrrk

      » Das erinnert mich an „wer so doof ist, hat es verdient, hereingelegt zu werden.“ «

      Wen sowas an sowas erinnert, der… 😉

      OK, dann anders: Wer davon ausgeht, dass ein Podcaster über den plötzlichen Tod seiner „Co-Moderatorin“ im eher launigen Titel einer neuen Episode informiert, wird die kurze Aufregung bis zur Auflösung verschmerzen können oder gar müssen.

    3. mithrandir

      Also ich finde das auch seltsam, dass Leute das tatsächlich ernst nahmen. Klar, habe mich auch erst gewundert, aber der Gedanke, dass das ernst gemeint ist, kam mir zu keiner Zeit.
      Holgi mag lustig und zynisch sein, aber eine so ernste Tatsache würde er doch nicht in einem Podcast bekanntgeben, mit Lockvogeltitel. Leute, Leute, Leute…..

    4. Tarifkenner

      Sehe ich genauso: Wer Holger eine solche Geschmacklosigkeit zutraut, soll den ihn durchfahrenden Schrecken als gerechte Strafe annehmen, und sich dafür hier demütig bedanken.

  17. HH2012

    fun facts zum Feuerwerkseifer der Deutschen:
    Das Bundesumweltamt hat Daten zur Feinstaubbelastung in Folge der Silversterfeuerwerke erhoben. In Kurzform: Die Partikel sind besonders fein und die Belastung an Neujahr ist „vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht“.
    https://www.umweltbundesamt.de/themen/feinstaub-durch-silvesterfeuerwerk
    Das für sich genommen ist wahrscheinlich kein hinreichender Grund für ein Verbot. Aber objektiv kann man festhalten, dass es also nicht um bloße Lärmbelastung und entsprechende Massen an (Papier)Müll geht.
    Und auch diese Zahl ist ganz interessant: Der Umsatz an Feuerwerksartikeln zu Silvester liegt seit Jahren bei +110 Mio EUR.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/284913/umfrage/umsatz-der-deutschen-pyrotechnischen-industrie/
    Da wir aber +80 Mio Menschen im Land sind, entspricht das gerade mal einem Berliner/ Krapfen/ Pfannkuchen pro Person.

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  18. Christopher M. Wenzel Wolf

    Holger, der Podcast war total klasse ! Selten habe ich dich so frei und entspannt aber mit messerscharfem Verstand erlebt, mich hat das total gefreut und begeistert. Dein Beitrag zur Religion war umwerfend und genial. Ahoi, liebe Grüße.

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  19. Venyo

    Durch Zufall hab ich die Folge gerade nochmal gehört und mich bei Social Justice Wanker ein zweites mal Tod gelacht.
    Einfach großartig – ich habs nie geschafft mein Unbehagen diesbzgl. auszudrücken, aber SJWanker triffts einfach zu 100%.

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  20. Marius

    @Alex/Holgi: Es gibt Werbung auf Youtube?
    Sehe ich nichts von mit uBlock und NoScript/uMatrix.
    Ich verstehe nicht wie Leute freiwillig Werbung im Internet ertragen? Warum macht ihr sowas mit?

    Antworten
    1. Hendrik

      Ich mache das zum Beispiel mit, weil es (kleinere) Seiten gibt, die mich interessieren, die „am Leben“ bleiben sollen und diese auf die Werbeeinnahmen angewiesen sind… auch wenn es mittlerweile Alternativen (flattr, Patreon, etc.) gibt, mag es für einige Betreiber einfacher und sicherer sein, Werbung zu schalten.

  21. Hendrik

    Ich hau mal mehrere Fragen/Kommentare hier rein:

    1) wo muss ich mich anmelden/einloggen, damit ich hier ein Benutzerprofil, Avatar, etc. habe? Habe nirgends einen „login/sign in“-Button gesehen…

    2) @Holgi: Zur Aussage, dass ein Arbeitgeber nicht nur Leute einstellen wird, die sonntags arbeiten wollen: Da wohl niemand nur 2 Tage arbeitet, sondern eben „auch am Wochenende“, wird ein AG sicherlich bevorzugt Leute einstellen, die bereit sind, (auch) am Wochenende zu arbeiten. Das gibt ihm die Sicherheit, dass immer jemand da ist, der notfalls einspringen kann… wenn da jemand ankommt und sagt: „ich will hier arbeiten, aber nicht am Wochenende“, wird diese Person sicherlich schlechtere Karten haben als andere…

    3) Rührei: Das erinnert mich an einen Auftritt von Johann Lafer in irgendeiner TV-Show, wo er auf das Thema Rühreier angesprochen wurde: Er hat auch alle verwirrt, als er erklärt hat, dass er die Eier in die KALTE Pfanne gibt 😀 😀
    Andere nette Rezepte von ihm gibt es übrigens zu den mittlerweile 15(!) SWR3-Grillpartys: Ausgefallene/kuriose, aber definitv sehr leckere Gerichte vom Grill:
    Party 15: https://www.swr3.de/grillparty/Deutschlands-einzige-interaktive-Grillparty/-/id=1438208/did=1729934/17z68h9/index.html
    Archiv mit den älteren Rezepten: https://www.swr3.de/events/Die-Rezepte-aller-vorherigen-SWR3-Grillpartys-zum-Download/-/id=3353464/did=911768/12paiwz/index.html

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  22. Till

    Hallo Ihr Zwei,

    zu Rührei gibt man in der klassischen Zubereitung (Kochausbildung) etwas Milch dazu. Manche verwenden auch Sprudelwasser, Sahne oder sonst was. Auf jeden Fall Flüssigkeit, das macht das Rührei wesentlich luftiger.

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  23. Dave Remmel

    Man kann über Glaube und Religion geteilter Meinung sein, aber die derzeitige Entwicklung von AfD, Pegida & Co zeigt deutlich, dass man keine Religion braucht, um ein Arschloch zu sein.

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