WR622 Der Limes

 

wrint_geschichtsunterricht_120Keine Mauer ist hoch genug, um sie nicht zu übewinden. Das haben auch die Römer am Limes gemerkt. Matthias von Hellfeld erzählt.

12 Gedanken zu „WR622 Der Limes

  1. Sven

    Herr von Hellfeld sollte sich vielleicht auf seine Wissenschaft fokussieren und keine eigene politische Agenda verfolgen. Die Aussage, dass die Flüchtlingskrise nichts kostet ist schlichtweg falsch. Ebenso wie das unzulässige Argument, bis heute ginge es niemandem dadurch schlechter. Die Frage der Oppotunitätskosten ist zu beantworten, oder anders: wie hätte man das Geld für die deutsche oder europäische Gesellschaft so einsetzen können, dass es Menschen hier weniger schlecht geht. Und es bedarf übrigens keiner nennenswerten Bildung, um darauf zu kommen, dass es natürlich einen Verteilungswettbewerb im unteren Drittel unserer Gesellschaft geben wird: um Sozialleistungen, Wohnraum, Kitaplätze etc. vor allem dann, wenn die Konjunktur dereinst wieder schwächeln wird. Ich möchte dies noch nicht einmal werten, nur ist es eben unredlich diese Themen schönzureden.

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    1. holgi Beitragsautor

      “wie hätte man das Geld für die deutsche oder europäische Gesellschaft so einsetzen können, dass es Menschen hier weniger schlecht geht”

      Die Frage ist aber doch unsinnig, weil das Geld nicht eingesetzt worden wäre.

    2. Tarifkenner

      @ Sven
      Wenn es im WRINT-Gespräch zwischen Holger und Matthias von Hellfeld immer nur streng historisch zuginge, sähe ich wenig Mehrwert gegenüber der D-Radio-Wissen-Sendung. Ich finde es nicht nur in Ordnung, sondern auch belebend, wenn hier mal die Parallele zur aktuellen Politik gezogen wird und dabei auch die persönliche Einstellung der Gesprächspartner zum Ausdruck kommt.

      In der Sache gebe ich grundsätzlich Sven Recht. Alles Geld was der Staat ausgibt, könnte er auch anders ausgeben, z.B. Schulden tilgen und damit weniger Zinslast tragen (jedenfalls wenn die Zinsen wieder steigen). Dennoch ist aber m.E. falsch, eine strikte Alternative zwischen Geld-für Flüchtlinge und Geld-für-sozial-schwache-“Deutsche/EU-Bürger” zu konstruieren. Denn zu einem gehörigen Teil ist das zur Bewältigung der Flüchtlingslage ausgegebene Geld eine Arbeitsbeschäftigungsmaßnahme – und zwar gerade für Mittel- und Geringverdiener: Sozialarbeiter, Wachleute, Küchenhilfen, Bürosachbearbeiter, Bauarbeiter.

  2. gustl

    Sehr schöne Sendung! Ein paar Anmerkungen zu Grenzbefestigungen:
    Die sind nicht dazu da unüberwindbar zu sein, sie sollen vor allem den Aufwand erhöhen und so dazu führen, dass es weniger Leute versuchen sie zu überwinden. Das ist eben ein Widerstand und je größer der wird desto kleiner wird der Strom durch ihn, die Menschen gehen dann wo anders lang oder versuchen es nichtmehr.
    Trum ist jetzt auch nicht der Erste der sowas machen möchte, die USA haben ja schon vor ihm die Grenzbefestigung deutlich ausgebaut, auch unter Obama. Genauso macht es die EU mit der Festung Europa. Wir verteidigen unseren Wohlstand auch dadurch, dass wir Zäune bauen. Ich finde da zwar OK Trump zu kritisieren, aber wir sollten auch mal auf unsere eigenen Grenzen gucken. Durch die Zäune um die EU erhöhen wir den Widerstand an diesen Stellen. Die Flüchtlinge versuchen es daher vermehrt auf dem Seeweg, weil dieser (obwohl der Widerstand dort auch hoch ist) jetzt einfacher zu überwinden scheint als der befestigte Zaun auf dem Lande.

    Auch sehr gut finde ich die Unterscheidung zwischen Flüchtling und Migranten. Das ist ein guter Punkt, ich habe gegen keine von Beiden etwas. Wenn Jemand in der Wüste lebt und ein schlechtes Leben hat weil es da keine Arbeit gibt und der Lebensstandard schlecht ist, dann verstehe ich das völlig, wenn er mit seiner Familie in reichere Länder migrieren möchte. Das würde ich an seiner Stelle exakt genauso machen. Nur wird er eben nicht verfolgt und bekommt daher bei uns kein Asyl. Man kann das auch anders sehen und zwar:
    Wir sorgen mit unserer Wirtschaftspolitik und Klimapolitik dafür, dass es in anderen Teilen der Welt schwer wird bequem zu leben, das ist also unsere Schuld und wir sollten jetzt auch dafür sorgen, dass es den Leuten gut geht. Dann sind das aber sehr viele denen wir helfen müssten.

    Auf dem Planeten gibt es Orte, da geht es den Leuten besser und da wird Wohlstand angehäuft. Es gibt andere Orte da wird der Wohlstand geringer oder bleibt ähnlich gering. Menschen haben dabei die Tendenz von Orten geringen Wohlstands zu Orten mit hohem Wohlstand zu wandern. Wie elektrischer Strom von Stellen mit hoher Ladung zu stellen geringer Ladung. Was man macht um solche Ströme abzuschwächen ist Widerstände einzbauen. Und das passiert hier durch Zäune und Mauern auf dem Land. Das Meer ist schon ein Weg mit hohem natürlichen Widerstand. Das ist natürlich nur eine kurzfristige Lösung denn egal wie hoch der Widerstand, der Strom durch ihn ist nie Null. Man könnte das ändern und statt Widerstände zu bauen Wohlstand in arme Gegenden der Welt bringen. Dann wäre die Wohlstandsdifferenz (= Spannung) geringer und damit auch der Stromfluss. Wäre überall der gleiche Wohlstand wäre der Strom sogar annähernd Null.
    Auf einem Planeten mit vielen Armen und weniger Reichen bedeutet das aber, dass die wenigen Reichen viel abgeben müssten, das wollen wir nicht und entscheiden uns daher dafür mehr Zäune zu bauen.

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  3. Marco

    Die chinesische Mauer ist nicht aus dem All sichtbar, dafür ist sie viel zu dünn. Wäre sie mit ihrer max. Breite von 20m aus dem All sichtbar, müsste jedes Gebäude mit einer größeren Kantenlänge deutlich besser sichtbar sein.

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    1. Norbert

      Mit einem guten Objektiv ist ziemlich viel aus dem Weltall erkennbar (Häuser, einzelne Autos, Elefanten). Daher ist “Aus dem Weltall sichtbar” nur dann etwas Besonderes, wenn es ohne technische Hilfsmittel erkennbar ist. Und ein 20m breites Bauwerk lässt sich aus 100km Entfernung definitiv nicht mit blosem Auge erkennen (Wo beginnt der Weltraum –> http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/03/02/wo-beginnt-der-weltraum/ ).

      BTW: (nicht nur) Google Maps verwendet auch Material, das von Flugzeugen aus aufgenommen wurde. D.h.: Nur weil etwas auf irgendwelchen Internetkarten sichtbar ist, ist es nicht unbedingt auch aus dem Weltall erkennbar. Und “Die Große Mauer”

      Und fall jemand probieren will, ob er die Chinesische Mauer auch außerhalb des Großraums Peking lokalisieren kann – hier mal der Gesamtverlauf: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/78/Image-Die_Chinesische_Mauer_-_Karte_%28mit_einfachen_Linien%29.jpg

    2. Marco

      Mir ging es darum, dass der Mythos, die chinesische Mauer sei das einzige Gebäude, welches aus dem All sichtbar sei quatsch ist. Mit nicht zu großem Abstand und guten Kameras sind alle möglichen größeren Bauwerke aus dem All heraus sichtbar

  4. Felix

    Wäre es nicht zielführend gewesen, auch funktionierende Mauerprojekte zu erwähnen? Beispielsweise die Mauer die Israel erbaut hat o.ä.

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    1. holgi Beitragsautor

      Ist ja nun leider nicht so, dass diese Mauer Attentate verhindern würde. Die dämmt sie allenfalls ein.

    2. Norbert

      Ob eine Mauer funktioniert würde ich erst beurteilen wollen, wenn sie mindestens so lange gestanden hat, wie der Antifaschistische Schutzwall. Für gewöhnlich stehen Mauern jahrelang sehr erfolgreich in der Gegend rum, und versagen dann urplötzlich an einem einzigen Tag.

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