WR489 Nachgefragt zum Thema Segeln auf der Tres Hombres

 

wrint_nachgefragt_zumthema_200Wolfgang ist sieben Monate auf der TRES HOMBRES zur See gefahren. Die TRES HOMBRES ist der erste einzige Frachtsegler der Welt. Die NORDLYS ist das zweite Schiff in der Flotte von Fairtransport. Warum Wolfgang das getan hat –  Severin Simon und sein Rum (siehe WR 180) sind letztlich Schuld daran – und welche Erwartungen er an die Reise hatte, hört ihr in WR 348. Jetzt ist er wieder zurück und berichtet von seiner Reise.
Gerade arbeitet Wolfgang an einem Bildband über seine Reise. Wer ihn dabei unterstützen möchte, kann sein Projekt auf startnext funden.
Reichlich Reiseberichte könnt ihr auch in Wolfgangs Blog nachlesen:
Wolfgangs Reiseroute – Erste Tage an BordVerzögerungen im BetriebsablaufWohnen im Vorschiff – Der Wachrhythmus – Erste Etappe, nach Stavanger – Flaute vor Portugal – Wende und Halse – Die schönste Etappe von der Dom.-Rep. auf die Azoren – Wochenlang nichts als Wasser – Kriegsfischkutter – Untergang der ASTRID vor Irland –  Umweltverschmutzung durch Frachtschiffe (ZDF-Video zum Thema) – Sturm auf der Nordsee – Windstärken – Besseres Wetter ab La Palma –  Halbzeitgedanken über die Schwierigkeiten meiner Reise (noch bevor klar war, dass es nicht zurück nach Amsterdam geht) – Tourkoller auf Barbados – Sailtraining (historische Schiffe auf denen man segeln lernen kann) – Inselhopping (Grenadinen, Union Island, Tobago) – Mann über Bord! – AusschiffenFracht (Schokolade, Tunfisch)- Wein der einmal über den Atlantik und zurück segelt

26 Gedanken zu „WR489 Nachgefragt zum Thema Segeln auf der Tres Hombres

    1. Sebastian

      Oh, das kannte ich noch nicht. Danke für den Link.

      Dein Resume fand ich übrigens sehr schade. Eigentlich klingt das nach so einer schönen Idee, aber wenn man als zahlender „Gast“ vom Arbeitsumfang am Ende keinen großen Unterschied zu den angeheuerten mehr ausmachen kann dann läuft irgendwas ganz grob falsch.
      Trotzdem vielen Dank an euch beide für diesen spannenden Einblick in etwas was ich sonst so wohl nie mitbekommen würde.

  1. Jan

    Hallo Wolfgang, hallo Holgi,

    eine sehr interessante WRINT-Folge – vielen Dank dafür und sicherlich eine meiner Top10-Wrintbeiträge. Eine kleine Anmerkung möchte ich aufgrund meiner beruflichen Vorschädigung machen: Bitte den „CO2-Verbrauch“ komplett einschränken… 😉

    Gruß
    Jan

    Antworten
  2. Der Freibeuter

    Vielen Dank Wolfgang und Holgi,
    die Folge ist ein absolutes Highlight, keine Ahnung warum so wenig Leute kommentieren. Vielleicht liegt es an der Länge des Podcasts – die haben alle noch nicht bis zum Ende gehört.
    Vieles erinnerte mich an (weit weniger anspruchsvolle) Segeltörns, die ich mitgemacht habe. Hab‘ wieder richtig Lust aufs Meer bekommen :-).
    So genial die Idee des CO2-neutralen Transportes auch ist – bei der Durchführung bedarf es da richtiger Profis so wie in jedem anderen Bereich auch.
    Da scheint ja leider einiges im Argen zu liegen. Mit Kürbissen an Bord nach Norwegen zu reisen um vor Ort festzustellen, daß man den Kram nicht ins Land eingeführt kriegt ist bestenfalls unfreiwillig komisch. Da fügt sich eine verbesserungswürdige Informationspolitik auf See wie auch auf Land leider ins Bild.
    Wenn ich es recht verstanden habe kann man das Mann-über-Bord Manöver letztlich vermutlich auch auf mangelhafte Kommunikation zurückführen (Der Kollege, der über Bord ging wusste nicht genau was mit dem Fall, das er in der Hand hielt zu tun ist) …
    Da hat sich jemand als Kapitän/Führungskraft disqualifiziert – was er dann ja auch gemerkt hat und daher darum gebeten hat über den Vorfall nicht zu berichten.
    Daß man als Person selbst exzellente Kenntnisse und Erfahrungen im Segeln erworben hat reicht eben nicht aus.
    Ich denke so etwas ist aber nicht typisch fürs Segeln – so habe ich es im weit kleineren Rahmen erlebt. Bei den Möglichkeiten, die man heute hat ist Segeln denke recht sicher (o.k. mit Motor für den Notfall 😉 ).

    Die Niggeligkeiten bezüglich Milch-/Benzinverbrauch sind natürlich auch Quatsch. Wolfgang hat ja berichtet, daß es genug Interessenten für eine Mitfahrt gibt. Einfach den Preis der Mitfahrt (waren es 1200€/Monat?) um 5% anheben. Solche Sachen sind keiner Diskussion würdig (Verfügbarkeit der Ressource vorausgesetzt). Schon gar nicht an Bord wenn evtl. anderer Stress herrscht…

    Würde mich echt freuen nochmal von Wolfgang zu hören – vielleicht von einem anderen Törn.

    Antworten
  3. W.B.

    Hallo Holgi und Wolfgang,
    das mit dem Wesenszuegen von Niederlaendischen Chefs kann ich nicht bestaetigen!
    Ich habe seit mehreren Jahren einen Niederlaender als direkten Vorgesetzten, und der ist, abgesehen von dem notwendigen Mannagement „Bullshit Bingo“, eigendlich ganz in Ordnung! Ist ansprechbar, lernfaehig, respektiert die technische Kompetenz seiner „Untergebenen“ und foerdert uns, besonders wenn es um die individuelle Weiterentwicklung geht.
    OK, zwei Haken hat die Sache trotzdem: Er entscheidet nicht ueber mein Gehalts, und er hat zum Jahresende gekuendigt.

    Sehr interessante Folge uebrigents! Habe jetzt, trotz der nachvollziehbaren Kritik an dem Fairtransport Konzept, mal eine Flasche Rum von Simon bestellt.

    Gruesse
    WB

    Antworten
  4. Michael

    Wirklich sehr interessante Folge. Danke dafür.

    Und scheinbar ging es Wolfgang so nicht alleine so. Ein Kollege aus Tirol hatte sich auch den Trip auf der TRES HOMBRES in seinem Sabatical-Jahr gegönnt aber ist nach drei oder vier Monaten vom Schiff gegangen, um mit einem anderen Segler seine Tour zu vollenden. Auch er meinte, er sei mit dem Captain und der allzu flexiblen Routenplanung und eigenwilligen Informationspolitik nicht zu recht gekommen.

    Antworten
  5. Chris

    Vielen Dank für die Folge.

    Hat richtig Abenteuerlust geweckt. Sehr schade sind natürlich die Schwierigkeiten an Bord, aber dennoch hat es lust aufs Segeln vermittelt.
    Die Anekdoten von Wolfgang waren sehr schön und lebhaft erzählt.

    Danke 🙂

    Antworten
  6. coolice_de

    Mal zum Thema Motor und CO2 Neutral. Man könnte einen kleinen ältern PKW Dieselmotor mit gebrauchten Pflanzenöl betreiben. Es gibt sogar für landwirtschaftlichen Einsatz pflanzliche Motoröle die für Maschinen in Wasserschutzgebieten zugelassen sind. Diese laufen auch in jedem anderen Motor. Der Sprit kann man sicher in jeden Hafen wieder besorgen und durch Schwerkraft filtern. Somit hat man nur einen begrenzten Spritvorat den man nur für Hafeneinfahrt nutzt.

    Das ganze ist sicher sehr kostengünstig durchzuführen.

    Gebrauchte teile sind eh umweltfreundlicher wie neues herzustellen.

    Soviel dazu

    Gruß

    Marcel

    Antworten
  7. Dennis

    Klingt von der Arbeits- und Führungserfahrung (solange putzen, bis Feierabend, egal ob’s schon sauber ist oder nicht etc.) wie ich es zum Teil im Wehrdienst bei der Bundeswehr kennengelernt habe 🙂 Da gab es aber zumindest ein Taschengeld jeden Monat. Das sind dann halt Erfahrungen für das Leben. Ich bin soweit also recht froh, dass ich zumindest dafür, im Gegensatz zu den Praktikanten auf der Tres Hombres, nichts bezahlen musste.

    Antworten
    1. Der Freibeuter

      Da du die Bundeswehr erwähnst:
      Ich will den Stumpfsinn dort nicht loben, das war echter Mist.
      Aber zumindest die Kommunikation der wichtigsten Eckpunkte haben sie bei mir ganz gut auf die Kette gekriegt. Da hat die Ausbildung vor allem bei den Offizieren Wirkung gezeigt.
      Ist schon länger her bei mir, aber ich meine es gab da immer so ein „Antreten“ morgens bei dem alle relevanten Informationen klar und deutlich (die Wehrdienstleistenden waren ja nun auch nicht immer die hellsten) kommuniziert wurden. Auch um Gerüchten/Getuschel den Nährboden zu entziehen.
      Und so „wichtige“ Dinge wie Waffen zerlegen/reinigen/wieder zusammensetzen wurden bis zum Exzess geübt. Dann klappte das bei wirklich jedem auch bei 5° im Dauerregen und Dunkeln gegen Ende eine 72-Stunden Übung.
      Letztlich ist es fairer Untergebene auf diese Art einzuweisen, als erst ganz cool einen auf laisser-faire zu machen und nachdem etwas schief gelaufen ist: „Mensch das hättest du doch können müssen, jetzt bin ich aber enttäuscht von dir“ oder ähnliches zu sagen – finde ich.

    2. Tom

      Hat mich auch sofort an den Wehrdienst erinnert. Das kam aber auch darauf an wohin man geraten war. Ein paar Leute hatten Glück und ein freundschaftliches Verhältnis zu den Vorgesetzten und eine offene Informationspolitik. Oft aber miese Vorgesetzte die ihre Macht ausübten und einen ohne Ende sinnlose Arbeiten verrichten ließen. Dazu gezielte Desinformation. Das waren meistens Leute die man „Zivilversager“ nannte…

  8. Marius

    Hört sich total scheiße an.
    Ich hätte nach der Hälfte der Reise denen den Stinkefinger gezeigt.
    Das ist wie wenn Greenpeace Geld verlangen würde, das man bei denen arbeitet.

    Antworten
    1. Ali

      Jo geht mir genauso. Find aber generell nichts daran reizvoll auf dem Meer auf so engem Raum mit so vielen Leuten eingefärcht zu sein. Ist für mich das Gegenteil von Freiheit. Und von den Ländern in denen man ankommt sieht man dann auch fast nichts..
      Ich fand irgendwie anstrengend, das Wolfgang Holgis Fragen immer abgelehnt hat und diese später beantworten wollte. Wenn er eh nen fertigen Vortrag hat, braucht er ja keinen der ihn interviewt.

  9. Mario Mic

    Hey! Das hat wirklich richtig Spaß gemacht beim Hören, ich bin bereit für ein Abenteuer 🙂 Die Turbulenzen an Bord waren wahrscheinlich nicht so toll, aber no risk no fun, oder?

    Antworten
  10. Robert_2

    Ich fragte mich, ob ganz ohne Motor zu fahren wirklich das ökologisch sinnvollste ist. Wenn man 3 Tage vor der Küste liegt wegen einer Flaute verbraucht die Crew ja trotzdem Lebensmittel und kocht vermutlich mit Gas etc. Wenn man statt dessen in solchen Situationen 2-3 Liter Sprit verfahren würde könnte das am Ende sinnvoller sein – zumal man dann aufs Jahr gesehen mehr Fracht transportieren kann, die sonst von reinen Motorschiffen transportiert werden würde.

    Antworten
    1. Dr. ISO

      @Robert_2
      Naja, so ein Schiff läuft dummerweise nicht mit einem 3l Smart-Motörchen. Selbst für „kleine“ Schiffe wie die Tres Hombres bräuchtest Du schon Motoren die um die 700-1000kW bringen. Diese Motoren haben Pleuelstangen so lang wie ein Ellenbogen an denen ein Zylinder dranhängt, der gut und gerne 30kg wiegt. Sagen wir mal der Motor hat 12 Zylinder, 2 Einlassventile…dann verbraucht das Teil 200g Sprit pro kW (spezifischer Verbrauch). Bei der Dichte von Diesel und 1000kW Leistung sind das immer noch gute 200l/h (!) Nein, da ist keine Null zu viel. 200l!
      Ich glaube, die ein oder andere Gaskartusche, ist hundertmal besser investiert als Tonnenweise Sprit. Abgesehen davon fahren die meisten Containerschiffe darüber hinaus nicht mit hochreinem Auto-Diesel. Die füllen da Bitumen rein, oder noch schlimmeres Zeug. Dem Motor ists mehr oder weniger wurscht, aber der Verbrauch steigt dadurch noch und die Giftstoffe gehen direkt in die Atmosphäre oder werden auf See einfach verklappt…

    2. nochn nordlicht

      @Wolfgang Heisel
      Yeap, 70 PS reichen durchaus um 128t zu bewegen, als Bootsbauerin hab ich 3-5PS/t als ausreichend um Rumpfgeschwindigkeit zu erreichen im Kopf. Aus eigener Erfahrung reichen auch 50 gut untersetzte PS für 20t mehr als aus. Bei der Tres Hombres wären das bei (als reine Hilfsmaschine großzügig gerechneten) 3PS/t 384PS=282kW, 200kW sollten imho auch reichen.
      @Dr. ISO
      ja, Containerschiffe fahren mit Schweröl (nennt sich halt nicht Bitumen, ist aber nix viel Anderes), aber was hat das mit der Tres Hombres zu tun? In so ’nen Segler passt ein Schiffsdiesel einfach nicht rein, in der Größe laufen die auf normalem Diesel, das ganze Drumherum mit Tankheizung wäre schon viel zu aufwendig..
      btw.:
      meine Eselsbrücke für nautische Meilen:
      Volljährigkeit? 18
      Wochen im Jahr? 52
      -> 1,852km = 1nM

  11. Claudia

    Habe noch nicht alles angehört, ist aber eine tolle Folge, total interessant und auch irgendwie unglaublich – bin gerade bei der Geschichte mit den Kürbissen…
    Toller Gesprächspartner, der sehr gut erzählen kann. Und Holgi stellt mal wieder die richtigen Fragen. Dass Wolfgang dafür bezahlen musste und dafür schuften durfte, habe ich nicht so ganz verstanden, die anderen bekamen doch mindestens so eine Art Taschengeld? Und was durfte man für den Luxus dann bezahlen, oder hatte ich das überhört? – in den Kommentaren steht was von € 1.200 im Monat??

    Antworten
  12. ludwig hoffmann

    sehr schoen beschrieben alles:) WIR ALTEN SEEFAHRER SAGEN DESHALB:

    BISTE EIN SEEMANN UND HASTE VESRTAND–PREISE DIE SEE UND BLEIBE AN LAND

    ist wirklich wahr: HEUTZUTAGE IST GANZ OHNE MOTOR TATSAECHLICH AUS SEEMAENNISCHER SICHT NICHT WIRKLICH ALS SICHER ANZUSEHEN. das kann ich als alter berufsseemann und tarditionsschiffer nur unterschreiben und wer da was dagegen saagt, der verfolgt nur eine ideologie und das hat mit seemannschaft nichts mehr zu tun.

    herzliche gruesse von der STAHLRATTE in cartagena/kolumbiein
    ein etwas anderes segelprojekt: 113 jahre altes segelschiff…fahren passagiere und etwas cargo in der westlichen karibik hin und her (panama-kolumbien-jamaica-cuba-mexico etc)
    segeln wenns irgend moeglich ist und maschine wenns noetig ist

    Antworten
  13. Max

    Klingt super interessant. Ich war bisher leider erst drei Mal zur See gefahren (insgesamt ca. 2 Wochen). Mich juckt es aber schon wieder raus 😉

    Antworten
  14. Petra

    Ich war auch schon auf der Tres Hombres und ich kann euch sagen, das ist ein Megaevent. Wenn ihr es euch zeitlich einrichten könnt und das nötige Kleingeld habt, dann solltet ihr das auf jeden Fall machen.

    Unvergessliche Bilder werdet ihr in eurem Kopf abspeichern.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.