WR450 Mobilitätsabgleich

 

wrint_realitaetsabgleich_2014_200Diesmal mit Rasur, Autos, Literatur, Shitstorms, Düften, Wert, Mehrwert, Grillen, Schnullernazis und dem Wetter.

Ohne Toby ginge es nicht. Hier sein Klingelbeutel.

 

Shownotes
von tollen Menschen, deren Namen ich nicht weiß.

Begrüßung

00:00:00

(Shownotes heute mit leichten Problemen bei der Reihenfolge, durch DELETE ACTION).

Rasur und Autos

00:01:28

(Grabthar´s Hammer - Holgi hat einen neuen agressiven Rasierer)  — Berlin ABC — Resonator Podcast — Mühle Rasierer R89 — Merkur Futur Rasierer — Ford Granada — Opel Admiral — Opel Kapitän — Renault Twizy — Opel Corsa — Buchholz — Kai Du Hobbykoch Podcast (Hörertreffen - Hamburg Taverna Romana)  — Learjet.

Literatur die Erste

00:03:16

(Bov Bjerg - Auerhaus)  — Das Lied von Eis und Feuer — George R.R. Martin — Game of Thrones — HBO.

Shitstorms und Massenmedien

00:04:21

Sibel Kekilli — Blackfacing — Charlie Hebdo — Shitstorm — Mob — Denis Scheck tritt Diskussion über Blackfacing los < — Pippi Langstrumpf — Astrid Lindgren — Mein Kampf <https://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Kampf< — Der aktuellste Shitstorm: Reinhold Gall über die VDS.

Mehr Literatur, Fantasy vs. Science-Fiction

00:16:01

Science-Fiction (Genre) — Fantasy (Genre) — Fliegendes Auto über Slowenien abgestürzt <> — Neverwhere von Neil Gaiman — Neil Gaiman — Mittelerde — Rom — Der rote Korsar — Fluch der Karibik — Otherland (Neal Stephenson - Snow Crash)  — Spoiler Alert — Hamburger Podcast Cluster.

Schon wieder Rasieren und Düfte

00:25:51

Tabac Original (Rasiercreme) — Murdock Fougere — Heldenlounge — Steampunk (Eau de Toilette) — Steampunk — Tauchglocke.

Geschichten von Wert und Mehrwert

00:31:51

Thailand — Harry Rowohlt — AC/DC — Malcolm Young — Warschau — Griechenland — Frederic Chopin (Flughafen Warschau) — Google Flugsuchmaschine.

Grillen und alles, was gut schmeckt

00:40:31

Gasgrill — Entrecôte — Holzkohle (Cafe Schmidt - Hamburg)  — Konditorei — Franzbrötchen — "Hipster-Törtchen" (Holgi) — Seele (Gebäck) BLASPHEMIE!!!.

AfD und andere Schnullernazis

00:46:18

Bernd "Lücke" Lucke — "Die ich rief, die Geister / werd ich nun nicht los." aus dem Zauberlehrling (Johann-Wolfgang von Goethe) — Mischpoke — AfD — Pegida — Lutz Bachmann — Nazi — Alexander Gauland — Google Wave.

Wetter

00:51:19

76 Gedanken zu „WR450 Mobilitätsabgleich

    1. Kintaro

      Oh ja. Mehr als zu empfehlen das Ding. Kommt ja auch bald als Film mit Mätt Däääääimon ^^

  1. Sebastian Bohmann

    Und zum Thema Rasur:

    ich empfehle gern und wiederholt den Algorithmus

    1. vorher elektrische Nassrasur
    2. danach manuelle Nassrasur

    So kriegt man auch mit dem einfachsten Rasierbesteck (z.B. Einweg-Rasierer) ohne jedes Zupfen oder Reißen sogar einen stoppligen Bart extrem sauber extrem kurz 🙂

    Und Klingen halten so wochenlang (auch Einweg) 🙂

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  2. Daniel de Dufftown

    Für einen tollen Holzkohleefekt kann ich Lavasteine für Holgi empfehlen, eventuell lassen diese sich ja auch bei ihm nachrüsten. Brauchen auch ca. 7 min um Temperatur zu erreichen bei geschlossenem Deckel. Ab und zu bekommt man auch diese gebraucht weil meistens die Grills bzw. deren Bodenbleche vorher abrauchen. Anonsten erreichen die LavasteinGrills der Fa. Landmann mit nen sehr vertretbares Ergebniss damit, ausser das der Boden oft vor dem restlichen Grill aufgibt. Kann man aber auch vom Schlosser seines vertrauens nachrüssten lassen… Alternativ benutze man einfach nur Lava https://www.youtube.com/watch?v=xz0i94ABgD0

    Antworten
    1. Donngal

      Oha, du bist der erste der Lavasteine empfiehlt, ich kenne nur Menschen die davon abraten. Im schlimmsten Fall saugen sich die Dinger so lange mit runtertropfendem Fett voll, bis du irgendwann einen Fettbrand hast. Wenn man Lavasteine nutzen will, dann sollte man die tatsächlich regelmässig austauschen und auf keinen Fall gebrauchte nehmen. Insgesamt würde ich davon aber abraten. Soweit ich weiss, hat Holgi mit einem Weber Gasgrill schon mehr oder weniger das Rechts-Unten Modell und da sollte man sicher nicht mit Lavasteinen “nachbessern”.

  3. Bernhard K.

    Genial der Kommentar von Holger über Twitter:

    “Twitter ist eine Bühne für Typen wie uns, die da ihre Kleinkunst machen … und … und .. und vielleicht noch ein bisschen Kommunikation.”

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  4. Dr. ISO

    Noch ein Buch von Neal Stephenson: Anathem.
    Ist auch recht schwer reinzukommen und hat seine Längen, also könnte sein, dass es Dir nicht gefällt. Oder dass es Dir GERADE gefällt, wenn Du Snowcrash eher weniger mochtest…egal, probier es mal.
    War mal erfrischend einen Stephenson zu lesen, der sich nicht mit Internet und so auseinandersetzt, sondern einfach mal eine komplett andere Sci-Fi Welt efindet…

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  5. Anne

    Es gibt eine Menge aktueller und guter Science Fiction, zumindest meiner Meinung nach.

    Neal Stephenson hat in den letzten Jahren noch drei Bücher geschrieben: Anathem, Reamde und jetzt ganz aktuell Seveneves, wobei Reamde eher ein Thriller ist, so have ich das jedenfalls wahrgenommen. (Das sind die englischen Titel, die deutschen hab ich nicht immer parat.)

    Außerdem fand ich 2312 von Kim Stanley Robinson ganz großartig, das war richtig schöne Panorama-Science-Fiction.

    Etwas zwischen Science Fiction und Fantasy ist von China Miéville “Stadt der Fremden” (Embassytown), eines der intellektuell herausfordernste Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe. Generell ist China Miéville sehr empfehlenswert, aber er kommt eigentlich eher aus der Fantasy/Steampunk-Ecke.

    The Martian ist okay, ich fand es aber vom Schreibstil und der Figurenentwicklung sehr schwach.

    Für Science Fiction, die weniger weit in der Zukunft liegt, würde ich Little Brother von Cory Doctorow und Super Sad True Love Story von Gary Schteyngart empfehlen. Da fand ich vor allem irritierend und erschreckend, wie nah das tatsächlich schon an der Realität ist.

    Außerdem: Mal die Bücher von John Scalzi angucken, vielleicht ist da was dabei. “The Long Earth” von Terry Pratchett und Stephen Baxter mochte ich auch, das ist aber glaub ich schon etwas Geschmackssache, ich könnte mir auch vorstellen, dass andere Leute mit dem Buch nicht so viel anfangen können.

    Da sollte jetzt irgendwas dabei sein, hoffe ich jedenfalls.

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    1. tp1024

      Ich habe damals die ersten drei Bücher von Cory Doctorow ernsthaft genossen. Cory Doctorow hat das erste englische Buch geschrieben, das ich jemals gelesen habe: “Down and Out in the Magic Kingdom” (2003). Der Titel bezieht sich auf George Orwells “Confessions of a Down and Out in Paris and London”, das ich später auch gelesen habe. In Cory’s Buch geht es aber darum, dass die Menschen faktisch unsterblich sind und in einer Art Disneyworld leben. Was aber trotzdem seine Probleme mit sich bringt.

      Das zweite war “Eastern Standard Tribe”(2004) über eine vernetzte Gruppe von Hackern/Technophilen die versuchen ein Musik-Filesharing Projekt von Auto zu Auto ans laufen zu bringen. Ich fand es sehr unterhaltsam bis nachdenklich. Dann 2005 “Someone Comes to Town, Someone Leaves Town”. Es fängt an wie eine ganz normale Science Fiction Story (ganz normal für 2005) bis man über den Satz “Alan’s father was a mountain, and his mother was a washing machine” stolpert.

      Und zuletzt noch drei Bücher von Charles Stross. “Singularity Sky” und “Iron Sunrise” gehören zusammen. Singularity Sky sollte eigentlich “The Festival of Fools” heißen, aber der Verlag wollte unbedingt das Wort “Singularity” im Titel haben. Es spielt in einer Welt, in der die Menschheit durch eine Maschine, das Eschaton, über Planeten in der ganzen Milchstraße verstreut wurden. Ein Raumschiff (“The Festival of Fools”) fliegt zu einem Planeten und wirft Telefone ab, die sich als Maschinen heraus stellen, die alles beliebige herstellen können – inklusive mehr von sich selbst. Der Besatzung des Raumschiffs ist egal, dass die Menschen auf dem Planeten damit in kürzester Zeit technische Fortschritte machen. Wobei Singularity Sky den Vogel mit der witzigsten und realistischsten Beschreibung einer Weltraumschlacht abschießt. (Your mileage may vary.)

      Die ersten drei Kapitel von “Accelerando”, auch von Charles Stross, sind die beste literarische Verarbeitung der Dotcom Blase, die man sich vorstellen kann. Mit der Prämisse, was, wenn wirklich alles immer schneller wird und das alles niemals aufhört. Und ja, hier geht es wirklich um die Singularität, also um technischen Fortschritt der sich so weit beschleunigt, dass die Rate des Fortschritts an einem bestimmten Punkt unendlich groß ist – der Rest des Buchs handelt von dem, was danach noch übrig bleibt.

    2. Anne

      Ach, das klingt alles ganz toll. Dabei hab ich doch noch genug Bücher, die ich lesen muss, ich hab gar keine Zeit für neue Empfehlungen.

      (Unfug, ich hab immer Zeit für neue Empfehlungen.)

  6. Sascha

    Moin,

    der 23c mit dem schwereren/dickeren Griff ist der 38c. Der Griff ist aber gleich lang. 😉

    @Toby
    “Merkur Progress 510” ist ein schöner langgriffiger Hobel mit Stufeneinstellung.

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  7. Alex

    Habe DEN Scifi Buchtip: das Unsterblichkeitsprogramm von Richard Morgan aus dem Jahre 2002

    einfach nur der Hamma!

    Antworten
  8. Feuerwasser

    Ich halte es für Unsinn das Wort Negerkönig aus Kinderbüchern zu streichen. Ein Aspekt warum das Unsinn ist, hat Fefe in der Alternativlosfolge 31 mal kurz ausgeführt. Da ging es direkt um das Wort Neger.

    Und in 50 Jahren streichen wir dann überall das Wort Farbiger, da das dann auch nicht mehr politisch korrekt sein wird. Denn noch nie hat die künstliche Manipulation von Sprache etwas an der falschen Einstellung der Menschen geändert. Und das wird es auch in Zukunft nicht.

    Energieverschwendung.

    Antworten
    1. Feuerwasser

      Oh Mist, “Farbige” wird in den Medien schon durch “Schwarze” ersetzt.
      Na schauen wir mal, ob das dann was verbessern wird und in den USA dann weniger Schwarze erschossen werden und unsere Industrie aufhört die Afrika auszubeuten. Aber Hauptsache wir reden erst mal alle angemessen.

    2. Anne

      Das lässt sich übrigens leichter sagen, wenn man nicht direkt betroffen ist. Ich habe, nachdem ich auch erst sehr vehement gegen die sprachliche Anpassung in Kinderbüchern argumentiert habe, sehr hilfreiche und nette Kommentare von Schwarzen bekommen, die mir sehr gut verständlich machten, dass es sie sehr wohl stört, wenn sie regelmäßig mit Bezeichnungen konfrontiert werden, die eine negative Konnotation haben.

      Man muss sich vielleicht auch folgendes fragen: Wie schlimm ist es für mich, ein Wort nicht mehr zu verwenden, wenn ich gleichzeitig weiß, dass ich damit anderen Leuten ein angenehmeres Leben machen kann?

      Mir tut es überhaupt nicht weh, statt “Neger” oder “Farbiger” oder “Schwarzer” zu sagen. Deswegen kann ich das auch gut sein lassen ohne mich über die vermeintliche Sprachpolizei echauffieren zu müssen. Es handelt sich auch nicht unbedingt um eine künstliche Manipulation. Es gibt ja Einigkeit darüber, welcher Begriff von den damit üblicherweise bezeichneten selber als positiv bzw. ausreichend neutral angesehen wird. Wir anderen sind nur viel zu desinteressiert, uns damit zu beschäftigen. Ich möchte eigentlich nicht aus Denkfaulheit beleidigend werden und lasse mich deshalb auch gerne aufklären.

    3. holgi Beitragsautor

      Hast Du die Bedeutung des Begriffs “Neger” wirklich nicht verstanden, oder willst Du hier bloß ein wenig Aufmerksamkeit auf anderer Menschen Kosten?

    4. Feuerwasser

      Und es geht los.. Obacht.

      Ach wir Weißen der westlichen Welt sind doch schon ein lustiges Völkchen…

      Es ist ein Unterschied ob ich heute im alltäglichen Sprachgebrauch das Wort Neger benutze, oder ob es in einem Jahrzehnte alten Kinderbuch steht, wo sich für die Eltern eine gute Gelegenheit ergibt den Kindern den historischen Sachverhalt zu erklären. Meine Mutter, Jahrgang 1951 hat in ihrer Kindheit auch das Wort Neger benutzt, weil sie und ihr Umfeld es als normales und nicht negatives Wort für Schwarze gebraucht haben. Dann wurde es plötzlich nicht mehr opportun und negativ besetzt (für sie damals ganz persönlich). Trotzdem hatte meine Mutter nie etwas gegen Menschen afrikanischer Abstammung, so wie Pippi Langstumpf auch nicht. Klar was ich mein?

      Wie wäre es denn wenn man auf Wörter ganz verzichten würde, die eine Abtrennung bedeuten? Schwarzer und Weiße bedeutet nichts anderes als „die Anderen“ oder „nicht wir“ wenn man es benutzt. Warum steht in den Amtsakten vieler Länder immer noch der Punkt „Rasse“? Warum reicht es nicht Größe, Alter, Augenfarbe usw. zu verwenden?

      Menschen werden nicht zu Rassisten weil Pippi das Wort Negerkönig sagt, sie werden zu Rassisten weil ihre Eltern oder ihr Umfeld rassistische Einstellungen haben, sie mangelhaft gebildet sind und vermeintliche Lösungen in völlig falschen Antworten gefunden haben.

      Und das Leben angenehmer machen?

      Die, die sich über das Wort Neger in alten Kinderbüchern aufregen reden nur daher, sie ändern nichts. Sie ändern nichts daran, dass unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft auf Kosten der Dritten Welt leben, sie ausbeuten und sich an ihr bereichern. Sie ändern nichts daran, dass immer noch eine Milliarde Menschen Hunger leiden. Nein, es reicht ihnen als Beweis für sich selbst, dass sie gute Gutmenschen sind, weil sie das Wort Negerkönig aus einem alten Kinderbuch verbannt haben. Was für eine Heuchelei!

      So macht man anderen Menschen das Leben angenehmer? Obama hat in einem Radiointerview vor ein paar Tagen selbst gesagt, es löst nicht das Problem, dass die Leute aufhören ein bestimmtes Wort zu benutzen, das Problem ist immer noch da und genauso ungelöst wie eh und je.

      Hand hoch: Wer hat einen Dauerauftrag für die Welthungerhilfe und Kindernothilfe o.ä. auf seinem Konto eingerichtet und spendet monatlich 5 % seines gesamten Einkommens, seit Jahren? Und das immer, egal ob man gerade Monatelang im Dispo herumkriecht? Einfach weil man erkannt hat, dass wir und unsere Taten das Problem sind, nicht unsere Sprache und Manipulationen an ihr nichts ändern! Da unten verrecken die Menschen jeden einzelnen beschissenen Tag und keine Sau bei uns interessiert sich dafür. Es gibt keine Ausreden persönlich nichts zu tun, etwas echtes zu tun! Aber hey, die Sprache ist das Problem!

      Was soll diese Denke? Okay, wir beuten euch aus, wir lassen euch verhungern, wir töten massenhaft Zivilisten von euch mit Drohnen aus der Luft, wir unterstützen Despoten und Diktaturen, die euch das Leben zur Hölle machen, wir laden unseren Giftmüll bei euch ab und unsere Industrie arbeitet bei euch und verkrüppelt und vergiftet euch für Generationen. Aber hey, wir sagen jetzt nicht mehr Nigger und nicht mehr Neger zu euch, das wäre respektlos! Wir machen euch so das Leben ein bisschen angenehmer.
      Und an alle die in unserer westlichen und weißen Welt leben, euch nennen wir auch nicht mehr Neger, aber trotzdem diskriminieren wir euch natürlich weiterhin. Wir sorgen lediglich dafür, dass ihr nicht mehr so oft auf negative Sprache trefft. Denn so kehren wir gesamtgesellschaftlich ein Thema unter den Teppich. Wir vertuschen unsere Amoral mit moralischer Sprache.

      Großartig.

      Und alle die jetzt sagen, sie persönlich könnten nichts dafür, dass unsere Regeirungen und unsere Wirtschaft da unten ein Verbrechen gegen die Menscheit nach dem anderen begehen, die sollten sich einmal intensiv über das Wort “Demokratie” Gedanken machen.

      Heuchelei, nichts anderes ist das, wenn man alte Kinderbücher in Neusprech heraus gibt und man ernsthaft denkt damit etwas gutes für die Menschen getan zu haben.

  9. Aniong

    An der Diskussion über “sich mal etwas gönnen” merkt man so richtig, warum Holger der perfekte Kandidat für YNAB ist. Meiner Meinung nach ist Holgers Argument, dass man sich z.B. ein teures Essen ruhig mal gönnen kann, wenn man gerade etwas Geld übrig hat, gleichzeitig Holgers größter Fehlschluss. Denn wenn man sich einmal einige Zeit etwas angespart hat, hat man im Prinzip immer Geld übrig. Diese Logik führt dann nur dazu, dass man bei einem höheren Kontostand dann auch wieder mehr Geld ausgibt und sich am Ende darüber wundert, warum das so schön angesparte Geld doch wieder weg.

    Der viel bessere Weg ist, sich bei teuren Sachen zu überlegen, ob es einem Wert ist, ähnliche (aber günstigere) Erlebnisse oder Sachen dafür einzutauschen. Wenn man also vor der Entscheidung steht, sich das 10-Gänge-Menü für 150 Euro zu leisten, sollte man sich fragen, ob man bereit ist, dafür auf 5 schöne Abendessen im Restaurant für jeweils 30 Euro zu verzichten. Auch wenn man eigentlich das Geld hat, sich beides zu leisten. Meistens kommt man dann zu dem Ergebnis, dass es sich doch eher nicht lohnt, für ein vielleicht 50% besseres Erlebnis den 5-fachen Preis zu zahlen (Diminishing returns könnte man das wohl nennen). In diesem Fall sollte man dann lieber verzichten, auch wenn es sich eigentlich problemlos leisten kann.

    Bei Toby merkt man, dass er sich instinktiv so verhält (“man hätte die 90 Euro auch sinnvoller verwenden können”), dann kann man Entscheidungen für “sich etwas gönnen” auch schnell bereuen, weil man irgendwie weiß, dass man fürs gleiche Geld viel mehr schöne Sachen hätte erleben können. Mir geht es da genau so wie Toby, ich habe es nur sehr selten bereut, mir etwas nicht gönnen, dafür aber die Entscheidung für teure Sachen viel öfter bereut. Wenn man sich aber instiktiv immer dann etwas mehr gönnt, sobald mehr Geld da ist, dann muss mal wohl YNAB benutzen.

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Aber gibt es nicht immer etwas sinnvolleres oder schöneres, so dass man sein Leben letzt damit zubringt, auf das Schönere zu warten, statt es einfach zu machen?

    2. Toby

      Natürlich gilt das, Holgi. Aber es ist kein hinreichendes Argument. Letztlich ist es ein Glücksspiel und man muss sich die Frage immer wieder selbst beantworten, ob man sich etwas bestimmtes gönnen will oder nicht. Und damit wären wir dann übrigens auch wieder beim Thema “Genügsamkeit”, das mich ja auch immer wieder mit Freude erfüllt. Ich freue mich, dass ich eben nicht mal eben 90€ für einen Duft ausgebe, auch wenn er mir sehr gut gefällt. Womit ich nicht sagen will, dass ich anderen, die sich anders entscheiden, ihre Freude an dem Duft nicht gönne, jedem das seine, jeder trifft diese Entscheidungen für sich selbst. Man kann sich über die Strategien dazu austauschen, aber ich glaube nicht, dass hier jemand “Recht” oder gar “Glück” für sich gepachtet hat.

    3. Aniong

      Ich glaube, da wurde ich falsch verstanden. Es ging mir eher darum, dass man statt dem einen teuren Erlebnis auch mehrere günstige Erlebnisse haben kann. Die sollte man dann natürlich auch haben und nicht einfach warten, ob sich nicht doch noch eine optimiertere Form von Erlebnis ergibt. Allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, wie diese Alternativen gewichtet werden. Instinktiv genügsame Personen haben es da natürlich leichter.

      Häufig bekomme ich von Leuten den Eindruck, dass Geld irgendwie “verschwendet” wird, wenn man es nicht sofort wieder für Erlebnisse oder schöne Sachen ausgibt, weil man dann nicht richtig gelebt hat. Denn schließlich ist Geld ja nur ein Mittel, um sich damit ein schönes Leben zu machen. Aber wenn ich einen ganzen Monat nur schöne Radtouren und Spaziergänge mit der Freundin unternommen habe, habe ich zwar wenig ausgegeben, aber dennoch schön gelebt. Und wenn dann am Monatsende noch zwei Drittel des Nettogehalts übrig sind, war das ja keine verschwendete Zeit. Und vorallem kein verschwendetes Geld, denn das kommt dann einfach in den Aktienfonds zur Vermögensbildung. Im Zweifelsfall sammelt sich das “nicht gelebte Geld” dann halt die nächsten 25 Jahre weiter an und ich gehe davon mit 55 in Rente. Ist ja auch nicht der schlimmste Ausgang.

    4. Anne

      Wir haben uns in den letzten zwölf Monaten zwei Mal ein richtige gutes und teures Essen gegönnt. Einmal in Frankreich, Sechs-Gänge-Überraschungs-Menü für ungefähr 60 Euro pro Person plus dann noch Getränke und dann in Hamburg in der Meatery, wo wir auch bei ungefähr 180 Euro für zwei Personen rauskamen.

      Mein Mann und ich waren beide der Meinung, dass wir beide Abende ohne Frage in die drei besten Restaurantbesuche einordnen können. Man merkt den Unterschied eben schon. Allerdings müssen wir uns das auch nicht ansparen, sondern können uns so einen Abend eben ein oder zwei Mal leisten. Was nicht heißt, dass das für uns kein Geld ist.

      Das ist aber auch eine Frage von Prioritäten bzw. Interessen. Wir essen halt unheimlich gerne und probieren gerne viel aus. Wer eher dazu neigt, auszugehen, um mal einen netten Abend zu verbringen, für den ist das nichts, während wir vermutlich noch in fünf Jahren davon erzählen, wie geil die einzelnen Gänge in diesen Lokalitäten waren. Dafür geben wir vielleicht für andere Dinge weniger Geld aus, weil sie für uns nicht so relevant sind, für andere dafür aber einen höheren Stellenwert haben.

      Oder anders formuliert: Ich würde – vor die Wahl gestellt – vielleicht wirklich lieber einmal richtig geil essen gehen als fünf Mal “normal”. Aber bisher wurde ich (glücklicherweise) noch nie vor diese Wahl gestellt.

    5. Matthias

      Ich besuchte einen Freund im Krankenhaus. Der war zur Beobachtung dort. Es lag ein Verdacht auf einen Herzinfarkt vor. Dort herrschte nicht nur eine unglaubliche Präsenz des Todes, sondern auch der Qual.
      Ich bin nie der Typ gewesen, der für das Alter vorgesorgt hat, aber in diesem Moment wurde mir wieder deutlich, wie wichtig es ist die Angst vor der Zukunft abzulegen und im hier und jetzt zu Leben.
      Für mich ist die wichtige Frage die folgende:
      Woran werde ich mich gern erinnern, wenn ich mal alt bin und vielleicht im Krankenhaus liege? An ein tolles Essen mit Freunden allemal.

    6. Donngal

      Das Problem bei dem Beispiel mit dem Essen ist doch: Wenn ich 5 Mal für 30 Euro Essen gehe werde ich fünf mal enttäuscht sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in den meisten Restaurants die “normale” Preise haben eher unterklassiges Essen angeboten wird, bei dem ich mir denke “Na, das hätte ich zuhause vermutlich besser oder genausogut hinbekommen”. Hinzu kommt die absolut unbefriedigende Getränkeauswahl, die meist aus zwei langweiligen Biersorten, Standard-Coca-Cola Softdrinks und schlechtem Wein besteht. Für mich ist das sehr unbefriedigend. Ich zahle lieber mehr und gehe seltener Essen um dann auch wirklich etwas “besonderes” zu bekommen, dass mit Leidenschaft zubereitet und ausgesucht wurde als so eine Standard-Ware.

      Ich habe mich gestern wieder geärgert. Der Hipster Burgerladen hier, der wirklich gute Burger macht und tolle Süsskartoffel Pommes, hat als Softdrinks die Coca-Cola Produktpalette da. Keine besondere Cola, kein Craft Beer… Na immerhin gab es mit Lemonaid und ChariTea eine weniger bekannte Variante. Aber ich ärger mich immer wenn in solchen Läden doch wieder das Standard-Zeugs im Kühlschrank steht. Das langweilt mich.

  10. Manuel

    Hi Holgi,

    da du ja in “Otherland” nicht reinkommst, aber doch ziemlich interessiert scheinst, magst du ja vielleicht das Hörspiel hören. Eine sehr gute Produktion, die die Bücher mMn sehr gut umsetzt und es schafft, eine passende Atmosphäre zu schaffen; sowas ist ja bei einer Dystopie nicht unwichtig.
    Nun weiß ich leider nicht mehr, ob du Hörspiele überhaupt hören magst. Ich meine mich daran zu erinnern, dass du mal einen Grund genannt hast, warum du keine Hörbücher/ -spiele hörst, wirklich sicher bin ich aber nicht, also habe ich diese Zeilen trotzdem mal kurz geschrieben.

    Antworten
  11. alfora

    Bei den Science Fiction-Büchern kann ich mich nur an meine Vorkommentarschreiber anlehnen.

    The Martian ist sehr nett, weil die Handlung nicht sehr weit in der Zukunft spielt, die physikalischen Gesetze eingehalten werden und die Situation sehr gut geschildert wird. Mal sehen, was Hollywood daraus macht. Im Buch kommt ja de facto nur eine Person vor, aber im Film wird wahrscheinlich mehr auf die “Dramatik zwischenmenschlicher Beziehungen” eingegangen werden…

    Kim Stanley Robinson wurde schon genannt. Dessen Mars-Trilogie (Red Mars, Green Mars, Blue Mars) ist eine gute Geschichte über die Besiedlung des Mars. Sie enthält aber nicht nur Action, sondern auch sehr viel politischen Hintergrund. Die Schilderung über das Entstehen einer Verfassung für den Mars kann auch sehr langatmig sein, das muss man mögen oder eben nicht.

    Ein bisschen Science Fiction, aber in der Vergangenheit spielend sind die beiden Romane “Blackout” und “All Clear” von Connie Willis. Sie handeln von zeitreisenden Archäologen, die in der Zeit des Angriffs Deutschlands auf England in London (und Umgebung) stranden. Es ist also eher Alternate History als Science Fiction.

    Halting State von Charles Stross spielt dafür mit Virtual Reality und Augmented Reality herum und ist von der jetzigen Welt mit ihren Mobiltelefonen und VR-Brillen nicht mehr weit weg.

    Viel Spaß!

    Antworten
  12. Wolfgang

    Moin Holgi,

    meiner Meinung nach wird in der Debatte um das Blackfacing von Denis Schenk und die Veränderung von Literatur völlig außer acht gelassen, dass man Aussagen immer im Kontext beurteilen muss. Gerade das Wort “Neger” ist dafür das perfekte Beispiel, denn auf die ursprüngliche Bedeutung reduziert ist “Neger” nur eine Übersetzung für “Schwarzer”. Rassistisch wird der Begriff erst durch die Art und Weise wie Menschen ihn verwendet haben.
    Ohne diesen Kontext kann man das Wort “Neger” heute nicht mehr verwenden, weil man damit immer auch den Kontext transportiert. Aber im Grunde gilt das immer und für alle Worte. Ein überspitztes, aber doch zutreffendes Beispiel dafür: Der Ausdruck “Bitte drücken” hat völlig unterschiedliche Bedeutungen und muss völlig unterschiedlich bewertet werden, je nachdem ob er an einer Ampel steht, oder auf einem Post-it am Hintern meiner Kollegin.

    Daraus resultieren meiner Meinung nach zwei Konsequenzen für die hier diskutierten Dinge: Erstens muss man sich des mittransportierten Kontextes bewusst sein, wenn man Worte wie “Neger” heute verwendet. Womit ich ausdrücklich nicht meine, dass man heute nicht mehr “Neger” sagen oder schreiben darf. Ich verweise an der Stelle nur beispielhaft auf die Debatte um Tarantinos “Django Unchained” in dem die Verwendung von “Neger”/”Nigger” eine wichtige Funktion für die zweifellos nicht rassistische Aussage des Films hat.
    Zweitens ist es meiner Meinung nach falsch, wenn nicht sogar fatal Begriffe wie “Neger” aus historischen Werken der Literatur zu eliminieren. Auch hier kommt man nicht umhin den Kontext zu berücksichtigen, was zum einen die Zeit beinhaltet in der das Werk entstanden ist und zum anderen auch den werkimanenten Kontext in dem der Begriff verwendet wird. Im Falle der von Denis Scheck angesprochenen Werke (Pipi Langstrumpf und Jim Knopf) ist der Fall sehr eindeutig. Sie entstanden beide in Zeiten in denen (in Deutschland bzw. Schweden) die Verwendung des Begriffs “Neger” nicht negativ besetzt war bzw. es im allgemeinen Sprachgebrauch keine gängigen Alternativbegriffe gab. Außerdem sind die als Neger bezeichneten Figuren (Pipis Vater und Jim Knopf) so eindeutig positiv besetzt, dass auch dadurch klar wird, dass der Begriff “Neger” hier nicht rassistisch verstanden werden darf.

    Warum nun ist die Änderung der Texte schlecht? Erstens berauben wir uns damit selbst der bewussten Wahrnehmung des Kontextes und damit einem wichtigen Teil der Bedeutung dieser Bücher als zeitgeschichtliche Dokumente. Ja, Holgi, du hast zwar Recht mit deiner These dass die Werke in wissenschaftlich ausgerichteten Bibliotheken ja noch im Original verfügbar seien, aber ich denke, dass auch es wichtig ist, dass dieser Kontext auch in der allgemeinen Öffentlichkeit wahrgenommen werden sollte. Toby bringt dafür eine gute Begründung. Außerdem stellt sich mir die Frage was wir mit der vermeintlichen Entschärfung der Werke erreichen wollen. Ist es nicht vielleicht auch Feigheit vor der kritischen Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext und der Tatsache, dass der Begriff “Neger” in Deutschland lange unkritisch verwendet wurde.
    Als letztes und für mich entscheidendes Argument möchte ich aufführen, dass die Eliminierung von Begrifflichkeiten, vor allem, wenn sie so weit geht, dass Begrifflichkeiten sogar aus historischen Dokumenten (und nichts anderes sind literarische Werke) gestrichen werden, immer auch Bedeutungen zementiert. Ich denke man kann als gegeben hinnehmen, dass Michael Ende keinen rassistischen Sprechakt vollführt hat, als er seinen Helden Jim Knopf als Neger bezeichnete. Damit liefert Michael Ende ein perfektes Beispiel dafür, dass die Bedeutung des Wortes Neger nicht festgeschrieben ist. Sie hat sich über die Jahrhunderte verändert und kann dies theoretisch auch wieder tun, abhängig vom Kontext in dem dieses Wort verwendet wird. Wenn wir allerdings heute die Verwendung solcher Begriffe, nicht nur im aktuellen Sprachgebrauch mit den Maßstäben aktueller Kontexte bewerten, sondern unsere aktuellen Kontexte über historische Werke stülpen, dann verhindern wir die weitere Entwicklung der eigentlich lebendigen Sprache. Im Grunde ist es ein geschichtsrevisionistischer und im wahrsten Sinne des Wortes orwellscher Akt um den es hier geht.
    Grüße, Wolfgang

    Antworten
    1. michael

      Ich finde es sehr problematisch, wenn in dieser Debatte vergessen oder ignoriert wird, dass es sich um Kinderbücher handelt. D.h. ein großer Teil der Zielgruppe kennt die Geschichte des Wortes “Neger” nicht bzw. ist noch nicht in der Lage, das Werk im Kontext seiner Entstehung zu sehen.

      Eine (vielleicht die beste) Lösung für dieses Problem ist das Vorlesen oder gemeinsame Lesen mit den Eltern, die dann wie von Tobi geschildert die Sache altersgerecht einordnen und erklären können. Aber das ist nicht immer möglich oder gewünscht.

      Würde es sich um “Bücher für Erwachsene” oder auch nur Jugendbücher handeln, würde ich dir schon eher zustimmen. Auch wenn mir die Orwell-Keule für diesen Fall ein paar Nummern zu groß erscheint.

    2. Anne

      Das mag für Erwachsenenliteratur gelten, aber bei Kinderbüchern sieht es etwas anders aus. Zumal es dort meines Erachtens nur eine etwas diffuse historische Einordnung gibt. Pippi Langstrumpf ist ja kein Roman, der in einer bestimmten Zeit spielt, sondern ein Kinderbuch, das in einer bestimmten Zeit geschrieben wurde.

      Die gleiche Diskussion gab es übrigens auch bei Ottfried Preußler, der sich letztlich selber dafür aussprach, bestimmte Wörter in seinen Büchern (es ging auch um “Negerlein”) zu ersetzen, eben damit man diese Bücher auch heute noch unbefangen seinen Kindern vorlesen kann, ohne dabei Diskussionen darüber anstrengen zu müssen, warum man irgendwas früher so sagen durfte oder nicht.

      Zumal die Frage auch ist, ob der Begriff “Neger” früher wirklich neutral war oder ob die Gesellschaft nur allgemein so vorbelastet war, dass der Begriff eben einfach immer in einem abwertenden Zusammenhang gebracht wurde, weil es eben genau eine Zwei- oder Dreiklassengesellschaft gab, nur eben kein Bewusstsein darüber.

      Was mich an der Diskussion so wundert ist, mit welcher Vehemenz wir uns dagegen wehren, dazuzulernen und dieses Wissen positiv anzuwenden. Statt uns an Grundsatzdiskussionen über Werkstreue festzuklammern, könnte man sich ja auch freuen, dass wir heute gesellschaftlich so viel weiter sind als zu Lindgrens oder Preußlers Zeiten und ganz selbstverständlich auch entsprechend handeln. Aber wir sagen nicht: “Hey, cool, wir haben dazugelernt, wissen jetzt, dass Neger kein gutes Wort ist und belasten unsere Gesellschaft nicht länger damit.” sondern maulen rum, weil uns vermeintlich irgendwas genommen wird. Aber was?

      Fortschritt findet ja nicht nur in der Wissenschaft statt, sondern auch in der Gesellschaft und in der Sprache. Nur die Konsequenzen ziehen will dann wieder keiner, weil wir dafür Gewohntes aufgeben müssen.

    3. Anne

      Mal abgesehen davon, dass zum Beispiel regelmäßig Klassiker neu übersetzt werden, um sie der aktuellen Sprache anzupassen. Es ist also wirklich nichts neues. Und wie Holger schon sagte, es werden ja nur neue Ausgaben angepasst, von systematischen Bücherverbrennungen alter Pippi-Langstrumpf-Ausgaben habe ich jedenfalls noch nichts gehört.

    4. Wolfgang

      Das Problem ist doch vielmehr, dass nicht das Wort (Neger etc.) rassistisch ist, sondern der Sprechakt. Dazu gehören aber unter anderem noch Kontexte und die Intention des Sprechers.
      Bei der Redigierung von Büchern werden sehr pauschal Worte ausgetauscht. Das ist sinnlos, weil es zu keiner Veränderung des Sprechaktes führt. Eine Aussage bleibt bei gleichem Kontext und gleicher Intention gleich rassistisch (oder eben nicht), selbst wenn ich “Neger” durch “Schwarzer” austausche.

      Gefährlich finde ich die Sache, weil hier eine weitere kritische Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Problem (nämlich dem Sprechakt) vermieden wird und gleichzeitig die gar nicht notwendiger Weise negative (weil sich stetig wandelnde) Konnotation von Worten zementiert wird. Gerade in Kinderbüchern halte ich es für wichtig nicht vorauseilend und inhaltslos Worte auszutauschen.

      Die Debatte geht ja auch weit über die Frage “Neger” oder “Schwarzer” hinaus. In den letzten Jahren wurde zum Beispiel auch die Worthülse “Prekariat” statt “Unterschicht” diskutiert, ebenfalls ohne substantielle Änderung am Sprechakt.
      Und bezogen auf das Blackfacing gibt es sogar Diskussionen ob es moralisch vertretbar ist, wenn sich Kinder in Deutschland an Karneval als Jim Knopf verkleiden und sich dafür das Gesicht schwarz schminken. Auch hier wird vergessen, dass der eigentlich rassistische Akt des Blackfacing nicht in der Kostümierung liegt, sondern darin was dadurch ausgedrückt werden soll.

    5. Anne

      Auch Worte können dann rassistisch sein, wenn sie vermehrt in einem rassistischen bzw. beleidigenden Kontext verwendet werden. Dann kannst du noch so oft beteuern, dass du selber kein Rassist ist, du riskierst trotzdem, einen Menschen mit dem Gebrauch dieses Wortes zu beleidigen.

      Und wenn ich unterstelle, dass wir alle ausreichend intelligent sind, um diese Diskussion führen zu können, dann wäre es ein leichtes, einfach auf den Gebrauch des Wortes zu verzichten. Wer allerdings sein eigenes Wohl einer freien Wortwahl über das Bedürfnis anderer Menschen stellt, die sich wünschen, nicht mit diesem Wort bezeichnet zu werden, der kann das natürlich gerne tun. Es ist dann halt Denkfaulheit und Egoismus.

    6. Feuerwasser

      Und während ihr hier diese Diskussion führt, warum man denn nun angeblich rassistische Wörter aus alten Büchern tilgen sollte oder nicht, habt ihr alle hier mit eurem Ausbeuter-iPhone gespielt und Ausbeuter-Kaffee getrunken. Völlig egal ob Fairtrade oder nicht, denn bei Fairtrade dürfen immer noch Menschen unter unwürdigen Bedingungen für uns schuften. Das Siegel verlangt lediglich 20 % Faitrade-Anteil… Und während dessen profitiert ihr immer noch und weiterhin von dieser Ausbeutung.

      Warum wird darüber nicht diskutiert und wie man persönlich am effektivsten was dagegen tun kann?
      Warum wird hier belangloser Unsinn diskutiert?

      Eine Gesellschaft, die sich für Sprach-Hygiene einsetzt und gleichzeitig unverändert andere Gesellschaften ausbeutet und keinen Deut besser geworden ist, ist eine heuchlerische Gesellschaft.

      Aber wie ich sehe interessiert das hier auch niemanden. Trinkt weiter euren Kaffee und wählt die Grünen und freut euch über eure Intellektualität.

    7. Anne

      Gegenfrage: Warum diskutierst du mit und unterstellst anderen Heuchelei und verwendest deine Zeit nicht sinnvoller? Allen Gerüchten zum Trotz besteht hier ja immer noch kein Kommentierzwang.

    8. Donngal

      Das ist doch wieder typische “Es gibt doch echt wichtigeres” Argumentation. Es wird immer etwas wichtigeres geben. Das ist nunmal so. Das heisst aber nicht, das wir keine Probleme beheben dürfen, weil es schliesslich wichtigeres gibt. Die Ausbeutung ist Sytembedingt. Klar kann man dagegen ankämpfen, ist dann aber eine andere Baustelle.
      Das heisst aber nicht, das wir an allen anderen Baustellen nicht arbeiten dürfen. Außerdem kannst du doch gar nicht beurteilen, ob die Menschen die sich für gerechte Sprache einsetzen sich nicht auch gegen Ausbeutung einsetzen.

    9. Feuerwasser

      Nein, dass ist nicht diese Art von Argumentation.

      Mein Punkt ist der:
      Wer unsinnige Korrekturen in Büchern will, der tut das unter der Vorspiegelung, dass ihm Unrecht ein Dorn im Auge ist und er etwas gutes für die Menschheit will. Aber das ist gelogen, die Menschen sind ihm scheiß egal. Wenn es anders wäre, dann würde er handeln. Er würde etwas Substanzielles tun und sich einen Teufel um alte Bücher scheren.

      Ich habe einen Dauerauftrag seit Jahren und spende monatlich. Zusätzlich leiste ich lokal freiwillige und ehrenamtliche Arbeit, u.a. in der Jugendbetreuung eines Sportvereins.
      Und ich lache über die Menschen, die es für eine gute Idee halten Bücher zu zensieren und damit denken etwas Gutes zu tun. Tun sie nämlich nicht. Sie sitzen in Wahrheit vor einem Spiegel und schauen sich dabei zu, wie sie sich auf ihre eingebildete Großherzigkeit einen runter holen, während sie mit ihrer Lebensweise anderswo auf der Welt ein Teil des Problems sind. Das ist ein Unterschied.

      Niemanden ist mit nachträglicher Zensur geholfen. Keine Diskriminierung hört auf und kein Rassismus wird damit Einhalt geboten. Aber es ist ja so viel leichter nur daher zu reden und in Wahrheit NICHTS zu tun.

      Das regt mich maßlos auf, wie man unschwer erkennen kann. Und jetzt bin ich raus. Tschö

    10. Abkueko

      Ich halte es da viel simpler. Letztendlich existieren insbesondere bei Kinderbüchern oft mehrere Versionen weil die Übersetzung irgendwann geändert wurde. Auch bei Märchen wird immer wieder viel geändert.

      Wo ist das Problem beim Kinderbuch?
      Ich finde es wichtig, die Originalübersetzung nicht zu verbannen – aber die sollte nicht mehr als Kinderbuch vermarktet werden. Wer aus Interesse an der Welt und Weltanschauung damals, die Kinderbücher verwenden will, soll die natürlich noch “Original” bekommen.

      Bei den Büchern die als Kinderbücher verkauft werden kann man es ruhig anpassen. Die Qualität der Erzählung leidet durch eine andere Übersetzung nicht. Für die Kinder ist das Verständnis dadurch sogar leichter (welches Kind weiß denn noch was ein Negerkönig sein soll?). Bei Kinderbüchern gibt es doch gar keinen Grund historisch korrekt zu sein. Das ist Pipi Langstrumpf und nicht Faust!

    11. Max

      14 mal das N-Wort unterzubringen ist auch eine Leistung.
      Ob das Wort eine rassistische Beleidigung ist, entscheidet nicht M.Ende, der Kontext, oder der “Sprecher”. Der Angesprochene entscheidet!
      Auch wenn der Sprecher es scheinbar nicht böse meint, spielt das keine Rolle. Wie es beim Betroffenen ankommt, und dieser es empfindet, entscheidet.
      Das N-Wort war noch nie neutral, und kann so auch nicht verwendet werden.
      Die abwertende, rassistische Bedeutung ist mit dem Wort untrennbar verbunden, und kann nicht anders interpretiert werden. Egal wie oft sie das behaupten und relativieren.
      Sie sprechen viel von der Verwendung, der Intension des Benutzers. Doch nur wie es ankommt zählt. Und einen anderen Kontext als einen negativen gibt es nicht.

    12. holgi Beitragsautor

      Wer “N-Wort” schreibt oder sagt, lässt die Anderen “Neger” denken und hält sich dabei für jenen besseren Menschen, der er schon aufgrund seiner Hinterhältigkeit gar nicht sein kann.

    13. manka

      @Max: Ich denke schon, dass der Kontext ein Rolle spielt. Wenn sich Farbige untereinander Nigger nennen, ist der Kontext in diesem Fall offenbar: “Schwarze Brüder und Schwestern untereinander dürfen sich Nigger nennen”. Es ist demnach dem Empfänger durchaus möglich zu unterscheiden wie was gemeint ist.

    14. Max

      Holgi! Es ist mir neu, dass ich steuern kann, was Jemand zu denken hat.
      Weil ich nicht ‘N****’ schreibe, halte ich mich für besser? Und bin hinterhältig?
      Interessante Schlußfolgerung!
      Das verrät doch höchstens ihre eigene Denkweise.
      Ich stehe mit Niemandem in Konkurrenz um den Posten des besseren Menschen.
      Was soll ich zu so einem Kommentar sagen?
      Gerade diejenigen, die Dunkelhäutige so nennen, halten sich für besser!

      Alles was ich will, ist keinen zu demütigen, oder in abfälliger Art zu beleidigen. Ist das verwerflich?
      Mir so einen Blödsinn vorzuwerfen ist das einzig Unverschämte.

      @Manka Genau das habe ich gesagt! Der ‘Empfänger’ entscheidet, ob er sich beleidigt fühlt. Doch auch wenn sie sich untereinander so nennen, wird daraus kein positiv behafteter Begriff. In keinem Szenario ist die Bezeichnung neutral, und positiv schon gar nicht. Auch unter Freunden, im Spaß, oder einfach lapidar dahingesagt. “Wir” haben dieses Wort nicht zu sagen! Ein koloniales menschenverachtendes Wort für die Wilden aus Afrika. Das ist es.

      Das Wort gehört abgeschafft! Wo ist das Problem? In meinem Wortschatz kommt es nicht vor.
      Tut nicht weh.
      Ist es wichtiger Leute so bennenen zu können, als sie zu respektieren, und darauf zu verzichten?
      Ist das für manche so anstrengend?
      Das man darüber noch diskutieren muß! Nichts spricht dafür, und Verharmlosung ist doppelt gefährlich.
      Was für ein schwacher Charakter muß man sein, nicht zugeben zu können, das es falsch ist.
      Über soviel Ignoranz und Unfähigkeit könnte man fast wütend werden.

  13. David K.

    Um bei Google Währungen umrechen zu lassen muss man sich nichtmal die Kürzel merken. Ein “100 german money in brazilian money” genügt schon.

    Antworten
    1. Dennis

      Es gehen uebrigens auch Waehrungssymbole (€, $) und Waehrungsnamen (“Euro”, “Dollar”).
      Aber “german money” und co kannte ich auch noch nicht, ist zwar das laengste aber wenn man wirklich mal keine Ahnung hat wie die Waehrung heisst, dann ist natuerlich praktisch 🙂

  14. michael

    Ich fand “The Three-Body Problem” von Liu Cixin ganz nett. Es muss ja nicht immer amerikanische oder europäische Science Fiction sein.

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  15. gustl

    SciFi?

    Die Silo Saga (Wool, Shift, Dust), eine Triologie von Hugh Howey. Gut und spannend geschrieben, fast alles was es für diese nahe Zukunftsversion bräuchte ist schon erfunden und es werden interessante Konzepte vorgestellt wie man das Problem um das es geht lösen könnte. Leider ist nicht alles realistisch aber es ist nahe dran.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Silo_%28series%29

    Ausserdem von Ernest Cline: Ready Player One
    Dafür wurde vor allem in letzter Zeit alles erfunden was es bräuchte. Es geht viel um Retrospiele aber eben eingebettet in einer Zukunft die auch eher nah als fern ist.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Ready_Player_One

    Viel Spaß!

    Antworten
  16. dexta

    NEBULAR Sammelband XL1 für den Kindle, sind die ersten 16 Bände einer mittlerweile 51 umfassenden Reihe. Wenn ich das recht verstanden habe fing es als selbst Veröffentlichung mit Amazon an, was in einem moderaten Preis müdet bei dem man hoffen kann das viel beim Autor ankommt.

    Die Reihe ist eine gute Mischung aus Perry Rhodan und Star Trek, hat wiederkehrende Charaktere über einen langen Handlungsbogen. Die Ausserirdischen werden variantenreich und nachvollziehbar dargestellt.

    Antworten
  17. Anna

    Buchempfehlung:
    Sergej Lukianenko – Sternenspiel/Sternenschatten. Zwei Teile, recht lang. Aber gut.
    Die Menschheit (nur weniger Jahrzehnte von uns entfernt) ist ins All aufgebrochen. Da sie als einzige physisch dazu in der Lage sind, große Distanzen schnell zu überwinden ohne Schaden zu nehmen werden sie die Lieferdienste des Weltraums, die anderen Weltallbewohner schauen auf sie herab. Aber das Weltall ist groß und es gibt viele unerforschte Gebiete. Dort trifft man auf Wesen die aussehen wie Menschen, aber ganz anders sind.

    Ich liebe es, wie Lukianenko in seinen Büchern immer “mal nebenbei” andere soziale Strukturen entwirft. Eigentlich sollte man es deswegen lesen und nicht wegen der Raumschiffe.

    Antworten
    1. manka

      Sehr zu empfehlen ist von ihm auch “Spektrum”. Als Hörbuch gelesen von David Nathan.

  18. Jörn

    Meine 2 Gedanken zu der mal wieder tollen Sendung von Holgi und Tobi.

    Die Diskussion in den letzten Jahren um das Wort “Neger” hat mir den Spaß am Schaumkuss (alt: Negerkuß) verdorben, weil immer wenn ich so ein leckeres Ding sehe mir diese Diskussion einfällt.

    und zur AfD dachte ich am Anfang immer es wäre Satire vom MAD Magazin … die Ähnlichkeit ist verblüffend http://madmag.de/

    Antworten
  19. W.B.

    Wenn Toby das mit dem “Wegwerfauto” fuer die 9km zum Bahnhof ernst gemeint hat, wuerde ich ihm raten, entgegen der landlaeufigen Meinung, eine moeglichst schwache Motorisierung zu nehmen, und besser einen Benziner als einen Diesel!
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Motor dann nicht so lange braucht um warm zu werden. Dadurch haelt er laenger bei dieser Nutzungsart. Es scheint auch so zu sein, dass die schwachen kleinen Motoren weniger ueberzuechtet sind und deshalb laenger halten. Diese Erfahrung habe ich mit einem 13 Jahre alten 1,2l Renault mit 58 PS gemacht. Den gibt es auch als 16V mit 75 PS, der scheint aber schon anfaelliger zu sein. Diesel ist fuer Kurzstrecke sowieso sinnlos.
    Die Aussage das man sich fuer die kurze Strecke ja warm anziehen kann finde ich sehr sympatisch! -> Wegwerfauto ohne Schnickschnack kommt leichter ueber den TUeV.

    Bitte gebt mal Bescheid, wenn Topy sich da entschieden hat.

    Danke fuers Podcasten!
    Viele Gruesse!

    Antworten
    1. Freibeuter

      Schließe mich an.
      Mein Tip: Mitsubishi Carisma, Benziner, Baujahr um 2000 herum. Gibt’s mit etwas Glück für dreistellig in akzeptablem Zustand. Kleinwagen wollen alle kaufen – die sind meist für das was geboten wird zu teuer (dreistelliger Eurobetrag => Schrott/Bastelkarre).
      Ich fahre ganzjährig mit dem Fahrrad 15km Einweg zur Arbeit. Ist nicht so schlimm.

  20. Kirsten

    Noch ein bisschen Sci-Fi.

    Viele der o.g. Tipps kenne ich auch und sage: los, ausprobieren.

    Außerdem noch von mir:
    Lois McMaster Bujold Die Vorkosigan-Reihe finde ich toll.
    Paolo Bacigalupi Windup Girl ist super, spannend, ein bisschen Gesellschaftskritik, und er hat auch andere gute Bücher geschrieben

    Antworten
  21. Anne

    Auch schön: “Never Let Me Go” (bzw. Alles, was wir geben mussten) von Kazuo Ishiguro. Ist aber auch schon ein paar Jährchen alt, und halt keine Raumschiff-Science-Fiction, sondern Gesellschaftsdystopie.

    In dem Zusammenhang auch immer gut: Quasi alles von Margaret Atwood, vor allem aber die MaddAdam-Bücher, beginnend mit “Oryx & Crake”.

    Octavia E. Butler hat auch sehr schöne Sachen geschrieben. Und “The Sparrow” von Mary Doria Russell fand ich sehr beeindruckend.

    Ich fand ja auch “The Gone-Away World” von Nick Harkaway grandios, aber das befindet sich irgendwo ine einem sehr grauen Bereich zwischen Sci-Fi, Fantasy und Steampunk. Das muss man glaub ich auch mögen, sonst kann man damit überhaupt nichts anfangen und fragt sich nur, was der Unsinn soll. Ähnlich abgefahren ist “Shades of Grey” von Jasper Fforde, das zwar in der Zukunft spielt, aber eigentlich eher Fantasy ist oder eben das, was Jasper Fforde so schreibt. Das ist ja schwer, irgendeiner Kategorie zuzuordnen. Aber sich eine Gesellschaft auszudenken, in der die Hierarchie auf der Fähigkeit basiert, unterschiedliche Farben wahrzunehmen, da muss man auch erst mal drauf kommen. (Sollte ich eigentlich noch mal lesen.)

    Antworten
  22. Patrick

    In puncto Sci-Fi ist für mich immer die Namensgebung schon ein Ausschlusskriterium. Warum müssen die Bücher immer von so derart irreführenden Personen handeln, an deren Namen man immer und immer wieder festhängt? Und dann auch noch diese abgefahrene Sci-Fi, wo man sich plötzlich mit Trollen, Riesenspinnen oder anderem Kram konfrontiert sieht.

    Viel zu oft gehe ich hier in den Buchladen, finde ein recht spannendes Buch und stelle beim Reinlesen fest, dass es wieder einmal zu abgefahren ist. Das hier schon des Öfteren kommentierte Buch “Der Marsianer” von Andy Weir kommt mir da schon sehr entgegen. Es funktioniert ohne fantasitische Wesen, sondern hält sich ganz im Sinne der Hard Science Fiction an Fakten.

    Eine andere Sache, die mich stört ist, dass bei Science Fiction (und mir ist da leider noch kein schönes untergekommen) immer der Mensch als Erdling die Erde verlässt und in fernen Galaxien das ultimativ Böse vernichten muss. Was für ein *******. Warum setzt sich nicht mal jemand damit auseinander, dass der Mensch in seiner Willkür und Habgier (als Außerirdischer) Furcht und Angst verbreitet. Insofern gebe ich Holgi da recht, dass es nach 2000 einfach keine gute Sci-Fi mehr gibt.

    Im Hinblick auf Fantasy kann ich Neil Gaiman, den Holgi ja schon gelesen hat, empfehlen. In seinem Büchern – und da ist “Der Ozean am Ende der Straße” sehr zu empfehlen – findet man sich als Erwachsener immer in einer Welt wieder, die wir uns nicht mehr vorstellen können. Daher funktionieren seine Geschichten wunderbar als moderne Märchen für all die, die ihre Vorstellungskraft verloren haben. Und wenn wir mal ehrlich sind, bei der überwiegenden Anzahl der Bücher da draußen, ist Vorstellungskraft eben kein Werkzeug mehr, das man braucht, um in die Geschichte hinein zu kommen.

    Beste Grüße,
    Patrick

    Antworten
    1. Anne

      Ich hab das Gefühl, du liest sehr, sehr andere Bücher als ich. Oder es hilft, dass ich bei meiner Büchersuche nur zu einem geringen Prozentsatz auf deutsche Buchläden und die dort angebotenen Bücher angewiesen bin, weil ich mir meine Empfehlungen längst von den unterschiedlichsten Ecken hauptsächlich aus dem Internet (und damit auch aus dem englischsprachigen Raum) hole. Sobald man http://www.tor.com im Feedreader hat, läuft’s eigentlich von alleine.

    2. Patrick

      @Anne

      Das kann gut sein. Und sicherlich steht im Buchladen nur eine kleine Auswahl an Büchern zu jedem Genre, aber es liegt mir eher dort nach einem neuen Buch zu suchen, als im Netz auf die Suche zu gehen. Glücklicherweise steht diese Tür ja jederzeit offen, um darauf zurückgreifen zu können.

      Allerdings lasse ich mich in Buchläden auch gern überraschen. Und wenn sich vor mir eben kein Berg an Auswahlmöglichkeiten erhebt, dann ist das auch in Ordnung. Ich kann ja dann spontan zur Wissenschaftsabteilung wechseln und abends im Bett meine eigenen Geschichten entwerfen 🙂

  23. Florian

    Zum Thema Sci-Fi: Mein liebster Autor ist immer noch Phillip K. Dick. Einfach mal das Gesamtwerk kaufen und sich überraschen lassen. Fast alle Filme der neueren Zeit beruhen auf seinen Motiven. Auch toll die Brüder Strugazki. Picknick am Wegesrand ist mein Lieblingsbuch Sci-Fi-Buch.

    Antworten
    1. Eule

      Oh, wenn wir bei Klassikern sind: Stanislaw Lem. Seine “Robotermärchen” sind eine Sammlung von herrlichen Kurzgeschichten, die man z.B. wunderbar als Arbeitspendler in der Bahn lesen kann.

  24. Fabian

    Es wundert mich ja, dass hier keiner die SF-Bücher von Iain M. Banks erwähnt. Meiner Meinung nach die besten “Space Opera”-Bücher, die ich kenne; hat außer dem Setting wirklich nichts mit Star Trek oder Perry Rhodan zu tun.

    Bei Banks (vor allem in den sog. “Culture”-Romanen) sind alle menschlichen Probleme gelöst – und alles ist möglich. Mal ein paar Jahre mit einem anderen Körper (Mann/Frau/Drohne/Alien) leben. Oder ein paar Jahrhunderte Überreste einer äonenalten versunkenen Kultur erforschen. Oder mit irren KIs über den Sinn des Lebens diskutieren…

    Mein Problem mit SF ist, dass da oft nicht weit genug gedacht wird, sondern meist nur die menschlichen Standardgeschichten in eine neue Umgebung verlagert werden. Bezeichnend ist, dass viele SF-Klassiker (Dick, Heinlein, Ballard etc.) in ihren besten Geschichten nicht alte Ideen in neue Settings einbetten, sondern mit neuen Ideen die (scheinbar) bekannte Welt aufbrechen.

    Banks brachte das beste beider Welten zusammen: neue Ideen in einem unglaublich kreativen Universum. Unbedingt empfehlenswert!

    Antworten
  25. Julia

    von mir auch +1 für den Marsianer von Andy Weir. Ich bin mir noch uneins, ob das wirklich SciFi ist. Ein Freund bezeichnete es als Ingenieurs-Porno. Auch nicht ganz falsch. Anne hat irgendwie recht mit der Entwicklung der Charaktere. Hat mich aber nicht gestört.

    Und “sich was gönnen” … ich hatte vor drei Jahren oder so in einem Pröbchenpaket Shampoo von Kevin Murphy und Haaröl von Moroccanoil. OK, Holgi, das dürfte dich relativ kalt lassen 😉 Aber. Prinzipiell. Das Shampoo war recht schnell alle, aber das 30 ml Fläschchen Öl hat recht lang gehalten, weil ich davon pro Anwendung nur ein paar Tropfen brauche. Beides zu benutzen war “hach”. 🙂 Das Shampoo kostet 22 EUR pro 250 ml, was mehr als das 20fache des dm-Shampoos ist, was meine Haare auch sauber macht. Und das Öl … 44 EUR pro 100 ml. Ich bin ein oder zwei Jahre drumrum geschlichen und hab überlegt und hab mich mir jetzt beides gekauft. Und freue mich bei jedem Haarewaschen bewusst dran. Klar geht das dm-Shampoo auch. Das ist noch nicht einmal schlecht. Aber jetzt hab ich erstmal Spaß (wirklich!) mit dem Zeug, und wenn’s alle ist, geh ich halt wieder zu dm (und das Öl wird lange halten).

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  26. Stolperstein

    Kleiner Lesetip zum Thema “Sciene Fiction früher und heute” : Stanisław Lem – “Die Vergangenheit der Zukunft “.
    Darin nimmt er Bezug auf seine früheren Werke (insb. “Summa technologiae”) und die anderer Autoren und schaut sich rückblickend mal an, was die damals im Rahmen ihrer Geschichten prognostizierte Zukunft mit unserer aktuellen Realität so zu tun hat.

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  27. Eric

    Auch wenns schon mal genannt war: “DER MARSIANER” von Andy Weir ist ein absolut toller und beeindruckender Sci-Fi Roman. Allerdings mit wenig Fiction, sondern es wirkt sehr realitätsnah. Ich bin darauf gekommen, weil mein Lieblingsregisseur Ridley Scott das Buch verfilmt und der erste Teaser sieht klasse aus. Selbst Tom Hanks hat getwittert, daß er das Buch genial findet und Matt Damon ein bißchen beneidet für die Rolle 😉

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