WR412 Nach Osten zu

 

wrint_realitaetsabgleich_2014_1400Diesmal mit Rasur, Literatur, Hörertreffen, Betroffenheit, Flash und dem Wetter.

Ohne Toby ginge es nicht. Hier sein Klingelbeutel.

 

Shownotes
von Krambuli, Tagamemnon, Moe, VanillaChief und Poolnitz

Begrüßung

00:00:00

(Holgi hat das Faltrad verkauft - das gelbe Cannondale-Mountain-Bike muss noch weg) .

Rasieren

00:02:05

Toby rasiert sich seit ca. 10 Jahren naß (1x die Woche) — Philips-Rasiersystem "Philishave" — Holgi versucht sich täglich zu rasieren — "Ich habe den Bartwuchs der jugendlichen Zielgruppe." (Holgi) — Toby nutzt Rasierseife — Rasiermesser — Systemrasierer — The Body Shop — "Hast du wieder getrunken, Tobias?" (Holgi) — Dachshaarpinsel — Rasierklingen-Abonnement-Anbieter werben in englischsprachigen Podcasts — Tobias bekommt Werbung für Autos obwohl er jetzt ein Auto hat — Proraso — Ingram Rasier-Seife — Palmolive ("Weiß der Arsch, was es war - es war scheiße im Gesicht." (Holgi über seinen veganen Rasierpinsel)) .

Bücher, Terror und Podcasts auf See

00:13:08

(Tosende Stille. Eine Frau rudert über den Atlantik und findet sich selbst - Jana Jakait)  — Jana Jakait — SEO (Suchmaschinenoptimierung) — Tuareg — "Es gibt in Afrika einen Stamm, der hat sich nach dem Auto benannt." (Holgi über Tuareg) — "Der Semak verklagt gerade alle!" (Holgi) — Nicolas Semak — Podseed — Ruhrbarone — David Schraven — "Es gibt immer so Wahrheiten, vor denen möchte ich mich eigentlich verschließen." (Toby) — The Turner Diaries — "Es gibt viele, die gerne Terroristen währen, weil sie in die Zeitung wollen, die aber zu doof dazu sind!" (Holgi) — Sauerland-Gruppe — Holgi ist sich sicher dass der Realiätsabgleich als Terrorzelle nicht auffliegen würde.

Absturz der Germanwings-Maschine

00:30:23

"Man kann da garnix sinnvolles zu denken." (Toby) — Holgi ist nicht in besonderer Weise betroffen, was vermutlich an seinem Beruf liegen könnte — "Mobilität ist prinzipiell gefährlich" (Holgi) — Toby hingegen fühlt sich konsterniert und hilflos, weil er nicht weiß wie er damit umgehen soll.

Hörertreffen auf dem Altonaer Balkon

00:38:07

(hatte ungefähr 50 Teilnehmer)  — Altonaer Balkon — Brompton.

Absturz der Germanwings-Maschine Teil 2

00:40:32

Holgi fände es besser wenn Reisende in einem abstürzenden Flugzeug durch beispielsweise ein Gas sanft einschlafen können, um die letzten Minuten nicht mehr mitzuerleben müssen — Harry Mulisch (Die Entdeckung des Himmels (Buch) - Harry Mulisch)  — Holgi hofft, dass der Grund des Absturzes herausgefunden wird — Ein Pilot in Holgis Followerschaft hat drei Erklärungen: blockiertes Höhenruder, defekter Autopilot und schlagartiger Druckabfall (bewusstlos) — "Witwenschütteln" (Holgi über das interviewen von betroffenen Angehörigen) — Holgi sieht das Problem der Berichterstattung im ständigen Druck der Social Networks — "Die Redaktionen haben Angst vor dem Publikum." (Holgi).

Adobe Flash

01:01:49

Adobe Flash — Javascript — Betamax.

Das Wetter

01:03:53

Verabschiedung — Ende.

71 Gedanken zu „WR412 Nach Osten zu

  1. Jurinet

    Holgi, habe ich das richtig verstanden, dass du neben der Rasierseife und dem Dachshaarpinsel einen Systemrasierer nimmst ? Hau den in den Müll und gönn dir einen Rasierhobel. Bei Mühle z.B. kriegst du den für um die 30 Euro und das Ergebnis ist brilliant. Davon abgesehen kannst du bei amazon gute Klingen für um die 10 Euro für das 100er Pack kaufen, die halten dann auch ein Jahr.

    Es wird dich begeistern und die Handhabe ist wirklich einfach.

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    1. kumi

      Richtig, den günstigen Mühle hab ich auch und es ist eine schöne Rasur. War auch mein erster Gedanke beim Hören. 🙂

      Allerdings benutze ich keinen Pinsel, sondern schäume mir die (Speick-)Rasierseife direkt mit den Händen ins feuchte Gesicht.

  2. Feuerwasser

    Man denkt ja immer, wenn was passiert bei der Luftfahrt, dann sind die Experten hinterher und sorgen dafür, dass zumindest dieser eine Fehler nicht mehr Ursache für einen Absturz ist.

    Aber wenns zu teuer wird, dann ist halt doch das Geld wichtiger:

    http://www.welt.de/wissenschaft/article3496723/Wenn-Nervengift-ins-Flugzeug-gelangt.html

    Kommt immer mal wieder, 2009, 2011, 2012, 2014 … auch in den Öffentlich Rechtlichen. Oft wird den Piloten schwindelig und manchmal können sie noch gerade so landen. Airbus baut aber schön so weiter, nur Boeing baut die neuen Modelle anders….

    Antworten
    1. Andreas

      Das ist in der Tat ein reales Problem. Allerdings ist es technisch kaum möglich die bestehenden Flotten umzurüsten. Das einzige mir bekannte Flugzeug, dass einen neuen Weg geht ist die 787 von Boeing. Alle anderen Boeing Muster verwenden, wie alle anderen Hersteller auch, Zapfluft aus den Triebwerken. Das ist im Normalfall auch kein Problem. Und ich denke die elektrische Luftversorgung, auf die die 787 setzt birgt dafür andere Risiken.

  3. Micha

    Ich glaube nicht an einen Unfall,es gibt genug idioten die rumlaufen und gerne bomben basteln..ich glaube eher an einen anschlag,aber das wird dann wahrscheinlich verschwiegen,damit keine panik gemacht wird..

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  4. Donngal

    Viele Themen drin die mich intressieren.

    Dachshaarpinsel: Super! Ich liebe meinen auch, finde die Art und Weise wie Systemrasierer funktionieren aber extrem unbefriedigend. Ständig neue Klingen kaufen nervt mich echt. Was ist da die beste Variante? Wenn man sich an Rasiermesser nicht rantraut?
    Ich habe mir übrigens einen Trockenrasierer gekauft, weil ich der Überzeugung war, dass es weniger aufwendig ist als Nassrasuer und ich mich dann regelmässiger rasiere. Der Erfolg ist nicht vorhanden, es macht einfahc keinen Spass sich mit dem Ding zu rasieren. Ist so ein 3-Rundklingen Ding.
    Zudem trage ich einen Bart (Henriquatre nennt man den wohl) , den ich auch stutzen muss, dafür habe ich einen billigen Barttrimmer. Auch das ist sehr unbefriedigend. Ich taste mich heran, wieviel Geld ich hier für eine gutes Gerät ausgeben muss, glaube aber inzwischen ich hätte sofort teuer kaufen sollen. Wie so oft.

    Zum Thema Flugzeugabsturz:
    Da gehts mir wie Holgi, ich habe wohl zu wenig Empathie um Trauer zu empfinden. Ich denke da immer “Boah Krass, und ganz schön unwahrscheinlich”. In diesem Fall kam die Schulklasse sogar aus unserer Nachbarstadt, ich kenne Menschen von da. Trotzdem macht mich das nicht mehr betroffen. Ich bin da eher fasziniert von den Menschen die es so betroffen macht. Ich habe aber ein generelles Problem mit trauern, selbst bei mir nahestehenden Menschen trauere ich im Verhältnis zu anderen weniger und fühle mich dann schlecht. Ich bin einfach kein besonders empathischer Mensch.
    Ich bin aber anständig genug um mich in solchen Situationen zurückzuhalten und kein “Stellt euch mal nicht so an” über Twitter zu schreien. Das machen leider auch genug Menschen, da denk ich mir dann immer: “Halt doch einfach mal die Fresse”. Ich fand die ganze Medienkritik die gestern so über den Äther ging auch nur zum Teil verständlich. Angehörige belästigen ist scheisse, aber wo das Problem liegt über den Lufthansa Aktienkurs zu berichten erschliesst sich mir nicht. Auch das aufregen über Algorithmen die unpassende Werbung einblenden erschliesst mir überhaupt nicht.

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  5. Sascha

    Herzlichen Dank für die Erwähnung bei den Rasierseifen. 😀

    Toby sei gesagt, dass er bei den Nivea-Rasiercremes aufpassen sollte. Gerne sind dort entweder Paraffine oder Silikonöle drin (Paraffinum liquidum bzw. Dimethicone) und die können Dachshaarrasierpinsel schädigen. Solche Seifen/Cremes würde ich nur mit Sauborstpinsel aufschlagen, die sind unempfindlicher.

    So sieht übrigens meine Rasierseifensammlung aus. https://twitter.com/SaschiHalefOmar/status/580627919703302144
    (3x Deutschland, 3x Türkei, 2x England, 2x Italien, 1x Schottland , 1x Uruguay , 1x Niederlande)

    Gruß
    Sascha

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  6. faxweiche

    Rasierseifen im Tiegel sind super! Perfekt aufzuschäumen und wirklich spuckbillig: mehr als 5 € muss man kaum ausgeben. Dafür halten sie bei meiner fast täglichen Rasur mindestens ein halbes Jahr.
    Meine Favoriten sind die weiße von Proraso (wovon es auch ein gutes After Shave gibt) und Mühle. Mühle ist tatsächlich etwas teurer, riecht aber dafür wunderbar. Sandelholz ist super!

    Dachshaarpinsel ist unersetzlich. Rasierer ist bei mir von Mühle aber mit Systemklingen von Gilette.
    Tipp zum Ausprobieren von diversen Rasurprodukten ist für mich die Heldenlounge, weil es selbst im gut ausgestatteten Discounter gerade mal Nivea und Palmolive gibt.

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  7. Reba

    Ich habe sehr viel Mitleid mit den Passagieren und ihren Angehörigen. Das liegt vielleicht daran, dass ich selten fliege und immer eine latente Angst vor der Angst in einer Absturzsituation mitfliegt.
    Jeder hat hier eine unterschiedliche Disposition und erfahrungsgemäß nimmt die Betroffenheit mit solchen Ereignissen mit der räumlichen Nähe oder der Ähnlichkeit mit der eigenen Situation überproportional zu. Das subjektive Sicherheitsgefühl, das einem sonst suggeriert, dass Unglücke immer anderen passieren, wird dadurch in Frage gestellt. Noch dazu handelt es sich um eine renommierte und als relativ sicher empfundene Fluggesellschaft, man schafft es nicht mehr so richtig, den Fehler auf eine vermeidbare Ursache zurückzuführen.
    Einfacher ist es für die Bewältigung eines solchen Ereignisses, wenn man den Betroffenen unbewusst eine Art “Mitschuld” einräumen kann, so sinnlos und ungerechtfertigt das auch ist. Z.B. “Warum fliegt man auch mit dieser Fluggesellschaft” oder “Warum reist man auch in so ein Land, man weiß doch, dass…”. Einfach nur zu dem Zweck, sich eine scheinbare Kontrollmöglichkeit einzureden. Bei diesem Unglück greift das alles nicht.
    Da wird einem klar, dass man noch so aufpassen kann, es kann einen jederzeit selbst treffen.

    Antworten
  8. Michael K.

    Zum Thema Rasur. Ich benutze seit ca. 1 Jahr einen altmodischen Rasierer, der mit klassischen Rasierklingen gefüttert wird und bin damit sehr zufrieden. Als Seife nehme ich die Palmolive Sticks. Da mir die Form der Sticks nicht gefällt, raspel ich die Seife mit einer Küchenreibe und stopfe die parmesanigen Flocken mit ein paar Tropfen Wasser in eine Rasierseifendose und presse die Flocken ein bisschen zusammen.

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  9. Sascha

    Hallo Holgi,

    ein Freund und Mitpodcaster hat in der Schweiz einen Shop für Rasierbedarf mit einigen Sachen aus USA etc. (Shameless Plugging http://www.candyrebelz.ch/shop/de/91-shaving/)
    Er macht auch einen französischsprachigen Podcast zu dem Themenkomplex und “Live-Shaving”. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Wrint-Folge zum Thema Rasur mit ihm interessant sein könnte.
    Kontakt bei Twitter: @reiniborussiach
    (Er ist vor 30 Jahren nach CH ausgewandert, spricht aber muttersprachlich und nahezu akzentfrei Deutsch)

    Grüße
    Sascha

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  10. blub

    Mir gehts auch wie Holgi: Auf einmal haben alle Mitleid, dabei waren 99% diese Leute vorher komplett egal und weitere öffentliche Aufmerksamkeit ist nicht gerade das was die Angehörigen brauchen.
    Sowas passiert halt ab und zu. Im Schnitt riskierst du auf dem weg zum Flughafen halt mehr als beim Flug selbst. Schade, aber shit happens.

    Geiler Rant von Holgi übers Witwenschütteln.
    Es geht mir auch unendlich auf den Sack. Ich finde jedes Mal wenn BLÖD einen Toten mit Namen und oder geklautem Bild ablichten(oder ekliger “Hier kämpft xy um sein Leben…”) MUSS das 10 Mio€ kosten. Ist mir scheiß egal wohin. Am besten nach Griechenland, weil soll ja weh tun.

    Das Journalisten eh alles an Hand einer persönlichen Story erzählen zu müssen geht mir total auf den keks. Bei langen Geschichten macht das Sinn, etwa ZEIT Seite 2-5, volle Seitengröße. Da braucht man sowas um die Leser nicht zu verlieren aber doch nicht beim 15-Zeiler in der linken Randspalte.

    Antworten
    1. Reba

      Empathie heißt ja auch nicht, dass einem wildfremde Leute auf einmal etwas bedeuten und man Trauer empfindet, als handle es sich um einen persönlichen Verlust. Empathie bedeutet, dass man sich in andere hineinversetzen kann und ihre Gefühle nachvollziehen kann. Die Fähigkeit dazu hängt aber m.E. nicht nur von der Persönlichkeit ab, sondern vom eigenen Erfahrungsschatz.

    2. blub

      Is mir schon klar, aber ich emfpinde jetzt nicht mehr Empathie als wenn in China ein Reislaster aufn Schulbus umkippt. entweder ich kenn die oder ich kenn da keinen. Ob das Deutsche, Bayern oder Japaner sind ist doch völlig egal.

      Empathie ist eh komisch. wie komme ich drauf das sich jemand wildfremdes über den ich keinerlei anhaltspunkte habe sich ähnlich fühlt wie ich(selbst wenn ich noch nichtmal weis wie ich mich fühlen würde).
      Es projezieren aber allseits alle unendliche Trauner und jeder und sein Twitteraccount fühlen sich dazu aufgerufen mitzumachen.
      Entweder ich trauere um/mit jemandem der mir was bedeutet. Oder ich “drücke mein Mitgefühl aus” (schöne passiv konstruktion übrigens!) weil die gesellschaftliche Erwartung es verlangt und letzteres empfinde ich einfach als geheuchel.
      Glaubst du irgendwem gehts besser weil Angie oder Gauck sich dazu geäußert haben? Das ist doch nur öffentliche Bedürfnisbefriedigung von Menschen die genau 0 Aktien an der ganzen Geschichte haben.
      Als nächstes werden dann Hollande und Merkel zum Unfallort reisen und völlig sinnlos die Landschaft platttreten.

  11. Jan

    Zur Reaktion aufs Germanwings-Unglück:
    Ich bin vor einem guten halben Jahr Vater geworden und reagiere seitdem wie Tobi verstört und traurig – und damit völlig anders auf solche schlimmen Nachrichten als früher. Irgendwas macht eine Vaterschaft mit dem Hormonkostüm.
    Ich bin bei weitem nicht mehr so abgebrüht und kann mich viel schlechter von Katastrophen und Tragödien-Nachrichten distanzieren als vor meiner Vaterschaft. Ich hab auch keine Lust mehr Tatorte mit Kinderschändern zu gucken und mir das tägliche Brutalo-Leid in der Tagesschau reinzuziehen. Mir kommt das wie eine Art Brutreflex vor…
    Wäre zumindest ein Denkansatz zu den sehr unterschiedlichen Reaktion unserer Podcast-Helden auf das Germanwings-Unglück.

    Antworten
    1. Donngal

      Bin zweifacher Vater und empfinde nicht so. Entweder ich bin wirklich Soziopath oder die These passt nicht.

      Ich halte es einfach für hinreichend unwahrscheinlich dass meinen Kindern sowas passiert, und wenn diese Unwahrscheinlichkeit eintritt ist immer noch genug Zeit für Gefühle jeder Art. Bin ich so abgebrüht?

    2. blub

      Hab keine Kinder aber trotzdem menschen die ich liebe und kann mir sowas trotzdem nicht vorstellen.

      Wer soviel “Brutreflex” hat sollte vielleicht besser mal nen Psychater besuchen. Bevor er noch auf dem Spielplatz wildfremde Menschen anfällt oder so.
      Das is wie wenn man in New York ist und in San Francisco bebt die erde und du hast “wildfremde” Nachrichten auf dem Handy mit der Frage ob es dir gut geht.

    3. Reba

      Was hat Wahrscheinlichkeit mit Realität zu tun, das ist ein rein mathematisches Konstrukt, welches Sicherheit vorgaukelt.
      Auch wenn die Wahrscheinlichkeit noch so gering ist, kann es einen treffen.

    4. Donngal

      Naja, das es unwahrscheinlich ist, ist doch Realität. Warum sollte ich mich im vorhinein mit einer unwahrscheinlichkeit beschäftigen, die mich wahrscheinlich nie betreffen wird? Wenn es doch so kommt ist immer noch Zeit für Gefühle. Vorher nutze ich meine Zeit lieber sinnvoll.

    5. Reba

      Und nur weil etwas sehr “unwahrscheinlich” ist, haben die Betroffenen kein Mitleid verdient? Ich finde, gerade deshalb umso mehr, weil sie sich ebenso wie wir alle aufgrund einer abstrakten Wahrscheinlichkeit in Sicherheit geglaubt hatten.
      Mitleid heißt ja auch nicht, dass man die gleichen Gefühle empfindet, wie die direkt Betroffenen, sondern dass man sich in die Opfer hineinversetzen kann und nicht in die überhebliche Meinung verfällt, einem selbst könne das NIE passieren.

    6. Donngal

      Ich habe doch nie gesagt, dass sie kein Mitleid verdient haben. Ich selbst empfinde keine Trauer, auch wenn mir die Angehörigen leid tun in dem Sinne das ich nicht tauschen möchte. Und ich verschwende meine zeit nicjt damit angst zu haben das mir aich ein Unglück passieren könnte.

    7. Reba

      Richtige Trauer wie um einen persönlichen Verlust geht ja auch gar nicht. Das Gefühl, von dem alle reden, ist bestenfalls Bestürztheit. Das nicht tauschen wollen, weil man sich vorstellen kann, wie sich die Betroffenen fühlen, ist ansatzweise das, was Empathie meint.

    8. Jan

      Darum was Reba schrub, geht es. Mitleid mit den Angehörigen, und ein Riesenkloss im Hals weil man sich ansatzweise vorstellen kann und reinfühlt in die Betroffenen. Ich dachte einfach nur: schrecklich, was die armen Schweine jetzt durchmachen müssen.

      Das ist keine tiefe eigene Trauer, aber auch definitiv nichts aufgesetztes. Anscheinend fühlen die einen hier das, die anderen nicht. Liegt vielleicht auch daran, ob man schon mal einen dramatischen Verlust im Leben erllitten hat und daran eine Gefühlserinnerung abruft?

  12. aniong

    Kann man eigentlich irgendwo darauf wetten, wann es die nächste Folge Realitätsabgleich geben wird, in der Toby nicht mindestens einmal den Namen seines aktuellen Arbeitgebers erwähnt? Gab es so eine Folge schon einmal?

    Antworten
  13. Bernhard K

    Als Nicht-Vater reagiere ich auf solche Unglücke auch eher wie Holger. Um bewusst und gerne Vater zu werden, braucht man wohl so etwas wie ein gesundes Gottvertrauen. Wenn man das nicht hat, verzichtet man besser auf eigene Kinder. Das hat nichts mit Religion zu tun. Dieses Gottvertrauen kann man auch von völlig unreligiösen Eltern mit bekommen. Einfach, weil sie sich so verhalten wie ein gütiger Gott. Da reichen auch nur die ersten fünf Lebensjahre “gute” Eltern aus. Dieser naive Glaube an den gütigen Gott ist dann auch aus dem Hirn des Erwachsenen nicht mehr zu entfernen und wird bei solchen Flugzeugunglücken erschüttert.

    Antworten
    1. Donngal

      Ich bin da ja eher der Wahrscheinlichkeitsfanatiker. Wenn mich mal ein unwahrscheinliches Schicksal trifft, wäre meine Reaktion vermutlich “Wow, das war unwahrscheinlich, eigentlich fast unmöglich.” Und darum schockiert mich dieses Unglück auch nicht so, ich vertraue in keinen Gott oder sonst was sondern in die Wahrscheinlichkeit, das mir und meinen Kindern schon nichts passieren wird. Und wenn doch, naja, das ist eben sehr unwahrscheinlihc.

  14. Johannes

    Zu Sachen die man besser nur im Rahmen einer Ethik-Vorlesung fragt, zählt wohl eindeutig auch:

    Sollte man Passagiere vor einem Absturz mit Gas sedieren?

    Antworten
    1. Bernhard K

      Rechtlich ist das Sedieren der Passagiere wohl einfach Körperverletzung und verboten.

    2. Feuerwasser

      Das gibt nicht genug her um in einer Ethik-Vorlesung diskutiert zu werden.

      1. Kann man so ein Gas nicht gut dosieren, wodurch viele Menschen einfach durch das Gas sterben, als durch den Crash. Und das wäre Mord. Dazu gibt es sogar ein Beispiel aus der Realität: Die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater von 2002

      2. Dass man bei einem Absturz umkommt ist nicht sicher. Es ist einfach nicht die Regel, dass bei Abstürzen immer alle ums Leben kommen. Das Überleben nach dem Absturz könnte dann von der eigenen Handlungsfähigkeit abhängen. Z.B. den Sicherheitsgurt aufbekommen nach einer Notwasserung. Oder um von einer brennenden Kerosin-Lache weg zu kriechen.

      Ging dem Holgi glaube auch eher darum darüber zu philosophieren wie schlimm und ausweglos so eine Situation sein kann… denk ich mal.

    3. Johannes

      @Feuerwasser Ja stimmt ist ein etwas schlechtes Beispiel hat mich aber von der Struktur her an die “Soll der Dicke Mann auf die Gleise geworfen?”-Frage werden erinnert.

      Abseits juristischer, technischer Probleme und der Frage wann man (sicher) weiß das keiner überlebt: Der Ansatz der dieser Forderung zu Grunde liegt ist ja menschliches Leiden auf das Minimum zu reduzieren. Auch wenn es Angehörigere oft etwas zu trösten scheint, wenn sie erfahren das jemand (wenigstens) nicht leiden musste, finde ich es schwierig diese Entscheidung für alle Fluggäste zu treffen. Wie gesagt, das sind die letzten Minuten eines Lebens, vielleicht will da noch jemand irgendwas wichtiges denken oder den Nahostkonflikt lösen.

    4. Feuerwasser

      Naja, laut Aussage des franz. Staatsanwaltes sind die Schreie der Opfer auf dem Band, erst kurz vor dem finalen Aufprall zu hören, nachdem das Flugzeug schon mal irgendwo eine Kuppe gestreift hat. Also insofern kein “langes” Leiden.

      Echt krass, dass der Co-Pilot das mit Absicht gemacht haben soll… Damit grübelt man da schon mehr als bei Unfällen in der Luftfahrt.

    5. David

      Ich bin ja erstmal für die Unschuldsvermutung. 😉

      Interessant finde ich eher, ob man in Zukunft gedenkt, sich das mit dieser “Anti-Terror”-Tür, die nur von innen zu öffnen ist, noch mal überlegt. (ich bin generell, daß alles nach einer Zeitspanne in eine Revision geht, was hat es gebracht, und wenn nicht, dann wird es wieder abgeschafft) Was konnte diese Türregelung bisher weltweit nach dem 11. September wirklich verhindern, und wodurch gab es negative Auswirkungen wie jetzt.
      Aber wie ich “unsere Pappenheimer” kenne, wird es jetzt durch eine noch kompliziertere Variante ersetzt.

    6. Andreas

      @David

      Diese Türen sind die einzig sinnvolle Veränderung nach 9/11. Sie werden bleiben und sie sollten bleiben. Die Procedure für das Verlassen des Flightdeck wärend des Fluges werden ja gerade angepasst.

  15. Clemens

    Sehr schöne, unempathische Meinung und interessante Fragen zum Thema Flugzeugabsturz. »Ungefähr 10 Minuten Einsitzen in der Death Row unter Gouverneur George W. Bush«, derlei Ansicht teile ich als notorischer Nichtflieger zu 100 Prozent, ist leider eine Minderheitsmeinung. Der völlige Kontrollverlust, dem man sich beim Passagierflug aussetzt, will scheint’s kollektiv verdrängt werden.

    Meiner Meinung nach die beste Rasiercreme: »Speick«, gibt es bei Müller, also überall …

    Antworten
    1. Donngal

      Dem Kontrollverlust setzt man sich doch in Bus und Bahn genauso aus. Eigentlich bei jeder Transportart, bei der man nicht selber steuert.

    2. Clemens

      @Donngal Sehe ich nicht so: Die Überlebenschance bei einem Notausstieg wäre höher. Allerdings würde wohl meist die unangenehme Zeitspanne zwischen Bemerkung des Absturzes und dem Aufprall fehlen.

    3. Donngal

      Naja, Notausstieg aus nem fahrenden Bus auf der Autobahn oder aus einem IC/ICE halte ich auch für definitiv tödlich. bleibt die fehlende Zeitspanne. Den Kontrollverlust hat man aber trotzdem.

    4. Clemens

      @Donngal Ich gehe ja nicht davon aus, dass bei einem Bus- oder Zugunglück sofort die gesamte Besatzung über den Jordan geht. Bei einem Flugzeugabsturz sehe ich das anders. Sogar in Lost waren alle umgehend tot. 😉

      Vielleicht lässt es sich so formulieren: Ich sitze im Fond eines Pkws, dieser fährt auf der Autobahn und plötzlich gibt es Stau. Alles steht. Wenn ich nun zufällig weiß, dass sich kein nachfolgendes Fahrzeug in Sichtweite befindet, die Straße eventuell vereist ist, wir nach einer Kurve zum Stehen kommen, dann würde ich das Fahrzeug umgehend verlassen, da ich diese Möglichkeit habe. Und in einer Cessna würde ich im Absturzfall meinem Fallschirm einen dicken Kuss verpassen …

  16. Donngal

    Siehst du leider nicht ganz richtig 😉

    Die meisten Unglücke (70 Prozent) passieren bei Start oder Landung, und die überleben wiederum recht viele Menschen. Und selbst bei Abstürzen während des Fluges kann es Überlebende geben. Ich bin da nciht ganz so pessimistisch wie du. Vor allem ist die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt etwas passiert extrem gering. Ich sehe da nicht mehr Kontrollverlust als in jedem anderen Transportmittel. Vielleicht noch im Vergleich zum PKW den man selber fährt ein bischen.

    Antworten
    1. Clemens

      Dass Start und Landung die gefährlichsten Flugmanöver sind, dürfte klar sein, sehe ich aber nicht als klassischen Absturz. Dass mitunter auch ein Absturz aus großer Höhe überlebt werden kann, ist auch klar, die Flieger gleiten auch ohne Antrieb ganz gut und lassen somit etwas Spielraum. Allerdings sollte die Beschaffenheit des Untergrunds für eine Notlandung geeignet sein und das ist er meist wohl eher nicht, in diesem konkreten Fall schon gar nicht. Die Sache mit der Wahrscheinlichkeit ist auch klar, Duschen ist sicher gefährlicher.

      Es ist diese Zeitspanne, die Holger angesprochen hat, zwischen Unregelmäßigkeit bemerken und Aufprall. Um diese Erfahrung kann ich niemanden beneiden, meine größte Frage als hypothetischer Hinterbliebener wäre aber: »Was ereignete sich in dieser Zeitspanne im Flugzeug?«

  17. Anne

    Bei richtigen Zugunfällen hast du genauso wenig eine Chance selbstbestimmt zu entkommen wie bei einem Flugzeug. Das ist aber doch das schon fast im wörtlichen Sinne “Fatale” bei Unfällen, dass sie eben nicht vorhersehbar sind und du dem Zufall ausgeliefert bist. Im Auto bist du auch nicht komplett selbstbestimmt, sondern verlässt dich darauf, dass die Leute vor und hinter dir schon nichts Gefährliches tun werden. Wenn sie’s doch tun, möchte ich sehen, wie du mit 120 km/h und mehr selbstbestimmt noch in der Lage bist zu reagieren.

    Das ist nicht böse gemeint, es zeigt nur die Illusion, der wir aufsitzen. Wir bilden uns ein, irgendwas selbst in der Hand zu haben, nur weil wir selber am Steuer sitzen oder vielleicht weniger Abstand zwischen uns und der Erde ist, aber das rettet einen im Falle eines Unfalls eben auch nicht. Das ist reines Glück. Nur weil bei einem Flugzeugabsturz die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Unfall alle sterben, größer ist, macht es das Verkehrsmittel an sich nicht unsicherer. Nur in unserem Kopf stellt sich etwas quer und mag nicht daran glauben, dass wir unser Schicksal eben nicht immer selbst in der Hand haben. Dann klammert man sich an die Optionen, bei denen man sich noch eher der Illusion der Kontrolle hingeben kann und kommt sich schlauer vor als der Rest der Menschen.

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  18. Rainer

    Holger hat mir mit “Medialen Gaffern” das Bild geliefert das ich für mich brauchte warum ich mich über Medien heute aufgeregt habe. Danke

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  19. Herr Treibholz

    Wie ist das mit dem “der Semak verklagt doch gerade alle” zu verstehen? Bitte klärt mich über derzeitige Lage der Blogger/Podcaster-Society auf. Danke.

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Ist das nicht in der Sendung klargeworden? Hups…

      Es gingen ein paar Mails an Podcaster, in denen sie der Urheberrechtsverletzung bezichtigt und ihnen mit dem Anwalt gedroht wurde. Das sprachliche Niveau der Mails war ungefähr auf dem eines Siebtklässlers, das inhaltliche auf dem eines Pegida-Anhängers und als Absender stand Nicolas drunter. Von dem kam das aber nicht – oder aber er wollte trollen experimentieren 😀

    2. Toby

      Geile Verschwörungstheorie: Nicolas wollte sich schon mal ins Gedächtnis der Podcaster zurückrufen, damit sein Wired Artikel besser einschlägt 😉

      Neee.

  20. David

    Ich unterscheide zwischen Trauer/Mitgefühl und Anteilnahme. Zu wildfremden Menschen kann ich keine Trauer empfinden – ja vielmehr, ich finde es sogar verlogen.
    Anteilnahme am “Schicksal” und Kraft/Ruhe/Besonnenheit wünschen, ist etwas völlig anderes.

    Ich finde es außerdem immer befremdlich, wenn Nationalitäten gezählt werden. “In Afrika ist ein Bus den Abhang heruntergestürzt, 42 Tote, darunter 2 Deutsche”. WTF, die anderen 40 sind egal oder was? Was ist denn das für eine Vorstellung. Ist doch egal ob das Japaner, Eskimos (jaja), oder “sonstwas” sind, es sind 42 Menschen.

    Dauerschleifen von den immerselben Interviews/Bildern sind auch Mode geworden, das find ich auch. Wenn es nichts zu berichten gibt, dann sollte man das auch sagen. Ich find es auch lächerlich, daß immer dann an “nahe” lokale Reporter abgegeben wird, die nicht _mehr_ wissen, als der Ticker auch vorgibt, aber so tun, als ob sie das vor Ort bekannt gegeben haben.

    Antworten
  21. Clemens

    Nach reiflichem Überdenken der Giftgas-Idee, komme ich zum Schluss, dass die Raumfahrt die Lösung eigentlich schon seit Langem parat hat … jeder Passagier bekommt vor dem Flug einen Kaliumcyanid-Kapsel und soll im Bedarfsfall verfahren wie er es gerne hätte … Nach der Landung wird wieder eingesammelt, freundlich gelächelt und alles geht seiner Wege …

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  22. Sascha (ein anderer)

    Boah, ein Podcast mit hörbarem Stimmungstief aus Nord 😉
    Interessanterweise geht es mir beim Thema Flugzeugabsturz genauso wie Holgi. Ist mir eigentlich ziemlich egal. Vielleicht macht das tatsächlich der Beruf, obwohl die meisten Kollegen in der Redaktion wild mitspekulieren. Als die Sache passierte sass ich als Reporter in einem Mißbrauchsprozeß und meine Reaktion war eher: “Na super, dann wird mein Beitrag heute wohl nicht gesendet”. Ich bilde mir eigentlich ein, recht empathisch zu sein, wenn es um die Schicksale von Mitmenschen geht. Aber ich kann da ziemlich gut differenzieren und weiß, dass Flugzeugabstürze passieren und mit einem Schlag eine Menge Menschen sterben. Und dass es im Vergleich zu Verkehrsunfällen/Krebs/Herzinfarkt dennoch recht wenige sind.
    Was die Berichterstattung betrifft ertappe ich mich dabei, sie bewusst zu ignorieren. Eben, weil ich genau weiß, wass ich dort sehen werde und ich möchte es nicht sehen. Das hier fasst das ganz gut zusammen: http://www.sheng-fui.de/aktuell/10-dinge-die-wir-nach-einer-flugzeugkatastrophe-nicht-sehenhoerenlesen-wollen/

    Interessanterweise hab ich bei 9/11 weniger an die Opfer gedacht sondern mir eher Sorgen gemacht, welche Konsequenzen das nach sich ziehen wird, nämlich ziemlich genau die, natürlich gekommen sind: Rasterfahndung, eine komplette Religion unter Generalerdacht stellen, “Krieg gegen den Terror” und die totale Überwachung der Bevölkerung.

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  23. Klaus

    Doch, doch, man kommt eigentlich mittlerweile ganz gut ohne Flash durchs Web. Seit der vorletzten großen Sicherheitslücke habe ich es von den meisten meiner Rechner runtergeschmissen. Bei regelmäßig von mir besuchten Sites ist es bloß Facebook, das ohne Flash keine Videos abspielen möchte und den Foto-Upload ohne Flash ziemlich umständlich macht. Youtube und sonstige Google-Dienste sind genau so wie große CMS-betriebene Sites auch ohne Flash problemlos, und zwar *auch* bei solchen Sachen wie mehrere-Dateien-hochladen.

    Und wenn man dann doch mal auf einer Page einer Kneipe oder selbsternannten Kulturstätte landet, bei der der Bildschirm dann mit “Click here to download plugin”-Platzhaltern zugepflastert ist …naja, dann sind das aber auch meistens solche, die ihre Seiten eh’ seit mehr als zehn Jahren nicht mehr upgedatet haben.

    Der (derzeitige!) Facebook-Video-Trick, dass man einfach die Video-URL einzeln nimmt und darin “www.facebook.com” durch “m.facebook.com” ersetzt (also einfach die Video-URL für Mobilgeräte nimmt) und es dann auch im Flash-losen PC-Browser funktioniert, spricht Bände…

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  24. Frank

    Danke für eure Worte zum Flugzeugabsturz. Mir geht es wie Toby, man kann es nicht erklären aber meine ersten Gedanken waren auch, was wäre wenn ich da drinnen säße. Ich habe auch ehrlich gesagt Angst davor, das mich solche Gedanken irgendwann auffressen, deswegen kann ich gut nachvollziehen warum der Toby den Holgi um seine “Abgeklärtheit” beneidet. Bei der Berichterstattung bin ich ganz bei Holgi. Mich erschreckt mittlerweile, das die Aluhutfraktion ihren Bullshit auch auf dieses Thema auskotzt.

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  25. Martin

    Meine fünf Euro-Cent zum Thema Rasur:
    Beim Nassrasieren kann ich jedem nur Preshave-Cream empfehlen, benutze selbst sehr gerne die von Proraso: “Vor dem Einschäumen in die feuchte Haut massiert, hilft sie beim Erweichen der Barthaare und bildet einen zusätzlichen Hautschutz.” So ein kleiner Tiegel reicht bei mir bestimmt 2 Monate.
    Falls jemand eine hübsche Rasierschale sucht: http://www.schwarzweisskeramik.de/ Habe selbst einen Freestyle und bin sehr begeistert.

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  26. Stefan

    *haha*
    Mir kommt das, was Toby bezüglich Onlinewerbung gesagt hat, sowas von bekannt vor. Ich merke das immer wieder, dass wenn ich nach Produkten suche und vergleiche, dass ich meist eine Woche, nachdem ich mir den Kram längst besorgt habe, “angepasste Werbung” präsentiert bekomme. Zu spät und langsam leute. Wobei ich mich von Werbung eh selten bis nie beeindrucken lasse. Mich stösst das eher ab, ich informiere mich lieber selbst und kaufe da, wo ich es für richtig entscheide. Und nicht, weil es mir irgendein ein Werbebanner empfohlen hat.
    Ich find auch den “personalisierten Werbung”-Kram destruktiv. Denn insgesamt fördert das nur den Tunnelblick, die Weitsicht geht verloren, wenn man nur noch Zeug präsentiert bekommt, nachdem man sowieso ständig sucht. Neues zu entdecken wird dabei immer schwieriger.

    Flugzeugabsturz:
    Nun ist ja mehr oder weniger raus, was da passiert ist.
    Ich persönlich fühle mich hier auch nicht mehr betroffen, nur weil Deutsche involviert sind. Ich finde es genauso schlimm, wenn es Inder, Vietnamesen oder Afrikaner sind. Das alles sind Menschen.
    Was mich aber so maßlos ankotzt, ist dieser inzwischen extreme Betroffenheitstourismus, der da inzwischen einsetzt inkl. dieser selten dämlichen “Warum?”-Schilder und den Meer an Kerzen und Blumen von Leuten, die überhaupt keinen Bezug dazu haben. Bei den Angehörigen kann man das ja verstehen, aber bei Leuten, die damit nichts weiter zu tun haben?
    Ich habe auch gelesen, dass da am Flughafen irgendwas um die 50 Angehörige versammelt waren und dazu weit über 100 Plüschologen und Seelsorger anwesend waren. Man kann es aber auch übertreiben – und irgendwie scheinen da immer mehr ihren Kuchen abhaben zu wollen – und wenn sie nur betroffen guckend irgendwo im Hintergrund in einem Zeitungsfoto oder Fernsehbericht gezeigt werden… das finde ICH abartig.

    Dazu dann dieses maßlose Ausgeschlachte seitens der Politiker, die sofort alles stehen und liegen lassen, um durch das Hinreisen mitsamt Presseteams die Arbeiten behindern, weil sie ihre Nase vor die Kamera halten und ihr Betroffenheits-Gesabbel absondern müssen. Das hinterlässt bei mir keine Sympathien, ich empfinde das einfach nur als Heuchelei. In Wahrheit ist es ihnen furzegal, es ist einfach nur Wählerstimmenfang.
    Und dazu kommt dann dieses exzessive Medienausgeschlachte, keine Talkshow ohne Pseudo-Fachgesimpel. Dazwischen dann immer diese Extremisten, die alle möglichen Änderungen fordern und wehement vertreten, egal wie doof oder absurd sie sein mögen.

    Man muss sich einfach mal vor Augen halten: Es ist ein Einzelfall.
    Es ist jetzt einmal passiert in wievielen Jahren und nach wie vielen Milliarden Flugkilometern?
    Aber die Konsequenzen sind, dass es unzählige neue “Sicherheitsbestimmungen” geben wird, die am Ende noch gravierendere Auswirkungen haben werden.

    Es ist tragisch, es ist schlimm. Aber es lässt sich nicht verhindern. Man kann nur das Leben Aller noch komplizierter, schwieriger und unmöglicher machen durch immer mehr Einschränkungen und Überwachungen. Das hilft aber nicht, solche Dinge zu verhindern, sondern im Gegenteil: Es wird immer mehr Betroffene solcher Maßnahmen hervorbringen, die dann wiederum Grund genug haben, durchzudrehen.
    Aber erkläre das mal diesen Hardlinern mit ihren “Aber, aber, das waren doch Kinder!”-Argumenten, gegen die man faktisch (und leider!) nicht argumentieren kann, weil dann das Hirn bei den meisten aussetzt und die Emotionen alles übernehmen.

    Und das ist ein weiterer Punkt, der mich aufregt: Da sind 150 Menschen gestorben, die meisten Medien beschränken sich aber ausschließlich auf die Schule und die Jugendlichen, so als wären alle anderen egal. Sind sie ja auch, sie sind nämlich nicht medienwirksam genug ($$$) und bringt wohl zu wenig Einschaltquoten. Auch das finde ich widerlich, ebenso dieses 24/7-Herumberichte, auch wenns nichts zu berichten gibt.

    PS:
    Ich habe mir gestern in der ZDF-Mediathek “Die Anstalt” angesehen, DAS hat mich betroffen gemacht. Am liebsten würde ich der Merkel den Hals umdrehen, was sie mit ihrer Politik den Menschen in Griechenland antut. Ich schäme mich in Grund und Boden dafür, Deutscher zu sein. Ich stehe nicht hinter dieser menschenverachtenden Politik dieses Landes, muss sie aber mittragen. In jedem Fall hat mich das richtig böse getroffen, als sie das Foto des kleinen Jungen zeigten… und sie dann einen alten Herrn dort sitzen hatten, der eben damals jener Junge auf dem Foto war und seine Geschichte kurz erzählte. Sowas treibt mir die Tränen in die Augen. Aber das interessiert keine Sau, schon gar nicht dem Mob auf der Straße und den Sackgesichtern, die sowas wie die BILD lesen und deren Hass übernehmen.

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    1. Stefan

      PPS:
      Und als ich dann zum Flugzeugabsturz dann noch dieses Ding in der Emma gelesen habe, kam bei mir so richtig die Galle hoch… Kann man denen nicht endlich mal das Maul stopfen? Diese männerhassende und -verachtende Zeitung von dieser Steuerhinterzieherin?
      War das eine Satire, was die da abgedruckt haben, oder ist das tatsächlich ernst gemeint?
      Wenn das tatsächlich ernst gemeint ist, dann haben sich die Feministinnen komplett disqualifiziert. Frauen sollten sich von solchem Müll definitiv distanzieren.

      Wer es nicht kennt:
      http://www.emma.de/artikel/frauenquote-fuers-cockpit-318639

    2. Eule

      Drei Worte zur Onlinewerbung: Adblock, NoScript, Ghostery. Mich verfolgen jedenfalls keine Angebote wochenlang. 🙂

      Politiker haben bei sowas wie einer “medienwirksamen” Katastrophe im Grunde keine andere Wahl, bzw. sie können sich eigentlich nur falsch verhalten: Wenn sich z.B. die Kanzlerin nicht äußern würde, würde sie als herzlos und desinteressiert kritisiert. Tut sie es doch, ist sie stimmengeil. Allerdings haben Politiker eine Repräsentationsfunktion (sie machen ihren Job ja stellvertretend für uns alle und in unserem Auftrag), so dass sie gerade bei grösseren Ereignissen wo es aus welchen Gründen auch immer eine breitere öffentliche Anteilnahme gibt diese dann auch verkörpern müssen, etwa indem die Kanzlerin die Absturzstelle besucht. Klar könnte das Kanzleramt auch eine Pressemitteilung herausgeben mit dem Inhalt “die zuständigen Behörden werden sich drum kümmern”, denn nichts anderes wird faktisch passieren, aber das entbehrt natürlich jedwedem menschlichen Faktor. Symbolhafte Handlungen wie ein Besuch sind zwar praktisch nutzlos aber können emotional hilfreich sein, weil duch sie die “wir kümmern uns”-Botschaft weniger abstrakt wird.

  27. Stefan

    @ Eule:
    Exakt die Kombination nutze ich auch 🙂
    Ich hab außerdem noch die PrefBar aktiv, mit der ich Cookies einfach zu- und abschalten kann, wenn sie denn erforderlich sind. Ansonsten habe ich für Cookies eine White-List für einige wenige Seiten. Skripte sind da erlaubt, wo sie gebraucht werden, ansonsten werden sie auf fremden Webseiten bei Bedarf einzeln temporär dazugeschaltet.
    Trotzdem passiert es immer wieder, dass ich Werbung präsentiert bekomme von Suchen, die ich irgendwann mal Tage davor gemacht habe. Vielleicht doch nur Zufall? Aber manchmal passt die halt echt wie die Faust aufs Auge.
    Ich habe auch keinen Google-Account, ich vermute, dass das ggf. über Amazon kommt. Oder anhand der IP-Adresse dann doch über Facebook – obwohl ich Facebook in einem getrennten Browser verwende.

    Was die Kanzlerin angeht…
    Ich finde es eben einfach unglaubwürdig.
    Auf der einen Seite fliegt sie mal schnell ins Katastrophengebiet (hätte da unser Bundespräsident nicht gereicht?), auf der anderen Seite sorgt ihre Hardliner-Politik dafür, dass immer mehr Menschen ausgegrenzt werden oder an der ausgestreckten Hand verhungern. Vielleicht ist das halt auch mein persönliches Problem mit der Regierung, ich glaube ihr eben kein Wort mehr. Sie haben zu oft gelogen und betrogen, da wirkt die Aktion auf mich eher heuchlerisch.
    Wenn sie es ernst meint, soll sie einen Hilfsfond aufsetzen, wo eben für solche Notsituationen eine Stange Geld gebunkert wird, die zumindest den Angehörigen die Sicherheit gibt, dass sich nach dem Verlust des Partners etc. nicht auch noch im Elend versinken, weil z. B. die Raten fürs Haus nicht mehr bezahlt werden können.

    Und was ich gar nicht sehen oder hören will, ist, wenn nach solchen Einzelfällen wieder irgendwelche Gesetze oder Richtlinien verschärft werden, denn das ist irgendwie alles zur Standardreaktion geworden. Denn das suggeriert nur eine Scheinsicherheit, die aber lediglich unser aller Zusammenleben zunehmend limitiert, beschränkt und gefährdet. Ich fühle mich jedenfalls aufgrund des Vorfalles nun nicht unsicherer und auch ich werde in diesem Jahr noch mindestens 4x in ein Flugzeug steigen.

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    1. holgi Beitragsautor

      Du meinst gesungen? Oder als Störer im Programm (wie die Wurfsendung eigentlich gemeint ist)?

  28. Till

    Holger, vielen Dank für deine Gedanken zum German Wings-Absturz.
    Ich hatte schon Angst ich wäre mit meiner Einstellung ganz alleine.

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  29. Rasierer Frank

    ich frag mich manchmal, warum ich es nicht wie @stefan sehen kann. heute beantworte ich mir die frage so, dass mir die kanzlerin so offensichtlich egal ist, weil das getue reine geisselei ist. ob nun weiß oder schwarz gesprochen wird, ist doch vollkommen egal. letztlich zählt, was getan wird.
    die politik gibt fortwährend antworten auf fragen, die niemand gestellt hat. darum ist die gleichgültigkeit bei mir so enorm, darum ist der unmut im volk so groß und darum können die mich alle.

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