WR341 Testapokalypse

 

wrint_heit_2014_200

Diesmal mit dem Drachenfest, Schriftstellerei, schlechten Nachrichten, Toilettentüren, Driselase, Träumen, Zukünften, Brenzn, Heckscheibenwischern, Glück, Intimrasur, Friedhofsjogging, Kanzlern, Tarzan, Mallorca, Urlaub mit Eltern, englischen Wasserhähne, ewigem Leben, Steampunk, Brötchenhälften, schwedischen Tische, Waffeln, der “Homöopathie-Lüge”, Schöffen, Knoppers, Kloverstopfung, Schwanzus Longus, und Elektrosmog.

Ohne Alex ginge es nicht. Hier sammelt sie gegen Haare.

Shownotes
von mathepauker, mrmoe

Drachenfest

00:00:00

Fnord — Holgi war am Vortag beim Drachenfest auf dem Tempelhofer Feld — Drachen — Fred Feuerstein — Super Mario — Kraken — Kleinwüchsige Menschen — Drachenläufer — "Reli macht doof und schlechte Laune." (Holgi).

Wie viele Wörter schaffst du durchschnittlich an einem Tag?

00:04:33

"Diese Frage basiert auf einem falschen Verständnis vom Schreibprozess." (Alexandra) — Schreibprozess — Daniel Kehlmann — Stephen King — Tomato Timer — Selbstdisziplin — Pomodoro-Technik — Muse — Brainstorming — Bahnhofsbuchhandel — Aphorismen — "Aber was ich immer sage ist, dass Lesen mir eine falsche Vorstellung vom Schreiben vermittelt hat." (Alexandra) — Ildikó von Kürthy — Chick lit — Mondscheintarif — Herzsprung — Sternschanze — Genre — Zerstreuung — Sportfreunde Stiller — Alster — Heldenreise — Aristoteles — Refusal of the Call — Locke — Ein ganz gewöhnlicher Jude — Ben Becker.

Michael: Sich dem stellen oder unauffällig verschwinden?

00:19:18

The Killing — Arbeitskollege — Schlipsträger — Stromberg — Tatort — Spurensicherung — Dr. House — Utilitarismus — Clubbing.

Matthias: Wieso ist dies ausgerechnet bei den Toilettentüren sehr häufig nicht so?

00:29:55

Löres — Holgi vermutet, die Türen gehen wegen des Hereineilens bei Dringlichkeit nach innen auf — Alexandra meint, es sei eine Konvention, weil die meisten Türen nach innen aufgehen ("Weil – und damit hätten wir die Antwort – nur Haustüren nach außen aufgehen." (Holgi)) .

Tori: Was ist die Driselase?

00:32:37

Driss — Defäkieren.

Anna: Was war der bizarrste Traum, den ihr im Schlaf je hattet? Und was euer schönster?

00:34:00

Alexandra träumte mal von einer schmelzenden, winzig kleinen weißen Robbe — Alice (aus dem Wunderland) — Indiana Jones — Hobbit — Surrealismus — Verliebtheit — "Nachts ist bei mir Popcornkino." (Holgi) — Veronica Ferres — Sarah Silverman — Olga Tokarczuk — "Ich bin auch nicht jeden Tag irgendwie nett. Das heißt, ich kann auch nicht von allen erwarten, dass sie jeden Tag nett sind." (Holgi).

Daniel: Lasst ihr auf einer Brezel das Salz und esst es mit oder pult ihr es ab?

00:57:09

Holgi lässt es drauf, Alexandra tun die Salzbrocken im Mund weh — Brezel — Hamburg Hauptbahnhof — Franzbrötchen — Zimtschnecke.

Markus: Mein Leben lang frage ich mich schon, warum Drei- bzw. Fünftürer einen Scheibenwischer besitzen, und Zwei- und Viertürer nicht.

01:00:51

Alexandra hat keine Ahnung (von Kraftwagen) — Holgi vermutet, dass das Montieren hinten komplizierter sei.

Calvin: Findet man Glück, indem man folgende Regel beachtet?

01:02:09

Anonyme Alkoholiker — Alexandra findet die Regel problematisch, weil die meisten Menschen nicht wissen, was in ihrer Macht steht — Glück — "Glück als Bequemlichkeit funktioniert für mich persönlich nicht, also gar nicht." (Alexandra) — S-Bahn Berlin — Paradies — Mark Twain — Maxime — Herr Rossi.

Ronny: Geschlechtsteile, männlich wie weiblich – mit oder ohne Haare?
01:05:43

Schamhaar — Ekel — Diskurs — Schamhaarentfernung — Infantilisierung — Sexualisierung — Peaches.

Kaspar: Darf man auf dem Friedhof Joggen gehen?

01:16:44

("Ja, darf man – warum denn nicht?" (Holgi))  — Auf einem schönen Friedhof wäre ein joggender Holgi sicher vor Fahrradfahrern und Hundebesitzern mit ihren Tieren — Holgi würde auf einem Friedhof sogar Picknicken — Naherholung — Alexandra spricht sich gegen eine Stigmatisierung der Friedhöfe aus — "Mir ist der Friedhof nicht heilig, überhaupt nicht." (Holgi) — Friedhofsrecht — Holgi versteht nicht, warum menschliche Leichen nicht einfach in Müllverbrennungsanlagen entsorgt werden — Kadaver — Friedhofszwang.

Marco: Hättet ihr lieber Schröder oder Merkel als Kanzler und warum?

01:21:32

Beide sind für Angela Merkel, Holgi allein schon aus ästhetischen Gründen — Emporkömmling — Pokémon — Piratenpartei.

Patrick: Warum hat Tarzan eigentlich keinen Bart?

01:23:52

("Der Bart ist einfach das Zeichen der patriarchalen Zivilisation schlechthin. Und die Natur ist weiblich. Und Tarzan – soll das nicht der Mensch sein, der in der Natur, fern der Zivilisation, abseits von menschlichen Einflüssen aufgewachsen ist?" (Alexandra))  — "Plausibilität ist meistens ein Hinweis darauf, dass es völliger Unsinn ist. Aber es ist tatsächlich sehr plausibel. Ich finde das nachvollziehbar." (Holgi) — Rudyard Kipling — Das Dschungelbuch — Hipster (mit ihren Bärten) — Portlandia.

Daniel (an Holgi): Kannst du eine Sehenswürdigkeit auf Mallorca empfehlen, die noch nicht jeder Tourist gesehen hat?

01:27:22

Palma de Mallorca — Krippe in der Fundación Bartolomé March — Brokatstoff — Pieter Bruegel.

Daniel (an Alexandra): Würdest auch du mit deinen Eltern in Urlaub fahren?

01:30:11

Langnese — Vodafone — Für Alexandra ist wegen ihrer Lebenssituation Urlaub mit den Eltern unschön.

Roland: Wieso werden in englischen Waschbecken zwei getrennte Wasserhähne für warmes und kaltes Wasser verbaut?

01:33:02

Mischbatterie — Holgi vermutet Tradition als Grund.

Holger: Würdet ihr das Geschenk des ewigen Lebens annehmen, auch wenn Familie und Freunde es nicht erhalten könnten?

01:34:08

Alexandra würde es nicht wollen, Holgi schon — Vampir — Interview mit einem Vampir — Alexandra würde durchaus gerne Zeuge dessen, was die Menschheit noch von sich gibt, werden.

Lilly: Wie findet ihr Steampunk?

01:36:50

Steampunk — Beide finden Gefallen an der Ästhetik — Holgi weist auf den Komfortverlust (Lärm und Gestank) und den Platzbedarf einer Dampfmaschine hin — Ottomotor — Retro-Futurismus.

Valentin: Bevorzugt ihr die obere oder die untere Hälfte eines Brötchens?

01:40:23

Holgi und Alexandra bevorzugen die obere — Alexandra macht es aber auch vom Vorhandensein von Körnern oder Mehlschichten abhängig.

Jochen: Was sind schwedische Tische und wie kam es zu diesem Unfall?

01:41:41

"Das kann die Wrintheit nicht leisten. Wir beantworten ja auch nur fast alle Fragen wrintheitsgemäß." (Holgi).

Simon: Wären das dann mehr so die flachen herzförmigen oder die dicken belgischen Waffeln?

01:43:49

Waffel — Ist Joachim Gauck noch im Amt? — Crème fraîche.

Jens: Kennt ihr das Buch "Die Homöopathie-Lüge" – wenn ja: ist es lesenswert?
01:45:10

"Kann man lesen, kann man aber auch lassen." (Holgi) — Die Homöopathie-Lüge — Chemtrail.

Marcel: Würdet ihr das auch machen?

01:45:56

Jugendschöffe (Ehrenamtlicher Richter)  — Technokratie — Gnade vor Recht ergehen lassen — Urteilskraft.

Martin: Wie isst man Knoppers richtig?

01:48:21

"Einfach rein in den Schlund!" (Alexandra) — Knoppers — "Man isst das gar nicht. Das schmeckt nämlich nicht." (Holgi).

Was macht man, wenn man bei jemandem zu Gast ist, da auf die Toilette geht (groß) und das Klo dabei verstopft?

01:49:20

Toilettenpapier — Holgi rät dazu, den Gastgeber zu benachrichtigen — Alexandra meint, man könne durchs geöffnete Fenster flüchten.

Aljoscha: Was hat es damit auf sich?

01:50:58

Unnützes Wissen 3 — Śmigus-dyngus (Schwanzus Longus – aus "Das Leben des Brian")  — "Pilatus war Pole!" (Holgi) — Ostermontag — Słubice — Wasserpistole — Ice Bucket Challenge.

Sami: Wie kann ich ihn davon überzeugen, den Router nicht mehr auszuschalten, ohne ihn anzuschreiben, weil er dumm ist und mich daran hindert, nachts ein normales Leben zu führen?

01:54:34

"Kauf dir deinen eigenen Router." (Holgi) — Holgi hält die meisten Verschwörungstheoretiker für denkfaul und überheblich — Elektrosmog — Angststörung — Radioaktivität.

Obligatorische Höflichkeitsfrage von Leisure: Wie geht es euch denn?

01:59:33

"Top Banana!" (Alexandra) — Holgi geht es eigentlich auch gut, er ist aber wie immer viel zu gestresst und sieht eine Erkältung aufziehen.

73 Gedanken zu „WR341 Testapokalypse

  1. -gb-

    Wegen der Zukunft, da gibt es ein Buch von 1972.

    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Limits_to_Growth

    Das ist verständlich geschrieben und ist durchaus wissenschaftlich, die Autoren schreiben darin auch sehr oft, dass das was sie simuliert haben keine Vorhersage ist, sondern ein Modell dafür, wie exponentielles Wachstum bei limitierten Rohstoffen irgendwie ausgeht.
    Das Buch gucken aich alle Paar jahre Wissenschaftler an und gucken in wieweit dieses Modell mit der tatsächlichen Entwicklung seit damals übereinstimmt. Und es stimmt relativ gut überein mit genau der Prognose für den Fall, dass die Menschheit ihr Verhalten nicht ändert.
    Hier ein Bericht aus 2014 dazu:
    http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/sep/02/limits-to-growth-was-right-new-research-shows-were-nearing-collapse?CMP=fb_gu

    Das witzige ist, dass da in dem Buch durchaus Szenarien drinnen sind wie dauerhaft stabiler Wohlstand machbar wären, aber, dafür ist es jetzt zuspät.
    Exponentielles Wachstum geht am Ende eben extrem schnell wie in dem Beispiel mit dem Seerosenteich. Man hat einen Teich mit Seerosen, jeden Tag verdoppelt sich die von den Seerosen verdeckte Fläche. An welchem Tag wird der Teich zur Hälfte zugewachsen sein?

    Es ist der letzte Tag befor der ganze Teich zugewachsen ist. Wir haben verloren, die Zukunft wird wohl hässlich, wir müssen unseren Wohlstand härter verteidigen und wohl auch etwas arbeiten für das man auch in Zukunft noch was zu Essen bekommt. Wann das anfängt mit dem Niedergang ist unklar, aber noch vor 2100. Und die haben in dem Buch extrem optimistische Annahmen zu den verfügbaren Rohstoffen gemacht – selbst wenn heute nochmal die gleiche Rohstoffmenge neu gefunden würde, dann würde das nur wenige Jahrzehnte länger reichen.

    -gb-

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  2. -gb-

    Und zur Behaarung:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Domestizierung

    Und warum sollte das nur die Tiere betreffen, dass diese Haare verlieren und sonst wie “verkindlichen”? Ich finde das traurig. Früher lief James Bond mit Haaren stolz am Strand herum, heute muss alles glatt sein. Ganz ohne Grund.

    Ich trage auch Fell, also etwas, da kommt man sich schon komisch vor im Freibad. Es ist nämlich nicht so, dass Jder den Anderen so wie der ist respektiert, sondern nein, andere Leute machen dann Aüßerungen dazu dass man Haare auf dem Bauch und auf der Brust hat (ich bin ein Mann).

    So wird das aber auch vorgemacht in der Werbung, in Filmen, … genauso wie dass Frauen dünn sein müssen, das wird denen auch immer eingetrichtert, also normalerweise empfindet man einen gesunden Menschen als schön, nicht aber total dünne Unsportliche. Ich mag auch lieber Frauen die eben normalgewichtig und etwas sortlich/nicht bewegungsfaul sind als welche die zwar dünn und schlank aber auch total schwach sind. Der Sinn für das was gesund ist fehlt irgendwie.

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  3. Rolf

    Autos mit Kofferraum (2 oder 4 Türer) brauchen keinen Heckscheibenwischer, weil die Wirbelschleppe aus Regenwasser und Dreck nicht bis an die Heckscheibe kommt. Der Kofferraum hält sie auf Abstand. Das saubere Wasser vom Dach läuft meist zusätzlich hilfreich über die Scheibe.

    Bei den Autos mit Heckklappe klatscht dieser Wirbel voll auf die Scheibe und man braucht den Scheibenwischer um den Schmodder runter zu kriegen.

    Mein erster Golf 1976 hatte keinen – und auch nix an Spoilern, Abreißkanten und anderem, was heute so das Autoheck ziert. Da war nach 5 Minute Regefahrt Schluss mit der Sicht nach hinten – bei Nacht konnte ich mit Mühe noch die Scheiwerfer erahnen.

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    1. holgi Beitragsautor

      Der Ford Focus hatte früher einen Heckwischer trotz Stufenheck. Das fand ich immer ein wenig irritierend 😀

    2. Konrad

      Ich bin froh, dass ich an meinem Skoda Rapid trotz Stufenheck den (optionalen) Heckscheibenwischer habe. Das Wasser, was fast nur vom Dach geflossen kommt, ist zwar sauber, aber durchschauen kann man bei Regen trotzdem nicht.

  4. Ermel

    Zur Scheibenwischerfrage: Autos mit Hecktür sind meistens Kombis oder Steilheck-Limousinen (Golf-Form). Bei denen reißt der Luftstrom schon über der Heckscheibe ab, d.h. der Luftwirbel hinter dem Auto reicht bis über die Heckscheibe, und sie wird beim Fahren auf nassen Straßen naß und verschmutzt. Daher der Heckwischer.

    Autos ohne Hecktür sind meist Stufenhecklimousinen. Die sind in der Regel so geformt, daß der Luftstrom über die Heckscheibe nach unten/hinten fließt und erst am Ende der Kofferraumklappe abreißt. Entsprechend bleibt bei denen die Heckscheibe sauber.

    Keine Regel ohne Ausnahme: die meisten Schräghecklimousinen (also etwa die Form eines alten Passat oder so) haben einen Heckwischer, obwohl sie keinen brauchen, so auch mein Citroen BX. Die Ursache vermute ich darin, daß die Kunden es gewohnt sind, bei Autos mit Hecktür auch Heckwischer vorzufinden, und sowas ohne denselben nicht kaufen würden — “bäh, wat billich, der hat ja noch nich ma nen Heckwischer”.

    Umgekehrt gab es auch Stufenheckautos mit Heckwischer, manche Japaner hatten das in den 80ern. Hat sich aber nicht durchgesetzt. Braucht man ja auch nicht.

    Liebe Grüße, Ermel.

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  5. Sergey

    Zum Rätsel “Was sind schwedische Tische und wie kam es zu diesem Unfall?”

    In Russisch kenne ich den “Schwedischen Tisch”, ausgesprochen wie “schwedzkij stol”, als normales Buffet. In der russischen Wikipedia wird das zwar leider nicht erwähnt, wenn man aber z.B. auf Ukrainisch weiterklickt, findet sich dort in der Aufzählung etwas, was ähnlich klingt: https://uk.wikipedia.org/wiki/Фуршет (im Text: “шведський стіл”.)

    Antworten
  6. Christian

    Türen im Innenbereich gehen nach innen in dem Raum auf, damit man die niemandem der außen am Gang vorbeiläuft ins Gesicht haut.

    Gingen Türen nach außen auf, dann würden da ständig Leute die in den Gängen unterwegs sind gegen laufen.

    Antworten
    1. Chris

      Innerhalb eines Gebäudes ließe sich -absichtlich oder unabsichtlich- eine Tür sehr schnell zustellen/verbarrikadieren und dann im schlimmsten Falle gar nicht mehr öffnen, würde sie nach außen (in einen Flur oder so) aufgehen.

    2. David

      Ich muß in dem Zusammenhang gerade an “Big Lebowski” denken, wie der Dude seine Tür verbarrikadiert. 😀

    3. Thorsten

      Ich lernte einst, dass in manchen Staaten der USA neue Toilettentüren (wohl auch in Wohnhäusern) nach außen öffnen müssen, damit im Zweifelsfall Ohnmächtige oder Verletzte besser herausfallen können oder Retter ihnen nicht noch die Tür in die Rippen stoßen. And that’s a fact.

    4. s.m.langer

      Die Lösung wäre so einfach… einfach Türen die in beide Richtungen geöffnet werden können.

  7. Christian

    Zum Thema: Man fällt nicht hart.

    Das liegt daran, dass es bei uns noch nicht schlimm genug ist. Es gibt Analysen zum Thema wie Revolutionen entstehen. Dort ist es oft so, dass für die Menschen das Leben so unerträglich geworden ist, dass der Tod im Vergleich seinen Schrecken verliert. Im Sinne von, wenn wir nichts tun leben wir auf ewig so weiter. Wenn wir etwas tun, dann können wir schlimmstenfalls sterben müssen dann aber wenigsten nicht mehr weiterleben.

    Das ist dann der Zustand wo sich Leute lieber selbst in die Luft jagen anstatt die Zustände so weiter zu akzeptieren.

    Davon sind wir weit entfernt. Andere regionen der Welt allerdings nicht.

    Antworten
  8. Christian

    Zum Thema englische Wasserhähne:

    Das hat zwei Gründe:

    Erstens gab es in vielen britischen Häusern lange nur einen Kaltwasserkreislauf und damit einen Wasserhahn und später als Warmwasserbereitung verbreiteter war hat man einen separaten Warmwasserkreislauf gelegt und dafür einen zweiten Wasserhahn. Das war bevor es Mischer gab.

    Zweitens ist das so, weil es die Gesetzeslage in Großbritannien immer noch so fordert . Die britische Gesetzeslage schreibt vor das sich das kalte (Trink)wasser (mains water) nicht mit dem – in Großbritannien meist per Boiler oder Durchlauferhitzer erzeugte – Warmwasser mischen darf. Man befürchtet das es sonst zur Bakterienbildung im Kaltwasserkreislauf kommen kann, die sich im Trinkwassernetz fortpflanzt. Deshalb waren getrennte Wasserhähne für kaltes und warmes Wasser lange die einzige Option, da sich dort das Wasser erst im Waschbecken mischen kann. Mittlerweile gibt es auch geeignete Mischbatterien, die allerdings recht teuer sind.

    Antworten
    1. Daniel

      Die Wikipedia gibt auch noch den Wasserdruck als Ursache an:

      In Großbritannien sind zwei separate Wasserhähne (einer für kaltes und einer für warmes Wasser) verbreitet. Das hat den Nachteil, dass man sich für kaltes oder heißes Wasser entscheiden muss und keine Mischtemperatur wählen kann. Grund dafür ist der dort geringere Druck des Heißwassers. Eine richtige Mischbatterie würde das Mischen erschweren, schlimmstenfalls würde das kalte Wasser das heiße Wasser wieder in die Leitung zurückpressen. Deshalb gibt es „Quasi-Mischarmaturen“. Diese sehen wie gewöhnliche Mischer aus, haben aber zwei getrennte Ausflussleitungen. Das Wasser fließt also – neben- oder ineinander – getrennt aus einem Hahn.

  9. Sk!d

    Also ich komme auch aus Augsburg und kann bestätigen das man hier “eine Berze” sagt. Laut wiktionary ist dieser Ausdruck bayrisch https://de.wiktionary.org/wiki/Breze Ich vermute aber das aufgrund der Sprachgrenze durch Augsburg zwischen dem schwäbischen und bayrischen (sehr gut hier oben rechts zu sehen https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bischer_Dialekt#mediaviewer/File:Alemannic-Dialects-Map-German.png geht entlang des Leches) Dialekt es vielleicht doch eher auch Richtung schwäbischen Ausdruck geht.

    Antworten
  10. Christian

    Meine Assoziation bei “Schwedisches Frühstück”:
    Schweden -> IKEA -> Diese Tabletts mit Beinen zum im-Bett-Frühstücken.

    Antworten
  11. Delta

    zur Dampfmaschine :
    Nahezu alle heutigen Kraftwerke sind Dampfmaschinen
    Wasser wird durch Kohle,Gas, Kernspaltung oder gebündelter Sonnenernergie zu Dampf erhitzt und treibt dann eine Turbine an … “Dampfmaschien”
    Aber is sind eben die Riesen
    Es wäre nich schön nur Dampf zu haben aber ohne is eben auch nich …

    Antworten
  12. Nils

    Zum Thema Friedhöfe:

    Ich weiß nicht mehr, wo ich den Gedanken mal aufgeschnappt habe, aber: Friedhöfe sind nicht für die Toten da, sondern für die Lebenden.
    Den meisten Menschen wird es egal sein, ob später mal jemand über ihre Gräber joggt oder nicht – aber aus Respekt den Hinterbliebenen gegenüber würde ich doch stark davon abraten, Friedhöfe zweckzuentfremden.
    Um das nochmal zu verdeutlichen: Wenn bei einem alten Ehepaar heutzutage eine Person stirbt, dann hat die andere Person dadurch das verloren, was ca 50 Jahre ihres Lebens geprägt hat. Diesen Verlust verarbeitet man nicht an der Beerdigung (/sonstige Trauerfeierarten) und auch nicht innerhalb eines Jahres. Und wenn die oder der Hinterbliebene mehrmals in der Woche Blumen ans Grab legt, tut sie oder er das nicht so sehr für die verstorbene Person und deren Andenken, sondern eher für sich selbst, um mit der Trauer umzugehen.
    Vielleicht schlägt bei diesem Thema auch noch meine religiöse Erziehung durch, und natürlich gibt es auch andere Arten zu trauern, aber still am Grab zu stehen ist doch eine weit verbreitete und das sollte man respektieren.

    tl,dr: Bitte nicht auf Friedhöfen picknicken oder joggen.

    Antworten
  13. Dirk Moebius

    @{die Reichen besitzen das Land}
    Da zeigt sich, dass Du (leider) nicht die sozialistische Schulbildung inklusive Marxismus/Leninismus genossen hast. Also – Du hast es schon so irgendwie in den Fingern, aber noch nicht vollstaendig durchdacht.

    Nach Engels ist der Staat (also Judikative + Exekutive + Legislative) “das politische Machtinstrument der jeweils ökonomisch herrschenden Klasse”.
    So war es in der franzoeischen Monarchie, so war es in der attischen Demokratie und so ist es, selbstverstaendlich, auch im buergerlichen Parlamentarismus. Und diese Machtstellung, Vormachtstellung, die kann nur durch eine Entmachtung, durch eine revolutionaere Sitation (nach Lenin: wenn die herrschedne Klasse den Druck /so/ nich tmehr aufrechterhalten kann und die Unterdrueckten weniger zu verlieren als zu gewinnen haben) gebrochen werden.
    Uebrigens ist – das ist meine private These – nix stabiliserender fuer die jetzt herrschenden Verhaeltnisse als eine Bevoelkerung, die Angst um ihre laufenden Kredite und ihren Bausparvertrag hat und deshalb jede Veraenderung scheut.

    Antworten
  14. Sascha

    Wegen der Friedhofskultur:
    Joggen, picknicken, spazierengehen…. alles okay. Die Toten stört es nicht.

    Aber bei der Beerdigung meines Vaters ist während der Trauerrede ein Dutzend Nordic-Walking-Terroristinnen klappernd, lachend und lauthals unterhaltend am Grab vorbeimarschiert. Wenn man gerade ein Familienmitglied unter die Erde bringt, wäre so ein bisschen Anstand ‘ne prima Sache.

    Antworten
  15. GeeFive

    Ich bin doch etwas überrascht, mit welcher Selbstverständlichkeit Ihr Euch darüber einig seid, dass Reiche grundsätzlich schlecht sind und den Rest der Welt verachten. Gibt es da Fakten zu? Oder sind das viele schlechte persönliche Erfahrungen?

    @Butterbrezel: In der Stuttgarter Innenstadt gibt es dafür alle paar Meter feste Einrichtungen: die Brezelkörble … die Bildersuche von Google hilft weiter. 🙂

    Antworten
    1. JolietJake

      Du warst wohl schon länger nicht mehr auf der Königstrasse.
      Die Brezelhäußle gibt’s leider schon einige Zeit nicht mehr.

    2. GeeFive

      Ich war z.B. HEUTE auf der Königstraße und die Brezelkörble waren da – wie immer. Soll ich ein Beweisfoto machen?

  16. Tatjana

    Bei euren Kommentaren zum Tatort bin ich froh mir noch nie eine Folge angesehen zu haben. Wegen Organspenden: ich glaube als Empfänger dieses Organs hätte ich dann ein Problem damit wenn ich wüsste er hat sich geopfert. Ich möchte nicht das jemand nur für die Spende stirbt sondern seine Zeit schon gekommen ist. Nur so mein Gedanke..,

    Antworten
  17. Christian

    Wenn sie nur reich wären, hätte wohl keiner was dagegen. Wenn sie ihren Reichtum allerdings dazu einsetzen um die Welt für die restlichen 99% der Bevölkerung immer unerträglicher zu machen dann schon.

    Bertelsmann als Initiator der INSM. Die Walton-Familie und die Koch-Brüder die den Amerikanischen Imperialismus und Turbo-Kapitalismus aktiv befeuern an deren negativer Konsequenzen sie sich bereichern. Stinkreiche Saudi-Arabische Ölmilliardäre die Al Quaida unterstützen und ‘Islamismus’ exportieren. ‘Stützen der Gesellschaft’ wie Höneß für die andere Gesetze gelten als für dich und mich. Klüngelei und Mauschelei, die die Taschen einiger weiter füllt und deren Konsequenzen wir ausbaden müssen.

    Wenn ein paar tausend Leute über 99% des Geldvermögens verfügen wäre das selbst dann nicht gut, wenn sie nur Gutes damit anstellen. Es ist eine Gefahr für Demokratie und Wohlstand wenn sie es für die eigene Bereicherung einsetzen.

    Antworten
  18. Dr. Azrael Tod

    BTW: @Tarzan
    Der Typ ist halt auch einfach kein 60 jähriger, alter Mann, sondern ein jugendlicher an der Schwelle zum Erwachsenen (zumindest laut original Geschichte, filmische Darstellung zeigt ihn gerne als ausgewachsene Herkules-Figur). Klar könnte er auch in dem Alter einen Bart tragen, aber 16-jähriger mit Vollbart widerspricht halt unseren Erwartungen.

    Antworten
  19. Rolf

    Von mir aus könnte man Friedhöfe abschaffen. Aber solange sie existieren, ist Respekt und Achtsamkeit vor den Menschen angebracht, denen diese Orte wichtig sind. D.h. Joggen, pickniken und pinkeln auf Friedhöfen ist tabu.

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Und wer bist Du, dass Du zu bestimmen hast, was auf Friedhöfen tabu ist und was nicht?

  20. Jana

    Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum Intimrasur so ein Thema ist. Es gibt durchaus hygienische Gründe, bei Parasitenbefall die Haare zu entfernen. Es sieht natürlich immer etwas lächerlich aus nach einer Komplettrasur, dann wartet man halt 4 Wochen und geht danach erst wieder in die Sauna oder die Schwimmhalle.

    Antworten
    1. Turtle

      Ich finde Haare an Männern nicht schlimm, im Gegenteil, komplett rasiert im Intimbereich fände ich wohl seltsam. Wenn Männer intimrasierte Frauen gut finden, kann ich das verstehen. Denn seien wir mal ehrlich beim Oralverkehr hat man sonst ständig Haare im Mund. Als Frau nicht unbedingt, denn soweit ich weiß ist der Penis immer nackt.
      Ansonsten muss das halt jeder halten wie er oder sie will. Was ich in jedem Falle, auch Frauen, empfehlen kann: bei der Nassrasur den Schaum selbst anrühren (mit Pinsel). Trocknet die Haut wesentlich weniger aus.

  21. mxab

    #Klotüren

    Ich benutze normalerweise ein zusätzliches Papierhandtuch zum Öffnen der Türe, sofern sowas vorhanden ist. Viel ärgerlicher finde ich es aber, wenn sich die Türen der einzelnen Kabinen nach innen öffnen, aber innen zu wenig Platz ist, sodass man nach dem Kacken irgendwie über die Schüssel klettern muss, um die Tür an seinem Körper vorbei öffnen zu können. Idealerweise hat man dann noch eine dicke Jacke oder gar eine Umhängetasche dabei.

    Antworten
  22. Sebastian Ries

    zum Thema Toilettentüren:

    Ich gehe davon aus, dass Toilettentüren aus dem gleichen Grund IN den Raum auf gehen, aus dem auch Türen zu allen anderen Räumen nach innen auf gehen.
    Weil außen der “Flur” ist, also der Bereich an dem andere Leute an der Tür vorbei gehen.
    Würden die Türen nach außen, also in den Flur hinein, aufgehen, dann würde man sie sehr oft vorbeigehenden Leuten an den Kopf schlagen…

    Antworten
  23. Nothing Theta

    Zum Thema Unsterblichkeit gibt es eine ganz tolle Episode von Star Trek Voyager.
    Staffel 2 Episode 18 -> Deathwish

    Erstmal, es geht um die Q. Wer sie nicht kennt. Sie sind effektiv unsterblich und allmächtig. Es gibt nichts was sie nicht tun können.

    Und seit einer unbestimmten zeit existieren die Q. Seit einigen Milliarden jahren sicher.

    Und jetzt gebt es einen Q der sich umbringen will weil er sich blöd gesagt zu tode langweilt. Er hat schon alles gesehen, es wurde alles gesagt was gesagt werden kann und jetzt bleibt ihm nur noch nichts.
    Und dasKontinuum (oder wie man das schreibt) hat etwas dagegen und sperrt ihn quasi weg.

    Die idee der ganzen Episode regt sehr zum denken an. Ich hab es mir auch schon überlegt.
    Was würde ich tun wenn ich das ganze universum erforscht hätte? Wenn es nichts mehr zu tun gibt nachdem ich jedes geheimnis gelüftet hab. Nachdem ich schon für milliarden von jahren gelebt habe.

    Ich wollte das nur mal erwähnen
    Sorry für die text wand ^^

    Antworten
    1. Dirk Moebius

      “Erstmal, es geht um die Q. Wer sie nicht kennt. Sie sind effektiv unsterblich und allmächtig. Es gibt nichts was sie nicht tun können.”

      Ausser, offenbar, sterben. Das ist das Problem mit der Allmacht, sie ist ein Widerspruch in sich. 🙂

    2. Nothing Theta

      Jup.

      Ich hab selber ne geschichte geschrieben wo die haubtfigur Q-mässig allmächtig wird und nicht sterben kann und vor dem selben problem steht. Ich weiss nicht wie ich es lösen soll. Im gegensatz zu Star Trek versuch ich aber zu erklären wie er allmächtig wird und wieso er nicht sterben kann (alles reine fiction natürlich 😀 (Eigenwerbung FTW :D)

      In der Episode die ich angesprochen hatte stirbt der eine Q, weil er vom Kontinuum (So ne art Regierung, I guess) sterblich gemacht wurde und so sterben kann.

      Es ist halt unmöglich für menschen sich etwas vorzustellen das kein Ende hat. ^^

      (BTW: es tut mir leid, dass sich 1 oder 2 rechtschreibfehler eingeschlichen haben)

  24. Haiku M. Johann

    >Und wer bist Du, dass Du zu bestimmen hast, was auf Friedhöfen tabu ist und was nicht?

    Ich war zwar nicht gemeint, aber daß man auf Friedhöfen nicht pinkelt, grillt oder joggt gebietet doch eigentlich der Respekt vor denen, die sich dort ungestört dem Denken an Gestorbene widmen wollen. Dazu sind diese Gebiete da. Alexandra hat wohl recht, daß man “die Toten näher an die Lebenden bringen sollte”, aber manchmal will man auch liebend gern die Lebenden näher an die Toten bringen.

    Antworten
  25. Sebastian

    Wie oben schon anklang ist der “schwedische Tisch” eine im Slawischen gebräuchliche Beschreibung für Büffet. Heißt, dass beim Frühstück alle Speisen zur freien Auswahl auf einem Tisch stehen. Woher das kommt, kann ich nicht sagen. Es ist aber auf keinen Fall eine Fehlübersetzung.

    Antworten
  26. Petruss

    Moin Herr Klein, könnten sie sich nicht mal einen Gesprächspartner suchen der sich auf Ihrer Augenhöhe mit Ihnen auseinander setzen kann? Die Themen wie Intimrasuren oder Frisuren aus den 90igern sind auf Dauer öde. Es fehlt ihrer Partnerin einfach an Lebenserfahrung, die Polengeschichten aus Sicht eines Kindes sind auf Dauer nervig.

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    1. Hauke

      Schlimm, wenn man ‘nen im Kopf eingebauten Podcastclient hat, den man nicht einfach ab- oder umschalten kann, ne? Ich finde es auch furchtbar, GEZWUNGEN zu sein, mir alles anzuhören, was mir die Podcastwelt vorsetzt! Auf Dauer einfach nur öde und nervig!!

  27. tom_focus

    Zum Thema Friedhof.

    In Österreich, und besonders in Wien, ist der Umgang mit Friedhöfen weit weniger verkrampft wie es, laut einigen Kommentaren, in Deutschland zu sein scheint.

    Das geht soweit, dass zum Beispiel der Wiener Zentralfriedhof sogar als Touristenattraktion bekannt ist und beworben wir. Inklusive wöchentlicher Führungen bzw. Führungs -iPhone App.

    In den meisten Hausordnungen von Friedhöfen ist bei uns das Skateboardfahren,Inlineskaten und Reiten ausdrücklich verboten. Wegen einem Jogger würde sich aber niemand umdrehen…..

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  28. Vera

    Auch noch zu den Friedhöfen:

    Holgi, ich hab es so verstanden, dass du dich eingeschränkt fühlst, wenn irgendwer es für tabu erklärt, auf Friedhöfen nicht-trauerbezogene Dinge zu tun – also dass dir derjenige dann seine komische Weltsicht aufzwingen will. Aber wenn du diese Dinge auf dem Friedhof einfach tust, dann zwingst du andersrum demjenigen, der dort eine gewisse “Feierlichkeit” gerne haben möchte, deine Weltsicht auf. Einfach indem du Fakten schaffst. Er kann sich vielleicht wehren und mit dir anfangen zu diskutieren, aber das, wofür er auf den Friedhof gekommen ist – um in Ruhe an seinen Verstorbenen zu denken, vielleicth irgendein äußerliches oder innerliches Ritual zu vollziehen, was weiß ich – ist dann erstmal hinüber.

    Auf dem Land ist das bestimmt nicht so ein Problem, da gibts mehr als genug Natur, aber in der Stadt haben halt viele Leute ein Interesse an Friedhöfen als ruhige, naturnahe, gepflegte (…) Orte. Wenn alle es so sehen wie du (“toll, ein Ort wo ich in Ruhe laufen kann, weil sich viele andere aus (für mich unverständlicher) Rücksichtnahme nicht hintrauen”) ist es sehr bald kein ruhiger Ort mehr, weil aus welchem Grund sollen die Leute mit den nervigen Hunden und die Inlineskater und Radfahrer da nicht auch ihrem Hobby nachgehen?

    Und noch was persönliches, weil du ja um Erklärungen gebeten hast, warum Friedhöfe für viele so wichtig sind: Ich habe vor einigen Monaten einen Menschen verloren, der mir sehr, sehr nahe war und zwar nicht jemand, “dessen Zeit gekommen war” – also meine alten Großeltern oder so – sondern sehr jung, sehr plötzlich und tragisch. Es ist für mich und soweit ich mitbekommen habe für fast alle anderen Menschen, denen was ähnliches passiert ist, irre schwer, das zu verarbeiten und damit zu leben, und fast alle suchen sich irendeine Form von Ritualen, um dem Toten in ihrem Leben einen Platz zu geben, das scheint ein sehr üblicher und insofern normaler Teil des Trauerprozesses zu sein (“normal” im statistischen Sinn – nicht unbedingt in einem normativen Sinn). Dafür braucht man objektiv gesehen natürlich keinen Friedhof. Aber es bietet sich sehr an, weil es nunmal die Begräbnispflicht gibt, und einen ruhigen, festen Ort ein bisschen außerhalb des “Alltags” zu haben, hilft. Und dann stört es, wenn der “Alltag” in Form von fröhlichen Freizeitbeschäftigungen anderer allzu sehr in diesen Ort eindringt.
    Ich hänge jetzt auch nicht jeden Tag stundenlang am Grab rum, aber an manchen Tagen ist der Besuch dort sehr hilfreich, um einen Raum zu schaffen, wo man Platz für die Trauer hat. Auch wenn ich mich natürlich auch einfach in mein Wohnzimmer setzen und an ihn denken kann – es ist was anderes.

    Versteh mich nicht falsch, das ist *mein* Umgang damit und der von vielen anderen, aber nicht allgemeingültig und nicht der einzig richtige. Niemand “muss” auf diese Art mit einem Verlust umgehen. Aber ich wünsche mir schon eine gewisse Rücksicht auf Menschen, die einen Friedhof auf diese Weise nutzen – wenn sich da neben mir eine fröhliche Picknickgruppe niederlassen würde, wäre “meine” Form der Nutzung damit unmöglich gemacht und ich finde – so rein gefühlsmäßig – wiegen die Interessen von jemandem, der um seinen Partner, einen Freund oder sein Kind trauert, höher als die von jemandem, der in der Stadt leben und trotzdem einen der wenigen ruhigen Orte dort für sein Freizeitvergnügen nutzen will.
    Das ist auch eine Form von “Gnade vor Recht”, was du später in anderem Zusammenhang sagtest. Selbst wenn es nicht in der Hausordnung explizit verboten ist – wenn du weißt, dass der Friedhof für einen nicht unerheblichen Teil der Menschen ein Ort ist, um auf eine bestimmte Weise mit ihrer Trauer umzugehen, kannst du darauf Rücksicht nehmen, auch wenn du persönlich mit einem Verlust anders umgehst.

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    1. holgi Beitragsautor

      Ich habe vor vielen Jahren auf einem Friedhof in Köln Filmdreharbeiten durchgeführt. Dabei unterhält man sich zwangsläufig mit dem Personal, das dort arbeitet. Der Oberaufseher klagte seinerzeit, dass viel zu wenige Menschen die Friedhöfe als Naherholungsgebiete nutzen würden, denn immerhin würden sie sich große Mühe geben, die Parks zu gestalten. Seitdem bin ich nicht mehr wirklich in der Lage, ein Konzept wie “Totenruhe” sinnvoll zu verargumentieren. Gleichwohl denke ich, dass man den Menschen ihre Götter lassen soll – nur bitte auch ausschließlich dort, wo sie hingehören: Ins Privatleben. Spätestens mit der Bestattungspflicht wird das Ganze aber öffentlich und dann möchte ich das auch politsch verhandelt haben, was ein Hinweis auf “Pietät” nunmal nicht ansatzweise ist.

      Ich glaube außerdem, dass “Pietät” heutzutage hauptsächlich zum krampfhaften Versuch gehört, den Tod so weit wie möglich aus dem Alltag auszublenden. Ihn einzublenden, muss nicht gleich bedeuten, auf Friedhöfen Parties zu feiern oder laufende Begräbnisse anderweitig zu stören – warum man dort jedoch nicht auf den Wegen laufen oder auf den Wiese sitzen und etwas essen, trinken und lachen soll, erschließt sich mir genauso wenig, wie eben die Bestattungspflicht (die noch eher, denn da geht es um viel Geld für die Bestatter und die Kirchen), die ich sogar für eine Unverschämtheit halte. Aber das ist ein anderes Thema.

      Oder vielleicht auch nicht. Würde die Bestattungspflicht aufgehoben, könnte man vermutlich überhaupt erst diskutieren, was mit Friedhöfen zu geschehen habe. Denn immerhin könnte ich es ja auch für angemessene Trauer halten, betrunken Seemannslieder am Grab meines Onkels zu singen. Und wer will mir das mit welcher Begründung verbieten, wenn man mich zwingt, auf dem Friedhof zu trauern.

    2. Vera

      Zum ersten Absatz: Ich finde auch nicht, dass nur Trauernde Friedhöfe betreten dürfen, da “darf” man von mir aus gern spazierengehen und die Natur genießen.
      Ich finde es schwierig, dass du das Bedürfnis nach einem ruhigen “außeralltäglichen” Trauerort so umstandslos mit Religiosität verbindest – ich bin nämlich überhaupt nicht gläubig und finde es trotzdem schön, einen solchen Ort zu haben (und freue mich, wenn er von anderen auch als solcher respektiert wird). Du hast aber recht, dass das ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess ist und auch sein sollte, den man nicht mit einem “aber die Totenruhe!!!” ersticken sollte. – aber auch nicht mit einem “ist doch alles nur Aberglaube, ich mach hier was ich will!!!”.

      Die Aushandlung der Interessen wird erschwert oder verhindert einerseits durch das Totschlagargument auf der einen Seite (“Totenruhe!!!”), andererseits aber auch wenn die andere Seite sich einfach das Recht des Stärkeren nimmt und – überspitzt gesagt – auf dem Friedhof ne Party feiert.

      Zum zweiten Absatz: Meinetwegen kann man die Bestattungspflicht abschaffen, solange man keine Auf-den-Müll-schmeiß-Pflicht stattdessen einführt. Mir persönlich war es ein Bedürfnis, ein Abschiedsritual (oder mehrere) zu haben, das auch den Körper des Verstorbenen mit einbezieht – wenn das anderen anders geht, sollen sie dazu nicht gezwungen werden.
      Komischerweise ist das (Begräbnis, Besuche auf dem Friedhof, Schaffung von ruhigen Momenten und Orten) für mich gerade ein Weg, den Verlust und die Trauer in meinen Alltag und mein Leben zu integrieren – nicht sie auszublenden, sondern ihnen Raum zu geben.

      Vielleicht muss es einfach beim “Die Menschen sind halt verschieden” bleiben, manche stört es wenn andere erkennbar den Friedhof als Park nutzen und dabei so laut sind, dass man sie nicht ignorieren kann; andere stört das überhaupt nicht oder sie finden es sogar gut. Vielleicht liegt die Lösung darin, solche und solche Friedhöfe zu haben, wie Ruhe- und Handywagen im ICE 😀

      Und für mich – wiederum persönlich, nicht allgemeingültig – ist es ein Unterschied, ob jemand auf dem Friedhof “trauerbezogen” Lärm macht (… am Grab singt oder sich unterhält, auch gern fröhlich oder lachend) oder offensichtlich nur “aus Spaß”. Vielleicht auch, weil ich mich im zweiteren Fall als Trauernde, vielleicht weinend oder so, neben der fröhlichen Picknickrunde irgendwie fehl am Platz fühlen würde – und im ersteren Fall irgendwie mit dem anderen verbunden.

    3. flyingtoaster

      Muss man wirklich darüber diskutieren, ob man über einen Friedhof joggen sollte?

      Selbst als größter Atheist und völlig abgeklärter Mensch, der mit seiner Trauer souverän umgeht, wird man erkennen können, dass damit Menschen, die den Friedhof zum Trauern und Grabpflege besuchen, gestört werden könnten.
      Wenn man also ein respektvollen Umgang miteinander anstrebt, lässt man das Joggen über den Friedhof einfach sein, unabhängig davon ob man es formal dürfte oder ob man das, was die alten Menschen da tun, für total bescheuert hält. Es geht nicht um die Toten, die da verwesen, sondern um die Menschen, denen nicht zu unrecht ein joggender Mensch, auf einen Friedhof unpassend erscheint.

      Wenn man zu Zeiten läuft, zu denen trauernde Menschen auf dem Friedhof relativ sicher nicht anzutreffen sind, ist das Joggen natürlich in Ordnung.

      Urinieren sollte man auf dem Friedhof vielleicht generell unterlassen, denn Friedhöfe werden intensiv gepflegt und es muss ja nicht sein, dass die Friedhofsgärtner mit den Hinterlassenschaften anderer Menschen in Berührung kommen.

  29. susealiaspaul

    Zum Thema auf dem Friedhof joggen (oder ähnliches):
    Ob man künstlich Respekt vor den Toten heraufbeschwören muss, bleibt fraglich. Ist auch nicht so meins.
    Aber auf Friedhöfen tummeln sich auch Lebende, die mitunter wohl gerade n beschissenes (Gefühls)Leben haben, weil sie noch um die Toten trauern. Wenn die auf den Friedhof gehen, um den Tod ihres geliebten Menschen zu verarbeiten und vielleicht zur Ruhe zu kommen, und dann rennt alle zwei Minuten ein schweißgetränkter Jogger vorbei oder 3m weiter lässt sich ein kicherndes Pärchen zum Picknick nieder, dann finde ich das schon respektlos.

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  30. Berlitz

    Ich finde, ihr urteilt zu schnell, wenn ihr Rauchen oder Intimrasur (zumindest größtenteils) als Unterschichtenphänome. In der unteren und mittleren Mittelschicht beobachte ich bei der Elterngeneration, insbesondere den Männern, das Bestreben rachfrei zu werden, bei der Jugend hingegen ist es immernoch verbreitet, obwohl es nicht mehr “verboten” ist und man auch nicht mehr seine Coolheit unter Beweis stellen muss.
    Was die Intimrasur betrifft, so ist der Ekel, den heute alle ca. 13-30 Jahren verspüren oder spüren müssen, Bestandteil einer sexuellen Norm, und eine Nichtanpassung ist ein Regelbruch, der den Großteil des Sexmarkts unzugänglich macht. Es ist ein Ekel, der mit Gedanken an Ungepflegtheit gekoppelt ist, als hätte man Wochen lang nicht geduscht. Man versucht sich also von der “Unterschicht” loszulösen. Auch die Intimrasur ist eher ein Phänomen aus der Mitter der Gesellschaft. Jeder will halt Sex haben und es werden Regeln geschaffen, an die man soll halten soll, die einem aber auch nicht Sex garantieren, sondern nur bei Nichtbeachten ausschließen. Wie diese Regeln lauten ist dabei vollkommen irrelevant.
    In asiatischen Ländern, z.B. Japan ist die Praktik der Schamhaarentfernung unüblich und in pornographischen Inhalten auch nur dann gegeben, wenn Darstellerinnen minderjährig wirken sollen.

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  31. Okeo

    zu “Wie isst man Knoppers richtig?”:
    Man isst es natürlich wohl! Weil quietschsüß.
    Und man kann es essen wie alle Dinge mit Keks oben/unten und Schoko dazwischen (Hanuta, Prinzen-Rolle), indem man die Deckel so weit wie es nur geht abkanppert und dann das Süße noch konzentrierter hat 🙂
    Mnnommm mmnom mnom

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  32. Mona

    Schwedische Tische ist Buffett, auf jeden Fall ist шведский стол ( schwedischer Tisch) auf russisch eben dies. Die Slawen sagen dem Schweden viele negative Eigenschaften zu, ist kulturbedingt. So ist zum Beispiel die schwedische Familie eine Patchworkfamilie. Der Schwede ist halt uncool.

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  33. Daniel

    Hi,

    zum Ekel wollte ich anmerken, dass ich keineswegs den Eindruck habe, dass der angeboren waere. Vielmehr sieht mir der erlernt aus. Meine 2-jaehrige Tochter ekelt sich zumindest vor nichts, faengt aber an zu Dingen “Baeh” zu sagen, die wir fuer eklig halten.

    Daniel

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  34. Jenni

    Hallo Holger und hallo Alexandra,

    nach dieser Folge “Wrintheit” habe ich mich entschieden Euch mal einen hochachtungsvollen Gruß dazulassen und mich als stiller Fan zu outen. Ich neige ja weder zu Superlativen, noch dazu das Wort “Liebe” in amerikanischer Tradition überzustrapazieren, aber: dieses Mal habt Ihr Zwei wirklich einer der besten Folgen der Wrintheit abgeliefert. Und das kann ich mir auch nicht verkneifen: <3 Mit wahlweise nickendem oder schüttelndem Kopf konnte ich meine Begeisterung kaum zügeln. Diesmal war alles dabei, was es braucht um mich von meinen alltäglichen Sorgen abzulenken: Witz, Charme, Politik und Kapitalismuskritik, Körpersoziologie, Heimatgefühl und Seelsorge.
    Ich höre Wrint schon eine Weile und liebe diese sehr besondere und einzigartige Art und Weise der Themenaufbereitung und Umsetzung. Die Wrintheit zählt jedoch zu meinen Lieblingen. Ihr beiden seid für mich das Dream-Team des kleinen Wrint-Universums. Die Harmonie zwischen Euch beiden stimmt und ich denke charaktermäßig ergänzt Ihr Euch wunderbar. Wo Holger manchmal zu brachial und direkt ist, ist Alex sanft, aber bestimmt – und es braucht unbedingt beides! Ihr schafft es Perspektiven aufzuzeigen, die nicht nur interessant, sondern auch herausfordernd sind. Da zeigt sich, was Teamarbeit ausmacht: das Zusammenwerfen von heterogenen Ansichten und Qualitäten aus dem ein Pool der Kreativität und Wissen entsteht, der nur so möglich ist. Eine Eins rauf mit Mappe habt Ihr Euch vor allem für die Themenwahl verdient. Mal ehrlich, wer traut sich schon so schonungslos, ehrlich und radikal über eine Bandbreite gesellschaftlicher, sozialer, politischer und menschlicher Themen zu sprechen?

    Es ist spannend zu hören, dass Ihr dabei bei Euch selbst bleibt, insbesondere Holger ist so schön, wie sagt man noch Eins-zu-Eins. Ich bin nicht bei allem Eure Meinung und bei manchen Aussagen stellen sich mir die Nackenhaare auf, aber genau das macht es so hörenswert. Das Anecken, aber auch Einlenken. Es menschelt hier gewaltig, und das ist gut so!!

    Ich habe jetzt wohl ziemlich dick aufgetragen, aber das konnte ich mir angesichts der Tatsache, dass mein Bauch von den gestrigen Lachattacken so herrlich schmerzt als hätte ich 100 Sit-Ups gemacht, nicht verkneifen. Danke Alex, danke Holger.

    Lieber Gruß aus Tempelhof
    Jenni

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  35. Ralph

    Hallo,

    bzgl. Elektrosmog, hört euch mal den Bildsprache Podcast Folge 10 von Nico Herzog an, sehr zu empfehlen.
    Toller Podcast Holgi!

    Schönen Tag noch

    Gruß
    Ralph

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  36. Daniel

    Hey, ich sollte mich melden ob ich schon auf Mallorca war, wegen der Krippen besichtigung.
    Als ich die Folge gehört habe war ich gerade 2 Wochen aus dem Urlaub zurück xD
    Aber das war sicherlich nicht mein letztes mal das ich auf Mallorca war.

    Gruß Daniel

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  37. André P.

    Zwar spät gehört, aber doch noch kommentiert:

    Eine Freundin arbeitet in einer chirurgischen Praxis und warnt eindringlich vor dauerhafter Intimrasur. Im Verlauf der letzten 15 Jahre registriert sie einen exponentiellen Anstieg von Abzessen und anderen entzündlichen Hautproblemen im Achsel- und Intimbereich beider Geschlechter.

    Und Holgi: Du forderst von deinen Mitmenschen in allen deinen Sendungen mehr Rücksichtnahme untereinander ein. Vielleicht magst du unter diesem Aspekt noch einmal deine Einschätzungen zum Friedhof überdenken? Das Wort hat übrigens nichts mit Frieden auf dem Hof zu tun, sondern es bezeichnet den umfriedeten Hof, also einen eingezäunten und geschützten Raum.

    Danke für deine reichhaltigen Sendungen!
    André

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  38. Micha

    Sorry, bin spät dran, ich glaube ich habe zu viele Podcasts abonniert.
    Habe eine polnische Kollegin gefragt: schwedische Tische ist wie oben auch schon beschrieben, ein Buffett, oder auf Hipsterisch: All You Can Eat. 😉
    Und dieses Schmingus Dingus Ritual kannte sie auch. Ihr wurde mal ein Rohr verlegt, also ein Wasserrohr, ins Bett, mit entsprechenden Folgeschäden für Einrichtung und Fußboden. Die Polen haben Humor 🙂

    Danke für WRINT!

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