WR334 Landtagswahl 2014 in Sachsen

 

wrint_2014_zumthema_200Am 31. August 2014 haben die Sachsen ihren Landtag gewählt. Dabei gab es einige interessante Ergebnisse, die – zumindest in meiner Filterblase – für reichlich Empörung und Unverständnis gesorgt haben.

Thomas Brandt ist Sozialkundelehrer und erteilt mir regelmäßig Politikunterricht. Guter Grund, die Sachsenwahl mit ihm zu besprechen.

Vier Links gibt’s auch:
Analyse (in Grafiken) bei der Tagesschau
Die Wahl beim Statistischen Landesamt Sachsen
Durchschnittsverdienst bundesweit

Und falls ihr Thomas was in den Hut werfen wollt: Bitte hier entlang!

51 Gedanken zu „WR334 Landtagswahl 2014 in Sachsen

  1. Dr. ISO

    WOW! Das nenn’ ich mal tagesaktuell. Respekt.
    Freu’ mich schon d’rauf! Vor allem die Tatsache, dass nichtmal die Hälfte der Sachsen es für notwendig erachteten zu Wählen. Holgi kann sich nicht genug darüber aufregen, IMHO!

    Erstmal Dan Carlin fertig hören und dann ist der neueste WRINT dran…

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  2. Carl

    Diese WRINT hat mich echt depressiv gemacht, aber sie ist gut. ich wohne in MV und sitz im Rollstuhl und die vom Arbeitsamt sagen mr im Bundesland bewerben , weil ein Umzug währe ja so schwierig. Ist tatsächlich auch so. Nur als Rollstuhlfahrer sagen prinzipiel erstmal nicht so viele wir nehmen dich. Ja das ist irgendwie verzwickt das ganze.

    Ich geh auch nur Wählen, weil ich die NPD kleinhalten will oder das sie im idealfall aus dem Schweriner Schloss , bei der nächsten Landtagswahl rausfliegen soll.

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    1. Carl

      P.S. ich habe mich versucht politisch einzusetzen , ich wurde von den Grünen ignoriert. Wahrscheinlich aus scham, weil sie dan zugeben müssten , dass sie nich wissen , wie sie mich Integrieren können.

    2. Thomas

      Irgendwie klingt das alles so traurig. Dabei machst du eigentlich Hoffnung mit dieser Einstellung zum Wählen und dem politischen Prozess. Denn das ist die Art, wie ich mir wünsche, dass jeder damit umgeht.

      Ich denke, dass du eigentlich viel mehr Beteiligung erleben solltest. Vor allem, weil du schon politisch aktiver bist, als so manch anderer. Dazu bist du eine Stimme, die man auch hören sollte. Gib nicht auf, wenn die Grünen dich nicht wollen, dann versuche jemanden zu finden, der es tut. Vor allem jemanden, der wirklich deine Interessen vertritt. Ansonsten: mach einfach noch mehr mit und organisiere dich mit anderen Menschen, denen es geht wie dir. Besonders gegen diesen Quatsch vom Arbeitsamt. Neben Parteien gibt es auch Vereine und Bürgerinitiativen, die politisch aktiv werden können.

  3. Benne

    Sehr informative Sendung, da ich jetzt nicht auf die Idee gekommen wäre mir die weiteren Statistiken anzuschauen.

    Welches Bild ich erschreckender finde ist die absolute Verteilung mit Nichtwählern drinnen und da empfinde ich ja mal statt der Wahlpflicht die Idee besser diese Sitze einfach leer zu lassen. Und dann eine nicht abgegebene Stimme als “Nein” zu werten, was das Parlament in Sachsen nicht beschlussfähig machen würde. Weil dann bei einer Wahlbeteilung von ~60% dann Koalitionen von 4-5 Parteien eventuell notwendig machen und sich dann die Parteien überlegen müssen, ob sie lieber kompliziert regieren wollen bei einer kleiner Wahlbeteiligung oder dann doch lieber einfach regieren bei einer großen Wahlbeteiligung und dann dafür sorgen müssen, dass Leute auch wählen gehen.

    Schlimmer kann es glaube ich nicht werden, da man immer noch verwaltet werden kann und damit läuft es ja dann doch noch halbwegs.

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    1. Thomas

      Nunja, Belgien hat mehrere Jahre ohne Regierung gut funktioniert. Ich denke allerdings, dass reine Verwaltung eben keine gesellschaftlichen Probleme löst. Was ich mir immer vorstelle ist, tatsächlich die Prozentzahlen mal relativ zu den Nichtwählern anzugeben. Dann hat die CDU nämlich gerade mal 20% und kann für sich keine Mehrheit der Gesellschaft mehr in Anspruch nehmen.

      Generell braucht das mehr mediale Aufmerksamkeit. Es wird die Wahlbeteiligung meist nicht mit dem Ergebnis verknüpft sondern separat behandelt, dabei gehört sie zu den Äußerungen der Wähler.

  4. Christian Berger

    Naja, nicht wählen zu gehen ist für mich so wie unfreie Software zu benutzen. Manchmal kann man halt nicht, aber wenn man es nicht macht gibts große Probleme. Beim Nichtwählen wird es halt braun oder schwarz, bei unfreier Software kriegt man halt DRM und so.
    Und beides sind aus der Verfassung abgeleitete Bürgerrechte. (Vertraulichkeit und Integrität Datenverarbeitender Systeme)

    Für mich ist die Benutzung freier Software ebenso teil meiner politischen Beteiligung an der Gesellschaft wie Wahlen. Was für mich aber nicht bedeutet, dass es beim einen oder anderen einen Zwang geben sollte.

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  5. dmw

    Vorweg: Falls es auch irgendwo allgemeine Kommentare zu Wrint gibt hab ich die nicht gefunden weshalb ich das mal einfach hier rein poste. Es betrifft die Feeds.

    Also genau genommen geht es um den Sammel-Feed. Mein Radio lädt und parst diesen jedesmal neu wenn ich Wrint auswähle – was aufgrund er zunehmenden Größe des Feeds immer länger dauert und langsam aber sicher lästig wird.
    Deshalb meine Frage: Wäre es mit vertretbaren Aufwand möglich auch noch einen Sammel-Feed bereit zu stellen der bloß die letzten 10-20 Folgen enthält? Falls nicht würde ich so einen bauen.

    Ansonsten jedenfalls mal vielen Dank für die unzähligen Stunden Unterhaltung und schöne Grüße aus Österreich.

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  6. Jonathan

    Ich muss Holgi in einem Punkt widersprechen. Anders als die Welt hat die Bild nun wirklich nicht die AfD großgeschrieben. Ganz im Gegenteil; Sie wurde in auffälliger Weise ignoriert. Das ist gerade in Anbetracht des Migrantenhasses, den die Bild üblicherweise an den Tag legt, erstaunlich. Andererseits gehört die stereotype Bild-Klientel zu denjenigen, die unter der neoliberalen Politik, die das eigentliche Kernthema der Partei ist, zu leiden hätten.
    Ob das die Motivation ist oder im Hintergrund Vereinbarungen mit der Union laufen, bleibt zu klären.

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  7. mitsandgebaut

    Kann den “Spitzenverdienerlohn” für Dipl. – Ing. Maschinenbau, Dresden und Mittelstand so bestätigen.

    Habe jetzt auch unter Anderem deswegen gekündigt. Allerdings bis auf tarifgebundene große Ausnahmen, zahlen eben alle Scheisse – das einzige Zeichen, dass man setzen kann, kann man durch Wegzug setzen.

    Mein ehemaliger Arbeitsgeber hat das vermutlich immer noch nicht kapiert, dass es unter anderem auch um seinen Witzlohn ging. Der wiegt sich noch in Argumenten wie “Mit Lohn können wir hier natürlich nicht punkten, aber dafür mit tollem Arbeitsumfeld und einer tollen Stadt”.

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  8. M@rkus

    Mein Senf als Dresdner zur Wahl…

    Wie wurde in Sachsen von Mitte/Rechts Wahlkampf gemacht? Mit einem Hauptthema: Sicherheit, Sicherheit und nochmal Sicherheit.
    Wie sicher leben wir in Dresden? (CDU)
    Priorität Sicheres Sachsen (CDU)
    Sichere Grenzen (AfD)
    Familien schützen (AfD)
    Kinder vor Drogen schützen (AfD)
    Rettungsschirme für Schulen (AfD)
    Zum Vergleich => Heimat mit Sicherheit (NPD)
    Diebe und Dealer stoppen, mehr Polizei vor Ort (FDP) => Mit diesem NPD-Slogan hat sich für mich die Sachsen-FDP abgeschossen

    Die Diskussion um den Wahltermin hatte weniger das Argument “Letzter Ferientag, keiner ist da”, sondern vielmehr “Sommerwahlkampf, Urlaub, Strand, keiner interessiert sich im Juli/August für Politik, keiner geht bei 30° auf Wahlkampfveranstaltungen”. Das halte ich dann wiederum durchaus für ein halbwegs valides Argument. In Dresden hat es obendrein am Sonntag durchgeregnet.
    Das zusammen kostet vielleicht 10 Prozentpunkte, mehr aber auch nicht. Der Rest kommt tatsächlich aus der Resignation über fehlende Alternativen in Sachsen. Die SPD findet hier nicht statt, die Linke beherbergt zu viele krude Leute, die Grünen sind schwach, die FDP schießt sich ab, Piraten ebenfalls, Nazis wählt man nicht, also geht man nicht zur Wahl.
    Unter allen Wahlberechtigten kommt die AfD auf keine 5%, die NPD auf 2%. Stützt die These von knapp fünf Prozent Idioten im Land (nicht anders als im Rest der Republik). Wird nur aufgeblasen und kritisch durch die niedrige Wahlbeteiligung.

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    1. Thomas

      Das Argument, das du da zum Wahltermin bringst, hat auch der Tillich im Fernsehen angeführt und auch ich finde es absolut nachvollziehbar nicht während der WM mitten im Sommer zu wählen.

      Die niedrige Wahlbeteiligung ist dann eben aber auch genau das Problem und die Ursache davon macht die Situation langfristig halt nur prekärer. Nebenbei kannst du bei unsicheren Menschen, die eigentlich kaum Perspektiven haben schön mit Sicherheit punkten, weil es ein diffuses Bedürfnis dafür gibt und man da immer Aktion vorschützen kann und sich nicht um sowas wie Einkommensniveau kümmern muss.

  9. Sebastian

    Sowohl in dieser Sendung als auch der letzten Kochsendung ist es wieder mehrfach passiert, dass der Gesprächspartner gerade anfängt, einen wirklich interessanten Punkt auszuführen und Holger dann mitten im Satz reingrätscht, um auch etwas zu sagen und dabei das Gespräch woanders hinzulenken. Zum Glück hat Thomas es jedes mal geschafft, doch wieder zu seinem Punkt zurückzukehren, aber Holger sollte sich doch etwas mehr darauf konzentrieren, den anderen einen Gedanken erst einmal fertig ausführen zu lassen.

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    1. sternburg

      Der Herr Klein hat jetzt schon mehrfach erwähnt, dies benötige er, weil er abstrakte Sachverhalte nur begreifen kann, wenn er über sie redet. Dem wird mit “Konzentration” nicht abzuhelfen sein. Jedenfalls nicht, ohne das Gespräch verkrampfen zu lassen, vermute ich.

      Holgi, vielleicht solltest Du aber wirklich zu den Dingen, die Deine Gesprächspartner vorhalten sollten (Mikro, Internet, was weiß ich), Stift und Papier zum fixieren und späteren Aufgreifen solcher Gedanken hinzufügen. Der Herr Baier z.B. kann das nämlich nicht so gut wie Thomas.

  10. Stefan

    Als Sachse bin ich sehr froh, dass die NPD es nicht geschafft hat. Diese Nasen im Landtag sitzen zu sehen, hat schon sehr weh getan. Angesichts des Ergebnisses muss man fast froh sein, dass nicht mehr Leute wählen waren, denn dann hätte es evtl. doch für die NPD gereicht und dass wäre dann eine echte Katastrophe mit AfD und NPD im Landesparlament. Die Analysen von Herrn Brandt sind schlüssig, bitte in Zukunft mehr davon! Insbesondere die niedrigen Einkommen und die Abwanderung gut ausgebildeter Kräfte sind in ganz Ostdeutschland ein großes Problem.

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    1. Thomas

      Danke.

      Ich muss dazu sagen, dass ich selbst ja eine ostdeutsche Herkunft habe und deswegen das Thema mich interessiert. Das findet aus meiner Sicht in den Medien jenseits von Jubel- oder Betroffenheitsberichterstattung ja leider nicht statt.

      Ich halte eine NPD im Landtag übrigens für Steuerverschwendung. Vielleicht wäre das mal ein Wahlargument.

  11. Dr. Azrael Tod

    [Holgi] “Wenn ich nicht weiß wäre, würde ich mich nicht in Sachsen niederlassen wollen.”

    Das hat was von diesen hochqualifizierten Reiseführern die für ganz Ostdeutschland noch immer schreiben man solle sich nicht von der Reisegruppe entfernen und möglichst nicht in fremden Sprachen reden, weil die Ausländerfeindlichkeit so krass wäre.
    Ich wage zu behaupten dass hier Sachsen (oder Ostdeutschland per se) nicht schlimmer ist als alle anderen Gegenden.
    Man will sich wahrscheinlich weder in Sachsen, Bayern noch irgendwo in Frankreich auf einem Dorf niederlassen wenn man offensichtlich als “uhiescher” erkennbar ist. In Städten wie Dresden, München oder Berlin ist das aber halt eher blödsinniger.

    Das ist natürlich kein Vorurteil das man in einen Knackigen Satz formulieren und vor sich her tragen kann.

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    1. Oskarmüller

      In Dresden gibt es Stadtteile, in denen alle drei Meter fünf Nazis sitzen. Das ist ein bisschen übertrieben, zieht man das ab, stimmt es trotzdem. Die wirtschaftliche Situation ist in ostdeutschen Dörfern dann auch noch einmal tendenziell schlechter als in vielen westdeutschen. Die Summe macht’s. Nicht zuletzt haben die westdeutschen Dörfler nicht deshalb “Bundesrepublik Deutschland” im Pass stehen, weil sie vor etwas mehr als zwanzig Jahren “Wir sind ein Volk” riefen und mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen wackelten, womit ich auf andere politische Traditionen hinweisen möchte.

      Das ändert nichts daran, dass in manchen westdeutschen Dörfern oder ruinierten Städten, Dortmund hat zum Beispiel eine beachtliche Naziquote, es für als Ausländer markierte Menschen auch nicht angenehm ist. Freilich ändert das nichts an der Unangenehmheit ostdeutscher Zustände. Die sächsische Landtagswahl ist ein prima Anlass dazu. Denn Sachsen ist vermutlich das, gemessen am politischen Klima, am weitesten rechts stehende Bundesland dieser Republik.

      Und es ist natürlich kein Argument gegen Ostdeutschland, was auch immer das heißen mag, auch wenn es den Stolz mancher dort Ansässigen verletzt. Das ist vielmehr Teil des Problems.

  12. Angbor3D

    Danke, das spiegelt das genau die Realität wieder die ich bis vor ein paar Monaten selbst erleben konnte. Vor allem das Thema Wähler und Stimmung in strukturschwachen Gebieten. Wer ein bisschen was im Kopf hat zieht weg oder ist schon weg gezogen und das was übrig geblieben wählt dann wie man es gerade erlebt hat.

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    1. Carl

      wenn es einem möglich ist ! Manchmal kann man nicht! Andrerseits gibt es ja auch noch andere Aspekte , warum man an einem Ort lebt ( Heimatgefühl Freunde , Liebe , Familienangehörige die man nicht im Stich lässt) Das klingt so, als währen alle dumm , die in solchen Gebieten leben

    2. Angbor3D

      @Carl So wollte ich das auch nicht verstanden wissen. Ich hab mich selbst lange genug darum gewunden weg zu gehen. Übrig bleibt aber eine wirklich perspektivlose Menge an Menschen. Selbst mit Abschlüssen und etwas im Kopf, das sehe ich selbst in meinem engeren Freundeskreis sehr häufig.

  13. daniel

    Lieber Thomas, lieber Holgi,

    Vielen Dank schoneinmal für die Sendung ich habe sie bisher zwar noch nicht ganz gehört, aber aus aktuellem Anlass einer Diskussion hier zum Wahlausgang hätte ich eine Frage. ( Falls ihr die im Podcast beantwortet tust mir Leid dann werde ich das ja nachher selber hören)
    Was passiert wenn zwei Parteien fusionieren? Zum Einen, was passiert wenn sie durch das zusammenschließen die 5% Hürde überschreiten? (Angenommen die NPD würde mit irgendwem kleines Fusionieren)
    Zum Anderen, was passiert während der Legislaturperiode? angenommen CDU und SPD würden fusionieren was passiert mit den Sitzen im Bundestag?Die neue Partei hat ja praktisch keine Stimme bekommen, Theoretisch aber ja die Stimmen beider Parteien.

    Liebe Grüße

    Daniel

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    1. Thomas

      Gute Frage. 🙂 Also ich bin kein Staatsrechtler und diese Frage ist echt spannend. Ich versuche das mal rauszukriegen. Es gab die Linke, deren WASG Teil hat aber keine Sitze in Parlamenten gehabt. Vorläufige Antwort:

      Also generell können Parteien in einem Parlament jederzeit zu einer Fraktion zusammengehen und dann haben sie gemeinsam alle Sitze. Das ist im Parlament so, siehe CDU/CSU. Abgeordnete verlieren nicht ihr Mandat, wenn sie die Partei wechseln, weil der Sitz nicht an die Parteizugehörigkeit gebunden ist. Das bedeutet, dass eine Fusion hier zu einer neuen Großfraktion führt.

      Wenn zwei Parteien, die einzeln nicht im Parlament sitzen später zusammengehen, können sie nicht rückwirkend gültig machen, dass sie ja jetzt genug Stimmen hätten. Es zählt das Wahlergebnis am Wahltag. Kann ich mir nicht vorstellen, dass du das irgendwie geltend machen kannst. An Wahlergebnissen und deren Konsequenzen kannst du in Deutschland kaum was ändern. Die fasst das Bundesverfassungsgericht nicht an, weil es würde am Ende nur Neuwahlen geben mit der neuen Partei. Kann ich mir nicht vorstellen, aber da möge mir ein Staatsrechtler widersprechen.

    2. daniel

      Danke für die schnelle Info. An die WASG und die Linke kann ich mich nur noch dunkel erinnern. Aber gut zuwissen, das die Plätze nicht an die Parteien gebunden sind.
      Falls sich da was neues ergibt könnt ihr es ja vielleicht in der nächsten Politikstunde erwähnen 🙂

    3. Timo Altfelde

      Wahllisten sind nicht mit Parteien identisch. Streng genommen sollten auch die Fraktionen nicht mit den Parteien verwechselt werden. Es gab Situationen, wo zwei kleine Parteien, ihre Wahllisten zusammen gelegt hatten, ohne zu fusionieren.

      Bei der Zusammensetzung eines Parlaments ist entscheidend, welche Kandidaten auf welchen Listen standen und wie sich die Stimmen verteilen. Parteien müssen ihre Wahllisten genauso anmelden, wie jede andere Gruppe auch.

  14. jannis

    Hi.. ich muss leider deine These zum AfD Lucke wiederlegen. Ich habe mal im Spiegel gelesen (könnte im Mai gewesen sein), dass dessen Kinder bei seiner Partei mitmachen. DIE MACHEN DA MIT!! in der rechts-lächerlichen Partei ihres noch lächerlicheren Vaters.

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  15. Roland

    Von der Serie bin ich sehr angetan, diese Episode fand ich allerdings nicht ganz so aufschlussreich:

    1. Für mich als “Wessi” aus BaWü und Bayern, der gerne und öfter in Sachsen (Leipzig, Dresden) zu Gast ist, erschliesst sich diese “Depression” nicht – im Gegenteil: Der bauliche Zustand öffentlicher Einrichtungen, des Alltags, des Verkehrs, des Konsums ist mittlerweile spitze und ist besser als viele westdeutschen Städte.

    Ich kann die angesprochene “Depression” nicht nachvollziehen und hätte mir daher mehr Details gewünscht. Die Beschreibung teile ich eher für Teile von Brandenburg und MVP.

    2. Grüne als liberale Partei zu bezeichnen, kann ich so nicht nachvollziehen. Das ist wohl von der Sichtweise abhängig, also von wo man herkommt. In Bayern oder BaWü – und vermutlich auch in Ostdeutschland – wirken die Grünen liberal, weil die dortigen Verhältnisse meist durch konservative/autoritäre Parteien/Politik geprägt sind. Letztlich steht aber ein grüner Ministerpräsident Baden-Württembergs einem Nicht-Hardliner-CDU-MP in nichts nach. Somit sind die Grünen hier eher eine Mischung aus konservativer Realpolitik mit etwas liberalem Zusatz – die Mischung unterscheidet sich innerhalb der grünen Partei aber doch drastisch von Region zu Region.

    3. Piratenpartei: Warum die Piraten in Berlin wahlfähig sein sollen und ausgerechnet die aus Bayern nicht , wurde nicht deutlich. Ich fürchte hier müsst ihr doch mal eine Extrafolge machen oder zumindest diese Aussage begründen. Ausfälle wie “Kapitalisten köpfen!”-Tweets oder diese ziemlich dämliche “Bomber-Harris”-Aktion sind ausschliesslich aus dem Berliner Piratenpartei-LV entstanden. Vergleichbare Totalausfälle aus dem bayerischen LV sind mir nicht bekannt.

    4. Bezahlung von Beamten/Angestellten im ÖD

    Dieses Problem tritt nicht nur bei Lehrern auf, sondern z.B. auch in meiner Branche: Welcher IT-Experte lässt sich für wenig Geld im öffentlichen Dienst einstellen? Ob auf Landesebene oder auf Bundesebene. Wie möchte bspw. das BSI oder die Ministerien eigentlich Fachkompetenz aufbauen, wenn man sich nur Leute leisten kann, die nicht rechnen können?

    5. Bezahlung in Ostdeutschland / Jobqualität

    Als emsiger Online-Versand-Kunde fällt mir immer wieder auf, wie viele Logistikunternehmen in Thüringen und Sachsen Versandlager haben – das bringt zwar vermutlich viele Jobs, aber nur für Geringqualifizierte bzw zu sehr schlechten Bedingungen. So löblich auch die hochsubventionierten Ansiedelungen von BMW, Porsche und co sind – so werden doch viele Stellen nur für Leiharbeit geschaffen, bauen also nicht eine nachhaltige qualifizierte Beschäftigung auf. Bieten keine Sicherheit um bspw Wohneigentum zu erwerben.

    6. Grüne, SPD

    Mir ist auch jetzt nicht klar geworden, warum Grüne generell und die SPD im besonderen in Ostdeutschland/Sachsen so schlecht abschneiden. Schliesslich sind die ökologischen Schweinerein in Sachsen omnipräsent: von den strahlenden Wismut-Altlasten über den noch immer fortschreitenden Tagebau. Also eigentlich müssten die Grünen hier doch ähnlich viel Zulauf haben, wie bspw. in Niedersachsen gegen Atomendlager? Warum gelingt das nicht?

    Bis zur nächsten Folge 🙂

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    1. Thomas

      Okay, ich geh das mal auch schnell durch.

      1. Baulicher Zustand sagt nichts darüber aus, wie sich die Leute fühlen. Du kannst Depression nicht an Infrastruktur festmachen. Ich komme aus Eisenach. Die Stadt hat ein riesiges Tourismuspotenzial, liegt an der A4, hat das modernste Opelwerk, mit Wartburg Weltkulturerbe auf einem Berg stehen und genug Geschichtsrelevanz, dass ich dich zwei Stunden durch die Innenstadt führen kann. Das ist egal, wenn du den drei Herren im Billigimbiss der örtlichen Billigmall zuhörst oder aber in die Gesichter der jungen Frauen siehst, die aus dem dritten 400€ Job geflogen sind. Es ist nicht die Infrastruktur es ist der Selbstwert, der hier zerstört ist. Du hast Bevölkerungsrückgang, Überalterung und klamme Kommunen. Die Leute fühlen sich nicht so wie es aussieht. Dresden ist da übrigens schon eine Ausnahme, Erfurt und Leipzig auch. Fahr mal nach Sondershausen oder so, da wird dir leider anders.

      2. Die Sicht auf eine Partei hängt davon ab, von wo du schaust. Wenn wir zu den Parteien eine Sendung machen erkläre ich das auch noch mal, aber liberal ist eine Richtung, die versucht den Menschen möglichst viele Freiheiten zu geben damit sich die Spitzen der Gesellschaft möglichst frei entwickeln können. Das möchten die Grünen wirtschaftlich, zwar mit so einem 68 Gewissen, aber sie möchten das, weil sie das sind. Dazu kommt dann noch freie Persönlichkeitsentfaltung als Maxime, was sie ja auch fahren. Die grüne Regierung in BaWü ist tatsächlich noch ein Thema für sich. Kretschmann ist definitiv auch für die Grünen sehr konservativ. Das hat den da auch erst wahlfähig gemacht.

      3. Also das ist tatsächlich eine persönliche Aussage meinerseits. Ich würde halt Berliner Piraten wählen. Hier in Bayern nur Leute, die ich persönlich kenne und einschätzen kann. Herrn Körner würde ich nicht wählen, wer er für mich nichts repräsentiert für das ich die Piraten wählen würde. Aber können wir mal analytischer auseinanderlegen.

      4. Da gibt es nur ein zustimmendes Nicken von mir. 😉

      5. Siehe 4. Dem ist so. Amazonlager Bad Hersfeld (Hessen) hat sehr viele pendelnde Thüringer.

      6. Weil die eine bürgerliche Oberschicht repräsentieren, die nicht mehr da ist. Und die Leute, die da sind haben mit Überleben zu tun und Angst vorm bösen Polen eingeredet bekommen. Umweltschutz kann passieren, wenn die die 800€ Durchschnittslohn ausgeglichen haben.

    2. Timo Altfelde

      …aber liberal ist eine Richtung, die versucht den Menschen möglichst viele Freiheiten zu geben damit sich die Spitzen der Gesellschaft möglichst frei entwickeln können.

      Aber dann wären doch die Grünen erst recht nicht liberal, oder? Man kann sie ja ruhig mögen, aber sie als liberal zu bezeichnen kommt mir so unpassend vor, wie der auf sie angewendete Begriff Friedenspartei.

      Die Grünen nehme ich in erster Linie durch die Einschränkungen bei Landwirtschaft, Wissenschaft und dem öffentlichen Raum wahr. Besonders der Punkt mit der freien Entwicklung der Persönlichkeit kann ich bei den Grünen nicht sehen, sofern diese Entwicklung nicht mit den grünen Vorstellungen übereinstimmt.

      Hier mal ein Beispiel zur Wissenschaft: http://blog.zeit.de/gruenegeschaefte/2012/05/09/die-kraft-der-sonne/.
      Hier ein Beispiel zur Gesellschaft: http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/gruene-neigen-jetzt-auch-zum-alkoholverbot–52842324.html, http://www.focus.de/politik/deutschland/bruessel_aid_65836.html

      Manches mag ja sinnvoll sein, aber liberal ist etwas anderes.

    3. Thomas

      Du hast mich da ja zitiert. Ich sage “Spitzen der Gesellschaft”. Die Grünen sind schon seit Jahren gegen Steuererhöhungen und für “grüne” Wirtschaftsförderung, weil das ihre Klientel ist. Sie sind für mehr Bildungförderung, weil ihre Klientel diejenigen sind, die in diesen Bereichen leben.

      Wenn sie gegen Alkohol und Rauchen sind, dann sind sie gegen die Kultur der unteren Schichten unter dem Mantel der gesundheitlichen Vorsorge. Komischerweise hörst du nix darüber, dass Wirtschaftsführer mehr Steuern bezahlen sollen, weil das sind diejenigen, die damals die 68er waren. Die Grünen sind wie die FDP eine Partei, die einer bürgerlichen Elite Vorteile verschaffen wollen. Nur ist diese bürgerliche Elite nicht der deutsche Mittelstand (FDP) sondern das Bildungsbürgertum. Alle anderen haben da erstmal Nachteile, weil den Grünen ihr Umweltschutz wichtiger ist als Sozialvorsorge oder gerechte Unternehmenssteuern.

  16. Christian

    Wie sähen die Stimmergebnisse wohl mit Abstimmung per Wahl-O-Mat aus? Also nicht instinktiv bei Mutti ankreuzen, sondern “Bewerten Sie bitte die von der BPB inhaltlich verkürzten Wahlprogramme!”. Die Diplomarbeit würde ich gern lesen.

    Antworten
    1. Dr. Azrael Tod

      Ich vermute mal völlig unqualifiziert dass sie ziemlich ähnlich aussehen würden, nur würden die Parteien ihre Antworten dann stärker darauf optimieren (Die Partei hat das ja zeitweise ziemlich gut demonstriert)

      was du wirklich willst wäre wohl eher eine direkte Demokratie mit Delegationssystem. Das wäre ja heute auch problemlos technisch möglich, man müsste bloß die schöne Ider geheimer Wahlen aufgeben.

  17. Tom

    Ich wollte nur mal zum “Bildungsproblem Sachsen” anmerken:
    auch in Sachsen gibt es Fachoberschulen und Berufsgymnasien.

    Zu euren Zahlen von 2013 kommen dann noch mal über 4.000 Schülerinnen und Schüler die auf dem zweiten Weg ihre Hochschulreife erlangen.
    Nimmt man dazu die Pisa- Ergebnisse kann man das Wahlergebnis nicht so einfach auf das fehlende Bildungsniveau schieben. Ich denke das ist sicher nicht schlechter als in anderen Bundesländern.

    Holger meinte ja auch noch so locker “in Brandenburg gibt es ja auch eine gute Hochschule – da ist die Bildungsmisere nicht so groß”

    In Sachsen gibt es doppelt so viele Universitäten und Hochschulen wie in Brandenburg und ich denke auch nicht, dass man daran das Bildungsniveau eines Bundeslandes messen kann.

    Das beurteilen von Statistiken so aus der Hüfte ist doch etwas komplizierter.

    Antworten
    1. Thomas

      Ah, da haben wir dann 50% Abiturientenquote wie hier in Bayern. Danke. Das habe ich in den Statistiken nicht gesehen, sonst wäre das nicht so katastrophal ausgefallen. Die guten PISA Ergebnisse hängen aber mit dem Schülerrückgang und den besseren Bedingungen dadurch zusammen. Kleinere Klassen helfen halt bei der Förderung von Schülern.

      Das Problem ist, dass du ein Bildungsniveau eigentlich gar nicht messen kannst. Die interessantere Frage ist dann aber: wo gehen die 11.000 Abiturienten hin? Und wo gehen die hin, wenn sie mit dem Studium fertig sind?

    2. stefanolix

      Kleinere Klassen? Die Zeiten sind vorbei. Die Geburtenzahlen steigen schon seit 10 Jahren wieder an, die Schulen werden wieder voller. Dresden ist seit mehreren Jahren die »Geburtenhauptstadt« Deutschlands und man kommt hier mit dem Bau von Kindergärten und Schulen kaum nach. Mein Sohn besucht ein Gymnasium, das gerade neu gebaut wurde (und der Altbau wird jetzt eilig saniert). Im Endausbau wird es 1.200 Schüler haben.

      Ich bin ehrenamtlicher Prüfer in der IHK-Weiterbildung. Auch die vielen Meister, Fachwirte, Bilanzbuchhalterinnen, Betriebswirte usw. sind nicht »zu blöd zum Wählen«. Man braucht für rationale Wahlentscheidungen keinen Hochschulabschluss. Es gibt keine statistische Untersuchung, mit der man beweisen könnte, dass die Bevölkerung Sachsens dümmer sei als die Bevölkerung in anderen Bundesländern …

  18. Specter

    Wow. Eine wirklich gute Folge. Sehr schön und ausführlich erklärt. Hab ich mir gleich nochmal angehört.

    Danke. Flattr läuft

    Antworten
  19. olafk

    Ich muss mal eben mein langjähriges Lieblingszitat aus “Das Geschenk Cäsars” korrigieren. Es ist tatsächlich Methusalix, der mit Blick auf die Fremden sagt:

    “Ich habe ja nichts gegen Fremde. Aber diese Fremden dort – die sind nicht von hier”.

    Alles andere ist ja im Großen und Ganzen schon gesagt – Danke, diese Folge hat mal wieder alles: Unterhaltung, Schock und Bildung und Aufklärung (Schock, weil ich am Wochenende die Nachrichten nicht wirklich verfolgen konnte)

    Antworten
  20. Andreas

    Lieber Holgi,
    Ich finde es als gebürtiger Sachse echt schön, dass ihr euch dem Thema annehmt. Gerade die Signalwirkung dieser Wahl bundesweit ist schließlich verheerend. Aber leider ist Thomas’ Analyse an einigen Stellen wirklich viel zu einseitig und die Gesamtaussage der Sendung deutlich schwarzmalerisch. Aus der Entfernung, die ihr von hier, dem wie ihr sagt platten sächsischen Land, habt, kann man das einfach nicht beurteilen. Auch nicht mit Zahlen des Statistischen Landesamtes. Viele Aussagen über Bildung, Wirtschaft und politische Programmatik, auf die ihr sehr viele Punkte der Argumentation stützt, sind schlichtweg falsch. Als hier politisch aktiver junger Mensch tut das einem schon recht weh, was ihr da erzählt. Macht doch bitte mal eine Sendung über Sachsen und die Politik hier, bei der ihr auch Sachsen ins Gespräch mit einbezieht. Eure Meinungen und Statements verstärken nur den Eindruck des “braunen Sumpfes Sachsen”, und das trifft lange nicht mehr so zu, wie es zu Beginn der 2000er einmal zutraf.

    Antworten
  21. Katrin

    Hallo Thomas, Hallo Holgi!

    Zu dem von euch ganz am Anfang besprochenen Phänomen, dass sich (“New”) Labour und die SPD wirtschaftsfreundlicher gegeben haben, gibt es unter dem Stichwort “values ratchet” eine lesenswerte Analyse. Quintessenz ist, dass genau dieser Versuch zwar den Konservativen Lagern kaum Wähler abluchsen kann, aber die eigenen Stammwähler auf dieser ideologischen Welle gleich ganz nach rechts treibt (Ratsche halt, die Bewegung nur in eine Richtung zulässt) , oder sie in geringerem Maße entweder zu hoffnungslosen Nichtwählern entmutigt oder sie weiter nach links vergrault. In jedem Fall eine Polarisierung der Gesellschaft bewirkt hat.

    Ein Muster, dass IMHO viele Wahlen der letzten Jahre erklären kann. Die Artikel von George Monbiot kann ich euch auch für andere Themen wie Umweltpolitik und Schottlands Unabhängigkeitsreferendum empfehlen.

    Vielen Dank für die Sendereihe und viele Grüße 🙂

    Antworten
  22. Leif

    Offtopic::
    In dieser WRINT-Ausgabe ist mir mehr denn je aufgefallen, dass die mitunter brachialen Gesprächsübernahmen von Holgi das ein oder andere Thema praktisch kaputtmachen.
    Besonders in den ersten 10 Minuten hat Thomas versucht, einen konkreten Einstieg zu finden und wollte offensichtlich mit einigen Äußerungen nur auf ein Thema hinarbeiten und schon in der EInleitung bricht Holgi ein und monologiert viele viele Sätze vor sich hin. (Stichwort Wahlbeteiligung/Nichtwähler)

    Ich bin komplett Holgis Meinung dazu und auch mich regt es auf, aber leider hat Thomas dadurch -zumindest gefühlt- den Faden zu einigen Aussagen nicht wieder gefunden so dass in meiner Wahrnehmung leider einiges ungesagt blieb.

    Manchmal wünsche ich mir, dass Holgi seinen Radiojob vergisst und mehr die Dialogebene zulässt als ständig die Interviews bewusst zu moderieren.

    Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und im Zuge der Meinungsäßerungsfreiheit erlaube ich mir diesen kritischen Einwurf.

    Unterm Strich: Bravo, Dank und (fast genau so) weiter so!

    Antworten
  23. Anna

    Ich bin eben (und mit offensichtlich erheblichem Zeitverzug) auf diese Sendung gestoßen, die nichtsdestotrotz natürlich noch hochaktuell ist. Vielen, vielen Dank für diese ausführlichen (und in meinen Augen zutreffenden) Analysen, besonders in Hinblick auf den Arbeitsmarkt. Ich möchte diese Folge gerne ab sofort all meinen Freunden ans Herz legen, die nie im Osten gelebt haben und nicht verstehen, warum ich mich als Ingenieurin mit einem Hungerlohn abspeisen und von meinen Arbeitgebern gängeln lasse. Ich bin aus genau diesem Grund auch sehr gespannt, wie es mit Hypezig weitergeht, wenn die ganzen Westdeutschen, die jetzt so euphorisch herziehen, ihr Studium/ihre Selbstfindungsphase/ihre Verwirklichung als Künster beendet haben und dann feststellen, dass es hier zwar wunderbar niedrige Mieten und Altbau mit Stuck und Parkett, aber leider nur beschissene Jobs gibt.

    Und um hier nicht als der nörgelnde Besserwessi dazustehen: ich bin froh über die Erfahrung und die Einsichten in den postsozialistischen Alltag, weil es mir geholfen hat, die deutsche Geschichte besser zu verstehen und aktuelle politische Geschehnisse einzuordnen. Trotzdem freue ich mich auf den baldigen Umzug in die westdeutsche Heimat und einen Job, der mir mehr als “hey, wenigstens hast du einen!” bietet.

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