WR324 Realität als Einschränkung

 

wrint_wissenschaft_200Diesmal mit der Zugspitze, Rosetta, menschlicher Interaktion, Laufen, der Reis-Theorie, Wissenschaftskommunikation, Herrn Unzicker, Psychopathen, Narzissten, Glauben, Psychotherapie, Motorrädern, dem Quantenvakuum, einem unmöglichen Antrieb, Miasmen, Ken Ham, Glutenempfindlichkeit, Brainflight, und einer Graphen-Netzhaut.

Ohne Florian ginge es nicht. Sein Hut geht hier herum.

27 Gedanken zu „WR324 Realität als Einschränkung

    1. holgi Beitragsautor

      “Die Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält” (K. Kraus)

  1. BrEin

    Vakuumenergie und Freie Energie sind zwei verschiedene Sachen.

    Vakuumenergie ist das, was Florian erklärte.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vakuumenergie

    Unter freier Energie versteht man das, was sich Tesla ausdachte, als er immer mehr in die Esoterik abdriftete.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Energie_(Parawissenschaft)
    Und diese gibt es im Gegensatz zur Vakuumenergie nicht.
    Unter völliger Ignoranz der Grundsätze der Thermodynamik (hätte er bereits wissen können/müssen) meinte Tesla, es gäbe überall im Raum frei verfügbare Energie, die man nur anzapfen müsste, letztlich ein Perpetuum Mobile.
    Die Begriffliche Durchmischung geschieht aber bereits bei den “nicht konventionellen Physikern” (nach Dr. Axel Stoll), die semantisch alles durcheinander werfen um wichtig und richtig zu klingen.

    Was von diesen Leuten auch gerne mit Freier Energie verwechselt wird, ist zum einem die drahtlose Energieübertragung, an die Tesla gearbeitet hat und die drahtlose Kommunikation wie wir sie täglich mit dem Handy/Smartphone nutzen. Physikalisch passiert dabei das gleiche.
    Die Energieübertragung über elektromagnetische Wellen hat sich als zu ineffektiv erwiesen, um damit die ganze Erde oder Erdteile versorgen zu können. Heute nutzt man das aber immerhin um über kurze Distanzen Geräte wie Smartphones oder Tablets aufzuladen. Bei elektrischen Zahnbürsten kennt man das ja bereits länger.
    Mit geringerer Energie sind die Verluste beherrschbar und man kann es immerhin noch zur Informationsübertragung über größere Distanzen nutzen, wie wir es täglich mit dem Radio, den WLan-Router, dem Mobiltelefon und dem Bluetooth-Headset tun. Da, wie gesagt, dabei auch immer ein wenig Energie übertragen wird, kann man auch einen kleinen Empfänger bauen, der z.B. auf das GSM-Netz eingestellt ist und der dann eine LED-zum leuchten bringt. Würde man solche Geräte ein paar Esos zeigen, würden die wohl davon ausgehen, dass das eine Freie-Energie-Maschine wäre. Dabei bestromt der nächstgelegene Funkmast die LED. Man findet mehr unter dem Schlagwort RF-Harvesting (Funk- [Energie]-Ernten), denn nichts anderes ist es.
    Mit stromsparenden Mikrocontrollern und einem intelligenten Powermanagement kann man sogar autarke Geräte wie zum Beispiel Sensorknoten bauen.

    Also: Vakuumenergie != Freie Energie != Drahtlose Energieübertragung == Drahtlose Informationsübertragun
    (Das Gleichsetzen von drahtloser Energieübertragung und drahtloser Kommunikation ist als sehr überspitz zu verstehen, da es hierbei nur um die technologischen bzw. physikalischen Grundlagen geht, in denen sie sich gleichen und die nichts mit der Vakuumenergie und der Freien Energie zutun haben.).

    Viel Spaß beim Nachforschen, wenn es jemanden unter euch interessiert.

    Gruß
    BrEin

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    1. Thomas

      Und dann gibts noch das Helmholtz-Potential (F=U-T S) aus der Thermodynamik, was auch oft “Freie Energie” genannt wird. Aber darauf beziehen sich die Pseudowissenschaftler lustigerweise nie.

  2. Chris

    Ob in der Esotherik “Erkentnisse” bzw. Wissen abgelehnt werden weiß ich nicht.

    Ich denke aber, das liegt generell in der Natur des Menschen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Dinge eben so sind wie sie sind, nur wissen wir jetzt, wie sie sind.

    Wissen, habe ich den Eindruck, kann Menschen Angst einjagen. Das nicht die Sonne sich um die Erde dreht kann Angst machen, da der Mensch plötzlich degradiert wurde. Vom Mittelpunkt und damit etwas wichtigen. Zu einem kleinen, eigentlich relativ unbedeutenden Menschen auf einem ebenso unbedeutenden Planeten.

    Das jede Sekunde Milliarden von Neutrinos durch unseren Körper fliegen kann auch Angst machen. Auch wenn es schon immer so war. Nur wusste man es nicht.

    Wenn es keinen Gott gäbe, wer soll dann auf mich aufpassen? Gerade in schlimmen und schwierigen Situationen, in denen sogar Menschen, die eigentlich völlig ungläubig waren, plötzlich anfangen zu beten. Gibt es keinen Gott bräuchte es das nicht – und dann ist man vollkommen allein. In den unglaublichen Weiten des Universums. So klein und unbedeutend wie eine Mücke.

    Als ich mal einer Bekannten erzählte, das wir den Mond nie so sehen wie er in exakt diesem Augenblick ist, sondern so, wie er vor 1,5 Sekunden war, weil das Licht so lange braucht um auf unser Auge zu treffen. Die Sonne ist schon 8 Minuten weg. Würde sie jetzt mit einem Fingerschnippen ausgehen, würden wir es erst in 8 Minuten sehen. Das hat ihr Angst eingejagt, auch wenn ich sagte, das es keine Rolle spielt. Und auch nicht meine Absicht war, ich war sogar ob der Rekation erstaunt.
    Der Mond sieht in 1,5 Sekunden nicht anders als aus. Und die Sonne wird auch nicht ausgehen. Das ist die Lichtgeschwindigkeit.

    Kurzum, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Also wollen Menschen manche Sachen lieber nicht wissen. Weil sie dann davor keine Angst zu haben brauchen, auch wenn sie völlig irrational ist. Ängste sind oft wenig rational.

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    1. Madner Kami

      Ja, das ist schon ein sehr interessanter Effekt. Ich verstehe auch einfach nicht, warum einen solche neuen Erkenntnisse aus der Bahn werfen können, denn sie ändern ja nichts am Sein oderden Fakten der Vergangenheit. “Kein Gott wacht über mich, wie soll ich nur leben?” – So wie bisher auch, denn bisher hat auch kein Gott über dich gewacht und du bist offensichtlich mehr oder weniger gut durchs Leben gekommen!

  3. Chris

    Zum Thema relogiöse Fanatiker verbieten ihren Kindern Harry Potter.

    Am Wochenende hatte ich enge Familie zu Gast. Leider gehört das Paar mit ihren 2, 3 Jahren alten Kindern auch in das Spektrum der religiösen Spinner, Freikirche, vor dem Essen beten, auf dem Auto große Jesus Aufkleber. Lauter so Kram. Anfangs wollten sie mir noch davon erzählen, sozusagen versuchen, mich zu bekehren, “zufällig” Broschüren liegen lassen usw., mittlerweile lassen sie das Thema bei mir komplett weg da sie wissen, daß sie bei mir auf Granit stoßen und es nur Streit hervor ruft.

    Jedenfalls hatte ich alte Bücher aussortiert. Darunter auch zwei Dutzend Kinder- und Jugendbücher. Für ihre Kinder, in einigen Jahren, genau das richtige, dachte ich.
    Zuerst wurden alle Bücher durchgesehen und gleich mal aussortiert. Anhand der Titel der Bücher.

    Es war eins der TKKG Bücher mit “Hexenjagd” im Titel. Die anderen TKKG Bücher waren wohl gut genug.
    Ein weiteres hieß “Geheimnis im dunklen Garten”.

    Also diese hier:
    http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-im-dunklen-Garten/dp/B002804PR4

    http://www.amazon.de/Hexenjagd-Lerchenbach-Band-Stefan-Wolf/dp/3570215881

    Und ein drittes irgendwas mit “Gift-Party”.
    Dazu noch zwei Science-Fiction Bücher für ungefähr 8 – 12 jährige. Vorne drauf irgend ein gezeichnetes Weltraumbild.
    Ich ahnte ja schon warum, fragte aber dennoch nach, warum sie diese Bücher wortlos liegen lassen. Zum Thema Sci-Fi, das wäre nur erfundener Unsinn womit man Kinder verblödet. Die anderen, ne, das ist nix.
    Bevor Streit aufkommt sagte ich dann gar nichts mehr.

    Wäre es nicht engste, in meiner eh kleinen, Familie, würde ich mit solchen Leuten nichts zu tun haben wollen.
    Hin und wieder will man seine Nichte und Neffen dann doch sehen.
    Die Kinder tun mir Leid – ändern kann man daran nichts.
    Und des weiteren. Je mehr Wasser Menschen predigen, desto mehr Wein trinken sie selbst. Gerade diese überreligiösen Leute halte ich allesamt für Heuchler.

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  4. Thomas

    Zum Thema “Ausbildung zum Heilpraktiker Psychotherapie”:

    In Deutschland gibt es keine solche Ausbildung. Überhaupt ist keinerlei Ausbildung vorgeschrieben, um als Heilpraktiker arbeiten zu dürfen. Notwendig ist ausschließlich, eine Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt (manchmal auch Ordnungsamt) zu bestehen. Hauptzweck dieser Prüfung ist es festzustellen, ob man beim Ausüben einer solchen Tätigkeit “eine Gefahr für die Volksgesundheit” darstellen könnte. Vor allem wird dabei Diagnostik und Recht überprüft, denn als Heilpraktiker Psychotherapie darf man nicht alles “behandeln”, was so diagnostisch erfasst ist.

    Die Prüfung besteht aus einem Multiple Choice Fragebogen und einer mündlichen Prüfung. Die mündliche Prüfung hat den Ruf, das dort auch mehr fachlich, inhaltliches überprüft wird. Wenn da also ein “Elektriker” zur Prüfung kommt, und man merkt, dass dieser über keinerlei “psychotherapeutischer Fortbildung” (irgendeiner Art) verfügt, wird man ihm schon Fragen stellen, bei denen er ganz sicher durchfällt.

    Das was häufig als Heilpraktikerausbildung verkauft wird, kann in der Regel nur ein “Vorbereitungskurs auf die Heilpraktikerprüfung” sein. Meist wird dabei dann die Formulierung “Psychologischer Berater” gewählt, um einen entsprechenden Eindruck zu hinterlassen.

    Übrigens geht das Heilpraktikergesetz noch immer, soweit ich weiss unverändert, auf die Naziregierung zurück. Diese hatte dieses Gesetz eingeführt, um die “fahrenden Heiler”, oft Sinti und Roma, zu kriminalisieren.

    Nun ist aber nicht jeder Heilpraktiker ein schlechter. Gerade bei der Psychotherapie scheint es nicht (immer?) auf die Ausrichtung oder gar Ausbildung des Therapeuten anzukommen. Menschliche Eigenschaften scheinen eine übergeordnete Rolle zu spielen. Saubere und “harte” Definitionen fehlen gänzlich und können zur Zeit auch nocht nicht durch die Gehirnforschung erbracht werden (Matthias Eckholt: “Kann das Gehirn das Gehirn verstehen” – Carl-Auer-Verlag).

    Es scheint wohl so zu sein, dass die Psychiater und Psychologen unter den Medizinern einen Ruf haben, wie ihn auch die Meteorologen unter den Physikern – wobei ich selbstverständlich keiner der Gruppen zu Nahe treten möchte. Der Meteorologe hat es (schreibe ich jetzt mal als Laie) mit komplexen, chaotischen Systemen zu tun. Ähnlich ist die Situation bei Psychologen, Psychotherapeuten und teils auch Psychiatern.

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    1. Psyclash

      Schade, war aber leider zu erwarten. Ist der Name vielleicht noch bekannt?(wenn ja, besser per Mail)
      Ansonsten schaue ich nochmal in ein paar Wochen nach. Vielleicht weiß da jemand anderes mehr?

  5. Pete

    Ich wundere mich eigentlich bei jeder Folge über einen Widerspruch. Vielleicht könnt Ihr mir den erklären:

    Ihr Euch doch beide offensichtlich einig, dass sich Geisteswissenschaften eigentlich nicht Wissenschaften nennen dürften. Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie dürften nicht in Anspruch nehmen wissenschaftlich zu arbeiten, wenn man den strengen Maßstab anlegen würde, dem sich Physiker unterwerfen.

    Gleichzeitig zündet Ihr jeweils ein Feuerwerk an Studien grade aus diesen “Wissenschaften”. Viele davon stützen Eure Weltsicht und falls sie es nicht tun kann man ja einfach die verwendete Methode anzweifeln und wieder darauf verweisen, dass das ja keine Wissenschaften im strengeren Sinne sind.

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  6. BrEin

    Ihr Euch doch beide offensichtlich einig, dass sich Geisteswissenschaften eigentlich nicht Wissenschaften nennen dürften. Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie dürften nicht in Anspruch nehmen wissenschaftlich zu arbeiten, wenn man den strengen Maßstab anlegen würde, dem sich Physiker unterwerfen.
    Es stimmt, es gibt unterschiedliche Grade von “Wissenschaft”.
    Im engsten Sinne, kann man nur die Mathematik darunter fassen, da nur diese Beweise im eigentlichem Sinne kennt.
    Die Naturwissenschaften erlauben aber immerhin wissenschaftliches Arbeiten durch Aufstellen und Überprüfen von Thesen.
    Das ist den Geisteswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften nur bedingt der Fall. Jedoch ist dort selbstverständlich ein wissenschaftliches Arbeiten möglich. In der Philosophie lassen sich Dinge wie Freiheit oder Gerechtigkeit kaum Messen und die Richtigkeit von Thesen darüber kaum ermitteln.
    Dennoch ist es möglich diese Themen zu diskutieren, zu analysieren und zu Ergebnissen kommen.
    Notfalls mittels kontrafaktischer Szenarien.

    Psychologie würde ich mit der Medizin schon eher in die Schublade der Wissenschaften im naturwissenschaftlichem Sinn stecken.

    Warum Du nun einen Geisteswissenschaftler und einen Astronomen fragst, warum vorrangig geisteswissenschaftliche und astronomische Themen diskutiert werden, erschließt sich mir nicht so ganz. 😉 😛

    Gleichzeitig zündet Ihr jeweils ein Feuerwerk an Studien grade aus diesen “Wissenschaften”. Viele davon stützen Eure Weltsicht und falls sie es nicht tun kann man ja einfach die verwendete Methode anzweifeln und wieder darauf verweisen, dass das ja keine Wissenschaften im strengeren Sinne sind.
    Das liegt in der Natur eines jeden Menschen. Aussagen, die die eigene Sicht der Dinge unterstützen werden eher akzeptiert und aussagen, die der eigenen Theorie widersprechen eher in Frage gestellt.
    Da geht es den Menschen wie den Leuten.

    Gruß
    Fabian

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    1. BrEin

      Ne, sorry Holgi, das habe ich nicht gerafft.
      Siehst Du den Schlauch da? Genau der, der auf dem ich stehe?
      Da musste mir mal kurz runter helfen, bütte.

      Gruß
      Fabian

    2. Florian Freistetter

      Es ist eigentlich ganz einfach: Es gibt *eine* wissenschaftliche Methode, die zum Gewinn objektiver Erkenntnis eingesetzt wird. Das passiert in der Naturwissenschaft ständig; in der Geisteswissenschaft nicht so oft. In den Sozialwissenschaften bzw. der Medizin variiert es. Es gibt nichts prinzipiell an “Studien” auszusetzen – aber man muss sich halt immer genau ansehen, wie man dort zu den Ergebnissen gekommen ist. Mit dem Thema “NaWi vs. GeWi” hat das eigentlich nichts zu tun.

    3. Pete

      @BrEin Ich frage die Macher des Podcasts. Sie wollen laut eigener Aussage “ohne irgendwelchen wissenschaftlichen Anspruch, über Wissenschaft […] plaudern”. Das machen sie IMHO auch überaus unterhaltsam. Es nervt eben nur, dass sie dabei immer darauf verweisen müssen, was richtige ist und was falsche Wissenschaft ist.

      @holgi Vermutlich könnte man Kognition als eine Form der Verzerrung bezeichnen. Oder gibt es hier jemanden, der die Wahrheit™ kennt?

      @Florian Diese *eine* wissenschaftliche Methode ist doch wahrscheinlich das Experiment, oder? Nun bringt es der zu untersuchende Gegenstand in der Soziologie oder der Psychologie mit sich, dass man davon nicht 100mrd. Stück durch einen kilometerlangen Tunnel schiessen kann (auch wenn man das manchmal gerne würde). Und dennoch interessiert viele Forscher, ob Linkshändigkeit das Lösen von Problemen beeinflusst.

      Sowohl bei der Teilchenphysik als auch bei der qualitativen Umfrage fallen Daten an. Und bei beiden verwendet man statistische Verfahren um am Ende eine Aussage über das Verhalten des untersuchten Gegenstands zu machen. Beide Experimentatoren sind jedoch keine Statistiker sondern verwenden die Methoden, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet anerkannt sind. Und beiden Experimentatoren unterlaufen sowohl im Versuchsaufbau, bei der Erfassung, als auch bei der Kumulation der Daten Fehler.

      Wenn man sich jetzt also Studien der Teilchenphysiker im Cern ansieht oder Linkshänderstudien fällt es einem externen Beobachter natürlich bei letzterem wesentlich leichter den Versuchsaufbau zu begreifen und damit mögliche Schwächen eines Experiments zu entdecken. Sagt das etwas über die Verteilung der durchschnittlichen Qualität der Forschung in dem einen oder anderen Fach aus. Sicher nicht.

      Die Grenze zwischen handwerklichen Fehlern und unterschiedlich zu interpretierenden Methoden dürfte tatsächlich fliessend sein. Bei den überlichtschnellen Neutrinos war es für viele sehr leicht zu sehen, dass da was nicht stimmen könnte. Bei der kosmischen Hintergrundstrahlung hat es schon Jahre gedauert bis kürzlich eine Gegenmeinung formuliert und publiziert war. Bei der Polarisation der Hintergrundstrahlung wird es wahrscheinlich noch länger dauern.

    4. Florian Freistetter

      @Pete: “Diese *eine* wissenschaftliche Methode ist doch wahrscheinlich das Experiment, oder?”

      Nein. Diese *eine* wissenschaftliche Methode ist “Die Wissenschaftlich Methode”. Experimente sind nur eines von vielen Werkzeugen, die dabei benutzt werden. Aber bei weitem nicht alles.

    5. Pete

      @Florian: Ergibt sich denn nun für die drei beschriebenen Ergebnisse (überlichtschnelle Neutrinos, Verteilung der Hintergrundstrahlung und Polarisation bei BICEP2), dass die Wissenschaftler diese *eine* Methode nicht verwendet haben? Oder ist es nicht vielmehr so, dass man als Wissenschaftler nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten sollte, das Ideal “wissenschaftliche Methode” nie vollkommen erreicht.

      Es ist ja offensichtlich, dass man für jede Forschung mehr oder weniger äussere Einflüsse ausblenden muss. Am besten macht man das durch den Verweis auf andere Untersuchungen, die belastbare Aussagen darüber machen konnte, dass der Einfluss vernachlässigbar ist oder eine bekannte Größe und damit rausgerechnet werden kann.

      Ihr hattet ja neulich das Beispiel mit den Mäusen und der Anwesenheit von Menschen (Männern und Frauen). Ein Ergebnis, das die Ergebnisse fast aller Mäuse-Studien im Nachhinein in Frage stellt, obwohl man den Wissenschaftlern nicht pauschal die Wissenschaftlichkeit absprechen kann. Ein anderer interessanter Fall ist die Studie, dass die Ergebnisse von Hirnscans (mit fMRI) nicht unbedingt korrekt sind.

  7. Leif

    Ich habe mal gehört, dass wenn Galaxien ineinander rauschen, es nur sehr wenige konkrete Kollisionen als Solches gibt, weil die Sterne und Planeten innerhalb einer Galaxie sehr weit auseinander liegen. (Sieht man ja auch bei uns. Der nächste Stern der Milchstraße ist 6 Lichtjahre oder so weg… Vielmehr beeinflussen sich die Gravitationen so sehr, dass eine Veränderung der Umlaufbahnen eintritt und das der wesentliche bestandteil der “Galaxienhochzeit” ist. Stimmt das?

    Antworten
    1. Florian Freistetter

      @Leif: Ja exakt – Sternkollisionen gibt es so gut wie nie. Bei Galaxienkollisionen spielen hauptsächlich die Gezeitenkräfte eine Rolle, die die Umlaufbahnen der Stern verändern. Ich habe das sehr ausführlich – Achtung, schamlose Eigenwerbung – in meinem Buch “Krawumm!” erklärt.

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