WR177 Wie Fleischwurst

wrint_realitaetsabgleich_200Heute unter anderem mit Höflichkeit, Kirchentag, Gesocks, meiner neuen Sendung und Jammern auf hohem Niveau.

Ohne Toby ginge es nicht. Hier sein Klingelbeutel.

Shownotes von @Quimoniz und @kaeffchen_heinz.

18 Gedanken zu „WR177 Wie Fleischwurst

  1. datengammelstelle

    Im Momment ist Kurt Beck Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung. – Fast hätte Konrad-Adenauer-Stiftung geschrieben.

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    1. Alex

      Kannst du da bitte nähere Angaben machen, bzgl. Browser/Player, Webseite/Feed, OS, Art der Internetverbindung?

    1. Feechen

      Ist noch nicht so krass wie Quorn (Schimmelpilzmyzel).

      Generell find ich es etwas schade dass diese veganen Produkte immer so auf Fleischersatz aus sind, wär doch viel cooler die mal innovatives grünes Astronautenfood aus Tuben produzieren würden…

    2. Pascal

      Fleischersatz ist noch vergleichsweise einfach, richtig tricky ist IMHO ein brauchbarer Käseersatz.

      Dass es da meistens eher um Fleischersatz als um eigenständige Produkte geht, liegt m.E. vor allem daran, dass der Markt für Vegetarier und Veganer ein Nischenmarkt ist, in dem die Gewinnmargen noch vergleichsweise hoch sind. Warum sollte ein Unternehmer sich den ruinösen Preiskampf um die Mainstream-Fresströge antun, wenn die Veganer und Vegetarier ihm für seine Arbeit viel dankbarer sind (sprich höhrere Preise zahlen)?

      Man kann viele Fleischersatzprodukte natürlich auch so würzen, dass sie völlig anders schmecken als Fleisch – das scheint allerdings bei der zahlenden Kundschaft nicht mehrheitsfähig zu sein, sonst hätte das doch längst jemand auf den Markt gebracht.

      Was an der Tatsache, dass Quorn aus Schimmelpilzmyzel hergestellt wird, so „krass“ sein woll, erschließt sich mir nicht. Hast du dich schonmal gefragt, wie die ganzen „natürlichen“ Aromen in unsern Lebensmitteln hergestellt werden? Die stammen in aller Regel auch entweder von irgendwelchen obskuren Schimmelpilzkulturen, oder alternativ auch gerne von allen möglichen genmanipulierten Bakterien.

      Besonders lustig finde ich allerdings die „probiotischen“ Kulturen in diversen überzuckerten Hipster-Joghurts. Auf die Idee, Menschen einen Aufpreis dafür zahlen zu lassen, dass man ihnen Darm-Bazillen in den Joghurt rührt, muss man erst mal kommen. 😀

    1. Andreas

      Inzwischen komme ich mir morgens in der Bahn vor, wie im Urlaub am Pool. Die Bahn, mit der ich fahre, wird morgens an meinem Startbahnhof erst eingesetzt, steht also meist schon 10-15 Minuten vor Abfahrt bereit. Da steigen die Leute dann ein, legen Ihre Taschen auf die Sitze und verschwinden dann noch mal nach draußen zum Bäcker oder Rauchen

  2. chrysophylax.de

    Als ich noch mehr Bahn gefahren bin (da war der Service noch nicht ganz so schlecht, die Bahncard bezahlbar, man konnte Leute auch für 50% mitnehmen), hab ich nie reserviert. Seh ich gar nicht ein. Das sind so Ryan-Air-Methoden. „Und dann hätten wir da noch den Aufschlag für die Anwesenheit eines Piloten, den Aufschlag für Reisen mit Gepäck, den Aufschlag für die Benutzung der Startbahn, …“ . Im Flugzeug muss ich auch keinen Sitzplatz reservieren. Wenn ich ein Ticket habe, dann hat der Dienstleister auch dafür zu sorgen, dass ich einen Sitzplatz bekomme. Dafür zahle ich nicht extra.

    Natürlich waren damals schon die Züge so unkomfortable Sardinenbüchsen wie heute auch – man hat da halt bei der Dimensionierung des Fahrgastpferchs auf die Betriebswirte gehört, und die sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen mal davon ausgegangen, dass Menschen heute noch genauso groß, äh, klein und dick, äh, schmal sind wie in den 70er Jahren. Da wurden Menschen nicht größer als 1,80m. Die heutigen Kinder kommen alle an die 2m ran…

    Das Problem mit dem zu wenigen Platz und der Sitzplatzreservierung kann man bei (nicht zu umgehenden) Fernreisen in der deutschen Bahn folgendermaßen umgehen: Man lässt sich irgendwann mal am Bahnhof von einem Zeugen Jehovas 3 Wachtürme aufschwatzen, indem man Interesse heuchelt – aber leider einen bald abfahrenden Zug hat.

    Die deponiert man dann im Zug demonstrativ auf dem Tischchen, und man hat garantiert bei egal wie vollem Zug 4 Sitzplätze inclusive Tisch für sich alleine. Praktischerweise muss man das nur einmal machen, ich hab meine Wachtürme immer zu Hause aufgehoben und vorsorglich mitgenommen, wenn die nächste Bahnreise anstand.

    Mich hat nie jemand angesprochen, nie jemand gefragt, ob da noch Platz ist (egal wie voll der Zug ist), und ich hab immer meine Füße unterbekommen. Mit der Methode kann man sich sogar nachträglich Platz im Zug freiräumen, wenn man sich irgendwo hinsetzt und interessiert einen Wachturm liest, wird es relativ schnell leerer um die eigene Person. Die Leute haben alle Angst, man würde von sich aus anfangen, mit ihnen über Gott sprechen zu wollen.

    Kann ich echt nur empfehlen…. Irgendwo im Schrank zu Hause liegen meine Wachtürme auch noch, aber da ich in letzter Zeit glücklicherweise nur noch sehr selten Zug fahren muss, kommen sie auch nur noch extrem selten zum Einsatz.

    chrysophylax.

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  3. Mark

    Die Religions-Diskussion war wieder sehr amüsant. Nur leider zu kurz :/ Kann man da mal eine größere und längere Gesprächsrunde starten?

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  4. Alex

    Immer als ich diese Tücher sah, fragte ich mich, ob wohl die christliche Nächstenliebe auch zum Produktionsort reicht. 🙂

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  5. Christopher

    Lieber Holgi,
    ich bin katholischer Theologiestudent im 2. Semester.
    Ich möchte kurz etwas zu der Bibel-Diskussion beisteuern. Du hast gesagt: „Das, was in der Bibel steht, steht nicht in Frage.“
    Nun ist es so, dass ich mich im 1. Semester meines Studiums mit der Exegese, also der Auslegung der Bibel beschäftigt habe. Dort habe ich gelernt, dass es weder direkte Aufzeichnungen von Jesus gibt, noch Orginalaufzeichnungen von den Texten, welche in der Bibel stehen. Es gibt im besten Fall Abschriften von Abschriften. Daher wird kein ernst zu nehmender Theologe behaupten, dass man die Bibel nicht in Frage stellen dürfe. Bei der Exegese geht es gerade darum zu erkennen, was möglicherweise irgendwie authentisch ist, und was dazu gedichtet wurde. Es steht extrem viel Blödsinn in der Bibel, z.B. dass Jesus In Betlehem geboren wurde. Somit sollte man, so ist zumindest meine Meinung, niemanden ernst nehemen der sagt: „Das steht so in der Bibel“ oder „Jesus hat gesagt“, weil man das schlicht weg nicht wissen kann.
    Liebe Grüße,
    Chris
    P.S.: Ich möchte dich von nichts überzeugen, von wegen „Jesus ist der Sohn Gottes“, es geht hier allein um die In-Frage-Stellung der Bibel, ich hoffe du verstehst das.

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    1. FLO

      Danke Christopher, endlich mal ein Fachmann…;-)
      Holgi versteht nicht, dass es Unterschiede gibt, zwischen Glauben und Religion. Toby sagt jedes mal, dass sein Glaube sehr subjektiv ist. Holgi hingegen macht dann immer das globale Fass auf, und springt auf die Religion auf.
      Es wäre mal interessant, aufzudröseln warum das so ist. Warum finden sich Menschen zusammen und nennen sich Christen oder Juden, obwohl jeder seinen individuellen Blick auf den Glauben und auf Gott hat. In meiner Zeit in Nepal habe ich genau so eine Vermischung aus Hinduismus und Buddhismus mitbekommen…Religion funktioniert also auf einer ganz anderen Ebene als Glaube.

      by the way: die alte Leier von Wegen Christentum badet in Blut usw.: alles bullshit. Wieviele Menschen wurden im ersten Weltkrieg erschossen ohne religiöse Vorwände? Beim Bau der Atombombe waren Oppenheimer und Feynman dabei und andere, die zu den intelligentesten Menschen des vergangenen Jahrhunderts zählten. Trotzdem waren sie nicht in der Lage zu hinterfragen, warum sie das tun was sie tun, und „the big picture“ zu erkennen (also genau das, was Holgi „den Christen“ die ganze Zeit vorwirft).

    2. Eule

      @ FLO:

      Ich habe den Eindruck, dass Holgi eher noch an anderer Stelle etwas zusammenwirft was nicht zusammengehört, und zwar beim Unterschied zwischen Glaube/Religion auf der einen und Wissenschaft auf der anderen Seite. Holgi stellt es jeweils als Gegensätze, um nicht zu sagen Rivalen dar, aber das führt (jedenfalls aus meiner Sicht) am Kernpunkt vorbei, nämlich dass beide völlig unterschiedliche Fragestellungen beantworten wollen: Wissenschaft sucht die Antwort auf das „Wie“, Glaube/Religion aber die Antwort auf das „Warum“. Für beide ist die jeweils andere Fragestellung nachrangig, und beide sehen gleichermassen schlecht aus, wenn sie versuchen die jeweils andere Fragestellung zu beantworten – an dieser Stelle setzt ein Grossteil von Holgis Religionskritik an, aber das führt eben am eigentlichen Punkt vorbei. Eine entsprechend schärfere Unterscheidung wäre zudem wohl auch durchaus im Sinne von Holgis Lieblingsphilosophen Karl Popper. 😉

  6. Poschi

    Wenn ihr einen kostenlosen AIDS-Test braucht, dann geht lieber zum Gesundheitsamt. Das hat zum Einen den Vorteil, dass ihr als Antwort ein klares Ja oder Nein bekommt und nicht einfach unendlich lange hofft, dass einfach nichts kommt (= alles ok). Zum anderen ist das günstiger und weniger Aufwand.

    Ich finde, wenn man glaubt, dass man AIDS hat, dann sollte man nicht mit der Blutspende experimentieren.

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  7. FLO

    @Eule.
    Als Wissenschaftler kann ich Dir natürlich zustimmen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Religion wirklich nach dem „Warum“ fragt; insofern muss ich Holgi wahrscheinlich zustimmen, als Religion nicht versucht zu erklären, sondern einen status quo zu definieren und Weltbildkonstanz zu erhalten. Das bedeutet nicht, dass man innerhalb dieses Weltbilds nicht Dinge hinterfragen oder nach dem „Warum“ fragen kann. (Allerdings ist das meine persönliche uninformierte Meinung; Fachwissen hab ich da leider viel zu wenig)
    Was Holgi allerdings falsch macht, ist „der“ Wissenschaft zu unterstellen, sie wäre nicht auch in solch Weltbildern verhaftet, und die Wissenschaft wäre immer maximal neutral, unvoreingenommen usw. und überhaupt deshalb moralisch viel besser als diese Religiösen.
    Das ist eindeutig NICHT so. Wir bauen, auch wir Wissenschaftler, immer Weltbilder auf, und bauen uns Konstrukte innerhalb derer wir arbeiten können.
    Kleines Beispiel: Gehirn. Vor 150 Jahren war die gängige Meinung, dass nicht das Gehirn-Gewebe „denkt“, sondern der Liquor, also die Flüssigkeit die durch die Furchen des Cortex fließt. Später, im Zuge der Maschinisierung entwickelte sich auch ein mechanistischeres Bild vom Gehirn. Heute, nach der Internetifizierung, denken wir in Netzwerken, Clustern usw. und denken auch über das Gehirn in dieser Art und Weise nach.
    Da wir noch nichts, aber auch gar nichts, darüber wissen wie so ein komplexes Organ wie das Gehirn funktioniert, sind solche Weltbilder immer a priori „nicht falsch“, solang das Gegenteil nicht bewiesen ist.
    Der Punkt ist, dass wir uns immer Weltbilder konstruieren innerhalb derer wir arbeiten. Dadurch sind wir per Definitionem voreingenommen, und machen gewisse Fehler in unseren Experimenten.
    So, genug gelabert….
    Ich bin ja mal auf den Resonator-Podcast gespannt 😉

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