17 Gedanken zu „Bitte eine Stange Arbeitslose!“

  1. Luke

    Da ihr beide ja KI quasi nicht benutzt bzw. versteht, ist die KI-Diskussion am Anfang halt ein bisschen so, wie wenn sich Leute, die nur Toastbrot essen über fine Dining unterhalten.
    Sicherlich nicht durchweg falsch aber auch nie wirklich informiert.
    Holgis Sicht ist zB sehr 2024. Seit dem hat sich viel getan.

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      1. Alex

        Was denn nicht? Deine Sicht, dass „diese Maschinen ja nicht mal richtig intelligent sind“ klingt schon wie aus dem letzten Jahrtausend.

        Meine Definition: Intelligenz ist die Fähigkeit, Probleme zu lösen bzw Aufgaben zu erledigen.

        Jede kostenlose AI kann besser Texte schreiben als der Durchschnittsstudent, die besseren Modelle können besser Rechtsfälle bewerten und Gutachten schreiben als jeder Volljurist. AI-Agenten können längst selbstständig Aufgaben im täglichen Leben erledigen, Anrufe führen, Termine machen, Bestellungen aufgeben. Alles was mit Datenerfassung zu tun hat funktioniert längst automatisch, meine Steuerapp hat letztens ein Bild von meinem Lohnschein gescannt und alles selbstständig ausgefüllt.

        Ein beliebiges YT-Video zu AI Agent Use Cases sagt da mehr als meine tausend Worte.

        Und da sind wir noch gar nicht beim Coding, dass als Beruf langsam aber sicher ausstirbt. Ich kann mit Replit einen SaaS aufsetzen, ohne jemals eine Zeile Code zu schreiben. Früher mussten das sehr intelligente Menschen machen, die dafür sehr viel Geld bekommen haben.

        Was ist denn deine Definition von Intelligenz, die AI mit solchen Fähigkeiten nicht erfüllt? Wenn sie immer so eng ist, dass AI gerade so noch außen vor ist, ist das aus meiner Sicht Motivated Reasoning. Kann nicht sein was nicht sein darf?

        Aber wenn du mir nicht glaubst, dann vielleicht dem heiligen Rutger Bregman:

        https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2026-03/menschheitsgeschichte-zukunft-boykott-technologie-chatgpt

        „Bregman: Es gibt ja einige Leute auf der linken Seite des politischen Spektrums, die immer noch sagen: Oh, das ist nur fortgeschrittene Autovervollständigung, es halluziniert ständig, das ist eine große Blase. Ich halte diese Leute für völlig wahnhaft. Das ist die mächtigste neue Technologie, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Schon jetzt verändert sie unsere Wirtschaft auf unglaubliche Weise. Und das ist alles erst der Anfang.“

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        1. ChineseRoom

          Meiner Meinung nach verdeutlicht das Gedankenexperiment vom Chinesischen Zimmer (https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisches_Zimmer) sehr gut, wie der Eindruck vermeintlicher Intelligenz von LLMs zustande kommt. Das sind halt Markov-Ketten auf (sehr heftigem) Koks. Ja, auch aktuelle Modelle von 2026. Keiner spricht den Modell ab, dass sie Beeindruckendes leisten, aber Intelligenz ist das nicht. Intelligenz, wie wir sie bei Menschen üblicherweise konzeptuaisieren, geht einher mit Dingen wie vorausschauendem Planen, Selbstreflexion, einen Bewusstsein und vielleicht Empathie. Vieles davon scheitert schon, technisch ganz banal, am begrenzten Kontext-Fenster.

  2. Tarifkenner

    Holgi sagt an einer Stelle, das Purgatorium (Fegefeuer) abgeschafft sei. Das trifft nicht zu. Die röm-kath Kirche hat ihre Meinung zum Purgatorium nicht geändert. Für die anderen Kirchen spielt es ohnehin keine große Rolle.
    Holgi hat wahrscheinlich das Purgatorium mit dem Limbus verwechselt. Im Purgatorium werden die Seelen der Sünder nach dem Tod geläutert, bevor sie endgültig ins Paradies kommen. Der Limbus ist für ungetaufte kleine Kinder, die selber mangels Zurechenfähigkeit keine Sünden begangen haben, aber auch mangels Taufe nicht von der Erbsünde befreit sind.
    Der Limbus ist von der röm-kath Kirche zwar auch nicht abgeschafft worden, aber seine Existenz wird nicht mehr von der röm-kath. Lehrmeinung vertreten. Der Limbus bleibt aber eine mögliche Theorie, an die der gute Katholik glauben DARF.

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  3. abc

    Damit die „westliche Zivilisation“ untergehen kann, müsste es erst einmal eine westliche Zivilisation geben. Und das wäre was, was ich schon anzweifeln würde. Die Aussage „bisher sind noch alle Zivilisationen“ untergegangen, finde ich, nicht böse sein, in der Form ein bisschen platt. Und vor allem bezieht sie sich halt auf eine Zeit vor einer durchglobalisierten Welt. Heute kann man irgendwo ins tiefste Afrika fahren, fern ab der so genannten westlichen Zivilisation und sich dann daran erfreuen, dass man besseren Mobilfunk (eine „westliche“ Errungenschaft) hat als zu hause. Man sieht Leute, die ähnliche Kleidung tragen wie wir, ähnlichen Tätigkeiten nachgehen, die vielleicht japanische Managas gucken, bei MCD essen gehen, oder Kefir trinken usw. Das sind meiner Meinung nach auch alles Dinge, die auch nicht mehr weggehen werden. Die westliche Arroganz ist dann vielleicht eher anzunehmen, dass es eine westliche Zivilisation gibt und keine globale. Wenn der Untergang des Westens beklagt wird, geht das eben vor allem von Leute aus, die meinen, sie hätten die Zivilisation für sich gepachtet und wären ihre Stifter. Lustig ist auch, dass das gerne in Bezug auf China gesagt wird, dabei ist der westliche Philosoph Marx dort z.B. beliebter als hier, etc. Ich glaube, ich bin da vielleicht optimistischer als ihr.

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    1. Tarifkenner

      Ich halte die Kombination aus Demokratie und einem hohen Niveau von Grundrechtsschutz, der das Individuum vor der Tyrrannei der Mehrheit schützt, schon für etwas spezifisch Westliches. In welchem nicht-westlichen Land wäre diese Staats- und Gesellschaftsform verwirklicht? Japan würde ich als westliches Land sehen.

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    2. Chris

      Ja guter Punkt.
      Und was ein Untergang überhaupt bedeutet wird dabei auch nie erklärt. Alle kommen immer mit dem Beispiel Rom.
      Aber als die Römische Republik endete, begann erst die richtige Blütezeit im Kaiserreich. Das Ende des osmanischen Reichs führte nicht in eine apokalyptische Türkei. Alle paar hundert Jahre ging eine chinesische Kaiserdynastie „unter“.
      Was genau jetzt dem Untergang geweiht ist darf sich dann jeder selbst aussuchen.

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  4. Stefan Hartmann

    Zur Frage warum hört euch überhaupt jemand. Ich kann nur für mich sprechen und die Antwort ist quasi soziologisches Interesse.
    Eure Leben unterscheidet sich so sehr von meinem das ich, etwas überspitzt formuliert, noch nicht mal Bekannte habe die jemanden näher kennen der ein Leben wie einer von euch zwei lebt.
    Ihr liefert mir daher Einblicke in Denkwelten die mir ansonsten nur Massenmedial, durch Texter(daher verarbeitet) vermittelt oder sogar nur in fiktiven Werken verarbeitet begegnen würden.
    Gleichzeitig liefert ihr mir Impulse die ansonsten entweder erst viel später bei mir ankommen würden, oder garnicht.
    Insofern hätte eine KI Version des Podcastes keinerlei Wert, da er selbst wenn er perfekt auf euren Charakteren trainiert wäre, er keine neuen Impulse aus „eurem“ Leben mit einbringen würde, da die KI ja keine neuen Erfahrungen machen würde.
    Das gleiche gilt in ähnlicher Form übrigens auch für die anderen Gesprächsfromate von Holgi. Die Art wie er Interviews führt, dem interviewten zugewannt und auch bereit das Gespräch weg vom Ursprungsthema driften zu lassen wäre so mit einer KI vermutlich schwer reproduzierbar.

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  5. T.jay

    Die Wrintheit erinnert man mich an die Zeit, in der man noch viel Hoffnung mit dem Internet verband. Die ganzen Schattenseiten haben sich auch 2012/13 vermutlich bereits abgezeichnet, waren aber nicht so maßgeblich, das sie einem die Freude daran so dermaßen kaputt gemacht hätten.
    Ich gehe weiterhin gerne mit eurer Sendung durch die Präapokalypse. 🙂
    (Seit wann ist die Wrintheit eigentlich nicht mehr präapokalyptisch in der Anmoderation?)

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  6. Jo

    Ich habe mehr oder minder gegen meinen Willen an der HU Theologie studiert, weil ich nicht anders in einen Lehramtsstudiengang rein kam. Ich war schwer beeindruckt von der Offenheit gegenüber kritischen Nachfragen, sowohl vom Professorium als auch den Studierenden. Quasi alle Seminare waren Ergebnisoffen und unvergessen bleibt der Professor, der das alte Testament für irrelevant erklärt hat, was dann doch zu einem kleinen Eklat führte.

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    1. Eule

      Ich erinnere mich gerne an Professor Menke in Bonn, der bisweilen wirkmächtig in den Hörsaal (und manchmal bei Predigten auch in die Kirche) donnerte „Die Bibel IST nicht die Wahrheit!“. (Es ging ihm dabei um ein buchstäbliches Verständnis der Bibeltexte als göttliches Wort, was er ablehnt – der Text IST nicht „die Wahrheit“, er enthält lediglich eine menschliche Wahrnehmung/Interpretation davon.)

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  7. Eule

    Demnächst in diesem Theater: „Hier ist die WrinthAIt mit AIlexandra und HolgAI“ 😀
     
    Und apropos Opium: Von Marx stammt „Opium des Volkes“. Lenin wird auf Deutsch oft mit „Opium für das Volk“ übersetzt, was sprachlich glaube ich nicht ganz korrekt ist denn er will offenbar eigentlich nur auf Marx verweisen, da werden dann aber gerne interpretatorische Unterschiede zwischen den beiden (intern/extern, selbst/fremd) drauf aufgebaut.

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