40 Gedanken zu „Weihnachtsgrauen

  1. Paul

    Darf ich vorschlagen, falls technisch umsetzbar, die Folgenbeschreibung und die Shownotes unter der verlinkten Folge noch mal einzufügen? Dann sieht man alles auf einem Blick auf wrint.de bleiben

    Antworten
  2. Eule

    Auf der Suche nach dem MP3-Download habe ich festgestellt, dass es die entsprechende Option offenbar nur auf der Podigee-Seite gibt, die man über den in dem Eintrag vom 18. Oktober verlinkten „hier die neue Landing-Page“-Link zu wrint.network.podigee.io findet. Weder hier auf der wrint.de-Seite, noch wenn ich auf die embed-Kachel oben klicke (die zu realitaetsabgleich.podigee.io führt) finde ich eine Downloadoption, sondern nur wenn ich den „alten“ Umweg gehe.

    Ist das so gewollt, oder noch ein bug? (Oder habe ich was übersehen?)

    Antworten
    1. Bens

      Auf der Podegee-Kachel auf „share“ klicken, da gibt es dann u.a. so ein Download-Symbol. Darauf rechte Maustaste -> „Save as“. Der Dateiname ist eine gewürfelte Telefonnummer Punkt mp3. Nicht ganz intuitiv, aber wenn man so wie du und ich zur aussterbenden Gattung der mp3-Herunterlader gehört, muss man da durch 😉

      Preiset den Herrn, dass wir wieder kommentieren können!

      Antworten
    2. Eule

      @ Bens

      Ha, vielen Dank! 😀
      Ich hoffe sehr dass mein alter MP3-Player noch eine Weile durchhält, denn ich höre Podcasts entweder unterwegs oder im Bett, und in beiden Fällen ist es nützlich dass der Player physische Tasten hat die ich „blind“ bedienen kann.

      Antworten
  3. Georg

    Mich interessiert die technische Seite hinter der Umstellung auf podigee sehr 🙂
    Und zur Beruhigung: mein podcatcher hat den Wechsel brav mitgemacht (antenna pod auf Android).

    Und dumme Frage: kann man bei podigee nicht manuell hinterlegen, was in der Podcast App als zugehörige Website angezeigt werden soll?

    Antworten
  4. Stefan Hartmann

    Zu den günstigen gebrauchten Autos eine kleine Bemerkung von mir.
    Ich habe Anfang des Jahres eine gerauchte ZOE mit 70.000km Laufleistung gekauft, 3000€ billiger als ein Verbrenner mit vergleichbarer Laufleistung.
    Grade in dem Bereich der etwa 10jähre alten Autos sind die Stromer absolut konkurrenzfähig. Einziger Wermutstropfen ist die tatsächliche begrenzte Reichweite bei den Fahrzeugen aber als Zweitwagen oder Pendler Fahrzeug sind 80-150km Reichweite (ja nach Model und Akkuzustand) absolut ausreichend

    Antworten
  5. Christian

    Respekt an Holgi, dass er den oft sehr flachen, sehr linken „Thesen“ von Tobias mal etwas Paroli bietet.
    Wenn wir eine halbwegs rationale Diskussion wollen, dann braucht es genau so etwas. Danke.

    Antworten
    1. Trolli Schmittlauch

      Das sehe ich wiederum anders.
      »Wer hier eine Straftat begeht wird abgeschoben, das gehört eben dazu.«
      Nein gehört es nicht, zB wenn man Holger Klein heißt. Staatsbürger*innen, aber eben auch zB EU-Bürger*innen werden für ihre Straftat vor Gericht ggf. verurteilt und müssen dann eine Geldstrafe zahlen, ins Gefängnis, etc. Was ihnen allesamt nicht droht, ist eine Abschiebung sonstwohin.
      Das Strafsystem, innerhalb dessen das Gericht sie verurteilt, hat den Anspruch einer Abwägung aus Strafe und Resozialisation. Sie sollen also auch aller Möglichkeit nach wieder in der Gesellschaft funktionieren können. Deshalb haben wir auch keine Todesstrafe und sperren Menschen nur als letztes Mittel für immer weg.
      Die Sonderstrafe des „Abschiebens“ in ein Rechtssystem, in dem diese Grundsätze nicht immer gelten, gibt es nur für bestimmte Ausländer*innen. Damit ist es eine Sonderstrafe. Zumindest Personen, die zum Zeitpunkt der Tatbegehung eigentlich ein Aufenthaltsrecht gehabt hätten, sollten dies nicht plötzlich als Teil der Verurteilung verlieren. Denn dann verhängen wir plötzlich für gleiche Taten unterschiedliche Strafen, je nachdem welche Nationalität die Täter*in hat.

      Klar ist das eine kategorische Haltung, nun sind aber eben auch Haltungen wie „universelle Menschenrechte“ und „Rechtsstaatlichkeit“ dies auch.

      Antworten
    2. Abkueko

      Sehe ich auch so.
      In den Grundzügen gebe ich Holgi auch recht. Denn Tobias Argument würde beinhalten, dass man niemanden abschieben kann solang dort nicht alles toll ist. Das ist in meinen Augen der Denkfehler. Asyl gibt es dann wenn eine Person im Heimatland akut bedroht ist. Da reicht es nicht, dass das Haus ggf. nicht mehr steht oder der Staat nicht gut funktioniert. Wenn sein Leben nicht durch die dortige Regierung bedroht wird und der Bürgerkrieg vorbei ist, besteht kein Asylgrund mehr.
      Ich finde es auch okay Unterschiede zu machen für eine pauschale Regelung die für alle Syrer gilt und eine individuelle Prüfung für einzelne Personen die man unbedingt loswerden will. So kann ein Land generell riskant sein, aber für diese eine Person nicht unbedingt. So könnte man auch einen Afghanen abschieben wenn der z.B. Talibannah ist. Der hätte ja nichts zu befürchten.

      Mein Problem ist eher die Auswahl. Man hat die Anforderungen immer weiter gesenkt ab wann jemand ein schwerer Straftäter ist der abgeschoben werden soll. Ich glaube das geht mittlerweile mit einem Jahr Haft. Das müssen also keine super schlimmen Leute sein.

      Antworten
    3. Stefan Schmidt

      Das sehe ich auch so. Das Asyl-Recht gilt für persönlich politisch Verfolgte. Nicht mehr und nicht weniger. Für Kriegsflüchtlinge hat das nie gegolten. Solch ein Rechtsanspruch würde Deutschland oder die EU auch gänzlich überfordern.
      Wenn nun in Syrien alles so kaputt ist, stellt sich doch die Frage, wer das wieder aufbauen soll. Dem Syrer selbst, der vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet ist, kann man das für manche wohl gar nicht zumuten. Das sollen dann wohl irgendwelche anderen Menschen aus anderen Ländern machen, denen man diese Arbeit zumuten kann?

      Diese grundlegende Idee, dass Deutschland ja ein sehr reiches Land ist, teilen immer weniger Bürger. Heute morgen erzählten mir (mal wieder) meine Kollegen aus Polen, dass dort alle Straßen völlig frei von Eis und Schnee waren. Und als sie die Grenze zu Deutschland passierten, war alles weiß und gefroren.

      Die Eigenheim-Quote von Polen und Deutschen erwähne ich gar nicht erst.

      Der Tobi verdient sicher sehr gut und lebt in einem friedlichen Dörfchen in seinem eigenen Haus.
      Ich lebe in einem Hochhaus in einer Stadt, welches sich durch neuen Zuzug leider in ein sehr ärgerliches Nest ohne Ruhe und Geborgenheit entwickelt hat. Viele neue Nachbarn sind eher nachtaktiv. Und das sehr hörbar. Wenn mein Wecker zur Frühschicht um 3:50 Uhr klingelt, haben die neuen Nachbarn mich bis mindestens 2 Uhr wach gehalten.

      Das mag für Unbetroffene kleinlich und spießig klingen aber es ist die Hölle und es macht einen auf die Dauer krank.

      Aber ich liebe Euren Podcast! Weiter so!

      Antworten
      1. holgi Beitragsautor

        Hier verrennst Du dich allerdings: „Dem Syrer selbst, der vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet ist, kann man das für manche wohl gar nicht zumuten. Das sollen dann wohl irgendwelche anderen Menschen aus anderen Ländern machen, denen man diese Arbeit zumuten kann?“

        Antworten
  6. Christine

    Hallo!
    Hier ist eure Freundin, die Geodätin. (In der Tat habe ich das Pixi-Büchlein auch in mehrfacher Ausführung.)
    ~
    Ich habe ja seit einigen Wochen auch einen e-smart mit etwa 120km Reichweite und bin für den Stadtverkehr absolut angetan und begeistert.
    ~
    Annakirmes -> Düren. Pützchens Markt -> Bonn.
    ~
    Die Mühlen im öffentlichen Dienst mahlen langsam. Und wenig effizient, aber sie mahlen. Anderswo ist es erstaunlich schlechter als hier.
    ~
    Und ich finde es sehr schön, dass man wieder kommentieren kann. ☺

    Antworten
  7. Abkueko

    @Holgi
    Ich glaube nicht, dass es so sehr an konservativen Managern liegt. Es ist lukrativer erstmal die alte Technik weiter zu verkaufen. Gewichtiger ist das Ausland. Viele Märkte erfordern weiter Verbrenner (siehe Entwicklung in der USA). Es ist also sehr riskant komplett auf Elektro zu gehen, da man so in manchen Märkten verliert. Und wenn man sowieso neue Autos mit Verbrennern bauen muss, ist es aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbar darauf zu drängen die hier weiterverkaufen zu können.

    @Toby
    Ich glaube dir fehlt die Übersicht über den aktuellen Markt. Die deutschen Hersteller haben gut aufgeholt. Der Enyaq ist technisch aus 2019 und damit veraltet. Da hat sich seitdem viel getan. Das was die Chinesen vermeintlich so toll machen ist meist nur Spektakulär wenn man den Rest nicht so kennt. Benannte 800V-Technik bekommst du aktuell auch bei Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Kia und Hyundai.
    Auch sonst sehe ich das Problem nicht so sehr. Nimm doch das Beispiel des Mercedes CLA. Der kommt nach Norm 790km weit. Lädt mit 800V und >300kW. In 10min kann der theoretisch 300km Reichweite nachladen. Damit ist der auch gut für Langstreckenfahrer geeignet.
    Der ist neu und aktuell eins der besten Fahrzeuge am Markt. Gibt aber einen Ausblick was du in den nächsten Jahren bei vielen Herstellern sehen wirst.

    beim besten Willen ich kann da keine generelle Überlegenheit der Chinesen sehen. Bei Einzelthemen kann es mal sein aber nicht so sehr wie oft getan wird. Die erwähnte Marke Nio ist in Europa ein totaler Flop. Trotz in meinen Augen schicken Autos kauft die keiner. Die sind teuer und der Konkurrenz eher unterlegen.

    Antworten
    1. justme

      Moin moin,
      es ist nicht nur ‚erstmal‘ lukrativer, die alte Technik zu verkaufen – ganz generell verdient man (im Sinne von ‚die Automobilindustrie‘ an Verbrennerfahrzeugen mit einem relativ hohen Inhouse-Anteil an teuren Komponenten (Motor/Antriebsstrang…) mehr Geld als an Elektrofahrzeugen, bei denen zum Einen Fertigungs- und Entwicklungskapazität für die Schlüsselkomponenten E-Motor und Batterie bei den meisten klassischen Massenherstellern deutlich weniger vorhanden ist und diese auch aufgrund geringerer Komplexität oft auch einfach Zukaufteile sind, zum Anderen beschäftigt man damit dann am Ende auch ganz einfach in Summe deutlich weniger Leute – die Kosten fallen also nicht in der eigenen Wertschöpfung an, sondern für Rohstoffe, Zwischenprodukte oder gar komplette Zukaufteile.
      Wenn man einen klassischen Automobilhersteller mit hoher eigener Fertigungstiefe nimmt wie z.B. Mercedes, dann kommen da vereinfacht gesagt Blech-Coils für die Karosserie und Stahl- und Aluminiumbarren für die Motoren- und Komponentenfertigung rein, plus natürlich die klassischen Zukaufteile wie Steuergeräte, Kunststoffteile usw. Ein riesengroßer Anteil der Wertschöpfung basiert aber eben darauf, aus sehr einfachen und daher relativ preisgünstigen Massen-Rohstoffen in vielen Arbeitsschritten hochkomplexe Bauteile wie z.B. eben einen Motorblock, einen Zylinderkopf, ein Getriebe usw. herzustellen – und genau das fällt bei einem Elektrofahrzeug fast komplett weg. Stattdessen kommen im Verhältnis sehr teure Rohstoffe bzw. Zwischenprodukte (Akkus) und relativ einfach (im Verhältnis zu Verbrennungsmotoren) zu fertigende Elektromotoren, die man obendrein auch komplett fertig bei den einschlägigen Zulieferern für Fahrzeugelektrik kaufen kann ins Fahrzeug – und fast niemand würde einen Elektro-Mercedes nicht kaufen, weil dessen Motor nicht aus der konzerneigenen Entwicklung und Produktion stammt. Beim Verbrenner sieht das anders aus, da ist der Motor ein Teil der Marken-DNA (was Mercedes zum Teil auch zu spüren bekommt – die Fahrzeuge mit Fremd-Motoren, die es da ja inzwischen auch gibt bekommen massiv negative Kritiken ab, gerne auch aus der Richtung ‚warum soll ich Mercedes bezahlen, wenn da nur Renault drin steckt‘).
      Das alles zusammen macht es für die klassischen Automobilhersteller durchaus schwierig, den Wandel zur E-Mobilität zu tragen – insbesondere, wenn dann noch die Gesetzeslage nicht klar ist, weil neben den Veränderungen in der Wertschöpfungskette für echte Elektrofahrzeuge auch noch sehr nennenswerte Investitionen sowohl in Entwicklung als auch in Produktion gesteckt werden müssen: ein Fahrzeug, was für einen Verbrenner-Antriebsstrang konstruiert wurde wird immer nur ein schlechter Kompromiss als E-Fahrzeug sein. Das heißt, daß man gerade die teure und aufwändige Plattform-Entwicklung (die man sonst nur als Evolution über mehrere Fahrzeug-Generationen hinweg macht) für E-Fahrzeuge einmal komplett neu machen muß – und bei einer Situation wie jetzt, wo die EU auf einmal wieder an der Gesetzeslage herumschraubt um dem deutschen Diesel-Dieter seinen Willen zu lassen stellt sich dann recht schnell die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.
      Ich würde vermuten, über einen harten Cut wäre die Automobilindustrie noch nicht einmal SO unglücklich – dann wäre wenigstens insofern Sicherheit gegeben daß man weiß, die alten Plattformen braucht man nicht mehr weiter zu pflegen, neue Modelle mit Verbrennungsmotor muß man nicht mehr entwickeln, die Weiterentwicklung auch der Motoren kann man einstellen usw. Das wäre zwar auch ein schmerzhafter Prozeß, aber wenigstens wäre der Weg und die dafür benötigte Zeit klar. Das Herumlavieren, wie es jetzt gerade wieder passiert sorgt ganz schnell dafür daß dann die Weichen wieder in die RIchtung dessen, womit man einfach und mit bekannten Prozessen Geld verdient gestellt werden (was natürlich am Ende dafür sorgen wird, daß die deutsche Industrie, die ja hauptsächlich vom Export lebt in absehbarer Zeit untergehen wird).

      Antworten
  8. Volker K

    Pauschale Forderungen wie „Straftat begangen -> Ausweisung“ sind immer problematisch. Straftaten gibt es viele. Täter:innen und Motive gibt es auch viele.

    Schwarzfahren = Erschleichen von Leistungen = §265a StGB. -> Ausweisen?!?
    2 kleine Ladendiebstähle als 14jähriger -> Ausweisen?!?
    Ernsthaft?

    Ab einer bestimmten „Delikthöhe“ wäre eine Ausweisung sicher sinnvoll, aber ab welcher „Höhe“, unter Berücksichtigung der Konsequenzen für die Täter (LGBTQI+-Person nach Afghanistan oder Russland?) und daher wirklich *immer*?

    Wer „Banden-“ oder „Clankriminalität“ begangen hat, besitzt eine hohe kriminelle Energie, und wenn er ausgewiesen wird, kommt er entweder wieder (illegal mit falschem Namen und Pass) oder macht vom benachbarten Ausland aus weiter, wo keiner von seiner Strafe bei uns weiß. Da würde ein konsequentes Wegsperren im Inland durchaus sinnvoll sein und andere „Interessenten“ vielleicht sogar fern halten. Wenn man geschnappt wird, bissl in U-Haft sitzt und 6 Monate nach dem Urteil ins Heimatland geflogen wird, dem die Delikte in Deutschland schnuppe sind, ist das halt kein so tolles und zielführendes Signal wie 10 Jahre im Knast in einem fremden Land.

    Islamistischer/Pro-Russischer Anschlag? Ausweisen? In das Land womöglich, für das oder dessen Staatsreligion sie letztlich den Anschlag verübt haben? Super, Täter geht dann ins nächste Terrorcamp und berichtet, was hier schief gelaufen ist, und wie es das nächste Mal besser laufen wird. Da wäre ein „Gefangenenaustausch“ sinnvoller: Den Terroristen aus Afghanistan gegen drei dort inhaftierte ehemalige Ortskräfte eintauschen zum Beispiel.

    Pauschal „alle Straftäter ausweisen“ ist aber halt so nie richtig, in wahnsinnig vielen Fällen ist es schlicht unangemessen oder sogar dumm und kontraproduktiv.

    Vielleicht sorgen wir einfach dafür, dass die Gesellschaft den Zuwanderern mehr Chancen gibt, als die Straße es tut, siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=rdFjUiItCgM

    Antworten
    1. Volker K

      @Holgi es gibt da mehrere Ansätze, ist aber schwierig. Moralisch und juristisch.
      Einmal kann man zwischen Vergehen (Mindeststrafe unter 1 Jahr) und Verbrechen (Mindeststrafe 1 Jahr oder höher) unterscheiden, oder Haftstrafe (ggf ab x Jahre) als Limit setzen.

      Es ist aber nicht zulässig, eine Person in ein Land auszuliefern, in dem ihr die Todesstrafe droht. Das führt zusammen mit Art. 1 GG (das Ding mit der Menschenwürde) m.E. auch dazu, dass z.B. jemand, der aus religiösen Gründen oder sexueller Orientierung vor Verfolgung geflüchtet ist, hier im Inland schon verdammt viel Dreck am Stecken haben muss, damit man ihn in sein eigenes Land abschieben kann, wo er verfolgt wird.

      Mal ein anderes Beispiel: Damals, Silvester auf der Domplatte in Köln, waren eine Reihe Leute aus Nordafrika dabei, die als Asylbewerber hier eingereist sind und straffällig wurden. Genau das war ihr Plan: Asyl beantragen und während der Dauer des Verfahrens Leute abzocken. Die Justiz (die kaputtgespart wurde) hat die Verfahren ausgesessen und gewartet, bis die Jungs abgeschoben wurden, weil ihre Asylanträge abgelehnt waren. U-Haft ging bis dahin aber nicht, also kamen sie wieder raus und haben weiter als Antänzer etc. Leute abgezockt und insgesamt so zwei bis vier Jahre als Kleinkrimineller gearbeitet, bis sie zurück mussten.

      Also genau das war deren Geschäftsmodell: Ich geh mal rüber, sag, ich würde verfolgt, und bis die mich zurückschicken hab ich Kohle auf die Seite gelegt.

      Hätte man in diesen Fällen direkt ermittelt, angeklagt und ein Urteil gesprochen (6 Monate auf Bewährung, nach drei Wochen nächste Verhaftung -> Bewährung ist verbockt + nochmal 3 Monate) und die Täter dann erst die Strafe absitzen lassen, bevor man sie nach Hause schickt, wäre das Geschäftsmodell schnell kaputt gewesen und das Problem gelöst.

      Das aktuelle System sorgt dafür, dass dieser sehr, sehr kleine Teil von Leuten, die sich hier zu kriminellen Zwecken als Verfolgte ausgeben, für haufenweise Vorurteile sorgt, die der weit überwiegenden Majorität derjenigen, die wirklich geflüchtet sind und unsere Hilfe brauchen, entgegen gebracht werden – und die in solchen pauschalen und stark klingenden Forderungen wie „Straftäter abschieben“ münden.

      Ist aber alles deutlich schwieriger.

      Antworten
      1. holgi Beitragsautor

        Ich hab die Domplattengeschichte komplett aus den Augen verloren. Hast Du ne seriöse Quelle zu deren oben beschriebener Motivation/Plan?

        Antworten
    2. Volker K

      @Holgi
      Hättest Du mich das 2016 gefragt… auf die Schnelle find ich da einen Artikel im SPIEGEL, wo nach dem Silvesterabend tatsächlich über die Strafverfolgung begonnen wurde (die aber eher unbeholfen war) https://www.spiegel.de/panorama/justiz/urteil-in-koeln-gegen-antaenzer-jugendarrest-fuer-zwei-taeter-a-1071122.html
      und in der ZEIT diesen hier, wo die Strukturen analysiert werden: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/koeln-nordafrikaner-kriminialitaet-polizei

      Dass eben viele Strafverfahren gegen diese Leute als Bagatellen ausgesessen wurden, damit die (immer) Jungs zur Abschiebung einkassiert werden und die Justiz weniger Arbeit mit ihnen hat, hatte ich aus einigen Radio- und TV-Berichten damals und aus Aussagen in Sozialen Medien und hab das verbloggt, aber leider die Quellen vergessen anzugeben, wiel mein Fokus auch was anderes war:
      https://volkerkoenig.de/2017/01/der-nafri-gau/

      Antworten
  9. Jens

    Das Thema „straffällig gewordene Ausländer“ ist per se natürlich etwas heikel. Es hilft bei solchen Dingen aber durchaus, auch mal von anderen Seiten auf die Problematik zu schauen. Ich habe mich (aus Gründen) länger mit dem Aufenthaltsrecht in Kanada beschäftigt. Und dort ist es im Kern genau so: du bist erst einmal Gast in einem fremden Land. Lässt du dir dort etwas zu Schulden kommen, ist die Gastfreundschaft ganz schnell vorbei und man wird unter Umständen des Landes verwiesen. Und ich vermute mal ganz stark, dass das in vielen anderen Ländern sehr ähnlich geregelt ist.

    Natürlich ist das erst einmal sehr pauschal, wenig differenziert und wird dem Einzelfall ganz sicher nicht gerecht. Aber es zeigt dennoch, dass das Grundprinzip weder ungewöhnlich noch per se „böse“ ist – man kann auch als Deutscher recht schnell in ähnliche Situationen geraten.

    (Das sagt auch nichts über die Unmenschlichkeit reaktionär-konservativer Politik aus. Aber ich bin grundsätzlich erst einmal bei Holgi: die schlichte Feststellung der Abschiebung von verurteilten Straftätern ist erst einmal noch keine wirkliche Aufregung wert. Ich persönlich glaube auch, dass Syrien aktuell kein sicheres Herkunftsland ist (siehe die Feststellungen unseres Außenministers), Afghanistan schon gleich gar nicht. Aber das sollte man dennoch vom reinen Rechtsakt selbst entkoppeln, das ist eine andere Diskussion.)

    Antworten
    1. Volker K

      Du kannst als Deutscher schnell in solche Situationen kommen, aber mal Hand aufs Herz: Es geht bei der Forderung hier in Deutschland in der Diskussion schwerpunktmäßig um Geflüchtete. Die haben keine Greencard, kein Visum, keine Arbeitserlaubnis und sind nach Vorliegen aller Genehmigungen und mit einem Arbeitsvertrag schön sortiert hier eingewandert, sondern kommen aus Verfolgung und oft auch Armut und Hunger zu uns und kriegen ziemlich keine Unterstützung bei der Integration.
      Wie im Video, das ich oben verlinkt hab: Die Straße gibt ihnen täglich mehr Chancen als der Staat, und das ist Mist.
      Daher ist das vielleicht gar nicht so vergleichbar.

      Antworten
  10. P

    Holger meinte in der Folge, dass der Umzug zu WordPress gut geklappt hätte. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass einige Folgen hier im Blog noch fehlen (z.B. letzte Wrintheit, vorletzter Realitätsabgleich). Dafür geht, falls dieser Kommentar durchkommt, für mich das erste Mal seit ca. 2 Jahren die Kommentarfunktion hier wieder.

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Was fehlt, sind alle Folgen von vor dem Umzug, weil der Player hier im Blog auf den alten Fileserver zugegriffen hat, und den schalten wir dieser Tage ab.
      Die alten Folgen gibt es nur noch bei Podigee.

      (edit) Und jetzt sehe ich auch, was Du eigentlich meintest. Da fehlen ein paar Folgen dazwischen…

      Antworten
  11. Tilo

    @Toby Avatar war nicht „der Durchbruch der 3D Geschichte“, sondern damit begann die letzte 3D- Welle. Es stimmt auch nicht, das es vorher nur diese farbigen Anaglyphenbrillen gab, sie waren eigentlich nur eine Sparmaßnahme. Polfilterbrillen gab es schon wärend der ersten grossen 3D- Welle in den 50ern. Trotzdem hat sich die Technik in den letzten Jahren gravierend weiterentwickelt. Es müssen z.B. durch die Digitaltechnik keine 2 Filmprojektoren mehr aufwendig synchronisiert werden, sie sind viel heller, es gibt zum Teil höhere Frameraten und die Polfilter sind (außer beim IMAX 3D) zirkular polarisiert, was einen grösseren Blickwinkel und Neigung des Kopfes erlaubt.
    Es liegt an den Kinobetreibern, das 3D- Brillen immer noch eher abgelehnt werden. Der Helligkeitsunterschied ist mittlerweile vernachlässigbar, die wenigsten Kinos haben aber auch Ansteckfilter für Brillenträger oder Kinderbrillen und manche Kinos verkaufen nur Billigbrillen, die schon beim anschauen zerkratzen. Ich bringe mir immer meine eigene von daheim mit, die auch mit dem Fernseher funktioniert und vielleicht werde ich mir auch mal eine Brille mit Stärke vom Optiker anfertigen lassen.

    Antworten
  12. Tilo

    Sorry, wer in Avatar Pocahontas sieht, merkt überhaupt nicht, wieviel Fantasie und Kreativität in dem Film und seinen Nachfolgern stecken.
    3D ist in Filmen auch schon lange nicht mehr oder nur noch in den wenigsten Fällen eine Effekthascherei. Was für „neue 3D- Effekte“ soll denn der Film eigentlich zeigen? Er bietet beeindruckend räumlich neue Landschaften und Kreaturen, das kann kein einziger anderer Film auch nur ansatzweise.

    Die Karte meiner Träume ist aber wirklich ein schöner Film.

    Antworten
  13. Christian H.

    Filme in 3D zu sehen hat mich nie interessiert. Allerdings war der erste Avatar vor etwa 10 Jahren einer der ersten Filme welche ich von Blu-Ray (2D) auf dem Beamer im Heimkino mit 4m Bildbreite gesehen habe. Das war optisch schon echt beeindruckend, seitdem hat sich mein Filmkonsum erheblich gesteigert und kein Kino hat mich wieder gesehen.

    Antworten
  14. Arne

    59:22 Zur Frage, warum wir Geld für den straffälligen Syrer ausgeben sollen: die Antwort ist einfach weil er ein Mensch ist. Das mag naiv klingen, aber das sollten unsere Werte sein.

    Antworten
    1. Arne

      @holgi Ja, wenn er irgendwie bei uns gelandet ist. Wie Tobi sagte, ist die würde des Menschen unantastbar. Da steht nicht „die Würde des Menschen mit Aufenthaltsrecht in Deutschland“. Und „wir“ als Menschheit und nicht als „deutsches Volk“ sollten das sowieso tun. Ich würde auch gerne mal wissen, um welche Summen wir da eigentlich reden. Mein Bauch sagt mir, dass das wieder so eine Not gegen Elend Diskussion ist, und das im großen Ganzen kaum ins Gewicht fällt. Vielleicht ist es aber auch einfach naiv. Ich finde aber das gleitet sehr schnell in so eine „wir“ gegen „die da“ Diskussion ab. Wäre es nicht auch ein Signal, wenn wir die Rechtsstaat-Fahne einfach unbeirrt hochhalten?

      Antworten
      1. holgi Beitragsautor

        Damit öffnest Du ein Fass ohne Boden, und zwar unabhängig von den Summen, die da im Spiel sind, weil eine grundsätzlich geöffnete Tür politisch nicht durchsetzbar wäre.

        Wenn ich mich nicht mal wieder verrechnet habe, würde uns das um die 35.000 pro Person pro Jahr kosten.

        Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert