WR1173 Die Krönung Karls

 

Am 25. Dezember 800 überrascht der Papst Karl den Großen mit einer Kaiserkrone. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 28. Dezember 2020 auf DLFnova.

2 Gedanken zu „WR1173 Die Krönung Karls

  1. Tarifkenner

    Schön, dass mal wieder der große Bogen geschlagen wird.
    Zwei kleine Anmerkungen:

    MvH spricht (wie schon früher mal) einerseits von den Merowingern (unter ihnen Chlodwig) und andererseits von den diese ablösenden Franken (unter ihnen Karl dem Großen).
    Die Merowinger waren aber auch Franken. Das fränkische Herrschergeschlecht der Merowinger wurde vom ebenfalls fränkischen Geschlecht der Karolinger (unter ihnen Karl d.Gr.) abgelöst.

    Die Langobardenkrone wird normalerweise als “Eiserne Krone” oder “Eisenkrone” bezeichnet. MvH nennt sie Dornenkrone – vielleicht ja nur ein Versprecher.

    Antworten
  2. Norbert

    Das war wieder so eine Folge, die sehr unvorbereitet wirkte. Nicht nur, dass MvH die Merowinger falsch zugeordnet hat, ihm ist das Selbe dann noch mal mit den Saliern passiert (kein von den Franken unterworfenes Volk, sondern wahlweise eine Dynastie Römisch-Deutscher Kaiser; oder die verkürzte Bezeichnung für den Teilstamm der “Salischen Franken”, dem die Merowinger entstammten). Die permanente Bezeichnung Karls als “Römisch-_Deutschem_ Kaiser” hat mich auch irritiert. Wenn überhaupt war er “Römisch-Fränkischer Kaiser”, auch wenn ich mich nicht entsinnen kann, dass mir dieser Begriff je untergekommen wäre.
    J.J.Norwich interpretierte Karls Kaiserkrönung auf den letzten Seiten seines “Byzantium – The Early Centuries” als plumpen Versuch Karls, nach der gesamtrömischen Krone zu greifen – die damals auf dem Haupt einer Frau, Kaiserin Irene in Konstantinopel, ruhte und somit nach Meinung des Papstes eigentlich vakant war (gestützt wird das auch durch Theophanes Homologetes, 760-818, der in seinem Geschichtswerk von Heiratsplänen Karls gegenüber Irene berichtet).
    Die Vorstellung, dass es sich bei der Aktion um eine Translatio Imperii gehandelt hat. also die Übertragung des Anspruchs “Wir sind das Römische Reich” vom Oströmischen auf das Frankenreich, lässt sich erst für spätere Jahrhunderte belegen und könnte eine Erfindung mittelalterlicher Historiker sein (anders ist das bei späteren heilig-römischen Kaisern wie Otto dem Großen oder Friedrich Barbarossa, die sich ausdrücklich in der Nachfolge des Weströmischen Reiches sahen, und tatsächlich eine Restauratio imperii betrieben).

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.