WR1118 Spiegelflechterei Habeck

 

Darin: Wolkenbruch – Pseudomedizin – Harte Tage – Wirtschaftskunde – Volle Podcatcher – Streak Running – Fattoria La Vialla – Corona – Knuffen – Polizeigewalt – Rassismus – Nachrichten & Wetter.

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48 Gedanken zu „WR1118 Spiegelflechterei Habeck

  1. Lars

    Hallo Holgi,
    zu der Aussage “wie kann man nur auf der Autobahn einen Unfall bauen…” hast du eine sehr eindeutige Meinung. Zwischen der möglichen Live-Sendung gestern und der heutigen Veröffentlichung gab es entsprechende Berichte, dass diese Unfälle wohl absichtlich herbei geführt wurden. Daher finde ich diese Passage sehr unglücklich.

    Antworten
    1. Martino

      “Wie kann man nur auf der Autobahn bei 80km/h einen Unfall bauen?”
      Genauso wie bei 200km/h auch: Beim Spurwechsel jemanden durch den toten Winkel nicht gesehen, oder einfach nicht in den Spiegel geguckt. Fahrzeug doch gesehen, aber die Geschwindigkeit falsch eingeschätzt. Den plötzlich abbremsenden Vordermann zu spät bemerkt. Technische Defekte wie Reifenschäden.

      Die Unfälle werden natürlich alle mit zunehmender Geschwindigkeit wahrscheinlicher und schwerer.

    1. Flo

      Ich hatte Wut. Holgi schimpft erstmal pauschal auf deutsche Autofahrer, weil die ja alle nicht richtig Auto fahren können, ohne zu wissen was überhaupt war. War halt ein Iraker mit Duldungsstatus, der nicht mehr alle Kerzen auf der Torte hat.

    2. holgi Beitragsautor

      Das ändert halt exakt gar nichts daran, dass alle Nase lang die Stadtautobahn dich ist, weil mal wieder irgendein Hodenkobold sich selbst ermächtigt hat.

    1. holgi Beitragsautor

      Mitte Meer finde ich ja auch immer ganz, ganz schlimm für den Geldbeutel 😀

    1. Wulf

      Dort kann man übrigens „Geschenkkörbe“ selber zusammenstellen. Vorteil: du musst nicht das ganze Gebinde nehmen, sondern kannst einzelne Dosen/Gläser/Flaschen nehmen. Hast halt dann irgendwann die Bude voller ungebrauchter Körbe 😉
      Und allein das probierangebot ist nix für uns essgestörte.

  2. David

    Da kann Holgi ja froh sein, daß er die Autobahn nicht früher nutzen konnte. Sonst wäre er vielleicht auch….

    Das Problem an Maßnahmen wie Masken ist, daß eine Überkompensation eben nichts bringt. Na klar, kann man sich allein mit einer Maske ins Büro setzen, und in 4 Wochen, wenn die Zahlen doch immer noch “so hoch” sind, müssen wir das verstärken und nutzen dann Gasmaske?! Nein, Masken da wo sie etwas bringen, und ja der ÖPNV gehört sicher dazu. Die Stadt draußen auf der Straße sicher nicht. (Frankreichs Beschlüsse)

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-08-19-de.pdf?__blob=publicationFile
    Seite 12
    Und im Übrigen steigen die Zahlen nur absolut und eben nicht relativ. Wir haben nun die 3. Woche mit ~1% Positivrate. Und wir sind weit weit weg von 5-9%, die wir im April hatten. Auch wenn die Medien natürlich jetzt erzählen, daß wir so hohe Zahlen wie zuletzt im Mai haben… ja, absolut ja.
    Und wenn man die Dunkelziffer abschätzen müßte, anhand der Intensivpatienten bzw der Verstorbenen dann können wir nur erahnen, wie schlimm es im März/April eigentlich war. In der Zeit, wo nur jeder mit Symptomen und nachgewiesenen Kontakt überhaupt getestet wurde, vs jetzt sogar absolut Symptomlose. Also sind wir noch lange nicht auch nur in der Nähe vom Frühjahr.
    Also weiter machen und nicht beunruhigt sein…

    Antworten
    1. hilti

      Naja, da machst Du es Dir ein wenig zu einfach. Im Juli waren wir bei etwa 0,6% positive Tests. Jetzt testen wir mehr und die Positivrate ist höher.

      Die Anzahl der Intensivpatienten ist da nicht unbedingt eine gute Metrik. Für den Anstieg der Anzahl der Infizierten sind zu 90% die unter 60-Jährigen verantwortlich (Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-08-18-de.pdf?__blob=publicationFile Seite 9). Das Durchschnittsalter der Infizierten liegt derzeit bei 32 Jahren (selber Link, Seite 10) . Von denen wissen wir, dass die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe sehr viel geringer ist als bei den über 70 Jährigen.

      Will sagen von der Anzahl der Intensivpatienten kann man schlecht auf die Dunkelziffer schließen. Da halte ich die Anzahl der Tests und die Positivrate für bessere Metriken.

    2. David

      Doch. Im März waren das auch die 30j. In Ischgl war die Generation 60++ ja nicht,aber die haben wir im Krankenhaus getestert. Die Überträger eher selten, vor allem weil sie auch sicher genauso oft symptomlos waren wie jetzt auch. Riesige Dunkelziffer.

      Und ja es gibt einen leichten Anstieg, aber eben nicht so groß wie die Absolutzahlen durch die gleichzeitige fast Verdreifachung der Tests glauben machen will.
      Wenn die Testrate weiter ansteigt, kommen wir in einigen Wochen auch an die derzeitige Kapazität von 1,2Mio. Wenn die Grenze so bleiben sollte, und nicht noch weiter erhöht wird, weil jetzt “Bedarf” da ist, kommen wir automatisch in die Sättigung der Absolutzahlen, und die projektionierte R=1,3+ bleibt dann “komischerweise” aus… Da R immer noch aus den Absolutzahlen mit Glättung und Nowcast und wasweißich errechnet wird, kommt es demnächst wahrscheinlich genau dazu. Und hat sich dann etwas geändert? Nein, es scheint ja weiter konstant zu sein…

    3. hilti

      Klar, die Dunkelziffer war im März und auch im April sicher riesig. Ich hab da Schätzungen von 10 und mehr gelesen und für Mai dann von etwa 6.

      In Ischgl bzw Östereich und Norditalien waren aber nicht nur die jungen Partyurlauber. Da haben Leute ihren Familienurlaub gemacht. Eltern irgendwo 35 bis 50 und Kinder im schulpflichtigen Alter. Die haben dann nach der Rückkehr die Großeltern angesteckt. Oder auf der Arbeit die älteren Kollegen. Auch in Krankenhäusern und Altenheimen wurden ältere angesteckt.

      Das passiert derzeit glücklicherweise nicht, weil die Älteren anscheinend vorsichtig geworden sind Also ist die Altersstruktur der Infizierten derzeit völlig anders und deswegen kann man schlecht die Anzahl der stationären Corona-Patienen bzw von denen auf der Intensivstation von heute und März nutzen um irgendetwas hochzurechnen.

      Naja, dass man man mehr Infizierte findet wenn man mehr testet ist eine banale Aussage. Aber ist sie denn überhaupt denn richtig? So klar scheint mir das nicht zu sein. Zumindest würde ich erwarten, dass der Zusammenhang nichtlinear ist und dass die Zahl der postiven Tests nicht so stark steigt wie die Zahl der Tests. Aber in den letzten Wochen von Kalenderwoche 28 bis 32 ist die Positivenrate von Woche zu Woche gestiegen. Erst letzte Woche (KW 33) ist die Positivenrate bei einer massiven Ausweitung der Tests leicht gesunken. Das spricht für mich nciht für eine Aufdeckung der Dunkelziffer sondern einem Ansteig der Infektionszahlen.

    4. David

      Wenn ich weiter Seite 12 ausrechne, komme ich auf 5935 Positive (abgezogen sind die Zahlen der “Auslands/Grenztests” aus dem Fließtext) und 716740 Tests. Das macht also 0,83% für Deutschland. Wir tragen es also wirklich aktiv rein (das sieht man ja alleine an den %Angaben im Fließtext Seite 12), bzw versuchen eben das einzudämmen. Richtig so.
      Jeder Gefundene sollte (jaja hat bei den Bayerntests mit zu später Nachricht sicher nicht geklappt) aber in Quarantäne und ist damit aus dem Ansteckungspool heraus – auch was sich im März so nicht war. In dem Sinne ist doch jeder Positive Fund auch gut, weil er dann weiteres verhindern kann. Und insbesondere bei den Asymptomatischen Verläufen ist das ein großer Vorteil, mehr davon zu finden.
      Wenn diese asymptomatischen Verläufe auch häufiger sind als gedacht (kann ja wie eine Dunkelziffer nur abgeschätzt werden, solange es nicht wirklich komplett randomisierte Tests gibt) könnte es sogar sein, daß wir uns gerade unter dem Radar durchseuchen und es merkt kaum jemand. Wenn wir jede Woche ~1% Positiverate haben sind das jede Woche andere. Wenn es wirklich randomisiert ist (da sind wir noch nicht!!) könnte man auch davon ableiten, daß in ganz Deutschland ~1% aktuell infiziert ist und in einer Woche nicht mehr und es andere 1% sind. Oder halt etwas weniger. Und das wäre ein ziemlich gutes Signal, wenn es dann unbemerkt passieren kann, weil in der Geschwindigkeit die Nebenwirkungen anderer Bevölkerungsschichten nicht so sehr zum Tragen kommen. Und im Februar/März wurden einige Hotspots halt immens schnell durchseucht (Bergamo, Ischgl, NewYork und Co) und es kam zur absoluten Überlastung und die häßlichen Bilder, weil es eben 30% gleichzeitig hatten. Die Antikörpertests die hinterher “nur” auf spezifische Antikörper testen, zeigen ein zu kleines Bild, wenn die Aktivierten T-Zellen (und darauf berufen sich auch einige Wissenschaftler bei den schwachen Verläufen) ausreichend waren, um die Krankheit zu besiegen. Das wird hinterher nicht mehr nachgewiesen, die Krankheit durchgemacht haben trotzdem mehr als die Leute mit den spezifischen Antikörpern.

      Aktuell scheint Kosovo auch in der absoluten Durchseuchungsphase zu sein, wenn signifikant viele Rückkehrer (~1700, siehe Bericht vom 18.8., Seite 13) positiv zurückkommen. Aus dem Kosovo kommen sicher nicht 100.000 in wenigen Wochen (so daß es da “nur” eine Positivrate von 2% wäre), sondern weniger, was vielleicht heißt (es gibt leider keine statistischen Daten dazu), daß vielleicht 20% der Kosovo-Albaner aktuell positiv sind. Nicht nur die Rückkehrer würden diese Rate erreichen, die muß in dem Land ja auch vorherrschen. Warum gibt es von dort keine häßlichen Bilder? Alles unterdrückt? Vielleicht, aber die Bevölkerungsstruktur ist fast komplett anders als in Resteuropa. Die Bevölkerungspyramide ist die von einem afrikanischen Staat, sehr viele Junge, sehr wenig Alte (65+), die einen schweren Verlauf zu erwarten haben. Und wenn das in der Geschwindigkeit so abläuft, sind die in wenigen Wochen durch… diese Erkenntnisse kann man aber schlecht auf andere Länder ausweiten, da die Bevölkerungsstrukturen unterschiedlich sind.
      Aber die Statistik führt auch andere Länder auf, wie Spanien mit 222. Wir versuchen gerade aktiv es allen Partygängern und Eimersäufern in die Schuhe zu schieben, verbieten Malle- und jetzt Kroatienreisen – die Zahlen sagen aber eben etwas anderes. Und das finde ich… schlecht. Nein, ich verteidige nicht unsere Eimerfreunde, das ist eine Tourismusform die ich überhaupt nicht verstehen kann, aber den Schwarzen Peter zuschieben finde ich nicht in Ordnung. Guck mal 3 Affen! Oh was? Ach doch nicht. Ablenkungsmaneuver. Und da kommen wir langsam wieder zu dem Punkt, den viele auch immer bei der Ablehnung aufbringen, daß falsche (!) Maßnahmen eben mehr schaden (wirtschaftlich nun Mallorca) als sie überhaupt verantwortlich sind. Richtige Maßnahmen müssen getroffen werden – und wir verhalten uns teilweise noch immer blind wie im März, als wir es noch nicht besser wußten. Und das kann ich einfach nicht akzeptieren….

      >Das spricht für mich nciht für eine Aufdeckung der Dunkelziffer sondern einem Ansteig der Infektionszahlen.
      Ja, um 40% von 0,59% (Tiefststand KW28) auf 0,83%. Aber eben keine Verfünffachung (von ~300 absolut auf 1700) wie sie aber in den Medien immer genannt wird. Und das in 6 Wochen Entwicklung und eben nicht in wenigen Tagen. Anfangs haben wir noch von Verdopplung alle 2-3 Tage gesprochen, und so…

  3. jan

    Zur Wirtschaftskunde:
    Rüdiger Bachmann hat ja ein paar mal den Monetaristen Paul Volker lobend erwähnt.
    Paul Volker Hat die Infaltion in den USA bekämpft indem er die Geldmenge beschränkt hat.
    Bis dahin und auch jetzt wieder, geschieht das, indem man ein eindeutiges Zinsziel formuliert.
    Die Zinsen hat Volker damals frei schwanken lassen statt ein eindeutiges Zinsziel zu formulieren.
    Die Zinsen Stiegen natürlich wie gewünscht, aber mit einem Nebeneffekt:
    Hier begann das goldene Zeitalter der Anleihespekulanten und der neue Siegeszug der Wallstreet.
    Wenn ein Preis frei schwankt, wird gezockt.
    Meine Quelle: Das Buch “Der Sieg des Kapitals” von Ulrike Herrmann
    lG
    Jan

    Antworten
    1. Timo

      Welche Inflation ist gemeint? Davon abgesehen führt die Aussweitung der Geldmenge nicht notwendig zur Inflation und umgekehrt.

    2. Tarifkenner

      @jan
      Wieso sollte man, wenn man die Inflation bekämpfen möchte, ein Zinsziel formulieren und nicht ein Inflationsziel? Natürlich kann man versuchen, durch die Zinspolitik die Inflation wunschgemäß einzustellen, aber dieses Mittel muss man doch flexibel handhaben können. Hat die Bundesbank oder die EZB jemals ihre Preisstabilitätspolitik durch Angabe eines Zinsziels definiert?

    3. jan

      @Tarifkenner
      Ein Inflationsziel haben alle. Das kann man erreichen über die Steuerung der Zinsen
      oder monetaristisch wie Volker über die Geldmenge.
      Die Zinsen waren für Volker nachrangig, weil er die Inflation über die Geldmenge geändert hat.
      Nach dem Volker-schock schwankten die Zinsen wie wild und das brachte instabilität
      durch Spekulation mit seinen Folgen, siehe Auswirkung auf die U.S.Sparkassen.
      Ob sich die Gelmenge wirklich exakt und nachhaltig gut steuern lässt, ist auch sehr fragwürdig.

    4. jan

      In den USA gab es in Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg eine Inflation, weil man Dollars gedruckt
      hat um die Handelspartner an den Kriegskosten zu beteiligen.
      Der Dollar verlor so an Wert.
      In diesem Zusammenhang hat man auch den Dollar von der Goldbindung befreit.
      Wenn man in einer gallopierenden Inflation die Geldmenge beschränkt, steigen natürlich sofort die Zinsen.
      Und ja, Inflation gibt es nur bei ausweitung der Gelmenge zusammen mit steigenden Lohnkosten.
      Wem das alles unverständlich und wirr erscheint (Ich bin nur ein Laie):
      Heiner Flassbeck, Ulrike Herrmann und Friederike Spieker erlären das besser.
      lG

  4. hilti

    Oh, Holgi rantet am Anfang ja schön seine Vorurteile über deutsche Autofahrer raus. Man kann übrigens auf der Autobahn ganz einfach in einen Unfall verwickelt werden. Wär mir vor zwei Wochen fast passiert. Fuhr in einem 100er-Bereich langsam auf der linken Spur neben jemandem her und der zog dann nach links rüber. Toter Winkel oder nicht geguckt oder beides. Glücklicherweise hat Hupen gereicht um den auf mich aufmerksam zu machen.

    Und da ist dann auch die Ursache für viele Unfälle: Unaufmerksamkeit. Die Leute träumen/schlafen (grad die LKW-Fahrer), hängen am Handy (leider ein ganz großes Problem, das immer größer wird), rasieren sich, schminken sich, etc (man glaub es nicht bis man das mal Videos gesehen hat).

    Hihi, der Neoliberalismus wird gecancelt. Scheiß Cancel Culture. 😀

    Antworten
    1. Til

      “Als häufigste Unfallursachen auf der Autobahn gelten ein ungenügender Abstand (8.730), das Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit (7.385) und eine eingeschränkte Verkehrstüchtigkeit der Fahrer (1.917).”

      Kurz: auf Autobahnen führt vor allem rücksichtsloses, zu schnelles, betrunkene Fahren.

    2. holgi Beitragsautor

      “Man kann übrigens auf der Autobahn ganz einfach in einen Unfall verwickelt werden”

      Das stimmt. Dann hat man aber auch keinen Unfall gebaut, sondern ist – wie Du sagst – in einen verwickelt worden. Weil der andere eben Scheiße gebaut hat. Ich bleibe dabei: Wenn man defensiv und umsichtig fährt, baut man auch keine Unfälle. “Wie kann man auf der Autobahn überhaupt einen Unfall bauen?!” heißt also gleichsam: “Wie scheiße muss man eigentlich sein, um einen zu verursachen” 😉

  5. DAT

    Zu WR1117 und “meine Hörer beschweren sich dass hier Neoliberalismus verbreitet wird”:

    Ich habe mich nicht beschwert, aber das ist genau das was mir durch den Kopf ging. Ich habe halt eine WRINT-Sendung eingeschaltet und bei jedem zweiten Satz der Beteiligten dachte ich mir “Der erzählt doch gerade Scheiß? Das funktioniert doch so alles nicht!”

    Und klar finde ich die Sendung dann scheiße.

    Das hatte ich bei Holgi-Sendungen auch schonmal – zu letzt bei einer Heilkräuter-Sendung aus Hockdiher.

    Und klar werde ich deswegen nicht WRINT aus meinem Podcatcher werfen. Aber ich ärgere mich kurz dass ich eine WRINT-Sendung erwartet habe und stattdessen unhinterfragten Scheiß vorgesetzt bekommen habe. Ich habe an WRINT höhere Ansprüche (das Problem haben andere Podcasts in meiner Liste nicht, aber da höre ich dann auch viel schneller mal eine Folge nicht).

    Das Problem ist also nicht so sehr dass ich keinesfalls jemals Liberallalas reden hören will – sondern dass ich hier einen Anspruch von “ich will kuratiert nur sinnvolle Inhalte haben” habe – ein Luxusproblem, trotzdem ein Problem.

    Antworten
  6. Dirk

    Hallo Holgi,

    ich habe eine Wette laufen das es zu dieser Episode mehr Beschwerden über Werbung für Schwurbel (Demeter) gibt, als über Neoliberalismuss in der Wirtschaftsepisode. Habe ich gewonnen?

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Nein. Vermutlich, weil meine Haltung zu Demeter sehr klar ist, die zu Politik aber weniger 😉

  7. Clemens

    Bei jeder Erwähnung des US-amerikanischen Arbeitsgebers manifestiert sich der Neoliberalismus in WRINT. Und wenn dann noch regelmäßig dieser bekannte Internet-Großhandel seine Erwähnung findet, ist auch der Realitätsabgleich vollkommen im Turbokapitalismus angekommen …

    Antworten
  8. Markus

    Der banale Begriff für streak running ist einfach Täglichlaufen. Seit einigen Jahren wird dazu Lutz Balschuweit in allen Laufpodcasts herumgereicht, erstmals (?) hier zu seiner ersten “Erdumrundung”:
    https://www.running-podcast.de/rp058-stories-lutz-balschuweit-taeglichlaufen-rund-um-die-welt/

    Ich finde, er hat eine sehr entspannte Sicht auf das Thema, gerade der Aspekt, den Toby angesprochen hat (kein schneller, weiter, besser) kommt bei ihm ganz gut raus.

    Außerdem scheint das auch sonst ein Typ zu sein, den man mal in einem Wrint-Interview hören möchte, gerne auch zu Themen abseits vom Laufen. Nur so als Anregung…
    https://balschuweit.de/blog2/

    Antworten
  9. Hannes

    Hallo Holgi,

    hier mal kurz meine Einschätzung als Stammhörer zu dem Wirtschaftspodcast und dem unerwarteten Backlash:

    Den meisten deiner Hörer bist du als kluger Kopf mit breitem Interessenspektrum bekannt, der das Herz am richtigen Fleck hat und sich nicht mit den bestehenden gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Zuständen abfinden will (und sicher auch aus diesem Grund insbesondere mit der Wochendämmerung zur politischen Meinungsbildung im Land beitragen will).

    Jetzt hast du dir vorgenommen, speziell die wirtschaftlichen Zusammenhänge unserer Welt besser zu verstehen, und deine Zuhörer daran teilhaben zu lassen, und das ist natürlich eine gute Idee. Gleichzeitig gibt es für viele deiner Hörer – mich eingeschlossen – schon nach der ersten Folge den Eindruck, dass deine Gesprächspartner wenig Interesse daran haben, dir das Thema Wirtschaft möglichst unvoreingenommen und ergebnisoffen zu erläutern, sondern so, wie sie an praktisch allen Universität gelehrt wird: nämlich als größtenteils alternativlos.

    Als Beispiele sind der Versuch, Kühnerts Idee der Vergesellschaftung – die völlig grundgesetzkonform und absolut diskussionswürdig ist – als “Enteignung” zu brandmarken und die von Tobi ebenfalls erwähnte, scheinbar selbstverständliche Kritik an einer grünen Regierung zu nennen. Auch das nebensächlichr Beiseitewischen der MMT ist mir sauer aufgestoßen, der wunderbare Podcast von “Wohlstand für Alle” zu dem Thema wurde ja bereits in den Kommentaren zu der Sendung gepostet, den kann ich nur empfehlen

    Natürlich ist es möglich, dass das nur Geburtswehen waren und deine beiden Gäste alternativen Ideen viel offener sind als dir erste Folge es vermuten lässt. Falls nicht, stellt sich aber schon die Frage, ob wir als Hörer wirklich einen Podcast brauchen, unter dem im Strich “Weiter so, es läuft doch!” steht, wie auch Tobi schon ganz richtig gefragt hat, und ob so ein Podcast deinem Anspruch – und dem deiner Hörer – an einer kritischen Haltung zum Zustand der Welt gerecht werden kann.

    Und da bleibt dann die Frage für mich: warum nicht einem Christian Felber die Bühne bieten, oder einem Niko Paech? Die können dir Wirtschaft sicher auch erklären, und haben sogar noch ein paar frische Ideen auf Lager.

    Natürlich bleibt uns immer die Wahl, einfach wegzuhören – aber vielleicht haben wir das alle schon zu lange und zu unkritisch gemacht.

    In diesem Sinne schöne Grüße!

    Antworten
    1. Martino

      “Natürlich bleibt uns immer die Wahl, einfach wegzuhören”

      Ich setze mal bei diesem Zitat an. Natürlich gibt es keine Hörpflicht. Genauso gibt es keine Pflicht, dass die Kommentare immer positiv sind.
      Und ich schließe mich Hannes an; wer in der Wochendämmerung regelmäßig einen höheren Mindestlohn fordert, sollte doch bei neoliberalen Thesen mal kritisch nachhaken.
      (Die Episode liegt noch in meinem Podcatcher, ich beziehe mich auf Holgers Bemerkung, dass er in seinem Podcast mit jedem “außer Nazis” reden will.)

    2. hilti

      Hm, vielleicht mal die Genese des Podcasts bedenken bevor hier mit Bühne bieten argumentiert wird? Hier hat sich nicht Holgi zwei Ökonomen für einen Wirtschaftspodcast gesucht sondern zwei Ökonomen haben sich einen Moderator gesucht.

      Und ich bin zuversichtlich, dass die 3 zum einen auf die Kritik eingehen werden und zum anderen muss sich das Format ja erstmal finden.

  10. janheinzrennt

    Gude,

    zum Thema „Warum geben Läufer die Geschwindigkeit in Min/km und nicht in km/h an“ habe ich eine Theorie.

    Früher™ als es noch keine fancy GPS-Uhren gab, gab es bei den Rennen und auf der Bahn sowieso schon Kilometer-Markierungen. Bei diesen musste man dann auf die (Stopp-)Uhr schauen und wusste, wie schnell man unterwegs ist. Das wurde dann einfach beibehalten.

    Bis dann

    Jan

    Antworten
  11. Abkueko

    Auch ich beobachte den entspannteren Verkehr im Ausland. Allerdings sehe ich da weniger das Tempolimit als ursächlich, sondern eine generelle Herangehensweise.
    In D scheinen sich viele in einem permanenten Kampf zu sehen. Betrifft natürlich die Raser aber auch die Mittelspurschleicher oder Oberlehrer die LKW ausbrennen weil die nach ihren (vorlaufenden) PKW-Tacho zu schnell sind oder die, die mit Hass jeden noch so kleinen Verstoß bei Radfahrern ahnden.

    Ich liebe es in Holland autozufahren. Nicht wegen der Geschwindigkeit sondern der Rücksicht. Da bremst wen niemand aus und niemand lässt wem hinterm LKW verhungern, sondern ermöglicht wem die Spur zu wechseln. Radler sind einfach OK dort, egal ob die sich an die Regeln halten. Ich sehe den Effekt nicht durch die Geschwindigkeit begründet – die ist oft genauso wie in D. Aber niemand drängelt, hupt oder belehrt. Ich glaube nicht an entspannteren Verkehr durch ein Tempolimit solang jeder meint der beste Autofahrer im Kampf gegen die restlichen Versager zu sein. Leider wüsste ich auch nicht wie man das in D ändert

    Antworten
    1. Martino

      Es fällt aber natürlich deutlich leichter, jemanden in die eigene Spur zu lassen, wenn der dann auch 100km/h bis 120km/h fährt, als wenn ich von 170km/h abbremsen muss. 😉
      Und genau da entsteht der “Kampf”.

  12. Timo Altfelde

    zur Verwendung des Pace beim Laufsport:

    Da Läufer kein Tachometer haben, bietet es sich an die Pace mit der Einheit min/km zu verwenden, da man diese mit einer einfachen Armbanduhr bestimmen kann. Bei Wettkämpfen werden Markierungen im km-Abstand aufgestellt. Die Zeit zwischen den Markierungen kann man dann als Grundlage für die Geschwindigkeitsbestimmung heranziehen.
    Hat man sich z. B. bei einem Halbmarathon (21 km) eine Gesamtzeit von max. 1h 45m vorgenommen, sollte man darauf achten die Zeit von 5 min (21 km *5 min/km = 105 min = 1,75 h) zwischen den Markierungen nicht zu überschreiten.

    Läufer kennen in der Regel den eigenen Pace, so dass sich darüber auch sehr leicht abschätzen lässt, wie viel Zeit man für eine spontane Runde im benachbarten Wald, See, Viertel, etc. braucht. Einfach die Strecke mit der Pace multiplizieren und man bekommt die Gesamtzeit.

    Würde man km/h verweden wäre der Rechenweg etwas umständlicher.

    Antworten
    1. Julia

      Lohnt sich Fattoria denn tatsächlich? Ich bin gerade kurz davor, einen der Geschenkkörbe zu bestellen. Holgi hat mich schon mit den Fischdosen aus Berlin erfolgreich angesteckt…
      Viele Grüße

    2. holgi Beitragsautor

      Ja, absolut. Ich hab mein gesamtes Lebensmittelbudget für August da gelassen 😀

  13. Hannes

    Dass du meinen letzten Kommentar nicht veröffentlicht hast, obwohl ich respektvoll und fair geblieben bin, nehme ich dir wirklich übel, Holgi.

    Antworten
    1. Kommentator

      Ich finde das nicht peinlich. Da viele Kommentare gar nicht freigeschaltet werden und viele erheblich später als andere, weiß man oft nicht woran man ist.

  14. Stefan

    Holgis Theorie, dass die erhöhte Migrantenkriminalität allein daran liegt, dass die Migranten in der Unterschicht leben, möchte ich widersprechen.

    Ich denke, dass das sehr viel mit Sozialisation zu tun. Es gibt bei bestimmten Gruppen eben eine gewaltaffine Machogesellschaft, welche zudem noch sehr frauenfeindlich ist. Das wird mitgebracht und auch hier oft noch an die nächste Generation in Maße weitergegeben.

    Mir ist die politische Linke da total unverständlich. Einerseits will man die gendergerechte Sprache, weil Sprache Wirklichkeit und Wahrnehmung schafft. Andererseits tut man so, als könnte jemand der aus einem Land kommt, in dem Frauen für vorehelichen Sex gesteinigt werden, sich problemlos bei uns integrieren. Ja, so eine Steinigung passiert nicht jeden Tag, aber es zeigt doch gut, wie frauenfeindlich zum Beispiel die Gesellschaft in Afghanistan zum Teil ist. Dabei ist auch wichtig, dass es die Gesellschaft und kein Einzeltäter ist.

    Antworten
    1. Abkueko

      Das dürfte ein verschwindend geringer Anteil sein. Denn grundsätzlich schaffen es diese Leute doch auch sich in ihrem Heimatland an die dortigen Gesetze zu halten. Dir wäre das doch ebenfalls in einem fremden Land möglich?! Dementsprechend unterstellt man einer Bevölkerungsgruppe sich nicht an veränderte Bedingungen anpassen zu können – ohne Grundlage.
      Noch dazu ist “Migrantenkriminalität” ein riesiges Feld – da sehr große Teile der Bevölkerung einen irgendwie gearteten Migrationshintergrund haben. Schwierigkeiten mit einer kulturellen Anpassung kann man vielleicht unmittelbar nach Migration in D annehmen. Aber nicht bei Menschen die seit Ewigkeiten in D leben oder sogar hier geboren wurden.
      Aus beruflicher Tätigkeit beobachte ich stets einen sehr engen Zusammenhang mit der sozialen Schicht/Bildungsgrad. Wer im Heimatland ein ordentliches Leben führte, bekommt dies hier überwiegend ebenfalls gut hin. Die, die schon im Herkunftsland kaum Bildung hatten und oft sozial unangepasstes Verhalten zeigten, machen es hier nicht besser. Einen Zusammenhang mit dem Herkunftsland war da für mich nicht wirklich erkennbar.

  15. Stefan

    Noch ein Nachtrag, weil ich Tobys Aussagen bzgl. des Einsatz in Hamburg sehr daneben fand.
    (Aussagen nicht ganz wortwörtlich, aber sinngemäß)

    1. “Ein 15-jähriger Junge!! hat teils die Faust geballt”
    Der 15 jährige ist wirklich recht massiv, aktiv im Boxverein und wegen Körperverletzung (u.a. gegen Lehrer) angeklagt bzw. schon einmal verurteilt. Das heißt nicht nur die Polizei hat Probleme mit ihm im Umgang, sondern auch ausgebildete Pädagogen.
    Bevor es zu dem Zugriff kam, wurde 30 Minuten lang versucht die Personalien zu erfahren.
    Davon abgesehen, muss sich auch ein 15-jähriger an Regeln halten.

    2. “Ist mit nem E-Roller auf dem Gehweg und wollte halt die Personalien nicht angeben.”
    Es ist eine Nichtigkeit, aber was soll die Polizei da machen? “Nagut, er hat halt keine Lust, vielleicht passt es ein anderes mal.” Es ist doch offensichtlich was passiert, wenn wir so anfangen.

    Es ist trotzdem richtig, dass bestimmte Einsätze untersucht werden, aber im konkreten Fall sehe ich keinen Anlass. Natürlich sollte die Untersuchung unabhängig erfolgen. Das ist in Deutschland meines Wissen leider nicht gegeben.

    Antworten
    1. Abkueko

      “Es ist trotzdem richtig, dass bestimmte Einsätze untersucht werden, aber im konkreten Fall sehe ich keinen Anlass.”
      Genau das ist das Problem. Nicht, dass mal irgendwo ein Einsatz nicht glatt läuft. Sondern pauschal davon ausgegangen wird, dass die Polizei keinen Fehler beging. Wenn eine Kontrolle wegen Fahrens auf dem Gehweg in einem Großeinsatz mit massiver Gewalt gegen einen 15jährigen endet, sollte das stets untersuchenswert sein. Die Begründung er sei bekannter Gewalttäter hilft da kaum – schließlich war das der Polizei zu dem Zeitpunkt nicht bekannt.

      Das Problem liegt doch genau darin, dass sich die Polizei bei jedem Vorfall darauf zurückzieht, das Video zeige nicht das volle Geschehen und pauschal annimmt selbst keine Fehler gemacht zu haben. Genau das kann so nie stimmen. Eine Untersuchung wäre sinnvoll. Allein schon weil es (wie überall) einen gewissen Anteil an charakterlich ungeeignetem Personal gibt. Genauso kommen sicherlich auch Kompetenzdefizite oder situative Fehler hinzu. Sagt man wie du, das war bestimmt alles ok, fehlt genau diese Evaluation. Insbesondere tappt man damit schnell in die Falle “war ein Verbrecher, wird schon ok gewesen sein”. Sowas führt schnell zu Gewalt gegen bestimmte Personengruppen, da es sicherlich den Richtigen treffen wird.

      In anderen Branchen gehört Fehlermanagement dazu. Nur bei der Polizei geht es darum im Vorfeld auszuschließen, einen Fehler gemacht zu haben.

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