WR1042 Verklumpungen im Kaffeebett

 

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8 Gedanken zu „WR1042 Verklumpungen im Kaffeebett

  1. erdinger

    Kurz ein par Richtigstellungen zum Thema Endlager:

    1. Die neuen Ergebnisse zur Behälterbeständigkeit sind speziell für Deutschland nicht besonders relevant, da bisher in den Deutschen Konzepten von der Langzeitstabilität der Behälter kein Kredit genommen wird. Schlussfolgerung a la “Endlager sind doch nicht sicher” lassen sich daraus nicht ableiten.

    2. Die Castorbehälter in Gorleben stehen nicht im freien sondern in einem speziellen Zwischenlager. Es gab auch nie Bemühen so zu tun, als wären diese Behälter unter der Erde. Das war lediglich ein Vorwurf der Kritiker, die glaubten, hier würde schon illegal Gorleben als Endlager in Betrieb genommen. Das wiederum wäre nicht legal.

    3. Das Salz fließt ist Geologen quasi schon immer bekannt und Teil jedes Endlagerkonzeptes im Salz. Das ist durchaus weder neu noch nachteilig.

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  2. Norbert

    Zum Thema Bier:
    Brewdog hatte damals ein Video zum “Tactical Nuclear Penguin” – dem Vorgängerbier des “Sink the Bismarck!” – gemacht, das den Prozess schön illustriert (natürlich mit dem typischen Brewdog-Brimborium drum herum): https://youtu.be/Ww1nh0yPX3A
    Das Hauptproblem bei dieser Art von Bieren dürfte sein, am Ende genug Eigengeschmack übrig zu haben, mit dem sich das Bier gegen den Alkohol verteidigen kann. Wer es mal nachbrauen möchte, findet das Rezept hier: https://www.brewdog.com/uk/community/diy-dog (Open Source Brewing ;-))

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  3. Jan

    Mal eine vielleicht etwas blöde Frage:

    Gibt es einen Grund davon auszugehen, dass ein zukünftiges Endlager (oder wenn man unbedingt will, irgend eine andere Lösung für den Atommüll) eine stark beschränkte Maximalkapazität hat?

    “Wir” haben ja in den letzten Jahrzehnten schon eine gewisse Menge Atommüll produziert, und für diesen müssen wir irgend eine Lösung finden, die aus wissenschaftlich/technischer Sicht funktioniert, und die gesellschaftlich akzeptiert ist. Gibt es einen Grund anzunehmen, dass eine solche Lösung nicht auch für die eineinhalbfache oder doppelte Menge an Müll anwendbar ist?

    Absolut gesehen fällt bei der Kernenergienutzung ja vergleichsweise wenig Müll an; ich meine mich an eine Zahl von unter 10 m³ hochradioaktiver Abfälle pro Kraftwerk und Jahr zu erinnern. Verglichen mit der Größe eines Salzstocks und erst recht mit dem Volumen des Gesteins darüber ist das sehr wenig. Deshalb würde ich als Laie davon ausgehen, dass man an einer Stelle, an der man ein Endlager für den Müll aus 50 Jahren kommerzieller Kernenergienutzung in Deutschland bauen kann, man auch ein Endlager für den Müll aus 70 oder 100 Jahren bauen kann.

    Wenn das so ist, dann wäre meiner Meinung nach der Müll ein sehr viel schwächeres Argument gegen das Weiterbetreiben bereits bestehender Kraftwerke (jedenfalls für ein paar Jahre bis Jahrzehnte). Der Müll wäre natürlich immer noch ein sehr starkes Argument dafür, gar nicht erst mit der Nutzung der Kernenergie anzufangen. Aber die Möglichkeit haben wir leider nicht mehr.

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    1. Norbert

      Ich zitiere mal aus der Wikipedia zum Endlager Gorleben:

      Es wurde festgestellt, dass salzführendes Grundwasser sich sowohl seitlich als auch vertikal vom Randgebiet des Salzstocks in Richtung Oberfläche bewegt, so dass bei Kontakt mit hochradioaktivem Material eine Kontamination der Biosphäre möglich wäre. Bei Grundwasserkontakt mit dem Steinsalz muss mit Subrosion, also der Bildung von Hohlräumen durch Salzablaugung, gerechnet werden. In der Folge kann es zum Einsturz des Deckgebirges bis hin zur Bildung von Dolinen an der Erdoberfläche kommen. Für solche Vorgänge gibt es zahlreiche Beispiele bei Salzstöcken in ganz Norddeutschland. Dazu zählt auch eine zehn Kilometer lange, tiefe Einbruchrinne über dem nordöstlichen Teil der Gorleben-Rambower Salzstruktur selbst; dort haben sich beispielsweise der 175 Hektar große Rudower See sowie der inzwischen überwiegend vermoorte Rambower See gebildet.

      Die beiden genannten Seen befinden sich 10-15km von Gorleben entfernt in der Prignitz/Brandenburg, bei Erkundungsbeginn 1977 DDR. Daß das oberflächennahe Grundwasser mit dem Wasser im Salzstock in Verbindung steht, war bekannt. Daß der Salzstock Richtung DDR entwässert auch (und von dort dann zurück Richtung Elbe, siehe “Klinge et al.: Geologie und Hydrogeologie des Deckgebirges über dem Salzstock Gorleben.”, bei Wikipedia verlinkt). Gorleben ist nur deshalb ausgewählt worden, weil im Falle eines Lecks die Kontamination zuerst in der für ihre Umweltprobleme bekannten DDR aufgefallen wäre. Da hätte sich der Westen zurücklehnen und sagen können: “Eure Umweltsünden gehen uns nichts an”.

    2. Erdinger

      Es gibt nur sehr begrenzt eine Maximalkapazität. Das hängt nicht mit dem Volumen zusammen, sondern mit der Wärmeentwicklung. Je nach Wirtsgestein gibt es da Obergrenzen. Für die Deutschen Mengen ist das eher nicht so relevant. Bei Programmen in der Größeneordung wie in den USA oder Frankreich kann das schon mal was ausmachen.
      Unsicherer und teurer wird ein Endlager durch ein größeres Inventar kaum. EIn früherer oder späterer Ausstieg in Deutschland macht für die Endlagerung kaum einen Unterschied.

      In der Tat ist die Endlagerung technisch lösbar und meiner Ansicht nach das untauglichste und dümmste Argument gegen die Kernenergie.

      @ jan
      das ist jetzt aber sehr selektiv zitiert. Sicherheitsuntersuchungen zu Gorleben durften nie bendet werden. Wer sagt, er wüsste ob Gorleben sicher gewesen wäre oder nicht, redet sich ein, Sachen zu wissen die er nicht wissen kann. Ist aber natürlich eh rein akademisch – unabhängig von der Sachlage ist Gorleben politisch tot. Das ist generell das Problem bei der Endlagerung – es ist eine politische Spielwiese für bewegte und antibewegte….

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