WR1034 Die Grünen

 

Vor 40 Jahren wurden die Grünen gegründet. Matthias und ich schwelgen in Erinnerungen.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 13. Januar 2020 auf DLFnova.

13 Gedanken zu „WR1034 Die Grünen

  1. Historiker

    Wenn man es genau nimmt waren die K-Gruppen mehr oder weniger autoritäre stalinistische bzw. maoistische Gruppen (eine gibt es immer noch, die MLPD)
    Andere Teile der damaligen Linken werden nicht dazugerechnet: Spontis und später Autonome, sowie andere undogmatische und antiautoritäre Linke. Feind der K-Gruppen waren auch die DKP, die sich an der DDR/Sowjetunion orientierte.
    Soweit die kurze Version. Man könnte jetzt noch unzählige undogmatische Linke Gruppen, Trotzkisten, Hoxa-Isten oder die Marxistische Gruppe (MG) aus der Mottenkiste holen.

    Noch zu den Flügelkämpfen der Grünen: Nach dem Ausschluss der Rechten gab es schon in den 80er Jahren eine Mitte-Orientierung und Druck auf die Parteilinke. Das hatte die Konsequenz, dass Anfang der 90er die meisten Sozialisten ausgetreten sind: z.B. Trampert, Ebermann oder Ditfurth.

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    1. Wolfgang

      Die MLPD gab es schon Mitte der 80er., In meinem Heimatort hatten die bärtigen MLPD Leute regelmäßig einen Info-Stand in der Stadtmitte. Wir sind dort damals in unserer jugendlichen Naivität regelmäßig vorbei gegangen, nur um die zu trollen:
      “Geht doch rüber, wenn ihr das so toll findet”! und “Werdet doch sowieso aus Ost-Berlin bezahlt”
      Eigentlich nur so um zu trollen.
      Nach der Wende kam dann heraus, die wurden wirklich von Ost-Berlin bezahlt.
      🙂

  2. Frank

    Als nette Anekdote über die Grünen fällt mir ein kurzes Video aus dem Chaosradio Podcast Network vom
    07.02.1987 ein: “Sozialverträglicher Computereinsatz bei den Grünen –
    Der CCC erstellt eine Studie über die Nutzung von Computern im Parlamentsgeschäft”.
    Link: https://chaosradio.ccc.de/doc006.html

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  3. njorg

    Thema “Steine schmeißen”.
    Ich stimme zu, dass das heute indiskutabel ist und ich hätte das auch damals nicht gut gefunden. Friedlichen Protest halte ich immer für wirkungsvoller und vor allem wird gewalttätiger Protest auch immer Unschuldige treffen. Und auch Schuldige treffen zu wollen ist natürlich nur Selbstjustiz und allein deshalb schon inakzeptabel.
    Dennoch finde ich, dass man sich vergegenwärtigen muss, in welchen Zeiten ein Joschka Fischer Steine geschmissen hat. Wir hatten es damals ja wirklich mit einem mit Nazis durchsetzten Staatsapparat zu tun, bei dem auch in der Polizei klar war, dass man nicht wirklich ein Verständnis von demokratischer Protest- und Demonstrationskultur hatte. Wir reden von Zeiten in denen von der Polizei massiv Gewalt angewandt wurde, in der Benno Ohnesorg erschossen und der Mörder unbehelligt davonkam. Da kann ich schon ein Stück weit verstehen, dass man sich in der Rolle sieht, sich mit Gewalt gegen staatliche Repressionen verteidigen zu müssen.

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    1. Simon

      Naja, natürlich kann man das irgendwie nachvollziehen und gleichzeitig ablehnen. Dann müsste das aber auch für heute gelten. Es gibt faschistische Strukturen in der Bundeswehr, bei den Kriminalämtern und beim Verfassungsschutz. Sogar in einer multikulturellen Stadt wie Frankfurt am Main bestand eine neonazistische Struktur die sich selbst den Namen NSU 2.0 gab und die meisten Kollegen und Kolleginnen haben das jahrelang akzeptiert.

  4. Uwe Langhans

    Sehr geehrter Herr von Hellfeld,
    Sie sprachen vom einem Preis von 20 Euro für einen Liter Benzin.
    Ich frage Sie in aller Höflichkeit: Bitte gehen Sie einmal in sich und bedenken Sie was die Auswirkung wäre.
    Wäre Deutschland dann noch ein wohlhabender Industriestaat, der die Welt retten kann?
    Mit freundlichen Grüßen
    Uwe Langhans

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    1. Matthias von Hellfeld

      ich befürchte, dass Deutschland auch als wohlhabender Industriestaat die Welt nicht rettet. Der Preis war nicht gemeint als echter Literpreis, sondern als Hinweis darauf, dass Energie teurer werden sollte.

    2. öko

      Deutschland wäre dann wahrscheinlich ein noch wohlhabenderer Industriestaat, mit einem massiven Technologievorsprung. Weil hier so lange gebremst wird, wurden sogar die meisten Arbeitsplätze in der Solar-Branche vernichtet. Der Windindustrie blüht bald das gleiche Schicksal. Ich darf auch darin erinnern, dass es in Deutschland in den 90er Jahren schon Autos mit Brennstoffzelle inklusive automatischer Betankung durch Roboter gab. Könnten wir heute alles schon lange in Massenproduktion haben.

  5. Robert

    LADESÄULEN: Ionity erhöht kWh-Preis auf 79 Cent…
    gut, geladen wird hauptsächlich zuhause, aber man fragt sich schon wo der Weg hinführen wird…

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  6. Alter Bolschewik

    Das mit den K-Gruppen ist so nicht ganz richtig, schon gar nicht, dass die nach Moskau eingeladen wurden. Wenn sie irgendwohin auf keinen Fall eingeladen wurden, dann nach Moskau. Außerdem kamen die Mitglieder im wesentlichen nicht enttäuscht aus der SPD (obwohl es das wahrscheinlich auch gab), sondern hauptsächlich aus der (illegalen) KPD und dann natürlich aus der 68er Bewegung. Ihre zentrale (und wirklich komplett hirnrissige) These war, dass mit der Entstalinisierung der KPdSU nach dem XX. Parteitag die Sowjetunion den Kommunismus verraten habe. Und deshalb müsse man zurück zu den ursprünglichen Ideen von Marx, Engels, Lenin und Stalin. Konsequenterweise verehrte man dann “authentisch” stalinistische Regime, wie etwa das Maoistische China oder Kambodscha oder Albanien. Und da gab es dann in der Tat “Partei”-Delegationen, die sich von den jeweiligen Diktatoren hofieren ließen.
    Ganz ausgestorben sind sie übrigens noch nicht: Das letzte halbwegs relevante Überbleibsel dieses Wahnsinns ist die MLPD, die man zumindest noch von ihren Wahlplakaten her kennt.

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  7. Uwe Langhans

    Sehr geehrter Herr von Hellfeld,

    danke für Ihre Antwort. Sie schrieben:
    “ich befürchte, dass Deutschland auch als wohlhabender Industriestaat die Welt nicht rettet. Der Preis war nicht gemeint als echter Literpreis, sondern als Hinweis darauf, dass Energie teurer werden sollte.”

    Das befürchte ich auch, auch wenn weite Kreise genau davon ausgehen.
    Aber warum sollte Energie denn unbedingt teurer werden? Müssen Arme dann auf Energie verzichten? Energie nur für Gutverdienende?
    Wäre es nicht sinnvoller statt Verboten und Verteuerungen in die Forschung für eine Energie, die sich jeder leisten kann, zu investieren?
    Schlagworte wie “Individualverkehr verbieten” und “Energiepreis drastisch erhöhen” führen nur zu einer
    Spaltung der Gesellschaft. Ich meine, gerade Sie als Akademiker sollten doch eigentlich auf solche Populismen verzichten um ernst genommen zu werden.

    Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen
    Uwe Langhans

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