WR896 Alle Worte sind vergiftet

 

Darin: Das Christkind – Bandscheiben – Sprachgefühl – Wasserflaschen – Wahlplakate – Wecker – Geld – Chembatzen – Sendungsbewusstsein – Anschläge – Ferienwohnungen – Energy-Drinks – Glaube und Wissenschaft (Buchtipp: Das Tagebuch der Menschheit*) – Gender und Literatur – die obligatorische Höflichkeitsfrage von esureL.

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59 Gedanken zu „WR896 Alle Worte sind vergiftet

    1. Robert

      Also ich habe kein großes Haus, bin nicht reich, wohne aber an den Alpen und bin gerade jetzt froh über ein SUV mit Allradantrieb zu verfügen 😇 außerdem lass ich auch gerne Fußgänger über den Zebrastreifen gehen … vielleicht bin ich aber nur die Ausnahme von der Regel 🤔

  1. Jürgen

    Hey Holgi,

    wenn du es nicht schaffst ein Buch zu schreiben, dann solltest du diese Idee vielleicht in ein anderes Medium transferieren. Ich könnte mir gut vorstellen, dass du einen guten Dokumentarfilm machen könntest 😉

    lg
    Jürgen

    Antworten
  2. Flusskiesel

    Kurze Korrektur:

    Christkind != Jesuskind
    Das Christkind ist (in Bezug auf Weihnachten) eine Art Engel, der die Geschenke bringt. War wichtig für die Protestanten, weil die ja keinen Nikolaus hatten.

    Antworten
    1. Mithrandir

      “Christkind != Jesuskind”
      Wo ist denn das definiert?
      Nun ja, ich erreiche zu Weihnachten immer die maximale Kontroverse, wenn ich das thema “Ist das Christkind weiblich oder männlich?” in den Ring werfe.
      Ich definiere das Christkind als kuruz für “Christuskind”, also das Kind in der Krippe, ergo Jesus, ergo männlich.
      Btw: Ich bin mittlerweile Atheist, nachdem ich ziemlich christlich aufgewachsen bin. Lange Jahre Messdiener usw.
      Ich bin allerdings nicht militant. Meine Frau und meine Kinder sind evangelisch und ab und zu schaue ich mir die Show auch mal an. wobei sie bei den Evangelen vom Inhalt her besser ist, bei den katholen ist halt mehr Pomp und Lametta.

  3. Leonard

    Ich mag der Blogg (sic!) lieber, weil es sich besser anhört und außerdem die volksethymologische Verbindung zum Schreibblock existiert. Die ist viel naheliegender als die ethymologisch richtige.

    Übrigens: Gibt es das Wort “Weblogbuch” wirklich? Das ist doch Denglisch. Und ist Blogg nicht eher direkt von Englisch “weblog” abgeleitet? Das würde ich niemals mit Logbuch übersetzen. Ein log ist doch eine Art Register?

    Naja, jedenfalls finde ich ‘das Blogg’ nachvollziehbar, werde es aber nicht benutzen.

    Antworten
    1. Anne

      Mir ist das mit Blog völlig egal, aber die Ableitung von Weblogbuch auf Blog ist halt nicht logisch, denn Blog ist die Kurzform von Weblog und nicht Weblogbuch und Weblogbuch hat den Artikel “das”, weil das letzte Wort des zusammengesetzten Worts “Buch” ist und sich der Artikel nach dem letzten Wort eines zusammengesetzten Wortes richtet.

      Man müsste also wissen, wie der richtige Artikel von “Weblog” ist, um den richtigen Artikel von Blog zu kennen.

      Ich habe immer “der” Blog gesagt, weil das meinem Sprachgefühl näher kam, das war auch schon 2004, wo ich anfing zu bloggen und mich aber in den ersten Jahren stark an englischen Blogs orientierte, bei denen das Problem mangels unterschiedlicher Artikel nicht existierte.

      Es gibt aber auch eine sehr ausführliche linguistische Erklärung dazu, warum “der” Blog richtig ist, da geht es umfassender um die Artikelfindung von eingedeutschten englischen Begriffen: https://www.belleslettres.eu/content/deklination/genus.php

      Am Ende ist es mir aber egal, ich empfinde es mittlerweile eher als typisch technokratische Haltung, sich aufzuregen, wenn Leute “der” Blog sagen, als ob ausgerechnet an diesem Artikel irgendwie eine besondere Deutungshoheit hängen würde.

  4. Peter

    Die Arroganz, mit der Holgi gläubigen Wissenschaftlern ihren Glauben abspricht, offensichtlich ohne ihre Gedanken wirklich verstehen zu wollen, ist ja wirklich ekelhaft. Bei der Diskussion des N-Wortes sagt er wenigstens 2x, dass er das sinnvollerweise nur mit Betroffenen diskutieren könnte. Wissenschaftler, besonders gläubige, haben das wohl nicht verdient. Hätte er bei dem Thema Alexandra mal besser zugehört oder zu Wort kommen lassn.

    Antworten
  5. hilti

    Harald Lesch hat in seiner Zeit beim bayrischen Rundfunk unter anderem mit einem katholischen Theologen die Sendung Alpha bis Omega gemacht, in der sie sich über Gott und die Welt unterhalten haben. Fand ich damals erhellend (und absurd, wie Theologie teilweise so ist). Und obwohl ich mir einbilde durchaus Einblick in seinen Glauben gewonnen zu haben würd ich mir dann doch nicht anmaßen zu sagen was und wie er glaubt. Teile davon finden sich auf Youtube.

    Antworten
  6. Herr von Bödefeld

    Da geht ihr bzgl. Wasser aber ganz schön von eurer Situation aus. In diesem unsanierten Plattenbau hier wollt ihr z.B. ganz sicher kein Wasser aus dem Hahn trinken.

    Antworten
    1. Martino

      Vor allem hat das Wasser aus meinem Hahn keine Kohlensäure. Und erzählt mir nichts von Sodastream!

    2. njorg

      Man kann wirklich fast überall Wasser aus dem Hahn trinken. Wenn die Leitungen schlecht sind, reicht es für gewöhnlich, das Wasser kurz laufen zu lassen, bis frisches Wasser rauskommt, dass nicht in der Leitung stand. Gleichzeitig haben sehr viele Leitungen Kalkablagerungen, die zusätzlich möglicherweise unangenehme Leitungen vom Wasser isolieren.
      Aber manchmal hat man tatsächlich Pech, was den Geschmack betrifft. Dann kann ich es schon verstehen, wenn man zum Flaschenwasser greift.

  7. Pascal

    Ich musste beim ersten Thema schon so lachen. Dieser Bastian Sick verfolgt mich beruflich seit Jahren und nervt dermassen. Ich unterrichte Sprache in unterschiedlichen Stufen Menschen, die erst kurz im deutschsprachigen Raum sind und Muttersprachler, die professionell mit Sprache arbeiten wollen.
    Ich finde bei ersteren geht es vor allem darum, dass sie ohne Missverständnisse in der Sprache bewegen können und bei den anderen darum, dass es schön klingt.

    „Es heisst dasselbe und nicht das gleiche!“, habe ich schon so oft gehört. Und noch nie nie nie ist daraus jemals ein Missverständnis entstanden. Bei mir fällt das unter den Begriff: Angeberjargongelalle und ranzig hochfahrendes Herrenmenschentum . Beides nervt.

    Wenn sich Sprache nicht entwickelt und nicht lebt, wird sie zum toten Dogma. Das ist vielleicht schön geordnet und organisiert, aber unfassbar öde und langweilig.

    Antworten
  8. Michael Lamertz

    Re: “Wissenschaft basiert auch auf Glaube”

    Doppelbelegung des Wortes. In der Religion ist der Glaube das unabrueckbare Vertrauen, dass das geglaubte wahr ist. Da ist ein Glaube auch “stark” wenn er fakten entgegen steht.

    Wenn Wissenschaftler “glauben”, in Richtung X forschen zu koennen, dann ist der naechste Schritt immer, diese Annahme zu ueberpruefen.

    Richard Feynman hat das sehr kurz auf den Punkt gebracht: “First we guess it”… https://www.youtube.com/watch?v=LIxvQMhttq4

    Antworten
    1. njorg

      Naja, grundsatzphilosophisch müssen Wissenschaftler gewisse Prämissen einfach voraussetzen, damit Forschung überhaupt funktioniert.
      Also die Annahme, dass das, was wir wahrnehmen nicht einfach nur subjektiv und konstruiert, sondern eben auch intersubjektiv zu einem gewissen Grad gleich ist.
      Und die Annahme, dass die Regeln der Logik, also der Widerspruchslosigkeit unumstößlich gelten.

      Ich will diesen Annahmen nicht widersprechen, aber es sind eben tatsächlich streng logisch gesehen unbegründbare Voraussetzungen, mit denen man arbeiten muss, um überhaupt arbeiten zu können.
      Ich finde, dass man sich als Wissenschaftler oder als Naturalist dieser Problematik bewusst sein sollte, bevor man allzu vorschnell die Voraussetzungen gläubiger Menschen kritisiert.
      Allerdings wird meine Argumentation auch gern von religiösen Fundamentalisten benutzt, um damit ihre eigene Religion zu beweisen, nach dem Motto: “Ha, ihr Wissenschaftler arbeitet ja auch nur mit metaphysischen Setzungen, also ist mein Gott der einzig Wahre!”
      (Ganz getreu dem Schema: “Die Evolutionstheorie hat bisher unerklärte Lücken, also ist die Erde nur 6000 Jahre alt!”)

    1. Mithrandir

      Also bitte!!! Ich bin Selbständig und fahre Smart. Bääh
      Und ich nutze und bin stolz auf meinen Sodastream.

  9. Ano Nym

    Bei der Frage ob man Bücher verändern sollte, musste ich an die Simpsonsfolge denken mit der auf die Apu-Rassismusvorwürfe geantwortet wurde. Marge findet ein Buch, dass sie früher gerne gelesen hat und will Lisa daraus vorlesen, bemerkt aber dann, wie rassistisch es ist und schreibt es um.
    https://www.youtube.com/watch?v=NLUQCokvk5E
    https://www.youtube.com/watch?v=elPKV6wc25A

    Später trifft sie sich dann mit Proffessoren die sich mit der Autorin beschäftigen und sich das ganze schönreden
    https://www.youtube.com/watch?v=fdwqnd13paw&t=49s

    —-

    Bei netzpolitik.org lese ich in letzter zeit immer häufiger Texte mit *-Schreibweise
    (z.B.: https://netzpolitik.org/2018/kanada-laesst-afrikanische-ki-forscherinnen-nicht-zu-konferenz-einreisen/ Veranstalter*innen, KI-Forscher*innen).
    Mein Gehirn versucht das dann als Quelltext zu verstehen und sieht ne Multiplikation.. und ich bin komplett aus dem Text raus und brauch einen Moment um wieder zurückzuschalten.. vielleicht vergleichbar mit englischsprachige Filme mit deutschem Untertitel.. das geht auch gar nicht..

    Deswegen fand ich die Frage gut, “ob ich das Recht habe etwas zu verlagen, eine auch mich zufriedenstellende Lösung zu finden”. Konnte das was ich da denke – oder besser fühle – bisher nicht in Worte fassen, und das so zu hören gibt mir jetzt einen Ansatz und Anreiz da weiter drüber nachzudenken.
    Um so interessanter dann direkt noch ob es überaupt eine gute Idee ist ein gesellschaftliches Problem über die Sprache zu lösen.

    Viel zum Nachdenken, Danke für eure Gedanken!

    PS: Wenn euch jemand erklärt, das es “es ergibt Sinn” heißt, einfach antworten: “Ah ok, ich verstehe, das macht Sinn!” 😉

    PPS: mir fällt gerade beim nochmal drüberlesen auf, das in der Netzpolitik.org URL ja wie fast überall automatisch alle Sonderzeichen herausgefiltert werden und das hat hier zur Folge das aus “KI-Forscher*innen” “ki-forscherinnen” wird. Und schon wurde unbeabsichtigt aus einem reinen Rassismusvorwurf automatisiert auch ein Sexismusvorwurf.

    Antworten
  10. ol_sen

    Zum Thema Sprache und Sprachgefühl (Stichwort „Sinn“)
    Hier im hessischen, wo ich als lediglich Zugezogener lebe, rollen sich mir die Nägel auf, wenn „als“ und „wie“ schlicht ignoriert werden. Das Wort „als“ kennt man hier einfach nicht. Außer in Kombi.
    – Besser wie Du
    – Schmeckt besser als wie bei Mutti

    Und „wo“…
    – Der, wo bei XY wohnt.

    Antworten
  11. Marcus

    Geschlechtergerechte/gendergerechte Sprache (als Teil der sog. politisch korrekten Sprache) wurde von Euch – so habe ich es verstanden – als überflüssig und gegen Euer Verständnis von Sprachästhetik bzw. Euer Sprachgefühl besprochen. Mir will Eure Haltung diesbezüglich nicht einleuchten.
    Ich halte es – um mit Anatol Stefanowitsch zu sprechen – für eine “Frage der Moral” (-> https://www.duden.de/Shop/Eine-Frage-der-Moral) politisch korrekt bzw. gendergerecht zu sprechen/schreiben.

    Dass es Eurem Sprachgefühl widerspricht mag daran liegen, dass sich die Sprache so entwickelt hat, wie sie sich entwickelt hat. Jene Entwicklung ist aber doch einerseits durch Sprache geprägt und andererseits auch ein Abbild des historischen, gesellschaftlichen, kulturellen Situation. Bsp.: Dass Frauen im sog. generischen Maskulinum (vgl. dazu: Diewald/Steinauer, Richtig gendern, 2017) in unserer Sprache nicht sichtbar sind, dass es x-mal mehr herabwürdigende Worte für Randgruppen im weitesten Sinne gibt (Schwarze, Homosexuelle, Ausländer etc.) als für den mittelalten, weißen Deutschen, ist kein Zufall, sondern steht in einem Zusammenhang!

    Selbstverständlich führt allein die Sprache nicht sofort oder gar von selbst zu einer Änderung der Umstände. Aber die Sprache steht am Anfang: Alles Denken, Fühlen und Handeln/Unterlassen beruht auf und beginnt mit Sprache. “Am Anfang war das Wort…” 😉

    Ich bin daher dafür, dass wir unsere Überzeugungen auch transparent kommunizieren (vgl. dazu Wehling, Politisches Framing). Da ich für die Gleichberechtigung von Frau und Mann bin, gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, usw., halte ich es für zwingend erforderlich so auch zu kommunizieren bzw. jedenfalls über meine Sprache oder Sprachgewohnheiten zu reflektieren. Und dieses nicht mit dem Argument “Das haben wir schon immer so gemacht!” beiseite zu wischen.

    Antworten
    1. Kläuschen Päuschen

      Lieber Marcus,

      man könnte ja auch versuchen beide Welten miteinander zu vereinen? Moral ist ja gut und schön, aber wenn man die Sprache durch unbeholfene Konstrukte zerstückelt, kann Moral alleine wohl auch nicht funktionieren.

      Mein Tipp: Jeder, der gendern möchte, sollte vorher mal ein Wörterbuch wie https://www.gendern.de/ aufsuchen, bevor er losschreibt. Da findet man vielleicht auch bessere Alternativen als exzessive Gendersternchenverwendung.

  12. knut

    “Glaube oder Wissenschaft”

    Solche Fragen werden imho nur dann gestellt, wenn ein Autoritätsargument vorbereitet werden soll.
    Man hört diesen Unfug gern in Kreationisten- und ähnlich wirren Zirkeln, in denen die Leute die Phantasiefiguren, die ihnen auf der Schulter hocken, irgendwie rechtfertigen wollen.
    Und so diffus wie die Frage wird dann auch das Geschwurbel, bei dem ihr Querbeet mit Begrifflichkeiten um euch werft und im großen und ganzen die Ergebnisse jahrzehntelanger Kirchenpropaganda widerkäut. Klasse für ein launiges Bullshitbingo, aber imho keine Sternstunde der Wrintheit.
    Abgesehen davon wieder eine nette Sendung, kommt gut ins neue Jahr!

    Antworten
  13. Marie

    Hab eine Frage.
    Aaaaaalso. Wenn ich Zuhause bin, mache ich bei Podcasts immer den/das Blog auf und spiele den dort ab. Wenn ich pausiere kann ich meistens auf die Leertaste drücken, nur bei WRINT nicht. Wenn ich bei WRINT auf die Leertaste drücke scrollt die Seite ein Stückchen weiter runter.
    Ist das nur bei mir so? Oder ist das bei allen so, die hier surfen?

    Antworten
    1. Marie

      @knut
      Bei anderen Podcast-Blogs funktioniert es, so wie es soll. Das kann also nicht an Firefox liegen. Ich hab es in einem anderen Browser ausprobiert, da geht es auch nicht. Anscheinend kann man im WRINT-Blog die Leertaste gar nicht zum Pausieren nutzen.

      Ich hab weiter herumprobiert. Das liegt wohl an dem Player, der hier eingebunden ist. Bei dem geht die Leertaste nicht. Bei dem Player, den der Einschlafenpodcast und die Wochendämmerung in ihren Blogs haben, da geht es!

      @Holgi, es wär super, wenn hier der Player wie bei der Wochendämmerung funktionieren würde.

      Natürlich kann ich den Podcast auf andere Weise abspielen, z.B. Telefon mit Podcast-App. Das war nicht meine Frage.

  14. Jan

    Da war es: ein gutes Beispiel für die manchmal von mir empfundene Inkonsistenz in der Argumentation, welche mich verwundert und Teil davon ist, warum ich wie in meinem vorigen Kommentar zu einer anderen Episode bereits zurückgemeldet, gerne zuhöre. Weil es somit auch in dieser Folge angesprochen wurde, also zuerst noch einmal Rückmeldung dazu. Ich finde dich, holgi, einfach nur allzu menschlich – Alexandra sprach von authentisch. Durch das jahrelange Hören der Podcast einen Teil deiner Entwicklung mitzubekommen, einen Wandel und Wechsel zwischen Verstand und Emotion, zwischen Respekt und Verachtung. In einem Moment durchdacht und demütig, im nächsten hochnäsig und abfällig. Sich über Dinge und Verhalten anderer aufzuregen und im nächsten Moment sich unbemerkt selber so präsentieren 😉

    Aber zurück zum Beispiel. Es ging um die Sprache und um “Sinn ergeben”, schon während der Argumentation darüber kam mir holgis häufig erwähntes Artikelproblem beim Wort Blog in den Sinn und tatsächlich brachtest du es wieder hervor. Ich schlage jetzt nicht nach, wann ich dich bereits auf die Auflösung hingewiesen habe, die auch Anne inzwischen verlinkt hat, erinnere mich aber, dass dir der Videopodcast dazu damals zu lang war und schlussfolgere, dass meine kurze Zusammenfassung wohl nicht ausreichend war. Wenn dich das Thema aber nach all den Jahren immer noch so beschäftigt, solltest du vielleicht doch mal einen Blick drauf werfen.

    Dort gibt es übrigens auch eine Analyse zum Thema “to make sense”: https://www.belleslettres.eu/content/sprache/sinn-machen.php

    Und Daniel Scholten – derjenige hinter belleslettres – bringt für meinen Geschmack auch immer wieder gut auf den Punkt welcher Irrglaube und welche Fehlannahmen und unhaltbaren Behauptungen hinter dem stecken, was gendergerechte Sprache genannt wird. Ich finde das aktuellste Stück ist ein gutes Beispiel (https://www.belleslettres.eu/content/deklination/gender-nubling-lobin-sueddeutsche.php) und es gibt auf der Seite zu dem Thema viele andere, ebenso ausführliche Videos. Den Kern hat Alexandra bereits genannt, denn Wörter sind nichts anderes als Schlüssel zu Bildern in unseren Köpfen und wenn der Schlüssel “Arzt” als Berufsbezeichnung, die nichts über das Geschlecht, das Alter, die Hautfarbe, die sexuelle oder politische Ausrichtung, den Gesundheitszustand, die Religion, die Nationalität usw. usf. dieser Person aussagt, in meinem Kopf einen weißen, älteren Herrn hervorbringt, dann weil die Welt, in der ich mich bisher bewegt habe, hauptsächlich so aussieht.

    Ich weiß nie, ob ich lachen oder weinen soll, wenn mir jemand unterstellt ich würde irgendwelche Geschlechter mitdenken oder nicht, wenn ich irgendwelche Personenbezeichnung verwende. Was interessiert mich in 99,9% der Fälle das Geschlecht? (Die Person, die die Bank überfällt ist ja im Kopf ein Mann, obwohl Person ein weibliches Wort ist.) Es rühmt einen leider nicht aus guter Absicht falsches zu tun und sich damit auch noch überlegen und moralisch erhaben zu fühlen. Ich bin so jedenfalls schwer zu überzeugen eine Idee zu übernehmen.

    Antworten
    1. Leonard

      Ich möchte hier eine Annektode aus zweiter Hand einwerfen, wie mir zugetragen wurde so geschehen im Marburger Ortsverband der PDS Mitte der 90. Jahre:

      Ost-Genossin:
      “Guten Tag, ich heiße Pia, ich bin 38 Jahre alt, habe zwei Kinder und bin Ingenieur …”

      West-Genossin (letzte Reihe):
      “Eine Frau, die sich selbst als Ingenieur bezeichnet, ist in dieser Partei fehl am Platz.”

      Linkspartei in a nutshell

  15. Sebastian

    Lichtwecker sind eine tolle Sache. Ich habe dafür allerdings kein extra Gerät mehr gekauft sondern nutze die Philips Hue Birnen. Ich habe ein entsprechendes Leuchtmittel in der Nachttischlampe und über die Hue App kann man diese (wie auch jede andere Hue Leuchte) als Lichtwecker nutzen.

    Antworten
  16. njorg

    Holgi, dass du gläubigen Wissenschaftlern mal eben ihren Glauben absprichst, fand ich schon überraschend. Im Grunde klingt es so, als würdest du Glaube nur dann für Glaube halten, wenn er so aufgebaut ist, wie du ihn dir vorstellst. Aber es ist nun wirklich nichts neues, dass viele Christen keinen personalen Gott mehr annehmen und die Bibel viel mehr symbolisch lesen und dass Biblizismus und klassische Sündenlehre auch innerhalb des Christentums viel problematisiert wird. Gleichzeitig aber natürlich verständlich, wenn du sagst, dass das Konzept “Gott” für dich einfach nicht vorhanden ist.

    Allerdings ist deine Argumentationsfigur ein bisschen so wie die von einigen Theologen, die gern in alles Mögliche Religiösität hineininterpretieren, nur damit sie “vermeintlichen Atheisten” unterstellen können, dass die ja eigentlich doch auch religiös sind, es aber nur nicht wahrhaben wollen. So wie nach denen du halt ein verkappter Gläubiger bist, ist nach dir ein christlicher Wissenschaftler im Grunde ein verkappter Atheist.

    Letztlich sind das beides bevormundende Argumentationsstrategien, die Phänomene, die ganz wesentlich vom subjektiven Erleben anderer Menschen geprägt sind, an das je eigene Deutungsschema angleichen wollen. Das wird gern auch mit indigenen Völkern gemacht, deren Kulturen und Religionen dann gern als Beispielhaft für bestimmte (natürlich “niedere”) Entwicklungsstufen der Menschheit hergenommen werden.

    Der Transparenz halber: Ich studiere evangelische Theologie.

    Antworten
    1. knut

      Ich vermute mal, Holgi wollte da eher auf ein grundlegendes Problem zwischen (religiösem) Glaube und Wissenschaft hinweisen:

      Wenn ein Mensch glaubt (im Sinne einer religiösen Überzeugung/Gewissheit), dann muss er zwingend religiöse Aussagen als zutreffend/wahr betrachten.
      Nun gibt es aber grundlegende religiöse Aussagen, die in direktem Widerspruch zu belegten wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen.
      Diese Dissonanz lässt sich nur auflösen, indem man eins von beiden ignoriert.
      Wie wahrscheinlich ist es denn, dass ein Wissenschaftler die Belege, die er jeden Tag vor Augen hat, ignorieren wird?
      Dazu wäre eine erhebliche intellektuelle Unredlichkeit erforderlich, die ihm kein verständiger Mensch durchgehen lassen würde.
      Es ist dagegen eher wahrscheinlich, dass die religiösen Aussagen ignoriert werden, bspw indem man sie nur als Metaphern/Allegorien betrachtet und damit so weit verwässert, dass man damit niemandem mehr (auch sich selbst!) auf die Füße tritt.
      Diese Form der Auflösung einer kognitiven Dissonanz scheint unter Gläubigen recht weit verbreitet, wie du ja selber schon bemerkst:
      Der Gläubige schafft sich seine eigene “Religion”, indem er sich nach rein subjektiven Kriterien nur diejenigen Aussagen aus dem religiösen Konvolut herauspickt, die sein Wohlbefinden nicht beeinträchtigen.
      Also “Liebe zu allen Menschen” ist OK, “führe den Schwulen vor die Stadt und steinige ihn” passt da eher nicht.
      Die biblische “Schöpfung” ist natürlich Quatsch, aber “Gott” gibts ohne Zweifel, sonst hätte der ganze Schmus ja keine Grundlage.

      In dem Zusammenhang wäre also die Frage zu stellen, ab wann man noch “gläubig” ist und ab wann die Aussage, gläubig zu sein, nur noch inhaltsleeres Geschwätz ist. Nicht an einen persönlichen Gott zu glauben, um bei diesem Beispiel zu bleiben, sich aber trotzdem als Christ bezeichnen, halte ich schon für sehr bemerkenswert. 😉 )

      Man kann zusammenfassend sagen: ja, als Wissenschaftler kann man, wie jeder “normale” Mensch, auch gläubig sein, nämlich dann, wenn man wissenschaftliches Verhalten beiseite lässt und wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert. Tut man das aber nicht, kann man sich wohl kaum als “gläubig” bezeichnen, ohne sich selbst in die Tasche zu lügen.

      Die Frage müsste also besser lauten: “Glaube trotz Wissenschaft?”. Und beantworten können das die Psychologen ..

    2. Eule

      @ knut:

      Zitat: “Der Gläubige schafft sich seine eigene „Religion“, indem er sich nach rein subjektiven Kriterien nur diejenigen Aussagen aus dem religiösen Konvolut herauspickt, die sein Wohlbefinden nicht beeinträchtigen.”

      Ja, selbstverständlich! Petrus Abaelardus: “Nihil credendum, nisi prius intellectum” („Nichts ist zu glauben, wenn es nicht zuvor verstanden ist“). Ich kann nur etwas glauben, was für mich persönlich Sinn ergibt. Religion überhaupt ist nichts anderes als beständige Sinnsuche. Wenn wir mal bei der christlichen Religion bleiben, ist diese hochoffiziell nichts anderes als eben jene: Die Christliche Wahrheit[TM] ist nach kirchlicher Lehre allein die Person Jesus Christus, alles andere – mit der Bibel angefangen – ist menschliche Interpretation derselben. Daseinszweck der Kirche ist es, die verschiedenen Interpretationen zu bündeln, zu ordnen, einen erreichten Konsens zu hüten und insbesondere einen Platz für Gemeinschaft zu bieten, in der jede/r Christ das kleine Mosaikstückchen Wahrheit, das er/sie glaubt verstanden zu haben, einbringt.

      Zitat: “Nicht an einen persönlichen Gott zu glauben, um bei diesem Beispiel zu bleiben, sich aber trotzdem als Christ bezeichnen, halte ich schon für sehr bemerkenswert.”

      Ich nicht. Gott ist kein alter Mann mit Rauschebart oder in vergleichbarem Sinne ein “Jemand”, da wird dir sicherlich kaum ein Christ widersprechen.

    3. knut

      @Eule

      Es mag ja für den Gläubigen schmeichelhaft sein, die Beliebigkeit seiner Glaubensvorstellungen einem Denkprozess zuzuschreiben, bei dem er unter vollständiger Kenntnis der religiösen Aussagen und Berücksichtigung ehrenhafter Kriterien zu einem Ergebnis kommt.
      Nur fürchte ich, dass dies mit der Realität wenig zu tun hat.
      Der Gläubige scheint mir viel eher Getriebener, der angesichts der heutigen Möglichkeiten, Wissen zu erlangen und Aussagen zu prüfen, Rückzugsgefechte schlagen muss.
      Er wird alles als erfunden oder falsch interpretiert bezeichnen, was sich bei vernünftiger Betrachtung nicht halten lässt. “Nur Jesus Christus ist die Wahrheit und alles andere, einschliesslich der Bibel, menschengemacht” [und damit fehlbar] – ist auch ein schönes Beispiel, wie man sich gegen Widerspruch immunisiert und Nonsens in Worte gießt.
      Es ist imho kein Erkenntnisprozess, den die Gläubigen durchlaufen, sondern Verdrängung, vielleicht noch der Versuch, religiöse Aussagen auf Biegen und Brechen rüberzuretten, ohne das Gesamtkonstrukt in Frage stellen zu müssen. Denn natürlich stellt sich immer die Frage, wie weit man Glaubensaussagen umdeuten oder negieren kann, ohne das das ganze Kartenhaus einstürzt.
      Im Wandel der Götterbilder wird das auch sehr schön deutlich: Früher war Gott ohne jeden Zweifel ein mild bis böser alter, rauschebärtiger Mann, der auf den Wolken sitzt und mit Feuer und Blitz Gehorsam von den Menschen fordert, an schlechten Tagen auch mal ganze Völker versklaven oder ausrotten lässt, launige Auftritte als Busch oder Taube pflegt, billige Effekte anwendet, um bei arglosen Menschen durch Angst und Verunsicherung Verehrung zu erzeugen.
      Mit zunehmendem Wissen über unsere Welt ließ sich dieses Gottesbild nicht mehr halten und das ist der schlichte Grund, warum man bei uns heute Gott als irgendein waberndes Irgendwas betrachtet, ein Art Quantenfeld oder eine diffuse Energie, die man per Gebet anbetteln kann, Tante Hedwigs Husten zu heilen. Wichtig ist nur, niemals so konkret zu werden, dass man direkt widerlegt werden kann.
      Nun kann man zwar einwenden, dass die Menschen es damals eben nicht besser wussten, das wirft allerdings sofort die Frage auf, auf welcher Grundlage die heutigen Gläubigen “wissen”, was sie zu wissen glauben. Bauchgefühl, Zeitgeist, Visionen?

    4. Eule

      @ Knut:

      Zitat: “Nun kann man zwar einwenden, dass die Menschen es damals eben nicht besser wussten, das wirft allerdings sofort die Frage auf, auf welcher Grundlage die heutigen Gläubigen „wissen“, was sie zu wissen glauben.”

      Religion ist keine monolithischer Block, sondern als Sinnsuche selbstverständlich einem kontinuierlichen Veränderungsprozess unterworfen, nämlich dem Versuch, Gott immer besser zu verstehen bzw. eine genauere Vorstellung davon zu erlangen. Entsprechend verändert sich das Gottesbild natürlich auch analog zum allgemeinen Verständnis der Welt (oder religiös gesagt: der Schöpfung).

      Wobei es hier natürlich auch auf die Religion ankommt. Das Christentum hat es “leichter”, weil es sich eben überwiegend (evangelikale Protestanten ausgenommen) in diesem Prozess der Erkenntnissuche sieht, der mit der Bibel als Menschenwerk anfängt. (Teil-)Religionen, die ihre heiligen Schriften nicht als Menschenwerk sondern als Niederschrift göttlicher Wahrheit und damit jeglicher Kritik nicht zugänglich sehen (wie es Evangelikale mit der Bibel in wortwörtlicher Auslegung machen), tun sich da deutlich schwerer. Veränderungen gibt es dort auch, sie verlaufen aber (noch) langsamer.

      In dieser Sinnsuche nach dem Göttlichen steckt zudem eine Menge Selbsterkenntnis über das Menschliche und menschliche Gemeinschaft drin. Religionen haben neben dem transzendentalen Aspekt (also der Suche nach Sinn) auch stets einen weltlich-soziologischen Aspekt (die Organisation von Zusammenleben), es geht halt immer auch darum eine ursprünglich kleine Gruppe von Leuten als Gemeinschaft zusammenzuhalten. Den Aspekt gibt es bei Naturwissenschaften gar nicht, worin meinem Eindruck nach ein Grund liegen könnte warum es da wechselseitig zu Verständnisproblemen kommt; man redet halt ein Stück weit immer aneinander vorbei.

    5. knut

      @Eule

      Zweifellos ist Religion einem “kontinuierlichen Veränderungsprozess unterworfen”, der Regelfall, selbst bei kleineren Unstimmigkeiten, scheint dann die Abspaltung zu sein, das Ausbilden von Sekten, was man am Beispiel des Christentums sehr schön beobachten kann. Das “Gott” da nicht einfach mal für Klarheit sorgen kann, wo ihm die Anbetung durch seine Anhänger doch so wichtig zu sein scheint?
      Spass beiseite.
      Könnten die von dir angesprochenen Verständnisprobleme nicht eher etwas damit zu tun haben, dass Gläubige nicht in der Lage sind, für die Grundlage ihres Glaubens, die von ihnen behauptete Existenz “Gottes”, belastbare Belege beizubringen und dem Unwillen eher wissenschaftlich denkender Menschen, schwammige Behauptungen zu akzeptieren?
      Es ist ja nicht so, dass es keine Versuche gegeben hätte, die Existenz “Gottes” zu beweisen. Leider bisher ausnahmslos erfolglos und nebenbei Lehrstücke argumentativer Trickserei. Das ist bei der behaupteten Gewissheit der Gläubigen doch erstaunlich wenig, nicht wahr?
      Und diese Trickserei zieht sich wie ein roter Faden durch viele Äußerungen, die Religion zu gesellschaftlichen Fragen tätigt, ein bei uns recht populärer Kniff ist bspw die Behauptung einer christlichen Moral und christlicher Werte, auf denen unsere Gesellschaft angeblich beruht.
      Es würde zu weit führen, dies hier darzulegen, ich kann dem Interessierten dazu aber das Buch von Dr. Edmüller empfehlen, “Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist”.

      Übrigens, den “weltlich-soziologischen Aspekt”, wie du ihn nennst, gibt es sehr wohl, es sei denn natürlich, dass du Sozial- und Geisteswissenschaften nicht zu den Wissenschaften zählst.

  17. Matthias

    Welche bizarren Züge das dauernde Bemühen um Politische Korrektheit in den schreibenden Medien bisweilen annimmt, kann man auch in diesem wunderbaren Text der Autorin Tina Uebel nachlesen, wie immer präzise und wuchtig in ihren Formulierungen:

    https://www.zeit.de/2018/25/politische-korrektheit-einfluss-schriftstellerin-tina-uebel

    Bei manchen ihrer Beispiele war ich schon noch ziemlich erschrocken: So ein Maß an freiwilliger Selbstzensur in Verlag und Lektorat, und das alles im Namen des ach so harmoniebedürftigen Lesers?

    Antworten
    1. Alexandra

      Absolut großartig. Unterschreibe alles und teile dein Entsetzen. Danke!
      Die Medien ziehen sich Leser heran, die Ambiguität nicht mehr aushalten können. Ambiguität ist aber das wesentliche Merkmal von Kunst und Kultur. Wenn nicht bald viel mehr Menschen wie Tina Uebel sich gegen diesen Unsinn auflehnen, sind wir tatsächlich in nicht allzu ferner Zeit kulturell wieder in einem dunklen Zeitalter.

    2. njorg

      Um nochmal eine weitere Perspektive einzubringen: Ich fand Toby Bayers Argumentation ganz sinnig, dass in vielen Fällen nicht nur politische Korrektheit der Grund für Änderungen ist, sondern schlichtweg die Anpassung an die moderne Sprache. Gerade bei sehr alten Büchern muss man sich schon überlegen, ob nicht die ein oder andere Vokabel einfach veraltet ist und deshalb in Neuauflagen ersetzt werden sollte. Deshalb finde ich auch Südseekönig als Ersatz für Negerkönig sehr angebracht, einfach weil z.B. meine Kinder mit dem Begriff “Neger” wahrscheinlich wenig bis gar nicht in Berührung kommen werden.

      Dass es trotzdem übertriebenen Unfug an political correctness gerade auch bei neuerer Literatur gibt, stimmt natürlich. Merkwürdigerweise ist da der Aufschrei viel geringer, obwohl es so viel unsinniger ist.

  18. Anna

    Für mich ist ein Blog/ Webblog von der Funktion her kein Buch, sondern eher etwas wie ein Schreibblock, in dem man Gedanken festhält, sich was von der Seele schreibt oder einfach zum Spaß reinkritzelt. Deshalb für mich Der Blog – als digitale und teilbare Version von dem Block. Macht wahrscheinlich nur für nicht Sinn, aber egal;-)

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  19. micha

    Bzgl. Licht-Wecker:
    Ich hatte mal einen. Ich wurde immer schon wach, wenn der Dimmer in der dunkelsten Lichtstufe angefangen hat zu brummen. Da hätte es auch ein 100Hz Brummton im Handywecker getan.
    Vielleicht ist das mit LEDs heute besser.

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  20. EC

    Ich bin zwar ein bißchen spät dran, aber eins der affigsten Wörter aus meiner Sicht ist das “Handy”. Verhindern kann und will ich’s zwar nicht, aber ich nutze es auch konsequent nicht, weil mich jedes mal schütteln würde, wenn ich es in den Mund nähme.

    Apropos Blog: Ich sag in Bezug auf mein eigenes Projekt einfach “Blögchen”, da gibt’s dann keine Diskussion bezüglich des Artikels…

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  21. Heinz Boettjer

    Als jemand der als Protestant erzogen wurde und sich heute nicht entscheiden kann ob er Agnostiker oder Atheist ist hat mir Holgers Podcast Resonator und dort die Folge 125 geholfen eine Definition zu verwenden. (https://resonator-podcast.de/podlove/file/3485/s/feed/c/m4a/RES125_Ueber_die_Gesetze.m4a) Im letzten Kapitel geht es um “Der liebe Gott”. 1:58:20 Zitat “Das es Gott dem Herrn offenbar gefallen hat mich zum Atheisten aus zu erwählen”

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  22. Micha

    2 Punkte:

    Erstens, “Studierende” ist nach meiner Meinung auch nicht korrekt, da viele nur wegen der günstigen Karnkenversicherungsmöglichkeit eingeschrieben sind und gar nicht studieren.
    Also müsste es eigentlich dann “Studierende und günstig Krankenversicherte” heißen, oder nicht?

    Zweitens: Sinn machen oder Sinn ergeben. Holgi sollte eigentlich die alte kölsche Weise kennen als dritte Möglichkeit kennen, Sinn haben:
    “Mer losse d’r Dom en Kölle, denn do jehööt hä hin.
    Wat sull dä dann woanders, dat hätt doch keine Senn.”

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    1. Marie

      Im welchem Fall lohnt sich eine Einschreibung wegen einer Krankenversicherung? Das hab ich noch nie gehört. Mir fällt kein Fall ein.

      Man zahlt im Studium Studienbeiträge von rund 400 € pro Semester und darf nicht mehr als 450 € im Monat verdienen und nicht mehr als 20 h pro Woche arbeiten. Ab dem 25. Geburtstag kommen noch die Kosten für die studentische Versicherung von rund 100€ im Monat hinzu. Ab dem 14. Fachsemester bzw. 30. Geburtstag ist man sowieso freiwillig versichert und zahlt ganz normal als wär man kein Student, obwohl man studiert. Wer tut sich das freiwillig an mit so vielen Ausgaben und so wenig Einkommen zu überleben, außer Menschen, die wirklich ein Studium abschließen wollen?

    2. njorg

      @Marie
      Das mit der Einschreibung zwecks Krankenversicherung gibt es schon und lohnt sich auch in einigen Fällen. Es gibt durchaus Unis, in denen der Semesterbeitrag bei 200€ und weniger liegt und man bekommt dafür ja auch noch das Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr, das bei einigen Unis sehr weiträumig gilt.
      Die 450€-Grenze ist ein Mythos. Man muss halt nur ab 450€ einen Nachweis über die Einnahmen beim Finanzamt einreichen, damit das Steuern einfordern kann, falls man über den Steuerfreibetrag rüberkommt. Ansonsten sind die 450€ nur relevant, wenn man Bafög beziehen will: wenn man mehr verdient, verringert sich die Bafögzahlung entsprechend.

      Insgesamt wird das aber in der Tat seit Bologna immer seltener, weil es erstens immer weniger NC-freie Studiengänge gibt und zweitens Langzeitstudenten deutlich stärker unter Druck gesetzt werden.

  23. Truhe

    Wecker: Ich empfand das Smartphone damals (2008) als Segen, denn endlich verstand das Gerät unterschiedliche Weckzeiten pro Wochentag, flexibel einstellbar bzw. mindestens einmal den Unterschied zwischen Werktag und Wochenende. Was war das davor für eine Qual mit den MöpMöpMöp-“Radioweckern”! Seit einiger Zeit schlafe ich aber schlecht und ein Grund dafür ist das Smartphone, denn ich bin so blöde, es vor dem Schlafen zu verwenden und auch in Schlafpausen und kann dann natürlich nicht mehr gut oder evt. gar nicht mehr schlafen.

    Zwei Lösungsansätze:

    1. Bildschirmzeit. Lässt sich z.B. beim iPhone einstellen und blockiert sämtliche zeitfressenden Apps von z.B. 21:30-8:00, gesperrt per PIN. Die PIN sollte man sich dann z.B. in 1Password ablegen und auch dieses in der Zeit nicht erlauben. Der Effekt war: Ab 21:30 ist das iPhone nicht mehr für Zeitverschwendung einsetzbar. Sinnvolle Dinge wie Karten, Fahrscheine kaufen usw. habe ich zwar erlaubt, aber die verwende ich im Bett eher selten.

    2. Smart Home-Device. Alexa, Google Home oder was selbst gebasteltes, was komplett lokal läuft und auf Sprache reagiert. Mittlerweile sage ich Abends kurz “wecke mich um 6” und das war’s. Das Telefon kommt jetzt nicht mehr ins Bett, ganz ohne Zwang, denn der eigentliche Grund, aus dem das Telefon im Bett war war der Wecker.

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    1. Marie

      Es gab auch schon lange vorher Wecker, die zwischen Wochenende und nicht Wochenende unterscheiden konnten. Ich hatte seit vielleicht 1998 einen kleinen “piep-piep-piep-piep-piep-piep”-Reisewecker, der das konnte. Vermutlich gab es dann auch welche, wo man jeden Tag einzeln einstellen konnte.

      Das Smartphone als Wecker benutze ich erst seit ca. einem Jahr. Ich hänge allgemein nicht viel am Smartphone. Ich nutze für alles mein Notebook, auch für Podcasts, Twitter, Skype, Whatsapp und was es so gibt. Wenn der Bildschirm nach oben ist und der Wecker ganz leise anfängt, bin ich schon wach, weil der Bildschirm (ziemlich dunkel eingestellt) schon den Raum erleuchtet.

  24. Uwe

    Kein Kommentar sondern nur Lobhudelei!
    Frage mich wie ich die Wrintheit aus den Augen verlieren könnte. nach Monaten noch mal gehört… und wieder für Gut befunden! Vielen Dank für die Interessante Unterhaltung!

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  25. Wir

    Zum Thema “Sinn machen” möchten wir noch diese sehr lehrreiche Artikelserie von Anatol Stefanowitsch verweisen. Im letzten Teil versucht er sich auch an einer Erklärung was den Unterschied zwischen Sinn haben, Sinn machen und Sinn ergeben angeht.
    http://www.sprachlog.de/2007/10/01/sinnesfreuden-i/
    http://www.sprachlog.de/2007/10/08/sinnesfreuden-ii/
    http://www.sprachlog.de/2007/10/15/sinnesfreuden-iii/
    http://www.sprachlog.de/2007/10/22/sinnesfreuden-iv/
    http://www.sprachlog.de/2007/11/01/sinnesfreuden-v/
    Und wenn wir schon dabei sind, empfehlen wir noch das Buch “Sick of Sick? Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den »Zwiebelfisch«”, das wohl leider nur noch gebraucht zu bekommen ist, aber viel von dem Unsinn richtigstellt, den Herr Sick damals in seiner Kolumne verzapft hat.

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  26. Stephan

    Huhu,
    ich wollte gerade den interessanten Dialog zur gendergerechten Sprache weiterempfehlen, nun muss ich feststellen, daß der Player über wrint jedenfalls für diese Sendung gar nicht geht :-/
    Ansonsten: die Sendung war beste Unterhaltung!
    Gruß,
    Stephan

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