WR776 Der Contergan-Skandal

 

Ende der 1950er/Anfang der 1960er-Jahre sorgte der Contergan-Skandal für Aufsehen. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe „Eine Stunde History“ läuft am 14.1.2018 auf DLFnova.

5 Gedanken zu „WR776 Der Contergan-Skandal

  1. Christine

    Ein befreundeter Frauenarzt, der jetzt Anfang 70 ist, berichtete, dass man durch Contergan viel über die Abfolge der Entwicklung des Embryos im Mutterleib erfahren hat. Ultraschall gab es ja noch nicht.

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  2. Marek

    Hallo,

    meistens Gefallen mir die Nova-Folgen in etwa genauso gut wie die Holgi-Folgen zu den Themen. Einfach eine andere Herangehensweise aber beides dann immer ok (mal mit Vorteilen bei der eine oder der anderen „Seite“ je nach Thema).

    In diesem Fall fand ich die Podcastfolge hier allerdings deutlich besser. Ich fand Sie ausgewogener, nachdenklicher und dem Thema eher angemessener. Was in der Folge wie ich fand deutlich besser herausgearbeitet wurde, war die These (vielleicht auch eigentlich eine Tatsache), dass das der „Contergan-Skandal“ (auffällig auch das der Grünthai-Mitarbeiter konsequent von „Contergan-Tragödie“ sprach) auch vor dem Hintergrund von fehlendem Fachwissen und ungenügenden gesetzlichen Regelungen stattgefunden hat.

    Das entschuldigt sicher nicht jedes Verhalten bei der Bewältigung, aber erklärt doch die Hintergründe für mich besser.

    Eine wirklich Folge die mir besser verständlich gemacht hat wie es zu der Tragödie rund um Contergan kommen konnte.

    Danke
    Marek

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  3. Christiane Ortel

    Ich finde es sehr gut, dass das Thema Contergan(Prozess) von Ihnen aufgegriffen wird!
    Leider wird nie erwähnt, wie lange sich die Verantwortlichen damals bei Grünenthal Zeit ließen bis sie endlich reagierten!
    Hinweise zum kausalen Zusammenhang von auftretenden Schädigungen nach der Einnahme des Medikamentes gab es reichlich, diese wurden aber lange massiv unterdrückt! Es hätten viele Leben gerettet werden können und das ist etwas, was unverzeihlich ist!
    Natürlich haben einige Betroffene ihr Leben sehr gut gemeistert, das ist in der Tat bewundernswert! Aber hat sich je mal jemand die Mühe gemacht, mit denjenigen zu sprechen, die es nicht geschafft haben und an dieser Lebenssituation verzweifeln bzw. verzweifelt haben?
    Niemand hat bisher die Selbstmordrate erforscht…..
    Grundsicherung ist richtig, aber für ein selbstbestimmtes Leben mit immer höheren Asdistenzkosten bei steigenden Folgeschäden und großen Schmerzen (körperlich und psychisch!) reicht es immer noch nicht!

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  4. Andrea Kornak

    Ich stimme Frau Ortel vollkommen zu !
    Nicht nur, dass mittlerweile viele verstorben sind, auch, weil man potentielle Schäden bis heute
    verschweigt, bisher bekommen nur ca. 90% der Geschädigten (bis vor wenigen Jahren minimale) Entschädigungsleistungen ab 1972. Es gibt Geschädigte, die bis heute immer noch keine Leistungen erhalten, weil man sie mit absurden Gründen auf den Rechtsweg verweist, obwohl diese doch schon
    wegen der Ausschlussfrist 25 Jahre warten mussten.

    Die seinerzeitige Bundesregierung führte von 1984-2009 eine Ausschlussfrist ein, aus Angst,
    auch eventuell brasilianischen Opfern etwas zahlen zu müssen. Die Conterganstiftung hat in dieser Zeit
    dennoch einigen Opfern „gesetzwidrig“ Leistungen bewilligt, eine allgemein übliche „Wiedereinsetzung“ in den vorherigen Stand, die allen gleiche Chancen gebotennhätte, hat der Gesetzgeber den Opfern vorenthalten. Anstatt alle Geschädigte gleich zu behandeln, hat die Stiftung dann, wie in einer Bananenrepublik, willkürlich entschieden, wem sie trotz gesetzlichen Ausschlusses, Leistungen zubilligt.

    Eine Geschädigte, die bei der Bundeswehr in Hamburg arbeitete, bekam sogar 1991 2 Jahre rückwirkend Leistungen, eine jüdische Bibliothekarin wude hingegen abgewiesen !

    Geschädigte haben schon vor Jahren eine Petition initiiert, die sich für eine Gleichbehandlung aller Geschädigten, für gleiche Leistungen ab 1972 für alle Opfer, einsetzt. Ohnehin werden für diese Leistungen keine Zinsen gezahlt, es wird Zeit, dass der Gesetzgeber hier endlich handelt !!!

    Viele Prominente, u.a. Eckhardt von Hirschhausen, Fatih Cevikollu und Til Schweiger haben diese unterschrieben.

    Wie lange soll es noch dauern ?

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  5. Titus von Unhold

    Man muss immer berücksichtigen dass die Rechtslage (HGB, AktG, GmbHG, BGB) von Unternehmensverantwortlichen verlangt jeden Schaden vom Unternehmen abzuwenden, weil sie sich sonst strafbar und regresspflichtig machen. Das ist zwar immer doof für die Geschädigten, andererseits dient das auch dem Verbraucher (T-Aktien als Stichwort).

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