WR755 Die Berge von Kong

 

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16 Gedanken zu „WR755 Die Berge von Kong

  1. Marc

    Ich habe gerade erst Pinkers Buch als Hörbuch pausiert, um eure Folge Wissenschaft dazwischen zu stopfen, deswegen nur kurz den Tipp für Holgi: Lese oder höre das Buch doch wirklich mal. Da du es eh am Ende selbst gesagt hast, hiermit nochmal die Ermutigung. Ich selber habe es auch lange vor mir hergeschoben.

    Und als kurzer Kommentar: Er geht wahrhaftig auch sehr gut auf die prähistorischen Zeiten und Gewalt ein. Auch recht am Anfang des Buches, und fährt dort auch sehr schön seine These nach.
    Als Archäologe habe ich genau deswegen auf diese Teile recht deutlich geachtet, und habe an dieser Darstellung auch nichts auszusetzen. Im Gegenteil verfestigt sich unser Bild der einfach gesagt “brutaleren Vergangenheit“

    Beispiel: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schlachtfeld_im_Tollensetal

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  2. Helena

    Bis vor 2 Jahren gab’s in der Türkei auch die üblichen Antibiotika frei verkäuflich. Wobei man aber auch verstehen muss, dass so ziemlich jeder hier zum Arzt rennt, um ein Rezept, besser mehrere zu bekommen, weil viel hilft ja auch viel. Innerhalb von einem Jahr wurde dieses System massiv verändert, so dass vom Arzt bis zum Apotheker alle sehr sensibilisiert wurden. Um das zu bewirken gab’s ständig Berichte in Zeitungen und Fernsehen bis der letzte kapiert hat, dass das so nicht mehr geht. Jetzt aber geht’s so weit, dass einem die Ärzte lieber täglich eine Spritze setzen und somit sicherstellen, dass sich keine Resistenzen bilden, als dass man eigenverantwortlich Tabletten nehmen kann.
    Denn ein Rezept alleine bewirkt nichts. Die Einnahmedisziplin ist das Problem, nicht die Menge oder Zugänglichkeit.

    MRSA war hier zum Glück nie so ein großes Thema wie in Deutschland, was auch dem miesen Hygienemanagement in maximal gewinnorientiert arbeiten Krankenhäusern zu verdanken ist. Da lohnt sich ein Blick in die Niederlande, die kaum MRSA haben.

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  3. Mathias Panzenböck

    Wenn man seine wissenschaftliche Arbeit in einen plain text Format wie LaTeX schreibt verwendet dann echt trotzdem niemand Versionskontrolle? Also git, mercurial, SVN oder so? Würde sich ja anbieten und dann hat man keine lost updates vom hin und her schicken der papers per Email. Ja ich weiß, das ist was das Programmierer verwenden und deswegen schlagen alle nicht-Programmierer gleich die Hände über dem Kopf zusammen, aber es würde sich echt auszahlen das zu lernen!

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  4. Stefan

    Was die Antibiotika angeht…
    Das Hauptproblem bei der Resistenzentwicklung ist mittlerweile weniger die freie Verfügbarkeit von Antibiotika sonder vielmehr der Umgang mit den Bakterien.
    Ein Krankenhauskonzern, der seine Ressourcen rational einsetzt, wird vor allem bei der Hygiene und beim Reinigungspersonal sparen.
    So laufen in der deutschen Klinikrealität externe Reinigungstrupps über die Stationen, die mit gutem Willen, aber ohne zielgerichtete Ausbildung und geeignetes Material die Keime eher verteilen als beseitigen.
    Breit verteilte Bakterien, die sich ungestört mit ihren Kumpels anderer Spezies austauschen können, sind bei der Resistenzevolution nun mal ganz weit vorne.
    Wer sich nach diesem Schock in die Klinik-Cafeteria setzt und die Damen und Herrn Ärzt/inn/e/n im Kittel und mit baumelndem Stethoskop am Kaffeeautomaten stehen sieht, der weiß alles, was er für eine erfolgreiche MRSA-Zucht braucht.
    „Helenas“ Verweis auf die Niederlande und deren Umgang mit dieser Frage ist so etwas von richtig…allein darüber könntet Ihr einen Dreistundenpodcast machen.
    Was die Wahrnehmung von Fahrradfahrern angeht…
    Dieses Problem hat Douglas Adams bereits vor 35 Jahren beschrieben.
    Fahrradfahrer sind meist von einem SEP-Feld umgeben (Somebody else’s Problem).
    Nachzulesen in „Life, the universe and everything“
    Wer Kinder hat oder oft und viel Auto fährt, ist mit diesem Phänomen bestens vertraut.
    Ich freue mich auf Euren Beitrag über die Entdeckung der Macht, die SEP-Felder ausgerechnet bei Fahrradfahrern erzeugt.
    Viele Grüße aus Holstein
    Stefan

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  5. Florian

    Im letzten Ägypten-Urlaub haben wir (ungewollt) Antibiotika in einer Apotheke erhalten. Eigentlich haben wir nur ein Mittel gegen Magen/Darmprobleme benötigt. Zum Glück lag ein Beipackzettel auf Arabisch und Englisch bei. In dem Beipackzettel stand, dass das Medikament verschreibungspflichtig ist und vom Arzt dosiert werden muss.

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  6. iris

    danke für die interessante sendung! den ausführungen über den asteroiden bin ich atemlos gefolgt.

    in spanien habe ich ohne jeglichen kommentar vor ca. 5 jahren ein antivirales mittel bekommen, das u. a. gegen vogelgrippe wirksam ist, dessen abgabe in den niederlanden streng reglementiert ist. nach aussage von freunden funktionierte das mit antibiotika genauso. wie es jetzt ist, weiß ich nicht.
    es wäre wohl auch angebracht, auf den einsatz von antibiotika als wachstumsförderer in der tiermast hinzuweisen (also rein aus finanziellen gründen). schweinemäster sind in krankenhäusern eine von möglichen mrsa-quellen.

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  7. Julian

    In vielen Entwicklungsländern ist „antibiotika aufm Markt kaufen“ völlig normal.
    In Ländern wie Usbekistan führt das zu multiresistentet Tuberkulose bei der es im prinzip nur noch hilft, das fenster aufzumachen und zu hoffen, weil keinerlei antibiotika mehr helfen.
    Die Leute dort kriegen ne Bronchitis und holen sich mal vorsorglich ein Breitband-Antibiotikum…

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  8. David

    Hat man bei Rosetta den Kometen auch Radar-tiefen-gescannt? (sorry für meinen wissenschaftlichen „Fachausdruck“ 😉 )
    Was ist, wenn das ganze Eis eines Kometen durch dutzende Auftau-Operationen bei Sternennähe irgendwann weggeschweift ist, und doch ein fester Kern übrig bleibt, der dann weiter so durch die Galaxie eiert? (Wie Billard, nur ohne Berührungen – Eine gerade Laufbahn wirds ja nicht werden)

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  9. Hendrik

    Zum Thema „Herkunft“ erkennen: Unabhängig davon, dass ihr regelmäßig auf Florians Herkunft zu sprechen kommt, gab es doch immer wieder in diversen Ausgaben dieses Podcasts Formulierungen/Begriffe/Betonungen, die mir (Deutscher) „merkwürdig“/fremd vorkamen…
    Da fällt mir dann ein Spruch von Dieter Nuhr ein, mit dem ich diesen Kommentar schließen möchte:
    „Bei der Fussball-WM habe ich mir Österreich gegen Kamerun angeschaut. Auf der einen Seite Exoten, fremde Kultur, wilde Riten – und auf der anderen Seite Kamerun!“ 😀 😀

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  10. Baba

    Auch in Italien (nur eingeschränkt als Entwicklungsland zu bezeichnen 😉 ) habe ich bereits gegen Halsschmerzen ein rezeptfreies Antibiotikum in der Apotheke erhalten. Dort fällt mir auch schon seit Jahren der sorglose Umgang mit Desinfektionsmitteln auf. Sie werden praktisch bei jedem Waschgang standardmäßig in die Waschmaschnie geschüttet, antibakterielle Handseife und Putzmittel habe ich bisher auch in jedem Haushalt gesehen, und schon Babies werden mit antibakteriellen Feuchttüchern abgewischt…

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