WR742 Schlacht an der milvischen Brücke

 

Am 28. Oktober 312 gewinnt Konstantin I diese entscheidende Schlacht. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 22. Oktober 2017 auf DLF nova.

5 Gedanken zu „WR742 Schlacht an der milvischen Brücke

  1. Norbert

    Der Untergang des Weströmischen Reiches hat so um die 100 Jahre gedauert. Daß am Ende ein römischer Offizier mit Migrationshintergrund (Odoaker) den Usurpator Augustulus abgesetzt hat, und sich zum König Italiens ausriefen ließ, war nur der Endpunkt einer langen Entwicklung.

    Und der Unterschied zwischen einem König und einem Kaiser von der Spätantike bis in’s Hohe Mittelalter hinein war, daß nur ein Kaiser die Königswürde legitimieren konnte. Es konnte sich sozusagen jeder Fürst von seinem Volk als König titulieren lassen, aber solange kein Kaiser gesagt hatte “Ja, König” war derTitel darüber hinaus ziemlich wertlos. Odoaker z.B. war nur in Italien “König” – in den erhaltenen Briefen ausländischer Höfe an ihn wird er als “Patricius” tituliert (zwar auch ein hoher Titel, aber eben kein König). Selbst die polnische Königswürde bezog einen großen Teil ihrer Legitimation aus der Tatsache, daß um das Jahr 1000 herum ein Kaiser dem ersten König die Krone auf’s Haupt gedrückt hat (Akt von Gnesen).

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  2. Tarifkenner

    Wieder mal eine schöne Sendung, die das Schulwissen in größere Bezüge stellt. Vielen Dank.
    Ein paar Korinthenfunde:
    M.v.Hellfeldt datiert das Konzil von Nicäa auf 378 und sagt, dass damit das Christentum zur Staatsreligion geworden sei. Das Konzil von Nicäa fand schon 325 statt also nur 13 Jahre nach der Schlacht an der Milvischen Brücke. Es wurde von Konstantin einberufen, der zu dem Zeitpunkt noch kein Christ war. Vielleicht war das Erste Konzil von Konstantinopel gemeint, das 381 stattfand. Die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion wird aber normalerweise an anderen Ereignis festgemacht, nämlich entweder an dem Dreikaiseredikt 380, das alle Völker des Imperiums aufforderte, sich zum Christentum zu bekehren, oder an dem Verbot heidnischer Kulte durch Theodosius I. 392.
    Dass in den Katakomben die Christen gelebt hätten, um vor Verfolgung sicher zu sein, ist eine These, die heute als widerlegt gilt. Es handelt sich lediglich um die Begräbnisstätte der frühen Christen.
    M.v. Hellfeld stellt wiederholt die Merowinger den Franken gegenüber: Die Merowinger hätten die Franken unterworfen, die Franken seien die Nachfolger der Merowinger. Die Merowinger waren aber selber ein fränkisches Herrschergeschlecht. Ihre Nachfolger waren das ebenfalls fränkische Herrschergeschlecht der Karolinger, zu dem Karl der Große gehörte.
    Und noch eine ganz kleine Korinthe: Konstantin hat sich nicht auf dem Totenbett taufen lassen, sondern auf dem STERBEbett. Auf letzterem liegt man noch lebend im Sterben. Wenn man dann tot im Bett liegt – und deshalb nicht mehr getauft werden kann – spricht man vom Totenbett.

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  3. Norbert

    Matthias von Hellfeld hatte in einem Nebensatz gesagt, daß im Römischen Reich etwa 30% der Weltbevölkerung gelebt haben. Das kam mir etwas viel vor, ich habe aber nichts Gegenteiliges gefunden. Dafür ist mir eine schöne Animation vom American Museum of Natural History untergekommen, in der die Entwicklung der Weltbevölkerung während der letzten 2000 Jahre dargestellt wird:
    http://www.spektrum.de/video/wie-die-menschheit-sich-ueber-den-globus-ausbreitet/1514181
    https://youtu.be/PUwmA3Q0_OE
    Sollte man sich in HD ansehen 🙂

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  4. David

    Ich fordere mal wieder erneut, daß man per Mail automatisch Kommentare von bestimmten Sendungen/Formaten bekommt, ohne sich jedes Mal zu Wort zu melden.
    Die Kommentare sind soo wertvoll, danke dafür.

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