WR738 Finanzwesir Albert Warnecke

 

„Geld ist wie Benzin – solange genug im Tank ist, ist es nicht der Rede wert“, sagt Finanzwesir Albert Warnecke. Er lebt in Hamburg und publiziert über Möglichkeiten, finanziell unabhängig zu werden, also nicht mehr müssen zu können. Ich hatte Gelegenheit, ein wenig mit ihm zu plauern.

Darin: Mr Money MustacheT-Aktie und Manfred KrugPrepperTagesgeldAktien – Anleihen – P2P-KrediteDiversifikationETFKrise ab 2007AC/DCCashflowDispokreditYNABThe Position of Fuck You (Video) – MSCI WorldDow JonesStandard & PoorsMSCIStoxxMarktkapitalisierungSteinbeis ETF-Studie (pdf) – 300-Euro-RegelArchimedesProtestantische Arbeitsethik – ZinseszinsProkon

54 Gedanken zu „WR738 Finanzwesir Albert Warnecke

  1. Steve

    Sehr schönes Gespräch. Ich folge „der Szene“ (besonders MrMoneyMustache und dem Finanzwesir) schon eine Weile und freue mich, dass du das mal aufgreifst.

    Was leider nicht erwähnt wurde: Der Finanzwesir hat auch einen sehr hörenswerten Podcast „Der Finanzwesir rockt“. Kann ich jedem empfehlen, der etwas für seine finanzielle Bildung tun möchte.

    Antworten
  2. Uli

    Ein interessanter Gast und viele neue Metaphern für mich.

    Dennoch eine kleine konstruktive Manöverkritik, weil der Finanzwesir ja auch anderswo zu hören ist: Er neigt zum Quietschen. Der Wechsel in die höhere Oktave zur Akzentuierung ist sicher unbewußt, aber mitunter etwas anstrengend. Er kann’s über weite Strecken aber auch lassen, daher erwähne ich das mal.

    Inhaltlich dessen ungeachtet natürlich top.

    Antworten
    1. Finanzwesir

      >“Er neigt zum Quietschen.“

      Nenn mich den Jimi Hendrix unter den Podcastern 😉
      Hast ja recht, auch ich stelle immer wieder fest, das das mit der Stimme nicht ohne ist. Diese Sprechertrainings sind schon zu was gut.
      Obwohl ich das meiste, was mir an Sprache aus dem Formatradio entgegenschallt nur gruselig finde. Das ist mir alles viel zu enthusasmiert. Bloß weil in Hamburg mal wieder Sonne scheint, muss der Wettermann sich doch nicht aufführen, als hätte er eine Million im Lotto gewonnen.
      Aber es ist schon viel besser geworden – die ersten Podcasts hatten echt noch Potential nach oben 😉
      Gruß
      Finanzwesir

  3. njorg

    Interessant das. Ich war auch erst ziemlich skeptisch, als du davon berichtet hast, Holgi. Das liegt aber auch an meinem generellen Misstrauen gegenüber dem Finanzmarkt. Albert hat jetzt ganz gut erklärt, warum das eben doch funktioniert und wie man sich da am besten (nicht) verhält. Schön finde ich den „sich dabei gut fühlen“-Ansatz, der ja im Normalfall verhindern dürfte, dass man überhaupt riskante Schritte geht.

    Aber mein Misstrauen ist nicht weg – also nicht dahingehend, dass es nicht funktionieren würde, sondern vielmehr mein moralisches Unbehagen. Wenn ein ETF eine große Bandbreite an Firmen abdeckt, dann heißt das, dass da auch die Firmen dabei sind, die sich als verbrecherisch-ausbeuterische Kapitalisten-Scheißvereine bezeichnen lassen. Die unterstütze ich dann. Oder gibt es auch einen ethical ETF (eETF 🙂 )?
    Deshalb bin ich einigermaßen verwirrt, wie Albert so locker von moralischer Unbelastetheit sprechen kann, während er es ja schlimm fände als Vermieter Mieten zu erhöhen. Im Grunde lagert er die Arschlochentscheidungen doch nur aus.

    Mein anderes grundsätzliches Problem ist, dass ich das Gefühl habe (das bezieht sich fast grundsätzlich auf den Aktienmarkt), dass so der Gesellschaft ein potenzieller Nutzen flöten geht. Wer hat etwas davon, wenn z.B. Unilever seinen Profit noch weiter maximiert? Wäre es für die Allgemeinheit nicht toller, tatsächlich in Immobilien zu investieren und dann unter dem Mietspiegel zu vermieten? Oder in den fairtrade-Handel einzusteigen? Natürlich fällt dann für mich davon finanziell weniger ab, aber – Achtung Utopie – wenn die Mehrheit so agiert, brauch ich mir wahrscheinlich nicht so große Sorgen zu machen, durchs soziale Netz zu fallen.

    Antworten
    1. Steve

      Zum Thema „ethisch anlegen“ gibt es eine Folge von Albert’s eigenem Podcast:
      https://www.finanzwesir.com/blog/ethisch-nachhaltig-geldanlage-podcast-finanzwesir-rockt-folge-23

      Die „ethische Linie“ zu ziehen ist aber sehr schwer, wie sich schnell rausstellt.
      Außerdem ist ethisch anlegen bestenfalls die halbe Miete, denn auch mit seinem Konsum stimmt man ja ab. Auf der einen Seite einen ethischen ETF zu kaufen aber auf der anderen Seite bei Primark zu shoppen geht halt auch nicht zusammen.

    2. Finanzwesir

      Hallo njorg,
      es gibt ETFs, die nach grünen / ethischen / sozialen Keiterien anlegen. Die haben SRI am Ende des Namens (Socially Responsible Index).
      So beschreibt MSCI den World SRI:

      „The index is a capitalization weighted index that provides exposure to companies with outstanding Environmental, Social and Governance (ESG) ratings and excludes companies whose products have negative social or environmental impacts.“

      Der siebtgrößte Anteil im Index: McDonalds, die nach denen die McJobs benannt sind und die Amerika fett machen. Ist McDonalds SR oder ein „verbrecherisch-ausbeuterischer Kapitalisten-Scheißverein“?

      Es gibt sie sicher die „guten“ Unternehmen, aber was gut und was böse ist, hängt doch sehr vom eigenen Standpunkt ab. Ist Coca Cola böse, weil die Firma in Indien die Brunnen austrocknet und Heckler und Koch gut, weil diese Firma die Gewehre herstellt, die die Bundeswehr für die Landesverteidigung einsetzt?

      Wenn man mal von den absoluten Basics (Du sollst nicht töten) absieht, ist es ganz schnell vorbei mit dem klaren schwarz/weiß.
      Nimm nur das harmlose Tagesgeld. Wer sagt Dir nicht, dass das in einer Hermesbürgschaft verschwindet und so einen Panzerdeal mit den Saudis absichert?

      Ich halte es für eine Verpflichtung des einzelnen an Rendite mitzunehmen was die eigene Risikotoleranz zuläßt.
      Warum?
      Wenn ich über freies Einkommen verfüge kann ich als Konsument selbstbestimmt entscheiden was oder wen ich unterstützte. Ich sage „nein zu tierquälerischer Schweinemast“ oder „nein zur Ausbeutung der Näherinnen in Bangladesh“.
      Habe ich Geld, kann ich meinen Worten Taten folgen lassen und kaufe Biofleisch und Bekleidung, die in Europa genäht wurde.
      Habe ich als Tagesgeldler (Börse = Zockerbude) nur meine Rente und etwas Gespartes bleibt mir als einzige Option der Verzicht. Wenn ich teilhaben will, muss ich – Überzeugung hin oder her – konventionell erzeugtes Fleisch kaufen und muss mich entweder bei Primark oder in der Kleiderkammer einkleiden.
      Der Konsument und seine Kaufentscheidungen sind immer noch das beste Lenkungsinstrument. Damit bewirkst Du mehr als mit dem Kauf eines ETFs auf einen SR-Index.

      >“Im Grunde lagert er die Arschlochentscheidungen doch nur aus.“

      Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

      Ich bin Ingenieur und Reinländer und damit ein optimistischer Pragmatiker. Ich versuche meinem Umfeld ein guter Geschäftspartner, Freund, Ehemann und Vater zu sein. Als Finanzwesir bin ich dankbar für die gute Ausbildung und die Möglichkeiten, die mir der deutsche Steuerzahler ermöglich hat und versuche im Gegenzug finanzielle Bildung unters Volk zu bringen (frag nicht, was Dein Land für Dich tun kann, frag, was Du für Dein Land tun kannst).
      Damit ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das große Ganze und das Leid der Völker hat mich noch nie wirklich interessiert. Das roch mir schon immer zu sehr nach Gauloises Caporal, Rotwein und viel zu viel Konjunktiv in langen Nächten. 😉
      Wahre Anarchie (the position of Fuck You) geht nur mit Geld.

      Gruß
      Finanzwesir

    3. Christian von Praun

      „Damit ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das große Ganze und das Leid der Völker hat mich noch nie wirklich interessiert. Das roch mir schon immer zu sehr nach Gauloises Caporal, Rotwein und viel zu viel Konjunktiv in langen Nächten.
      Wahre Anarchie (the position of Fuck You) geht nur mit Geld.“

      Vielen Dank für diese erfrischend ehrliche Antwort 😉

    4. njorg

      Danke für die erfreuliche Antwort, lieber Albert 🙂

      Tja, deine Beschreibung der SRI-ETFs bestätigt ja im Grunde meine Befürchtung. Andererseits bin ich auch keiner der dogmatischen Verfechter des ethischen Gewissens und könnte mich mit einem „bestmöglichen Versuch“ vielleicht sogar anfreunden.

      Über einzelne Firmen müssen wir hier nicht diskutieren (mal abgesehen davon, dass Mcdonalds, Coca Cola und Heckler und Koch alle drei in die Kategorie „böse“ einzuordnen sind 😉 ). Im Zweifelsfall müsste man sich selbst ein Bild machen, welche üblichen Verdächtigen in einem ETF vorhanden sind und ob man trotzdem noch mitgehen kann.
      Schwarz-weiß gibt natürlich nicht, aber es gibt eben durchaus Grenzwerte auf der gesamten Grautonskala, die ich nicht überschreiten möchte.

      Was das Tagesgeldkonto angeht, besteht ja eigentlich kein Problem. Es gibt schließlich auch Banken mit ethischen Konzepten.

      Was den Konsum angeht, bin ich ganz bei dir. Arm sein ist auch keine Lösung. Aber man kann ja durchaus auch nicht arm sein, ohne Geld anzulegen. Dass das derzeit nicht jeder kann, ist für mich jungen Utopisten selbstverständlich auf die weiteren Entwicklungen bezogen Verhandlungsmasse. Und Fleisch „muss“ ich eigentlich gar nicht kaufen. Auch nicht um „dazu zu gehören“ 🙂

      Zu versuchen, in seinem direkten sozialen Umfeld ein guter Mensch zu sein ist schonmal viel wert und das will ich keinesfalls schlechtreden. Da gibt es so manchen vermeintlichen Weltverbesserer, der anderweitig reichlich Schaden anrichtet.

      Das große Ganze und das Leid der Völker mag ja schwer zu erfassen sein und sogar auch nachvollziehbarerweise nicht im Interessensbereich vieler. Nur fällt uns das große Ganze derzeit ja recht deutlich auf die Füße, wenn rechte Kräfte Flüchtlinge instrumentalisieren, die ihre Heimat aus Gründen verlassen mussten, an denen wir (der Westen™) wesentliche Mitschuld trägt. Ob der einzelne da mit seinem Konsum bzw. seinen kleinen Fischen von Geldanlagen etwas ausrichten kann, bleibt der Beantwortung der allbekannten Frage „Bin ich vielleicht der Tropfen, der das Fass…?“ vorbehalten.

  4. Leon

    Ich finde mit der Disqualifikation der Kritiker habt ihr es euch etwas zu einfach gemacht – „die fühlen sich ertappt“. In einer ernsthaften Auseinandersetzung damit, ob das mit den Finanzmärkten langfristig so weiter läuft wie bisher, hätten die Stichworte Umwelt sowie (globale) soziale Ungleichheit vorkommen müssen.

    Antworten
    1. Finanzwesir

      Wenn Holger mich noch mal am Mikro will, dann in „the return of the Finanzwesir“ 🙂
      Aber ich denke, das ist noch verfrüht. Sehen wir erst mal, wie dieser Podcast überhaupt ankommt.

      Gruß
      Finanzwesir

  5. Venyo

    „hätten die Stichworte Umwelt sowie (globale) soziale Ungleichheit vorkommen müssen.“

    Ich denke sowas hätte einfach den Rahmen des Podcasts gesperrt. Letztlich muss man dann um die ganz großen Menschheitsprobleme reden.

    Antworten
  6. Marie

    Lieber Holgi,

    kennst du 25-jährige Leute? Ich hab nicht diese Erfahrungen, wie du sie beschreibst. Es sind richtig viele Leute, die wenn sie irgendwoher Geld herbekommen schon vor dem Abi ihre Berunfsunfähigkeitsversicherung und ihr Rentenzeug planen und starten wollen. Ist wie mit den Zahnzusatzversicherungen: Alle sind sind scheinbar einig, dass man sowas schon in der Grundschule haben muss, weil es ja später nur teurer wird.
    Manchmal ist es so, dass die Eltern oder sogar Großeltern das schon alles geregelt haben bevor die Kinder 16 sind (falls die Eltern genug Geld für sowas haben). Über Anlagemöglichkeiten, Sparpläne und Versicherungen können sich nur die Leute Gedanken machen, die dafür Geld übrig haben.

    Die Ansichten des Finanzwesirs über die Welt find ich gut. Ingenieure sind mir wohl oft allgemein sympatihsch. Ich finde, er hat Recht, dass es ganz viel mit der Erziehung zu tun hat bzw. wie man aufgewachsen ist und welche Persönlichkeit und Bedürfnisse man hat.

    Hast du eine Folge über Berufsunfähgkeitsversicheurngen? Oder allgemein, wie Menschen berufsunfähig werden, welche Erfahrungen sie haben?

    Viele Grüße!

    Antworten
    1. Marie

      Hi quinoa,
      danke!
      Ich meinte eigentlich, ob Holger so eine Folge hat, da er doch schon mit so vielen Menschen über so ziemlich alles gesprochen hat.

  7. Leonard

    Eigentlich wollte ich auch nochmal auf die Kritik zu sprechen kommen. Du bist nämlich nicht wirklich auf die Frage eingegangen, ob das auch noch funktioniert „wenn das alle machen“.

    Habe aber nach kurzem nachdenken begriffen, dass Dir das im Grunde scheißegal ist, denn es machen auf absehbare Zeit nur wenige, also ist das nicht Dein Problem.

    Sicher überspitzt, aber ist das die Philosophie so ungefähr? Ich erhebe gar keine moralischen Einwände. Ich verstehe auch, warum Holgi die Idee so gut gefällt.

    Mich würde trotzdem einfach die Antwort auf die Frage interessieren: Welcher Einfluss auf die Volkswirtschaft hätte es, wenn „Finanzwesirs Gedankengut“ um sich greift?

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Hat er doch! Dann hätten wir eine völlig andere Wirtschaftsordnung und Finanzwesirerei wäre unnötig (jedenfalls hatte ich das so verstanden).

    2. Venyo

      Die Frage ist was du genau damit meinst? Wenn wirklich alle in Indexfonds investieren? Oder wenn alle early retirement betreiben?

      Zu 1.: Je mehr passive Anleger es gibt, desto attraktiver wird aktives Anlegen wieder (Stichwort: Ausnutzen von Marktineffizienzen). Das Problem regelt also der Markt automatisch – ganz unironisch.
      Zu 2.: Wenn niemand mehr arbeiten muss… naja, dann müssten theoretisch die Gehälter steigen, weil ja weniger Leute zur Verfügung stehen. Hm. vermutlich würde es insgesamt wirklich auf eine neue Wirtschaftsordnung rauslaufen. Bin ich aber auch überfragt.

    3. Leonard

      Meine Frage war wohl eher Nummer 1

      Arbeiten müssten ja trotzdem noch welche, das ist ja klar, wohin sollte man sonst investieren. Außerdem kann man ja nur Geld anlegen was man hat, also müssten zumindest junge Menschen ohne ererbtes Geld schon erstmal arbeiten.

      Es würde interessanter werden aktiv anzulegen, weil? Und müssten sich nicht theoretisch alle Kurse stabilisieren, wenn keine Spekulationen mehr stattfinden?

    4. s.m.langer

      Meine persönliche Theorie wohin das führen könnte, wenn auch etwas ketzerisch, ist: der Kommunismus (oder etwas ziemlich ähnliches).
      Wenn ALLE Menschen Anteilseigentümer ALLER Unternehmen wären (also im Prinzip ein ETF mit maximal möglicher Streuung) dann wären die „Produktionsmittel“ im wahrsten Sinne des Wortes Eigentum der Gesellschaft. Dann müssten nur noch die Anteile an diesem Fond gleich unter allen Menschen verteilt sein und man hätte „die klassenlose Gesellschaft“.
      Und so liebe Genossinnen und Genossen transformieren wir, ganz ohne Revolution, den Kapitalismus zum Kommunismus indem wir ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen. 😉

    5. Venyo

      @Leonard: Es gibt in der Theorie eine Markteffizienz was bedeutet das die Preise in einem gewissen Sinne „korrekt“ sind. Vereinfacht gesagt funktioniert das so:

      Stell dir vor eine Aktie hat einen echten Wert von 100€, aber der Börsenpreis ist 80€. Dann sehen das aktive Anleger und kaufen die Aktie, weil sie das Unternehmen analysiert haben und glauben dass die Aktie irgendwann auf 100€ steigt und sie dann mit 20€ Gewinn verkaufen können. Dadurch dass viele Leute jetzt die Aktie kaufen steigt aber ihr Preis. Zuerst auf 90€ und irgendwann auf 100€. Dann hören die aktiven Anleger auf die Aktie zu kaufen, weil sie ja keinen Gewinn mehr vermuten.
      Wenn der Preis zu hoch ist, läuft die Sache genau so – nur andersrum. Die aktiven Anleger verkaufen die Aktie, weil sie ja damit Gewinn machen bzw. glauben der Kurs fällt später.

      Aktive Anleger sorgen also durch Aktienbewertungen und Käufe/Verkäufe dadurch, dass sich der Preis auf das „korrekte“ Niveau einpendelt.

      Jetzt gibt es heute aber so viele aktive Anleger und Institutionen, dass der Preis schon immer sehr nah an der „Wahrheit“ ist. Es gibt also praktisch keine Aktien, die 80€ kosten aber 100€ wert sind. Denn wenn es sie gäbe hätten ja die aktiven Anleger das schon längst ausgenutzt und den Preis auf 100€ hochgetrieben.

      Es ist also ein stückweit paradox. Die aktiven Anleger nutzen Fehlbewertungen aus und sorgen dadurch für eine „korrekte“ Bewertung. Da alle Aktien halbwegs „korrekt“ bewertet sind, kann man getrost passiv Anlegen. Man kauft Aktien zum aktuellen Kurs und lässt sie liegen. Man sucht gar keine unterbewerteten Aktien, weil sie so selten sind und man mit den Profis eh nicht mithalten kann.

      Wenn das alle machen, dann bewertet aber niemand mehr Aktien und sorgt dafür für eine richtige Preisfindung. Aber soweit kommt es gar nicht. Denn schon vorher, wenn es sehr viel weniger aktive Anleger als jetzt gibt, müsste es häufiger Ineffizienzen als jetzt (z.B. Aktien die 80 kosten aber 100 Wert sind). Damit steigen also die Chancen Profit zu machen durch aktives Anlegen. Das zieht wiederum mehr aktive Anleger an und das ganze pendelt sich wieder ein.

      So zumindest die Theorie.

  8. Kallisti

    Na vom Prinzip würde es doch erst einmal nur eine bessere Partizipation der Allgemeinheit an den Unternehmensgewinnen bedeuten. Sprich wir könnten aufhören zu jammern, dass Apple, Facebook und Konsorten keine Steuern zahlen, weil wir alle eh davon profitieren.

    Dennoch hören nicht plötzlich alle auf zu arbeiten, denn man muss ja immer noch ein Grundkapital anhäufen, um dieses arbeiten zu lassen.

    Aber da wir im Zuge der Automatisierung eh immer weniger Jobs haben, ist das doch genau richtig. Man arbeitet bis 50 oder 40, quasi bis die nächste Generation in den Startlöchern steht, um die noch existierenden Jobs zu übernehmen. Die Alten leben fortan von ihren Gewinnen, also einer kapitalgedeckten Altersvorsorge ab der Lebensmitte. The end.

    Geht wahrscheinlich aufgrund der ungleichen Verteilung von Fähigkeiten und Talent nicht so einfach auf, so dass wir dennoch systematische Änderungen wie Grundeinkommen oder negative Einkommensteuer brauchen, aber im Prinzip wäre es genau das. Sehe nicht wo da das Problem sein soll.

    Antworten
  9. Peter

    Hallo Holger, hallo Albert,

    vielen Dank für den Podcast.

    Haben die Kritiker etwas ganz Grundsätzliches nicht verstanden? Die Sache mit dem wenn das alle so machen …

    Man bekommt doch in der Regel die Möglichkeit zum early retirement nur, wenn man vorher sein Konsumverhalten ändert und möglichst bis zum frühen Ruhestand eben nicht die Hände in den Schoß legt, sondern möglichst viel nicht sinnlos ausgegebene Kohle zur Anlage in ETFs ranschafft. Man erntet also seine Früchte nur früher. Was ist denn daran bitte kritikwürdig? Imho nix!

    LG

    Peter

    Antworten
    1. Venyo

      Naja, die angebrachten Kritikpunkte sind schon legitim. Zum Beispiel die Frage ob man nicht andere ausnutzt. Menschen in China arbeiten unter unwürdigen Bedingungen und wir sitzen hier und kassieren die Dividende von Apple. Wenn man breite Indizes kauft kommt dazu, dass dort auch Waffenhersteller und Co drin sind. Irgendwo in Afghanistan wird eine Hochzeit bombardiert und wir freuen uns, weil in dem Moment eine neue Bombe bestellt wird. Statt in der Lohntüte des Paketzustellers landen die Gewinne von DHL bei uns im Aktiendepot.

      Man kann das ganze also schon kritisch sehen. Aber das ist ein systemisches Problem ist. Kein Afghane wird gerettet, kein Chinese besser behandelt und kein Paketzusteller besser bezahlt, weil Albert seine Aktien verkauft. Im Gegenteil – die Gewinne landen dann halt bei jemand anderen in der Tasche.

      Man könnte noch mehr dazu schreiben, es gibt gute Argumente für beide Seiten und ethische Geldanlagen oder das Thema Weltverbesserung/Systemwechsel sind hochkomplexe, spannende Themen. Ich muss jetzt aber mal los, mein Fahrrad reparieren – Auto hab ich nämlich keins und Bus fahren ist auf Dauer teurer 😉

    2. mithrandir

      „….Zum Beispiel die Frage ob man nicht andere ausnutzt. Menschen in China arbeiten unter unwürdigen Bedingungen und wir sitzen hier und kassieren die Dividende…“
      Dieses Argument greift meiner Meinung nach zu kurz. Was würde denn passieren, wenn wir nur noch Unternehmen unterstützen, die den Chinesen genau so viel bezahlen wie sie den z. B. Deutschen bezahlen müssten? Man würde in D produzieren, weil es günstiger wäre (Transport usw.) und man auch noch damit Werbung machen könnte….aber… „der Chines“ würde wieder auf dem Acker vor sich hin arbeiten, wahrscheinlich auch unter „für uns“ unwürdigen Bedingungen. Ich denke schon, dass sich der Wohlstand in den Ländern wie China langsam verbessert, die, die jetzt unwürdig schuften, tun das für die Generationen nach ihnen. So wie das unsere Ur- und Ururgroßväter für uns getan haben.
      Es schadet sicher nichts immer mal wieder einen Blick auf die Arbeitsverhältnisse dort zu werfen und darauf aufmerksam zu machen, aber es funktioniert einfach nicht, dass wir dort „deutsche Arbeitsverhältnisse“ schaffen und der Warenfluss bestehen bleibt. Es ist halt nicht so einfach.
      Interessanter TED Talk dazu: https://www.ted.com/talks/leslie_t_chang_the_voices_of_china_s_workers

    3. njorg

      @mithrandir
      Die Behauptung, die Produktion in China für iPhones oder z.B. in Bangladesch für Klamotten würde zu teuer, wenn man anständige Löhne zahlen würde, stimmt schlichtweg nicht. Unternehmen wie Apple und Nike geben den größten Teil ihres Budgets für Marketing aus. Die Lohnerhöhungen ließen sich leicht kompensieren. Und bei Billigware weiß ich zumindest im Textilbereich, dass eine angemessene Bezahlung der Näher/innen sich lediglich im Centbereich auf den Preis der fertigen Produkte auswirken würde.

    4. Mithrandir

      Zitat njorg:
      „Unternehmen wie Apple und Nike geben den größten Teil ihres Budgets für Marketing aus. Die Lohnerhöhungen ließen sich leicht kompensieren“
      Glaubst du ernsthaft, dass man woanders Kosten einsparen wird, um den Arbeitern mehr Lohn geben zu können? Und was erzählst du den Familien der Marketing Fritzen, die dann auf der Straße sitzen und sich kein iPhone mehr leisten können? Und wenn die keins mehr kaufen hat der Chines auch nix mehr zu tun.
      Ich wundere mich schon, wie naiv manche Leute an das Thema herangehen. Und nein, natürlich ist es nicht ganz so einfach, wie oben dargestellt, es ist viel schwieriger und obendrauf gibt es noch menschliche Emotionen, die das ganze mitsteuern.

  10. Jan

    Hallo,
    und wenn man Pech hat, sagt die ARGE nach 10 Jahren Sparsamkeit: „Hartz IV? Dann mach mal Deine Taschen links!“
    Interessant wäre mal eine Anlageform, die hartz-IV-sicher ist.

    Antworten
    1. Venyo

      Genau! Lieber NICHT sparen!! Ganz schnell alles Geld ausgeben!!! Es könnte ja sein, man landet in Harz 4 und muss dann sein eigenes Vermögen ausgeben anstatt dem Staat auf der Tasche zu liegen! Was für eine schreckliche Vorstellung!!!!!

    2. quinoa

      Riesterverträge sind alg2-sicher. Allerdings sind alle Riesterformen (Banksparpläne, Rentenversicherungen) Garantieprodukte und liefern deshalb nur magere Renditen. Davon abgesehen kann man aber auch versuchen das Risiko einmal Alg2-Empfänger zu werden zu verringen.

  11. Bernhard Schmalhofer

    Mir hat das Gespräch gefallen weil es veranschaulicht dass die Philosophie des Finanzwesirs eigentlich ganz einfach und nachvollziehbar ist. Gestört hat mich der Halbsatz über Monsanto. Dabei wurde ganz nebenbei das Mem „Monsanto ist böse“ verstärkt. Da wünsche ich mir eine skeptischere Haltung von Holgi.

    Antworten
  12. Romconstruct

    Tolles Gespräch und sehr angenehmer Gesprächspartner.

    Ich habe mir jetzt schon einige Blog-Artikel beim Finanzwesir durchgelesen und stoße dabei immer wieder auf ein Problem was ich schon bei ähnlichen „Lebens- und Finanztipps“ Seiten gestoßen bin: Man muss scheinbar erst mal ein gehöriges Kapital angehäuft haben um überhaupt daran denken zu können mitspielen zu können. Da findet man Zahlen wie ~15.000 € auf dem Tagesgeldkonto, dazu 25.000 € Festgeld (für die Festgeldleiter), dann eben noch was man in ETFs hat und mich beschleicht das Gefühl das man unter 50.000 € die man „mal eben übrig hat“ erst gar nicht anfangen kann.

    Und der Bertrag ist noch gering, in anderen Blogs findet man da noch deutlich höhere Summen und es wird dennoch von Einsteigern gesprochen. Das alleine sind schon Summen dir für viele utopisch sein dürften.

    Vielleicht wird sich dieses „rote Tuch“ ja durch weiteres Einarbeiten mal etwas lüften.

    Antworten
    1. Venyo

      Ich weiß nicht woher sie diesen Eindruck haben. Der Finanzwesir hat im Podcast sogar gesagt, dass man erstmal kleinere Beträge anlegen soll um sich an die Schwankungen zu gewöhnen. ETF-Sparpläne gibt es schon ab 25€/Monat wobei da die Gebühren relativ hoch sind – lohnen wird sich das eher ab 100€. Drunter lohnt sich eher ansparen und dann eine einzelne Börsenorder ausführen.
      Fakt ist aber, dass es sich nicht groß lohnt langfristig 1.000€ anzulegen. Wenn man da 1% mehr Rendite bekommt sind das 10€. Das holt gerade mal die Transaktionskosten wieder rein.

      Finanzielle Unabhängigkeit funktioniert nur wenn man eine ganze Zeit signifikant weniger ausgibt als man einnimmt, ergo Vermögen aufbaut. Aber für meine Elterngeneration war das Eigenheim ein Lebensziel. Da sind 50.000€ eher wenig.

      Was natürlich dazu kommt, ist dass in solchen Blogs sich hauptsächlich Leute mit viel Vermögen rumtreiben – ist ja auch logisch. Das Durchschnittseinkommen dort ist vermutlich 10 mal so hoch wie anderswo.

      „Vielleicht wird sich dieses „rote Tuch“ ja durch weiteres Einarbeiten mal etwas lüften.“ – Klar, je mehr man sich auskennt desto mehr lichten sich die Nebelschwaden und desto klarer sieht man.

    2. Robert

      Hallo Romconstruct,

      da hast du etwas falsch verstanden.
      Die X Euro auf dem Tagesgeldkonto orientieren sich an deinen monatlichen Ausgaben und an dem teuersten Gegenstand, den du schnell ersetzen können mußt.
      Bist du zum Beispiel auf ein funktionierendes Auto angewiesen, solltest du es kaufen können ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen (sagen wir mal 4000 Euro für ein vernünftiges gebrauchtes).
      Wenn du ca. 2000 Euro im Monat zum Leben brauchst (incl. Miete), dann legst du dir etwa 6000 Euro auf die Seite. Schon kannst du 3 Monate ohne Einkommen überdauern. Das Sicherheitspolster von einem Studenten kann z.B. deutlich kleiner sein als das eines Arbeitspendlers auf dem Land, der jeden Tag 50km in die Arbeit fahren muss.

      Wenn du diesen Kapitalstock hast, kannst du mit dem Investieren anfangen.
      Denn beim Investieren soll es das Ziel sein, das Geld nicht ausgerechnet dann zu brauchen, wenn die Börse gerade im Tal steht. Dann müsstest du mit großen Verlusten verkaufen…
      Die Festgeldleiter muss nicht von Anfang an 25t Euro groß sein, die wächst mit deinem Aktien-/Fondsdepot. Die Aufteilung zwischen den Risikoklassen legst du vorher fest und ziehst sie dann stur durch. Am Anfang sind es halt 100 Euro Festgeld/Tagesgeld und 200 Euro im Depot, nach ein paar Jahren 10t Euro Festgeld und 20t Euro im Depot.

      Man braucht definitiv keine 50t Euro um an der Börse zu starten…

      Viel Spass beim weiter einlesen und investieren,
      Robert

    3. Romconstruct

      Bitte duzen ich bin erst Mitte 30 😉

      Und wie beschrieben habe ich den Eindruck sowohl aus dem Finanzwesir Blog und den (wenigen) Artikel die ich bisher gelesen habe und auch aus anderen ähnlichen Blogs bzw. Blogs die sich auch gerne mit dem Thema Minimalismus befassen.

      Es liest sich alles immer ganz toll bis man zu den Zahlen kommt und feststellt dass die Sparer auch mit einer recht guten Grundlage und einem verhältnismäßig hohen Einkommen angefangen haben. Bei ETFs stecke ich noch nicht wirklich tief drin, aber die sind ja eben auch nur die Offensive, um mal bei dem hier vorgestellten Model zu bleiben. Die Defensive sind Festgeld und Tagesgeld. Hier hatte ich mich explizit auf die Zahlen bezogen die beim Finanzwesir genannt werden, sprich 25.000 € Festgeld in 5 Stufen a 5.000 € und ~15.000 € Tagesgeld. Wenn ich da bei meiner aktuellen Bank gucke muss man beim Festgeld sogar mit 10.000 € anfangen.

      Da mag es sicher Alternativen geben die mir einfach noch nicht bekannt sind, keine Frage. Nur benötigt man eben erst mal eine gewisse Sicherheit für den Fall der Fälle um überhaupt anfangen zu können. Da würde ich z.B. mal Tagesgeld von 10.000 €ansetzen. Die muss man sich halt erst mal ersparen. Dann kann man ja vielleicht mit ETFs anfangen mit 100 € oder etwas mehr pro Monat, klar das ist machbar. Aber bis zum Festgeld ist es dann noch ein weiter Weg.

      Die Grundlage an sich ist dabei natürlich einfach formuliert und ich schaffe es aktuell auch ca. 35-45% meines Einkommens zu sparen – ähnlich wie Holgi habe ich zu spät gelernt aufs Geld zu achten und komme ich auch erst seit 1 1/2 – 2 Jahren mal mit meinen Finanzen besser klar – und sehe mich damit eben jetzt auch mehr und mehr in der Lage mal an weitere Wege zu denken.

      Was mich bisher halt immer erstaunt und auch etwas abgschreckt hat sind halt die Summen mit denen da gefühlt beiläufig argumentiert wird. Für mich kann jemand der 25.000 € oder mehr angehäuft hat schon sehr gut sparen und kann jetzt halt noch lernen noch effizienter mit seinem Geld umzugehen. Wer seine Finanzen nicht im Griff und dennoch dermaßen viel Geld „rumfliegen“ hat…na das Gehalt möchte man doch erst mal haben.

    4. Venyo

      Dass die Summen abschreckend wirken können verstehe ich. Ich verdiene ganz okay, aber in entsprechenden Foren verdient gefühlt jeder netto mehr als ich brutto.

      Der Punkt ist halt, wie ich oben schon geschrieben habe: Bei „kleinen“ Summen lohnt sich vieles halt nicht wirklich. Nimm zum Beispiel die angesprochene Festgeldleiter. Festgeld gibt ca. 0,5% mehr Zinsen als Tagesgeld. Das sind bei 25k € ca. 125€. Der zusätzliche Aufwand für eine Festgeldleiter und die mehrjährige Bindung lohnt sich also drunter einfach nicht. Das ist ja nicht schlimm, es macht die Sache sogar einfacher, weil man das Geld entspannt auf dem Tagesgeldkonto liegen lassen kann. Oder man nimmt Festgeld bei einer Bank, die geringere Summen nimmt (Renaultbank z.B. fängt bei 2.500€ an) und legt es nur für ein Jahr an.

      Wer noch keine 10.000€ angespart hat, sollte sich tatsächlich eher damit beschäftigen wie er seine Ausgaben senken und seine Einnahmen erhöhen kann. Vielleicht ist es auch profitabler sich im Job weiterzubilden als im Bereich der Finanzprodukte. Eine Gehaltserhöhung von 100€ bringt im Monat so viel wie 1% mehr Zinsen auf 10.000€ im Jahr! Das dürfte auch der Grund sein, warum sich solche Blogs nicht mit kleineren Beträgen befassen – es lohnt sich nicht.

      Mein Punkt weiter oben war einfach, dass man trotzdem langsam anfangen kann. Wer bei 0 anfängt und im Jahr 2.000€ spart und 50:50 in Tagesgeld und Aktien anlegt hat in 20 Jahren statt schon ~142.000€. Regulär wären es nur 100.000€.

      Was sich übrigens immer lohnt – egal wieviel/wenig Geld man hat: Vernünftiger Umgang mit den eigenen Finanzen 🙂

    5. Der Freibeuter

      -> „Summen die für viele utopisch sein dürften.“
      Aber: Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten (kleinen) Schritt.
      Wenn man sich von irgendwelchen unüberprüfbaren Zahlen aus Blogs einschüchtern lässt beginnt diese Reise vielleicht nie.
      Bei mir war es so: Ich habe während der Bundeswehrzeit (hatte in den 90’ern 450Mark Sold pro Monat!) ein wenig Geld gespart und die Kohle, die man am Ende der Wehrdienstzeit erhält eben nicht in den Puff getragen.
      Von dem Geld habe ich mir meine erste Aktienposition gekauft. Das waren für mich unvorstellbare 3000Mark (also 1,5kEuro), die ich auch während des Studiums nicht angefasst habe – im Gegenteil, ich habe auch da im bescheidenen Rahmen weiter aufgestockt.
      Die Position halte ich heute zwanzig Jahre später immer noch. Hab‘ eben nochmal nachgesehen: Der Kurs ist seitdem um 335% gestiegen – also im Schnitt gute 7,5% pro Jahr.
      Die Position ist heute im Vergleich zum den sonstigen Positionen in meinem Depot klein, aber sie war der erste Schritt. Ich habe mich damit an das Auf- und Ab der Börse gewöhnt und den Mut gewonnen weiter zu machen. Je jünger man ist, desto weniger sollte man das Risiko scheuen. Wird schon werden 🙂

    6. Romconstruct

      @Venyo:
      Absolute Zustimmung. Erst mal muss man grundsätzlich sparen lernen und einen Überblick über seine Ausgaben/Einnahmen bekommen. Beispielsweise wie es Holgi hier schon oft mit YNAB beschrieben hat, oder eben der Finanzwesir mit seiner Excel Tabelle.

      Mein Problem ist halt mit entsprechenden Blogs das sie alle so ein wenig den Clickbait-Aufhänger „Jeder kann sparen und schnell viel Geld anhäufen“ nutzen. Vermutlich können sehr sehr viele sparen und vielen ist dies nicht richtig bewusst. Nur müssen viele eben deutlich langsamer anfangen, ein Teil der nach meinem Geschmack oft scheinbar übergangen wird. Die Reihenfolge kommt mir halt so vor wie „Sortier mal alle deine Rechnungen/Konten/Versicherungen und schwupps findest du einige 10.000 €“. Das dazwischen 5, 10 oder mehr Jahre liegen fehlt gerne mal.

      Und eben auch der Teil wie man mit kleineren Summen anfangen kann. Denn wie du ja schon sagst machen kleine Beträge in diversen Szenarien gar keinen Sinn.

      Ob und welche Möglichkeiten es gibt auch mit rel. geringen Summen etwas zu machen ist mir aber halt noch nicht so bekannt bzw. nie untergekommen. Nach meinem Plan müsste ich aber in 2-3 Jahren auch so weit sein mal über Festgeld und ETFs nachdenken zu können. Mit dann Anfang 40 habe ich ja noch etwas Zeit 🙂 Und mal gucken was sich vorher schon finden lässt.

      @Der Freibeuter:
      Ich musste mein angespartes Geld vom Bund komplett ins Studium investieren um meinen Eltern nicht auf der Tasche liegen zu müssen. Ich hatte nie ein Auto, hatte im Studium günstige kleine Wohnungen bzw. wohnte in WGs, große/teure Reisen waren eh nicht drin und ich habe nebenher gearbeitet. Große Sprünge wurden einfach nicht gemacht. Immerhin kam ich ohne Schulden aus dem Studium raus. Bei meiner Freundin sind es, trotz meiner Unterstützung, gute 40.000 € (Bafög, Studienkredite…), bei diversen Bekannten ebenfalls und ja auch da trotz Arbeit neben dem Studium und keinen wirklich großen Ausgaben.

      Da kommt dann eben auch zum tragen was der Finanzwesir sagt: Etwas Glück muss man auch haben. Ich kenne auch Leute die im Studentenjob schon sehr gut verdient haben, nur trifft das eben eher nur auf bestimmte Fachbereiche zu und man muss einen der begehrten Jobs bekommen.

      Können die Eltern Studium bzw. Ausbildung komplett finanzieren, kann man nebenher ggf. noch was zurücklegen. Oder wohnt man ggf. lange zu Hause und mus nur mal etwas Kostgeld abdrücken sieht es auch besser aus. Haben auch einige alte Schulfreunde von mir so gemacht. Die hatten rel. schnell viel angespart weil sie keine wirklichen Ausgaben hatten.

    7. Der Freibeuter

      @Romconstruct
      Ja, ich hatte ein Stipendium – ohne das wäre es schwieriger oder gar unmöglich gewesen nicht auf das zurückgelegte Kapital zurückzugreifen.
      Glück gehört dazu (z.B. eben dieses Stipendium zu erhalten), allerdings habe ich den Eindruck, dass vor allem Leute, die über ihre Lage und Chancen reflektieren diese glücklichen Fügungen auch leichter erkennen und nutzen.

  13. Flo

    Danke, der Podcast hat mir sehr geholfen. Um ehrlich zu sein, hat er mich in meinem Tun bestärkt. Ich bin jetzt auch schon so Ende 30 und spare instinktiv einen hohen Anteil meines Einkommens (ca. 40 % ). Trotz Familie, teurer Großstadt und vieler Verlockungen. Das bedeutet eben, in einer kleineren, nicht top-sanierten Wohnung zu wohnen und kein eigenes Auto mehr zu besitzen. Urlaub eher Ostsee als Südsee. Ich dachte schon, ich wäre bekloppt 🙂

    Antworten
    1. Marie

      Ich dachte, das wär total normal.
      Ich dachte, das machen alle so, die diese Möglichkeit haben. Ich versteh auch nicht, wieso man seinen Lebensstandard sehr hoch setzen muss, nur weil man ein tolles Einkommen hat. Ich selbst habe gerade kein tolles Einkommen, aber genug Freunde und Bekannte, die einen Sprung von ich habe nichts (Student mit Schulden) zu ich bekomme mehr als das deutsche Durchschnittseinkommen gemacht haben. Manche schmeißen das Geld zum Fenster raus für Luxus und die anderen leben, so wie sie auch die letzten 5 Jahre gelebt haben und gönnen sich mal bisschen Urlaub, neue Kleidung oder holen sich nur das, was sie wirklich benötigen und sparen den Rest ihres Gehaltes für später oder für größere Wünsche.

    2. Mithrandir

      Naja, letztendlich ist es doch so, wie ALbert sagt.
      Gib weniger aus, als du einnimmst, dann bleibt was übrig.
      Wenn du viel verdienst kannst du mehr ausgeben, das sollte man auch, denn dadurch bleibt die Wirtschaft am Laufen.
      Wo es oft hapert ist eben auch das „in die Zukunft schauen“.
      ALs ich vom Studium kam, brauchte man keine Ingenieure, ich bekam eine Praktikumsstelle für 1200 Mark im Monat. weit weg von den Gehaltsvorstellungen, die man seinerzeit als Ingenieur eingetrichtert bekam.
      AUs diesem Praktikum heraus startete in die Selbständigkeit im IT Bereich. Und plötzlich ging das monatliche Einkommen von 1200 auf 5000 – 6000 hoch.
      ABer bevor der erste Kontoauszug kam, sagte eine kluge Betreuerin beim Praktikum zu mir: „Pass aber blos auf, dass du nicht alles verjubelst. Am Ende des Jahres kommt die Steuer. AUßerdem gibt es auch Zeiten ohne AUftrag und irgendwann kommt die Rente. Kümmer dich darum“
      Diese Frau könnte ich heute noch küssen, denn als am Ende des Jahres das Finanzamt 30 000 Mark auf einmal wollte, hatte ich die auf dem Konto und keine schlaflosen Nächte. Und für die Rente habe ich mir auch entsprechende Pläne gemacht. Zum Teil sehr konservativ in Form von LV, aber mal vom Risiko des Bankrotts der Versicherung abgesehen, habe ich gute Aussichten nicht auf Hartz 4 Niveau zu landen.
      Mittlerweile läuft es immer noch sehr gut und ich habe Geld um solche dinge zu tun wie ALbert sie bespricht. Mal mit mehr, mal mit weniger Risiko. Und ja, ich habe auch schon den 5er kommen sehen und nach einem Jahr war er wieder weg. Aber der Smart, den ich eigentlich benutze, der hat mich überall hingebracht 🙂
      Kleine Brötschen backen ist angesagt. Und ab und zu mal einen fetten Kuchen, wenn man sicher ist, dass man nicht die ganze Teigschüssel leerkratzen muss.

    3. Venyo

      „Ich dachte, das wär total normal.“ – Musste fast lachen. Es leben unglaublich viele Leute über ihren Verhältnissen. Die Sparquote ist grob 10% – einfach mal Google anwerfen.

      Anekdote aus meinem Bekanntenkreis „Wow, wenn ich 5.000€ hätte, würde ich fett Urlaub machen“ „Genau deswegen hattest du auch nie 5.000€ aufm Konto…“

    4. Mithrandir

      Naja, das ist so ein Problem der Deutschen. Ich weiß nicht, wie es im AUsland ist.
      Die wenigsten wissen doch wirklich, wo sie mit ihrem Einkommen stehen.
      A jammert , weil er sich am Ende des Monats nicht mal mehr einen Kinobesuch mit Familie leisten kann, B gönnt sich mal noch eben einen Besuch im Outlet um für nen halben Tausender Klamotten zu kaufen.
      Wenn B zuerst die Story von A hört, sagt er erst mal nix, nickt nur traurig und denkt sich. „Da halt ich mal lieber den Ball flach und erzähl nix von meinem Shoppingtrip, das könnte sich ja angeberisch anhören und erzeugt Neid.
      Wenn A zuerst die Story von B hört, sagt er auch nix, weil er nicht als Loser dastehen will.

  14. Daniel

    Danke für den tollen Podcast! Und gerne mehr davon, holgi und der Finanzwesir sind eine gute Kombination.

    Nachdem die Diskussion über ethische Anlagen losgetreten wurde, ist hier eine Frage, auf die ich als Finanzmarkt-Laie noch keine befriedigende Antwort gefunden habe:

    Inwiefern wirkt sich mein Kauf von Aktien von Evil Corp (direkt oder im ETF) auf deren unternehmerisches Handeln aus?

    Wenn ich einem Unternehmen einen Kredit gebe, muss dieses für meine Zinsen arbeiten. Ich kann entscheiden, nicht zu investieren, wenn ich ethische Probleme mit dem Geschäftsmodell habe. Je mehr Leute so handeln, desto unattraktiver werden entsprechende Geschäftsmodelle (da man schwerer einen Kredit bekommt bzw. Zinsen steigen). Genau wie bei Konsumentscheidungen besteht da meiner Ansicht nach ein klarer Zusammenhang.

    Aber wie ist es bei Aktien von Evil Corp? Mir ist klar, dass ich zum einen durch Dividenden Geld aus bösen Geschäften erhalte, zum anderen kann man sicherlich auch eine moralische Verantwortung aus dem Fakt, dass mir dann ein Teil der Firma gehört, herleiten. Aber die Aktien wurden irgendwann von der Firma herausgegeben, die dadurch einmalig Kapital erhalten hat. Ich kaufe die Aktien am Markt von anderen (bzw. mein ETF tut es), ohne dass die Firma direkt beteiligt ist. Wie profitiert Evil Corp also konkret von meinem Aktienkauf?

    Antworten
    1. Blasius

      Wenn die Evil Corp zu einem späteren Zeitpunkt dazu entschließt, weitere Geschäftsanteile auf den Matkt (in Form von zusätzlichen Aktien) auf den Markt zu werfen, wird die Höhe der dadurch erzielten Einnahmen vom aktuellen Aktienkurs abhängen. Der aktuelle Kurs beruht darauf wie begehrt die Aktie in der Vergangenheit war bzw. wie beliebt zu zu dem aktuellen Zeitpunkt ist.

      Ferner bemessen sich Jahresboni vom Vorstand der Evil Corp oftmals an der Steigerung des Aktienkurses, und die Bewertung der Marktkapitalisierung (ergo Anzahl aller Aktien mal deren aktueller Preis) düfte auch bei zukünftigen Kreditsaufnahmen des Unternehmens einen Einfluss auf die Konditionen haben.

      Viel direkter als vom Aktienkauf profitiert die Evil Corp aber von der Nachfrage der Verbraucher nach den produzierten Produkten oder Dienstleistungen. Der Konsument stimmt jeden Tag im Supermarkt ab.

    2. Der Freibeuter

      Evil Corp profitiert nach dem Börsengang nicht von deinem Aktienkauf (Erwerb über die Börse, keine Kapitalerhöhung oder so).
      Du wirst mit dem Erwerb von Aktien der Evil Corp Miteigentümer – du bist dann am Eigenkapital des Unternehmens beteiligt. (Begriffe Eigen-/Fremdkapital mal bei Wikipedia nachschlagen).

      Nachdem die Evil Corp die Zinsen für Kredite von der Bank oder für emittierte Anleihen bezahlt hat (dem Fremdkapital) guckt man mal was so an Kohle übrig ist und schüttet es, wenn Evil Corp doch ein wenig nett ist an die Aktionäre – die Eigentümer des Unternehmens aus.
      Ist Evil Corp richtig böse, dann stopft sich das Management die übrige Kohle durch gegenseitiges Gewähren von obszön großen Boni in die eigene Tasche und der Eigentümer/Aktionär kriegt nix oder nur wenig (schlimmes Beispiel: die Deutsche Bank in den letzten 15 Jahren).
      Daher ist es wichtig, dass es unabhängige Großaktionäre (meist Fondgesellschaften) gibt, die dem Management auf der Hauptversammlung von Evil Corp wenn nötig kräftig in den Hintern treten. Wenn auch das nicht hilft muss zumindest das Topmanagement (Vorstandvorsitzender und Konsorten) schnell in die Wüste geschickt werden, damit auch deren Nachfolger direkt wissen was Phase ist und nicht vergessen wofür sie eigentlich da sind. Da hast du als Kleinaktionär die gleichen Interessen wie die Großaktionäre.

      Ich kann nur empfehlen mal zu einer Hauptversammlung zu gehen. Ich war nachdem ich jahrelang die Einladungen in den Schredder geworfen habe dieses Jahr auf der Hauptversammlung der Telekom in Köln (Lanxess Arena in Deutz). Interessant wer sich da so alles rumtreibt (Rentner!) und wer da was erzählt. War aber eine versöhnliche Veranstaltung ohne viel Action.
      Zu Essen gab es mittags Wraps und/oder Currywurst für umme, zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag bin ich dann nicht mehr geblieben. Nichtalkoholische Getränke gab’s auch einfach so.

  15. Morgan Schönberger

    YNAB und Kreditkarten (zumindest die guten deutschen, die einfach am Ende des Monats bezahlt werden) funktionieren super: Die Kreditkarte bekommt einen eigenen Bank-Account. Alles was du mit der Karte bezahlst wird auch zu dem Zeitpunkt abgerechnet, wie mit einer normalen Girokarte auch. Die Besonderheit: Wenn du deine Kreditkarte abbezahlen musst machst du einfach eine Transferbuchung, von deinem Girokonto auf deinen Kreditkarten-Account.
    Auf diese Weise hast du alle einzelnen Posten der Kreditkarte, die ja hoffentlich auch budgetiert wurden, und du hast die gesammelte Rechnung, die irgendwann von deinem Girokonto runtergeht, abgebildet.
    Was ich nicht in YNAB abgebildet bekomme sind die doofen Karten, die nur einen Teil abbuchen, und den Rest ekelhaft verzinsen. Aber die sollte man eh nicht haben, das frisst dann wieder die Rendite auf

    Antworten
  16. Martin

    Danke für das gute Gespräch.
    Aus Sicht des einzelnen Konsumenten mit zuviel Geld ist es sicher keine schlechte Idee, damit Eigentumsrechte an Kapital zu erwerben.
    Und ETFs auf große Indexe sind dabei die Chance nicht über den Tisch gezogen zu werden als einzelne Person/Haushalt.

    Natürlich geht es nicht, das das alle machen.
    Hier hängen sich Leute an den Kapitalistenzug, deren Macht letzlich dafür sorgt, das immer jemand übrig bleibt der für die Rendite härter schuftet.
    Ich finde es daher seltsam wenn davon gesprochen wird, das auf der Gegenseite die Möglichkeit bestehen würde keine Rendite zu erwirtschaften und das Risiko bestünde das eingesetzte Geld zu verlieren.
    Griechenland und all die grenzenlosen Interventionen der Staaten in Bezig auf Schuldverschreibungen zeigen ja genau, das das nicht der Fall ist.

    Das ganze ging bisher wegen des Wachstums gut.
    2, x% /pa war das langfristige Wachstum im Kapitalismus (also 200-250 Jahre).
    Jede Rendite langfristig höher, kann nur aus Vermögen anderer kommen.

    Selbst die 2,x% halte ich für mittelfristig nicht mehr realisierbar. Die Grenzen des Wachstums sind hier die das Stichwort.

    Nichtsdestotrotz ist alles was der Wesir im Kern sagt richtig.
    In sich selbst investieren.
    Auf Gesamtproduktivität „spekulieren“.
    Finanzen selber machen.
    Weniger ausgeben als man einnimmt.

    Das letztere ist beliebig schwierig, wenn man der letzte in der Kette ist, der nichts mehr verdienen kann, wenn alle Rentiers ihren so wohlverdienten Anteil bekommen haben.

    Antworten
  17. Gokzilla

    Eine wunderbare Folge die mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Solch ein trockenes Thema so amüsant zu besprechen schaffen sehr wenige.
    Super fand ich dass endlich mal einer die Wahrheit ausgesprochen hat dass auch Glück dazu gehört.

    Früher ( vor ca. 25 Jahren) parkte ich mein ganzes Kapital konservativ in der Bank mit 12% Verzinsung. Heute gibt solche Traum Verzinsungen natürlich nicht mehr.

    Danach wollte ich in der Börse spekulieren bis mein Cousin der Bankdirektor war mich eines besseren belehrt hat. Bei genügend hohem Kapital investieren Privat Personen nicht Risikoreich sondern stets sicher bei 5-7% Renditen meinte er.
    Die High Society gibt einen großen Teil ihres Kapitals an große Player wie Middlehoff und nannte ein paar bekannte Stars und Sternchen.

    So kaufte ich als die Zinsen niedriger wurden billige Wohnungen in meiner Umgebung und heute nach 10- 3 Jahren sind sie 3-5 mal so viel Wert.
    Wie machte ich das Geschäft meines Leben ? Pures Glück.
    Die Fabrik in der ich arbeite wurde von den Amis aufgekauft und sie investierten hier massig. Plötzlich wurden die Wohnungen knapp, so dass eine 65qm Wohnung dienich für 39.000€ gekauft hatte heute 145.000€ wert ist. Und dass in 5 Jahren.

    Kurz bevor ich die Wohnungen kaufte, sah ich auf Stern TV einen Finanz Experten mit einem italienischen Namen der sehr vernünftiges von sich gab. In seinem Buch warnte er vor Beteiebs Wohnungen und dass sich Betriebe nie ohne Grund von ihren Wohnungen trennen würden.
    Trotzdem entschied ich mich für meinen Bauch gefühl und bin heute glücklich damit.

    @ Holgi, Bitte mehr solche aufklärerische Themen. Es gibt so viel Voodoo in allen Bereichen. Lade doch wenn es geht solche Experten ein. Themen gibt es unzählige, HiFi, Gesundheit……

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.