WR735 Born a Bass

 

Darin: Holgi auf Tour durch Bayern – Toby wurde geblitzt – Politisch aktiv werden – Das Wetter

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51 Gedanken zu „WR735 Born a Bass

    1. Bernhard K.

      Bei Alice Weidel habe ich den Verdacht, dass sie eines Tages die Maske runter reißt und sich als Mitarbeiterin des Satire Magzins Titanic outet. So wie früher der Bleistiftlutscher bei Gottschalk.

    2. Phil

      mich irritieren vor allem ihre Augen, ich find die sehen irgendwie immer aus wie größer gephotoshopped 😀

  1. Marcel

    Hallo Toby,

    in Sitzungen gehen und sich mit Leuten auseinandersetzen die eine andere Meinung haben, und für seine Überzeugungen zu kämpfen, zu diskutieren und und die absurden Ideen anderer ertragen… das nennt man Demokratie. Niemand hat gesagt dass das einfach ist. Und in Zeiten in denen Nazis in diese Gremien ziehen, kommt es exakt darauf an, diese Arbeit zu machen.

    Du kannst einfach in deinem Dorf dafür sorgen, dass der demokratische Umgang miteinander gewährleistet ist – du musst auch keine Ochsentour oder sowas machen, denn niemand sagt das du Karriere machen musst. Es reicht einfach seinen Mann/seine Frau zu stehen, und dafür zu Sorgen, dass unsere Demokratie nicht vor die Hunde geht. Sogar im Gemeinderat.

    Was die Partei angeht: Ich bin seit Anfang des Jahres in einer Partei, und zwar in einer der großen. Wenn Du Interesse an Erfahrungen oder Fragen hast, melde dich ruhig. Generell empfehle ich eine große Partei mit lebendiger Diskussionskultur, da lernt man nämlich auch am meisten.

    P.S.: „Parteien sind alle scheiße“ – Ja, und das ist ganz normal, Parteien organisieren die Demokratie, Kompromisse sind nunmal notwendig. Es geht um Grundüberzeugungen und Werte, und darum wie die Leute drauf sind, nicht um irgendwelche Detailposititonen.

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    1. mithrandir

      Guter Kommentar.
      Das was du beschreibst ist genau das Ausbrechen aus der Filterblase. Einfach akzeptieren und erfahren, dass es auch andere Wahrheiten und Realitäten gibt (wie hieß doch gleich der Podcast hier? 😉 ). Und das fällt furchtbar schwer. Deshalb sollte man vor den meisten Politikern, die sich das geben auch Respekt haben.
      Das ist auch genau der Hintergrund, der meiner Meinung nach die Leute in die Arme dieser unsäglichen Parteien treibt. Die fühlen sich unverstanden und unbeachtet, weil „die Linken“ eben genausowenig ihre Realitäten reflektieren wie die echten Nazis.
      Das merkt man auch immer wieder an den Diskussionen in den Podcasts, die ja doch eher linkslastig sind. „Diese AFD Wähler sind alle Nazis, haben ein psyschisches Problem, können nicht mit dem Neuen umgehen (ich weiß nicht mehr genau, wie Holgi es nannte).
      Im Lage der Nation Podcast hat man auch gemerkt, dass die Leute dort nicht in der Lage sind sich in die Wähler zu versetzen.
      Ich melde mich später noch mal mit ein zwei Beispielen, warum Leute sich von der unsäglichen Partei verstanden fühlen. Momentan ist es zu spät und ich muss das erst mal ausformulieren.
      Aber in Thema ist halt auch, dass diese Partei immer und immer wieder thematisiert und gebasht wird. Bei denen, die sowieso schon in die Richtung tendieren, entsteht dann schon so was wie Trotz.
      In der Schule fand man die Typen, die immer gegen die Regeln verstoßen und vor denen uns unsre Eltern gewarnt haben insgeheim doch auch cool.
      Außerdem habe ich das Gefühl, dass aktuell immer öfter Themen einfach unnötig hochgepuscht werden, die man bei anderen Parteien eben nicht so thematisieren würde. Das sehe ich bei der AFD, bei Trump und aktuell sogar bei Frau Nahles „Auf die Fresse..“ das nervt und macht meiner Meinung nach unsympathisch und der Schuss geht eben nach hinten los.

  2. T.jay

    Zum Thema Partei eintreten und politisch aktiv werden:
    Ich halte es schon für sinnvoll, in eine Partei einzutreten, nur um sie dadurch strukturell zu stärken.
    Unabhängig davon, das man durch sie irgendein Pöstchen ergattert könnte..
    (Aufgrund dieser Grundannahme sollten aber die Parteiziele schon grob denen entsprechenden, welche man auch selber vertritt)

    Der Gesichtsausdruck von Frau Weidel irritiert und verstört mich auch seit dem sie bekannt wurde..

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    1. Flo

      Da kann ich nur beipflichten.

      Die Idee sich schnell in einer Partei hochzuarbeiten/ ((schlafen)) um ein Landtag- oder Bundestagsmandat zu erhalten, funktioniert zu 99,9% nicht. Die Schlage für diese Mandate ist lang.

      Die Ortsverbände kann man, wenn sie einen nicht zusagen, auch ignorieren. Meist gibt es auf Landesebene Arbeitsgemeinschaften zu bestimmten Themen, bei den man mitmischen kann oder man geht zum Nachbarortsverband, wenn da einen die Leute mehr zusagen. Und es wird bei jeder Partei ausgesprochene Beispiele für Volldeppen geben! Die sind aber nur eine laute Minderheit.

      Als Tipp für euch. Besucht mal die Ortsverbände und die Abgeordneten und sprecht mit innen.

    1. Josh

      und auch eine Alternative!
      Ein Kollege von mir ist im Außendienst unterwegs und nimmt häufiger mal ein DriveNow/Car2go, wenn er seinen Führerschein vergessen hat…. Mittlerweile hat Car2go ja auch „packages“ eingeführt mit denen man ein Auto wesentlich länger mieten kann. Die Preise sind zwar jenseits aller normalen Tagesmieten im Autoverleih, aber zumindest wird man nicht nach dem Führerschein gefragt 😀
      Ich weiß nur nicht was passiert, wenn man z.B. mit dem Auto von Stuttgart nach München fährt.

  3. Phil

    war das Zufall, dass der Einwurf mit den bösartigen Menschen just in dem Moment aufkam, als ich das im Chat anmerkte? (ich war raukeschutenschieber) Fand ich irgendwie ziemlich cool. Wenn ja, danke dafür. Wenn nicht, trotzdem danke! 😀
    Und ich muss gestehen, ich war noch nie so deprimiert nach einer Hochrechnung, und das hält leider immernoch an. Mag auch an meiner Depression liegen. Auch wenn es wohl nicht sofort für mich als gewissermaßen priviligierter Mensch Konsequenzen haben wird, aber so gesamt gesehen stimmt mich diese Bereitschaft, soviel Menschenverachtung zu dulden, sehr sehr traurig. Aber vielen Dank euch beiden für die Einordnung. Auf die hatte ich schon am Wahlabend gewartet!

    LG Phil

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    1. Phil

      (sollte heißen, falls ich der Stichwortgeber war, danke. Wenn nicht, auch danke! You get the point.) Ach, und den Born a Bass-Joke hab ich jetzt erst beim nachhören gerafft. *prust*!

  4. Clemens

    Seit über zwanzig Jahren will ich den einen Knopf in jedem Auto, der die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt, ohne sich mit der verschiedenartigen Bedienung von Tempomaten befassen zu müssen …

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    1. micha

      Ich auch. Wie in der Formel Eins in der Boxengasse. Knopf drücken und egal wie viel Gas man gibt, Tempo stimmt.

    2. mithrandir

      Naja, so schwer ist ein Tempomat jetzt auch nicht zu bedienen. Auch im Opel nicht. Der Vorteil vom Tempomat: Der hat auch einen Knopf für 50, 80, 100 usw.

    3. Clemens

      Für 50, 80 und 100 km/h brauche ich aber keinen Knopf, ich brauche einen Knopf für 30 km/h, für die allgegenwärtigen 30iger-Zonen. 80iger-Zonen sind mir hingegen unbekannt …

  5. Dennis

    Eure Wahlanalysen sind sehr auf Menschen in Großstädten bzw. großstädtisch denkende Menschen ausgelegt. Viele Menschen auf dem Land ohne Hochschulbildung und starker örtlicher Verwurzelung wollen wertkonservative Kontinuität mit nur geringen gesellschaftlichen Veränderungen durch ihre Wahlentscheidung erreichen. Die Vermittlung dieser Ziele an die Wähler schafft aber derzeit nicht einmal mehr die CSU in Bayern. Hier kann man an den Wahlergebnissen insbesondere im ländlichen Oberbayern sehr gut erkennen, dass auch wirtschaftliche bzw. soziale Fragen nicht das entscheidende Thema sind. Hier besteht Vollbeschäftigung bei guten bis sehr guten Löhnen. Hier möchte die AfD ein gefühltes Vakuum füllen und ist dabei auch offensichtlich erfolgreich. So bekommt diese Partei 13 anstelle von vielleicht 4 bis 6 Prozent der Stimmen. Kommt dann noch das Gefühl der wirtschaftlichen Abgehängtheit wie in Ostdeutschland dazu, werden 30 Prozent erreicht.

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    1. Toby

      Ich fürchte, außer gewählt werden und stunk machen will die AfD gar nicht wirklich was. Die meisten „Forderungen“ oder Punkte im Wahl-/Parteiprogramm sind doch nur dazu da, Aufruhr zu erregen um sich dann in die Opferrolle begeben zu können. Ob das Blutrecht tatsächlich wieder eingeführt wird ist den Höckes und Gaulands dieser Welt doch egal, hauptsache sie werden dafür als Nazis angegriffen und Meuthen kann den Angegriffenen spielen.

  6. Marc

    Also das mit den kippelnden Listenkandidaten ist doch gar nicht sooo schwer. Nur die Prognosen sind vielleicht nicht unbedingt die besten.

    Beim Bundeswahlleiter sieht man jedes Landesergebnis von 2013. Dann das Delta der Prognose drauf. Außerdem sieht man wieviele Leute im B-Tag von jeder Partei jeden Bundeslands hocken. Hier wieder das selbe Delta, noch gucken ob Direktkandidaten da sind und schon hat man die entpsrechenden 2-3 Personen.

    Ich muss sagen, ich habe das nach dem Wahlrechner aus der letzten Folge sofort mal nachvollzogen für meine Wahlentscheidung (also danke für Euren Tipp). Mehr als der Wahlrechner ist da nicht dahinter. Das wäre schon gegangen.

    Ich frage mich ja nun noch folgendes nach der Wahl: Die AFD-Fraktion mit 90 Leuten, mit 10k Bezügen pro Person und Monat, mit 20k Kostenrahmen für Mitarbeiter pro Person und Monat. Das gibt 130 Mio EUR Budget für rechtsextreme Projekte. Na Scheiße!

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  7. Robert

    Hallo zusammen,

    als das mit Pegida los ging diskutierte man in den Medien rauf und runter ob man mit den Leuten da reden sollte oder sogar muss, oder eben gar nicht usw.
    Eure Meinung dazu war relativ eindeutig, man sollte nicht mit den Pegidioten sprechen da man die Haltung die sie vertreten sonst Diskursfähig macht. Der Meinung war ich übrigens auch, und bin es im Grunde immer noch. Nach dem Wahlerfolg der AFD bin ich mir nicht mehr sicher ob unsere Meinung, unsere Aussagen bzw. Verhalten richtig war.
    Die Frage ist WIE soll man mit solchen Leuten reden? Die Ängste die sie haben, jedenfalls was die Flüchtlinge, Terrorgefahr und dergleichen anbelangt, sind ja objektiv betrachtet gar nicht vorhanden. Und dass man durch das treten nach unten die eigene soziale Situation nicht verbessert ist diesen Menschen wohl auch schwer zu vermitteln.
    Wie also mit dieser ganzen Situation, auch der politischen umgehen?
    Im Grunde ist es eine Zwickmühle, denn sollte sich nach diesem Rechtsruck tatsächlich etwas zum positiven verändern, was sicher nicht durch die parlamentarische Politik der AFD geschehen wird, wird es aber trotzdem so aussehen als hätte der Rechtsruck positives bewirkt weil er eben wieder Bewegung in festgefahrene Strukturen gebracht hat, wie auch immer das aussehen wird…
    Ich hab schon vor dem Tag Angst an dem es heißt: „na siehste, die AFD hat doch was gebracht“

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    1. Clemens

      Leider ist das Treten nach unten das Fundament, auf dem der Erfolg der Rechtsau8enparteien fußt.
      Selbstverständlich bedarf es einer Grundfrustration, wobei die werten Städter doch einmal ins tiefe Land blicken möchten. Es spielt keine Rolle, ob man dafür Sachsen oder Bayern hernimmt; die Probleme sind meiner Meinung nach die Gleichen: Wenn ich meine Geburts- und Heimtkleinstadt rückblickend betrachte, so war bereits Mitte der 90iger – das Internet ist also frei von Schuld – eine massive Abwanderung der Maturanten bzw. Abiturenten zu beobachten, wobei hier der Frauenanteil ganz klar überwog. Wo der Intellekt abwandert, stirbt in der Folge das kulturelle Angebot, was wiederum dazu führt, dass der Rückstrom der Akademiker langsam aber sicher versickt. Das Angebot von Studentenstädten ist einfach eine zu große Konkurrenz für Feuerwehrfeste und letztendlich gilt das auch für die Arbeitsplatz- und Partnersuche. Zurück bleibt eine Landbevölkerung mit einem klaren Männerüberschuss (pubertierende Burschen sind auf dem Weg durch die Oberstufe den Mädchen einfach mehrheitlich unterlegen), was wiederum – und man muss da nicht Freud huldigen – zu einer ausgeprägten sexuellen Frustration in der Bevölkerung führt und das kann nun auch die Elterngeneration – deren Welt noch eine »heile« war – nicht mehr als eine Phase abtun.
      Wenn man Holgi und Tobi beim z. B. Thema Individualverkehr so zuhört, könnte man den Eindruck gewinnen, das Hinterland möge möglicht rasch entvölkert werden, da eine Besiedelung aus umweltethischen Gründen nicht mehr vertretbar ist und die Weiten zwischen den Städten sollten ehestmöglich unter Agrarkonzernen, einer elitären Jägerschaft und zahlungskräftigen, erholungssuchenden Städtern aufgeteilt werden. Und während man über Solarenergie philosophiert, wird still und leise mal eben die Nebenbahnstrecke eingestellt und abgebaut. Dass in der Folge die Mieten in den Städten zum Problem werden – was wiederum die Unzufriedenheit befördert –, spielt erneut den Rechten in die Hände.
      Und gerne wird dabei auch ausgeblendet, dass der mittlerweile wahlberechtigte Zuwanderer aus der bildungsfernen Unterschicht auch einen wesentlichen Bestandteil der rechten Wählerschaft darstellt. Hier hat der Ex-Jugoslawe Angst vor dem Türken und der wiederum vor dem Syrer und alle gemeinsam befeuern wir tagtäglich die Macht der Konzern, sei es durch unser Konsumverhalten oder durch unsere Mediennutzung. Dann haben wir dazu noch eine Politik, die – Holgi sagte es bereits mehrfach – die Bevölkerung im Sinne der globalisierten Wirtschaft zu verwalten versucht und dabei mittels vorgeschobenen Argumenten wie Terrorismus zu immer rigideren Methoden greifen möchte. Ist es doch eines der besten, wenn nicht das beste Argument, warum an einem starken einheitlichen Europa kein Weg vorbeiführt, nur muss es sich umgehend zu einem Europa der Menschen wandeln, nicht als ein Europa der Wirtschaft verharren. Natürlich wäre ein starkes Europa einem Rechtspopulisten ein Dorn im Auge, sind ja auch alle dagegen, wissen sie doch, dass ihnen politische Kleinstaatlichkeit nur ein mehr an scheint’s plausiblen Positionen bescheren würde.
      Es bedarf eines kollektiven Bewusstseins, dass nur der stete Tritt nach oben die Gesamtsituation längerfristig zum Guten verändern kann. Doch das Treten nach oben, das dürfte einfach zu abstrakt für die Mehrheit sein.

  8. Jan

    Hey Ihr zwei,

    erst mal Grüße aus dem Allgäu / Füssen. 🙂
    Was die Schilder auf / an LKWs angeht: ich denke die haben mehr eine Hinweisfunktion. Denn für LKW 3,5-7,5t gilt Außerorts und auf Autobahnen Vmax. 80km/h sowie für LKW > 7,5t Vmax 60kmh Außerorts und Vmax 80kmh auf der Autobahn. ( vgl. STVO § 3 – Geschwindigkeit oder auch unter http://www.rastanlage-inntal.de/?PkId=176&LCID=1031 )

    LG
    Jan

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    1. Deus Figendi

      Was Jan schreibt ist korrekt, mehr als zwei Schilder sind dann oft fürs Ausland, wo andere Grenzwerte gelten (und jedes Jahr ändert irgendein EU-Land seine Regelung ^^)

  9. Sebastien

    Ist nicht wie Radler oder Alster. Wenn du in der falschen Gegend Alster bestellst, bekommst du statt lecker Bier mit Zitronenlimonade, fieses Bier mit Orangenlimonade. Hättest du mal lieber Radler bestellt.

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  10. hilti

    Der Tempomat in meinem Ford Focus lässt sich übrigens erst ab einer Mindestgeschwindigkeit von 50km/h aktivieren. Ich glaube damit man innerhalb geschlossener Ortschaften nicht mit Tempomat fährt (weiß nicht mehr ob ich mir das selbst zusammengereimt oder irgendwo gelesen habe) . Sondern mit erhöter Aufmerksamkeit.

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  11. David

    Ich finde, man muß nicht wirklich mit den Pegida-Leuten sprechen, um zu wissen was evtl. nicht so ganz in Ordnung ist – sondern man kann auch die eigenen Statistiken glauben – aber es wird ja lieber vertuscht, weil es nicht sein darf. „Vergeßt nicht unsere Unterschicht“ – ach, sowas darf es bei uns ja auch nicht geben….
    – Der Armutsbericht wird immer mal wieder geschönt
    – Es wird von niedrigen Arbeitslosenquoten gesprochen (bald Vollbeschäftigung, sic!), dabei sind weiterhin 5+ Mio leute auf Hilfen a la H4 angewiesen. Schöngerechnete Zahlen, bei der alles ausgerechnet wird, was zur Last fällt. Ist man krank oder auf einer Fortbildung, zählt man nicht in die Statistik – so ein Schwachsinn. Es ist auch nicht die Zahl der Beschäftigung wichtig (beschäftigen kann ich mich alleine!), sondern die Zahl der Leute, die anständig leben können.
    – Ein reiches Land läßt die Schulen zerfallen oder generell die Infrastruktur.
    – Die Steuereinnahmen sind auf Rekordhoch, aber versickern irgendwo. Ich finde Schulden auch Mist und die schwarze Null als Prinzip auch richtig (das wird sonst alles nur noch schlimmer), aber eben nicht auf Kosten der Substanz. Wo versickert das ganze Geld? Ich vermute ja, daß es der immer größer werdende Posten der Sozialausgaben ist. Deswegen Punkt 2 einfach nicht schönreden, danke.
    – Jetzt, 2 Wochen vor der Wahl, kam mal der Zustand der Pflege und auch den Krankenhäusern zur Sprache. Auch jahrelang wegignoriert. Aber ich glaube, jetzt haben wir auch gleich wieder andere Themen – die Pflege geht doch bestimmt auch noch 10 Jahre so weiter…
    – Rentenkassen, Krankenkassen – alles wird teurer, die Leistung geringer – das ist ein Prozenttarif! Da kommt automatisch bei Gehaltserhöhungen mehr Geld rein. Wenn das Jahr für Jahr steigt, ist was faul!
    – Verantwortungslosigkeit wo man nur hinguckt. BER-Desaster, Diesel, keiner will es gewesen sein – keiner wird zur Verantwortung gezogen, es wird weiter herumgeschludert. Und das färbt auch ab. Wenn den Verwaltungsbeamten (irgendwann?) auch alles nur noch egal ist, weil ihr ursprüngliche Idealismus 5x auf dem Weg durch die Bürokratie gescheitert ist, hört dann vielleicht auch einfach auf, weiter zu denken und wurschtelt seine 9to5 ab… Kommen wir damit irgendwohin?
    – „Out Of the Box“-Denken vs „Haben wir doch schon immer so gemacht“.
    – Die Leute denken an die Zukunft und haben Zukunftsängste. Nicht um sich selbst (Egoismus), sondern um Ihre Kinder, die es wahrscheinlich als erste Generation mal nicht besser haben als die vorhergehende.
    – Man sieht immer mehr Flaschensammler, Bettler, … ist natürlich auch bestimmt nicht wahr. So etwas habe ich die letzten Jahre in der DDR auch vermehrt gesehen, in den 90ern weniger – jetzt wird es wieder mehr, was sagt uns das? 😉
    – Und das Schlimmste (was noch kommen kann), ist eine größere Anzahl an Leuten, denen es dann egal ist, weil sie einfach nichts mehr zu verlieren haben….

    Es gibt so viel, wenn man es denn nur sehen will…

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  12. micha

    Bzgl. Polizeischüler:
    Ich bin Mal Sonntag früh nach der Arbeit auf der Straße aus Stuttgart raus von der Polizei angehalten worden. Fenster runter, und in den Lauf einer Maschinenpistole geguckt. Der Typ zitterte und schwitzte. Er fragte: „Wir äh suchen Fahrzeugführer, die äh nicht in der Lage sind äh ein Fahrzeug zu führen!“. Ich wusste nicht was der von mir will und guckte blöd und ängstlich.
    Dann beugte sich der ältere Kollege rüber und sagte freundlich: „Er moint, ob Sie ebbes gedrunke henn!“. 😂
    Nein. Dann gute Fahrt…

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  13. Tom

    hier mal ein Kommentar von einem treuen Hörer aus Dresden in dessen Stadtteil die AfD 34,5% auf Platz 1 steht und hier alles schick und sauber ist. Wenn man sich mit AfD Wählern unterhält kommt meist nur eine Antwort, das „Willkommen“ 2015 war der einzige Grund. Der Ausländerhass war aber schon in den 90ern vorhanden nur haben sie da mehr die linken und rechtslastigen Schülerzeitungen gedisst oder die Rentner haben über die Ausländer geschimpft. Was hat sich aber auch in Dresden geändert? Im Freundeskreis wurden zwei Einfamilienhäuser ausgeräumt, beide unter Schock. Der Täter, ein Drogenabhängiger auf der Suche nach Geld. Ist das in Sprötze auch ein Problem? Viele haben hier Angst um ihr Gartengrundstück. Auch der Hauptbahnhof wird immer mehr zur Problemzone. In Hamburg wurde ich damals von einem Ausländer als Mann dumm angemacht, zuletzt mir auch in Dresden passiert. Vor Jahren gabs sowas nie. Gut, aber für mich kein Grund AfD zu wählen. Vieles war vor Jahren auch mehr in Szenen unter sich abgeschottet und hat sich nicht auf der Strasse abgespielt. Ich sags mal böse, der Sachse will halt einfach seine Ruhe er ist ja als gemütlich bekannt. Den psychologischen Ansatz von Holgi find ich garnicht mal so schlecht, denn eine politische Lösung fällt mir zu den genannten Problemen auch nicht ein.

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    1. holgi Beitragsautor

      „Vor Jahren gabs sowas nie„

      Selbstverständlich gab es das vor Jahren auch schon. Du hast es bloß nicht mitbekommen.

    2. mithrandir

      Da hast du Recht Holgi. Und das muss man jetzt diesen Leuten erklären, ohne dass sie sich vorkommen als hielte man sie für Dumm.
      Ich weiß auch nicht wie man das überzeugend macht. Die anderen haben halt geschnallt, dass sie diese Leute an sich binden, wenn Sie ihnen einfach Recht gebn „Ja genau, früher war alles besser .“

  14. Trolli Schmittlauch

    Die Politikerin die mit Menschen im Osten über ihre schlechten Erfahrungen in der Wendezeit redet, ist Petra Köpping (SPD), sächsische Staatsministerin für Integration und Gleichstellung.
    Eventuell hattet ihr folgenden Artikel in Erinnerung? https://www.taz.de/!5442553/

    Es gab auch nen guten Artikel in der Welt zu dem Thema, den kann ich allerdings nicht mehr finden.

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  15. bohle

    Danke für die Anmerkungen zu Chancen der Öffis im ländlichen Raum bzw. dem Unterschied zwischen Großstadt und Land. Ich wäre hier gerne umweltfreundlicher. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten ist das allerdings nicht machbar.

    Daher eine Bitte / Idee / Wunsch an Holgi:
    Elektromobilität wird hier immer wieder als DIE „Alternative“ (Darf man das seit Sonntag überhaupt noch so nennen !?) angeführt. Gleichzeitig höre ich seit kurzem, dass die Herstellung und Entsorgung der Akkus so viel Energie bedarf und so umweltschädlich sei, dass kaum ein Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren bestünde.

    Eine WRINT-Folge oder ein Resonator zu diesem Thema würde mich sehr interessieren.

    Viele Grüße

    Antworten
  16. njorg

    Zwei Überlegungen zu den „Wer wählt warum AfD und was kann man dagegen tun“-Fragen.
    Ich glaube wie auch Toby, dass es nicht speziell um die 13% geht. Klar ist, dass eine gewisse politische Neigung zum Nationalismus oder zur „Migrationskritik“ wohl schon da sein muss, um die AfD für wählbar zu halten. Aber ich vermute mal, dass das auf mehr als auf nur 13% zutrifft. Es müssen also ein Nationalismus und/oder Ausländerfeindlichkeit und eine kulturelle/soziale Frustration zusammenkommen, um rechts zu wählen. Ein gewisser Teil hat vielleicht auch eine „ist mir alles egal, ich find die nur doof und ärger die jetzt“-Haltung, aber das sind letztlich wahrscheinlich nicht sehr viele.
    Wenn ich jetzt politisch Probleme lösen will, muss ich die Probleme lösen, in die die AfD rhetorisch einhaken kann. Es ist ja die Rede von, „zuerst die Deutschen, dann die Flüchtlinge“. Heißt, dass ich dafür sorgen muss, dass es weniger Armut gibt – nicht nur bei den Deutschen, aber wenn dort auch, dann haben die Argumente der AfD weniger Gewicht – auch bei den zu kurz Denkenden. Damit muss dann gar nicht den speziell 13% geholfen werden. Die müssen ja nicht selbst arm sein, um Armut doof zu finden. Für mich ist Armut auch ein Faktor bei meiner Wahlentscheidung, ohne dass es mir selbst schlecht geht.

    Antworten
  17. Sral

    Moin Holgi,
    kleiner Tipp für zukünftige Beschwerden bei Unternehmen über Twitter: Nicht in die DMs gehen, sondern öffentlich diskutieren. Da werden die erstaunlich schnell kooperativ und sehen ihre Fehler ein! 😉

    Antworten
  18. Jürgen

    Hallo ihr Zwei…

    Bitte geht in die Politik und am besten bei uns im Schwabenländle, ich wähl euch auf jeden Fall. Aber das wird die Rechte Gesinnung in unserem Land nicht ändern. Ganz schön finde ich folgenden Artikel: http://www.taz.de/AfD-als-staerkste-Partei-in-Sachsen/!5448379/
    Und eigentlich sollten wir im „aufgeklärten“ Deutschland nicht so überheblich sein und annehmen, dass es keine AFD schaffen kann. Ja wir sind in der Realität angekommen, es gibt also „Rechte Menschen“ bei uns und die werden wir auch noch ne Zeitlang haben, wie ein unangenehmes nässendes Ekzem am Fuß oder Herpes. Unangenehm, muss man was dagegen tun, wird aber wahrscheinlich wieder kommen und gehört halt auch zu Deutschland. Ist zwar doof ist aber so.

    Deswegen ist es wichtig unsere freiheitlichen Rechte zu behalten und zu verteidigen und aufzuklären. (Kleiner Tip dazu: Holgis Politik und Geschichtspodcasts und die „Lage der Nation“.
    Also geht doch bitte nicht in die Politik, sondern macht weiter mit euren Realitäten – wie gehabt. Ist eigentlich die beste Politik gegen Rechts. Viele Grüße Jürgen aus Augsburg (in der Nähe vom Verkehrsberuhigtem Allgäu)

    Antworten
  19. Stefan

    Ich hatte auch bis zum Wahltag überlegt AFD zu wählen.

    Einziger Grund dafür: Die aus meiner Sicht falsche Flüchtlingspolitik von 2015 und der Umgang damit.
    Gründe dagegen: Die AFD ansich.

    Inwiefern ich repräsentativ bin, kann ich natürlich nicht sagen. Würde aber schätzen, dass sich die AFD-Prozente halbieren würden, wenn das Thema abgehakt ist. Andererseits wären wohl mit einer gemäßigteren AFD auch ein paar Prozente mehr drin gewesen.

    Zu meinem Für und Wider möchte ich noch folgendes erwähnen. Grotesk war, dass die AFD-Politiker mich von der AFD abbrachten. Zur Überzeugung AFD zu wählen, gelangte ich wiederum durch das zwanghafte Verneinen des Negativen der Flüchtlingspolitik. Beispiel: Enno Lenze fragte, bei Twitter (Holgi hatte es retweetet): „Zwei Jahre nach der „Flüchtlingswelle“ – geht’s jemandem von euch schlechter dadurch?“ Als Antworten gab es dann auch überwiegend die gewünschte Rückversicherung. Wer falsch antwortete, wurde wohl konsequent geblockt.

    Aus meiner subjektiven Sicht finde ich mich in keiner von Tobis oder Holgis Wählergruppen wieder.

    Ich fände es interessant, wenn noch andere AFD und Fast-AFD-Wähler schreiben würden, was ihre Motivation war.

    Antworten
    1. David-Alex

      “ Zur Überzeugung AFD zu wählen,“ vs „Ich hatte auch bis zum Wahltag überlegt AFD zu wählen.“ Also hast du sie gewählt oder nicht? Im Sinne des Wahlgeheimnisses musst es nicht sagen, geht mich auch nichts an, aber aus dem Post kann ich nicht herauslesen, ob du nun sagen willst, dass du es nicht oder doch getan hast.
      Generell finde ich aber das Argument, dass „irgendein“ Aktivist auf „irgendeiner“ Online-Plattform vielleicht einen fragwürdigen Umgang mit kritischen Posts pflegt („Vielleicht“ weil ich es selber nicht nachvollziehen kann), und daher die AFD eine wählbare Partei ist, doch mehr als zweifelhaft. Immerhin standen gesamt 42 Parteien zur Wahl von der mit Sicherheit die meisten der Flüchtlingspolitik von 2015 kritisch gegenüber standen. Warum dann gerade AFD?
      Und ist eine Protestwahl und die Hinnahme der zig anderen politischen Positionen der AFD (z.B. das Verbot von öffentlichen Veranstaltungen, die auf den Einkommmensunterschied von Männern und Frauen Hinweisen) wirklich sinnvoll?

      Für deine letzte Frage findest du auf Zeit.de Vergleichbares unter dem Stichpunkt „Warum haben Sie die AFD gewählt“ vom 24.9.
      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/wahlentscheidung-warum-afd-gewaehlt

    2. holgi Beitragsautor

      Stefan, das ergibt aber doch keinen Sinn. 2017 AfD zu wählen, ändert an 2015 nicht das geringste, sondern führt nur dazu, dass eine Partei in den Bundestag (und damit an Geld und Einfluss) kommt, die an konstruktiver Politik kein Interesse hat und die Gesellschaft vergiften will. Nichtmal zur Vorbeugung würde das taugen, weil die Bundesregierung längst dafür gesorgt hat, dass sich sowas nicht wiederholt.

      Da kapiere ich schon nicht, wie Du überhaupt ursprünglich auf die Idee gekommen bist, der AfD deine Stimme zu geben.

  20. ein anderer florian

    Muss die Geschichte von meinem Vater erzählen: Fünf gute Bekannte/Freunde von ihm. Soziodemographisch: teilweise in Rente, miteinander verwandt, aus (etabliertem) Mittelstand, wirtschaftlich abgesichert, bzw. „wohlhabend“ d.h. Haus im Eigentum, alteingesessen, verwurzelt im Ort/Vereinen, Boom-/Einzugsgebiet von München, vor MUC. Ort mit jahrzehntelanger starker sozialdemokratischer Prägung bzw. Bürgermeister(!) Sehr wohlhabender Ort mit (sehr) guter Infrastruktur. Sind „konservativ“, echte Bayern, sehr aktive Trachtler, aber eben nicht CSU-Konservativ oder sogenannten „AFD-Konservativismus“.

    Haben nicht gewusst, was sie wählen sollen. Jeder hat dann die Fragebatterie des Wahlomat ausgefüllt. Ergebnis: Die Empfehlung, die AFD zu wählen, da die höchste Übereinstimmung, laut Wahlomat. Alle waren erschrocken über diese „Empfehlung“. Tenor der Gruppe, doch die SPD wählen … In diesem Ort hat die AFD 8/9% Erst- bzw. Zweitstimmen bekommen.

    Die Frage ist vielleicht? Haben die Medien die Themen der AFD aufgegriffen? Etwa diffuse Ängste forciert? Latente Ängste der Menschen erst adressiert? Angst macht Quote, erzeugt mediale Aufmerksamkeit. Angst setzt sich im Gehirn fest? Angst essen Hirn auf? Dauerbomadierung mit rechten/rechtsextremistischen Aussagen, Standpunkten und Thematisierungen dieser. Höhepunkte: Journalisten, die „Journalisten“ (Roger Köppel, SVP; Herr Gockel, AFD/Pegida; Herr Hampel, AFD; Herr Schwenke) in Talkshows eine Bühne bieten.

    Warum haben dann die Bekannten, obwohl die AFD ihre Ängste adressierten konnte, wohl nicht – behaupte ich – die AFD gewählt? Ich weiß es nicht.

    Grüsse

    Antworten
  21. T.jay

    Holgis Beobachtung, dass AFD-Wähler und die Sympathisanten dieser Partei mutmaßlich Menschen sind, die an der Moderne scheitern, finde ich ziemlich interessant.
    Ähnliches kann ich auch beobachten.. Ich habe gerade so ca. 5 Menschen aus meinem Umfeld im Kopf.
    Alle vereint:
    1. Hass und Wut auf „die Politiker“.
    2. geografische Immobilität
    (alle haben nie ihre Heimat niemals verlassen oder scheitern woanders)
    3. Unverständnis oder Ablehnung des Sozialstaats
    4. Schwierigkeiten im Verständnis unserer Demokratieform (repräsentativ).
    5. Niemand von Ihnen erkennt in der AFD eine Gefahr für die Demokratie
    6. Wenig Kreativität auf verschiedenen Ebenen
    (sowohl künstlerisch als auch in der Lösungsfindung in persönlichen Problemlagen)
    7. Wenig Problembewusstsein für Rassismus… bis hin zu dessen völligen Ausblendung (offener Rassismus).

    Einige dieser Punkte greifen auch recht gut ineinander.
    Punkt 4. begünstigt zum Beispiel Punkt 5.

    Übrigens glaube ich auch nicht, dass es primär um Ängste und Sorgen geht. Oft habe ich auch beobachtet, dass die Leute eine gewisse Lust daran zu haben schienen, sich über Menschen („Ausländer“) zu echauffieren, die man nicht kennt. Gepaart mit der simplen Annahme, dass es den Fremden auch viel besser geht.

    Ich glaube Psychotherapie könnte einigen tatsächlich helfen. Dazu vielleicht noch einen Intensivkurs in Sachen politischer Bildung.
    Fraglich bleibt nur, wie Psychotherapeuten und AFD -Wähler zueinander finden sollen…

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  22. Katrin

    Ich fand die Rolle von Holger in der Diskussion um Tobys politisches Engagement richtig gut. Genau die richtigen, kritischen Fragen gestellt und die offensichtlich noch bestehenden Lücken in der eigenen Argumentation, warum es jetzt unbedingt Parteiarbeit sein muss, um in der Gesellschaft etwas zu verändern, aufgedeckt. Hat mit zunehmendem Zeitablauf immer mehr Spaß gemacht, zuzuhören, weil es eine sehr ernstgemeinte, produktive Diskussion unter Freunden war.
    Danke dafür!

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  23. Michael Lamertz

    Re „Schlechte Menschen“.

    Ich bin da 100% bei Holgi, dass AFD Waehler kein politisches Problem haben, sondern nicht mit einer Welt klarkommen, die nicht ihren Regeln entspricht.

    Die „Mitte Studie“ und andere, die in derselben Richtung untersuchen, geht von einem Prozentsatz von 10-20% Menschen mit geschlossen rechtem Weltbild in Deutschland (internationale Studien ergeben vergleichbare Zahlen) aus.

    Seit Sarrazin sind frueher voellig unsagbare Aussagen wie sie von der AFD jeden Tag kommen, voelliger Alltag geworden, und die AFD gibt mit ihrer Medienpraesenz diesen Leuten eine Stimme. Damit koennen die diese Potential von 10-20% abschoepfen. Das Wahlergebnis war fuer mich absolut keine Ueberraschung.

    Und ja, ich halte diese 10-20% Menschen fuer schlechte Menschen. Wer im 21. Jahrhundert auf die Frage antwortet, ob Hitler heute als grosser Staatsmann betrachtet wuerde, wenn er denn nicht bloederweise fuer den Holocaust verantwortlich gewesen waere, faellt bei mir unter die Definition „schlechter Mensch“.

    Viel Spass beim Gruseln: http://www.uni-leipzig.de/pressedaten/dokumente/dok_20160615154026_34260c0426.pdf

    Und anstatt diese Kerngruppe einzufangen, oder sie mit einer Rechtsverschiebung der eigenen Position zu umwerben, sollten die grossen Parteien endlich eine klare Grenze ziehen und echte Gegenpositionen anbieten. Nicht mehr Rechts, sondern mehr Links sollte die Antwort sein. Der Rechte Rand ist mit seinen Parteien gut bedient. Die brauchen keinen Rechtsruck von der Mitte oder von Links.

    Noch eine Idee, wie man an diese hart-rechte Gruppe heran kommt: Diese Selbstisolation, leugnen von nachpruefbaren Fakten, daemonisieren von allen Bewegungen, die nicht der eigenen entsprechen, etc. Das wuerde ich gerne mal von Leuten diskutiert sehen, die sich mit Sekten auskennen. Da finde ich das hier sehr spannend, in dem Zusammenhang:

    http://www.ctrl-verlust.net/digitaler-tribalismus-und-fake-news/

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  24. katschumm

    Ich erinner‘ mich nicht, wie Holgi damals in NSFW regelmäßig auf der FDP rumgekloppt und den Kommunismus in den Elementfragen für unabwendbar gehalten hat. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

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  25. Michael

    Hallo Toby,
    ich würde in den Aktvismus gehen.
    Unser politisches System ist hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt.
    Wir bräuchten aber dringend gute Ideen für eine globale Zukunft, für eine „besseres“ Europa,
    für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft usw. und wie das alles zusammen gehen könnte.
    Darüber müsste breit diskutiert werden.
    Aus einer Partei heraus kann man da kaum was erreichen.

    Vielleicht ist Attac eine Möglichkeit oder was neues machen.

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  26. Carsten

    Hallo Toby und Holgi,
    Ich fand Eure Diskussion wie Toby politisch aktiv werden könnte auch wirklich gut und hilfreich. Viele der Gedanken waren so für mich neu – vielen Dank dafür.
    Zu Holgi’s Punkt “erst mal die Verhältnisse dokumentieren” finde ich die Idee eines „Dashboards“ auf nationaler (oder vielleicht auch lokaler Ebene) sehr interessant. Da würden alle möglichen Kennzahlen zur „Lage der Nation” gesammelt um zu zeigen wo wir (die Regierung) Fortschritte macht- in den Bereichen die Du / Ihr als interessant oder wünschenswert betrachtet. Man könnte z.B. Mal gegenüberstellen wie sich Flüchtlingsaufnahme, Kriminalität und Arbeitslosigkeit in verschiedenen Teilen Deutschlands entwickeln, um die AfD Argumente zu entkräften. Auch zum Thema Digitalisierung im internationalen Vergleich gibt es bestimmt spannende Daten.
    So ein Dashboard könnte dann einen Multiplikator-Effekt haben weil es anderen die Argumente für Diskussionen in ihrem eigenen Umfeld liefert. Außerdem trägt es zur Versachlichung bei, was ja auch den humanistischen Zielen entspricht.
    Scott Adams hat so ein Dashboard hier vorgeschlagen: http://blog.dilbert.com/post/166291509081/my-suggestion-for-a-national-dashboard-for

    Ansonsten vielen Dank und macht bitte weiter !

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  27. Thomas Rackow

    Stimmt schon, Kleinpartei ist zum größten Teil Marketing. Und Horst und Angelika sind auch oder vielleicht besonders bei Kleinparteien aktiv. Insofern stellt sich auch für mich die Frage, wie und ob ich politisch weiter mache. Und eure Gedanken sind mir sehr bekannt; Lösung habe ich ebenfalls keine. Vermutlich werde ich versuchen, mein Engagement im Bündnis Grundeinkommen mit einem Engagement bei einer klassischen Partei zu kombinieren. Das wäre dann auch irgendwie doppelte Belastung und Aufreibung. Ein bisschen gestört sind wir ja alle. Warum Politik ist auch so eine Frage. Vor allem weil ein immenser Einsatz, den geringen Nutzen nicht rechtfertigt.

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