WR650 Die Emma

 

Vor 40 Jahren erschien die Zeitschrift „Emma“ zum ersten Mal. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 15. Januar 2017 auf DRadio Wissen.

19 Gedanken zu „WR650 Die Emma

  1. holli

    Wir haben schon längst Gleichberechtigung. Nicht nur unser Regierungschef ist eine Frau, unser Militär! hat eine Frau als oberste Vorgesetzte. Jede Frau kann bei uns werden was sie will so sie das Zeug dazu hat. Was denn noch? Wollen wir wirklich eine Welt in der jede Position und jede Tätigkeit paritätisch verteilt ist?

    Wenn ja dann aber bitteschön überall. Dann will auch 50% Müllfrauen, 50% Stahlarbeiterinnen und 50% Soldatinnen bei der kämpfenden Truppe. Aber dazu wird es nicht kommen. Denn es geht dem Feminismus längst nicht mehr um Gleichberechtigung. Es geht ihm um Mehrberechtigung für Frauen und strukturelle Benachteiligung der Männer.

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    1. Moss

      Denn es geht dem Feminismus längst nicht mehr um Gleichberechtigung. Es geht ihm um Mehrberechtigung für Frauen und strukturelle Benachteiligung der Männer.

      Für diese steile These würde ich dann aber doch gern Belege sehen.

  2. Hans Wurst

    Keine Sorge, die Emma scheint nicht erst seit gestern eine weiter Aufgabe zu haben, namentlich die Bestätigung rassistischer Vorurteile mit (ich hasse dieses Wort, deshalb verwende ich es hier auch absichtlich) „Fake News“.

    Jüngstes Beispiel in einem Artikel vom 4. Januar:

    http://www.emma.de/artikel/silvester-geht-ideologie-vor-realitaet-333975

    „Die Kontrolle von 650 Männern dieser frauenfreien Gruppen „mit hohem Aggressionspotenzial“ ergab, dass es zu 98 Prozent Nordafrikaner waren. Die meisten gehörten zu der Gruppe der polizeibekannten „nordafrikanischen Intensivtäter“. “

    Da fragte ich mich dann schon, woher Frau Schwarzer so einen guten und schnellen Draht zur Polizei hat um das schreiben zu können.

    Naja, hatte sie nicht, war schlichtweg gelogen.

    http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/12415/3534677

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/silvester-in-koeln-polizei-korrigiert-eigene-angaben-ueber-kontrollierte-a-1129870.html

    So kann man sich seine über Jahrzehnte erworbene Reputation dann auch kaputt machen, herzlichen Glückwunsch Frau Schwarzer.

    HW

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  3. Christian

    Im Audiobeitrag wird wie eine Binsenweisheit die These propagiert, in Deutschland sei die Wirtschaft geradezu zwingend auf die gewachsene Teilnahme der Frauen an der Erwerbsarbeit angewiesen, weil sonst die erforderliche Produktivität nicht erreicht werden könnte. In Wirklichkeit ist die Produktivität durch Automatisierung explodiert, und inzwischen ist das Grundeinkommen in aller Munde, weil klar wird, daß gar nicht genug Erwerbsarbeit für alle da ist.

    Der Trend, die traditionellen Frauenaufgaben wie Hausarbeit, Erziehung und Pflege im Privaten zu entwürdigen und durch kommerzialisierte Angebote außerhalb des Familienkontextes zu ersetzen, dient viel eher den Interessen des Kapitals im marxschen Sinne, als daß dadurch tatsächlich sozialistische Forderungen realisiert werden könnten – eben unter anderem, weil das Ganze nicht im Kontext einer sozialistischen Gesellschaft stattfindet, sondern einer kapitalistischen, wo die Erwerbseinkünfte von einem Arbeitsmarkt bestimmt werden. Und je mehr Menschen dort ihre Arbeit anbieten, desto billiger ist sie zu haben. Obendrein können die zuvor familienintern erledigten Aufgaben zunehmend vermarktet werden. Da freut sich das Kapital und die Familien leiden unter Entfremdung.

    Es ist im Gespräch auch kurz angeklungen, wie tatsächlich die Folge der Entwicklung ist, daß im Gegensatz zu früher ein Lohntätiger in der Familie heute normalweise gar nicht mehr ausreicht, den privaten Haushalt zu bestreiten. Wohl kaum, weil die Männer über die Jahrzehnte hinweg weniger produktiv geworden wären.

    Das strukturelle Ungleichgewicht von Privilegien und Pflichten zwischen den Geschlechtern bestand auch nicht in allen Bereichen nur zu Lasten der Frauen. Die Reform der Verhältnisse hätte gleiche Rechte für beide Geschlechter in allen Bereichen anzustreben. Der Feminismus beschränkt sich nur auf die Rechte der Frauen und ist damit inhärent sexistisch. Teilweise so sexistisch, daß vielfach Feministinnen sogar den Sexismusbegriff allein für solche Sachverhalte gelten lassen wollen, in denen Frauen Opfer sind.

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    1. holgi Beitragsautor

      Also, meine Frau ist Feministin und nicht sexistisch. Ganz im Gegenteil. Ich kenne darüber hinaus auch noch mehr Feninistinnen und Feministen, die nicht sexistisch sind. Was ich damit sagen will: Die als „Sexismus“ verkalulierte These vom Männerhass halte ich für Unsinn, der im Wesentlichen von Männern verbreitet wird, die ihre Privilegien nicht teilen wollen.

    2. blub

      Schlechtes Argument.
      Ich kenne Menschen die sind in der AfD und keine Rassisten. (Ich frag mich zwar was die da wollen, aber das ist nicht der Punkt.)
      Ist die AfD deswegen nicht rassistisch?

      Vielleicht ist deine Frau auch keine Feministin, wenn man sich so ihre kleinkriege der letzten Jahre mit anderen selbsternannten Feministinnen anguckt?

    3. David-Alex

      @blub:
      Die AfD These halte ich ja für das schlechtere Argument. Es ist immer schwer, eine These mit einem Beispiel aus einem vollkommen anderem Kontext zu untermauern – da muss dann schon der Zusammenhang stimmen.
      – Die AfD würde natürlich sagen: Nein, nur weil bei uns Rassisten sind, sind wir keine rassistische Partei
      – Die meisten anderen Bürger sagen, vielleicht zu recht: Doch, seid ihr, weil ihr diese Meinung der Rassisten mit in euer Programm, Handeln und Denken aufnehmt
      – selbst das macht aber, wie du ja auch sagst, nicht jeden AfDler zu einem Rassisten.
      – Wenn nur weil A in X, X = A ist, kann man ja auch behaupten: Es gibt homosexuelle Männer, die AfD wählen – also ist die AfD nicht homophob.

      Und da bleibt dann immer noch die Frage…was hat für den Zusammenhang von Feminismus und Sexismus zu tun? Hierbei handelt es sich ja nicht um eine Partei, sondern um eine Weltanschauung/politische/soziale Einstellung, die ich auch unabhängig anderer „Feministen“ in meine Gedankenwelt integrieren kann, ohne gleich jede Verfehlung anderer Feministen für mich übernehmen zu müssen. Das ist ja wie mit allen -ismen und -logien. Die gibt es in so vielfacher Gestalt, dass es nicht möglich ist, jede Strömung, jede in ihr vorkommenden Gedanken gleich auf alle Anhänger dieser Bewegung oder auf die Weltanschauung als solche zu übertragen. Es gibt Pazifisten, die nicht für eine bedingungslose Gewaltlosigkeit sind, gemäßigte Kommunisten, religiöse Naturwissenschaftler…
      Das Wort Feminismus steht erst mal nur für Menschen, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzen. Klar, dass es hierunter auch Sexisten gibt. Aber warum damit Sexismus als Definition von Feminismus einhergeht, erschließt sich mir nicht.

    4. holgi Beitragsautor

      Weil es eine der einfachsten Möglichkeiten ist, Feminismus zu diskreditieren. Fast so einfach, wie von dem Krawall, den eine Handvoll Frauen im Netz machen, um Geld mit dem Thema zu verdienen, darauf zu schließen, dass aller Feminismus exakt so und darum abzulehnen sei.

      Ich finde das äußerst billig und einen schönen Hinweis auf die Gültigkeit des Sprichwortes „Getroffene Hunde bellen“.

      Allerdings kann ich gut verstehen, warum viele Männer sich so heftig wehren. Da geht es schließlich auch um Deutungshoheit – und davon was abzugeben kostet zunächst mal viel Kraft, so dass es einfacher scheint, sich gegen die Modernisierung zu stemmen (dass geteilte Deutungshoheit ein Gewinn ist, merkt man erst hinterher. Eine Entlastung ist es obendrein).

      Die Krawallerie teilt die Deutungshoheit (und Einnahmequelle) übrigens auch nicht gerne (http://www.emma.de/artikel/berlin-die-hetzfeministinnen-333911) ?

  4. Mat

    Bei „Frauen sollen nach dem Studium das Bafög erstattet bekommen, wenn sie für ein Kind auf Karriere verzichten“ habe ich mich vor Lachen an einer Jalapeno verschluckt. Das tat sau weh!
    Ich bitte um einen Hinweis zu Begin der Sendung, wenn es während der Sendung gefährlich sein kann zu essen oder schwere Maschinen zu bedienen. Sowas wie „Achtung! Kann Spuren von AfD Nonsens enthalten!“ 😀

    ps. Ich hatte mal einen Prof. (Mitglied bei der AfD) der tatsächlich der Meinung war, Frauen sollen erst Kinder bekommen und dann studieren…

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    1. flyingtoaster

      Was ist an dieser Idee so verkehrt?
      Wann wäre eine junge Familie weniger Zwängen ausgesetzt als während eines Studiums oder einer Ausbildung? Warum sollte man das Studium zugunsten von Kindererziehung nicht ein wenig strecken? Sobald die Kinder halbwegs selbständig sind kann man dann die berufliche Karriere starten. Die meisten Menschen sind mit Anfang 40 am Ende der Karriere und arbeiten die restlichen Jahre in ähnlicher Position. Ich sehe da wenig Grund das nicht ein wenig nach hinten zu verlagern. Kind und Beruf lassen sich eben meist nicht so vereinigen, dass nicht die Karriere oder die Gesundheit leidet. Die Auswirkungen von arbeitenden Eltern auf den Arbeitgeber schlagen sich erstmal betriebswirtschaftlich negativ wider, sodass wirtschaftliche schwächere Firmen hier selektieren müssen. Allein in der Ausbildungszeit könnte der Staat dafür sorgen, dass Kindererziehung kein betriebswirtschaftlicher Nachteil sind.

  5. Tarifkenner

    Zum Thema Trümmerfrauen bestehen erhebliche Differenzen zwischen dieser Sendung (Gespräch zwischen Holger und M.v. Hellfeld) und der D-Radio-Wissen-Sendung.
    M.v. Hellfeld behauptet durchgehend, dass es die Trümmerfrauen nur in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ, spätere DDR) und in OST-Berlin gegeben habe. Die Wissenschaftlerin Leonie Treber berichtet in dem Interview der D-Radio-Wissen-Sendung dagegen ebenso konsequent, dass es Trümmerfrauen nur in der SBZ und in GANZ Berlin gegeben habe. Ich vermute, dass sie Recht hat. Denn Berlin hatte ja noch bis 1948 – und da müssen die Räumarbeiten ja voll im Gange gewesen sein – einen einheitlichen Magistrat. Das wäre schon sehr seltsam, wenn sich die Praxis der Arbeitsämter da nach West- und Ostsektoren unterschieden hätten.
    Noch gravierender sind die Unterschiede was die Rezeptionsgeschichte angeht. Nach M.v. Hellfeld wurde gerade im Westen die Trümmerfrau glorifiziert. Nach L. Treber galt dies – entsprechend dem Einsatz der Trümmerfrauen – nur für die DDR und ganz Berlin, d.h. also im „westorientierten“ Deutschland AUSSCHLIEßLICH für Westberlin. In der Bundesrepublik sei in den 1950ern das Bild der Trümmerfrau sogar negativ instrumentalisiert worden, als Beweis dafür, dass die in der DDR propagierte Gleichberechtigung der Frau in der Praxis bedeute, dass Frauen Steine klopfen müssen.
    Um aber auch ein kleines bisschen an Frau Treber herumzumäkeln: Bei 21‘33“ stellt sie die Lage in West-Berlin dar und spricht dann von „der restlichen Bundesrepublik“. Ganz Berlin hatte aber einen Sonderstatus. West-Berlin war kein Teil der Bundesrepublik. Ost-Berlin de jure kein Teil der DDR. Gegen letzteres haben DDR und Sowjetunion freilich permanent verstoßen.

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  6. David

    Bezüglich „Man kann mit Kindern den Hauskredit finanzieren (freie Wortwahl)“, also eine andere Wortwahl für „Wenn du ein Haus willst, setze ein Kind in die Welt“ – erinnert mich stark an die DDR und der dortigen Wohnungsnot. Nicht ohne Grund war die „Familienplanung“ so früh ein Thema (~20).
    Aber passt ja ins Bild, wenn früher alles besser war – können wir ja wieder so machen, gell? 😉

    Im Übrigen ist die Frauenarbeitsquote (doofes Wort) in Japan auch sehr schlecht – und da will doch keiner sagen, das wäre nicht ein fortschrittliches Industrieland? Dort ist es auch sehr üblich, daß die Frau mit dem ersten Kind dann jahrelang zu Hause bleibt und die Arbeitswelt von den Männern dominiert wird – also das Modell unserer „50/60er“, so wie ihr es auch erlebt habt? Da Japan uns demographisch nochmal 10-20 Jahre voraus ist, und die dortige Bevölkerungszahl in den kommenden 50 Jahren auf etwa 2/3 zurückgehen wird (von 130Mio auf <100), bin ich auch gespannt, ob sie die "fehlenden" Arbeitskräfte durch Frauen "kompensieren" (also zur Normalität kommen…) – oder ob sich der Bedarf durch so etwas wie Bürgergeld sowieso komplett auflöst. Robotik ist ja ganz weit vorn in Japan.

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    1. Tarifkenner

      @David: Ja dieser Vorschlag eines Familiengründungsdarlehen, das bei einer bestimmten Anzahl von Kindern (nämlich 3) nicht mehr zurückgezahlt werden muss, ist ein Vorschlag, den die AfD 1:1 von der DDR abgekupfert hat. Die DDR hatte dafür sogar das Wort „abkindern“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ehekredit#Abkindern). Ich wette, dass 90 Prozent der ostsozialisierten Linksparteiwähler das immer noch für eine tolle Idee halten. Mal wieder ein Beleg dafür, wie nach sich die beiden Parteien sind.

  7. jessas

    Woher denn diese Wut und diese platten Beispiele in vielen der Kommentare?

    Wenn man in Wikipedia nachliest, dann erhält man für Feminismus folgende Definition:

    Feminismus (abgeleitet von lateinisch femina Frau und -ismus über französischféminisme)[1] bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt.

    Der Begriff umfasst also weit mehr, als nur Gleichmacherei. Es geht auch um Menschenwürde. Ich habe 1982 eine Lehre in einem sog. Männerberuf begonnen. Einer der vielen Punkte die für mich damals als 16jährige verstörend waren, war diese Antatscherei meiner männlichen Kollegen, alles brave Ehemänner und Väter. Das waren immer so Geschichten, die nicht eindeutig als sexueller Übergriff in meiner damaligen Gedankenwelt einzustufen waren. Heute muss ich sagen, ja, sie gingen zu weit. Verbal als auch physisch. Ich habe mich vor Jahren mit meiner Oma unterhalten. Sie ist Jahrgang 1921 und was ich da erfuhr, lies mich auch traurig zurück. In ihrem Fall war es ihr Lehrherr, der das Mädchen im Alter von 14 Jahren, aus einem Dorf kommend und in der Dachkammer des Betriebes schlafend, Abend für Abend in einem Hauch von nichts unter seiner Aufsicht „turnen“. Nach dem Mann wurde in der Stadt eine schöne Straße benannt, meine Oma hat es nicht so weit gebracht.

    Gehört zum Feminismus auch das Eintreten für Menschenwürde, so ist sowohl in ihrem als auch meinem Fall eine Grenze überschritten worden. Auch wenn 45 Jahre dazwischen liegen. Woher also diese Wut hier – anders kann ich es nicht beschreiben, so empfinde ich viele der Beiträge hier. Ich habe zwar keinen akademischen Hintergrund, aber mich vor Jahren mal lange mit meinem Beruf und meiner Branche und der Frauenarbeit darin beschäftigt. Wenn es um die Schwere der körperlichen Arbeit geht, haben diese Frauen sicherlich nicht weniger geleistet als die Männer. Und doch waren es schlecht bezahlte Hilfsarbeiten. Heute haben viele Frauen eine gute Ausbildung, Studium und trotzdem ist ein Equal Pay Day zwingend notwendig. Woher also diese Wut und das Reduzieren des Themas? „He, ihr Prinzessinnen stellt euch nicht so an! Ihr habt doch inzwischen Gleichberechtigung, also was wollt ihr denn noch alles.“ Ja, was wollen wir noch alles? Wir wollen das, was jedem Mann und jeder Frau zustehen sollte. Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Menschenwürde. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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    1. holli

      Und woran bitte siehst du deine Gleichberechtigung, deine Selbstbestimmung oder deine Menschenwürde verletzt? Hat dich etwa jemand / etwas daran gehindert den von dir nicht näher genannten „Männerberuf“ zu ergreifen? Gar ein Gesetz? Offensichtlich nicht. Also hätten wir schonmal Gleichberechtigung und Selbstbestimmung abgehakt.

      Menschenwürde, das ist ein großes Wort. Eine Verletzung derselben in der Regel doch sehr subjektiv. Bei mir in der Werkstatt jedenfalls arbeiten 8 Männer und zwei Frauen. Da fliegen ständig Sprüche – auch und besonders gerne anzüglicher Natur, da bekommt man auch mal im Vorbeigehen eine Latte auf den Hintern, den Zollstock beim Bücken hinten in die Hose gesteckt oder die Mütze mit Sägemehl gefüllt.

      Das alles sind Dinge die Kollegen untereinander tun. Sollen wir jetzt die Frauen davon ausnehmen weil sie Frauen sind. Wie sexistisch wäre das denn? Nein, wenn man in Rom ist soll man es halten wie die Römer. Und wenn man Römer nicht mag oder nicht abkann, dann soll mal halt zuhause bleiben.

      Den beiden Frauen bei uns macht das auch nichts aus. Im Gegenteil, die besten Streiche stammen in der Regel (pun intended) von den Beiden.

    2. jessas

      @ holli
      Dass ich sowas 2017 noch lesen darf! Erstmal wegen des jobs, ich habe ihn bewusst nicht genannt, weil ich keine Diskussion über den Beruf wollte. Beim Kaminkehrer, Kfz-Mechaniker isses so oder so. Nun, als ich mit meinen Eltern (ich war 15 bei der Bewerbung) beim Bewerbungsgespräch saß, war nicht die Rede davon, dass mir im Keller immer wieder an den Busen und andere Geschlechtsmerkmale gefasst wird, so en passent im Vorübergehen, weiteres will ich hier nicht formulieren. Ich habe den Beruf gelernt, weil es mein zweiter Traumberuf war. Für den ersten – Offsetdruckerin gab es damals keine einzige Lehrstelle, bei der ein Mädchen genommen wurde. Ist einfach so, wenn dann haben Töchter von Betriebsinhabern diesen im eigenen oder Kollegenbetrieb erlernt. Gut, was machen Frauen meist, wenn sie „dazu“ gehören wollen, sie hauen noch mehr auf die Kacke als die Männer. Das erinnert mich immer an den Film „Wirtshaus im Spessart“ als sich Lilo Pulver als Räuber verkleidet in das Räuberlager schleicht oder beim „Leben des Brian“ die Steinigungsszene.
      Auf jeden Fall, ich habe meinen Weg gefunden. Bin Jugendvertreterin geworden, habe mit den anderen Azubinen eine Zeitung herausgebracht, auch mit Unterstzützung der Jungs in der Abteilung das Vorgefallene thematisiert, vom Betriebsrat Unterstützung erhalten. Später dann meinen Techniker gemacht, bin Ausbilderin geworden und dann noch eine Etage weiter rauf und mich später selbständig gemacht. Habe die Berufswahl bis heute nicht bereut und nach Rom fahre ich ungern, da dort immer wieder Sonnenstichgefahr lauert.
      Aber all das, was ich jetzt hier geschrieben habe, wird uns in der Diskussion nicht weiterbringen.

  8. Tarifkenner

    Welche Wut?
    Liebe jessas, dreimal fragen Sie, woher die Wut käme, die sich „in vielen der Kommentare“ ausdrücke. Mir fällt es ehrlich gesagt schwer, auch nur in einem der Kommentare „Wut“ zu diagnostizieren, ich würde da eher von Kritik am heutigen Feminismus sprechen, die auch nur in einer Minderheit der Kommentare geäußert wird.
    Sicher wird man darüber streiten können, ob Christians Vorwurf, dass „der Feminismus (…) inhärent sexistisch“ sei, vielleicht etwas überspitzt ist, aber ich glaube zu verstehen, was er meint. (Die dazu geschriebenen Kommentare klingen teilweise so, als hätte Christian geschrieben, FeministInnen seien SexistInnen).
    Es ist eine Tatsache, dass bestimmte Regeln, die unter dem Etikett der „Förderung der Gleichstellung“ eingeführt werden, in ihrer Anwendung auf den Einzelfall eindeutig Frauen bevorzugen und insoweit „sexistisch“ sind – etwa, wenn bei gleicher Eignung einer Bewerberin und eines Bewerbers, die Bewerberin die begehrte Stelle bekommen muss. Die Rechtfertigung für diese „positive Diskriminierung“ lautet dann mehr oder weniger offen, dass jahrhundertelang „die Männer“ bevorzugt worden seien, und diese ihre Privilegien teilen sollten. Nur ist das eben für den konkret benachteiligten Mann wenig tröstlich: Wir haben Deine gleich geeignete Konkurrentin dir vorgezogen, weil sie eine Frau ist. Du musst schon verstehen, vor 15 Jahren hätte sich in solchen Situationen ja immer der Mann durchgesetzt. Ich will jetzt über die Berechtigung solcher Regeln kein Urteil fällen. Dass sich aber bei den Betroffenen ein gewisses Missvergnügen einstellt, finde ich schon nachvollziehbar.

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  9. jessas

    Hallo Tarifkenner,

    das mit der Wut war ein reines Bauchgefühl von mir, das ich beim Lesen einiger Kommentare hatte. Also, dass die Basis des Beitrags auf eigenen Erfahrungen mit dem Thema beruhen. Vielleicht ist der Begriff zu hoch gegriffen? Mag sein. Ich verstehe das Missvergnügen beim Thema „gleiche Eignung der Bewerber“, dass die Frau bevorzugt wurde. Ich könnte jetzt antworten, dass ich selbst erlebt habe, als Frau einen Job nicht bekommen zu haben, weil ich ja noch Kinder bekommen könnte und sie jemanden wollen, der die nächsten Jahre nicht plötzlich ausfällt. Ein Dilemma für beide Betroffenen. Ich frage ganz ehrlich, welche Wege kann man GEMEINSAM im „Geschlechterkonflikt“ gehen?

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  10. holli

    @jessas (Der „Antworten“ Link geht anscheinend nur zwei Ebenen tief)

    Diese Art von Übergriff geht selbstverständlich zu weit. Viel zu weit. Nur was hat das mit 2017 zu tun? Manche Männer sind eben notgeile Idioten die nicht wissen was Grenzen sind. Denen kommt man auch nicht bei ausser vielleicht mit straftrechtlichen Konsequenzen.

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