WR481 Heul doch, Gnotschi!

 

wrint_heit_2014_200Diesmal mit Krakau, i-Punkten, Marmelade, Sprache, Gemüse, Regierung, Musik, Streichen, Freundschaft, Trends, Waffeln, Gedanken und der obligatorischen Höflichkeitsfrage von esureL.

Ohne Alexandra ginge es nicht. Hier könnt ihr sie unterstützen.

Irgendwas ist mit den Shownotes kaputt… 🙁

Shownotes

Begrüßung

00:00:00

Alexandra befindet sich in Krakau. (Zitat Holgi: "Ich habe mal eine Zeit lang in Krakau gelebt.") — Holgi hat mal Politikwissenschaften studiert für ein Semester. — Wizo: Bru Pro (Brustprothesen).

Krakau

00:04:44

Alexandra möchte nicht ihr ganzes Leben in Deutschland leben. — "Krakau ist so eine Renaissance Stadt." (Alexandra) — Holgi über Renaissance Gossip — Alexandra: Krakau ist wie das Berlin der 90er. — Alexandra erzählt über das Krakauer Ghetto, das heute (auch) von Künstlern bewohnt wird — Bei ihrem ersten Supermarktbesuch in Deutschland war sie ob der Vielfalt sehr überrascht (nachzulesen in "Sitzen vier Polen im Auto"). — Alexandra kann sich nicht daran erinnern, daß ihr in ihrer Kindheit (in Polen) etwas gefehlt hätte. — "Entfesselter Kapitalismus" (Holgi) — Alexandra berichtet, daß Tiefkühlgemüse in Polen lose gewogen und gekauft werden kann (ähnlich der "normalen" Gemüsetheke in deutschen Supermärkten) — Holgi kauft keine fettarmen Lebensmittel, außer fettarmem Schafskäse — Alexandra berichtet von der polnischen Gastfreundlichkeit, die in Deutschland vermutlich recht schnell als "übergriffig" empfunden werden würde. — "Das Geben wird oft als Aufforderung zum Zurückzugeben verstanden." (Alexandra) — Holgi ergänzt, er hoffe, daß es sich rumspricht, daß Geben Spaß machen kann. — Alexandra war 1985 in Bulgarien, um dort Urlaub zu machen. — Polnische Fastfoodspezialität Zapiekanka — Loriot: Eine wichtige Nachricht von Professor Pirckheimer — Szkieletor — He-Man and the masters of the Universe — Das Gebäude war des Öfteren im Interesse von div. Investoren, allerdings sahen sie aufgrund unklarer Rechtssituation vom Kauf ab. — Alexandra liest die Augsburger Allgemeine — Holgi berichtet vom "He said She said" Journalismus — Holgi berichtet von der Messerattacke gegen die OB-Kandidatin Frau Reker in Köln — "Das ZDF wurde gegründet, weil die ARD der Adenauer-Regierung damals zu links war." (Holgi) — Kohl hoffte das selbe mit dem privaten Rundfunk..

Fragen

00:50:40

1. Michael: Beim kleinen "i" zuerst den Punkt, oder den Strich?

00:50:47

Alexandra: macht den Punkt danach — Holgi: macht erst den Strich, dann den Punkt (der allerdings auch ein Strich ist).

2. Björn: Welche Marmelade passt am ehesten zu einem Erdnussbuttermarmeladentoast?

00:52:00

"Ich finde Toastbrot scheiße." (Holgi) — Außer mit Spiegelei (Toast in Eigelb getunkt) — Ansonsten geht Erdbeer immer, ist aber lame. — Sporen — Grünspan — Schimmelpilze — Quinoa.

3. Jochen: Eine Welt mit nur einer einzigen Sprache wäre friedlicher als die Welt heute?

00:54:03

Alex und Holgi: Ja, sie wäre friedlicher. — Alex: Menschen treffen andere Entscheidungen, wenn sie diese in ihrer Muttersprache oder in einer Zweitsprache treffen. In der Fremdsprache entscheidet man rationaler, in der Muttersprache emotionaler. — Max Goldt: Ok Mutter, ich nehme die Mittagsmaschine".

4. Jens: Zucchini oder Aubergine?

01:01:03

Alex: Ist das gleiche, weil es zusammen in eine Pfanne gehört. — Holgi:Zucchini, da er damit mehr zuzubereiten wüsste..

5. Alexander: Fragt nach Erläuterung von Holgis Satz "Wir werden nicht regiert, sondern verwaltet."

01:02:28

Holgi hat den Eindruck, daß nur noch reagiert wird. Politische Visionen fehlen. — Bsp.: Atomausstieg.

6. Patrick: Ärzte oder Hosen?

01:04:58

Holgi hatte mal ne Phase, in der er beide gut fand. — "Die Hosen waren für mich immer alte, betrunkene Männer, die etwas nikotingelbes an sich haben." (Alexandra) — "Die Ärzte sind keine Punk, sondern eine New Wave Band." (Alexandra) — Holgi hat Campino des Öfteren interviewt, findet ihn sympatisch, aber seine Musik furchtbar. — Opel Gang — Debil — Holgi findet die kultische Verehrung der Ärzte befremdlich. — Holgi Und Alex sind sich einig, daß Die Ärzte immer kommerziell waren. — Holgi ist von wenig Fan, außer von Depeche Mode (aber nur die alten Sachen^^). — Black Celebration — Glastonbury Festival — Songs of Faith and Devotion.

7. Paul: Ist Pegida noch da?

01:13:43

"Ja ist noch da und Dresden ist immernoch genauso braun wie es immer war" (Holgi) — Warum stellen sich nicht alle gegen die Pegida?.

8. Ingmar: wieder Pegida

01:15:50

Wird weggelassen.

9. Was war euer bisher bester Lausbubenstreich?

01:16:00

Alex: hat den Vater einer Freundin angerufen und ihm gesagt, er hätte eine Reise gewonnen. — Holgi: Rheumasalbe extrastark auf die Unterseite der Herrentoilettentürklinke streichen — Sonnenfinsternis 1999 — Sofi-Brillen waren alle weg. Im Radio erzählt Holgi, daß es beim Optiker im Adlon-Hotel in Berlin noch welche gäbe. Allerdings gibt es im Hotel Adlon garkeinen Optiker.

10. Philipp: Ist es legitim, eine Freundschaft aufgrund verschiedener Meinungen in eigentlich evidenten Sachen (bspw. zur Homöophathie) zu beenden?

01:20:20

Alex: Ja, das ist ok.Regel: Wenn wir uns darauf einigen können, daß wir verschiedene Haltungen haben, ist das ok. Aber solange man das nicht anerkennt, sondern permanente Diskussionen führt, dann... — "Ich suche mir meine Freunde so aus, daß die Leute meiner Disposition entsprechen." (Holgi).

11. Kais Frage bezieht sich auf die 00er Jahre und die Trends unserer Zeit

01:27:00

Alex: Die 90er waren die letzte Dekade, in der einheitliche Muster gefunden werden konnten. — Mode in den 00er Jahren: Mix alles, mach Referenzen, Retrolook — Holgi: keine Zeit in der Mode einen Trend zu setzen, da Produktzyklen so kurz sind. — Jeff Koons — Holgi: Wenn du mehr als 3 Farben trägst, bist du schlecht angezogen. — Alex kritisiert Obstkisteninteriors in Burgerladen, Getränke in Einmachgläsern servieren etc. — Portlandia — Öko, Bio etc. haben eine enorme Aufwertung erfahren Holgi: "Richtiges Leben im Falschen?" — Holgi: es wird mehr Fahrrad gefahren. Er hat aber sein Auto nicht aus Umweltgründen abgeschafft. — Alex: Jetzt auf CD/MC und LP ist komplett verschwunden. — Holgi: Content ist king, Außer bei ein paar Traditionalisten — Weitere Entwicklung: Alex empfiehlt Parks and Recreation — Ab Staffel 3, insbesondere die letzte Staffel..

12: Andreas: Welche Zutaten verwendet ihr für euer Lieblingswaffelrezept?

01:38:35

Holgi: hat viele Waffeleisen. — Mehl, Zucker,m Butter, Eier und die geheime Zutat. — Honig in Waffeln ist lecker. — Holgi mag Cigarettes Russes von Delacre.

13. Sophie: Wie lenkt ihr euch am Besten von negativen Gedanken ab?

01:41:55

"Ich habe keine negativen Gedanken, du Fotze." (Holgi) — Findet es direkt nachdem er es sagt nicht mehr lustig. — Alex helfen Antidepressiva, die sie gerade allerdings nicht nimmt. — Normalen Menschen hilft buddhistisches Gedankengut und die Beschäftigung mit der "Nothingness". — Menschen sind in einer ständigen Illusion gefangen. Menschen neigen dazu, alles mit sich selbst zu identifizieren. — Alex nimmt Wetter persönlich. Wenn es regnet fühlt sie sich schlecht und klein. — Holgi: Meditation versetzt diich in einen Zustand, daß dir klar wird, daß hinter dem Nebel blauer Himmel ist. — Bild vom wolkenverhangenen Himmel, der einen selbst verhangen macht. — Holgi hat keine solchen negativen Gedanken. Er verzweifelt nicht an der Welt. — Alex: Self Compassion (selbstmitgefühl): Verständnis haben für die Situation in der man steckt. — Big Five — Alex neigt dazu sich selbst fertig zu machen. — Holgi ist gnadenlos, nach Innen und nach Außen, allerdings verletzt er sich damit nicht selbst. — Alex' Methode: Malbücher für Erwachsene.

14. Wie geht's uns denn heute?

01:56:00

Alex geht gleich auf einen heidnischen Hügel. es geht ihr gut. — Holgi arbeitet sehr viel, es geht ihm aber ebenfalls gut..

41 Gedanken zu „WR481 Heul doch, Gnotschi!

  1. Alexandra

    Was sind denn das für ENDGEILE Shownotes? Auch wenn die Links nicht funktionieren: Inhalt, Relevanz, Ausführlichkeit etc: TOP! <3

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  2. Angela

    zum Thema Kommentare in Mainstream-Medien:
    Vielen Dank Holger für die treffende Analyse der Situation. Auch bei den ÖR begegenet einem dieses Phänomen sehr häufig und deutlich, insbesondere auf den Seiten der Tagesschau.
    Mein Lieblingsbeispiel sind staubtrockene Beiträge zur Inflationsrate, bei denen sich die Kommentatoren nicht scheuen, die Analysen mit einem Halbsatz für von der Poltiitk beeinflusst zu erklären und im nächsten Satz schon eine Inflationsrate von 30% als deutlich bessere Schätzung präsentieren.
    Auch bei Privatmedien sieht es jedoch überhaupt nicht anders aus.
    Deine Einschätzung „das liest doch niemand“ trifft wahrscheinlich sogar noch stärker zu, als du glaubst: Bei vielen Kommentaren hat man das Gefühl, nicht einmal die aktiven Kommentatoren würden die Beiträge der anderen Nutzer lesen. Das lässt die ohnehin schon niedrige Qualität der Kommentare weiter sinken.

    PS: Die direkte Anrede von Politikern o.Ä. kann man noch als sprachliches Mittel werten. Ich glaube nicht, dass jemand ernsthaft erwartet, der Adressat würde die Beiträge lesen. Außer man wendet sich an die Redaktionen; aber da fällt der Kommentar ja dann auf fruchtbaren Boden, wie Du uns geschildert hast.

    Antworten
    1. Greg

      Hallo,

      ich habe es mir angewöhnt bei wichtigen Themen nicht die Nachrichtenkommentarfunktion zu nutzen, die ins Leere läuft, sondern die Politiker direkt anzusprechen (anzumailen), mit einem Verweis auf die Nachrichtenseite als Bezug.

      Es ist etwas direkter und bei eiiner sachlichen Argumentation wesentlich zielführender als in irgendeinem Newsforum an 72. Stelle mein Senf zu hinterlassen.

      Bei den Politikern gibt es z.T. schriftliche Eingagsbestätigungen (ja, per Post!) und auch mal Antwortschreiben die darauf hinweisen dass die Botschaft angekommen ist.

  3. Björn

    Hallo Holgi,

    sorry für die kaputten Shownotes.
    Habe den Podcast nochmal gehört (kann ich ja nicht auf mir sitzen lassen^^) und korrigiert, weiß nur nicht, was du tun musst, damit es richtig angezeigt wird.
    Kannst du das nochmal importieren oder so?

    Viele Grüße

    Björn (@coldchardonnay)

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  4. Erik

    Hallo Holgi und Alexandra!

    Vielen Dank für die schöne, neue Folge! Der von Holgi geforderte Aufstand gegen Pegida in Dresden findet heute (19.10.) mit dem „Herz statt Hetze“ Sternlauf statt! Leider wird auch diese Großdemonstration Pegida nicht aus der Stadt drängen können. Vielleicht hilft sie aber, ein positives Zeichen zu setzen.

    Viele Grüße aus Dresden
    Erik

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  5. Oli

    Zum Thema Meditation: Es gibt die Meditations-App Headspace vom Engländer Andy Puddicombe (ich glaube Holgi kennt sie auch), die viele buddhistische Einflüsse enthält, auch angesprochenes Flugzeug/blauer Himmel Beispiel, dabei aber die esoterischen Elemente herausfiltert. Mir gefällt sie wirklich gut, kostet ein paar Euro im Abo, wird aber auch stetig erweitert.

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  6. Pat

    Puhh, ist Alexandra evtl. depressiv? Sie ist voller Selbstmitleid (schrecklich). Ich empfehle ihr sich ein Ziel zu setzen oder sich mit einer Sache zu beschäftigen die Sie vom Leben ablenkt. Anstrengend 🙂 Sorry

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  7. Rene

    Ich war vor 3 Monaten in Polen und Tschechien im Urlaub, ich habe die gleiche Erfahrung gemacht.
    Wenn man nicht dort war weiss man ja wenig über diese Länder im Osten, natürlich habe ich auch nicht gedacht dass dort alle graue Kartoffelsäcke anhaben und Hunger leiden, vom tatsächlichen Stand der Dinge war ich auch sehr überrascht.
    Die Supermärkte um ein Vielfaches besser bestückt als in Deutschland. Supermarktketten aus England (Tesco), Deutschland (Lidl, Aldi,Kaufland), Frankreich (Carrefour, Intermarche), natürlich mit einem angepassten Sortiment aber trotzdem. Was mich ein wenig enttäuscht hat ist das es teilweise ziemlich geile Produkte von deutschen Firmen gab mit komplett deutscher Aufschrift auf der Packung die es aber in Deutschland nicht gibt.
    Auch was das bezahlen angeht, als meine Frau nach ihrem Geldbeutel gekramt hat haben in der Zwischenzeit 3 andere Kunden mit ihren RFID Bankkarten bezahlt, in einer gefühlten Minute und das gabs fast überall.
    Ich hab in Berlin öfter gehört wenn ein Laden wenig anzubieten hatte wie jemand sagt „Ist ja wie im Osten hier“ . . aber die angesprochene Erfahrung hab ich in den Niederlanden gemacht, Frankreich, Spanien und wie gesagt auch in Polen und Tschechien, die etwas bittere erkenntnis – wir sind der „Osten“.

    Eine Sache der ich in Polen besonders nachweine, sind diese Góralki Waffelriegel die es an jeder Supermarktkasse gab.

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  8. Tim

    Wieder mal eine sehr interessante und unterhaltsame Folge.
    Zum Thema Buddhismus bzw. indische Philosophie:
    Es gibt, neben den von Esoterik- und New Age-Anhänger verstümmelten und verfälschten buddhistischen Texten auch alte Texte aus Indien. Eine der meines Wissens nach wichtigsten Textsammlungen sind die Veden. Zudem haben sich auch deutsche Philosophen wie zum Beispiel Arthur Schopenhauer sehr für die indische Philosophie (die nicht sehr strikt von Buddhismus und Hinduismus getrennt ist und für diese auch unentbehrlich ist) begeistert. Arthur Schopenhauer hat die Upanishaden als den Trost seines Lebens bezeichnet und den indischen Denkern eine große Tiefe zugeschrieben, die weitaus über den hiesigen fernost Kitsch (Kalenderweisheiten, Selbsthilfebücher usw.) hinausgeht.
    Ich bin allerdings auch keine großer Kenner der indischen Philosophie, würde aber durchaus mal dazu anraten die Upanishaden anzulesen. Natürlich entstammen diese Werke einer ganz anderen Zeit, Kultur und Sprache, sind sympolisch zu verstehen und müssen oftmals mit viel Geduld interpretiert werden, allerdings lohnt es sich, sie zu lesen.
    Freundliche Grüße,
    Tim

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  9. carl

    Ich glaub als Dresdner ist es unglaublich ermüdent , wenn jeden Montag rechte Sprallos durch Dresden ziehen und vor allem Montags

    Seh es ja hier in HGW. Seit der Flüchtlingssache stehen 20-50 sprallos auf dem Markt. Jeden Montag! Einglück sind wir von Studenten umgeben, sodass immer mehr als doppelt so viele auf der Gegenseite stehen.

    Antworten
    1. Dr. Azrael Tod

      „Wenn da 500K Dresdner auf der Straße stehen und gegen Pegida demonstrieren“

      Ist halt fast so einfach zu fordern wie es unrealistisch ist und nicht zum Ziel führt.

      Gegenfrage an Holgi: Warum gehst du nicht zur Gegendemo? Weil es zu weit ist? Keine Zeit?
      Den meisten Leuten sind die Spinner halt egal. Das wird dich jetzt überraschen, aber das ist bei ziemlich allen Themen so. Dann gibt es noch Leute die keine Zeit haben, Leute die Angst davor haben wirklich was auf die Mütze zu bekommen und Leute die der Meinung sind dass es nicht hilft wenn 20K Idioten laut schreien noch 10K Leute daneben stellen die lauter schreien sollen.

      Ich kann mir halt auch nicht vorstellen dass Gegendemos und mehr Aufmerksamkeit die Lösung sind. Das hat im letzten Jahr auch nicht funktioniert.

      Drinbevor: butthurt Dresdner, schon klar.

  10. Deppenklatsche

    Zum Thema Visionen in der Politik fiel mir direkt Gabriels Positionierung zur Legalisierung von Cannabis ein. Er sagte, er wäre bereit sich dafür einzusetzen, sollte dies vom Wähler gewünscht werden. Ich meine, es wäre ja grundsätzlich förderlich für die Sache, wenn eine SPD sich so positionieren sollte. Aber allein die traurige Tatsache, dass ein Spitzenpolitiker wie er offenbar vollkommen unfähig ist sich eine eigene fundierte Meinung zum Thema zu bilden zeugt schon davon, dass hier anscheinend jemand den falschen Beruf gewählt hat. Ziemlich armselig.

    Antworten
  11. s.m.langer

    Ich finde schon, dass man die Pegidagefolgschaft „ernst nehmen“ muss aber eben nicht im Sinne von in den Dialog treten und deren Haltung öffentlich als gleichberechtigt und vertretbar akzeptieren. Man sollte aber anerkennen, dass diese Menschen Gründe haben oder zumindest so empfinden auf die Straße gehen zu müssen. Du hattest in früheren Folgen mal gesagt, es ist sinnvoll zu fragen wovor die eigentlich wirklich Angst haben. Und genau das heißt für mich „ernst nehmen“. Warum gehen diese Menschen jetzt, in den Mengen und so hartnäckig auf die Straße? Warum nicht vor 5 oder 10 Jahren?
    Wenn man die alle als Nazipack abstempelt und deren Diskursfähigkeit aberkennt, macht man es sich selbst leicht löst aber das Problem nicht. Ausgrenzung führt nur zu Radikalisierung („Wir sind das Pack“). Wenn dann irgendwann doch mal hundert- statt zehntausende auf den Straßen stehen sollten, sind Siggy’s Umfragewerte unser kleinstes Problem. Dann fühlen sich vielleicht einige legitimiert, nicht nur Häuser anzuzünden sondern auch Menschen.

    Pegida ist ein Symptom einer krankenden Gesellschaft und das muss man ernst nehmen.

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  12. Romconstruct

    Die beschrieben weiße Ikea Bettwäsche haben wir auch 🙂

    Aber mal zu einigen anderen Sachen (langer Text ‚tschuldigung):

    Ich oute mich mal als jemand der auch nicht damit klar kommt das es Leute gibt die einfach so etwas verschenken wollen und keine Gegenleistung erwarten. Das liegt womöglich auch einfach aus den Erfahrungen in der Kindheit/Jugend.

    Beispiel: Meine Eltern sind im Tennisverein „vom Dorf“ und als Kind war ich dann auch immer mal dabei wenn gespielt und danach ein Bier getrunken wurde. Da wurde dann vom Ersten ne Runde gegeben und vom Zweiten usw. und mir war dass immer zu wieder warum es immer so „ausarten“ musste. Ich habe meine Eltern darauf angesprochen und mir wurde erklärt dass mache man nun mal so und es werde erwartet dass jeder eine Runde gibt. Es könne ja nicht sein das da einer etwas bezahlt und ein anderer sich nur alles ausgeben lässt. Und das fängt dann schon beim ersten an. Der gibt die Runde aus und der Zweite ist dann schon gezwungen es auch zu machen. Mein Vater hat sich hier und da mal rausgehalten und war dann auch bei einigen unten durch. Das prägt und so etwas gab es dann in vielen Bereichen wo mir klar gemacht wurde dass die Gesellschaft es einfach erwartet wenn etwas gegeben wird auch eine Gegenleistung zu bekommen.

    Aus dem Konzept kann ich mich bis heute schwer lösen. Es bereitet mir sogar ziemliche Probleme und ich liege dann auch gerne mal nachts wach wenn ich etwas bekommen habe und muss mir immer wieder sagen „schon okay, der Schenkende will nix von mir, es war nur um dir ne Freude zu machen…“. Deshalb schenke ich selbst auch nur sehr ungern was weil mein Kopf mir sagt „bring den Beschenkten nicht in die missliche Lage dir jetzt auch was schenken zu müssen“, auch wenn ich selber absolut nix erwarte. Es ist ein ordentlicher Knoten im Kopf 🙂

    So abwegig es also für die „gerne Schenker“ sein mag solche Gedanken zu haben möchte ich doch einfach mal dafür plädieren dass auch ihr euch mal in die Lage von so Leutchen wie mir versetzen solltet und es vielleicht nicht als „vollkommen normal“. Für euch ist es halt aus diversen Gründen normal, für andere mag es aber problematisch sein.

    Zu Alexandras Schilderung von Gastfreundschaft und dem netten Frühstück am Morgen: Hier stelle ich große Unterschiede zwischen Leuten aus Großstädten und „vom Land“ fest. Wenn wir Gäste haben die selber in der Großstadt wohnen dann ist es vollkommen normal auch noch am Abreisetag gemütlich zu Frühstücken und den Tag noch etwas zusammen zu verbringen, man wird ja schon irgendwann nach Hause kommen. Die „vom Land“ wollen aber immer schnellstmöglich weg weil es irgendwelche festgefahrenen „Traditionen“ (Sonntags immer um 16 Uhr Kaffe&Kuchen bei Oma…) gibt die scheinbar unbedingt eingehalten werden müssen. Sie schlagen oft das Frühstück sogar ganz aus was leider oft dazu geführt hat dass wir überschüssige, frische Lebensmittel nicht komplett verwerten konnten. Für uns ist es halt auch normal hier ordentlich etwas anbieten zu können, aber wenn dann am Ende 2 statt 6 Leuten am Tisch sitzen ist es ziemlich unschön. Daher fragen wir jetzt vorher auch immer nach wer noch zum Frühstück bleiben möchte und ob wir etwas besorgen sollen. Irgendwo peinlich aber so werden eben zumindest keine unnützen Lebensmittel gekauft.

    Die herzliche Gastfreundschaft wie z.B. bei Polen oder Türken ist auch nicht immer so toll muss ich sagen. Was ich da durchaus schon erlebt habe war eben dass man ständig etwas angeboten bekommt und wehe man lehnt es dann doch ab. Dann gilt man hinten rum als unhöflich. Es scheint unvorstellbar zu sein, so zumindest meine Erfahrungen, dass man irgendwann einfach mal satt ist, keinen Kaffee mehr möchte etc. Klar das Ziel sieht wohl einfach so aus das der Gast rundum glücklich und vollgestopft sein muss damit man ein guter Gastgeber ist. Aber ein „nein Danke“ darf man dann auch mal akzeptieren 😉

    Zu guter Letzt dann noch das Thema Supermärkte:
    Was mir da immer im Ausland, hauptsächlich England, auffällt ist nicht nur die große Auswahl sondern auch der Freundlichkeit der Kunden untereinander und auch die Möglichkeit der Bezahlung. In Deutschland habe ich oft das Gefühl nur von Egoisten umgeben zu sein wohingegen in anderen Ländern einfach Rücksicht genommen wird.

    Beispiel vorm Kühlregal – Ausgangssituation „Ich stehe vorm Regal und suche einen Joghurt, vor mir steht noch ein anderer Kunde“:
    – Deutschland: Der Kunde vor mir beachtet mich nicht und scheint sogar „Spaß“ dran zu haben immer exakt in meinem Blickfeld zu stehen. Gehe ich zwei Schritt nach Links um doch erst nach Käse zu gucken, geht er mit. Gehe ich zurück zum Joghurt, geht er auch zurück. Zufall? Mir passiert das ständig und ich bezweifle einfach mal das diese Leute auch immer exakt das gleiche suchen wie ich. Gerne wird auch der Einkaufswagen/Kinderwagen als zusätzliche Barriere oder Rambock verwendet um möglichst viel Platz für sich zu schaffen
    – England: Der Kunde vor mir sieht mich, entschuldigt sich und macht Platz damit wir beide gucken können

    Natürlich erwarte ich nicht das man mir Platz macht und sich entschuldigt, ich kann ja warten oder eben wo anders gucken, aber es ist ein netter und höflicher Umgang miteinander und man nimmt eben Rücksicht. In Deutschland gibt es das einfach nicht.

    Wir scheinen zudem das einzige Land zu sein in dem man immer deutlich mehr Kassen als Mitarbeiter haben muss. In England kenne ich es so dass i.d.R. alle Kassen besetzt sind und es mittlerweile sogar, wie im Ikea, Kassen gibt wo man selber alles scannen kann. Geht man hier in einen normalen Supermarkt gibt es gerne mal 4 und mehr Kassen aber nur wenn man Glück hat sind davon immerhin mal 50% besetzt und das auch nur wenn der Laden brechend voll ist.

    Vielleicht liegt es ja am Arbeitsmarkt, da kenne ich mich nicht so aus. Womöglich liegt der Verdienst in anderen Ländern weit unter dem unserer Kassierer/-innen so dass man dort mehr Leute einstellen kann die zudem auch noch immer freundlich sind weil sie Angast haben den Job verlieren zu können wie es in den USA üblich ist. Ich kann auf jeden Fall im Ausland immer sehr entspannt einkaufen gehen wo es in Deutschland für mich immer eine absolute Stresssituation darstellt.

    Und apropos brechend voll:
    Gefühlt werden die Supermärkte bei uns immer enger. Wo man in England im Salisbury gerne mal bequem mit 3-4 Leuten nebeneinander gehen kann, kann man sich bei uns gleichzeitig im Regal links und rechts bedienen. Es kommt zwar keiner aneinander vorbei, aber damit kann man ja schön die „Konkurrenz“ um den mangelnden Platz im gang fördern. Wir drängeln doch alle so gerne…

    Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

    Antworten
    1. Greg

      Hallo Romconstruct,

      das mit den Ausgeben kenne ich. Auch in meiner Kindheit/Jugend war es manchmal ziemlich unentspannt. Ich kann deine Denkweise zu 100% nachvollziehen. Ich habe aber mit der Zeit gelernt anders damit umzugehen, weil ich erkannt habe dass es mein Problem war, nicht das der Anderen.

      Du kannst gerne für deine Sichtweise werben und um Verständnis hoffen, aber meine Erfahrung sagt: „Vergiß es!“ Die Welt wird sich dir nicht anpassen, auch wenn sie dich versteht; oder zu verstehen vorgibt.

      Versuche für dich einen leichteren oder spielerischen Umgang mit der Gastfreundscaft zu finden, vor allem wenn es andere Kulturen betrifft, denn da ziehst du letztendlich den Kürzeren. Es gibt kulturelle Unterschiede Respekt zu zeigen. Ein Regelverstoss kann als sehr ungebildet gewertet werden.

    2. Anne

      Das mit dem Geben kenne ich genau andersrum. Anscheinend komme ich aus einer Familie (und das sage ich jetzt nicht, um anzugeben, sondern weil es mir in den letzten Jahren aufgefallen ist), bei der man völlig ohne Hintergedanken gibt und nicht zwingend eine Gegenleistung erwartet. Das finde ich auch sehr angenehm, ich schenke gerne Leuten etwas oder backe Kuchen für die Kollegen, ohne dass ich erwarte, dass ich von den gleichen Leuten im Gegenzug etwas zurückbekomme. Ich habe da eher den Karmagedanken, dass ich dafür irgendwann von irgendeinem anderen Menschen was zurückbekomme und wenn nicht, dann eben nicht. Es ist ja meine freiwillige Entscheidung, ich muss ja keinen Kuchen backen.

      Tatsächlich mache ich dann aber auch die Erfahrung, dass ich was zurückkriege und so funktioniert das ganz prima. Allerdings: Durch diese Sichtweise habe ich dann auch nicht das Gefühl, den Leuten, die mir was gegeben haben, immer zwangsweise etwas zurückgeben zu müssen, jedenfalls nicht so Zug um Zug. Möglicherweise kam das schon mal unhöflich oder undankbar an, aber das weiß ich nicht, weil sich zumindest noch keiner beschwert hat.

      Möglicherweise ist es also wirklich auch ein Erziehungsding. Womit ich nicht sagen will, dass es schlechte Erziehung ist, sondern nur, dass die Erwartungen der Eltern und des Umfeldes auf die Kinder übertragen werden.

    3. Romconstruct

      Ich kenne so einige Leute die aus Erfahrungen, nicht mal unbedingt aus direkter Erziehung heraus, so drauf sind wie ich. Das war dann auch gerade mal im Studium hier und da problematisch. Da hat man in der Regel nicht sonderlich viel Geld zur Verfügung, die einen mehr, die anderen weniger. Durch einen Nebenjob hatte ich mal einen Tick mehr und hab dann auch mal gerne etwas ausgeben, was andere dann in arge Bedrängnis gebracht weil sie meinten dies zurückgeben zu müssen von dem Geld was sie nicht hatten. Da musste man dann auch erst mal klar machen das es nicht um Geld und irgendwelche Verpflichtungen geht sondern nur darum gerne etwas auszugeben.

      Ebenso kenne ich es auch das viele Leute immer „gegenrechnen“. Also „oh du hast mir zum Geburtstag etwas für 30€ geschenkt, dann muss ich auch etwas für mindestens 30 kaufen und ja nicht nur was für 15.“ Das finde ich selbst fürchterlich und es hat mich auch nie interessiert. Ebenso rechne ich auch nicht bei Cent oder kleineren € Beträgen irgendwelche Schulen auf. Ich kenne aber Leute die das ernsthaft machen. Und die sind schon meine Leben lang da und prägen einen natürlich auch.

      Da ich eben beide Seiten kenne, sprich ich gebe selbst gerne ohne etwas zu erwarten, habe aber selber den Tick zu meinen der Gebende/Schenkende erwartet eine Gegenleistung, kann ich beide Seiten gut nachvollziehen und versuche das auch zu berücksichtigen wenn ich weiß wie mein gegenüber tickt.

      Mittlerweile habe ich mich da im engsten Freundeskreis an viel gewöhnt. Eine sehr gute polnische Freundin von mir bringt mir auch immer mal Kleinigkeiten mit. Das stürzt mich jetzt auch nicht mehr in Schuldgefühle und ich weiß auch einfach das sie sich tierisch freut wenn ich mich freue. Und hier und da finde ich auch mal was, was ich dann mitbringen kann etc. ohne mich dazu verpflichtet zu fühlen.

      @Greg:
      Noch zum Thema Gstfreundschaft. Ich sehe es nicht als respektlos an wenn ich nach dem dritten Kaffee oder Stück Kuchen sagen „danke sehr nett aber ich hatte genug“. Wenn dann jemand beleidigt ist und sich in seiner Gastfreundschaft verletzt sieht, sehe ich das Problem wirklich nicht bei mir.

      Hier habe ich auch Erfahrungen mit einem ehemaligen Arbeitskollegen, ebenfalls Pole, gemacht. Er hat immer gerne was gegeben, gerne eingeladen usw. Aber wehe man halt dann irgendwann einfach nur mal „danke aber das schaffe ich nicht mehr“ gesagt. Und noch schlimmer: wehe man hat ihn mal eingeladen. Entweder er hat immer abgelehnt oder war über die Maßen bescheiden z.B. Cheffe lädt zum Pizza essen ein, jeder nimmt was er gerne mag nur der Kollege nimmt immer nur eine kleine Margarita weil sie das günstigste auf der Karte ist.

      Natürlich ist Bescheidenheit auch eine wichtige Eigenschaft, aber warum stopft einem die gleiche Person die so bescheiden ist immer das größte Stück Kuchen rein wenn man aus Bescheidenheit das kleinere nehmen möchte und ist dann auch mal schnell beleidigt? Das kenne ich ebenso von der Familie meiner polnischen Bekannten und von türkischen Kommilitonen.

      Natürlich muss das absolut nicht allgemein gültig sein und es sind halt meine begrenzten Erfahrungswerte. Womöglich mache ich mir da insgesamt auch einfach zu viele Gedanken.

      Aber wenn du @Greg dann schon sagst so ein „Regelverstoß“ kann als ungebildet gewertet werden, darf ich doch mal basierend auf meinen Erfahrungen fragen wie die Regeln denn so aussehen? Wenn ich böse pauschalisiere müsste ich ja sagen „Lädt ein Pole einen Deutschen ein muss der Deutsche alles dankend annehmen, denn Bescheidenheit ist respektlos. Lädt der Deutsche den Polen ein darf er nicht drauf zählen dass die Einladung angenommen wird und wenn dann muss die Bescheidenheit des Gastes respektiert werden. Was aber wenn der eine Pole den anderen einlädt? Error -> can’t compute“ 🙂

    4. Alexandra

      Das höre ich oft, dass die eigene Haltung zum Thema bei den Überzeugungen der Eltern verortet wird, die man als Kind auch explizit vermittelt bekommen hat. Bei dieser „Alles muss 1:1 beglichen werden“-Denke wird mir ganz mulmig. Ich würde gerne verstehen, wo das herrührt. War dieses emotionale Wirtschaften irgendwann eine pragmatische Antwort auf eine historisch-gesellschaftliche Situation und hat sich dann so fortgepflanzt? Gibt es speziell in Deutschland einen Zusammenhang mit dem sozialen Milieu? Meine Beobachtung: vor allem in gebildeten Kreisen, in denen man Kunst, Literatur und Musik schätzt und eine liberale, weltoffene Haltung hat, bedeutet Geben, eine bestimmte KULTUR zu pflegen. Großzügigkeit ist nichts, was man sich erst leisten müsste, man kennt den emotionalen und ästhetischen WERT des Gebens. Der Karma-Gedanke von Anne ist super, so funktioniert(e?) es nämlich auch in Polen, wenn man das Land als kollektivistische Gesellschaft versteht. Unter welchen Bedingungen ist eine Gastfreundschaft, die nicht nach Retourkutschen schielt, möglich? Erst mal hatten alle gleich viel bzw. gleich wenig. Wichtiger Punkt! (So kommt es nicht zu Gedanken wie „Jetzt hat das reiche Arschloch mich eingeladen um mir zu zeigen was ich mir alles nicht leisten kann.“) Zweitens war das Geben Ausdruck von Helfen, weniger ein Lifestyle-Ding. Die meisten Polen laden ihre Gäste nicht ins Restaurant ein, das wäre gegen den Spargedanken, stattdessen wird der Reisende fürstlich bekocht. In Polen bekommt der Gast auch das beste Bett im Haus. Denn wozu sollte er sein nicht vorhandenes Geld für ein Hotel ausgeben? Das Wichtigste ist aber, dass er sich zu Hause fühlt. Polen schöpfen viel Selbstwertgefühl und Freude daraus, besonders gute Gastgeber zu sein. So wie manch attraktiver Mensch glücklich ist, wenn er seine Schönheit inszenieren darf.. Es ist ein allgemein gültiges Gebot, nicht nur ein christliches, Herzlichkeit und Gastfreundschaft zu zeigen. Und nun stellt euch vor: Wenn das ein Imperativ ist, wenn ALLE so denken!! Dann ist es wirklich scheißegal, ob auf meine Einladung eine Einladung von meinem Gast folgt. Ich kann sicher sein, dass ich – egal wohin ich komme – mit einer warmen Suppe und einem guten Bett rechnen kann. Diese Sache funktioniert, weil alle so denken. Das meine ich auch wenn ich sage: je homogener die Gesellschaft, umso besser funktioniert die Sache mit dem selbstlosen Geben. Man bekommt *immer* zurück, auch vielfach, nur eben nicht unbedingt von der Person, der man einen menschlichen Dienst erwiesen hat, so what?

    1. Greg

      Hallo Romconstruct,

      hhhmmm, Regelverstoß… gute Frage. Eigentlich klingt der von mir ins Spiel gebrachte Begriff Regel zu starr.
      Was ich sagen wollte ist das man die Geste des Anderen annehmen sollte, einfach als Wertschätzung.
      Wenn es allerdings so ausartet wie in deinen Erlebnissen, dann ist das in der Tat nervig. Ich meine, nach drei Stück Torte ist wirklich gut. Das ist widerum fast unhöflich vom Gastgeber.
      Ich habe auch einen sehr guten Freund, der immer genau mitrechnet, damit er nicht zu kurz kommt. Ich kenne seine Geschichte und sehe über diese Schwäche hinweg. Was soll´s, nobody is perfect. Und ich schon gar nicht.

    2. Romconstruct

      @Greg
      Im falschen „Kommentarverlauf“ geantwortet, aber wegen der Zusammenhänge antworte ich dann auch mal hier 😉

      Ich denke wir sind uns da schon ziemlich einige und es ging mir genau um solche „3 Stück Kuchen“ Sachen. Da werden halt 5 Leute eingeladen und Kuchen für 10 aufgetischt weil wegen guter Gastgeber sein wollen, Menge verschätzt usw.. Die einen essen mehr die anderen weniger aber am Ende bleibt eben Kuchen über weil zu viel gekauft wurde. Passiert vermutlich jedem von uns 🙂 Aber wenn dann eben alle sagen „ne sorry ich hatte schon 2 Stücke“ darf man doch echt nicht beleidigt sein wenn dummerweise was übrig bleibt und alle schon platzen. Noch schlimmer wirds dann eben auch mal bei Alkohol.

      Auf Dienstreise in Berlin (In Marzan) war ich mal beim Griechen spät abends essen weil sonst nix mehr offen hatte. Es gab den obligatorischen Uzo…und noch einen…und noch einen… Der Kellner brachte für alle Runde um Runde, aufs Haus. Alles total nett. Aber ich musste am nächsten Morgen früh raus, Vortrag und Schulung leiten usw. und wollte auch mal zahlen. Mein „nein Danke“ nach dem dritten Uzo wurde schlicht nicht akzeptiert. Alle anderen haben auch fröhlich weiter getrunken. Vielleicht war ich halt der Einzige der morgens früh raus musste (es war ~23 Uhr und ich musste um 6 los) oder was auch immer. Aber bei aller Nettigkeit geht mir da die Gastfreundschaft auch echt zu weit, ich wollte schon nach dem ersten Uzo keinen zweiten mehr 🙂

  13. Leif

    Ich habe euch heute über eure Abneigung gegenüber deutschen Texten reden hören und dachte sofort „die kennen also keine guten, deutschsprachigen Künstler“. Natürlich sind MusikTexte immer auch etwas lyrisch zu verstehen und nicht wörtlich. -Außer bei Rap, aber was die Fanta 4 (deren Musik ich nur sehr eingeschränkt mag) mit unserer doch wundervollen Sprache machen, ist beispiellos und lässt mich meine Muttersprache lieben.

    Ein in meinen Augen extrem gehaltvoller und darum genialer und trotz seines Alters unvorstellbar aktueller Text ist der unten angefügte. Falls er euch gefällt, googlet einfach mal andere Sachen von Wirtz.
    Da wo dieser Text herkommt, gibt es noch mehr…

    Du solltest träumen für all jene, denen die Angst den Schlaf geraubt,
    deren Hoffnung man zertreten, irgendwo im Straßenstaub.
    Du solltest springen für all jene, denen der Fuß in Ketten liegt,
    deren Willen man gebrochen, deren Freiheit man bekriegt.
    Du solltest leuchten für die Lichter, die man in Dunkelheit gesperrt,
    für die Kinder die nicht wissen, ob die Väter wiederkehren.
    Du solltest wissen um dein Glück, dass dir ein Zufall zugespielt,
    zu jeder Stunde, jeden Tag an dem du die Sonne siehst.
    Sei frei – solange es geht!
    Bleib frei – solange du lebst!
    Sei frei – und reite die Welle!
    Sei frei – an ihrer Stelle!
    Du solltest sprechen für all jene, die nicht reden können von diesen Dingen,
    weil die die es nicht hören wollen, sie sonst ganz schnell zum schweigen bringen,
    Etwas bewegen für all jene, deren Leben längst erstarrt,
    die von deiner Freiheit träumen und den Chancen die du hast.
    Sei frei – solange es geht!
    Bleib frei – solange du lebst! ….

    (c) D. Wirtz

    Antworten
    1. Eule

      Mir geht’s so ähnlich wie im Podcast beschrieben, und dieser Text ist vielleicht ein ganz gutes Beispiel: Ich finde den sehr, sehr schlimm. Da setzt bei mir das Fremdschämen ein, und ich denke: Meine Güte, was für ein pathostriefender Unsinn! Gleichzeitig habe ich aber überhaupt kein Problem mit, sagen wir, „Man in Black“ von Johnny Cash, obwohl das auch vor Pathos nur so strotzt. Ich schätze, das ist wirklich die größere Abstraktionsfähigkeit in der anderen Sprache.

      Bei deutschsprachigen Texten gibt es aber auch noch die Möglichkeit ironischer bzw. allgemein humoriger Distanz, was zumindest bei wirklich alten Schlagern (spätestens frühe 70er oder so) ganz gut funktioniert, oder neuerem Spaßkram von Guildo Horn, Helge Schneider oder den Doofen.

    2. Romconstruct

      Da schließe ich mich Eulke an. Leg unter den selben Text Gitarren mit recht simplen Riffs und ner rotzige gröhlenden Stimme und es ist von den Onkelz und führt direkt zu wilden Diskussionen. Aber bei Fanta 4 ist es dann tolle Lyrik?

      Ne da muss ich auch sagen das es leider sehr sehr wenig deutsche Lieber gibt die ich mir anhören kann, wohingegen es mir bei englischen Texten, auch wenn ich diese komplett verstehe, nahezu vollkommen egal ist wie oder ob sie stumpf/pathetisch etc. sind.

  14. Frieder

    Beim Rap ist es schon lange nicht mehr wörtlich zu nehmen. Gerade die neueren „Gangster Rapper“
    Und andere Style die sich eher Amerikanisch präsentieren sind reine Übertreibung und Überzeichnung eines bestimmten Lebens, dass die wenigsten der Rapper auch nur im Ansatz wirklich kennen.
    Ich glaube dass die jüngeren Generation (momentan 14-25 oder so) eine deutlich stärkere Bindung zur deutschen Sprache haben und diese hören, ohne von Dingen wie „Ich bin Einsam“ in einem Lied verstört zu werden. Und je nach Sozialem Umfeld der Person werden auch ganz unterschiedliche Stile gehört.

    Mir persönlich ist es im bezug auf Musik eher unangenehm anderen Leuten deutsche Musik zu zeigen, da eher davon ausgegangen wird, dass das was der Sänger singt von dir dann auch so gemeint/empfunden wird. Im englischen kann man da einfacher mit “ ich höre dass nur wegen der Melodie, auf den Text achte ich nicht“ begründen.

    Ein Beispiel für „gute“ moderne deutsche Musik:
    KraftKlub – ähnlich wie die Ärzte nur jünger.

    Antworten
    1. Leif

      DU hast Recht. Vielleicht war „wörtlich nehmen“ die falsche Beschreibung. Ich meinte, dass rein lyrisch im Rap nicht viel passiert. Da wird zwar auch in Bildern gesprochen, aber nicht in zusammenhängenden Geschichten. Naja egal.

      Meine Kernaussage sollte sein, dass es einige, sehr talentierte und künstlerisch wertvolle, deutsche Liedtexte der neueren Zeit gibt. Wirtz-Texte sind hin und wieder mal mit Kraftausdrücken versehen, aber immer gefühlvoll. Und ich meine alle Gefühle, Trauer, Hass, Wut, Freude, Depression (Daher vielleicht sogar interessant für Alexandra, die ja auch generell mal düstere Mucke gehört hat) Die älteren Alben sind relativ schwarz, teilweise erinnern die Stücke sogar an Grungebands wie Soundgarden, das neueste Album „Auf die Plätze, fertig, los“ ist in der musikalischen Historie ein Sonnengang nach einer sehr dunklen Nacht.

      Oh und ich schreibe das hier nicht als Fanboy. Ihr dürft mcih beim Wort nehmen. 😉

    2. Leif

      ich stehe mit meiner Meinung/Laune/Aussage nicht hundertpro immer hinter jedem Text, den ich höre.
      Ich kann auch melancholische Musik/Texte hören oder zitieren, OHNE gleich selbst in ner Krise zu stecken.
      Lyrik ist -gut gemacht- wunderbar und kann Leute berühren, so sehe ich das.

      Im Prinzip ist das ncihts anderes, als ein Buch oder eine Geschichte schreiben.
      Man kann Situationen und Launen transportieren, ohne das Kind beim Namen zu nennen.
      Du kannst in einem Halbsatz ganze Gefühlswelten transportieren. WENN du das kannst, dann hast du Lyrik begriffen.

  15. Ralf

    Ich hätte drei Buchempfehlungen zum Thema Budhhismus:

    – Mit Buddha das Leben meistern: Buddhismus für Praktiker von Volker Zotz

    – Life with Full Attention: A Practical Course in Mindfulness von Maitreyabandhu

    – Sehen, wie die Dinge sind: Der Achtfältige Pfad des Buddha

    Antworten
  16. Leif

    vielleicht macht es einen Unterschied, wie man Musik hört?
    Ich höre keine Musik einfach nur so weg oder lasse mich von ihr berieseln.
    Ich unterstelle einem Song eigentlich immer, dass er eine Message überbringt, eine Geschichte erzählt. Ich bin als 78er mit der Rockmusik der mittleren und späten 80er Jahre konfrontiert gewesen und höre auch bei englischen Musiktiteln auf den Text. Wenn ich einen Textteil nicht verstehe, google ich den und ich übersetze mir im Kopf auch häufig englische Liedtexte. Englische Songs der 80er Jahre waren da noch meistens wesentlich gehaltvoller.

    In meiner Jugend habe ich mich von Songtexten ernährt und mich in meinem Umfeld durch Texte positioniert. Das können Leute, die in den späten 80ern oder frühen 90ern geboren sind, vielleicht nicht ganz nachvollziehen.

    GunsNRoses haben meine pubertäre Wut zum Ausdruck gebracht, mit U2-Texten habe ich Krisen bewältigt, Nirvana (obwohl textlich nicht immer wirklich tiefgreifend) haben mich an meinem Leben zweifeln lassen, Sepultura-Texte haben mir in den Arsch getreten und mich zum Aufstehen gezwungen.

    Heute sollte man Abstand davon nehmen, versuchen zu verstehen, was englische Songtexte so beinhalten. Zum Einen, weil Lieder heute größtenteils völlig anders und mit völlig anderen Hintergründen produziert werden, als noch vor 20 Jahren. Zum anderen, weil mit Eurodance in den 90ern unheimlich viel (inhaltlicher) Schrott produziert wurde (insbesondere textlich, ich zitiere nur die erfolgreichste Girlband der Welt:

    „Ich möchte AH, Ich möchte AH, Ich möchte AH, Ich möchte AH, Ich möchte wirklich wirklich wirklich, möchte Zick Zack AH“,

    Außerdem, weil es die amerikanischen Bands nur ab einem gewissen Niveau nach „Übersee“ -also nach Europa geschafft haben. Und Bands aus nicht englisch sprechenden Ländern und ihre englischen Texte will ich mal ganz außen vor lassen. Da gibt es heute noch erfolgreiche Nummern, die sprachlich oder grammatikalisch inkorrekt sind und von ihrer Aussage her auch ein frostfreies Niveau haben, also deutlich unter Null.

    Was ich meine, wird hier deutlich:
    https://www.pinterest.com/pin/69665125456555271/

    Wenn die Scorpions ihre Texte auf deutsch sängen, wären fast alle Platten von denen auf dem Index, die singen nämlich mehr vom vögeln und verunglimpfen Frauen durch Sexismus, wie keine andere Band.

    Antworten
  17. Mattias

    Guter Podcast,
    Als ich kürzlich bei meinem Sohn war (Zürich, Schweiz), servierte er den Icetea in einem Einmachglas. „Die Gläser von der Ikea seien kaputt gegangen, sie verwenden jetzt Einmachgläser.“ Und als ich das jetzt in Euerem Podcast hörte, musste ich schmunzeln. Anscheinend ist das jetzt Trend. . … Tschüss.

    Antworten
  18. Petra

    Hallo Holgi,

    du fragtest nach einem Buchtipp zur einem leicht verständlichen Buch über den Buddhismus.

    Karl-Ludwig Leiter: Wie vor was – sehr unterhaltsam und locker geschrieben, erklärt nicht die reine Lehre sondern beleuchtet Alltagsfragen unter Zuhilfenahme des Buddhismus
    Michael Feike: We will die – Buddhismus für Lebenshungrige

    Viele Grüße
    Petra

    Antworten
    1. Christian1313

      Das fand ich auch bemerkenswert.

      Tatsächlich ist genau das mein Problem derzeit mit dem Journalismus.
      Ich sehe es tatsächlich genau umgekehrt zu Holgi. Mir hat der Journalismus derzeit zu viel Haltung und zu wenig Fakten.

    2. Christian

      Dieses ganze „rechts/links Zeugs“ taugt doch in den meisten, aktuellen Themen und Diskussionen eh nicht mehr…

  19. Thomas

    Ich habe mir damals meine Basics in Buddhismus hier zusammengesammelt:
    http://www.audiodharma.org
    Das IMC bietet eine große Menge an Audios und das sogar mit Feeds zu einzelnen Themen. Die älteren haben nicht die Soundqualität mit der man uns sonst so verwöhnt aber es geht. Und obwohl IMC stramm die Theravada Tradition lehrt ist es nicht allzu religiös oder esoterisch – und ich bin da durchaus empfindlich und war am Anfang sehr misstrauisch. Ich mag speziell die Art von Gil Fronsdal – auch wenn sie sagen wir mal speziell ist. Oder Andrea Fella.
    Ich bin mit den 10 Perfections eingestiegen
    Feed http://www.audiodharma.org/feeds/collection/1859/
    Und danach habe mich durch die 4 Wahrheiten, den achtfachen Pfad, die drei Merkmale usw. durchgehört. Ist halt dann doch die Lehre im Original-List-Format.
    Und spezieller Tipp für Alexandra: Anatta – not self
    http://www.audiodharma.org/feeds/collection/1741/

    Vielen Dank für eine weitere WRINTheit mit seehr persönlicher Note.

    Antworten

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