WR477 Dimensionsbrecher

 

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31 Gedanken zu „WR477 Dimensionsbrecher

  1. Florian

    Florian hätte mit Sanskrit eh nicht viel anfangen können. Die wichtigsten buddhistischen Texte sind in einer anderen Sprache (Pali) verfasst, die zwar Anleihen beim Sanskrit hat, sich aber doch wesentlich unterscheidet. Zweck war es, die “ketzerischen” Ideen zu verstecken, indem man für philosophische Begriffe Kunstwörter benutzt.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Pali

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    1. thf

      Florian klang allerdings so, als wäre sein Interesse am Sanskrit (auch) ein indogermanistisches und da ist Sanskrit neben Altgriechisch eine gute Wahl, da diese beiden in unterschiedlichen Teilen der Grammatik als recht konservativ gelten, zusammen mit Latein der Ausgangspunkt der Rekonstruktion waren, und beispielsweise auch in einem einschlägigen Studium erworben werden müssen.

  2. Christopher

    Holgi hat die Sache mit dem Orion Spacecraft zu stark vereinfacht. Es stimmt, dass Obama gegen das Programm arbeitet. Aber nicht weil er Geld sparen will oder gegen den Fortschritt in der Raumfahrt arbeitet. Er, bzw. die Demokraten wollen das Geld lieber zur Förderung von Commercial Crews einsetzen. Also die Entwicklung kommerzieller menschlicher Raumfahrt. Zur Zeit entwickelt ja jeder so vor sich hin. SpaceX hat das Dragon Spacecraft, was bisher schon zu Frachtlieferungen zur ISS eingesetzt wurde. Boeing hat vor kurzem ihren CST-100 Starliner vorgestellt. Doch die Republikaner wollen lieber auf das Orion Spacecraft und die Entwicklung der neuen Trägerrakete SLS (Spacelaunchsystem) setzen. Das hat hauptsächlich politische Gründe. Orion und SLS sind auf eine Initiative von George W. Bush zurück zu führen, der nach der Columbia Katastrophe den Fokus auf ein anderes Feld der Raumfahrt lenken wollte. (Constellation Programme, das ist das, woran sich Florian nicht erinnern konnte)
    Obama hat schon 2009 das Constellation Programme beendet, eben weil er mehr in Richtung Commercial crews gehen wollte. Doch der Senat, der Republikanisch kontrolliert ist hat die Entwicklung der Rakete und von Orion per Gesetz festgelegt (Daher wird SLS auch gerne Senat Launch System genannt)
    Es ist Ansichtssache was man jetzt besser findet. Ich persönlich finde Die Demokraten haben die bessere Perspektive. Gerade SpaceX macht sehr vielversprechende Fortschritte, aber auch althergebrachte Firmen wie Boeing sind gut dabei. Das SLS ist viel zu überdimensioniert, damit kann man zwar gut viel Gewicht in den Orbit bringen, aber für Astronauten wäre eine kleinere Rakete effizienter. Eine monolaterlae, öffentlich finanzierte Mission scheint bei der aktuellen Lage der USA doch recht unwahrscheinlich. Auch weil man den Wissensstand von Apollo größtenteils wieder verloren hat, da man sich vollkommen auf das Space Shuttle konzentriert hatte und keine anderen System entwickelte. Viele Entwicklungen bei SLS fangen damit an, dass man alte Apollo-Technick nachbaut und neu erlernen muss. Durch Commercial Crews könnte man effizienter arbeiten und ohne multilaterale Projekte wird man nicht viel von der Erde wegbekommen. Die Meldung, dass sich der erste Orion-Flug mit menschlicher Besatzung nach 2023 verschiebt klingt zwar nach einem Rückschritt, aber im Grunde ist es ein Fortschritt.

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  3. Robert

    Ich halte die Aussage, dass die Allgemeine Relativitätstheorie besonders gut empirisch überprüft ist, zumindest für diskussionswürdig: Es stimmt schon, dass alles, was wir bisher gesehen haben, schon passt und ich würde auch zustimmen, dass es gar nicht so einfach ist, eine alternative Theorie zu formulieren, die bis auf den Umstand, dass sie keine Gravitationswellen hat, identisch ist. Allerdings steht es sonst nicht zum Besten, was vor allem daran liegt, dass die Gravitation eine so schwache Kraft ist. Das geht schon damit los, dass die Newtonsche Gravitationskonstante (die ja auch die relevante Größe in der ART ist), nur mit einem relativen Fehler von etwa 5 * 10^-5 bekannt ist, zum Vergleich kennt man zB die Feinstrukturkonstante (die entsprechende Größe für den Elektromagnetismus mit relativem Fehler 2* 10^-10 oder sowas, was auf den ersten Blick viel schwieriger zu messen ist, Elektronen- oder Protonenmassen auf immerhin 10^-8. Mit anderen Worten, jeglicher gravitativer Effekt kann selber nur mit einer Genauigkeit von 5*10^-5 daher kommen.

    Am besten vermessen ist die Gravitation im Sonnensystem. Da hat man aber zB die relativistischen Korrekturen zur Planetenbewegung (oder Mond und Raumsonden) nur im Prozentbereich vermessen (also eher so 10^-2). Die charakteristische Längenskala hier ist der Schwarzschildradius der Sonne, etwa 10km. Weit weg davon sieht’s ziemlich düster aus: Im Labor dringen Cavendiish-Experimente langsam in den Mikrometerbereich vor, aber sehr langsam. Und auch da vermessen sie auch nur die Newtonsche Gravitation, da ist natürlich nichts relativistisch (und noch kleiner bei bei weitem noch nicht atomaren Größenordnungen hat man keine Ahnung, ob das 1/r^2 Gesetz noch gilt). In der anderen Richtung sieht’s nicht viel besser aus: Im Sonnensystem ist alles supi, aber schon auf galaktischen Skalen passt die Gravitation für sich alleine nicht mehr, noch schlimmer sieht’s auf kosmologischen Skalen aus. Diese Abweichung parametrisieren wir normalerweise mittels dunkler Masse und dunkler Energie, aber bis zum direkten Nachweis ist das erstmal nur eine Parametrisierung des nicht-stimmens der Gravitation der sichtbaren Materie. Insbesondere bei der kosmologischen Konstanten ist sicher das letzte Wort noch nicht gesprochen, da gibt es noch viel zu viel Spielraum für alle Arten modifizierter Gravitation.

    Und auch sonst ist ziemlich alles, was wir je beobachtet haben, nur im Bereich schwacher Felder (selbst zB bei Doppel-Pulsaren), die Krümmung in diesen Fällen ist um Größenordnungen kleiner als die inversen geometrischen Längen der Systeme. Die Nichtlinearitaeten der Einsteintheorie hat somit noch nie irgendwer vermessen, fast alles, was wir an Gravitation sehen, ist sowieso noch durch die Newtontheorie angemessen beschrieben.

    Und auch die verschiedenen, angeblichen Nachweise des Lense-Thirring-Effekts sind alle eher dünn, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Lense-Thirring-Effekt

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    1. Florian Freistetter

      Den Physikern ist ja auch durchaus klar, das früher oder später ein Experiment oder eine Beobachtung kommen wird, die der ART widerspricht. Denn alle WISSEN, dass die ART nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann; genau so wenig wie die Quantenmechanik. Beide Theorien passen nicht zusammen und können nicht gleichzeitig gültig sein. Sowohl ART als auch QM müssen also nur Näherungen an eine noch unbekannte umfassendere Theorie sein (so wie die Newtonsche Mechanik eine Näherung an die ART ist). Die ART muss also zwangsweise “falsch” sein. Aber halt falsch auf eine phänomenal richtige Art und Weise 😉

  4. Roland

    Hi Holgi,
    ich wollte hier mal richtigstellen, dass Glutenunvertäglichkeit nicht immer nur eine Einbildung ist. Diese Unverträglichkeit heißt Zöliakie und führt dazu, sich glutenfrei ernähren zu müssen, anderenfalls wird die Darmschhleimhaut zerstört. Wenn also du also z. B. jemanden im Restaurant erleben solltest, der fragt ob ein Gericht glutenfrei sei, könnte er nicht nur einem erfundenen Gesundheitswahn anhängen.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zöliakie

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    1. Sophia

      Die Käsetheorie is irgendwie nicht stimmig: also Verarbeitung führt dazu das die Menschen die Laktose vertragen und dadurch wurde eine neue Fett/Eiweiß -Quelle erschlossen- das ist die Annahme? Das einzige Produkt welches wir essen wäre dann alter Sauermilchkäse (zb Parmesan), kein Frischkäse, keine Butter etc…

    2. Karl

      Für Menschen mit Zöliakie ist der Gesundheitswahn kein Gluten mehr zu essen eher eine gute Sache. So gibt es jetzt halbwegs bezahlbare und halbwegs schmeckende Backwaren oder Pasta. Vor fünfzehn Jahren, als Zöliakie bei meinem Vater diagnostiziert wurde sah das noch ganz anders aus. Nur ekelhafte und teure Steinbrötchen oder matschige Spaghetti.
      Dass mein Vater fast dran gestorben ist, wäre zwar übertrieben zu sagen, aber wir haben bei 20kg Gewichtsverlust in kurzer Zeit schon mit dem schlimmsten gerechnet (Krebs oÄ) bevor dann irgendwie rauskam, dass es “nur” Zöliakie ist.
      Soweit ich weiß gibts die Unverträglichkeit in vielen Abstufungen und ich würde den Teufel tun und bei leichter Unverträglichkeit auf eine geile Pizza oder ein Ofenfrischen Glutenbrötchen zu verzichten:-)
      Da der Mist vererbt werden kann und sich auch durchaus erst spät bemerkbar machen kann, hoffe ich mal das beste für mich, denn wer verzichtet denn bitte freiwillig auf Croissants???!!!

  5. Jaschik Kamen

    Auch zu den Flüchtlingen muss ich noch eine kleine Anmerkung machen. Meine Schwägerin stammt aus Albanien, ihre Eltern und Großeltern gehören zu den Ärmsten, immer noch. Und auch die sind geflohen, sobald es ging, aber erst, als es nötig war und die Schüsse schon im Nachbardorf einschlugen.
    “Die Armen fliehen halt nicht.” gilt nur in sofern, dass diese alles, was sie haben an den aussichtsreichsten (und oder gefährdetstem) geben und dieser steht dann in der Pflicht: “Wenn du sicher bist und Geld verdienen kannst, hol uns nach.” Damit ist der Anteil an den Flüchtlingen, die so weit kommen schon mal reduziert, nur 10% der Armen können überhaupt los.
    Wird die Lage aber zwischenzeitlich zu krass, packen 4 Generationen das Nötigste und brechen auf, i.d.R. zu Fuß. Dass das nicht so weit trägt ist klar, mit Glück eben zumindest aus dem Gröbsten raus ins erste Lager. Dort versacken eben die Armen und kehren eben zurück, sobald es geht, weil jeder auf eigenen Beinen stehen will.
    Die Reichen packen eben einfach und buchen nen Flug, Busticket, Zugfahrschein oder tanken das eigene Auto. Daran scheitert es für andere schon als erstes.

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  6. iomf42

    Würde mich nicht wundern, wenn die Hälfte der vermeintlich Glutenunverträglichen mit Begeisterug Seitan Würstl essen würde.

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  7. kaldeum

    Ich höre Podcast weil ich nebenbei etwas tun kann.
    Aufgrund dieser Präferenz schaue ich auch nicht TV, ich würde dass auch nicht tun wenn das Programm mehr für mich interessante Inhalte bieten würde.

    Mich überrascht es nicht dass Podcasthörer so viel hören, bei mir sind es auch gerne mal 6 Stunden pro Tag. Es gibt schlicht nicht die Alternative in dieser Zeit TV zu sehen.
    Ich habe über 80 Podcasts abonniert und höre jede Folge komplett, Ausnahme nur wenn ein Thema mir sehr explizit widerstrebt, was kaum vorkommt.

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  8. gustl

    Hallo, zu dem Zeug mit dem Weltraum gibt es ein tolles Buch:
    Aurora von Kim Stanley Robinson
    Da geht es um ein Starship, also ein Generationenraumschiff und all die Probleme die man da halt so hat. Viele Probleme sind auch nicht technisch sondern menschliche Sachen die entstehen wenn viele Leute auf begrenztem Raum leben. Ist also ähnlich die die großartige Silo Saga (Triologie aus Wool, Shift, Dust) von Hugh Howey.
    In Auroga geht es auch um das Sauerstoff und Leben Dinens, will aber nichts spoilern, ist schön spannend und für Nerds genau das Richtige, so wie The Martian.

    http://www.amazon.com/Aurora-Kim-Stanley-Robinson/dp/0316098108 (Aurora)
    http://www.amazon.com/Wool-Hugh-Howey/dp/1476733953 (Wool)
    http://www.amazon.com/Shift-Omnibus-Edition-Silo-Volume/dp/1481983555 (Shift)
    http://www.amazon.com/Dust-Silo-Saga-Hugh-Howey/dp/1490904387 (Dust)

    Sonst:
    Danke und weiter so!

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  9. DocDblU

    Das mit dem effizienteren Schlangestehen kann aber meiner Meinung nur funktionieren, wenn die Schlange durch die Abarbeitung selbiger entsteht, wie zum Beispiel beim Check-In am Flughafen.
    Wenn es aber am Ende (bzw am Anfang) der Schlange etwas winkt, für das die Nachfrage höher als das Angebot ist, dann haben wir eher eine Situation wie bei der “Reise nach Jerusalem”: Stellt euch die Leute vor, die um den Apple-Store herumschleichen, weil sie bloss nicht am Anfang der Schlange stehen wollen. Und wenn er öffnet: Zack! Die ersten haben verloren… 😉

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  10. Nond

    Hi Holger,

    für Vitamin C gilt: Es schützt nicht vor Erkältungskrankheiten, aber es stärkt das Immunsystem.

    Es kann also durchaus nicht schaden, viel Obst und Gemüse zu Essen, welches Vitamin C und natürlich viele andere gute Inhaltsstoffe enthält.

    Die Inuit beziehen ihren Vitamin-C-Bedarf übrigens aus den Eingeweiden einiger hoch im Norden lebender Tierarten (https://en.wikipedia.org/wiki/Inuit_diet).

    Ich schreibe das hier, da deine Ansage bezüglich dieses Vitamins so klang, als ob man Vitamin C eigentlich gar nicht benötigt, so man denn nicht zur See fährt.

    Ausführliche Infos gibt’s bei Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Ascorbins%C3%A4ure#Physiologische_Bedeutung).

    @Florian: Ich schätze dich sehr und auch alles, was du sagst, dennoch frage ich mich, warum du in deinen Texten immer einige Wörter groß schreiben musst. Das ist völlig unnötig und sieht meiner Meinung nach gar nicht gut aus. Wir verstehen schon, was du sagen möchtest.

    Beispiel:

    “Denn alle WISSEN, dass die ART nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann; […]”

    Schöne Grüße
    Nond

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  11. manfred

    Aus der Eigenforschung zu den Podcast-Hörgewohnheiten:
    Wie schon in der Episode angemerkt, senken kurze Episonden vielleicht die Einstiegsbarriere, aber tatsächlich entscheidet zumindest bei mir das Thema, ob ich weiterhöre oder nicht. Wenn das Thema interessant ist, oder auch einfach die Abwechslung bietet nach welcher ich gerade suche, kann ich von der Episode nicht genug bekommen und wäre auch nach 24h noch dabei. Die Wissenschaft hat die perfekte Länge von einmal hin- und zurück zu und vom Arbeitsplatz. Zweimal wäre aber auch nicht schlimm.
    Daher würde ich mir beispielsweise von den Sternengeschichten eher einen Zusammenschnitt wünschen – hier stört mich auf Dauer nämlich , immer wieder den Vor- und Abspann zu hören – das endet bei mir früher oder später zwangsweise in einem Ohrwurm..

    Macht weiter! macht länger! und vor allem: Danke!

    manni

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  12. Roland

    Der Sendungstitel hat mich sofort in meine Kindheit zurück versetzt…Weganer of the Universe unite :-)…Freiheit für Sodom…

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  13. Erik

    So, erst kurz huldigen: Holgi, du machst den besten Podcast!

    Damals habe ich mit der aktuellen Folge (ca.300, es war ein Realitätsabgleich) angefangen und nun alle Folgen nachgehört. Ich höre Wrint “immer” bis zum Ende. Nur eine Folge nicht, da musste ich nach 15min erstmal stoppen, das lag am Gesprächsfluss… (Da gings um KI denke ich).
    Ich liebe lange Podcasts, die ich auf dem Weg zur Arbeit und zurück höre. Man ist auch schnell wieder im Thema nach einer Unterbrechung.

    2 andere Podcasts höre ich regelmässig, da diese aber recht kurz sind und nur alle 2-3 Wochen erscheinen erleide ich Entzug und spätestens in 2 Wochen bin ich auch bei Wrint up to date und dann …? Auch da Entzug? Ich hab mir grad aus Verzweiflung alle Folgen NSFW runtergeladen.

    Zum Glück habe ich das gleich “Problem” wie Holgi, ich vergesse schnell. Ich glaube ich kann bald nochmal Wrint durchhören.

    Grüsse aus der Schweiz
    Erik

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  14. Ed von Schleck

    Moin,

    ich war auch etwas enttäuscht wie von falscher Wissenschaft zum Weizen auf ein generellen Unsinn geschlossen wurde. Die Zöliakie (bereits vor Jahrzenten diagnositiziert) wurde hier zum Glück schon erwähnt. Die “Wissenschaft” ist auch schon weiter bzgl. Annahmen das es auch deutlich mehr Leute betreffen kann, die Beschwerden haben, es aber nicht wissen oder nicht darauf zurückführen. Hier ein Vortrag der sehr detailiert drauf eingeht: https://www.youtube.com/watch?v=5kj9wWsL2tc

    Zur Ernährung selber hätte ich es wichtig gefunden, dennoch zu erwähnen, dass es dort auch ziemlich viel interessengesteuerte Wissenschaft gibt. Zucker gut/schlecht, Fett gut/schlecht, Früchte gut/schlecht usw. In Sachen Ernährung & Fitness hat Wissenschaft komplett versagt (Siehe hier: http://blog.dilbert.com/post/109880240641/sciences-biggest-fail und http://future.arte.tv/de/schlank-durch-schokolade-manipulation-der-wissenschaft). Zumindest die Erinnnerung an Skepsis zu dem Thema hätte aufrecht erhalten werden sollen. Das habt ihr mit Begnügung auf eine Quellenangabe eines einzelnen Zeitungsartikel aber einfach unkommentiert weggeworfen. Auch in der ZEIT muss man von PR ausgehen. Bernays (https://en.wikipedia.org/wiki/Propaganda_%28book%29) hat gesagt, dass der Markt für Essen medial sehr stark umkämpft ist, weil der Mensch halt pro Tag nur eine bestimmte Menge Essen kann. Dennoch wollen alle das Ihr Produkt gegessen/getrunken wird. So muss man sich halt irgendwie die Vorherschaft erlangen. Und das geht halt auch gut mit “Vitamin C ist gesund!”. Aber natürlich auch mit “Glutenfrei”.
    Die Bewahrung der Diskussion im Allg., dass besonders zu dem Thema Zweifel erlaubt sind und gleichzeitig besser hinterfragt werden müssen habe ich hier vermisst und wurde mir für meinen Geschmack mit zuviel Selbstverständlichkeit/Überzeugung abgetan, weil es halt grad irgendwie nicht ins eigene Weltbild gepasst hat.

    Das ihr aufdröselt das schlechte Schlussfolgerungen gezogen werden ist natürlich löblich, das könnte ihr auch gerne genauer und ausführlicher diskutieren.

    Viele Grüße

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    1. holgi Beitragsautor

      Meines Wissens leiden maximal 1% der Bevölkerung an Zöliakie. Es führen sich aber weitaus mehr Menschen auf, als würde Gluten sie krank machen. Das sind – zumindest in meinem Alltagsumfeld – die gleichen Leute, die zum Heilpraktiker rennen und sich irgendwelche anderen Unverträglichkeiten einreden lassen, bei denen auf wundersame Weise auch immer eine Besserung eintritt, wenn das entsprechende Lebensmittel weggelassen wird. Dass es Zöliakie gibt, meine ich in der Sendung erwähnt zu haben.

    2. Anne

      Mich regen vor allem die Fehlinformationen auf, die von irgendwelchen Gesundheitspropagandisten (gerne junge Frauen mit Blogs, die leider keinerlei wissenschaftliche Fundamente für ihre Behauptungen haben, aber halt hübsch in die Kamera lächeln und sich ein Müsli mit dem SUPERFOOD! Chia rühren) in Umlauf gebracht werden. Nach allen Erkenntnissen, die mir bisher untergekommen sind, ist Gluten halt nicht schlecht, sondern nur, wenn man tatsächlich eine Unverträglichkeit hat und das betrifft halt die meisten nicht. Alle anderen vertragen Gluten ganz prima.

      Es gab sogar einen Wissenschaftler, der eine Studie gemacht hat, mit dem Ergebnis, dass es auch bei Menschen, die keine Zöliakie haben, zu Unverträglichkeiten kommt. Die Studie wurde dann wiederholt (vom gleichen Wissenschaftler) und er konnte das Ergebnis nicht wieder reproduzieren und seine vorherige Studie bestätigen.

      Was ich jetzt schon öfter gehört habe: Zöliakie-Kranke freuen sich zumindest darüber, dass jetzt alles so hübsch mit “Glutenfrei” ausgezeichnet wird, bzw. auch mehr Ersatzprodukte ohne Gluten in den Handel kommen. Insofern ist der Hype für diese Gruppe sogar ganz hilfreich, aber das ändert eben nix dran, dass es ein Hype ist, bei dem Dinge verteufelt werden, die für die meisten Menschen vollkommen harmlos sind.

  15. Michi

    Ich weiß, dass ich etwas zu spät bin, aber ich hänge bei meinen Podcastst ungefähr 180 Stunden hinterher. Insofern höre ich auch mal den einen oder anderen nicht zu Ende wenn er mich nur so lala interessiert. Es gibt ja genug Auswahl.
    Eigentlich wollte ich nur von dem ersten Käse-Erfinder berichten, bzw. vom ersten Füßler. Denn das hat Tim Minchin wie immer sehr gut beschrieben, was es heißt, der erste in der Geschichte zu sein: https://www.youtube.com/watch?v=4DXl68NF_uI

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  16. Tarlear

    Ich muss mal neugierig fragen, hat holgi seine Einstellung zur Elektromobilität in den letzten 2 Jahren geändert?

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