WR391 Hitlers Messing

 

wrint_wissenschaft_200Diesmal mit dem Wiener Ball der Wissenschaften, Florians neuem Buch “Asteroid Now“, Weihnachtsbäumen, sozialem Stress und Empathie, Bewegungsmangel vs. Übergewicht, freiwilliger Bewegung, Fernsehen gegen Epidemien, einer wirren Umweltministerin, Oreichalkos, ansteckendem Frieren, dem Geruch von Regen, Pubertätslimonade, Sprachen und Luftfeuchtigkeit, Krankheit durch Sitzen (trotz Sport), zu viel Jogging, jungem Blut, der Gleitschicht der Erdplatten und Hitze in Städten.

Ohne Florian ginge es nicht. Hier geht sein Hut herum.

33 Gedanken zu „WR391 Hitlers Messing

    1. Maximilian

      Die BBC ist lange Zeit durch England mit sog. dectection vans gefahren, um Leute dazu zu bringen, ihre Fernseher anzumelden. Dazu wurden dann entsprechende Spots geschaltet.
      Sehr sehenswert: http://youtu.be/LweldrmZh50

      In den Vans befand sich aber mutmaßlich keinerlei Technik zur Detektierung von Fernsehern.

  1. Pascal

    Ich bin zwar noch kein ausgelernter Linguist, kann dir aber ein kleines Beispiel geben zu den ausgestorbenen Sprachen, von denen Florian geredet hat:

    Es wird vermutet, dass alle indogermanischen Sprachen, also Deutsch und Latein genauso wie Sanskrit eine gemeinsame Ursprache haben, aus der sie sich entwickelt haben, das sog. Proto-Indoeuropäisch. Aus bestimmten Regeln und Gemeinsamkeiten von heutigen Sprachen lassen sich dann die Ursprünge vermuten. Zum Beispiel, am Wort Vater in verschiedenen Sprachen:

    Deutsch: Vater
    Englisch: Father
    Latein: Pater
    Sanskrit: Piter

    Wenn man die Reihe weiterführt, findet man deutlich mehr /p/ als /f/ Laute am Anfang. Zudem gibt’s auch bestimmte universelle Prinzipien, die sich meistens (oft aber dann auch wieder nicht…) anwenden lassen. Eins davon wäre: Stopplaute wie das /p/ entwickeln sich im Lauf der Zeit eher zu Reibelauten wie dem /f/ als andersherum. Aus beidem zusammen lässt sich dann die Vermutung treffen, dass das protoeuropäische Wort für Vater mit einen /p/ als Initiallaut ausgesprochen wurde.

    Zum derzeitigen Stand sieht das dann übrigens so aus: *pH2tér

    * bedeutet, dass das Wort konstruiert ist, also keiner mehr am Original prüfen kann wie richtig die Vermutung ist. Das /p/ ist aspiriert, also mit starkem Luftausstoß verbunden (das zeigt das H). Die 2 sollte eigentlich herabgesetzt sein, kann ich hier aber nicht darstellen. Zum Vokal an der Stelle gibt es keine sinnvollen Vermutungen. Und beim é wird die Tonhöhe erhöht.

    Ich hoffe, das war jetzt nicht allzu durcheinander und ein wenig interessant 🙂

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  2. Mina

    Limonade und Menstruation?
    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Limonade dran beteiligt ist, wenn ein Mädchen früher ihre erste Menstruation bekommt. Ich hab keine Ahnung von Hormonen usw. ABER als ich das gerade hörte, musste ich gleich an PMS denken. Da haben auch viele Frauen fast mörderischen Hunger auf Süßkram. Es könnte doch umgekehrt sein, dass die Mädchen deren Körper/Hormone (was auch immer) reif genug sind und die Menstruation losgehen will, die dann vermehrt Lust auf Zuckergetränke haben?
    Die Mädchen, deren Hormonschwankungen nicht so extrem sind (es gibt ja genug Frauen, die nur schwache Blutungen haben und gar kein PMS), haben vielleicht auch weniger Gelüste nach Süßem.
    Immerhin haben die Forschen die Mädchen nur beobachtet. Die haben ja nicht gesagt, die eine Hälfte muss immer 3 Gläser am Tag trinken und die andere darf immer nur ein kleines Glas trinken. Dann hätte man erst sehen können, ob dieser Zusammenhang stimmt. Oder nicht?
    🙂
    Zusammengefasst: Ich hab keine Ahnung, aber ich traue der Aussage nicht, dass Limonade eine frühe Menstruation hervorrufen kann.

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    1. Wolfgang

      Mit dieser Intepration hab ich auch Probleme.
      Ich weiß nicht mehr die Quelle, nur noch, das einsetzen der Menstruation vom Gewicht abhängig ist. Das würde Sinn machen, denn für Schwangerschaft braucht der Körper viel Energie und ab einem bestimmten Gewicht ist diese auch da.
      Das im Hinterkopf, macht das dann wieder Sinn. Es ist anzunehmen, dass diejenigen Mädels mit zuckerhaltigen Getränke auch mehr Gewicht haben.
      Die zuckerhaltigen Getränke sind halt nicht asulöser, sondern nur Begleiterscheinung.

    2. Romconstruct

      Das hat wohl nicht einfach nur etwas mit Limo bzw. Zucker zu tun und auch nicht nur etwas mit Mädchen und der einsetzen Menstruation.

      Weiterführende Infos gibt es wenn man sich mal nach der DONALD Studie, ja die heißt wirklich so, umguckt. Die läuft schon seit 1985 und dabei wurde u.a. auch der Einfluss der Ernährung auf das Einsetzen der Pubertät untersucht mit entsprechenden Ergebnisse.

      Ich bin kein Biologe und kann daher die ganzen Effekte auch nicht erläutern aber als ich Bekannten von mir, die halt Biologen sind, von der hier aufgeführten Studie mit der Limo erzählt habe, haben die nur abgewunken und es quasi als “kalten Kaffee” abgetan.

  3. Aspiman

    Würde euch gerne das Stehpult von Werkhaus empfehlenhttp://www.werkhaus.de/shop/advanced_search_result.php?keywords=Stehpult&XTCsid=bj1kb5ji3fifpbfadss4j1lhg3:

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  4. lukas

    Es gibt bei Maedchen eine klare Korralation zwischen Koerpergewicht und Zeitpunkt der Pubertaet. Evolutionsbiologisch ergibt das Sinn (Faehigkeit Kinder zu bekommen …). Von daher ist die Korrelation zu suessen Getraenken keine UEberraschung.

    cheers, lukas

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  5. Chris

    Noch mal zu der Lauf-Studie, die ja auch beim hinreichend bekannten Focus-Online ausgeschlachtet wurde:

    Original-Grafik der Gruppen und Todesfälle – “Copenhagen City Heart Study”:
    https://drive.google.com/file/d/0BwwpKz9qI4kuM2VXZGhlSThtVm8/view?usp=sharing

    Original-Artikel-Abstract der Copenhagen City Heart Study:
    http://content.onlinejacc.org/article.aspx?articleID=2108914

    Bemerkenswert (hehe …)

    – in der Kurzzusammenfassung und bei Focus ist nicht definiert, was denn unter einem “exzessiven” bzw “strenuous” Jogger zu verstehen ist. Nach längerem Suchen folgende Definition: “Strenuous joggers were defined as those who ran at a speed of more than 7 mph (11 km/h), for more than four hours per week.”

    – bei der Grafik fällt auf, dass von den über 12 Jahre lang beobachteten Menschen nur 36 “strenuous” Jogger waren, von denen im Studienzeitraum 2 verstorben sind. Alle anderen Gruppen waren mit viel mehr TeilnehmerInnen besetzt.

    – die Non-Jogger waren auch eine besonders unbewegliche Extremgruppe, es waren Non-Jogger, die keinerlei andere körperliche Aktivität ausübten, deutlich übergewichtig waren, etc.

    – bei der Erfassung der Mortalität wurden die Todesfälle NICHT nach Todesursache differenziert, es wurde die “all-cause mortality” erhoben

    Fazit: Wenn ich bei den wenigen “strenuous” Joggern auch nur einen zufälligen Todesfall habe (unerkannter Herzfehler, Autounfall, etc) verzerrt dieser einzige Todesfall wegen der geringen Fallzahl dieser Gruppe komplett die Ergebnisse.

    Die Autoren sagen dazu selbst:
    “The authors of the editorial also noted that in the new study, the “strenuous” jogging group included only 40 people, while the other groups included hundreds. If the study had included more people who jogged strenuously, the researchers may have found a link between strenuous jogging and a decreased risk of dying during the study, the editorial authors said. Also, the study relied on participants’ own reports of how much they run, which may not have been entirely accurate.”
    Quelle: http://www.livescience.com/49667-jogging-lifespan.html

    Sehr interessant auch, wie dieselbe Copenhagen City Heart Study im Jahr 2006 publiziert wurde:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16575269

    “Men with high physical activity survived 6.8 years longer, and men with moderate physical activity 4.9 years longer than sedentary men. For women the figures were 6.4 and 5.5 years, respectively.”

    Da galt kurioserweise noch eine gegenteilige Aussage: bei höherer körperlicher Aktivität bestehen die besten Überlebenschancen gegenüber Couch-Potatoes …

    Ergo: Bei dieser schwachen Datenlage können “exzessiven” Jogger wohl noch einigermaßen zuversichtlich viel und schnell in ein langes Leben laufen ( … zur Not hat man wenigstens was erlebt, anstatt auf dem Sofa vor sich hin vegetiert zu haben).

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    1. holgi Beitragsautor

      “hat man wenigstens was erlebt, anstatt auf dem Sofa vor sich hin vegetiert zu haben”

      Word! 🙂

  6. Sebastian

    Das Gerücht über Peilwagen kannte ich nicht, mir waren die nur aus der CB-Funk Ecke ein Begriff wo alle immer Angst hatten mit zu hoher Sendeleistung, oder auf nicht zugelassenen Bändern erwischt zu werden.

    @holgi übrigens wenn Dir die drei Fragezeichen mal ausgehen kann ich Dir sehr die Dr.Who Hörspiele von big finish empfehlen http://www.bigfinish.com/ranges/released/monthly-series (habe ich während der letzten Krankheit intensiv genutzt). Das sind Hörspiele mit den original Schauspielern früherer Doktoren. Ist recht gut produziert und die älteren sind als Download auch günstig genug um es mal auszuprobieren.

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  7. Christian

    Etwas Senf zur TV-Peilwagen Geschichte:
    bei europäischen TV-Geräten in der Steinzeit mit Elektronenstrahl-Bildröhren konnte man die Zeilentrafo-Frequenz (15,625 kHz) als junger Mensch nicht nur hören, sondern diese war auch messtechnisch nachweisbar. Damit war es wohl in engen Grenzen möglich von außen in der Nähe der Wohnungstür zu detektieren, ob dahinter ein nicht angemeldeter Fernseher betrieben wird. Da gab es mal einen TV-Bericht – so in den 70ern – darüber. Inwieweit das lediglich zur Abschreckung diente, ist mir nicht bekannt.
    Bei den Peilwagen ging es – meiner Kenntnis nach – mehr um die Erfassung von Funkstörern bzw. von illegalen Rundfunksendern.

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    1. holgi Beitragsautor

      Das Zirpen kenne ich auch noch sehr gut. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich sowas peilen lässt, wenn kaum andere EM-Strahlung unterwegs ist, also in den 50er und 60er Jahren. Aber danach sieht mir das doch sehr nach FUD-Voodoo aus 😉

    2. hajo

      Es gab zumindest in Zeiten von Röhrenmonitoren das “Van-Eck-Phreaking”. Dabei kannst Du mit relativ einfacher Ausrüstung den Inhalt von Monitoren in einem Bürohaus vom Parkplatz aus darstellen.

      Aber das die GEZ sowas gemacht haben soll erscheint mir auch eher als Urban Legend.

  8. Jan

    Zum Stehpult: Ikea hat in seiem Schreibtischprogramm auch ein motorisiertes Untergestell, mit dem man die Standardschreibtischeplatten zu einem Steh-/Sitzschreibtisch kombinieren kann. Den kann man zwar nicht in der Wohnung rumschieben, aber wahlweise sitzend oder stehend arbeiten, ohne sein Schreibtischinventar (Rechner, Monitor, Telefon etc) umräumen zu müssen.

    Ich bin zufriedener Besitzer des Vorgängermodells der aktuellen Reihe:

    http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/S69022523/#/S19022525

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  9. Martin

    Tonakzente (also die Tatsache, dass die Bedeutung von Worten auch von der Betonung – steigend, fallend, steigend-fallend, gleich – abhängt) gibt übrigens es AUCH im Deutschen!
    Das müsste Holgi eigentlich wissen 😉 Es kommt nämlich im Ripuarischen (um Köln) vor. Siehe dazu beispielsweise Publikationen von Jürgen-Erich Schmidt.

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  10. Thomas

    Ich habe mir vor zirka zwei Jahren, inspiriert von [1], aus IKEA Teilen einen Tisch zusammengebaut. Materialkosten ca 25 – 30€. Ich habe zwei LACK Beistelltische, 4 Winkel, und ein Regalbrett benutzt. Die LACKS stellt man nebeneinander auf seinen alten Schreibtisch und macht sie fest. Die Winkel kommen an deren Beine, darauf das Regalbrett. So habe ich einen etwa 106cm hohen, 110cm breit und 38cm tiefe Arbeitsfläche (reicht locker für nen 17” Laptop + Maus + Buch). Dahinter hat man dann noch die Fläche der beiden LACKs, etwas höher (je nachdem wie hoch der eigentliche Schreibtisch ist). Will man es variabel haben reicht sicher auch ein LACK mit kurzem Brett. Die sind recht leicht, man kann sie also ohne weiteres mal auf einen anderen Tischen stellen (vielleicht dann mit Schraubzwingen befestigen).

    [1] http://lifehacker.com/5928335/a-simple-portable-inexpensive-standing-desk-solution

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  11. tp1024

    Zur Asteroidenabwehr:

    Meiner Meinung nach ist da die Wahrnehmung etwas schräg. Am gefährlichsten sind eigentlich die Asteroiden um die 30-100m. 30m ist die Größe, ab der ein Asteroid ernsthaft gefährlich ist. Das ist etwas doppelt so groß (und 6-8 mal so schwer) wie der Asteroid von Tscheljabinsk. Die Schockwelle reicht dann schon um Hausdächer großflächig zu zerstören. (In Tscheljabinsk war es nur ein Dach einer Fabrik, aber mit dem 6-8 fachen Druck durch die Schockwelle würde es nicht dabei bleiben.)

    Nur zum Vergleich, für Tunguska reichte ein 50-60m Asteroid und der hätte im Saarland alle Bäume flachgelegt. Die Schockwelle eines größeren Asteroiden hat nicht nur mehr Energie, er wird auch erst später in der Atmosphäre zerstört und ist dann näher an der Erdoberfläche.

    Wenn wir ernsthafte Asteroidenabwehr betreiben wollen, dann werden wir etwa 100 mal so viele Asteroiden im Bereich zwischen 30m und 100m Größe finden, als zwischen 300m und 1km. Und diese ganz kleinen Dinger finden wir nicht mit jahrelanger Vorlaufzeit, sondern bestenfalls mit ein paar Wochen Vorwarnung. Für ein sanftes aus-dem-Weg-schupsen bleibt da keine Zeit und die Dinger sind trotzdem zu groß, um es einfach einmal auf eine Kollision drauf an kommen zu lassen. Selbst ein 30m Asteroid hat mal eben so viel Energie wie eine 3-4 Megatonnen Wasserstoffbombe.

    Da braucht man solide und schnelle Möglichkeiten, den Asteroid zu zerkleinern oder abzulenken. So ein Tunguska Asteroid kann sehr leicht zerstört werden. Man nimmt eine Rakete mit einer Sonde mit 1-2 Tonnen Schwermetall an der Spitze, Radar und präzisen Steuertriebwerken – und rammt das ganze Ding mit möglichst hoher Geschwindigkeit in den Asteroiden. Mit typischen Kollisionsgeschwindigkeiten um die 10km/s hat damit so viel Energie wie 20-30 Tonnen TNT. (Ja, es bringt nichts soetwas mit Sprengstoff zu füllen, der hat weniger Energie als das Geschoss aufgrund seiner Geschwindgkeit.) Die Mission Deep Impact hat soetwas schon einmal getan. Sie hatte etwa 400kg Kupfer und hinterließ einen 30m tiefen, 100m breiten Krater. Die Technik reicht in jedem Fall um kleine Asteroiden zu pulverisieren und etwas größere Asteroiden in ausreichend kleine Stückchen zu zerlegen.

    Bei Asteroiden deutlich über 100m braucht man aber so schwere Geschosse, dass man sie mit normalgroßen Raketen nicht mehr starten kann. Wenn dann die Zeit nicht mehr für subtile Methoden reicht, könnte man es mit einer weltraumtauglich umgerüsteten “Bunkerbuster” Atombombe versuchen, die dann nochmal deutlich mehr Energie hätte:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Nuclear_bunker_buster

    Die können in jedem Fall 30-40m tief in den Asteroiden eindringen und dort explodieren. Selbst wenn es den Asteroiden dabei nicht zerlupft, sorgt der Impulserhaltungssatz dafür, dass der größte Teil der Masse mit einigen Metern pro Sekunde (= einige hundert Kilometer pro Tag) abgelenkt wird. Das herausgesprengte Material wirkt dann als eine Art improvisierter Raketenantrieb.

    Das klappt sicher nicht bei einem 4km Brocken, wenn man nur wenige Wochen Zeit hat. Aber bei 300-400m großen Asteroiden, oder mit 1-2 Jahren Zeit, schon. Bei den größeren Brocken hat man ohnehin mehr Zeit etwas zu unternehmen, weil sie leichter zu entdecken sind.

    (Man könnte sogar extra für den Zweck Atomsprengköpfe bauen, die sich nur durch die Kollision mit einem Asteroiden zünden lassen. Die Kollisionsgeschwindigkeiten sind viel höher als alles was durch die Kompression mit Sprengstoff in einer Bombe erreichen könnte. Dadurch kann man z.B. nicht waffentaugliches Plutonium verwenden, das in jeder normalen Bombe zu früh zünden würde und deshalb keine größere Kettenreaktion in Gang bringt.)

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  12. sternburg

    Wenn Stress unsere Empathie zu Menschen herabsetzt, zu denen wir keine soziale Bindung besitzen – könnte darin die Begründung von Holgis (von mir geteilten) Beobachtung liegen, wonach alle Menschen zu Asozialen mutieren, sobald sie hinter dem Steuer eines Autos Platz nehmen?

    Vielleicht sogar abgestuft dahingehend, dass die Gruppe der Autofahrer plötzlich als soziale Bezugsgruppe wahrgenommen wird und die anderen Verkehrsteilnehmer als Außenstehende. Das würde auch erklären, warum viele Autofahrer sich Fahrradfahrern gegenüber asozialer Verhalten als gegenüber Fußgängern. Denn die Erfahrung als Fußgänger am Straßenverkehr teilzunehmen, die hat der Autofahrer schon gemacht. Um sich darin hinein zu versetzen benötigt er also keine gesteigerte Empathie. Beim Radfahrer schon.

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  13. Tobias

    Schöne Folge, dankeschön ihr beiden! Die Themen aus Florians Buch klingen auch sehr spannend.
    Allerdings bin ich über das Web hinausgehend nicht so der Lese-Typ und ein Hörbuch gibt es ja leider noch nicht. Ich würde mir ein solches sehr wünschen und auch kaufen und gerade auf einer Podcast-Website denke ich, dass ihr noch mehr audiophiles Publikum findet! Irgendwie naheliegend. Habt ihr das schon mal in Betracht gezogen, oder besser du Florian?

    Ein anderer Gedanke: Ein Format gemeinsam mit Autoren – eine Art Hörbuch, Kapitel für Kapitel, mit anschließendem Gespräch über die Themen des Kapitels. Sicher wahnsinnig viel Arbeit, aber gerade bei so Wissenschaftsbüchern stelle ich mir so eine Kombination auch gut vor.

    Es grüßt aus dem sonnigen Bremen
    Tobias

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    1. Florian Freistetter

      Naja, mit Hörbüchern ist das so ne Sache. Hör ich ja auch sehr gerne, aber schau dir mal an, was es da an deutschsprachigen Sachhörbüchern am Markt gibt. Quasi nix… Das verkauft sich halt nicht und darum sind auch die Angebote von Hörbuchverlagen entsprechend dünn. Da müsste ich schon wesentlich prominenter sein, als ich es bin.

      Ich selbst kann jedenfalls kein Hörbuch produzieren und vertreiben – ich bin Autor und kein Verleger/Verkäufer. Für diese Arbeit fehlt mir das Wissen und auch die Zeit/das Geld…

      Von einem meiner früheren Bücher (“Der Komet im Cocktailglas”) gibt es allerdings ein Hörbuch (in gekürzter Version… leider – aber ich habe darauf geachtet, dass es trotzdem noch konsistent und verständlich ist).

  14. Volker

    Ich habe mir für zu Hause und auf Arbeit jeweils einen Sitz-&Schreibtisch gebastelt, bei dem es sehr einfach & schnell ist, von einer Arbeitsposition in die andere zu wechseln. Gerade die zweite Variante ist auch schnell mal ausprobiert und vom Aufwand extrem überschaubar (finanziell wie arbeitsmäßig).

    http://www.wyae.de/hardware/stehtisch/

    Durch die beiden Monitore wird man immer wieder mal gezwungen, die Position zu wechseln, z.B. wenn der Hauptschirm unten definiert ist – denn da ist das Startmenü und da poppen auch viele Meldungen auf. Also immer mal wieder hinsetzen, aufstehen, um-die-Kante-gucken, …

    Man bleibt so laufend in Bewegung und wird auch nicht so schnell müde.

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  15. Stephan

    @H.Klein
    Die Rücksichtslosigkeit ist in Großstädten mitnichten per se stärker ausgeprägt !
    Sie ist a priori stärker ausgeprägt.

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