WR379 Deutsche Verfassungsgeschichte

 

wrint_politik_1400Thomas Brandt ist Sozialkundelehrer und erteilt mir Politikunterricht. In der neunten Stunde lerne ich, woher die Verfassung der Bundesrepublik kommt, und welche Verfassungen es auf deutschem Boden vorher gab.

Ausführliche Shownotes und Flattr-Buttons gibt’s in Thomas’ Blog.

16 Gedanken zu „WR379 Deutsche Verfassungsgeschichte

  1. ChrisJ

    Ich vermute mal das Gespräch über die Schnittmarke sollte nicht mehr in der finalen Fassung zu hören sein, nachdem ihr euch einen Link zuschickt und darauf wartet, dass das PDF aufgeht.

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  2. Eule

    Nitpick: Die Bundesministerin der Verteidigung ist durchaus Oberbefehlshaberin der Bundeswehr (bzw. „Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt“ (IBuK), wie es amtsdeutsch korrekt heisst, Art. 65a GG). Sie kann trotzdem nicht ganz tun und lassen was sie will, weil Einsätze vom Parlament beschlossen werden müssen und für die Ernennung von Offizieren und Unteroffizieren der Bundespräsident zuständig ist, aber grundsätzlich hat derzeit nur „Uschi“ 😉 das letzte Wort beim Militär. Erst wenn formal der Verteidigungsfall festgestellt wurde (das passiert mit Mehrheit von Bundestag und Bundesrat bzw. des „Notparlaments“ Gemeinsamer Ausschuss, Art. 115a GG) geht der Oberbefehl an die Bundeskanzlerin über (Art. 115b GG).

    Von Uniformen für Ministerin und Kanzlerin habe ich bei euch zum ersten Mal gehört; das kommt mir gelinde gesagt reichlich unwahrscheinlich vor, in dem Sinne dass ich meinen kompletten Besitz auf das Gegenteil verwetten würde. Wobei Kuriositäten schon vorkommen; die Bundeskanzlerin hat z.B. einen offiziellen Bundeskanzler-Dienstausweis, das ist so ein Mäppchen das aussieht wie ein Reisepass und das vom Vizekanzler unterschrieben wird. (Im Haus der Geschichte liegt einer, hab vergessen von welchem Kanzler.)

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    1. Thomas

      Ehrlich, das ist auch so der Triviateil gewesen. Ich bin mir da auch nicht sicher. Interessanterweise findet man dazu auch keine Information. Die Kanzlerin ist Oberbefehlshaberin im Verteidigungsfall. Die Frage ist echt, ob die Leute dann Uniformen haben. In den USA ist das ja auch so, dass die Politiker nur Anzüge anhaben.

    2. Eule

      Na, wenn die Kanzlerin doch eine Uniform haben sollte, zieht sie die wahrscheinlich eh nur zur Bilderberg-Konferenz an… 😉

      Aber apropos Grundgesetz und Triviateil: Dem Parlamentarischen Rat gehörten sogar vier Frauen an, nicht nur zwei (zwei von der SPD, eine von der CDU, eine vom Zentrum). Eine davon (Helene Wessel, Zentrum) hat den endgültigen Grundgesetzentwurf bei der Schlussabstimmung abgelehnt, weil ihr darin ausdrücklich sozialstaatliche Grundrechte fehlten.

  3. Morrrk

    Die Paulskirchenverfassung hatte zwar einen Kaiser vorgesehen, es gab aber natürlich bis 1871 keinen solchen. Das Kaiserreich wurde erst nach dem Sieg gegen Frankreich ausgerufen, als der Preußische König Wilhelm im Spiegelsaal zu Versailles (na, klingelt’s?) zum Deutschen Kaiser Wilhelm wurde.
    Um das kurz richtigzustellen. 😉

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    1. Thomas

      Ich bin zum Glück kein Geschichtslehrer, aber das kam mir beim Wieder-Anhören auch komisch vor….

  4. blub

    Sehr interessant.

    Weil ihr euch so über die Briten und das völlige Fehlen von pressefreiheit echauffiert habt: Für Angelsächsische Länder ist es völlig unvorstellbar, das jeder einen Peprsonalausweis hat. Da kommen wir so garnicht drauf.

    Die Briten haben durch ihre Verfassungskonstruktion mit der Königin als Oberhaupt so herrliche Cases wie: Das Recht kennt keine Bürger, sondern nur Untertanen. Ein Pass ist z.B. die bestätigung der Identität durch die Königin (bzw anhängige Behörden). Sowas braucht man wenn man ins Ausland reist.
    Die Königin selbst braucht keinen Pass, es ist aus reichend, das sie selbst ihre eigene identität bestätigt.

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  5. CO

    Hi,

    wünschte ich hätte früher so einen Lehrer wie Herrn Brandt gehabt.

    Wie wäre es mit ein paar echten Unterrichtsstunden zum nachhören?

    danke&gruß

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    1. Thomas

      Lieber nicht. 😉
      Das besteht ja meist aus Aufgaben, Schweigen und persönlicher Interaktion. Das ist aus meiner Sicht nicht mal für Video geeignet. Vielleicht, wenn der Politikunterricht mal in einer live Situation landet, aber wie gesagt, es gibt da große Unterschiede.

    1. André

      Kann ich bestätigen. Zum Zeitpunkt, als mein RSS-Dienst (Inoreader) den Feed abgerufen hat, war darin offenbar eine falsche MP3-Datei verlinkt (http://files.wrint.de/WR378_Deutsche_Verfassungsgeschichte.mp3 anstatt …WR379_…).
      Anscheinend cached der Dienst einzelne Posts, sodass die URL zur MP3 im Original-Feed zwar irgendwann korrigiert wurde, aber Inoreader davon nichts mitbekommt. Habe diese Folge deswegen über die Webseite gehört.

  6. BrEin

    Sorry! Ich habe im Neujahrsrausch diese Folge irgendwie verpasst und höre sie jetzt nach.

    Das Holgi beim aller ersten Versuch, einen Artikel einer Verfassung zuzuordnen über den Adel gestolpert ist, wunderte mich dann doch ein wenig. ^^
    Ich meine, nach dem ersten Weltkrieg musste der Kaiser abdanken, die Monarchie wurde abgeschafft und eine Republik gegründet. Wofür brauchte man dann noch einen Adel und die Möglichkeit in den Adel aufzusteigen? ^^
    *Klugscheiß*

    Aber das ähnliches schon 1848 in der Paulskirche niedergeschrieben war, überraschte mich auch.

    Das 1871 gezielt gezielt Altenburg-Sachsen als zugehöriges Gebiet gelistet wurde, erfreut mein lokalpatriotisches Herz. Heute ist die Gegend so armselig, dass es keinen interessieren würde. ^^

    Schade Thomas, dass Du die DDR-Verfassung außen vor gelassen hast. Sicher weil das heute kaum oder kein Bestandteil des Lehrstoffs ist.
    Ich aber, als DDR-Bürger der 3. Generation, der 2 Jahre am 1. Halstuch vorbeischrammte und absolut gar nix über die DDR weiß, sauge alles auf, was man darüber erfahren kann. So lese ich Artikel und schaue Dokus über die DDR oder atme Folgen der Podcasts Staatsbürgerkunde, Ost-West-Perspektiven und auch einige Folgen vom CRE förmlich ein.
    Wenn Du dieses Thema nochmal nachbereiten könntest, wäre ich Dir sehr dankbar. Vielleicht könnte man das Thema „Unrechtsstaat“ auf diese Weise auch aufarbeiten. Nur so als Idee.

    Vielen Dank
    Fabian

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