WR207 Als Snack ein Hähnchen

wrint_realitaetsabgleich_200Diesmal mit Syrien, Mexiko, Waffenexporten, Mindestlöhnen, Augen und Events.

Ohne Toby ginge es nicht. Hier ist Kollekte.

Shownotes von mathepauker@Quimoniz, toam und @vale.

38 Gedanken zu „WR207 Als Snack ein Hähnchen

    1. tom

      Naja, aber besonders „erfolgreich“ war das ja nicht. Nur 13 Tote bei 6000 Verletzten. Mit normalem Sprengstoff oder Maschinengewehren hätte man sicher mehr „hinbekommen“ (man hört ja fast täglich aus dem Irak von Anschlägen mit Todes-Opferzahlen in dieser Größenordnung).
      Wirklich viele Leute umzubringen ist mit Chemiewaffen wohl wirklich nicht so einfach.

  1. Morris

    Zwecks der Frage „….wieviel Idioten wohl AfD wählen werden…“

    Es immer mit Heiner Müller halten: „Zehn Deutsche sind blöder als fünf Deutsche.“

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  2. Danny Brinkmann

    Ich empfehle im Realitätsabgleich politische Themen ( insbesondere Aussenpolitik ) aussen vorzulassen. Man merkt, dass dies absolut nicht zu euren Kernkompetenzen zählt. Getreu dem Motto: gefährliches Halbwissen. Das soll keine Kritik sein sondern nur eine Anregung. Über Geschmäcker und Politik streitet man nicht… dies führt zu nix. Ich kommentiere eigentlich nie irgendetwas, nur hier hatte ich die Absicht in euerm Sinne zu handeln.

    Liebe Grüsse, macht weiter so !!

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  3. Wini

    Ich empfehle die „Herr Eppert sucht…“-Folge zum Thema Waffen – die sollte irgendwo in der ZDF Mediathek zu finden sein. Demnach scheint Holgis Standpunkt bzgl. dem Besorgen einer illegalen Waffe schon recht naiv zu sein….

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    1. Romconstruct

      Ich glaube du meinst Wild Germany oder?

      Zu der Sendung an sich bzw. dem Reporter/Journalisten hat Holgi ja kürzlich noch gesagt der sei Schauspieler und kein Journalist und die Szenen mit ihm entstammen eher einem Drehbuch.

      Womöglich habe ich da etwas falsch verstanden, aber wenn dem so ist geben sie sich ganz schön Mühe ihn als Journalisten überall im Netz hinzustellen. Man soll ja eh nicht alles glauben was einem so im TV vorgesetzt wird und womöglich ist da auch viel gestellt in der Sendung an sich. Aber Journalist scheint Manuel Möglich dann doch zu sein.

      Die Essenz der Folge mit den Waffen war meine ich auf jeden Fall so nach dem Motto:
      – die Polizei sagt es sei leider extrem einfach an illegale Waffen zu kommen
      – Leute mit entsprechenden Kontakten bzw. Szene-Kenntnissen (hier Thomas Born aka Karate Thommy) sagt, dass sei keineswegs so einfach. Hier mal die entsprechende Szene http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1825370/

    2. Wini

      Stimmt, @Romconstruct, es wird wohl Wild Germany gewesen sein. Und ja, es ist etwas reißerisch inszeniert, allerdings genießt da das ZDF von mir zumindest noch ein bisschen Vertrauensvorschuss im Vergleich zu diversen anderen Medienunternehmen.

      Es ist wenn ich mich recht erinnere auch immer ein Argument der Waffenlobby, die ja damit argumentieren, dass man mit x EUR in der Hand ja „ganz einfach“ (genau wie Holgi es anscheinend auch sieht) an eine illegale Waffe drankommen würde und somit ein generelles Verbot von Waffen in der Zivilbevölkerung ja gar nichts bringen würde. Diese Behauptung wird mehr oder weniger in dem von mir erwähnten Beitrag „widerlegt“ (Betonung liegt auf „mehr oder weniger“).

    3. kraeuterzucker

      Hm, ich kenne („über einen Hopp“) Menschen, die sich nach entsprechendem Hinweis einfach Pistolen übers Internet in Polen bestellt haben, die kamen auch an und funktionieren wohl.
      Außerdem, ich denke wir sind uns einig, dass man sehr einfach an andere illegale Waffen wie Klappmesser oder Schlagringe kommt (gefühlte Verbreitung ist da imho sehr hoch). Warum sollte das bei Handfeuerwaffen fundamental anders sein?

  4. Peter Patent

    Tag die Damen!

    Vorab: großes Lob! Du und Deine Gesprächspartner sorgen regelmäßig in langweiligen (Arbeits-)Stunden – oftmals durch anregende Gedankenkonstrukte – für Erheiterung. Auch dank Deiner Lebenserfahrung und interessanter Gesprächspartner lässt mich dies neue Gedanken stricken und entwickeln und andere Gedankenwelten erschließen. Das ist teilweise eine wahre Freude…

    Jedoch stelle ich immer wieder fest, dass in Sachen Wirtschaft grundsätzlich und in der Politik teilweise keine bis wenig Kompetenz vorhanden ist.
    So auch in dieser Folge, die sich ansonsten gut anhören lies.
    Hier wird offenbart, dass grundlegende Zusammenhänge in Sachen „Europa“ und der Volkswirtschaft nicht verstanden wurden (Stichwort: Unterschiedliche Löhne in Ost und West und vor allem bzgl. Griechenland und der EURO-Krise). Es wurde von dir sinngemäß geäussert, dass man die Südstaaten halt mal härter rannehmen muss, damit diese nicht so viele Schulden machen und dann läuft das bei denen auch. Im Grunde also die Aussage: die sind selbst schuld und haben es in der Hand. Falscher kann man kaum liegen!

    Angesicht der Tragweite und einer nicht unerheblichen Reichweite des Podcasts, ist das einfach peinlich und offenbart Wissenslücken, die ich gerne gefüllt sehen würde. Tut mir leid, aber das muss ich so klar sagen.

    Ich empfehle folgenden Vortrag als Einführung bzgl. Europakrise und deren Ursachen: http://www.youtube.com/watch?v=2o0qwhSVz68&list=PLCABDB67164B7BDFC

    Hier wird offenbart, dass Deutschland die größte Schuld von allen trägt. Ja, die Südstaaten haben über Ihre Verhältnisse gelebt, aber Deutschland hat viel stärker unter seinen Verhältnissen gelebt, als die anderen drüber und damit die EU kaputt gemacht. Um den Zusammenhang zu verstehen, muss man sich ein wenig mit dem Thema befassen, aber der Erkenntnisgewinn ist riesig.
    Die deutsche Presse nimmt das Thema leider nicht auf und so wundert es nicht, dass die Mehrheit davon rein gar nichts sieht.

    Falls der Vortrag zu lang sein sollte, möchte ich eine Kurzfassung des Zusammenhangs beifügen (es fehlen viele Dinge, aber es geht um das Verständnis des Zusammenhangs):

    Stiegen früher in Griechenland (im Folgenden „G“ genannt) die Löhne, stiegen auch die Kosten für Produkte und Dienstleistungen und somit die Preise. Die Folge ist also eine Inflation (Preissteigerung). Der Kurs der Drachme sank nun, weil die Waren im Ausland aufgrund des höheren Preises nicht mehr gefragt waren und somit war auch die Drache nicht mehr gefragt, weil keiner seine Euro in die Drachme tauschen wollte.
    Durch den Kursrückgang der Drachme wurden die Waren wieder günstiger, weil man mehr Drachme pro D-Mark erhielt.
    In der EU ist dies nun nicht mehr möglich, denn es gibt keine Kursanpassung mehr, weil alle den Euro haben.
    Es ist zwingend notwendig, dass alle Beteiligen langfristig die gleiche Inflationsrate erreichen. Diese wurde beim Maastricht-Vertrag auf ca. 2 % festgelegt. Jedes Land sollte also diese Rate erreichen, denn wenn ein Land z.B. eine höhere Inflation hat, werden die Waren so teuer, dass niemand innerhalb der EU die Waren kaufen würde und somit Arbeitsplätze verschwinden und verlagert werden.

    Und genau das ist mit zu großen Lohnsteigerungen und einer folgenden höheren Inflation über viele Jahre in Griechenland und den restl. Südstaaten passiert – in soweit stimmt es, dass diese Länder über Ihre Verhältnisse gelebt haben. Genauso wahr ist aber, dass Deutschland (D) stärker unter seinen Verhältnissen gelebt hat – um mal in dem Wortlaut zu bleiben –, als die anderen über die Verhältnisse gelebt haben.
    Wir haben 15 Jahre Lohnzurückhaltung hinter uns, weshalb unsere Inflation lächerlich niedrig war. Hinzu kommt, dass die Binnennachfrage keine Steigerung erfahren hat, obwohl das immer so war und wichtig für unsere Unabhängigkeit ist.

    Das bedeutet, dass die Inflation über die letzten 15 Jahre in D viel zu gering war und die Waren für alle anderen in Europa zu günstig geworden sind. Kumuliert liegen unsere Preise innerhalb der EU jetzt 20-30% unter dem Soll. Natürlich kaufen jetzt alle EU-Bürger in D ein, weil wir für sie billiger sind.
    Das wird aber nie gesagt; es heißt immer, dass „die Griechen“ halt sparen müssen und über die Verhältnisse gelebt haben. Nie steht in der deutschen Presse, dass wir unter den Verhältnissen gelebt haben. Selbst wenn G alles richtig gemacht hätte, wie z.B. Frankreich, wären sie aufgrund des Fehlverhaltens von D in argen Problemen. Wir (Deutschland) sind das größere Problem für die EU.

    Mit anderen Worten: wir haben allen EU-Ländern einen Bären aufgebunden und das Ziel 2% Inflation als bindet vorgegeben und uns nie daran gehalten, damit wir den anderen deren Arbeitsplätze klauen können.
    Deutschland geht es jetzt vorübergehend gut, weil die billigen Arbeitsplätze aus den Südstaaten zu uns gewandert sind, weil unsere zu billigen Waren überall nach Europa und in die ganze Welt gehen.

    Das könnte man jetzt noch genauer ausführen und ewig erklären, aber das sollte es im Grunde gewesen sein. Ein Gedanke noch, der im Vortrag nicht erwähnt wird: da Deutschland eine zu geringe Inflation hatte und die anderen eine zu hohe, sind wir auch für aussereuropäische Länder viel zu billig, weshalb das für Deutschland gut ist, dass wir den Euro haben. Für alle anderen ist das aussereuropäisch gesehen sehr schlecht. Niemand will deren Waren kaufen, wenngleich die dafür günstiger im Ausland einkaufen können, aber das kann das leider nicht kompensieren.

    Langfristig ist das ein riesiges Pulverfass, das irgendwann explodiert.
    Und sollte der Euro zerbrechen sind wir so was von am Ar…, das glaubt Ihr nicht. Dann war es das mit Rente und allem Wohlstand, denn dann wird unsere neu Währung dermaßen aufwerten, dass niemand mehr unsere Waren kauft und aufgrund der Lohnzurückhaltung wird der Binnenmarkt viel zu schwach sein. Das ist der Abgrund und die betrogenen Länder checken so langsam, dass wir die Schuldigen sind.

    Es kann auch noch schlimmer kommen, und damit meine ich Krieg in Europa.
    Man sieht die ersten Anzeichen, die aber in Deutschland keine Presse haben.

    Na ja, ich hoffe das wird alles noch zum Guten gewendet werden, aber meine Hoffnung sinkt und ich habe keine Lust mir anhöhren zu müssen, dass wir es in 2 Weltkriegen nicht geschafft haben, Europa einzunehmen und es jetzt durch die Hintertür über Wirtschaftszwänge erneut versuchen und deshalb wohl der häufige Hitlerbart, der Merkel im Süden auf Plakaten verpasst wird.

    Das wars von mir. Viel Erfolg weiterhin!!!

    Ein Zuhörer…

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    1. Quimoniz

      Ich kann nicht umhin beim Lesen der ersten Absätze deines Kommentars den Eindruck zu bemerken, dass du eine bestimmte Episode der Wrintschen Ortsgesprächen nicht gehört hast:
      WR097 Holger ruft an: Bei Steffen (wg. Krise) http://www.wrint.de/2012/08/04/wr097-holger-ruft-an-bei-steffen-wg-krise/
      inklusive Manuskript: http://wrint.de/Files/notizen/WR097_Konzept.rtf
      und Empfehlung für Heiner Flassbecks „50 einfache Dinge, die Sie über unsere Wirtschaft wissen sollten“

      Freundliche Grüße, quim

  5. peter

    Hallo holgi eine Frage die mich jetzt schon länger quält: wie gefährlich ist es wenn man eine längere Sitzung verrichtet und dann mal ordentlich drückt. Ich mein mal irgendwo mal auf geschnappt zu haben, dass dabei äderchen im Auge platzen können. Grüsse

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  6. Timo Altfelde

    Hi,
    ich mag auch die außenpolitische Komponente, zumal ich bezweifle, dass „echte Journalisten“ mehr Kompetenz hätten. Solange etwas gerade die Nachrichten dominiert, halte ich es für legitim darüber zu reden. Irgendwie bilden wir uns alle eine Meinung, ob wir nun Ahnung haben oder nicht.

    Zu dem Thema Syrien möchte ich erwähnen, dass es da ein paar Infos gibt die über die Presse liefen, die aber aus irgendeinen Grund vergessen wurden:

    -Die Rebellen hatten bereits zu Beginn des Jahres versucht, den Westen durch „subjektive“ Darstellungen von angeblichen Giftgasangriffen zu beeinflussen. Letztendlich verlief es ungesehen im Sand, da die „Beweise“ etwas dünn waren:
    Hier ein Artikel dazu: http://www.spiegel.de/politik/ausland/chemiewaffen-in-syrien-rebellen-und-regime-beschuldigen-sich-a-889846.html

    – Es gab immer wieder Berichte darüber, dass die Rebellen Sarin einsetzten, während die Syrische Armee nichts derartiges tat.
    Hier ein tageschaulink vom Mai 2013: http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-giftgas100.html
    Zusätzlich ein Bericht vom ehemaligen Nachrichtenmagazin: http://www.spiegel.de/politik/ausland/carla-del-ponte-syriens-rebellen-sollen-sarin-eingesetzt-haben-a-898243.html

    -Die Behauptung, dass die Rebellen keine Ausrüstung oder Kompetenz besitzen ist etwas gewagt, wenn man berücksichtigt, dass große Teile der Armee, darunter C-Waffen-Spezialisten, übergelaufen sind und die Rebellen 2012 ankündigten C-Waffen sicherzustellen. So krass ist die Technik auch wieder nicht.
    Hier wieder eine Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Assad-startet-Gegenoffensive-article6785926.html

    Obwohl es zu Beginn des Jahres nachweislich bereits gefakte Propaganda-Aktionen der Rebellen gab, geht scheinbar jeder davon aus, dass Assad eindeutig Schuld hat. Es kann sein, dass er schuldig ist, aber die Rebellen als unwahrscheinliche Täter darzustellen ist schon speziell.

    Ich verstehe nicht, warum selbst Journalisten nicht in der Lage sind, Nachrichten, die vor 6 Monaten liefen zu berücksichtigen, um aktuelle Nachrichten korrekt einordnen zu können.

    Mich nervt es, dass ich anfange paranoid zu werden. Nachher glaube ich noch, dass irgendein Geheimdienst flächendeckend unsere Kommunikation überwacht… ohhh… da war ja was. :/

    PS: Ungeachtet dessen, ist es ein Genuss euch zu zuhören, auch wenn ich teilweise irre lachend durch die Bonner Südstadt laufe.

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  7. datengammelstelle

    Bei ARTE lief vor einiger Zeit eine Dokumentation über die Verbreitung von Kleinwaffen:
    – Ergebnis einer Zählung in einem Waffenlager war, dass viele der Waffen, die bei den Kämpfen rund um den Kongo zu Einsatz kamen, aus chinesischer Produktion stammten. Die chinesischen Hersteller konnten sich, als sie auf einer Waffenmesse danach gefragt wurden, überhaupt nicht vorstellen wie die Waffen dahin gekommen waren. H+K würde den Reportern das selbe erzählen, wenn seine Waffen den Armeen und Rebellengruppen nicht zu teuer und zu, nennen wir es mal wartungsintensiv, wären.

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  8. Juergen

    Holgis Gesprächspartner hat da was durcheinander gebracht. Binäre Chemiewaffen haben nur Großmächte. Aber Sarin ist uralt, wurde im 2. Weltkrieg entwickelt – das wird angemischt (gerne auch in kleineren Laboren, wie in Tokio), in entsprechende Behälter abgefüllt (Säurefest), eine kleine Sprengladung dran, fertig. Gerade Sarin ist da relativ einfach zu verwenden – das ist bei Raumtemperatur flüssig, verdunstet aber schnell – also einfach den Behälter platzen lassen, das Zeug verteilt sich in der Umgebung, verdunstet, und die Gaswolke zieht dann mit dem Wind weiter, verdünnt sich immer mehr und ist irgendwann nicht mehr messbar.

    Binäre Kampfstoffe wie VX sind ein anderes Kaliber – die sind so ausgelegt das sie NICHT verdunsten sondern als winzige Tropfen überall kleben bleiben. Wenn dann jemand diese Stelle berührt – Exitus. Solches Zeugs bleibt teilweise jahrelang aktiv, um die Gegend wieder bewohnbar zu machen müßte man jeden Quadratzentimeter (sogar die Unterseite von Treppengeländern etc.) mit speziellen Chemikalien absprühen.

    Buchtipp: „A higher form of killing“ von Robert Harris (nicht auf nüchternen Magen lesen…) http://www.amazon.de/Higher-Form-Of-Killing-ebook/dp/B004E9TJ28/

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    1. datengammelstelle

      Ob VX, Soman, Sarin oder Tabun ist bei dieser Stoffklasse egal. Die Herstellung ist von jedem Uni-Chemie-Labor machbar, aber die Lagerung ist, wie erwähnt, das Problem. Armeen werden solche chemischen Kampfstoffe immer als binäre Kampfstoffe einlagern. Terroristen oder religiösen Fanatikern ist die Lagerfähigkeit egal.

      Nächstes Mal mache ich das a-href-tag auch wieder zu, wenn ich der werten Öffentlichkeit einen Link ans Herz lege. – Versprochen.

    2. kraeuterzucker

      Was ich mich als Laie frage, ob man denn nicht am Tatort feststellen kann, mit welchen Mitteln das Gas verschossen wurde. Es gibt ja einige veröffentlichte Bilder, auf denen eingeschlagene Raketen zu sehen sind, die für solche Kampfstoffe ausgelegt sind. Und wenn ja, dann erscheint mit ein koordinierter Beschuss auf ein großflächigem Gebiet mithilfe von Raketenstellungen wohl kaum den Rebellen zuzuschreiben zu sein.
      Und dann wäre die Aussage des UNO Mitarbeiters auch nicht so unsinnig (ich betone den Konjunktiv).

      Zur bizarren Auslandsunglücksmeldung: Ich glaube die Tatsache, dass dabei auch tausende Touristen betroffen sind (also auch potentiell Deutsche), den Nachrichtenwert deutlich erhöhen. Immerhin wird diese Tatsache immer erwähnt und nicht nur über das Unglück berichtet.

    3. kraeuterzucker

      Ah, nachlesen hilft:
      „the details it documented included the large size and particular shape of the munitions and the precise direction from which two of them had been fired. Taken together, that information appeared to undercut arguments by President Bashar al-Assad of Syria that rebel forces, who are not known to possess such weapons or the training or ability to use them, had been responsible. “
      http://www.nytimes.com/2013/09/17/world/europe/syria-united-nations.html?hp&_r=1&

      Bzw. direkt aus dem Report:
      “In particular, the environmental, chemical and medical samples we have collected provide clear and convincing evidence that surface-to-surface rockets containing the nerve agent sarin were used.”
      http://www.un.org/disarmament/content/slideshow/Secretary_General_Report_of_CW_Investigation.pdf
      Interessant sind aus dem bericht auch Kleinigkeiten, wie die Analyse des Wetters, die Ideal war, dass Giftgas einen maximale Wirkung hat. Klingt nun auch nicht nach Kalaschnikow schwingender Rebellengruppe.

  9. Mike

    „Über 3, 4 Hops an jemanden rankommt, der eine Waffe verkauft“.

    Es gibt vom amerik. Psychologen Milgram die Theorie, dass jeder jeden über 5, 6 Ecken kennt bzw. Kontakt bekommen kann.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ueber-6-6-ecken-das-jeder-kennt-jeden-gesetz-a-569705.html
    Es muss nur jeder Mitmachen und zum nächsten weiterreichen.

    Das Gedankenexperiment, wie könnte man mit Bundeskanzerlin Merkel sprechen wäre so etwas.

    Bei mir wäre das so, meine Mama kennt die Schwester eines ehemaligen bayerischen Ministers, der kennt Stoiber, der wiederum Seehofer. Und der Merkel.

    Macht nun jeder mit, kann ich über 5 Stationen mit Merkel sprechen.

    Antworten
    1. Mike

      @Peter. Ja stimmt. Ich habe meine Mama nicht mitgezählt, da es die einzigste Hürde ist die ich überwinden könnte, schätze ich 😉

      Und der Stoiber kennt natürlich Merkel, bin nur nicht sicher, ob der immer noch direkten Kontakt zu ihr herstellen könnte. Maut-Seehofer aber bestimmt.

  10. BrEin

    @Holgi
    Zum Thema Waffenexporte. deren Notwendigkeit und die Auswirkungen empfehle ich die Doku vonZDF-Zoom Tödliche Deals:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1901688/ZDFzoom-Toedliche-Deals

    Ich empfehle diese Doku unter anderem deshalb, weil Martin Lindner, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP, genau deine Argumentation für die Waffenexporte einnimmt.
    Als ich ihm zuhörte, gefror mir erst das Blut in den Adern.
    Zum einem erklärte Lindner (ab Minute 30 bzw. 36) )alle Exportgegner als Gutmenschen und delegitimierte Ethik und Moral nicht mehr als valide Argumente.
    Also braucht man ab da schon nicht mehr mit Menschlichkeit kommen. Dann kommen die gleichen Argumente wie sie von dem von euch genannten Grünen-Politiker kommen.
    – Wenn wir nicht verkaufen, verkaufen andere.
    – Wir sind abhängig vom saudiarabischen Öl, demzufolge müssen wir sie von unseren Waffen abhängig machen
    (Quatsch: Handel ist nie Einseitig; Die saudis sind nicht abhägig von unseren Exporten; Siehe deren erstes Argument)
    – Die Qualität deutscher Waffen ist abhängig von der Wirtschaftlichkeit der Firmen. Entweder Exporte und dadurch Gewinne, zulassen oder D muss mehr bezahlen oder die Weiterentwicklung stockt.
    Soweit ist fast alles richtig. NUR: Wer legitimiert die Regierung ökonomische Interessen über humanistische zu stellen?
    Diese Selbstverständlichkeit hat mich so erschrocken.
    Ach ja, stimmt ja, moralisches Gutmenschentum hat hier ja nichts zu suchen. (Sorry.)

    Des weitern nimmt Jan van Aken (Die Linke) die Gegenposition ein, was die Doku auch sehenswert macht.

    Eine weiter Doku kann ich noch empfehlen. Vice Reports – Deals mit Waffen:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1851398/VICE-Reports-Deals-mit-Waffen
    Darin wird u.a. ein Soldat gezeigt, der auf einer Waffenmesse ein Waffensystem wider erkennt, mit dem er zuvor beschossen wurde.
    Zugegeben, nicht wirklich seriös, sehr amerikanisch eben, aber das ist hier auch nicht das Ziel.

    Viel Spaß beim Schauen. Danach wählt man die FDP sicher noch lieber.

    Gruß
    BrEIn

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    1. tom

      Die Extremposition der Linken, dass jeglicher Waffenexport verboten werden soll, halte ich für falsch. Oder spricht etwas dagegen, dass demokratische Staaten, die die Menschenrechte achten, untereinander mit Waffen handeln? (Warum sollte Frankreich keine Panzer deutscher Hersteller kaufen dürfen? Oder Deutschland französische Kampfflugzeuge?) Bei diesen Staaten ist es unwahrscheinlich, dass durch die exportierten Waffen großflächig Menschrechtsverletzungen begangen werden, die nicht durch die lokale Justiz verfolgt werden. Jedenfalls ist es nicht wahrscheinlicher, als dass sowas in Deutschland mit Waffen deutscher Hersteller passiert.

      Gerade im Hinblick auf eine weitere europäische Einigung fände ich ein totales Exportverbot für Waffen sehr seltsam. Oder warum sollte ausgerechnet der Nationalstaat hier die sinnvolle Grenze sein? Wenn man keine Waffen aus Deutschland nach Schweden verkaufen darf, warum dann von Bayern nach NRW? Sollte die Polizei nur in Baden-Württemberg Pistolen von Heckler&Koch einsetzen dürfen? (Immerhin ist die Polizei in Deutschland Ländersache.)

      Etwas anderes ist der Export in undemokratische Staaten oder solche, bei denen die Waffen wahrscheinlicher zu Menschenrechtsverletzungen führen würden. Den Verkauf von Kampfpanzern nach Saudi-Arabien halte ich beispielsweise für falsch. Auch über den Export in die USA kann man diskutieren (illegitimes Starten von Kriegen), aber die fertigen ihre Waffen ja eh selbst, so dass es wenig Bedarf deutschen Produkten gegen sollte.

    2. BrEin

      @tom
      Nun ja, das mit Bayern und NRW ist nicht wirklich stichhaltig. Es wird ja nicht von BW nach NRW exportiert.

      Aber es gibt einen grund, warum Waffenexporte auch in demokratische oder NATO-Länder problematisch sind. Es kommt immer wieder vor, dass auch von dort aus Kleinwaffen in andere Staaten diffundieren. Du darfst gerade bei Frankreich nicht vergessen, was alles zu diesem Land zählt. Französisch-Guayana liegt z. B. in Südamerika. Auch andere Gebiete und Inseln gehören zu Frankreich. Auch wenn ich es nicht nachgeprüft habe, vermute ich, dass sie in Teilen dort auch Armeen stationiert haben. Ähnlich wie England und die Falklandinseln. Natürlich bringen sie auch ihre Feuerwaffen mit und von dort aus können sie ganz leich weiterdiffundieren.

      Gerade das Argument „demokratische Staaten“ ist leider fadenscheinig. Demokratisch ist in letzter Konsequenz nur ein Formalismus, siehe Russland. Auch bei demokratischen Staaten muss man immer wieder Fall für Fall abwägen.

      Gruß
      BrEin

    3. tom

      Ich verstehe nicht, warum der Vergleich mit den Bundesländern falsch sein soll. Heckler&Koch baut seine Pistolen in Oberndorf am Neckar (in BW) und die werden dann bundesweit an Polizisten ausgegeben. D.h. die Waffen gehen von einem Bundesland in ein anderes. Man nennt das nicht Export, aber das ist nur ein Unterschied im Namen und ändert an der Sache absolut gar nichts.
      Was ich damit sagen will: Niemand hat Probleme damit, dass Waffen über Grenzen auf dieser Ebene der Verwaltungshierarchie (Bundesländer) transportiert werden. Warum soll das auf einer Ebene höher (Staaten) komplett anders sein?

      Ist es a priori wahrscheinlicher, dass Waffen aus anderen Ländern „diffundieren“ als aus Deutschland? Ist die deutsche Außengrenze die dichteste Membran (um im Bild zu bleiben) hinsichtlich illegalem Waffentransport weltweit?
      Und ich sehe nicht, warum die nicht zum europäischen Kontinent gehörenden Außengebiete hier eine Rolle spielen sollten. Eine Waffe ist in Südamerika genauso tödlich wie in Europa. Relevant ist nicht die geographische Lage, sonderen die politische/gesellschaftliche Situation und die daraus erwartbaren Konsequenzen die die Waffen dort mit sich bringen würde.

      Ich sage ja nicht, dass sämtliche Waffenexporte in demokratische Staaten erlaubt werden müssen (jedenfalls nicht, falls der Demokratiebegriff so weit gefasst ist, dass auch Russland dazugezählt wird). Sondern dass die Entscheidung nicht anhand willkürlicher geographischer Grenzen (zwischen Staaten, zwischen Bundesländern, …), sondern anhand der zu erwartenden Auswirkungen getroffen werden sollte. Und da Waffenverkauf innerhalb Deutschlands (an bestimmte Akteure) legal ist, warum dann nicht auch in solche anderen Länder, wo die Risiken ähnlich sind.

    4. BrEin

      @tom Da weiß ich leider kaum was zu antworten. Also wenn Du den Unterschied zwischen Export und keinen Export nicht kennst, dann ist mein Argument hinfällig.
      Export bezieht sich auf Volkswirtschaften, und es ist doch Konsens, dass NRW und BW zur selben Volkswirtschaft zählen, oder nicht?
      Sonst könnten ja schon „Exporte“ innerhalb BWs über Bezirksgrenzen und Kommunalgrenzen hinweg ein Problem werden.
      Aber es stimmt in sofern, dass es hier darum geht, wer die Verantwortung über die Schusswaffen hat, die bei der Polizei und der Bundeswehr im Einsatz sind. Zum einem untersteht aber nicht jede Polizei den Innenministerien der Länger, auch der Bund selber hat Polizei. Ähnlich wie bei der Bundeswehr, die dem Verteidigungsministerium unterstellt ist, sind diese dem Bundesinnnenministerium unterstellt. Aber jede Länderpolizei ist letztendlich dem Bundesinnenministerium unterstellt, da jedes Land dem Bund untergeordnet ist.
      Auch bleibt zu fragen, wer entscheidet über die Waffenexporte? Na der Bundestag. Und warum? Weil der Bund nach einem etwaigen Verkauf keine Hand mehr drauf hat. Beim Inländischen Verkauf, bleibt es auch danach noch in bundesdeutscher Hand. Es gibt aber kein EU-Innenministerium oder EU-Verteidigungsministerium, dem alle EU-Staaten unterstellt sind. Und dann gibt es ja noch Länder, die nicht in der EU sind aber Waffen kaufen.
      Die föderale Struktur ist ein fadenscheiniges Argument,

      Warum das so schlimm ist, dass Waffen in Afrika verloren gehen? Weil die Waffen dadurch da verloren gehen, wo sie auch eingesetzt werden. Wenn hier ein G36 verloren geht, wird sie wohl kaum in einem Bürgerkrieg zwischen Ober- und Niederfranken eingesetzt werden. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
      Jetzt könnte man noch die Auslandseinsätze der Bundeswehr ins Spiel bringen, aber die Haltung der Linken dazu kennt man ja auch.

      Grundsätzlich stimme ich Dir aber zu, man muss im Einzelfall entscheiden. Waffenexporte an NATO-Staaten sind anders zu werten als Exporte in den Nahen Osten. Worüber ich mich aber aufgeregt hatte sind die ökonomischen Interessen die den humanistischen Interessen übergeordnet werden. Es wär schon, wenn die FDP dafür abgestraft worden wäre.

      Gruß
      BrEin

  11. Heino

    ich hab nu nichts mit den „nasos“ von der Afd am hut. bin professionell mit wirtschaft bewandert. ja afd sind schwachmaten usw. aber was fakt ist, ist das griechenland keine chance hat in den nächsten 20-30 jahren ein normales wirtschaftswachstum zu bekommen. das geht nur mit einer währung die der wirtschaftsleistung angepasst ist, die abgewertet werden kann, sodass günstiger in griechenland gekauft werden kann. also holger, afd, die machen tatsächlich zum teil sinn. so wie die es propagieren ist es alles quatscht, aber im kern macht es eben doch sinn mal darüber nachzudenken, ob man den euro behalten will + euro-finanzausgleich (funktioniert genauso wie bundesfinanzausgleich, überleg mal was passieren würde wenn vom süden deutschlands kein geld an den norden/osten abgegeben würde, das gleiche passiert mit griechenland und den andern staaten, wie spanien, irland usw.), oder vielleicht einen zweit-euro, einen schwächeren euro einführen möchte, der an den euro gekoppelt wird aber die wettbewerbsfähigkeit erhöht. zumindest ein vollständiger schuldenschnitt wäre sinnvoll, nachdem die ihre reformen weitestgehend durchgezogen haben.

    gucke mal: wo würdest du denn urlaub machen? türkei für paar hundert euro, oder griechenland für das doppelte?

    Antworten
    1. holgi Beitragsautor

      Fakt ist nur eines: Wer „fakt ist“ schreibt oder sagt, hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Ahnung von den Dingen, über die er sich äußert – oder tut so, als sei wissenschaftlich überprüfbar, was eigentlich nur seine Meinung ist. Dasselbe gilt für die Begründung „Es kann nicht sein, dass…“ 😉

  12. DocFoo

    schaaaaaaade das seit einer weile KEINER der WebPlayer zum jeweiligen Podcast im Firefox fkt. … 🙁

    Im Chrome geht alles, im FF muss ich die Datei immer erst downloaden…

    grüße
    Nico

    Antworten

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