WR149 Ortsgespräch: Lauersbüroball

Ein weiterer Besuch bei Christopher Lauer. Wir reden über die Staatsoper, Pferde, eine gute Frage von Herrn Knigge, Wahlen, Piraten, Interessentransparenz, das Internet, Talkshows, die Arbeit und bestimmt über noch einiges mehr.

38 Gedanken zu „WR149 Ortsgespräch: Lauersbüroball

  1. tp1024

    Kurze Googlerunde: “number of [horses/cows] in europe”

    Es gibt 5 Millionen Pferde in der EU und etwa 90 Millionen Kühe. Allerdings werden Pferde auch länger durchgefüttert und haben weniger Fleisch. Also ein Verhältnis von 1:100 in der Fleischmenge ist wohl realistisch.

    Für die Lasagne reicht das locker.

    Abgesehen davon frage ich mich: Wenn Pferdefleisch billiger als Rindfleisch ist, wo gibt es das zu kaufen?

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    1. Peter

      Beim Rossschlachter Deines Vertrauens; gibt’s eigentlich in jeder großen Stadt.

      Die Ironie in der aktuellen Diskussion: Ich wollte schon immer mal Pferd essen – und werd wahrscheinlich nie wieder so leicht dazu kommen wie bisher …

      Peter

    2. chrysophylax.de

      Ich fands lecker. In Italien und Frankreich ist sowas häufiger zu finden als bei uns – und in Italien sogar im Supermarkt und sogar mit “Pferd” beschriftet.

      Hatte da mal Spaghetti Bolognese mit gehacktem Pferd gekocht, das war mit eine der leckersten Nudel-Aktionen, die ich je hatte.

      Aber bei uns ist sowas ja gar nicht so einfach zu bekommen – und Lasagne will ich nicht, Nudeln mit Pferd hatte ich schon.

      chrysophylax.

    3. chrysophylax.de

      Nachdem das Thema ja mit egal wie viel Mühe nicht totzuschlagen ist in der Medienlandschaft hier die Lage der Nation in drei kurzen Worten zusammengefasst:

      Geiz isst Gaul !

      chrysophylax.

    4. Magdalena Kunigunde Cordula von und zu Musterberg

      Habe zwar die Medien zum Skandal nicht wirklich verfolgt, doch schien ein wesentliches Element der anhaltenden Präsenz des Themas nicht lediglich der Tatsache der Untermischung einer anderen Fleischsorte geschuldet zu sein, sondern der damit verbundenen Erfordernis höherer Qualitätskontrollen bezüglich der Medikamentengabe bei den betroffenen Tieren. Wenn entsprechend einwandfrei hergestelltes Pferdefleisch dann billiger als Rindfleisch wäre, frage ich mich, warum man es dann nicht gleich ordnungsgemäß auf der Lasagne deklariert haben sollte. Dass Kunden daran Anstoß genommen hätten, kann ich mir kaum vorstellen, zum einen, da beim Kauf einer Tiefkühllasagne wohl eher wenige Leute überhaupt Notiz von den Zutaten im Kleingedruckten nehmen werden und sich zum anderen (zumindest nach meiner Meinung) wohl selbst mit sichtbarer Werbung für das verwendete Fleischprodukt kaum jemand vom Kauf hätte abbringen lassen.

  2. ploerre

    Ich bin öfters in Rumänien und Pferde dienen dort bei der armen Landbevölkerung nach wie vor massenweise als Verkehrsmittel (Pferdekarren mit Gummibereifung) und sehr oft auch als Traktor für Pflüge und zum Holzrücken. Selbstverständlich verrecken die auch alle irgendwann und man kann sie ja nicht alle im Wald liegenlassen. Zum Zerhächseln werden sie vermutlich noch taugen, wenn man sich beeilt. Ich nehme mal stark an, in einer Lasagne schmeckt man keine Fleischqualität? (bin Vegetarier)

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    1. holgi Beitragsautor

      In einer solchen Lasagne schmeckt man keine Fleischqualität. In meiner selbstgemachten schon 😉

    2. ploerre

      Du benutzt vermutlich auch Käse statt gelb gefärbtem Palmfett. 🙂 Beim Pferd sind sie noch ehrlich – immerhin ist es Fleisch.

  3. Imrael

    +1 für das Interview mit Gerd Gigerenzer!

    Ich hab einige seiner Themen im Psychologie Nebenfach gehabt und bin dann mal zu nem Vortrag von ihm in der Urania gewesen und hab gut was dabei gelernt.

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  4. Christian

    Schoenes Format, auch wenn diesmal ein bisschen kurz angebunden. Wuerde mich ja freuen, wenn es aehnlich entspannte Gespraeche auch mit anderen Parteivertretern geben koennte.
    Nehme hier auf jeden Fall immer mehr mit als bei dem angesprochenen Fernsehformat.
    Kann also nur foerderlich gegen die allg. Politikverdrossenheit sein.

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  5. BrEin

    Hallo Herr Lauer,

    das wäre doch die Idee gewesen…
    Postkarten mit den Motiven der Wahlplakate zu verteilen und auf der Rückseite die erklärende Botschaft, wie man sie bei den Piraten auf der Webseite fand.

    Dann hätten die Leute einen Zugang zu dem Thema gehabt, sie hätten ihn eventuell verstanden (vielleicht auch nicht zugestimmt) und wenn sie dann an die Plakate vorbei liefen, würden sie sie nicht mehr ausblenden.

    Das hätte vielleicht funktionieren können.
    Und die hätten sie sich dann auch an den Kühlschrank heften können.

    Gruß
    BrEin

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  6. Torsten

    Ihr habt euch im Podcast gefragt, warum die Sternjournalistin den Brüderle vor einem Jahr die Frage zur Hoffnungsträgerschaft gestellt hat. Die Antwort ist, dass er auf dem Dreikönigstreffen der FDP 2012 eine Grundsatzrede gehalten hat, für die er viel Applaus bekommen hat, während Rösler dort eher schlecht weggekommen ist. Deshalb hatte die Journalistin wohl den Eindruck, er, Brüderle, sei nun ein Hoffnungsträger der FDP.

    Näheres bspw. bei einem Artikel bei der Zeit http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-01/bruederle-roesler-fdp-stuttgart

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    1. Torsten

      Kleine Korrektur: Die kämpferische Rede Brüderles war einen Tag vor dem Dreikönigstreffen auf dem Landesparteitag in Stuttgart, wo er eigentlich nur 10 Minuten reden sollte, um Rösler nicht die Schau zu stehlen. Stattdessen wurde es dann eine 20-minütige Kampfesrede, wenn man so will. Die Journalistin traf ihn abends an der Hotelbar nach dieser Rede.

    2. Tim

      Die Frage ist wirklich interessant.

      Dieser Google Trends link führt zu einem Graph, der die Häufigkeit der Namensnennung der Mitglider der FDP Spitze in der Presse über die letzten Jahre anzeigt – Legende links.

      http://www.google.com/trends/explore?hl=de#q=br%C3%BCderle%2C%20r%C3%B6sler%2C%20westerwelle%2C%20lindner&gprop=news&cmpt=q

      Ich sehe da vor einem Jahr keinen merklichen Ausschlag bei
      Brüderle, würde damit auch meinen, dass das öffentliche Bild nicht dem entsprach, das Brüderle zum großen FDP Zampano wird. Die Frage der Journalistin waere dann entweder dumm, sarkastisch oder erlogen. Irgendwas, jedenfalls nicht professionell.

      Ich bin mir auch unsicher was Google Trends alles erfasst, kann natürlich sein, dass es da auf von Trends nicht beobachteten Kanälen irgendwie PR für Brüderle gab. Aber lustig ist das alles schon. 🙂

    3. Tim

      Korrektur: Das sind nicht die Namensnennungen, sondern das Suchinteresse, ich habe da eben was verwechselt. Von der Datensexyness sind Suchanfragen in diesem Fall natürlich weniger Wert als die Namen, aber vielleicht korreliert das ja.

  7. Dennis

    Zu der Menge an Pferden:

    Das kommt einfach daher, dass gezüchtete Pferde, für die kein vernünftiger Preis zu erreichen ist, zum Schlachthaus gebracht werden.

    Info aus persönlichen Gesprächen mit Züchter von Holsteinern.

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  8. chriss

    noch was zum brüderle aus dem focus jan. 2o12: http://m.focus.de/politik/deutschland/regierungs-aus-im-saarland-tag-der-demuetigung-fuer-die-fdp_aid_700270.html

    darin heißt es, brüderle wurde in fdp-kreisen als “nachfolger” / “kronprinz” gehandelt.
    in einem anderen, googlebaren artikel ist von journalisten-scharen, die sich um westerwelle tummelten, die rede. es war also nicht nur frau himmelreich am abend zugegen, sondern es scheint übliche, journalistische praxis zu sein, politiker am abend nach dem dreikönigstreffen zu befragen – auch zu später stunde. die praxis kann man kritisieren, die anwesheit von frau himmelreich im einzelnen nicht!

    nach dem dreikönigstreffen 2013 wird die sexismus-story vom stern wohl der schlechteste herrenwitz von allen des abends gewesen sein.

    zumal die frage nach der himmelreichfrage nicht unbedingt sooo investigativ klug ist, wie im podcast gehandelt, da die fdp in ihrer defensivhaltung selbst als erstes interveniert hätte, um die stern-story als story zu entlarven, wenn die frage sich als obsolet herausgestellt hätte.

    noch was: wenn journalistinnen wie hanni hüsch einen sexistischen brüderle bestätigen, kaufe ich die stern-story mitsamt kalkulierter pr-masche sofort!

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    1. holgi Beitragsautor

      Schade, dass diese schöne Verschwörungstheorie so schnell zerplatzt ist 😉

    1. holgi Beitragsautor

      Das weiss ich nicht mehr. Irgendwann mal irgendwo gelesen und so sehr gelacht, dass ich es nicht vergessen habe.

  9. Claudia

    Dank diese kaum beachteten Podcast fühle ich mich über Berliner Regionalpolitik besser informiert als über das, was hier in Baden-Württemberg so abgeht.

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  10. Harrysonsan

    Holgi, du musst dir ankreiden lassen, dass du Christopher nicht nach der SMS an Ponader befragt hast. Als Journalist bist du regelrecht dazu verpflichtet, auch und erst recht dann, wenn du mit ihm befreundet bist. Ansonsten muss ich deinen Podcast als reine, schönfärbende Wahlwerbung betrachten. Das entspricht nicht meinen Bild, was ich von dir habe.
    Und, ohne Ansprüche stellen zu wollen, machst du WRINT ja eher für die (flattrnden) Hörer und nicht für die Interviewten als Auftragsarbeit, oder? Falls doch, schreibs bitte dazu, damit man das einordnen kann.

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    1. holgi Beitragsautor

      Ich bin zu nichts verpflichtet. Schon gar nicht dazu, mir von anonym vorwerfen zu lassen, ich würde mich heimlich für Gefälligkeitsinterviews bezahlen lassen. Wärest Du anders aufgetreten, hätte ich sogar erklärt, warum ich dieses Thema nicht bespreche – aber darum ging es dir ja vermutlich sowieso nicht, sonst hättest Du gefragt.

    2. Henry Langner (a.k.a. Harrysonsan)

      Lieber Holgi,

      dass mein vorheriger Kommentar provokant formuliert ist, war Absicht. Dass du dich aber offensichtlich auf den Schlips getreten fühlst, nicht. Ich bin lediglich der Meinung, dass ein Thema, welches zum Zeitpunkt der Aufzeichnung des Podcastes durch die Medien geistert, angesprochen werden muss. Auch und gerade dann, wenn es unangenehm für den Interviewten sein könnte. Es interessiert mich durchaus, warum das nicht zur Sprache kam. Aber ich hätte diese Information gern gleich dazubekommen und nicht erst auf Nachfrage (wenn du sie mir denn noch gibst).

      Diese Situation ist fast vergleichbar mit der von Steinbrücks Vortragsmisere bzw. deiner höchst eigenen Kritik daran: Egal, ob es stimmt oder nicht, wenn der kleinste Eindruck entsteht, dass du Christopher eine Gefälligkeit erweist, indem du ein für ihn unbequemes Thema nicht ansprichst, fängt es an zu stinken. Und das will ich nicht riechen. Schon gar nicht bei dir. Ich höre deine Sendungen seit über 10 Jahren ziemlich regelmäßig und habe dabei ein äußerst integeres Bild von dir gewonnen. Ich wünsche mir, dass das so bleibt.

      VG, Henry Langner (a.k.a. Harrysonsan)

      P.S.: Warum willst du eigentlich nicht anonym kritisert werden?

    3. holgi Beitragsautor

      Das war keine Kritik, sondern ein billiger Vorwurf.

      Ponaders Verhalten ist absolut inakzeptabel und ich habe keine Lust, mich mit damit auch nur ansatzweise gemein zu machen. Genau das hätte ich aber getan, hätte ich mich von diesem Typen in derselben Weise benutzen lassen, wie die deutsche Presse. Die Nachrichten, die du gerne thematisiert bekommen hättest, waren private Kommunikation und über private Kommunikation rede ich nicht öffentlich.

      Der Steinbrück-Vergleich ist Unsinn. Weder strebe ich ein politisches Amt an, noch übe ich Macht aus, noch betreibe ich investigativen Journalismus. Ich portraitiere Christopher. Mehr passiert da nicht.

  11. Mensch

    So ein in Minute 17 gewünschtes Forschungsprojekt über die regelmäßigen Ursachen für Kostenexplosionen bei irgendwelchen öffentlichen Vorhaben sollte wirklich mal durchgeführt werden. Als interessanten Einblick dazu würde ich auch Medienradio 44 (MP3) von Minute 37 bis Minute 44 empfehlen. Offenbar wird bereits mit der Mentalität gestartet, dass ein Spielraum für Nachverhandlungen besteht, sobald man einen Auftrag erstmal erhalten hat, was die ursprüngliche Idee, durch Ausschreibung an eine günstige Umsetzung zu kommen, von vornherein aufweicht.

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  12. chrysophylax.de

    Wann kommt eigentlich “Nur 2mal Lauers Büro” ? Nachdem es um die Piraten irgendwie immer… turbulenter *hust* … zugeht bin ich immer ganz dankbar, mal Fremdmeinungen zur Eigenmeinungsbildung in Podcast-Länge zu hören….

    Kann inzwischen als allgemein bekannt angesehen werden, dass du Pirat bist oder gibt es andere Gründe, warum in den letzten Folgen der Disclaimer davor nicht mehr kam ?

    Gespannt auf Neuigkeiten !

    chrysophylax.de

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    1. holgi Beitragsautor

      Ich habe noch im April einen Termin mit Christopher. Und der Disclaimer ist weg, weil ich nicht mehr Parteimitglied bin.

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