WR1390 China

Anfang Juli 2022 habe ich Katharin Tai im Biergarten getroffen. Katharin promoviert am MIT in Politikwissenschaften mit Fokus auf China und arbeitet außerdem als Journalistin, ebenfalls mit dem Schwerpunkt China.
Hauptsächlich plaudern wir darüber, wie Politik und Verwaltung in China funktionieren und ich lerne, dass es kein Social Scoring gibt (jedenfalls nicht so, wie ich es mir vorstelle.

Darin: Autokratie, Dikatur, kompetitiver Autoritarismus, Bo Xilai, Xi Jinping, Victor Shih (UC San Diego), South China Morning Post, Walder, Hu: Revolution, Reform, and Status Inheritance: Urban China, 1949–1996 (Paper zu Klassen-Labels), Deng: The Heterogeneous Effects of Intracommunal and Extracommunal Violence: Evidence from China (Paper über Vertrauensverluste), Katharin auf dem RC3 (Video): Painting Tech Dystopia: How the West tells itself fairytales about Asia – and believes they are real

Bücher
Yuen Yuen Ang: How China escaped the poverty trap*, Chinas gilded age, Shelley Rigger: The Tiger Leading The Dragon*, Margaret Roberts: Censored*, Taylor Fravel: Strong Borders, Secure Nation*

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10 Gedanken zu „WR1390 China

  1. Dorothee

    Vielen Dank für diesen interessanten Podcast!

    Ich kann auch sehr den Podcast von Katharin (www.fernostwaerts.de) empfehlen. Besonders die alten Folgen habe ich gerne auf langen Zugfahrten durch China (vor 2020) gehört.

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  2. Christian

    Superspannendes Thema. Ich habe aber leider die sprachlich hohe Schlagzahl nur 10 min geschafft, vielleicht werde ich langsam zu alt. Aber wer das hohe Tempo mitgehen kann sollte unbedingt einschalten.

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  3. Rico

    Sehr schöne Folge (wenn man auf 0,8er Speed hört). Gleich am Anfang die Sache mit Machtabgabe nach 10J habe ich vorher noch nicht gehört und ist sicher interessant in Bezug auf Taiwan.

    Bleibt eine Frage: in welchem Biergarten lief die Aufnahme? Danke & schönen Sommer Euch!

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  4. Léon

    Ein äußerst interessantes Thema, aber die Sprecherin hat eine fast unverständliche Art zu sprechen.
    Wie schade!

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  5. Holger

    Ich fand die Folge auch sehr interessant. Aber auch mir fällt es extrem schwer, mehr als die Hälfte des Inhalts zu verstehen, die Silben kommen zu schnell. Der CCC-Vortrag ließ sich in 0,75-facher Geschwindigkeit gut verfolgen. Jetzt beim Kommentarschreiben fand ich oben im Playerplugin die Möglichkeit, auch hier mit Speed 0,75 zu arbeiten. Hatte die Folge aber schon am Smartphone gehört. Beim nächsten Mal weiß ich es dann…
    (und ja, vielleicht bin ich auch bloß schon etwas zu alt)

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  6. Devid

    Mein Podcastplayer kann auch Geschwindigkeiten, und ich höre eigentlich alles auf 1,5x – auch Wrint. Die Wrint-Musik kann ich in Echtzeit überhaupt nicht ertragen, wie nölig das ist. 😀 Es ist halt eine Sache der Gewöhnung.
    Fernostwärts bei den englischen Folgen brauch ich aber auch 1,0. 😉

    Bei dem “Es gibt ein Social Scoring” – Nein – fande ich es interessant, wie zuerst komplett verneint wurde, aber sich dann eher auf “Es gibt _ein_ Social Scoring” versteift wurde und das widerlegt wurde. Klassisches überspezifisches Dementi. Und wenn es das doch gibt, kostet es nur 2€ Ausleihgebühr, gna gna – Da wollte ich mir schon mehrfach in die Finger beißen und fand es fürchterlich, aber zum Ende hin wurde es zu diesem Thema wieder ok.

    Mit fehlte noch der Ausblick in die etwas weitere Zukunft, denn es gibt oftmals andere Aussagen, daß China noch ~10 gute Jahre haben wird, und dann die Überalterung durch die Einkindpolitik und den dann Arbeitskräftemangel von der jetzigen Werkbank der Welt zu eklatanten Änderungen führen muß. China hatte zweifelsohne 20 sehr sehr stark aufstrebende Jahre, während bei uns seit 2000 eher weniger passiert ist. Wir faxen ja immer noch und so weiter.
    Von daher rechne ich mit einer Entscheidung mit Taiwan eher früher als später gar nicht mehr.
    Ich bin aber auch gespannt, wie die Lockdown-Storys (nicht nur mehr Shanghai) aber weitergehen wird, und ob es da eine Veränderung oder ein Auflehnen geben wird. Denn zielführend ist das so nicht. Insbesondere die Mittelstandschinesen die sehr sehr ausgiebig auch gereist sind die letzten Jahre (man sah die Touristen ja auch überall), ist ja jetzt ausgeblieben bzw wohl im Inland geblieben – also Hainan, wo es jetzt auch Lockdown gibt. Das kann doch nicht gut gehen, daß sie das alle so hinnehmen und fortan diesen Zustand die nächsten 10+ Jahre akzeptieren…. deswegen denke ich eigentlich, daß es auf einen Machtwechsel hinauslaufen wird, um halt eine Änderung ohne “Gesichtsverlust” zu haben (Xi ja…)
    Na wir werden sehen.

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  7. Simi

    Zum Abschnitt über das “Ende der Geschichte” und der Moderniersierungstheorie. Es ist sicher richtig, dass ein Teil der Demokratisierungstheorie von zunehmender Demokratisierung durch liberal-kapitalistische Verhältnisse ausgegangen ist. Wenn man die gesamte Politikwissenschaft (und noch mehr wenn man Sozialwissenschaft und Sozialphilosophie) einbzieht, ist das nur der Kreis liberaler Modernisierungtheoretiker gewesen. Liberale Modernisierungstheoretiker haben seinerzeit schon versucht den Faschismus zu erklären, aber damit faschistische, totalitäre oder auch nur autoritäre Systeme zu erfassen haben sich nicht vermocht. Daneben gibt es in der Politikwissenschaft eine reichhaltige Tradition zur Erforschung dieser Staats- und Gesellschaftsformationen die bis in die 20er Jahre zurückreichen. Ich denke das wurde im Podcast verkürzt dargestellt. Wenn man an bestimmten Universitäten studiert kann es natürlich sein, dass man nur mit bestimmten Schulen und Paradigmen in Kontakt kommt. In diesem Fall mit sehr wirtschaftsliberal denkenden und ausgebildeten Menschen. In Forschung steckt immer auch ein Quentchen Ideologie, die reflektiert werden muss.

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